Geschichtenzauber

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #1

Jette hat auf ihrem Blog Offen Schreiben eine ganz tolle Aktion. Mit Hilfe einiger Eckpunkte können wir Geschichten schreiben. Sie stellt uns die Szenarien und wir schreiben dazu eine Geschichte.

Diese hier hat mich sofort in den Bann gezogen. Und ich habe mich richtig ausgelassen. Es ist also wesentlich länger geworden, als ich geplant hatte. Auch habe ich hier das erste Mal geplottet. Sonst habe ich immer einfach los geschrieben. Ich erkenne nun den grossen Vorteil. Selbst wenn man es sich fest vornimmt, kommt man nicht immer zum schreiben – oder ein anderer Text kommt dazwischen – sich dann aber schon seine Ideen notiert zu haben war extrem hilfreich um entspannt weiter schreiben zu können. Ausserdem habe ich meinen allerersten Klappentext geschrieben 😮


Meine Geschichte umspannt 19 Kapitel. Ich würde mich freuen wenn mir meiner kleinen Fantasygeschichte folgen wollt.

Jetzt kommen erstmal die Vorgaben von Jette.

Setting:

Dein/e Protagonist/in steht in einem Raum, an einer Wand. Der Boden besteht aus zerbrochenen Spiegeln. In der Mitte des Raumes steht eine blonde Frau. Sie schaut auf den Boden und sieht unglaublich traurig aus.

Was tut dein/e Protagonist/in? Was ist mit der Frau? Was hat es mit dem Boden auf sich?

Gegenstände:

Eine Handtasche, ein Rock, ein Splitter

Charaktere:

Das Mädchen in der Mitte des Raumes

Name: Mary

Haarfarbe: aschblond, langes Haar

Augenfarbe: große, braune Augen

Größe: durchschnittlich groß

Körperbau: schlank


Klappentext.

Eine dunkle Bedrohung zieht auf als die kleine Mary aus ihrem Zimmer entführt wurde. Wird es Janis und Arlo gelingen sie und dadurch ihre Welt vor der bösen Königin zu retten. Gemeinsam  mit ihren Verbündeten ziehen sie auf in den Krieg gegen Gut und Böse. Auf dem Weg der Rettung begegnen sie auch ihrem eigenen Schicksal – und der Liebe.


Part 1

Kapitel 1

„Es war einmal in einer fernen Zeit in einem fernen Land, dort lebte eine Prinzessin in einem verzauberten Turm. Sie wurde von ihrer bösen Stiefmutter gefangen gehalten, da sie so schön war und die Stiefmutter war sehr eifersüchtig. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass sie Konkurrenz bekam. Die ganzen Mittelchen die sie teuer kaufte und Pülverchen halfen nicht mehr.  Sie wurde alt – jede neue Falte wurde argwöhnisch betrachtet. Umso mehr hasste sie ihre Stieftochter. Jede Falte die ihr erschien lies Mary umso hübscher erscheinen. Als würde Mary ihrer Stiefmutter die Energie entziehen. Dann gab es noch diese Prophezeiung, die vorher sagte: wenn Mary mal heiratete, würde sie das Land von der bösen Königin befreien„

„Janis?“

„Was denn Mary?“

„Warum heisst denn die arme Prinzessin wie ich?“

„Weil du meine kleine Prinzessin bist und ich die Geschichte für dich geschrieben habe.“

„Aber die Stiefmutter ist so böse – unsere ist doch gar nicht böse.“

„Das  nennt man dichterische Freiheit, mein kleiner Stern. Natürlich ist unsere Stiefmutter nicht böse, aber es ist ein Märchen und da sind die Stiefmütter immer böse.“

„Das macht gar keinen Sinn.“ Janis seufzte leicht. Seine kleine Schwester war nicht einfach – sie liebte Märchen, aber sie mussten schon bisschen logisch sein. Und bei Märchen gab es das nicht immer so wirklich. Deswegen nahm er sich immer sehr viel Zeit, wenn er ihr ein Märchen vorlas. Denn was normaler Weise vielleicht dreissig Minuten dauern würde, dauert bei ihnen mindestens das Doppelte an Zeit.

„Janis? Komm zum Ende – Mary muss schlafen.“

„Ja Annet – sag das mal dem kleinen Stern hier.“

Die Tür öffnete sich und Annet stand darin. Sie war die zweite Frau ihres Vaters. Ihre Mutter war bei Marys Geburt gestorben. Er hoffte immer, dass Mary das sich nicht irgendwie zur Schuld machen würde – so Dinge hatte er schon zu genüge gelesen.

„Mary, mein Schatz. Es wird Zeit zu schlafen. Dein Vater wird morgen zurück sein und da er frei hat, brauchst  du nicht in den Kindergarten – er will dann unbedingt wissen was du gemacht hast und du sollst ihm alle deine Geheimverstecke zeigen.“

„Oh Ja. Auch  mein heimliches Zimmer?“

„Natürlich – vor allem das. Komm – ein gute Nachtkuss und Janis wird dir das Märchen morgen weiter vor lesen. Die Prinzessin wird auf dich warten.“

„Naaaa gut. Gute Nacht Prinzessin Mary, Gute Nacht Janis, Gute Nacht Annet.“

Sie verließen das Zimmer, die Tür blieb immer einen kleinen Spalt offen. Mary hatte so eine starke Fantasie, dass sie oft von dunklen Schatten träumte, die sie holen würden.

Mary schlief unruhig. Sie wurde wieder von dunklen Schatten verfolgt. Janis sagte immer, sie habe zuviel Fantasie und deswegen träume sie so intensiv. Aber diese Schatten machten ihr immer Angst – das waren keine schönen Fantasie Gestalten. Sie liebte die Feen und Elfen und wie sie jauchzten und lachten. Aber Janis hatte ihr erklärt, dass es immer irgendwas Dunkles gäbe, damit die Guten dagegen kämpfen konnten um dann auch zu gewinnen. Denn das Gute gewinnt immer.

Aber heute war ihr Traum viel intensiver. Es fühlte sich an, als wären diese Schatten an ihrem Bett. Erschrocken wachte sie auf. Es war stockdunkel in ihrem Zimmer. Die Stiefmutter musste wohl vergessen haben die Tür aufzulassen. Sie zitterte. Sie hatte Angst und sie erinnerte sich, dass Janis ihr auch mal erzählte, dass Angst die dunklen Schatten wachsen lassen würde. Also versuchte sie an was Schönes zu denken.  An Einhörner, die am Wasserloch tranken und ihr Horn funkelte so schön.

Fast hätte es funktioniert. Aber dann berührte sie etwas an der Schulter. Mary erschrak so heftig, dass sie anfing zu schreien. Sie dachte jedenfalls sie würde schreien, aber kein Ton kam aus ihrem Mund. Dann wurde alles dunkel. Sie spürte einen Sog, der sie vom Bett in Richtung Decke zog. Danach war es wieder still im Zimmer – und leer.

Kapitel 2

Janis wurde wach. Etwas hatte ihn geweckt. Ein Gefühl. Er fühlte Angst. Aber vor was? Dann spürte er es. Es war nicht sein Gefühl. Es war Marys Angst. Er war tief mit ihr verbunden. Es war nicht das erste Mal, dass er ihre Gefühle spürte. Als sie sich den Arm brach, hatte er den starken Schmerz gespürt, als wäre es sein Arm gewesen. Aber meistens fühlte er nur Freude und Sonnenschein. Sie war so eine herzliche Person. In allem sah sie was Schönes und Gutes. Das erfüllte ihn immer mit guten Gefühlen. Deswegen wusste er, irgendwas stimmte nicht. Sie war erst 6 Jahre und noch so unbedarft. Er wollte diese Art solange wie es möglich war bewahren. Er sprang aus dem Bett und rannte in Marys Zimmer.

Die Tür war verschlossen. Er wusste, dass Annet sie offen gelassen hatte. Er war ja dabei gewesen. Schnell öffnete er sie und machte das Licht an. Er trat ein und blieb wie angewurzelt stehen. Das Bett war leer. Schnell ging er zum Bett und schaute drunter – vielleicht hatte sie sich vor Angst nur versteckt.

„Mary? Süsse, wo hast du dich versteckt? Komm ich bin es Janis. Alles ist wieder gut, die Schatten sind weg. Komm raus. Du machst mir Angst.“

Er ging zum Kleiderschrank und öffnete die Tür, aber da war sie auch nicht. Wo konnte sie sein. Im Bad? Er eilte zum Bad, aber da war sie auch nicht. Vielleicht ist sie zu Annet ins Bett gehuscht. In letzter Zeit suchte sie öfter mal ihre Nähe auf.

Er klopfte an Annets Zimmertür. „Annet? Ist Mary bei dir? Sie ist nicht in ihrem Zimmer.“

Die Tür öffnete sich und eine verschlafene und zerzauste Annet stand vor ihm. Er hatte sie wohl gerade aus ihrem Schlaf gerissen.  „Wie meinst du das, sie ist nicht in ihrem Zimmer? Hast du schon unten nachgeschaut?“

„Nein. Ich habe gehofft, sie hätte sich zu dir gelegt, weil sie wieder schlecht geträumt hatte.“

„Nein, nein. Sie war nicht bei mir. Gut, lass uns das Haus durchsuchen. Vielleicht hat sie sich irgendwo versteckt und ist dann eingeschlafen.“

Nachdem sie das ganze Haus abgesucht hatten, trafen sie sich im Wohnzimmer.

„Sie ist fort.“ Meinte Annet hektisch. Sie wühlte in ihrer Handtasche um sich ein Taschentuch zu greifen. „Was jetzt?“ Sie stand wie neben sich. Jannis drückte sie auf die Couch und meinte:“ Ich rufe die Polizei. Wir brauchen eine Vermisstenmeldung. Und ruf meinen Vater an. Er muss Bescheid wissen, wenn er morgen hier eintrifft.“ Ja, ja – du hast Recht.“

Nach etwa zwanzig Minuten war die Polizei da und nahm ihre Aussagen auf. Sie durchsuchten das Haus erneut und suchten auch nach Spuren ausserhalb des Hauses. Nichts – sie fanden nichts.

„Wir haben alle Daten aufgenommen. Noch können wir den Fall nicht offiziell machen, da noch keine vierundzwanzig Stunden rum sind. Aber für morgen werden wir eine Suchstaffel bestellen. Bleiben sie solange im Haus und am Telefon. Für den Fall, dass sich jemand meldet.“

Annet schluchzte bei dieser Bemerkung. Sie wusste genauso gut wie Janis, was das hiess. Sie hatten genügend Krimiserien gesehen.

Fortsetzung folgt.

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3 thoughts on “Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #1”

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