Action, Dystopie, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 34 – Holen wir unser Leben zurück 1 von 2

Wieder gibt es ein spannendes Setting von Jette um eine Geschichte zu konstruieren. Mir ist sofort was eingefallen. Ich finde es ist eine gute Vorlage. Hier kann alles passieren oder gar nichts. Ich hatte einen Wirbelsturm im Kopf, der dann aber weg war. Puff. Ich habe dann jetzt einige Tage gebraucht um zu schreiben. Viel Spass beim Lesen. Ich habe es auf 2 Teile aufgeteilt, damit es nicht zuviel wird. Aber keine Angst – 10000 habe ich nicht geschafft ;-)


Setting:

Die Menschen dürfen von 24 – 5 Uhr nicht aus dem Fenster sehen. Kinder haben oft fensterlose Zimmer, damit sie gar nicht erst auf den Gedanken kommen. Dein/e Protagonist/in lebt in dieser Welt. Er/sie geht immer vor 24 Uhr ins Bett. Auf diese Weise kommt er/sie nicht in Versuchung. Doch in dieser Nacht ist etwas anders. Schaut er/sie in der verbotenen Zeit aus dem Fenster? Wenn ja, was ist da draußen? Wird es sein/ihr Leben verändern?

Gegenstände:

Vorhänge, Fußmatte, Kerze

Wortgrenze:

10.000 Worte


Oh – verdammt es ist schon 23:55. Ich habe fast die Zeit verpasst. Warum soll ich denn auch zwischen 24 und 5 Uhr noch wach sein? Wir dürfen zu dieser Zeit nicht aus dem Fenster sehen. Und warum? Keiner weiss es – keinen interessiert es. Es war schon immer so. Also nicht immer. Aber seit ich auf der Welt bin und auch davor. Vielleicht zwei-drei Generationen. Ich ziehe schnell die Vorhänge zu. Eigentlich wollte ich schon immer einen Rollladen. Aber wie es so ist – man hat doch immer was Besseres zu tun. Und jetzt mal ganz ehrlich – schläft nicht eh fast die gesamte Bevölkerung zu dieser Zeit. Und diejenigen die jetzt arbeiten müssen – da hat der Arbeitgeber schon dafür gesorgt, dass keiner aus dem Fenster sieht. Aber am einfachsten – nicht seiner Neugierde zu erliegen ist es einfach schlafen zu gehen. Nur heute hat mich was abgelenkt. Was war es. Die Kerze? Quatsch. Die habe ich ja nicht erst seit heute. Die steht immer da oder wenigstens eine andere.  Ich gehe noch schnell zur Tür und schaue ob sie verschlossen ist. 23:58 – Owei. Jetzt wird es knapp. Ich will abschliessen, als ich einen kurzen – neugierigen Blick durch den Spion werfe. Da gehen schon die Warnlichter an. Und eine Durchsage durchbricht die Ruhe. Manchmal denke ich mir, es wäre  gar nicht schlecht im Schlafzimmer das Fenster zuzumauern. Wie bei manchen Kinderzimmern, die keine Fenster haben, da kommt man nicht in Versuchung.

„Sehr verehrte Bewohner von Marcity. Bitte schliessen sie jetzt ihre Fenster und Türen blickdicht ab. Jegliche Zuwiderhandlung wird bestraft.“

Ich will mich abwenden, aber da liegt etwas auf meiner Fussmatte. Was kann das sein? Nein, das muss bis morgen warten. Oder? Was soll schon passieren, wenn ich schnell die Tür öffne um den Zettel von der Matte zu holen? Ach verdammt – nix wird passieren. Und schön öffne ich die Tür. Es ist 00:01 Uhr.  Ein ganz kleiner Spalt nur und ich greife nach dem kleinen Stück Papier. Schnell will ich mich zurückziehen. Aber mein Blick – ich lasse ihn schweifen über die Strasse, die mir so bekannt ist. Seit meiner Kindheit lebe ich hier. Aufgewachsen und zur Schule gegangen.

Die Strassenlaternen sind ja aus. Das wusste ich gar nicht. Aber woher auch. Ich schlafe eigentlich ja schon längst.

Ich schliesse schnell die Tür. Dort hinten ist ein Lichtkegel, der sich durch die Gegend bewegt. Jetzt will ich aber wissen, was auf diesem Zettel steht. Ich öffne den in der Mitte gefalteten Bogen und finde eine Nachricht darauf.  Es ist nur ein Flyer? Ein Werbeflyer, der vielleicht durch den Wind seinen Weg auf meine Stufe fand? Oder hat ihn jemand dort drapiert um mich heraus zu locken?

Es ist geschehen um mich. Ich hatte nie ein Problem diese Neugier zu verschlafen, aber der Flyer – er lockt mit Angeboten.

„Nur heute – ein grosses Outlet in ihrer Stadt. Kommen sie zur Kanalstrasse. Dort werden sie alles finden, das sie jemals suchten. Verkaufsstart 24 Uhr.“

Wie kann das sein? Wie kann mich ein Outlet verführen wollen? Ich kann mich nicht mehr kontrollieren. Ich tigere den Flur hoch und runter, gehe zum Fenster und lunze hinter dem Vorhang hervor. Ich kann etwas sehen. Dort im Schatten.   Was ist das?

Ich kann es nicht erkennen. Aber ich bin gebannt. Ich muss wissen, was das ist.

Ich gehe an meinen Schrank – öffne ihn und suche nach etwas dunklem zum Anziehen. Am besten einen Hoodie. Ich schmunzle. Ich bin ein Rebell – ich bin dabei das Gesetz zu brechen. Ich werde meine Wohnung verlassen. Es ist 00:24.

Ich stehe an der Tür und öffne sie. Ich habe das Gefühl, als würden meine Beine zittern. Aber so ist es nicht. Im Gegenteil sie scheinen unruhig, sie wollen mich nach draussen tragen. Ich schlüpfe aus der Tür und verstecke mich hinter dem Busch. Da, der Lichtkegel. Ich werde ihn etwas beobachten um zu sehen wie er sich bewegt, wie ich mich bewegen kann. Ich komme mir vor wie ein kleines Kind, das heimlich in die Keksdose greift. Ich platze fast vor Übermut. Ich bin draussen – während der Sperrstunde. AHHHH! Ich kann weiter gehen. Die Kanalstrasse ist nicht weit von mir. Ich schleiche, hüpfe, renne und strauchle. Dann stürze ich.

Und nicht nur ich stürze – irgendetwas stürzt sich auf  mich. Ich kann  mich nicht bewegen. Etwas liegt auf mir und ich kann den Atem spüren. Speichel tropft mir in den Nacken. Ich kann mich nicht umdrehen. Das habe ich davon. Übermut. Verführung. Ich bin immer gut gefahren mit dem Verschlafen der Sperrstunde, nun liege ich hier und irgendwas sabbert mich an.

Ich konnte die spitzen Zähne spüren. Sie ritzen mir die Haut am Nacken auf. Ich roch Eisen. Mein Blut. Um mich war es geschehen. Und warum. Wegen eines Flyers, der mich mit Nonsens lockte. Ich war gar nicht der Typ, der unbedingt shoppen gehen musste. Ich hasse shoppen. Verdammt. Es war nicht der Flyer, der mich lockte. Ich lockte mich selbst. Ich wollte ausbrechen, aus dem Trott. Und ich wollte rebellieren. War es das wert? Ja – das war es. Ich hatte, wenn auch nur für ganz kurze Zeit ein neues Gefühl gespürt. Freiheit? Ich verabschiedete mich von  meinem Leben. Das Tier, oder was es auch war, sass auf meinem Rücken und ich spürte wie es seine Zähne in meinen Nacken versenken wollte. Ich schloss die Augen und auf einmal spürte ich einen Ruck. Ich hörte ein Plopp und mein Rücken war frei. Das Blut, war nicht mehr nur meins – es vermischte sich mit dem der Bestie. Ich drehte mich um und sah meinem Gegner ins Gesicht. Es war furchtbar hässlich. Ich erschrak. Schnell stand ich auf, lief um das Vieh herum und betrachtete es genau. Es sah aus wie ein – Wolf? Aber eher auf zwei, als auf vier Beinen. Das Gesicht war unbehaart, aber die Schnauze langegezogen wie bei einem Wolf. War das ein Werwolf? Gab es das? War das der Grund für die Sperrstunde? Aber warte. Irgendjemand hat das Tier erschossen. Mich gerettet dadurch. Ich bückte mich und versuchte mich zu verstecken. Vielleicht waren es Soldaten, die  mich gleich holen würden. Es wurde jedesmal gewarnt, die Sperrstunden zu verletzen. Jetzt würde ich dafür büssen müssen. Vom Regen in die Traufe. Super. Ich schlich weiter und versuchte mich hinter einer Mauer zu verstecken. Von dort aus wollte ich versuchen  mich umzuschauen. Vielleicht konnte ich was entdecken.

Ich schaute mich um. Und  ich entdeckte viel. Es gab unzählige Schatten. Ich konnte die Silhouetten erkennen. Es schienen alles Gestallten zu sein, wie das, das mich angegriffen hatte. Aber ich sah noch was anderes. Ich sah Menschen. Was hatten denn Menschen auf der Strasse zu suchen. Es durfte doch keiner um diese Zeit draussen sein. Was bedeutete das?

Ich konnte mir keinen Reim daraus machen. Dann hörte ich etwas. Es war ein „Pst.“  Ich drehte mich in die Richtung aus der ich glaubte es zu hören. Und da sah ich jemanden. Er winkte wild. Ich blickte mich um und schnell erhob ich mich. Ich rannte schnell in dessen Richtung und er zog mich in den Hausflur.

Fortsetzung 

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11 Gedanken zu „Schreib mit mir Teil 34 – Holen wir unser Leben zurück 1 von 2“

  1. Eine tolle Idee, warum man nachts nicht aus dem Fenster sehen darf. Ich mochte es auch, wie du deinen Protagonisten aus dem Haus gelockt hast. Wer würde bei so einem Outlet zu verbotener Stunde nicht neugierig werden?
    Dankeschön fürs Mitmachen und ich habe dich verlinkt.
    Liebe Grüße :)

    Gefällt 2 Personen

  2. Huhu,

    das ist auf jeden Fall eine interssante Idee. Daraus lässt sich was machen. Allerdings muss ich erst mal noch den letzten Teil schreiben mit den Drogen. Hinke ziemlich hinterher mit meinen Geschichten.

    Schöne Idee von dir. Mal sehen, was da jetzt weiter passiert.

    LG Corly

    Gefällt 1 Person

    1. Danke. Das schöne ist ja das ihre Vorgaben zeitlich unbegrenzt sind. Sobald mal Luft ist kann man loslegen. Ich muss meine gruselige Geschichte auch noch beenden. Habe aber schon gut vorgeschrieben. Kann also noch überbrücken 😊😊

      Gefällt 1 Person

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