Fantasy, Wochenrückblick

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #7

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Kapitel 3

Was bisher geschah:

Noch sind die beiden Freund unbedarft auf der Reise. Janis hatte noch ein Stell-dich-ein mit der Frau eines Wirten, das sie zur Flucht bewegte. Wann werden die ersten Hindernisse auftauchen?

Sie ritten einen Tag und eine Nacht, als sie an einer Waldhütte ankamen. Dort wollten sie nach einer Unterkunft fragen. Sie stiegen von den Pferden und liessen sie trinken und fressen. Sie hatten Ruhe mehr als verdient.

Arlo trat an die Tür und klopfte – aber niemand öffnete. Sie gingen um das Haus und im Garten stand eine wunderhübsche junge Frau und jätete Unkraut. Sie bemerkte sie anscheinend nicht.

Was die beiden aber nicht wussten. Das Haus gehörte einer Hexe und die junge Frau in dem Garten, war die Besitzerin dieses Hauses.

Arlo räusperte sich. “Entschuldigen sie junge Dame. Wir bräuchten ein Quartier um uns schlafen zu legen. Vielleicht noch eine Suppe und ein Bier. Wäre es in eurer Möglichkeit uns zu bewirten gegen gute Bezahlung?“

Sie stand auf und drehte sich zu den jungen Männern um. Sie war bezaubernd. Arlo vergass sofort warum sie überhaupt unterwegs waren und trat in den Garten um ihr den Korb abzunehmen. Aber Janis sah etwas hinter ihrem Gesicht – was war das? Er schob es auf die Übermüdung. Sie waren einfach zu lange ohne Pause unterwegs gewesen. Es passte ihm aber nicht, dass Arlo hier seinen klaren Verstand zu verlieren schien. Da musste er ein Auge drauf haben. Er sollte nicht die Mission aus den Augen verlieren. Mary war wichtig. Sehr wichtig. Nicht nur weil er sie wieder haben wollte – sondern auch für die Zukunft des Landes.

„Hallo ihr zwei. Natürlich könnt ihr bei mir nächtigen. Ich bekomme so selten Besuch hier in der Abgeschiedenheit, dass ich immer froh bin. Kommt nur rein, ich koche euch schnell eine Suppe und ihr könnt aus dem Fass Bier entnehmen. Dann erzählt mir doch wohin ihr unterwegs seid und was ihr schon erlebt habt. Ich bin immer begierig auf Geschichten und Abenteuer.

Sie traten in die dunkle Hütte. Sie war stark verräuchert durch glimmende Kräuter. Janis fühlte sich gleich entspannter. War aber auch skeptisch. Er vertraute der Frau nicht. Da war Vorsicht geboten.

Sie stellte ihnen die Suppe hin, und hörte ihren Erzählungen zu. Janis wurde auf einmal müde. Sehr müde. Der Becher mit dem Bier rutschte ihm aus der Hand und er kippte vom Hocker. Er konnte gerade noch sehen, wie die junge Frau Arlo zu ihrer Schlafstätte führte, dann war er ohnmächtig.

Als er wach wurde, sah er verschwommen, dass die Frau auf Arlo sass und sich mit ihm vergnügte. Sie war – was war das – sie war alt und hutzelig. Die Haut warf Falten wie ein alter Lederlappen. Das war die richtige Beschreibung. Sie musste uralt sein. Was war das für ein Zauber. Sie sass nackt auf Arlo und nun sah er auch, das Arlo mit Blut beschmiert war. Hatte sie ihn getötet, verletzt – oder einfach nur mit Blut verschmiert. Er musste unbedingt wach werden. Da stimmte was nicht mit dieser Frau. Mit dieser Szene. Er zog sich am Hocker hoch – versuchte kein Laut von sich zu geben. Dann suchte er nach seiner Waffe – verdammt, die hatten sie bei den Pferden gelassen. Wie unvernünftig.

Er sah sich um und entdeckte eine Keule – die musste ausreichen. Er hoffte, dass er genügend Kraft hätte um sie bewusstlos zu schlagen. Er schlich sich an das Paar heran und holte aus um zuzuschlagen. Aber in dem Moment drehte sich die Hexe um und versetzte ihm einen Stoß mit der Handfläche. Da er noch geschwächt war, stolperte er nach hinten und fiel fast. Er rappelte sich zusammen und griff wieder an. Arlo schien bewusstlos zu sein. Er hoffte es wenigstens. Janis kämpfte mit der alten Frau. Mit der nackten alten Frau. Das würde ihm noch einige Alpträume bescheren. Irgendwann schaffte er es sich rittlings auf sie zu setzen.

„Ah junger Hengst. Willst du auch von mir kosten. Deinem Freund hat es gefallen. Nicht mehr viel und er ist mein, für immer. Aber ich habe auch nichts gegen einen zweiten Geliebten einzuwenden. Komm lass mich dir zeigen, was ich so alles mit dir machen kann. Ich kann dich in den Himmel schicken.  Lass mich dir zeigen, was dein Freund schon erfüllendes erlebt hat.“ Lachte sie grässlich.

Janis musste sich schütteln. Eine Gänsehaut war ihm über den Rücken gelaufen. Er zog die Keule wieder an sich und schlug zu. Es knirschte eklig. Janis schaute zu der alten Frau – er hatte sie direkt ins Gesicht getroffen. Ihm wurde schlecht. Schnell stand er auf um sich draussen zu übergeben. Er holte tief Luft und ging wieder hinein. Er wusste nicht ob sie noch lebte. Aber sie bewegte sich nicht. Schnell ging er zu Arlo. Es war nicht zu fassen. Er lag da, mit einem dämlich, befriedigtem Grinsen. Janis schaute sich um und holte den Eimer Wasser. Diesen schüttete er dem Freund ins Gesicht. Arlo prustete und schnaufte.

„Was, was ist los Mann. Ich hab geschlafen und ungehörig geträumt. Aber so was von ungehörig. Jetzt weiss ich, warum du so gerne unter Frauen bist.“ „Du Idiot, das war kein Traum. Das war die Alte da am Boden. Sie muss eine Hexe sein und sie wollte dich zu ihrem Liebessklaven machen. Ich bin zum Glück rechtzeitig wach geworden.“  „Wo ist die junge hübsche – bei ihr wäre ich gerne Liebessklave geworden.“ Grinste Arlo dämlich. Janik rollte mit den Augen und schlug Arlo ins Gesicht. Arlo schaute ihn erschrocken an, dann auf die schrumpelige Hexe und auf seinen Körper. Dann dämmerte es ihm. Er stand schnell auf und suchte seine Hose. „Was machen wir mit ihr? Ist sie Tod?“ „Das weiss ich nicht. Ich habe ihr kräftig eins übergebraten. Aber ich weiss nicht ob sie tot ist. Wir müssen sie verbrennen. Sie ist eine böse Hexe. Sie wird und verfluchen. Fast hätte sie dich und vielleicht auch  mich verhext. Wir hätten unsere Mission vergessen und hätten hier als Sklaven gelebt. Und ich bezweifle, dass es immer ein schönes Leben gewesen wäre.“ „Oh Mann Janis. Wir können sie doch nicht einfach verbrennen.“ „Doch wir müssen. Schau ihr Ofen brennt. Wir schmeissen sie einfach dort hinein und dann hauen wir ab.“ „Oh – damit werden wir leben müssen.“ „Besser damit, als hier als Sklave, glaub mir.“

Sie fesselten die Hexe, öffneten die Ofentür und schoben die Hexe in den Ofen.  Beide standen verstört davor und ihnen flossen die Tränen über die Wange. Eine solche Tat ging nicht einfach so spurlos an ihnen vorbei. Sie wussten, dass dies Narben auf ihren Seelen hinterlassen würde.

Sie verliessen die Hütte, gingen an den Fluss um sich zu waschen. Sie schwiegen. Keiner wollte etwas sagen. Düstere Gedanken hingen ihnen nach.

Janis schaute nach dem Splitter – er war weg. Und er erinnerte sich, dass ihm sein Vater gesagt hatte, dass schlechte Entscheidungen ihnen auch Steine in den Weg legen würden. Das war wohl damit gemeint. Der Mord an der Hexe, würde sie zurück werfen. Der Splitter war erst mal verschwunden.

Fortsetzung folgt

6 Gedanken zu „Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #7“

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