Action, Dystopie, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 34 – Holen wir unser Leben zurück 2 von 2

Heute geht es weiter. Was hat es mit den Werwölfen auf sich? Warum gibt es sie und was haben sie mir der Sperrstunde zu tun. Hier erfahrt ihr es. Wenn ihr es verpasst habt, könnt ihr HIER den ersten Teil noch mal nachlesen. Ich wünsche Euch viel Spass bei der Auflösung.


Ich war schon etwas ängstlich. Ein fremder Mann mit einer Waffe. Da fiel mir sofort meine Mutter ein. „Geh nicht mir Fremden!!“

Ja Mutter – mir bleibt jetzt hier nichts anderes übrig. Ein Werwolf oder ein Fremder. Wie sagt man heute so gerne. Pest oder Cholera. Ich wollte gerade etwas sagen, als er mich schon rüde mit einem „Pscht“ unterbrach. Er winkte mir ihm zu folgen. Wir gingen tiefer in den Flur hinein und dann runter in den Keller. Na Super – da fielen mir dann noch einige Horrorfilme dazu ein. „Geh nicht hinunter in den Keller“ Jaja.

Wir kommen endlich unten an. Ich glaube ich habe bis dahin die Luft angehalten. Ich atme tief durch und betrachte den Mann.

„Kann ich jetzt reden?“ flüstere ich.

„Ja – hier kann uns keiner mehr hören. Wie ist dein Name?“

„Audrey.“

„Ich bin Ben. Willkommen in der Bat-Höhle.“

Ich muss ziemlich dämlich aus der Wäsche geguckt haben, denn er fängt an zu lachen und haut sich auf die Schenkel. „Entschuldige – ich versuche Anspannungen durch dumme Witze abzubauen.“

„Ist schon okay. Solange du  mir jetzt auch noch sagst was da draussen los ist.“

„Du kommst schnell zur Sache. Okay. Wo fange ich an?“

„Vorne?“

„Ja. Klar. Ähm. Vor ungefähr hundert Jahren haben irgendwelche Forscher tatsächlich einen Werwolf fangen können. Ja – es gibt sie. Die Legenden. Angeblich soll es auch Vampire geben, aber die sind schlau genug nicht aufzufallen. Die Werwölfe wurden wohl unachtsam. Egal wie. Sie haben ein Exemplar fangen können und du kannst dir ja vorstellen, dass sie das Geschöpf von innen nach aussen gestülpt haben. Die haben sein Genom schneller entschlüsselt als unseres. Die Welt war schon am Ende. Kriminalität war allgegenwärtig. Die Regierung ist da nicht mehr durch gekommen. Manche Städte wurden zu Ghettos. Sie wurden anfangs Abends abgeschlossen. Tagsüber konnte man arbeiten gehen. Und ab siebzehn Uhr wurde der Gong geschlagen. Da wurde es dann Zeit die Zone zu verlassen. Aber natürlich konnte es nicht eingedämmt werden. Wie ein Virus verbreitete sich die neue Weltordnung. Wir waren am Ende.“ Ben trank ein Schluck aus seiner Flasche und verlor sich etwas in seinen Gedanken.

Ich beobachtete ihn gebannt und wartete, dass er weiter erzählte. Natürlich kannte ich die Geschichte des Zerfalls. Man hat es im Unterricht durchgenommen. Aber ich ahnte, hier die Wahrheit zu erfahren und nicht die aus den Mainstream Medien.

„Ich will das nicht zu sehr vertiefen. Man kennt ja vieles aus der Schule. Die Grundzüge stimmen. Aber die Lösung nicht. Da kam der Regierung die Gefangennahme des Lykanen gerade Recht. Sie hatten vor eine Waffe zu konstruieren, die die Drecksarbeit für sie übernahm. Die Aussenseiter mussten bekämpft werden. Aber wie sollte man das anstellen? Indem man eine Waffe züchtet. Sie entfernten die menschlichen Komponenten aus dem Genom und hatten ihre Waffe, die sie abrichten konnten. Und sie führten die Sperrstunde ein. Von 24-5 Uhr taten die Werwölfe ihre Arbeit. Sie wurden in den abgeschlossenen Ghettos los gelassen. Und sie taten ihre Arbeit gründlich. Wer nicht auf die Warnung hörte, wurde getötet und gefressen. Schwupp. Problem gelöst. Aber nie infiziert, das wurde weg gezüchtet. Man wollte nichts dem Zufall überlassen. Aber die rechtschaffenden Menschen konnten friedlich schlafen.“

„Okay. Und wo ist das Problem? Ich verstehe nicht warum es dich gibt. Bist du alleine? Oder eine Gruppe?“

„Ja – warum gibt es mich, beziehungsweise uns? Eine berechtigte Frage. Sollte doch alles perfekt sein. Aber wie es mit Perfektion so ist, nicht? Man will es immer besser haben. Die Regierung hörte nicht bei den Kriminellen in den Ghettos auf. Nein, nein. Sie führten ihr Spiel weiter. Sie wurden größenwahnsinnig. Aus angeblicher Notwendigkeit wurde ein Sport. Natürlich steckt hier eine riesige Lobby dahinter. Geld, regiert immer noch die Welt. Nachdem die Säuberung beendet war, mussten ja die Waffen weiterhin beschäftigt werden. Man könnte sie ja noch brauchen. Aber einen Krieg wollte man nicht. Also suchte man im eigenen Land. Und man wurde fündig. Man wollte sämtliche kriminellen Energien ausrotten. Die Menschen sollten in Angst leben. Aber nie wissen was tatsächlich geschieht. Willst Du wissen was tatsächlich geschieht?“

„Ja – nun – ja – wenn ich jetzt schon mal die Regeln verletzt habe und dafür wohl auch bestraft werde, will ich auch wissen wofür.“

„Also gut. Du wolltest es so. Aber es wundert mich nicht – du hast ja auch auf den Flyer reagiert. Aber dazu  mehr später. Was machen, also wenn man solch gefährliche Tötungsmechanismen hat und sie nicht mehr einsetzen kann, weil eigentlich alles clean ist? Man sucht weiter. Da nimmt man sich paar Steuersünder, Verkehrssünder, Diebe, Unterhaltspreller. Also die kleineren Delikte. Das ist es was jetzt auf unseren Strassen zwischen 24 und 5 Uhr geschieht. Die Werwölfe werden auf genau diese Gruppen gehetzt. Natürlich gibt es ein Sonderaufgebot für die Verschwörungstheoretiker, die sind mittlerweile Staatsfeind Nummer 1. Aber wir sind gut ausgerüstet. Uns bekommt man so schnell nicht zu fassen.“

„Dann kläre mich über den Flyer auf.“

„Der Flyer. Glaubst du wirklich wir würden zu einem illegalen Outlet aufrufen. Das Geheimnis liegt im Papier. Wir haben es bearbeitet. Es ist in einem bestimmten Siebverfahren hergestellt. Genau kann ich das dir nicht erklären. Dafür haben wir unsere Spezialisten. Sehr kompliziert. Aber es bewirkt, wenn man es liest, dass es im Hirn etwas auslöst. Neugierde. Aber das funktioniert nur, wenn das schon tief verankert ist. So bisschen wie Hypnose. Ziemlich genial. Wie wir die Empfänger auswählen? Wir beobachten. Und wir haben dich schon lange beobachtet. Denn wir haben herausgefunden, dass diejenigen, die diese Regelung ganz streng einhalten, am anfälligsten für den Widerstand sind. Und der Flyer findet das für uns dann heraus. Cool, oder?“

„Ja – gut, jetzt ist das geklärt, aber wofür braucht ihr mich? Ich kann nichts. Habe keine Fähigkeiten oder sonstigen Qualifikationen.“

„Ach – mach dich nicht so schlecht. Du bist schlau. Ich habe dich beobachtet, wie du raus kamst. Du bist instinktiv dem richtigen Weg gefolgt. Du hast ein Gespür für Gefahr und Erfolg. Dass dich der Werwolf erwischt hat, klappte nur, weil du nicht wusstest was auf dich wartet. Jetzt weisst du es  und wir können mit dir arbeiten. Wenn du es willst. Wir würden dich gerne rekrutieren. Für einen Kampf, der vielleicht aussichtslos ist, aber vielleicht auch die Menschen rettet. Wir wollen wieder frei leben können. Keine Angst mehr davor haben einen Fehler zu  machen um dann gleich Werwolffutter zu werden. Es geht so nicht weiter. Denn sie haben schon Arenen gebaut um Menschen, die in Not geraten sind einen Wettkampf austragen zu lassen. Wenn du Schulden hast oder auch kleiner Verfehlungen wie Strafzettel, dann kannst du dich freikämpfen. Ein Kampf auf Leben und Tod mit einem Werwolf. Was glaubst du wie viele das überleben können? Das ist es was wir stoppen wollen. Das wird ein langer Kampf, aber nicht unmöglich auszufechten.“

„Wohow. Das ist harter Tobak. Aber ich spüre ein Kribbeln. Du hast Recht. Ich war auf keinen Fall glücklich in meinem Leben. Es wird Zeit etwas zu bewegen. Zeit, das Schicksal wieder in unsere Hände zu nehmen. Lasst uns Kämpfen. Wir werden denen gehörig in den Arsch treten.“

Ich war kaum zu bremsen. Es war als wäre ein Damm gebrochen. Als hätte ich endlich eine Bestimmung, die zu erfüllen wäre. Ich war bereit einen Kampf zu führen, den ich vielleicht nicht überleben werde. Aber die Menschen wie du und ich – wir hätten die Chance unser Leben nach so langer Zeit wieder zurück zu erlangen.  Ben schlug mir auf die Schulter und führte mich weiter Richtung Hauptquartier. Hier sollte ich ausgebildet werden und meine Teammitglieder kennen lernen. Es war beschlossen. Ich würde eine Kriegerin werden.

Ende

 

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14 Gedanken zu „Schreib mit mir Teil 34 – Holen wir unser Leben zurück 2 von 2“

      1. Das stimmt allerdings. Jettes Schreib mit mirs sind wirklich eine tolle Sache. Ich komm nur kaum dazu, etwas zu schreiben. Mein aktueller Beitrag dazu ist ja ein klein wenig eskaliert :D Da ist das Ende auch immer noch offen.

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      2. Das gefällt mir auch sehr gut. Das man wirklich mal ausbricht. Ich fühle mich ja bei Horror sehr wohl – von der Couch aus betrachtet 😂😂 aber Werwölfe hätte ich wahrscheinlich eher nicht gewählt. Aber die Szenarien helfen auf jeden Fall dabei sich aus seiner Wohlfühlzone zu trauen und richtig toll zu spielen 😉😉😁

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    1. Ja – das könnte tatsächlich eine Vorsetzung werden. Das habe ich mir offen gehalten. Vielleicht wenn meine Gruselgeschichte fertig ist. Es kribbelt in den Fingern, aber das wird bestimmt keine leichte Geschichte….also noch bisschen aufgeschoben ;-)

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      1. Okay, dann bin ich gespannt wie es weiter geht. Irgendwann. Vielleicht springt der Funke ja doch noch über. Ne, glaub ich ich auch nicht, dass die leicht wird.

        LG Corly

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