Mach was mit...

Mach Was …mit der Bibliothek – Der Buchspringer

 

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Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba. Dieses mal wurde das Thema von Poe gestellt.

Mach Was …mit der  Bibliothek –

Bernd liebte Bücher. Und sein liebster Ort war die Bücherei. Da konnte er der Realität entfliehen. Er war nicht der Hellste. Seine Mutter sagt immer „Du bist auch nicht die hellste Birne im Kronleuchter, aber dafür bist du ein netter.“ In der Schule wurde er immer gehänselt. Er hasste die Schule. Das meiste verstand er eh nicht. Die Lehrer hatten ihn anfangs noch motiviert und sich viel Mühe gegeben, aber doch irgendwann gemerkt, da steckt nicht viel dahinter. Der Junge würde nie den Nobelpreis gewinnen. Also gaben sie ihn irgendwann auf.

Seine Eltern beschäftigten sich auch nicht mehr viel mit ihm. Die komplizierteren Spiele verstand er nicht und auch bei den anderen verlor er immer. Er war ein guter Verlierer. Niemals weinte er, oder war wütend weil er verlor. Seine Mutter war schon verzweifelt, weil er oft so wenige Emotionen zeigte.  Sie hatte ihn schon zu einem Psychologen gebracht. Aber er bestätigte nur, was sowieso jeder von  ihm dachte. Er war ein sehr einfacher Charakter. Wie seine Mitschüler sagten – einfach blöd. Aber das fand er wirklich nicht. Er war nicht blöd. Er verstand nur vieles nicht, weil es ihm auch nicht wichtig war. Ihm waren nur seine Bücher wichtig. Seine Eltern hatten nicht viel Geld, deswegen hatte er nicht viel eigene Bücher, aber die brauchte er auch nicht. Seine Eltern waren auch oft nicht da. Sie arbeiten, oder waren mit Freunden unterwegs. Für sie war Bernd schon alt genug auch mal alleine zu sein. Das war ihm egal. Er war ja nie alleine. Er hatte seine Freunde immer bei sich.

Frau Brandt, die Leiterin der Bibliothek, freute sich immer auf Bernd. Die Kinder hatten immer weniger Lust zu lesen. Aber Bernd war immer da. Tag für Tag. Sie hatte schon mit seiner Mutter gesprochen, ob das für sie in Ordnung wäre. Natürlich war das für seine Mutter in Ordnung. Ein billigeres Kindermädchen hätte sie nie bekommen können. Bernd war gut aufgehoben in der Bibliothek. Manchmal dachte sie auch dran ihn abzuholen, aber meistens vergaß sie ihn einfach und er ging alleine nach Hause. Aber das war kein Problem für ihn, er hatte keine Angst, er war ja nie alleine. Seine Freunde waren immer dabei.

Es war wieder einmal ein Tag, in dem er alleine in der Bibliothek zwischen den Abenteuer Bänden sass. Heute war ein ungemütlicher Tag. Da kamen noch weniger als sonst um sich Bücher anzuschauen oder auszuleihen. Er liebte einfach diese düsteren Gänge in denen die Bücher standen, die dunkle Täfelung der Wand und die hohen Regale. Ganz toll fand er es auf der Leiter zu stehen und mit ihr die Wand entlang zu fahren. Frau Brandt mochte das nicht, sie hatte Angst ihm würde etwas passieren, aber er kletterte dabei nie ganz nach oben. So mutig war er nicht. Er sass und blätterte in einem Abenteuerbuch über Piraten und ihre erbeuteten Schätze, als auf einmal die Wände verschwanden. Sie lösten sich einfach auf. Und er befand sich auf dem Deck eines Schiffs. Der Kapitän stand am Steuer und der Wind fing sich in seinen langen schwarzen Haaren. Er brüllte seine Leute an, dass vor ihnen  die gesuchte Fock segelte. Der Angriff würde bald stattfinden. Er rief Bernd auf die Brücke und übergab ihm das Steuer.

„Hör zu mein Freund, du musst nur versuchen die Forck nicht zu verlieren. Also halt uns auf Kurs, während wie die Forck entern. Alles klar?“

„Aye Aye Kapitän“ sagte Bernd ganz stolz. Und die Piraten enterten das gegnerische Schiff.  Bernd war begeistert. Soviel Aufregung und Spannung.  Er konnte nicht fassen, dass er dabei war. Und endlich wurde er auch von jemandem wahrgenommen. Er durfte das Steuer führen. Und er machte das hervorragend.

Nach dem das Schiff geentert war, flüchteten die Piraten mit ihrem Schatz  und zündeten das andere Schiff an. Als sie am Hafen waren bildeten sich wieder die Wände der Bibliothek. Bernd war total aufgeregt. Aber er hatte niemandem dem er das erzählen konnte. Auf dem Heimweg beschloss er sich ein Tagebuch zu kaufen, das sollte seine Geheimnisse für ihn aufnehmen. Und er schrieb über sein Erlebnis. Als er fertig war schlief er selig ein und träumte von seinem  Abenteuer auf dem Schiff.

Am nächsten Tag, nach der Schule, konnte Bernd nicht schnell genug in die Bibliothek kommen. Der Unterricht war eine Qual. Er wollte wieder ein Buch lesen und ein Abenteuer erleben.

Er griff nach einem Fantasy Buch mit Drachen auf dem Cover. Als er etwa in der Mitte des Buches ankam, passierte es schon wieder. Die Wände lösten sich auf und er stand mitten im Wald, umgeben von Kriegern, die auf dem Weg waren den bösen Drachen zu töten. Er sah an sich hinunter und sah, dass auch er in Rüstung war und ein Schwert trug. Er lief mit den anderen Kriegern und würde den Drachen besiegen. Als sie auf dem Drachenberg ankamen kämpften sie tapfer. Sie befreiten die Jungfrau aus den Klauen des Drachen und töteten ihn. Danach löste sich die Szene und Bernd war wieder in der Bibliothek.

Zu Hause schrieb er wieder alles in sein Tagebuch. Das ging mehre Tage so. Bernd erlebte die wildesten Abenteuer und traf auf die verschiedensten Wesen. Er wurde richtig lebhaft. Aus dem ruhigen und immer etwas traurig wirkenden Jungen wurde ein aufgeschlossener glücklicher Junge. Er lachte und sprang durch die Gegend. Aber es fiel keinem auf. Keiner beachtete Bernd. Aber das war ihm egal. Seine Freunde achteten immer auf ihn.

Als er heute in die Bibliothek kam, war etwas anders als sonst. Eine alte, aber sehr hübsche Frau sass am Tisch und beobachtete ihn. Er schnappte sich wieder ein Fantasy Buch und verschwand zwischen den Regalen. Als er in dem Buch verschwand kam die Frau zu ihm. Zu seiner Hülle. Sie nahm das Buch, legte die Hand auf den Kopf von Bernd und flüsterte in sein Ohr.

„Mein lieber Bernd. Wir haben dich endlich gefunden. Du gehörst nicht in die Menschenwelt. Deine Welt ist zwischen den Zeilen. Du bist ein Buchspringer. Ein Geschichtenspringer. Du hast die Fähigkeiten den Lesern die Geschichten so lebendig zu vermitteln, dass sie das Gefühl haben mittendrin zu sein. Dein Leben hier ist vorüber. Ein tolles und abenteuerreiches Leben in der Welt der Bücher erwartet dich. „

Bernd verschwand. Es war wie ein Schatten, der sich im Sonnenlicht auflöste. Bernd verschwand aus der Welt der Menschen um ewig in der Welt der Bücher zu existieren. Er ist derjenige der euch an die Bücher fesselt.  Wenn ihr das Gefühl habt dieses Buch kann ich nicht mehr los lassen es zieht mich fest in seinen Band, habt ihr gerade Glück, das Bernd diesem Buch einen Besuch abstattet und es euch so gut „erzählt“ dass ihr es nie wieder vergessen werdet.

ENDE

 

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11 Gedanken zu „Mach Was …mit der Bibliothek – Der Buchspringer“

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