Schreibkicks

Schreibkicks 02.18 – nächtlicher Wolkenzauber – Kampf der Elemente

Ich spüre zur Zeit eine böse Blockierung in mir und es fällt mir nicht so leicht irgendwie meine Ideen in Worte zu fassen. Es gibt Ideen zu den Themen und heraus kommt was ganz anderes. Nun – aber immerhin kommt noch was.

Hier mein Beitrag zu Sabis Schreibkicks. Ein schöne Thema – Nächtlicher Wolkenzauber.

Wild wirbelnd bewegte sich ein Tornado durch die Nacht. Er nahm dabei keine Rücksicht auf seinen Weg – alles was in die Nähe seines Sogs kam schluckte er erbarmungslos. Seine Armee folgte ihm – einige seiner Soldaten waren auch schon voraus. Dunkel und gefährlich bedeckten sie den Himmel. Sie hingen so tief, dass sie fast die Erde berührten. Ihre Blitze zogen tiefe Furchen durch die Landschaft. Sie waren gefürchtet und legendär in der Welt der Elemente. Es gab nichts und niemand, der sich traute ihnen entgegen zu treten.

Auf seinem Weg voll Zerstörung und Wut kam er an einer kleinen Hütte mitten im Wald vorbei. Er stoppte seinen Zug und die Wolken sammelten sich wütend um ihn. „Herr, was ist los? Warum ziehen wir nicht weiter um unsere Vernichtung fort zu führen?“ Fragte ihn die Anführer Wolke. „Ich komme nicht vorbei hier. Dieses kleine Haus steht mir im Weg.“ „Im Weg? Euch stand doch vorher schon so viel im Weg. Das hat euch noch nicht mal zucken lassen. Ihr habt es einfach eingesaugt und wieder ausgespuckt. Warum also soll euch dieses kleine unscheinbare Haus stoppen?“ „Ich weiß es nicht. Aber es ist eine unsichtbare Barrikade an er ich nicht vorbei komme – nicht drüber hinweg. Es bremst mich und je näher ich komme umso schwächer werde ich. Was kann das sein?“

Die dunklen und gefährlichen Wolken wurden unruhig – sie wollten weiter und die Nacht ausnutzen. Dieser Vollmond der gerade schien, leuchtete sie perfekt aus. Sie wirkten selten so gefährlich wie heute. Ihre Blitze bewirkten imposante Bilder. Das einzige, das sie bedauerten war, dass sie niemand bewunderte. Durch ihre Gefährlichkeit kam kein Mensch oder Tier aus seiner Behausung.

Plötzlich öffnete sich die Tür dieser seltsamen Hütte. Eine kleine Frau mittleren Alters mit langen blonden Haaren trat hervor. Sie stellte sich an den Gartenzaun, vermied es aber bewusst, weiter heraus zu treten. „Was meint ihr hier zu veranstalten?“ Fragte sie und stemme ihre Arme in die Hüften. „Mensch – was erdreistest du dich mir meinen Weg zu versperren? Ist das ein Zauber um dein Grundstück? Warum komme ich nicht an dir vorbei?“ „Ganz recht“, nickte sie. „Das ist ein Zauber der Elemente. Sie haben mich um Hilfe gebeten. Schau, dort hinten warten schon die weißen Wolken – siehst du die kleinen Feuerfiguren, die auf ihnen sitzen und sie in den Kampf führen werden? Das ist das Feuerelement. Es hat keine Lust mehr, dass du mit deinen Blitzen Feuer entfachst. Auch der Wind ist schon bereit die Wolken in den Kampf zu pusten. Das Wasser wird da sein um das schlimmste zu verhindern. Also ergebt euch und beruhigt euch. Du löst dich auf, die Wolken dürfen sich noch mal entleeren und dann zieht ihr ab. Eure Verwüstung ist vorüber.“

Der Tornado blähte sich auf. „Niemals – ich lass mich doch nicht von einem Menschen in meine Schranken weißen. Ich bin ein Tornado – eine Naturgewalt. Ich vernichte dich.“ „Nun – das wird wohl etwas schwierig werden – du kommst hier nicht an mich dran. Aber gut – ich habe dich gewarnt. Möge der nächtliche Wolkenzauber starten. Du wolltest es nicht anders.“ Sie hob die Hand und entfesselte die weißen Wolken mit ihren Feuerreitern. Der Wind blies von hinten und mit voller Wucht prallten sie auf die dunkeln Wolken.

Von unten sah es wie ein Wolkentanz aus. Wenn nicht immer wieder Blitze und Feuersalven durch die Luft sausen würden, wäre das ein wunderbares Erlebnis. Ein Tanz zwischen Gut und Böse. Der Tornado hatte den Wind als Gegner und konnte sich nicht so entfalten wie er wollte. Der Wind wirbelte ständig um ihn herum, so dass er nichts mehr aufsaugen konnte. Er wurde schwächer. Das Wasser löschte sofort all seine Brände die er entfachte. Nicht nur dass, dadurch, dass das Wasser sich ständig zwischen seine Wirbel drückte wurde der Tornado immer brüchiger.

Er wollte auf keinen Fall nachgeben. Er sammelte all seine  Kraft und die Kraft, die ihm von seinen Soldaten gegeben wurde, die sich um ihn herum noch versammelt hatten und versuchte einen heftigen Schlag gegen den Wind zu starten. Der Wind war unaufmerksam und bekam eine heftige Ladung Elektrizität ab, die ihn vom Weg abbrachte. Das war der Moment, als auch die dunklen Wolken wieder die Oberhand gewannen. Die kleine Frau trat vor den Gartenzaun. Der Tornado erblickte sie und wollte sich sofort auf sie stürzen. In dem Moment verwandelte sie ebenfalls in einen Tornado. Allerdings wirkte sie freundlich – in ihren Wirbeln blitzen Blüten, Regenbogenfarben, Glitzer und Sterne auf. Sie wuchs und wuchs. Sie verdrängte den dunklen und bedrohlichen Tornado.

Der böse Tornado schrumpfte. Da tat sich eine Seite des hellen Tornados auf und verschluckte ihn. In dem Moment als er von ihr aufgenommen wurde, verpuffte seine Wut und er fühlte sich wie eine kleine Windhose, die mit den Pflanzen und Bäumen spielte. Sie sanft kitzelte und mit ihnen lachte. Es war wie nach Hause kommen. Als würde er geliebt werden. Die dunklen Wolken waren desorientiert. Die Wut des Tornados, der sie genährt hatte, war plötzlich weg und damit auch ihr antrieb. Die weißen Wolken nutzen diese Situation sofort aus und schluckten die anderen Wolken – sie verschmolzen und die dunklen Wolken verloren einige Tropfen Tränen, die als Regen auf den Boden auftrafen.

Der Kampf war zu Ende. Die Tornado Frau verwandelte sich zurück, klopfte ihre Schürze aus. Ein kleiner Rülpser entwich ihr und sie kicherte. Kurz winkte sie den Elementen und den hübschen weißen Wolken, die frech am Himmel entlang hüpften zu, und trat in ihre Hütte.

Schaute man genauer hin, verblasste diese Hütte und es war, wie ein Trugbild im morgendlichen Nebel.

ENDE

Mit dabei waren dieses Mal

 

Das neue Thema für den 1.3. lautet: kommerzieller Valentinstag

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11 Gedanken zu „Schreibkicks 02.18 – nächtlicher Wolkenzauber – Kampf der Elemente“

  1. Wow! Da ist ja ganz schön was los in dieser Vollmondnacht!!!

    Und danke für diesen wunderbaren Satz: „Du löst dich auf, die Wolken dürfen sich noch mal entleeren und dann zieht ihr ab.“ :D :D :D

    Danke für diese tolle Sturmszene :-)

    Gefällt 1 Person

    1. Danke schön – ja es war ziemlich stürmisch in meinem Kopf. Und dann dieser Vollmond zur Zeit – da haben die Wolken so toll düster ausgesehen. Liebe Grüsse

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