Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #21

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Kapitel 18

Was bisher geschah:

Janis ist ausser Gefecht. Arlo hat endlich eine Möglichkeit gefunden Mary heraus zu holen. Annet und die böse Königin haben angefangen zu kämpfen.


Arlo hatte gefunden was er suchte. Ein Seil. Damit rannte er schnell wieder zurück zu Mary. Sie lächelte ihn hoffnungsvoll an. Würde sie jetzt endlich – nach so vielen Jahren – gerettet werden? Endlich wieder bei ihrer Familie sein. Davon träumte sie seit Ewigkeiten. Jetzt sollte es endlich wahr werden! Sie würde endlich wieder frei sein.

Arlo kletterte den Bogen hinauf und als er in der Mitte ankam, direkt über Mary, liess er das Seil hinab, das er fest an dem Bogen angebunden hatte. „Siehst du die Schlaufe? Steig mit deinem Fuss hinein und halte dich gut fest. Ich ziehe dich hinauf. Pass auf, es wird nicht so einfach.“ Mary nickte ihm zu und stieg in die Schlaufe. Sie hob den Daumen, als Zeichen, dass sie so weit sei.

Arlo zog vorsichtig. Er musste unbedingt vermeiden, dass es zu Schwingungen kam. Er wollte nicht riskieren, dass sie abstürzte. Dann wäre es vorbei. Das durfte nicht passieren. Das würde nicht passieren. Etwas skeptisch beobachtete er das alte Seil, das über die scharfe Kante des Bogens gezogen wurde. Er hoffte es wäre nicht zu porös um diese Belastung zu überstehen. Nur noch wenige Züge trennten ihn von seiner grossen Liebe. Endlich würde er sie in seine Arme schliessen können.

Arlo war so konzentriert, dass er nicht mitbekam, dass auf einmal eine Horde Fledermäuse sich von der Decke lösten. Es schien ihre Zeit zu sein um zu ihren Beuteflug los zu ziehen. Allerdings schienen sie sich bedroht zu fühlen und bevor sie die Kammer durch unsichtbare Öffnungen verliessen, machten sie eine Schleife um Arlo und Mary. Arlo erschrak so stark, dass er fast die Kontrolle über das Seil verlor. Mary rutschte ab. Dieses plötzliche Absinken liess sie straucheln. Ihr Fuss rutschte durch die Schlaufe. Ihr Bein war in der Schlaufe gefangen und sie verbrannte sich die Hände am Seil. Sie musste ihre gesamte Willenskraft zusammen nehmen nicht los zu lassen und abzustürzen. Sie Biss sich auf die Lippen, bis sie bluteten und hielt sich krampfhaft am dem Seil fest.

„Arlo! Arlo! Ich glaube ich stürze gleich ab. Hilf mir. Ich weiss nicht ob ich  mich noch lange festhalten kann.“

„Halt durch. Ich versuche das Seil wieder zu stabilisieren, damit es ruhig bleibt. Warte solange bis du irgendwas machst. Das schaffen wir schon. Sobald es ruhig ist, kannst du versuchen dein Bein aus dem Seil zu ziehen. Wenn es aber zu schwierig ist, lass es einfach so. Du bist bald hier oben bei mir, dann befreie ich dich von dem Seil.“ Mary atmete tief durch und versuchte sich ruhig zu halten.

Endlich – sie hatte es geschafft. Ihre Finger erreichten die Kante des Bogens und sie versuchte sich herauf zu ziehen. Arlo half ihr und endlich konnte er sie in die Arme schliessen. Endlich. Mary fing an zu schluchzen. Sie konnte es kaum fassen. Sie würde endlich frei sein und ein  normales Leben führen können. Allerdings waren sie noch nicht in Sicherheit.

„Ich gehe vor und du folgst mir vorsichtig. Schau nicht nach unten. Schau  mir einfach auf meinen gut gebauten Hintern.“ Lachte Arlo und Mary wurde rot als sie mit ihm lachte.

Langsam schoben sie sich rückwärts den Bogen entlang. Es dürfte kein Problem mehr geben. Sie müssten in Sicherheit sein. Bald würden sie diesen unsäglichen Raum verlassen. Sobald sie diesen Turm verlassen hatten, könnte er auch einbrechen. Das war Arlo egal. Hauptsache sie waren in Sicherheit.

Arlos Fuss kam endlich auf dem Boden an. Vorsichtig stellte er beide Füsse nebeneinander, damit sie nur auf dem Rand des Raumes zum Stehen kamen. Er wollte nicht noch riskieren, durch einen unachtsamen Schritt, den Raum zum Zusammenbrechen zu bringen.  Mary war dicht hinter ihm und er machte ihr Platz, damit auch sie auftreten konnte.

*

Annet spürte die Anwesenheit der Lichtwesen und dies gab ihr die Sicherheit die sie benötigte um erneut ihre Kraft gegen die  Königin zu sammeln. Sie hoffte, das Arlo bald mit Mary auftauchen würde. Solange müsste sie die Königin beschäftigen und schwächen. Sie bat das Universum um Hilfe, damit sie genügend Kraft hätte um gegen ihre Schwester zu bestehen. Sie hatte bisher immer unterlegen. Auch als Kind schon. Aber dieses mal war sie im Kampf nicht alleine. Abraham führte die Armee gegen die Gegner. Sie warf einen Blick in seine Richtung und war beruhigt. Er hatte immer noch die Oberhand. Da sah es schon mal gut aus. Sie konnte Kato sehen, wie sie sich verzweifelt über Janis beugte. Sie wird schon herausfinden, wie sie ihn auftaut. Ihr Herz wird ihr den Weg weisen.

Sie blickte auch auf das Tor des Turmes, aber das blieb verschlossen. Ich hoffe, die Kinder schaffen es da heraus. Mary ist der Schlüssel für den Sieg.

„Hallo Schwester – ich spüre neue Kraft in dir. Und auch hinter dir. Hast du etwa die Lichtwesen um Hilfe gebeten. Das war aber sehr mutig. Sie müssen mich ja wirklich fürchten, wenn sie eingreifen. Sie halten sich doch sonst überall heraus. Das war ein kluger Schachzug. Also sollen unsere Verbündeten gegeneinander kämpfen. So bleiben doch wieder nur wir beide übrig. Wie früher. Und du weisst wie es früher immer ausging.“

„Wie könnte ich das vergessen? Du hast es mir ja immer unter die Nase gerieben. Aber dieses mal wird es anders werden. Sollen wir nicht wie sterbliche kämpfen. Mit Fäusten und Waffen. Das wäre mal eine Herausforderung. Was meinst du, traust du dich ohne Magie gegen mich zu bestehen? Ich glaube ich bin stärker als du.“

„Ja – warum nicht – ein Spass wird das. Du und stärker als ich. Du bist immer noch so amüsant, wie ich dich in Erinnerung habe. Lass uns los legen. Ich will fertig sein, bevor es dunkel wird.“

Annet stürmte auf ihre Schwester los und riss sie zu Boden. Mit ihren Fäusten schlug sie auf die Königin ein. Diese war von dem Überraschungsangriff überrumpelt worden und konnte im ersten Moment nicht reagieren. Erst einige Augenblicke später hob sie die Arme zur Deckung.  Sie stiess Annet von sich um sich ihrerseits auf sie zu stürzen. Aber Annet rollte sich geschickt weg und die Königin landete im Staub.

Schnell stand Annet auf und ging in Kampfposition. Die Königin folgte ihrem Beispiel und beide standen sich kampfbereit gegenüber. Sie umrundeten sich – keine wollte den ersten Schritt tun. Wieder kam der erste Angriff von Annet. Sie stürmte vor und verpasste ihrer Schwester einen heftigen Schlag in den Magen.

Sie krümmte sich um dann in dieser Lage Annet ihren Kopf in den Magen zu stossen. Annet stolperte zurück und konnte sich gerade so vor einem Sturz, auffangen. Sie sammelte sich und griff wieder an.

Dieses mal hatte sie es auf das Gesicht abgesehen. Aber die Königin ging in Deckung und Annets Schlag ging in die Luft. Dafür traf aber die Königin Annet im Gesicht. Ihre zarte Wange platze auf und eine Blutspur wanderte ihre Wange hinunter. Annet ignorierte den Schmerz und startete einen erneuten Versuch. Sie traf tatsächlich das Auge der Königin. Ihr platze die Augenbraue und das Blut lief ihr störend ins Auge.

Wutentbrannt blitze sie Annet an. „Das wird wohl eine unschöne Narbe werden. Nun – Narben zieren einen auch – selbst als Frau kann man interessant aussehen. Solltest du das überleben, wirst du es selbst feststellen können.“ Daraufhin stürzte die Königin sich wieder auf Annet.  In ihrer Hand hatte sie ein Schwert. Annet setzte zur Flucht an. Sie brauchte eine ebenbürtige Waffe.

Da! Am Rand des Schlachtfeldes lag ein Schwert. Sie schlitterte hin und nahm es auf. Sofort zog sie es hoch um einen Schlag der Gegnerin ab zu wehren. Sie rollte sich weg um schnell aufzustehen. In der knienden Position war sie unterlegen. Das musste sie schleunigst ändern.

Die beiden droschen mit den Schwertern auf einander ein. Annet schlug kräftig und zwang die Königin in die Knie. Ein Schlag mit dem Schwertgriff auf die Schläfe der Königin sollte sie erst mal ausschalten. Weit gefehlt. Die Königin ging zwar zu Boden, aber sie konnte ihr Schwert noch hochziehen und traf Annet in die linke untere Körperhälfte. Annet zog stark die Luft ein. Ein unbarmherziger Schmerz zog durch ihren Körper. Sie ging ebenfalls in die Knie und brach zusammen. In diesem Moment erhob sich die Königin.

„Siehst du, geliebte Schwester. Wieder einmal habe ich dich besiegt. Aber dieses mal werde ich nicht den Fehler machen dich leben zu lassen. Wir werden wohl abschied voneinander nehmen müssen. Deine Zeit ist gekommen ins Reich der Geister über zu wechseln. Ich wünsche dir ein ruhiges und entspanntes Dasein.“

Sie erhob ihr Schwert zum finalen Schlag, als Annet mit letzter Kraft ihr Schwert hob. Sie konnte es nicht mehr ganz hoch ziehen, aber es reichte aus um es der Königin in den Oberschenkel zu rammen.

Sie schrie auf und lies das Schwert fallen, das beim Sturz noch Annets Oberarm streifte.

„Schwester, Schwester. Du hast eins vergessen. Dieses mal geht es nicht um mich. Es geht um meine Familie. Und da wächst man über sich hinaus. Man wird regelrecht beflügelt. Und entwickelt Energie und Kräfte, die man nicht für möglich gehalten hätte. So einfach wirst du mich nicht ins Geisterreich verbannen.“

Annet drehte sich um und betrachtete den Kampf hinter ihnen. Sie konnte sehen, wie die Lichtwesen, die Dunkelheit immer weiter zurück drängte. Ein Lächeln breitete sich auf ihre Lippen aus „Es sieht nicht gut aus für deine Streitmacht.   Ihr unterliegt. Wir drängen euch alle zurück in die Hölle aus der du sie geholt hast. Du verlierst, meine Liebe.“

„Das werden wir noch sehen.“ Die  Königin zog ihre gesamte Macht um sich zusammen. Annet bekam keine Luft mehr. Es fühlte sich an, als würde auch die gesamte Luft zum Atmen heraus gezogen werden. Sie stand kurz davor ihr Bewusstsein zu verlieren.

„Sag Lebewohl zu deinen Liebsten.“ Die Königin schwebte über Annet. In ihrer Hand ein Feuerball, den sie auf sie richtete.

Annet versuchte ein Schild zu bilden, aber ihr fehlte die Kraft. Es kam nur ein flackern aus ihren Händen. Mit Grossen Augen betrachtete sie wie der Ball in der Hand der Königin immer grösser wurde.

Fortsetzung folgt

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