Geschichtenzauber

Schreibkicks – Hitze – Der Azubi

Schreibkicks-blau1

Schreibkicks. Hier wird von Sabine immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird.

Dieses Mal ist das Thema für den 1.6.

Hitze

Mit dabei sind:

Das Schreibkick-Thema für den 1.7.2017 lautet: Abkühlung

Wie es halt bei Hitze so ist, man kann leicht durchdrehen. Obwohl es bei uns meist noch wechselhaft ist, habe ich schon etwas von dem Durchdrehen hier niedergeschrieben :-). Natürlich verherrliche ich hier keine Menschenausrottung 😉


Der Azubi.

„Was zum Teufel, hast du jetzt schon wieder gemacht?“

„Ähm. Nix?“

„Und warum bitte schön ist der Vulkan angeschaltet?“

„Ähm – Unfall?“

„Meine Güte. UNFALL?“

„Schrei doch nicht so. Ich kann ganz gut hören.“

„Wenn du gut hören könntest, wäre dieser „Unfall“ nicht geschehen. Habe ich dir nicht gesagt, Finger weg? Nichts anfassen?“

„Äh – jaaaa? Ich glaube, so etwas hast du gesagt. Aber….“

„Halt die Klappe – von wegen aber. Wie sollen wir denn das jetzt hinbekommen. Die Hitze vertragen diese Menschenteile nicht so gut. Und die Asche – weisst du eigentlich wie lange das dauert, bis die Reinigungstruppe diese fiese Asche beseitigt hat. Ach, ich war schon die ganze Zeit dagegen, irgendwelche Azubis hier reinzulassen. Diese Jungen Dinger hören doch nie zu.  Aber hat jemand auf mich gehört? Nein. Jetzt haben wir das Problem. Das wird wieder Beschwerdebriefe geben. Ich kann es schon vor mir sehen.

Lieber Herr Vulkanbetreiber. Wir hatten doch einiges gezahlt, dass diese Ungeheuer von ihnen kontrolliert werden. Und warum, bitte schön, ist nun wieder einer ausgebrochen? Sorgen sie dafür, dass der Vulkan umgehend abgeschaltet wird.  Sonst wird das Konsequenzen nach sich ziehen.

Ja liebe Sesselpupser.  Ein Vulkan lässt sich nicht so leicht ausschalten.  Da ist er eigen.  Einmal aktiviert will er zu Ende spielen.  Und gerade mein Vulkan ist so verspielt. Er liebt es einfach seine rotglühenden Brocken durch die Gegend zu spucken. Und sein liebstes ist es ein Menschenteil zu treffen. Die brutzeln so schön.  Vor allem die mit diesen grossen Sonnenhüten und weissen Beinen, die irgendwie ihr Gepäck unter den Kleidungsstücken tragen. Diese Trommeln müssen sehr hinderlich sein, aber die brutzeln – herrlich. Mrmrremrm – räusperte ich mich. Gut, dass man meine Gedanken hier noch nicht irgendwie scannen kann. Der Magnetismus, des Vulkans verhindert das. Puh. Nicht auszudenken, wenn sie das gehört hätten.

„So. DU! Was machen wir jetzt. Ich habe einen der verspieltesten Vulkane, der noch ein kleiner Welpe ist. Wenn er könnte würde er sich sofort loslösen und Hitzekugelspuckend durch die Gegend hüpfen. Den kann man nicht so einfach wieder bändigen. DUUUU! Du kommst jetzt mit mir. Schliesslich bist du der Azubi. Du darfst jetzt die Drecksarbeit machen. Das hast du jetzt davon. Lehrjahre sind halt mal keine Herrenjahre. Auf, auf. Und glaub nicht, dass du dich wegen schlechter Behandlung beschweren kannst. Wenn du auf die Berufsschule für Vulkanbetreiber kommst. Pah. Glaub nur nicht. Wir sind alles alte Hasen und wissen, was es bedeutet einen Vulkan wieder zu stoppen.“

Ich musste mich schwer zurückhalten, den Lümmeln nicht an seinen roten Ohren zu schnappen und hinter mir her zu ziehen. Aber das würde ihm eine Lehre sein. Lernen durch Schmerzen – hat mein Mentor immer gesagt.

Als wir am Vulkan-Maschinenraum ankamen war es schon sehr warm. Aber nichts gegen die Hitze, die uns in dem Raum erwarten würde. Wenn sie erst mal angeschaltet wurden, lebten sie wirklich alles aus. Hitze, Asche, Lava, das ganze Programm.

Ich zog den hitzebeständigen Anzug an und stopfte den Azubi in einen ähnlichen, der etwas dünner war. Es würde ihn nicht verletzen – das darf ich ja nicht. Aber er würde ganz schön ins Schwitzen kommen. Harharhar.

„So, Bub. Jetzt lernst du mal meinen kleinen kennen. Hallo Junior. Na hast du Spass?“

Als Antwort blubberte der Vulkan und es lösten sich kleine Bläschen aus seiner Lava. Ich liebte den kleinen Furz. Oh – und ob ich ihn Furz nannte – denn seine Ausdünstungen stanken furchtbar. Faule Eier hoch Hundert. Ach hatte er Spass. Ich wollte ihm ihn noch etwas lassen. Denn durch die Menschenteilevereinigung ist es mittlerweile untersagt die Vulkane anzuschalten. Deswegen sind sie oft deprimiert. Manchmal sind sie so sauer, dass sie vor sich hin dampften. Und ganz düstere Gestalten kann man nicht bändigen, die spuken einfach, wenn sie zu lange still halten müssen. Aber bei so jungen wie meinem, kann man das vielleicht noch trainieren. Er kennt diese Freiheit nicht, einfach auszubrechen. Er ist erst nach der Verordnung geboren. Aber die richtig Alten. Ohohwow. Die sind übel. Deren Betreuer sind die Helden. Sie sind schon so lange dabei. Keiner weiss, wie alt sie überhaupt sind. Aber wenn mal ein Alter ausbricht, dann ist das immer ein Spektakel. Wenn sie versuchen ihn wieder einzufangen. Ein Erlebnis sag ich euch. Aber ich bin froh, einen so putzigen zu haben.

„Hei, Junior. Mein kleiner. Ich muss dich jetzt wieder schlafen legen. Du weiss doch, dass diese Menschenteile es nicht so gerne haben, wenn sie mit Hitze bespuckt werden.“

In dem Moment verdunkelte sich der Raum. Es war, wie wenn die Sonne ausgeschaltet wurde. Das Strahlen erlosch. Es brach mir fast das Herz den kleinen zu bändigen. Aber es musste sein. Wenn wir Betreiber, die Vulkane nicht bremsten, würden sie irgendwann mit Gewalt gelöscht werden. Und das wäre undenkbar.

„So, Azubi. Komm her. Du musst jetzt hier rein krabbeln. Da in diese kleine Öffnung. In den Tunnel. Ja – auf. Nur nicht schüchtern. Du bist schliesslich in Ausbildung, da musst du alles lernen. Und da du ja verantwortlich bist – schlüpf hinein in das Warme – Gut. Siehst du den Knirps da sitzen? Ja – das ist der kleine Vulk. Den musst du jetzt streicheln und knuddeln. Bis er sich beruhigt. Ich kann dir sagen, sei froh, dass dir das bei mir passierte – bei einem alten Vulkan – Uff – das wäre eher ein Rodeo. Also setzt dich neben den kleinen und spiel mit ihm.“

„Chef – hier ist es verdammt heiss drin. Ich halte das nicht aus. Und Vulk beachtet mich gar nicht. Wie soll ich ihn denn streicheln. Er ist so heiss.“

Hähähä. Ja ich weiss, das ist ja das Schöne. „Der Anzug wird dich vor dem Schlimmsten schützen. Und wenn er sich wieder etwas beruhigt, dann wird er auch abkühlen. Kennst du Schlaflieder? Dann sing ihm was vor. Das funktioniert ziemlich gut, dann schläft er ganz schnell ein.“ Oder man drückt einfach auf diesen Knopf und der kleine Vulk – schläft ein, da er durch das Spucken eh schon total übermüdet ist. Hähähä – Aber Strafe muss sein. Dieser Schutzmechanismus wurde vor Jahren eingeführt. Aber trotzdem war es einfach Glücksache, dass es wirkte. Wenn der Vulk sehr aufgedreht war, half auch der Notfallknopf nicht. Einfach wie Lotto. Es war nicht immer leicht sie wieder zu bändigen.

„Ich komme in etwa einer Stunde wieder.“ Damit liess ich die beiden alleine.

Ich kam etwa eine Stunde später wieder und sah nach den beiden. Ich war wirklich erstaunt. Der Vulk hatte sich zurückgezogen und hatte aufgehört mit den Menschenteilen zu spielen. Er war beruhigt. Ich schaute durch eine Öffnung in den Raum, in dem sich Vulk mit dem Azubi befanden und ich war wirklich gerührt. Der Azubi sass neben Vulk und dieser hatte sich hingelegt. Sich richtig gehend eingedreht. Er schlief. Wir hatten ein Naturtalent. Ich war begeistert. Ein Neuer, der es irgendwann auch mal mit den Alten aufnehmen könnte. Aber hier bei Vulk hatte er einen Freund für´s Leben gefunden.

Die Jahre über, die der Azubi bei mir verbrachte, fand ich ihn immer öfter bei dem kleinen, mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen Vulk. Sie hatten es irgendwie hinbekommen, dass Vulk spielen konnte, ohne auf zu fallen. Sie nutzen die Dunkelheit. Der Azubi, der eigentlich Max hiess, hatte es geschafft, den Vulk zu beschäftigen ohne dass er gefährlich wurde. Hier wuchs die neue Generation an Betreibern und Vulks heran.

Ich verliess die beiden und betrat meine kleine  Wohnung. Im Internet trafen wir Betreiber uns auf einer Vulkanplattform. Ich berichtete von meinem Max und meinem Vulk. Das war eine Diskussion!

Ich der Zwischenzeit sassen Vulk und Max beisammen und chatteten ihrerseits mit den anderen Vulks. Und, ohne dass wir es mitbekamen wurde eine kleine Vulkanverschwörung gestartet. Die Welt sollte den Vulks und ihren Vulkanen gehören. Sie würden die Welt mit Hitze überschwemmen. Endlich wollten sie wieder frei sein. Freiheit für die Vulks.

ENDE

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14 thoughts on “Schreibkicks – Hitze – Der Azubi”

  1. Das ist ja mal ne Geschichte und dann so ein wahrscheinliches Ende!? So ist das mit den Unterdrückten, irgendwann ist der Bock fett, dann ist Schluss mit lustig.
    Gefällt mir diese irre Geschichte mit und um Vulkane herum. Keine Ahnung, ob ich so viel Fantasie aufbringen könnte.
    Ich denke mal über Abkühlung nach.
    Weitermachen!!!!!

    Gefällt 1 Person

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