[Story-Samstag] Lauschangriff

Was ist der Story-Samstag? 

Der Story-Samstag hat nur zwei einfache Regeln: Tante Tex gibt ein kleines Thema vor. Und wir haben die Möglichkeit ganz kreativ darauf mit einem geschriebenen Beitrag – egal ob als Gedicht, Abhandlung, Erzählung, Witz oder sonstiger literarischer Art – zu reagieren. Man hat immer zwei Wochen Zeit um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen…

Diese Aufgabe war eine echte Herausforderung. Ich komme nicht oft genug in die Öffentlichkeit um Gesprächen zu lauschen und wenn – dann vergesse ich das wieder ganz schnell wenn es nicht so skurril ist, dass ich es meinem Mann erzähle. Wie einmal beim Fressnapf – das wäre auch eine Geschichte gewesen. Da stand ich hinter einer Hundebesitzerin. Und die Verkäuferin wollte ihm ein Leckerchen geben, hat aber gefragt. Da sagt diese Frau – „Ach eigentlich eher nicht – ich will nicht, dass er anfängt immer sein Pfötchen zu heben um etwas dafür zu bekommen.“??? Das machen unsere auch ohne, dass sie was zu fressen bekommen. Die wollen dann einfach nur gestreichelt werden. Nun ja…Aber ich habe dann doch mal gelauscht und nicht vergessen.


Ein Fetzen im Kaffeeraum auf der Arbeit

Sie hat ein Sockenproblem…

Mein zweiter Lauschangriff

Ein Gesprächsfetzen, den ich bei einem Telefongespräch auf der Arbeit mitbekam.

Ich kann mir keine Leute aus dem Arsch ziehen…

Da lief sie so am Strand entlang und betrachtete die Wellen, wie sie sanft ihren Ausklang am Ufer fanden. Der Himmel war düster. Es würde bestimmt bald anfangen zu regnen. Regen am Strand. Sie liebte das. Aber was sollte sie nur machen. Wenn sie hier blieb und nass wurde könnte das verheerende Folgen haben.  Sie würde nasse Füsse bekommen. Und in letzter Zeit hatte sie fast nur noch einzelne Socken in der Schublade. Aber sie liebte es doch so. Manchmal fand sie einen verlassenen Platz unter den Bezahl-Schirmen mit Liege. Diese Schirme waren wasserdicht. Und wenn es regnete war ja keine Aufsicht dort. Aber heute konnte sie keinen entdecken. Überall lagen diese Socken verteilt auf den Liegen. Was sollte das denn? Da fiel es ihr ein. Sie hatte Letzt einen Artikel in der Zeitung gelesen. Da stand etwas. Vielleicht bekam sie es ja zusammen. Da stand „Sie haben ein Sockenproblem? Ständig frisst ihre Waschmaschine ihre Socken. Sie können sich das nicht erklären? Forscher haben herausgefunden…lesen sie weiter auf Seite 3. Hätte sie mal auf Seite 3 weiter gelesen. Aber sie konnte sich noch etwas erinnern – irgendwas stand da, dass die Waschmaschinen mit den Socken schon ein Leben lang einen Zwist austrugen. Die Socken beschwerten sich immer, dass sie gezwickt wurden von den anderen Kleidungsstücken. Angeblich würden die Socken immer so stinken. Das wollten sich die Socken nicht mehr gefallen lassen und da sie ja immer in Paaren auftraten fingen sie an sich gegen diese Verleumdungen zu wehren. Da griff irgendwann die Waschmaschinenlobby in den Kampf ein und trennte die Rebellen. Jedes Mal wenn also ein Sockenpaar rebellisch wurde, schnappte sich die Maschine einen Teil um diese beim  Schleudern durch eine Art Waschmaschinen- Wurmloch hinaus zu schleudern. Jetzt wusste sie wo die einsamen Socken landeten. An diesem Strand. Sie sah es ein. Ihr Lieblingsstrand wurde okkupiert – Sie hatte ein Sockenproblem. Aber vielleicht – wenn sie durch die Reihen der traurig hängenden Socken lief, würde sie vielleicht welche finden, die ihr gehörten. Also packte sie sich und fing an gemütlich die Socken zu beobachten. Aber sie merkte, das wäre eine Aufgabe für mehrere. Was sollte sie tun. Da fiel ihr was ein. Wenn die Waschmaschine in der Lage war ein Wurmloch zu öffnen – vielleicht könnte sie das auch – Also kein Wurmloch – aber vielleicht – hm…schnell ging sie hinter einen Strandkorb. Sie bückte sich – rüttelte sich und drückte. Erhob sich wieder – sprang auf und ab – dann dachte sie, wenn sie vielleicht von der Liege springen würde. Also kletterte sie auf die Liege und sprang. Das machte sie mehrere Male. Danach bückte sie sich und drückte und drückte. Aber sie sah es ein. Ein Gedanke schlich sich in ihren Kopf: „Ich kann mir keine Leute aus dem Arsch ziehen!“ Also kam sie hinter dem Strandkorb wieder hervor – schüttelte sich noch mal – straffte die Schultern und ging auf die Suche nach ihren vermissten Socken.

Ende

 

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