Dystopie, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 2 – Wach auf!- Rette uns!

schreib mit mir...Wieder hat uns Jette eine besondere Szene dargestellt. Mal sehen was ich da für Ideen dazu haben werde. Ich lasse mich dann mal treiben. Vielleicht wache ich ja auch auf.

Setting:

Dein/e Protagonist/in liegt schon seit 30 Jahren im Koma. Seine/Ihre Familie hat nie aufgegeben. Plötzlich sieht der/die Patient/in eine Nachricht in seinem Komatraum.

„Wenn du das hier lesen kannst: Du liegst schon seit 30 Jahren im Koma. Wir probieren eine neue Technik aus. Wir haben keine Ahnung wo in deinem Traum diese Nachricht auftauchen wird, aber wir hoffen, dass wir durchkommen. Wir brauchen dich hier. Bitte, wach auf.“

Berichte von dem Traum.

Wacht der/die Protagonist/in auf? Gibt es noch mehr Träume? Wenn er/sie aufwacht was erwartet ihn dann?

Gegenstände:

Eine Zeitung, ein verlassener Raum, ein Pflaster


Ich bin so gar nicht fit im Sci-Fi Sektor. Aber das hat einfach zu gut gepasst. Dazu muss ich sagen, dass ich heute Zoo Staffel 2.1 gestartet habe und tief inspiriert war ;-) Und mich kotzt die Politik und alles was damit zusammen hängt ziemlich an. Auch die Menschen, die einem im TV so begegnen – all das hat mich richtig in Stimmung gebracht. Lasst Euch in meine Apokalypse entführen. Und – geniesst das Leben. In 30 Jahren könnte es schon vorbei seinn ;-)


 

 

Ich schwebe durch die Gegend, durch die Zeit, durch – ja – durch was? Ich fühle mich, als würde ich in Watte leben. Die Töne erreichen mich als würde ich unter Wasser sein. Ein verlassener Raum. Ich fühle mich irgendwie einsam.

Aber nicht schlecht einsam. Gibt es ein gutes einsam? Ich weiss nicht. Einsam habe ich immer negativ behaftet. Aber ich fühle mich nicht negativ. Fühle ich überhaupt was.

Ich schaue an mir herunter. Da – am Arm ist ein Pflaster. Ich werde gleich wissen ob ich was fühle. Mit einem Ratsch reisse ich mir das Pflaster ab. Wie meine Mutter es immer tat. Und ich spüre nichts. Wieso spüre ich nichts. Bin ich tot? Könnte ich als Toter noch denken – weiss man als Toter, dass man tot ist. Was ist der Tot überhaupt? Ach so viel Fragen. Wird sie mir jemand beantworten. Warum ich nicht. Kann ich überhaupt reden. Bin ich schon geboren. Oder schwimme ich in meiner Mutters Leib?

Es ist wirklich seltsam. Ich kann  Geräusche hören. Ich verstehe aber nichts. Kann keine voneinander unterscheiden. Es ist wieder wie unter Wasser.

Hm? Was ist das – Da steht was in der Zeitung.

„Wenn du das hier lesen kannst: Du liegst schon seit 30 Jahren im Koma. Wir probieren eine neue Technik aus. Wir haben keine Ahnung wo in deinem Traum diese Nachricht auftauchen wird, aber wir hoffen, dass wir durchkommen. Wir brauchen dich hier. Bitte, wach auf.“

Hä? Was meint die Nachricht. 30 Jahre im Koma? Wie alt bin ich – Ich bin doch erst 30 – bin ich jetzt 60? Also lebe ich? Ja aber ist Koma leben? Warum liege ich denn im Koma?

Wer braucht mich? Meine Familie? Ja wer denn sonst? Neue Technik. Welches war die alte Technik? Ich verstehe nicht, ich bin müde. Ich will schlafen. Aber ich schlafe doch schon seit 30 Jahren. Ich will einfach weiterschlafen. Was soll mich schon erwarten? 30 Jahre. Alles wird sich verändert haben. Wieso soll ich es wollen – Wach werden. Ist mir doch egal wenn mich jemand braucht. Die letzten 30 Jahre hat mich auch keiner gebraucht.

**

„Sehen sie. Die Hirnströme. Er scheint zu reagieren. Er ist aufgewühlt. Etwas beschäftigt ihn. Vielleicht funktioniert es.„

„Erklären sie doch noch mal für Nicht-Mediziner was sie gemacht haben und was sie sich versprechen. Und vor allem, warum haben sie ihn ausgewählt? Ist er entbehrbar?  Oder besonders wichtig. Sonst hätten sie es doch an einem Kind ausprobieren können, oder? Doktor?“

„Natürlich Frau Winzer. Es passt alles, was sie angeführt haben. Und ich bin auch sehr dankbar, dass ihre Organisation die Gelder für die Forschung zur Verfügung stellt. Der Mann vor uns ist sowohl entbehrbar  als auch wichtig. Entbehrbar insofern, dass er schon seit 30 Jahren nicht mehr lebt.“ Doktor Fritz stellte „lebt“ in Finger-Gänsefüsse. Wie sollte er erklären, dass dieser Mann hier die Welt retten könnte. Er war der einzige Mensch, der geheimes Wissen in seinem Gehirn versteckt hatte. Durch diese Methode sind sie selbst erst auf die Idee gekommen es an Koma Patienten anzuwenden.

„Wir haben ein Implantat in das Wahrnehmungszentrum des Gehirns gesetzt. Es stimuliert die visuelle Wahrnehmung des Patienten. Allerdings muss es – je nach Länge des Komas – einige Zeit laufen. 30 Jahre ist eine lange Zeit. Und das Gehirn war in der Zeit nicht gefordert. Es muss also, quasi, wieder erweckt werden. Es muss animiert werden, wieder zu funktionieren. Und dazu haben wir dieses Implantat entwickelt, das es ermöglicht in die visuelle Wahrnehmung des Patienten einzugreifen. Ihm so Nachrichten zukommen zu lassen.“

„Aber warum hat das 30 Jahre gedauert, das zu entwickeln? Mit dem heutigen Wissen und der heutigen Technik?“

„Dieses Implantat arbeitet im Nanosektor. Es war uns nicht vorher möglich diese Nanozellen so zu programmieren, dass wir das Gehirn steuern können. Sie wissen – das Gehirn ist sehr komplex. Da kann man nicht einfach einen Stecker einstecken und alles läuft wieder.“

„Gut – jetzt müssen sie mir noch verraten, warum ihn. Warum Herr Rack? Was ist so besonders an ihm?“

„Frau Winzer. Wie sie wohl am besten wissen, steht die Menschheit vor der Ausrottung. Und Herr Rack hat das schon vor 30 Jahren voraus gesagt. Er hat es nicht spezifiziert. Aber er hatte schon die ersten Anzeichen gesehen, dass die Menschheit stirbt. Nicht stirbt im klassischen Sinn. Sondern ins Koma fällt. Er hat anhand von Tierversuchen festgestellt, dass die künstlich hergestellten Lebensmittel starke Auswirkungen auf unser Gehirn haben. Es irgendwie zersetzen. Haben sie nicht gemerkt – die Jugend – vor 30 Jahren waren sie schon nicht mehr imstande sich normal auszudrücken. Kommunikationen wurden fast vollständig eingestellt. Sie schauten nur noch auf ihre Handys und Tabletts. Terroristische Organisationen haben das für ihre Zwecke genutzt. Sie haben die Strahlen, die von den Geräten ausgingen umgewandelt. Die Lebensmittel in Verbindung mit den Strahlen, hat bei Teenagern schon zu ersten Ausfällen beigetragen. Alle dachten das käme vom Koma-Saufen. Ja – die gab es natürlich auch. Aber viele sind einfach ins Koma gefallen, weil das Hirn sich angefangen hat zu zersetzen. Nur im Koma war das aufzuhalten.

Dr. Rack hat das entdeckt und die Lösung gefunden. Anhand der Nanoimplantate wollte er diesen Schritt aufhalten. Aber dann ist er selbst ins Koma gefallen. Wir gehen davon aus, dass er künstlich in ein Koma verlegt wurde. Sie haben es wie einen Schlaganfall aussehen lassen. Aber die medizinischen Tests ergaben, dass dies nicht so war. Er wachte nie wieder auf. Aber er hat unschätzbares Wissen in seinem Gehirn versteckt. Damit könnten wir den Zerfall aufhalten. Vielleicht sogar rückgängig machen. „

„Doktor Fritz. Das klingt mir wie aus einem Groschen-Science-Fiktion-Roman. Aber ich weiss was sie meinen. Die Menschen werden aussterben. Aber sagen sie. Wenn Doktor Rack wieder erwacht. Meinen sie er könnte die angefressenen Gehirne neu programmieren?

Sagen wir: Menschlichkeit, Naturverbundenheit, Habgier und Neid abschwächen. Wenigstens abschwächen. Ganz abschaffen wäre nichts, das wäre zu sehr manipuliert. Aber so paar Grade feinschleifen?“

„Fragen sie ihn selbst – er wacht auf.“

Sie drehten sich zu Doktor Rack um.

Was schauten sie mich denn so an? Sehe ich alt aus. Ich sehe bestimmt alt aus. Ein 60 jähriger Mann. Na toll. Ein 60 jähriger im Geiste eines 30 jährigen. Verdammt. Mein Körper wird nicht mehr mithalten können. Und die Frauen. Da brauche ich ja wohl gar nicht zu fragen. Was wollen sie schon mit so einem alten Knacker. Mist.

„Wer hat mich aufgeweckt? Und warum?“

„Doktor Rack – Willkommen zurück. Willkommen im Leben. Ich bin Doktor Fritz und das ist Frau Winzer.“

„Scheiss drauf. Was wollten sie von mir. Ich soll doch bestimmt den Karren aus dem Dreck holen. Verdammt. Dabei hatte ich mich so toll ins Koma begeben. Na gut lässt sich nicht mehr ändern. Jetzt bin ich wieder wach. Also erzählen sie.“

Und sie erzählten ihm und er schüttelte den Kopf.

„Meinen sie wirklich die Menschheit ist es wert gerettet zu werden? Wir haben schon öfter den Zorn Gottes auf uns gezogen aber nichts daraus gelernt. Und ich soll jetzt Noah spielen und uns retten. Nein. Nein – es tut mir leid. Unsere Zeit ist gekommen. Lassen wir einfach los.“

„Aber Doktor – meinen sie  nicht, es gibt immer Menschen die es wert wären gerettet zu werden?“

„Auf jeden Fall. Aber die werden ja nicht gerettet. Ich wette mit ihnen  – Frau Winzer – sie haben das Geld für die Forschung nicht einfach aus Menschenliebe gegeben. Ich wette sie haben alle „nützlichen Menschen“ schon sicher verwahrt und warten nur auf meine Heilung. Scheiss drauf. Nein meine Liebe. Da haben sie auf´s falsche Pferd gesetzt. Ich spiele nicht nur Noah – ich spiele Gott. Und ich bringe die allvernichtende Sinnflut mit mir.

Es ist aus. Und ich hoffe keiner wird es überleben. Stellt euch eine Welt ohne Menschen vor – die Tiere können leben und werden nicht ausgenutzt und ausgebeutet. Die Natur wird sich erholen. Keine Machthaber, die ständig ihren Finger auf irgendwelche roten Knöpfe halten. Gott hat damals schon bereut, den Menschen erschaffen zu haben. Es wird Zeit seinen Fehler zu beheben. In diesem Sinne. Gehabt euch wohl.“

Doktor Rack nahm das Skalpell und so schnell das keiner eingreifen konnte zog er es sich über den Hals und verlies erneut diese Welt. Für immer. Und mit ihm ging die Hoffnung auf Überleben.

ENDE

 

 

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8 Gedanken zu „Schreib mit mir Teil 2 – Wach auf!- Rette uns!“

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