Geschichtenzauber

[Story-Samstag] Mutter – Gedanken einer Mutter

Der Story-Samstag hat nur zwei einfache Regeln: Tante Tex gibt ein kleines Thema vor. Und wir haben die Möglichkeit ganz kreativ darauf mit einem geschriebenen Beitrag – egal ob als Gedicht, Abhandlung, Erzählung, Witz oder sonstiger literarischer Art – zu reagieren. Man hat immer zwei Wochen Zeit um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen…

storysamstag

Der Muttertag lag endlich hinter uns. Ich liebte meine kleinen Würmer, aber dieser spezielle Tag, der für uns gedacht ist, bedeutete im Endeffekt meist mehr Arbeit als jeder andere. Ich werde mit Frühstück überrascht, in dem noch die Eierschalen in den Eiern schwimmen, der Kaffee mehr Wasser als Kaffee ist und die Pancakes eher auf dem Küchenboden als  auf dem Teller verteilt sind. Meine kleine ist so süss. Sie ist vor dem Muttertag immer so aufgedreht. Da wird Glitzer und Glimmer aus der Bastelkiste geholt und im ganzen Zimmer verteilt um mir eine hübsche Karte zu basteln. Am besten packe ich sie dann aus, denn das meiste davon ist auf ihr und ihren Haaren. Das bleibt dort bis zum nächsten Fasching. Aber sie beim Basteln zu beobachten ist mehr wert, als ihre süsse Karte. Sie sitzt auf dem Boden und die kleine rosa Zungenspitze arbeitet sich einen Weg durch die Lippen. Dies Konzentration – da könnte ich sie einfach schnappen. Ganz anders ihr Bruder. Der Stammhalter. Er ist jetzt schon aus dem Alter um sich bei seiner Mutter Liebkind zu machen. Mütter sind jetzt peinlich. Aber ich bin gerne peinlich. Wie oft schon, hat er mich geärgert und ich habe ihn dann am nächsten Tag im Schlafanzug und Lockenwickler in die Schule gefahren. Nicht  genug mich durchs Fenster zu sehen. Nein, nein. Ich steige natürlich aus um ihn noch einen Kuss auf die Wange zu drücken. Natürlich mit rot geschminkten Lippen. Strafe muss sein. Er ist gerade in der Phase die selbstgemachten Gutscheine zu entwerfen. Ein Kuss, Geschirr weg räumen, Staubsaugen, Aufräumen, ohne Murren schlafen gehen. Er denkt jedes Mal ich würde sie nie nutzen. Ha – und ob ich das mache.  Ich liebe die Zeit vor dem Muttertag am meisten. Denn ich sehe, wie sich meine Familie Gedanken macht um mir einen schönen Tag zu bereiten. Ich liebe das.

Den Muttertag hasse ich. Denn nichts gelingt, und ich muss nett und lieb sein. Ich muss die verunglückten Karten an den Kühlschrank heften und hoch loben, dabei denke ich nur an den im ganzen Haus verteilten Glimmer und Kleber. Die Gutscheine lächelnd entgegen nehmen, obwohl ich weiss, dass  sie halbherzig sind und mir meine Rache dazu schon überlegen. Mein Mann – er gibt sich Mühe, das meiste wieder auszubügeln. Nun – die Mühe zählt. Das ungeniessbare Frühstück muss ich loben und essen. Dann aufstehen, mich zu Recht machen um dann die Küche aufzuräumen. Aber die Freude in den Augen der Kinder, wenn ihre Geschenke  angeblich ankommen. Unbezahlbar. Dafür liebe ich den Muttertag.

Vielen Dank an meine Mutter, all dies ertragen zu haben.

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7 thoughts on “[Story-Samstag] Mutter – Gedanken einer Mutter”

    1. Danke – ja ist bisschen schwierig als nicht Mutter da was zu basteln…ich habe mich dann eher an Filme und Serien orientiert…und an meine Mutter gedacht, wie sie es vielleicht empfunden hat…hihihi…

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