Action, writing friday

[#WritingFriday] Week 12 – eine tödliche Lüge

Hallo ihr Lieben – es ist schon wieder Freitag – #writing friday – und wir haben wieder etwas aus Elizzy´s Liste ausgewählt.

Dieses mal wird es eine Fortsetzung geben, da ich mich bisschen ausgelassen habe – aber ich liebe solche Storys – man kann immer bisschen was lernen. Also lasst euch entführen….hihihi-harharhar.


 

Natürlich hätte man längst wissen können, dass Maja nicht die Wahrheit sagte:

Mit der Wahrheit hatte sie es schon immer etwas lax genommen. Aber sie war meine beste Freundin – wir waren  immer schon ein Team – Außenseiter, die sich gefunden hatten – ich weil ich immer etwas pummelig war und sie, weil sie einfach schräg war. Dieses Mal hatte sie allerdings den Bock abgeschossen. „Ach komm doch mit – das wird toll. Wir werden super viel Spaß haben – endlich mal wieder wir zwei. Und du hast es wohl mal total verdient dich bisschen zu erholen. Und diese Gruppe, die ich kennen gelernt habe, das sind ganz tolle Leute.“

Luxushotel mit Spa – da brauchte sie mich nicht lange zu überreden. Mein Koffer war schon gepackt, kaum dass ich fertig gedacht hatte. Meine Einkaufsliste im Kopf schon geschrieben. Ach – das würde mal toll werden. Ein paar Tage nur für mich und Maja. Die anderen werden schon ok sein. Ich küsste Mann und Kind und winkte nur noch aus dem Autofenster, während Maja mit quietschenden Reifen los fuhr. Unterwegs sammelte Maja noch paar ihrer seltsamen Gruppengenossen ein. Sie wirkten wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Aber ich war tiefenentspannt, auf das was mich erwarten sollte. Tja – und was mich da erwartete.

Nach einigen Stunden Fahrt, in denen ich mehr geschlafen hatte, als darauf zu achten wohin wir fuhren, kamen wir an. Es war schon düster und ich konnte auch jetzt keinen Orientierungspunkt fest machen – aber warum auch – ich war ja zur Entspannung da. Nicht wahr?

Wir gingen in das wundervolle Hotel und checkten ein. Es sollte noch ein Essen geben. Ach ich war so müde – ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten – aber mein Magen knurrte. Ein kleiner Snack müsste schon passen. Schnell machte ich mich etwas frisch und eilte in die Lobby. Dort ließ ich  mir den Weg in den Speisesaal zeigen. Die anderen waren alle schon da. Sie bemerkten mich erst nicht und ich wurde etwas misstrauisch. Irgendwie wirkte die Situation etwas unrealistisch – aber schließlich war ja Maja da – was sollte da schon schief laufen? Hatte ich das jetzt wirklich gedacht – ja – jetzt weiß ich mehr – es kann tatsächlich vieles schief gehen, wenn man eine verlogene Freundin mit einem neuen Lover hat.

*

Ängstlich blickte ich mich um – wie bin ich nur in diese Situation geraten? Ach ja – Maja – meine ehemalig beste Freundin. Jetzt standen wir auf unterschiedlichen Seiten. Was ein Mann doch mit einer schwachen Frau machen konnte. Aber es war ja nicht nur der neue Mann – die ganze Truppe hatte sie beeinflusst mich anzulügen. Aber ich war nicht alleine – wir waren insgesamt fünf gewesen. Aber ich glaube nur noch ich und eine andere Frau waren noch dabei.

Aber ich will euch  kurz erzählen wo ich überhaupt bin. Ich bin im Wald. Ich wachte heute Morgen im Wald auf. Total orientierungslos mit wahnsinnigen Kopfschmerzen. Meine Zunge fühlte sich an, als hätte ich einen Schwamm im Mund. Das Licht schmerzte in meinen Augen. Ich hatte eigentlich keinen Alkohol getrunken. Also wo kam der Kater her? Ich erinnerte mich, dass mein Wasser eklig geschmeckt hatte. Mir wurde was hineingemischt. Maja? Wer sonst? Ich konnte es nicht glauben. Was ging hier vor?

Ich hörte Schüsse und duckte mich. Dann sah ich hinter anderen Bäumen noch andere Frauen geduckt. Wir waren alle nur in unserer Unterwäsche. Ohne Schuhe. Die anderen waren wohl auch gerade erwacht. Sie blickten genauso orientierungslos, wie ich mich fühlte. Ich winkte ihnen, dass sie zu mir kommen sollten. Wir duckten uns und ich fragte sie, ob sie mehr wüssten als ich. Aber keine wusste wirklich was hier los war.

Dann kam die Durchsage. „Hallo Ladys – willkommen im Camp. Ihr könnt euch geehrt fühlen. Ihr wurdet auserwählt von euren besten Freunden. Es ist so einen Art Initiationsritus für Anwerber. Damit testen wir die Loyalität der Anwerber. Wenn sie ihre besten Freunde opfern, sind sie dabei. Wo dabei fragt ihr euch bestimmt. Wir sind Jäger. Aber das Jagen nach Tieren machte uns irgendwann keinen Spaß mehr. Tiere sind berechenbar. Menschen nicht. Warum Frauen? Frauen sind cleverer. Sie kompensieren fehlende Ausdauer und Kraft mit Tricks und Kniffen. Das ist ein besonderer Kick.

Ja ihr habt richtig geraten. Wir sind auf der Jagd – nach euch. Ihr solltet euch also jetzt bald auf den Weg machen. Und traut keinem. Nur weil ihr jetzt im selben Boot sitzt, wird jede von euch, im äußersten Fall, für sich selbst kämpfen. Ihr seid also auf euch gestellt. Wir geben euch eine Stunde Vorsprung. Eine Sirene wird den Start der Jagd ankündigen. Also Ladys – viel Erfolg. Es gibt wenige, die es geschafft haben. Aber vielleicht ist ja eine von euch dieses Mal die Glückliche. Waidmanns Heil.“

Die Durchsage endete und wir blickten uns verständnislos an. Wir sollten gejagt werden. Wo war ich hier? In einem Hillbilly Film? Ich konnte das nicht ernst nehmen. „Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie uns töten werden. Ich hab Familie – die wird nach mir suchen. Ich denke, die erlauben sich einen Spaß. Wir müssen nur irgendwie aus diesem Wald heraus kommen und dann wird sich das schon aufklären. Hat eine irgendwelche Erfahrungen darin aus einem Wald heraus zu finden?“ Die Frauen blickten mich an als würde ich eine fremde Sprache sprechen. „Äh – ich glaube nicht, dass eine von uns irgendeinen Kurs in Überlebenstraining gemacht hat. Du?“ Fragte mich eine kleine blonde. Ich war etwas verunsichert. Ich hatte auch keine Ahnung – aber mein Mann hatte unzählige Prepper Videos geschaut – da hatte ich immer was aufgeschnappt. Aber ob mir das helfen würde hier zu überleben? Ich konnte Feuer machen und Wasserfilter basteln. Würde uns das weiterbringen?

Ein Mädchen neben mir fing an zu weinen. „Ich versteh das nicht – mein Freund hat mich hier her gebracht – ich dachte er liebt mich.“ Ich drückte sie – mehr konnte ich nicht für sie tun – wir saßen alle in diesem Boot. Und ich wollte nicht damit untergehen. Sollten wir uns trennen? Ich fragte die Gruppe. „Was meint ihr – sollen wir uns trennen oder als Gruppe zusammen bleiben? Wahrscheinlich finden wir schneller was, wenn wir uns trennen. Was meint ihr? Vielleicht sollten wir uns gerade so weit voneinander entfernen, dass man immer einen von uns sehen kann – diejenige kann dann die Infos an die anderen weiter geben? Wollen wir das so versuchen?“ Unsichere Blicke und dann ein Kopfnicken. „Gut – dann sollten wir uns aufmachen. Ich glaube immer noch nicht, dass sie uns töten – aber sie werden uns ängstigen – vielleicht verletzen – also passt auf. Haltet euch geduckt – und lauft zick-zack. Wir werden hier schon raus kommen – und dann werden wir ihnen zeigen was passiert, wenn sie uns unterschätzen. Auf geht’s meine Damen.“

So sicher wie meine Ansprache war, fühlte ich mich auf keinen Fall. Da ertönte die Sirene. Mein Herz setzte einen Schlag aus – ich war nicht wirklich sicher, dass sie uns nicht töten würden. Ich hoffte auf Maja – ein übler Scherz – aber sie konnte doch nicht so abhängig von einem Typen sein um mich zu opfern?

Wir liefen geduckt los. Ich hörte das Lachen der Jäger. Sie klopften mit Stöcken auf die Bäume. Ich fühlte mich an eine Treibjagd erinnert – ja und wir waren das Vieh.

Wieder hörte ich Schüsse. Ich schaute nach rechts und links zu den Frauen. Sie waren vorsichtig. Ich hatte bisschen Angst um die Kleine, die von ihrem Freund hier her geführt wurde. Sie war ein unsicherer Kandidat. Es fielen Schüsse. Ein Schrei. Ich erstarrte. Ich hatte unrecht – sie würden und töten. Kurz verfiel ich in Panik und musste mich setzen um durchzuatmen und nach zu denken. Wieder schaute ich zu meinen Nachbarinnen – aber ich konnte sie nicht sehen. Da – da wackelte ein Farn. Sie schienen sich gelegt zu haben. Es wird so werden, wie der Mann gesagt hatte – jede würde für sich kämpfen. Wir kannten uns nicht. Ich warf einen Stein nach den beiden und versuchte sie anzutreiben – ich konnte einen großen Busch sehen hinter dem ich mich mit ihnen treffen wollte – sie sollten die anderen informieren – ich wollte sehen wer nicht mehr dabei war.

Wir trafen uns hinter dem Busch – es fehlte eine ältere Frau, die ich nicht wirklich wahrgenommen hatte. Die Frau, die neben ihr ging flüsterte: „Die Ältere ist aufgestanden und da hörte ich den Schuss. Danach hörte ich nur den Schrei und sah sie stürzen. Ich konnte das Lachen der Jäger hören. Es war furchtbar.“ Sie fing an zu weinen. Ich versuchte sie zur Ruhe anzuhalten. „Pst – sie dürfen uns nicht hören. Gut – jetzt wissen wir, sie machen ernst. Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Was können wir machen? Eine Idee?“ „Vielleicht sollten wir uns stellen?“ meinte die Kleine von vorhin. „Ne – sie wollen uns töten. Wenn wir uns stellen, werden sie uns entweder gleich töten oder uns zur Jagd treiben. Die wollen ihren Spaß. Nein wir müssen weiter. Auf – wir behalten erstmal unsere Strategie bei.“

Wir teilten uns wieder auf und schlichen weiter durch den Wald. Ich fing an zu frieren – es war kalt und nass und meine Unterwäsche war nicht geeignet für eine Wanderung durch den Wald. Meine Füße fingen an zu bluten. Wieder fiel ein Schuss, aber ich hörte keinen Schrei. Ich schmiss mich auf den Boden und robbte unter einen umgefallenen Baum. Ich wusste nicht weiter. Wie sollten wir hier nur heraus kommen? Die Jäger mussten wenigstens fünf Leute sein. Mit dem Anführer sechs. Vielleicht noch Lakaien? Ich schätzte die Gruppe auf etwa zehn Leute. Wie sollten wir zehn Leute ausschalten? Ich musste weiter. Während ich aus meinem Versteck krabbelte schaute ich mich um, ob ich meine Nachbarinnen noch sehen konnte – aber ich sah keine mehr von ihnen. Langsam wurde es düster – ich musste ein Versteck finden. Ich erinnerte mich an die Videos der Prepper – Blätter würden mich warm halten – ich blickte mich um – da hinten war eine kleine Senke, da lagen viele Blätter – ich konnte mir keinen Unterschlupf bauen – also legte ich mich einfach so hinein und deckte mich mit den Blättern zu. Und ihr könnt mir glauben – ich verschwendete keinen Gedanken an das Krabbelzeug in dem Blätterhaufe. Ich war fix und alle und schlief sofort ein. Da waren Käfer und Asseln mein kleinstes Problem.

 

FORTSETZUNG FOLGT

 

18 Gedanken zu „[#WritingFriday] Week 12 – eine tödliche Lüge“

  1. Hallo Rina
    oh wow was für eine spannende Fortsetzung deiner Geschichte! Damit hätte ich ja mal gar nicht gerechnet! Ich bin sehr gespannt darauf zu lesen wie es weiter geht! Ich hoffe sie schafft es!

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  2. Ohhhhhh ich möchte weiter lesen. Wann geht’s weiter? Ich war gerade richtig drin in der Geschichte. Total spannend und eine super Idee-ganz mein Stil wie ich Spannung mag. ☺️

    Oh wie wird es wohl weiter gehen. Ob sie es überlebt? Ich bin total gespannt auf die Fortsetzung.

    Richtig toll geschrieben 👍

    Liebe Grüße
    Suse ☺️

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank – ich mag solche Geschichten auch gerne – Die Fortsetzung kommt am Freitag – damit ihr sie nicht verpasst – sonst geht es vielleicht unter. Ich hoffe ich bekomme es im nächsten Teil alles unter – mal sehen was mir noch alles einfällt.

      Liebe Grüsse

      Gefällt 1 Person

  3. Hi Rina,

    du bist so extrem fantasievoll und talentiert, ich bin unglaublich in der Geschichte drinnen. Mit so etwas hätte ich überhaupt ncht gerechnet, das ist unglaublich schnell eskaliert. Bin auch gespannt, wie’s weitergeht!

    LG; Daniela

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  4. Huhu,

    uff. Das ist mal heftig. Richtig heftig. Hört sich ein bisschen nach Panem an, aber Panem ist dann doch etwas weniger krass. Na ja. In gewisser Weise. Das kann nicht gut gehen.

    LG Corly

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