Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #6

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Part 3

Kapitel 1

Was bisher geschah:

Die Abreise wurde vorbereitet – Ratschläge erteilt. Arlo hatte einen wichtigen Traum über Mary – dies ist der Startschuss für die Mission – er hat sich verliebt.


„Weisst du mein Freund“, sagte Janis zu Arlo. „Deine Bitte dir in irgendwas Seltsames zu folgen, hätte nicht passender kommen können. Mir wurde es gerade zu langweilig zu Hause, und bevor ich irgendwelche Dummheiten begehen kann – reite ich doch lieber mit  dir um eine holde Jungfrau zu retten.“

„Machst du dich gerade lustig über mich?“

„Wie könnte ich. Wer hat nicht schon von einer verführerischen Frau geträumt, die ihn in sein Verderben gelockt hat. Also ich ständig. Nun – ich träume nicht nur davon – auch ein Grund, warum es bestens passt mal eine Zeitlang das Dorf zu verlassen. Es könnten einige Ehemänner und Väter sehr ungehalten mir gegenüber sein.“

Es fiel Janis unendlich schwer Arlo nicht aufzuklären. Aber es war Bedingung dieser Rettungsmission, das Arlo da ganz unbelastet dran ging. Er durfte nicht erfahren, dass dies eine Vorhersehung war. Denn Arlo hasste nichts mehr, als manipuliert zu werden. Wie es dann am Ende ausging – da würde Janis sich später Gedanken machen – sollte er da überhaupt noch leben. Er hoffte, dass Mary als liebevoller Puffer für Arlos Zorn gelten wird.

„So, so, hast du wieder die jungen Ehefrauen und Mädchen verführt?“ Das wird noch dein Verderben sein. Du solltest dich langsam mal nach einer Braut umschauen. Deine Eltern wollen doch bestimmt süsse kleine Enkel haben.“

Es versetzte ihm einen Stich ins Herz, dass er das vielleicht nie erleben dürfte. Selbst Mary´s und Arlos Kinder würde er vielleicht nie sehen.

„Pah – ich und sesshaft. Mein Lieber Freund – das wird so schnell bestimmt nicht passieren. Ich kann doch dies hier – „ Dabei zeigte er auf sich. „- nicht nur einer holden Dame geben. Nein, nein. Ich habe Verpflichtungen.“ Lachte er und trieb sein Pferd zu einem schnelleren Trab an.

Arlo folgte ihm lachend und kopfschüttelnd. Sein bester Freund würde irgendwann schon die richtige Frau finden, die ihn bändigen würde. Da war er sich sicher.

Kapitel 2

Sie ritten eine Zeitlang schweigend nebeneinander. Jeder in seine Gedanken versunken. Sie kamen an ein kleines Dorf. Dort wollten sie rast machen. Arlo wusste nichts über den Splitter – anscheinend konnte er ihn auch nicht sehen. Aber Janis sah ihn ständig vor sich. Als hätte er sich in seine Augen geätzt. Wie eine Kompassnadel zeigte er ihm den Weg.

Sie ritten durch das Tor in das Dorf. „Hei, Bursche – wo ist das Gasthaus dieses Dorfes?“ Ein schmutziger kleiner Knabe spielte in einer Pfütze und blickte nach oben. Er öffnete bewundernd seinen Mund und starrte die beeindruckend wirkenden Männer an. Dann hob er seine Hand und zeigte mit dem Zeigefinger in Richtung eines Hauses, das wie eine Taverne aussah. Eine verwanzte Taverne – die beiden einigten sich, dass sie schnell was essen und trinken würden und dann besser bei den Pferden im angrenzenden Stall schlafen würden.

Als sie eintraten kamen ihnen die üblichen Geräusche und Düfte entgegen. Janis kannte sie in- und auswendig. Er konnte schon auf dem ersten Blick erkennen, was hier Sache war. Ein Saufgelage in der hinteren Ecke mit vielen barbusigen Frauen, die hofften, dass die Freier so betrunken sein würden, dass sie ohne sich verkaufen zu müssen, an das Geld kamen.

Janis bugsierte sich und Arlo an einen freien Tisch. Man durfte in solchen Tavernen nicht zimperlich sein. Denn für Sauberkeit waren sie nicht bekannt. Arlo fühlte sich sehr unwohl in seiner Haut. Am liebsten wäre er weiter geritten. Es machte ihn nervös so viel Zeit zu verlieren.

„Lass und das schnell hinter uns bringen.“

„Was meinst du? Essen, Trinken und schlafen? Wir brauchen die Pause. Das weisst du. Wie willst du sonst gegen die Bösen kämpfen – hä, mein Freund? Komm geniess das verwässerte Bier und die verwässerte Suppe. Das Brot wird das Beste an dem ganzen Essen sein. Und die Ladys die uns bedienen.“ Janis lächelte in Richtung Bar. Da stand eine hübsche Frau mit ausladenden Hüften und prallen Brüsten. Genau wie er es mochte. Sie lächelte koket rüber zu ihm. „Was machst du? Die Frau bedeutet bestimmt ärger. Eine wie die ist doch nicht unverheiratet. Die dahinten in der Ecke mit den nackten Brüsten – die kannst du dir nehmen – aber sie – lass die Finger von ihr.“ „Ja, ja.“ Sagte Janis abgelenkt.

„Meine Herren, was darf es denn für euch sein?“ „Holde Maid, wie ist euer Name?“ Fragte Janis die hübsche Bedienung. „Anika“ „Anika – ein Name wie er besser nicht zu so einer hübschen Frau passen könnte. Mein Freund und ich wollen gerne ein Bier und eine Suppe mit einem Laib Brot und ein Küsschen als Nachtisch.“

„Ach du.“ Lachte sie und verschwand schnell in der Küche.

Arlo schüttelte nur den Kopf und machte sich in Gedanken schon eine Liste, was sie alles bräuchten um am nächsten Morgen schnell verschwinden zu können. Denn er ahnte nichts Gutes. Er kannte seinen Freund schon zu lange.

Es kam wie es kommen musste. Arlo zog sich nach seinem Bier und seiner Suppe in den Stall zu den Pferden zurück. Nicht bevor er nicht alles für eine schnelle Flucht vorbereitet hatte, legte er sich zum Schlafen.  Aber er konnte nicht gleich schlafen. Er schaute in den Himmel und folgte den Sternen. In Gedanken war er bei Mary. Wie es ihr wohl geht?

Arlo wurde wach, als die ersten Sonnenstrahlen ihn kitzelten. Schnell sattelte er die Pferde, überprüfte die Taschen und den Proviant, tränkte noch schnell die Pferde und wartete. Er brauchte nicht lange warten, da kam er schon angerannt. Mit offener Hose und Hemd, die Schuhe in der Hand und hinter ihm der dicke Schankwirt. Schnell sprang er auf das Pferd und sie ritten wie vom Teufel verfolgt.

Janis lachte und als sie endlich anhalten konnten, zog er sich an und biss schnell mal in eine Scheibe Brot. „Meine Güte, wer hätte gedacht, dass der Dickwanst so schnell rennen kann. Uff – das war mal wieder echt knapp. Aber es hat sich gelohnt, mein Lieber. Diese Frau war so weich und willig.“

„Ach halt doch die Klappe. Wer war sie? Seine Tochter? Seine Frau? Du bist einfach unverbesserlich.“ Sagte Arlo nicht ganz so böse wie er es gerne täte.

„Seine Frau – und bitte – es war wirklich nötig für sie. Sie vertrocknet bei dem alten Sack. Das hält sie jetzt paar Monate über Wasser – und vielleicht komme ich ja wieder.“ Zwinkerte er. Arlo lachte und schüttelte den Kopf. Einfach unverbesserlich, der Kerl.

„Gut, lass uns endlich weiter reiten.“

Fortsetzung folgt. 

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