Geschichtenzauber

Writing Friday Januar 2018 – Erlebnis – Vorbereitung ist alles

Der letzte Freitag im Januar. Die neuen Themen für den Februar sind schon veröffentlicht – es sind aber noch Themen für den Januar #writing friday bei  elizzy91 offen. Ich habe dieses mal eine fiktive Story gewählt.

Erzähle von einem Moment, der den weiteren Verlauf deines Lebens fundamental hätte verändern können.

Aus dem realen Leben habe ich da nichts Einschneidendes.

Beide Szenarien aus dieser Geschichte können das Leben fundamental verändern. Entweder man bricht aus oder man beugt sich. Beides schwere und wichtige Entscheidungen


Paula stand auf dem Hügel. Er war weit genug entfernt um sicher zu sein, aber noch nah genug um das Chaos zu beobachten. Sie war schon lange vorbereitet und informiert gewesen. Schon seit einigen Jahren verfolgten sie die alternativen Nachrichten und Warnungen der sogenannten Verschwörungstheoretiker. Alle hatten sie belächelt. Manche hatten so getan, als würde es sie interessieren. Aber insgeheim hatten sie sie belächelt. Nun – jetzt stand sie mit Mann und Hunden und sogar die Katzen auf dem Hügel und sahen wie die Menschen in „Auffanglager“ getrieben wurden. Angeblich zum Schutz. Der Terrorismus wäre übergeschwappt. Es hätte alles überhandgenommen und diese Internierung – Oh – nein Schutzgewahrsam war nur zur Sicherheit. Und um den Terrorismus eindämmen zu können hatten alle einen Chip bekommen. Da wurden ihre Personalien und ihr Vermögen ihre Krankenakten und was es sonst noch gab, gespeichert. Natürlich nur um den Überblick zu wahren. Wer war gut und wer böse.  Sie blickte hinunter und versuchte bekannte Gesichter durch den Feldstecher zu erkennen. Da die Nachbarn. Sie waren wohl schon aufgenommen und gechippt. Sie sassen im Hof der Anlage und schauten ziemlich mitgenommen aus. Sie wusste, dass die Nachbarn auch eher gegen diese Bevormundung waren. Aber leider waren sie nicht vorbereitet.

Paula blickte auf die Hunde hinunter. Sie waren brav und ruhig. Das hatte sie lange trainiert. Sie sollten nur Anschlagen, wenn jemand fremdes kam, aber nicht einfach so um sie zu verraten. Ein letzter Blick auf die ehemalige Gegend. Ein zittern und leichtes Schluchzen. Die Möglichkeit ihre Familien noch einmal zu sehen, waren gerade auf null gerutscht. Die Eltern wohnten zu weit weg um sie zu Fuss zu erreichen und Autos waren unmöglich zu nehmen. Das wäre viel zu auffällig. Mark nahm sie in den Arm und streichelte ihr über den Rücken. „Komm, wir müssen los. Wir sollten so weit wie möglich hier weg sein, bevor es dunkel wird. Noch sind alle unten beschäftigt. Bevor sie anfangen die Ausbrecher zu suchen, sollten wir weg sein. Wir machen uns auf den Weg in Richtung deiner Eltern – und danach zu meinen.“ Er drückte sie noch mal und sie schüttelte die Lethargie ab.

Wochen später.

Paula und Mark hatten sowohl ihre als auch seine Eltern gesucht. Aber wie erwartet, waren die Gegenden schon geräumt worden. Es war nicht klar, ob die Leute nach chippen und Gehirnwäsche wieder in ihre Wohnungen durften. Die Hoffnung bestand. Heimlich hatten sie sich in die Wohnungen geschlichen und an vereinbarten Stellen Nachrichten hinterlassen. Natürlich hatten sie den Eltern eingetrichtert wo sie sich treffen würden wenn es ernst werden würde. Sie wussten, dass die Eltern das nicht so ernst nahmen. Aber das war nicht wichtig. Wichtig war nur, dass sie zugehört hatten und jetzt reagierten. Jetzt sassen sie in ihrem Versteck und warteten. Sie hatten Zeit. Das Versteck war gut geschützt. Keiner konnte es von aussen erkennen und Drohnen konnten nicht einblicken – es war gut zugewachsen.

Paula sass in der Sonne. Das Leben war schwer. Sie mussten alles rationalisieren. Leise sein und kein Licht machen im Dunkeln. Sie dachte nach – was wäre gewesen, wenn sie sich gefügt hätten?. Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie dem Druck der Obrigkeit nachgegeben hätte? Man hätte das eine fundamentale Veränderung – oder Einschnitt nennen können. Vielleicht wäre sie jetzt reich? Abgesichert? Vielleicht hätte sie ein gutes und sicheres Leben? Sie wären mit den Eltern zusammen. Das versetzte ihr einen Stich. Eine Träne rann die Wange hinunter. Noch hatte sie die Hoffnung nicht aufgegeben.  Nein – das konnte sie sich nicht vorstellen. Sich unterdrücken zu lassen. Immer Angst zu haben, was sie sagte oder tat. Ein Chip, der jeder Zeit das Leben beenden konnte, wenn man nicht spurte. Sie hatten gesehen, die nächstliegende Stadt war voll mit Kameras. Es gab keine Möglichkeit sich unbeobachtet  zu bewegen.  Nein. Das käme nicht in Frage. Dieser Schritt war die richtige Entscheidung. Vorbereitung war alles. Dieses Erlebnis war mehr als eine harmlose Veränderung.  Das war eine Veränderung, die das gesamte Leben und  Überleben bestimmte. Aber sie würde es jeder Zeit wieder machen. Für die Freiheit.

ENDE

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13 Gedanken zu „Writing Friday Januar 2018 – Erlebnis – Vorbereitung ist alles“

  1. Huhu,

    Wow! Eine richtig tolle Geschichte, super geschrieben, ich würde richtig gerne mehr erfahren!

    Ich wünsche dir ein tolles Wochenende 🙂
    Alles Liebe,
    Elisa von Versgeflüster

    Gefällt 1 Person

  2. Wow. Ich hatte richtig Angst beim Lesen. Und genau das ist es, was ich immer sage, wenn so etwas eintrifft, bin ich hoffentlich schon tot. Jeder schwärmt mir immer von Sci-Fi und diversen Utopien vor, ich kann sowas nicht ansehen. Sowas macht mir Angst und es kann durchaus sein, dass das, was du geschrieben hast einmal wirklich wahr werden wird. Inzwischen sind wir ja schon soweit, dass Amazon und Co. unseren gesamten Kontoverlauf (Miete, Strom, etc.) einsehen darf um „angeblich“ Werbung auf uns zuzuschneiden.

    Du hast dieses Thema wirklich fabelhaft gelöst und diese Geschichte wahrlich großartig geschrieben.

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank. Du hast nicht unrecht Angst davor zu haben – Man muss nur mal bisschen durch YouTube Surfen – Andreas Popp, Heiko Schrang. Die sind seriös. Da erfährt man wirklich viel. Und es sind echt oft keine schönen Aussichten.
      Es freut mich wirklich, dass Dir meine Geschichte so gut gefallen hat. Selbst wenn sie auch bisschen ängstigt. Liebe Grüsse

      Gefällt 1 Person

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