Geschichtenzauber

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #8

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Kapitel 4

Was bisher geschah:

Die friedliche Zeit ist vorbei. Arlo wäre fast der Sklave einer Hexe geworden. Jetzt wird es immer schwieriger voran zu  kommen.


Eine Woche irren sie umher. Sie fanden noch nicht mal ein Dorf in dem sie unterkommen können. Dem Wind und Wetter ausgesetzt wurde es trotz der Jahreszeit seltsamerweise richtig kalt. Es kam sogar ein Schneesturm auf. In dem die beiden gezwungen waren sich einen provisorischen Unterschlupf zu bauen. Mit den Pferden und dicht bei einander sitzend, überstanden sie es. Sie waren schon am Ende ihrer Kräfte und Nerven, als endlich der Splitter wieder erschien. Janis konnte endlich wieder eine Richtung einschlagen, die erfolgsversprechend war. Hungrig, verdreckt, nass und übermüdet erreichten sie ein Dorf.

Sie schauten sich an und sendeten ein stilles Dankesgebet gen Himmel. Endlich ein Dorf. Sie ritten auf der Hauptstrasse und sahen niemanden. Das Dorf war ausgestorben. Aber es wirkte bewohnt. „Das ist seltsam. Was ist das für ein Ort? Es wirkt so bewohnt, aber es ist kein Mensch oder Tier zu sehen. Wo sind sie denn alle?“ Janis hatte ein seltsames Gefühl. Er war immer sehr sensibel bei übernatürlichen und er spürte hier etwas, das ein Zauber sein könnte. „Ich bin mir nicht sicher, Arlo. Aber ich denke hier ist Magie im Spiel. Lass uns nach dem Gasthaus suchen. Ich brauch was zu trinken und zu essen und ein Bad – vor allem ein Bad.“ „Ja – gut, lass uns das machen.“

Sie fanden schnell das Gasthaus und traten ein. Die Pferde hatten sie im angrenzenden Stall einquartiert und schnell selbst versorgt, da auch dort niemand war, der das erledigen würde. Sie sahen sich im Schankraum um. Kein Mensch, kein Tier – aber das Feuer brannte und auf dem Feuer stand eine Suppe. Sie sahen sich fragend an und bedienten sich hungrig. Auch ein Fass Bier fanden sie. Sie setzten sich und aßen in Ruhe. „Was meinst du ist hier los, Janis?“ „Ich weiss es nicht, aber es ist bestimmt ein Zauber. Ich spüre es, als würde meine Haut kribbeln. Aber lass uns erst mal abwarten. Ich brauch auf jeden Fall  ein Bad. Ich stinke wie ein alter Hammel.“ „Allerdings.“ Lachte Arlo. Janis schubste ihn. „Du glaubst nicht, dass du besser riechst, oder. Komm lass uns nach einem Badehaus suchen. Das Geld lege ich auf den Tresen neben die gebrauchte Schüssel. Ehrlich bleiben wir.“

Sie suchten ein Badehaus und fanden es. Auch dies war in Betrieb. Das Feuer heizte das Wasser auf und  ein Wasserrad lies das warme Wasser in das Bassin laufen. Sehr modern. So etwas hatten sie selten gesehen. „Ahhhh – es gibt echt wenig, das besser ist, als ein warmes Bad nach solch Torturen. Vielleicht noch eine hübsche Frau, die einen einseift.“ Zwinkerte Janis. „Ja klar – natürlich. Wie so ein Pascha mit einem Harem.“ „Genau mein Freund, genau.“

Nach dem entspannenden Bad gingen sie wieder zurück zum Gasthaus. Es dämmerte und Janis stoppte. Er hatte was gesehen. Einen Schimmer. Er hielt Arlo zurück und zeigte in die Richtung in der er das Schimmern gesehen hatte. „Was ist das?“ „Ich glaube das sind die Bewohner.“ „Was?“ meinte Arlo. „Es ist wie ich mir dachte – Ein Fluch? Ich weiss es nicht – aber ich denke wir werden es erfahren, denn das Dorf werden wir nicht verlassen können.“ „Wieso? Was meinst du?“ „Schau – der Eingang zum Dorf ist weg. Da wo wir reingeritten sind ist nur noch eine weisse Nebelwand. Da werden wir ganz gewiss nicht mehr hinaus kommen.“ Arlo stöhnte. „Meinst du wir werden jemals unser Ziel erreichen?“ „Ja, ja – das schaffen wir, aber wir wussten auch, dass es nicht leicht werden würde.“ Arlo liess die Schultern sinken und sie gingen zum Gasthaus zurück. Das Zentrum eines Dorfes war immer das Gasthaus. Janis war sich sicher, dass sie dort ihre Informationen bekommen würden. Vorher würden sie wohl kaum weiterreisen können.

Kapitel 5

Als sie an dem Gasthaus ankamen war es dunkel. Und je dunkler es wurde, umso mehr Menschen erschienen. Es war als würden sie aus einer parallelen Welt in diese eintreten. Sie waren erst nur Schemen und wurden dann feste Körper. Das Leben hatte Einzug erhalten in diesem kleinen verwunschenen Dorf.

Arlo und Janis betraten die Gaststube. Dort war es wie ausserhalb des Gebäudes. Menschen, die tranken und aßen. Sie waren fröhlich und feierten. Janis ging an den Tresen um mit dem Gastwirt zu sprechen. „Hallo guter Mann. Mein Freund und ich haben uns bedient, aber das Geld hier liegen lassen. Ich hoffe es war kein Langfinger vorher da?“ „Nein, nein – hier sind alles ehrliche Menschen. Das Geld lag noch hier.  Unser Leben hat andere Probleme als sich gegenseitig zu bestehlen. Wir kümmern uns umeinander. Wie ihr ja wohl schon gemerkt habt, ist hier nicht alles wie es in anderen Orten ist.“ „Allerdings. Ein Zauber oder Fluch liegt auf eurem Dorf?“ „Genau. Unser Dorfrat wartet auch schon auf euch. Kommt in die hintere Stube. Da kann man sich ruhig unterhalten.“

Arlo und Janis folgten dem Wirt. Als sie den Raum betraten sassen dort vier ältere Männer. „Seid Willkommen, ihr edlen Herren.“ Sagte ein ziemlich beleibter Geselle. „Setzt euch, und hört uns zu. Denn eure Anwesenheit spricht dafür, dass ihr die Auserwählten seid, die uns endlich von diesem Fluch befreien können.“ „Gut, dann klärt uns auf.“

„Wir sind der Dorfrat. Vor mehreren hundert Jahren waren wir ein Dorf wie jedes andere. Dann, eines Tages kam eine junge hübsche Frau in unser Dorf. Sie bezauberte sämtliche Männer und die Frauen waren natürlich nicht sehr erbaut darüber. Also wollten sie das junge Ding loswerden. Sie sprachen mit ihr und baten sie höflich, doch ihr Dorf zu verlassen. Aber sie lachte die Frauen des Dorfes nur aus. Also schmiedeten die Frauen einen Plan, sie anderweitig los zu werden. Am Rand des Dorfes gibt es einen Altar. Da wurde damals schon den Göttern gehuldigt. Mit Blut und Menschenopfern. Das Christentum, hatte noch nicht überall Einzug erlangt und man glaubte noch an die alten Riten.

Sie überwältigten die junge Frau und brachten sie zu diesem Altar. Sie bereiteten alles für eine Opfergabe vor. Nur – keiner wusste es – aber man hätte es sich denken können. Diese junge Frau – das war kein gewöhnliches junges Mädchen, sondern damals schon eine mächtige Hexe. Sie verfolgte jeden einzelnen Schritt und als es dann zur Opferungszeremonie kam, kehrte sie einfach alles um. Die Kraft, die daraus resultierte befähigte sie einen bösen Fluch über unser Dorf auszusprechen. Nun ich glaube kaum, dass ich ihn erklären muss?“

„Doch bitte – ich denke wir werden es genau wissen müssen. Da ich davon ausgehe, dass wir da wohl was zu machen haben?“ „Ja, darauf wird es hinaus laufen. Also gut. Sie verfluchte uns zu ewigen Leben bei Nacht und zu einem Schattendasein bei Tag. Man sollte meinen, das wäre nicht so schlimm, aber glaubt  mir, nach mehreren hunderten von Jahren würden wir gerne mal wieder die Sonne sehen, die Ernte eintragen, und die Blumen blühen sehen. Vögel hören wir sind des ewigen Lebens müde. Wir wollen einfach ein normales Leben mit normalen Alltagsproblemen.“

Arlo schauderte:“ Das stell ich mir furchtbar vor. Wie soll dieser Fluch denn zu brechen sein?“ „Eigentlich ist es  nicht so schwer, denn der Hauptteil der Erlösung, ist dass jemand überhaupt den Weg hier her findet. Denn dieses Dorf ist eigentlich nicht sichtbar. Nur einmal im Jahr zur Wintersonnenwende erscheint es. Aber wieviel Glück muss man haben, dass genau da jemand hier vorbei  kommt. Da ihr beide aber dieses Dorf auch so erreicht habt – ja – seid ihr die Erlöser, auf die wir schon so lange warten. Es wird euer Schaden nicht sein. Das Dorf ist reich. Wir können euch fürstlich entlohnen.“

„Des Geldes wegen machen wir es nicht. Wir sind auf einer Rettungsmission. Eine junge Frau wird gefangen gehalten und wir müssen sie befreien. Aber unser Weg ist mit Aufgaben gepflastert. Also machen wir es um einen weiteren Wegweisser zu unserem Ziel zu bekommen.  Das einzige, dass wir dann benötigen ist alles um weiter zu kommen.“ „So sei es.“

Janis und Arlo zogen sich kurz zurück um sich zu beraten. „Ja, mein Freund, wie du schon richtig erkannt hast. Wir kommen eh nicht mehr hier raus. Also was bleibt uns übrig? Lass uns beginnen.“ Sagte Arlo. „Ihr guten Herren, sagt uns, was müssen wir machen um den Fluch zu brechen?“

„Der Altar – er ist der Kern des Fluches. Er muss vernichtet und ersetzt werden.“ „Nun, dann zeigt uns den Altar.“

Sie brachen auf zur Dorfgrenze. Als sie am Altar ankamen, war es schon zu erkennen. Rund um den Altar wuchs nichts – die Erde war verdorrt – fast schwarz. Normal holte sich die Natur alles wieder zurück, wenn sie nicht gebändigt wurde. Aber hier streikte sie. Der Altar war weiss wie Alabaster, aber in der Mitte gesprungen. Es waberte ein dunkler Rauch aus dem Riss. „Was ist das?“ „Das ist die Quelle des Nebels, der das Dorf verschwinden lässt. Und es ist auch der Grund, warum wir bei Sonnenaufgang verschwinden.“ „Sollen wir ihn reparieren?“ „Nein – er muss ausgetausch werden. Dafür muss er gebannt und in einen Vulkan geworfen werden.“

Arlo und Janis schauten sich an, dann die Männer. „Wie bitte? Wir sollen ihn in einen Vulkan werfen? Ihr könnt schon sehen, dass er sehr gross und schwer ist?“ „Ja, ja, natürlich. Unsere Männer werden beim Transport helfen. Wir können uns nur nicht nähern und ihn selbst herausholen. Da ist eine unsichtbare Barriere.“

Janis stöhnte. „Gut – habt ihr Werkzeug um dieses Monstrum zu bergen? Ah da. Na dann Arlo – lass und loslegen und einen Stein ausbuddeln.“

Arlo zeigte wahre Begeisterung. Sie näherten sich dem Stein. Er war stark. Sie spürten das Böse, das um ihn herum war und aus ihm heraus kam, aber da sie nicht von dem Fluch betroffen waren, konnten sie sich nähern. Sie fingen an ihn heraus zu graben. Keine leichte Tätigkeit, aber nach mehreren Stunden schafften sie es. Dann dämmerte es und die Menschen lösten sich langsam auf.

„Ihr lieben. Wir werden uns auflösen. Ruht euch in dem Gasthaus aus. Esst und Trinkt so viel ihr wollt. Wir werden und bei der Abenddämmerung wieder sehen und dann weiter vorgehen.

Fortsetzung folgt.

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10 thoughts on “Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #8”

      1. 🙂 bin gespannt was Du sagst. Ja im Moment ist nur noch die Fortsetzung offen. Ich habe gerade nichts neues geschrieben. Die Tage werde ich die Etüden noch schreiben – aber das ist ja immer kurz. LG

        Gefällt 1 Person

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