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Ich erinnere mich … Eine Schreibübung

Frau Vro´s Muse inspiriert uns dieses Mal ebenfalls.

Das erste Mal auf diese Idee aufmerksam wurde sie bei Anita von der Textweberei. Die Idee selbst stammt von Michael Staravic, bei dem sie einen Schreibworkshop gemacht hat. Und so geht’s:

Ihr beginnt mit „Ich erinnere mich, …“ und schreibt die erste Erinnerung auf, die euch einfällt. Die nächste Erinnerung betrifft ein Ereignis, das niemals stattgefunden hat und nur eurer Fantasie entspringt. Danach kommt wieder eine tatsächliche Erinnerung und danach eine erfundene. So geht das zehn Sätze lang


Das war eine interessante Übung, die doch bisschen  mehr über sein Inneres verrät, als man selbst so denkt. Manches klingt so verbittert, wie ich tatsächlich noch bin. Sehr spannende Sache.

1 – Ich erinnere mich an mein Vorstellungsgespräch bei  meiner jetzigen Firma. Ich war sehr nervös und nicht sicher, dass ich länger als ½ Jahr dort bleiben wollte. Die Uhrzeit war unmenschlich. 19 Jahre später ist die Uhrzeit immer noch unmenschlich und ich habe den Absprung versäumt.

1 – Ich erinnere mich dass ich auf den Himalaya stieg und als Erste die Fahne in den Gipfel stiess. Es war ein berauschendes Gefühl, von dem ich meinen Enkeln heute noch erzähle.

2 – Ich erinnere mich als wir unseren Rüden geholt haben. Mein Mann hat ihn im Auto geholt und ich hatte ihn eingeholt. Ich sass auf dem Roller und konnte den kleinen süssen Fratz bewundern, ich konnte es kaum abwarten ihn zu knuddlen. 13 Jahre später liebe ich es immer noch ihn zu knuddeln.

2 – Ich erinnere mich an meine Insel, die ich für uns gekauft habe. Sie ist  mittlerweile erschlossen und auch dem Internet angeschlossen. Von dort aus blogge ich das relaxte Inselleben. Ich liege in der Hängematte unter meiner Lieblingspalme und schlürfe leckere Cocktails.

3 – Ich erinnere mich an die Suche nach einem passenden Haus für uns und die Hunde. Haus für Haus haben wir uns angeschaut. Dann endlich das perfekte für uns gefunden. Wichtig war uns, dass die Hunde sicher im Hof bleiben können. Wir waren unwichtig.

3 – Ich erinnere mich an den Flug ins Weltall um festzustellen, dass alles Lüge ist, was uns die Medien und Schulen beigebracht haben. Die Erde sieht ganz anders aus, als wir es gezeigt bekommen.

4 – Ich erinnere mich wie Glücklich ich war, als ich die Zulassung für die Uni bekam. Es war im Nachbarort und ich musste weder umziehen noch einen neuen Job suchen. Ich war so happy. Ein anderes Leben sollte starten.

4 – Ich erinnere mich an meine erfolgreiche Doktorarbeit, die bahnbrechende Erkenntnisse hervorbrachten. Ich werde in mehreren Fachzeitschriften erwähnt und mein Fachbuch ist in den Lehrstoff aufgenommen worden.

5 – Ich erinnere  mich an unseren ersten Neuwagen. Den haben wir gekauft, damit wir nicht irgendwo unterwegs auf den Weg zu Arbeit liegen bleiben. Da war es uns noch wichtig.

5 – Ich erinnere mich, dass es eine Entschuldigung des Arbeitgebers für seine Handlung gab. Eine öffentliche Entschuldigung vor der gesamten Belegschaft um und zu rehabilitieren.

6 – Ich erinnere mich an meine Reise nach Ägypten. Ich war so beeindruckt von den Bauwerken und der Geschichte. Noch Jahrelang danach habe ich alles darüber gelesen und ständig die Bilder betrachtet.

6 – Ich erinnere mich,  dass meinem Schwiegervater einen neue Lunge eingesetzt wurde, genauso gerecht wie bei Roland Kaiser.

7 – Ich erinnere mich daran, wie mein Mann mich nach  meinem Namen gefragt hatte und ich wusste, dass er mich bald nach einem Date fragen würde. Eigentlich wollte ich damals keinen Freund haben, aber ich konnte dem netten Kerl einfach keinen Korb geben. 17 Jahre später freue ich mich über diese Entscheidung

7 – Ich erinnere mich, dass ich den Weltrekord im Schwimmen gebrochen habe. Ich wurde ins Guinnessbuch der Rekorde eingetragen und kann kleinen Kindern das Schwimmen beibringen.

8 – Ich erinnere mich an eine Exkursion von der Uni aus und ich war immer das Schlusslicht, da      bekam ich, nicht das erste mal, das Gefühl, dass Studieren doch nicht so das richtige für mich war.

8 – Ich erinnere mich, dass ich im Dunkeln durch die Strassen laufe und sich ein Portal öffnet um   mir zu zeigen wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich bei manchen Abzweigungen den anderen Weg gewählt hätte.

9 – Ich erinnere mich an die Weihnachtstage bei denen ich mit meiner Mutter Plätzchen backte. Sie hat das wirklich nur für mich gemacht, denn sie hasst es zu backen.

9 – Ich erinnere mich an meine Reise um die Welt. Ich habe alles wichtigen Sehenswürdigkeiten betrachtet und vor allem die gesamte Chinesische Mauer abgelaufen.

10 – Ich erinnere mich an unsere Fahrt nach München mit unserem Dackel, der leider schon 12 Jahre tot ist. Es war so toll. Die Bayern lieben einfach Dackel. Ständig wurden wir angesprochen wegen des Prachtexemplars von einem Dackel. Er hat das gespürt, irgendwie ist er noch stolzer als sonst vor uns her gelaufen.

10 – Ich erinnere mich an mein Leben in der Vergangenheit. Die breiten Hüften, auf denen ich die Kinder und die Körbe transportierte, habe ich in mein heutiges Leben mitgenommen.

 

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6 Gedanken zu „Ich erinnere mich … Eine Schreibübung“

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