Mach was mit...

Mach was mit…Kakteen

Der Monat neigt sich doch schon wieder dem Ende zu. Da laufen einige Schreibaktionen aus.

Das neue Thema von Herba und Die Pö lautet bis zum 1.4. Kakteen.

Und das Gehirn ist schon seltsam. Ich habe mir also paar Bilder von Kakteen angeschaut und dieses hier hat mich zu meiner Geschichte inspiriert. Sehen die nicht aus, wie kleine Omas mit Dutt oder kennt ihr diese tollen Mützen, die früher von den Omas getragen wurden? Total süss…

 

 

Quelle

Mach etwas mit Kakteen.

Maren liebte Kakteen. Hauptsächlich weil sie einfach keinen grünen Daumen hatte. Aber sie liebte auch ihre Vielfalt. Da gab es runde knubbelige – flach gedrückte, säulenförmige. Es war einfach klasse. Natürlich hatte sie sich für ihre Lieben was ganz tolles einfallen lassen. Sie hatte sich ein kleines Häuschen am Feldrand gekauft – wichtig war ihr ein Wintergarten. Endlich eingezogen fing sie an den Wintergarten zu dekorieren. Sie hatte sich ausgiebig informiert worauf sie zu achten hatte. Ihr Wintergarten entwickelte sich zu einer Wüstenlandschaft. Sie hatte sich Sand besorgt und ganz viele Kakteen in unterschiedlichen Größen. Mit aller liebe pflanzte und gestaltete sie sich ihren Traumplatz. Ihre Bekannten wunderten sich sehr über sie. „Warum denn Kakteen?“ Wurde sie immer wieder gefragt. „Die piksen doch und sind hässlich.“  So wie ich, dachte sie dann immer. Sie war nicht wirklich hässlich – eher unscheinbar und schüchtern. Aber sie wusste, die Kakteen hatten eine stachelige Hülle und einen saftig fruchtigen Kern. So sah sie sich auch. Sie hatte sich einen stacheligen Mantel umgelegt um die Leute fern zu halten – nur wenige schafften es zu ihrem saftigen fruchtigen Kern.

Als sie endlich fertig war, setzte sie sich in ihre kleine Loge mit gemütlichen Sitzen und Kissen, und bewunderte ihren Kakteengarten. Eine Hängematte schwang hin und her und lud sie ein sich hinein zu legen. Sie ließ sich  nicht lange bitten und schnappte sich ein Buch. Gemütlich ließ sie sich von der Hängematte hin und her schwingen. Dadurch wurde sie schläfrig und schloss für wenige – gefühlte – Sekunden die Augen. Als sie ihre Augen wieder schloss schaute sie von der Hängematte direkt auf den Vollmond. Sie bewegte sich immer noch hin und her. Das wunderte sie schon etwas. Aber sie dachte, sie hätte sie selbst angestoßen.  Schnell setzte sie sich und wollte aus der Hängematte aufstehen, als  sie stutze. Was war denn mit ihrem Garten passiert. Die Kakteen waren versetzt. So hatte sie ihn nicht angeordnet. Musste aber zugestehen, dass es so noch viel besser aussah. Aber ängstlich war sie trotzdem. Denn irgendjemand war hier herein gekommen, während sie schlief, und hatte ihre Kakteen umgesetzt ohne sie zu wecken.

Vorsichtig ging sie in das Haus hinein. Sie horchte. Nichts. Sie lief schleichend weiter und erinnerte sich an zig Horrorfilme, in denen solche Situationen auftauchten. Der Boden knarrte. War sie das gewesen? Nein. Sie stand und es knarrte immer noch. Hinter ihr. Ihr wurde ganz anders. Das Blut entwich ihrem Kopf und sie drehte sich ruckartig um. Das Licht aus dem Wintergarten blendete sie und sie konnte nur einen Schatten erkennen. Er war groß und schlaksig. Neben dem Schatten sah sie kleine Bälle, die um ihn rumwuselten. Ihr wurde schwindelig. Aliens waren in ihr Haus eingedrungen und wollten sie jetzt entführen. Sie hob abwehrend die Hand und bewegte sich langsam rückwärts zur Wand mit dem Lichtschalter. Vorsichtig – bloß keine hektischen Bewegungen machen, dachte sie. Und schaltete das Licht ein. Sie war erstmal blind. Als sich die Augen an das Licht gewöhnt hatten sah sie ihren Eindringling.

Sie schüttelte den Kopf und traute ihren Augen nicht. Es war kein Feind von außen. Es war ein Freund von innen. Vor ihr stand ein Kaktus. Einer der großen säulenartigen. Und um ihn herum waren die kleinen Kugelkakteen verteilt. Ihre Schultern rutschten nach unten und sie entspannte sich. Aber im selben Moment spannte sie wieder alles an. Sie wusste nichts mit der Situation anzufangen. Es musste jemand den Kaktus hinter sie gestellt haben. Hatte sie einen Poltergeist im Haus, der sie jetzt foppte? Oh Weh – wahrscheinlich schlafe ich noch und träume – ja – das wird es wohl sein. Uff. Kam ihr der Gedanke. Dann sah sie was, dass sie taumeln ließ. Augen. Der Kaktus hatte Augen, die er unsicher hin und her bewegte. Er merkte, dass sie ihn betrachtete und sah sie erschrocken an. Schnell schloss er die Augen und sie glaubte kurz sich getäuscht zu haben. Maren sammelte sich und ging auf den Kaktus zu. Umrundete ihn und schubste ihn an. Dabei stach sie sich in den Finger und das tat weh. Also Traum war somit ausgeschieden.

„Äh – Hallo.“ Sagte sie zu dem Kaktus. „Wer steckt da in meinem Kaktus?“ „Nun – wenn du mich schon entdeckt hast….“ „Na das war ja wohl kein Wunder, dass sie dich entdeckt. Du warst ja wohl auch überhaupt nicht vorsichtig. Wärst ihr ja fast in die Hacken gelaufen.“ Hinter dem Säulenkaktus erschien der Feigenkaktus. „Hallo, entschuldige bitte, dass mein Freund dich so erschreckt hat. Das war nicht unsere Absicht.“ Ich stand da wie ein Ölgötze. Meine Kakteen reden mit mir. Gut ich kann mich also einweisen lassen. Es ist so weit. Ich bin durchgedreht. Musste ja so kommen, haben mir ja schon viele vorausgesagt. Tja – dann werde ich wohl mal packen und warten bis ich abgeholt werde.

„Äh – Hallo. Maren!“ Na klar, der Kaktus kennt meinen Namen. Der Kaktus wackelte mit einem seiner Kaktusohren vor meinem Gesicht. Ich fokussierte meinen Blick auf ihn und legte meinen Kopf schräg. „Maren? Alles in Ordnung?“ „Natürlich. Wie könnte es anders sein. Kakteen reden mit mir. Das ist doch ganz normal.“ Ein hysterisches Lachen entschlüpfte mir. „Ok. Ich kann verstehen, dass du etwas irritiert bist.“ Das entlockte mir ein weiteres Lachen. Etwas irritiert. Ja – so konnte man es natürlich auch ausdrücken. „Wir sind keine normalen Kakteen. Ich weiß auch gar nicht wie wir bei dir gelandet sind. Wir gehörten einem Magier – der verstarb aber ohne Nachkommen und wir sollten in einen Magisch-Botanischen-Garten. Da gibt es viele magischen Pflanzen und auch paar magische Tiere. Die kleinen halt.“ Ich schüttelte mich vor Lachen. Das war doch einfach unglaublich. „Äh – du kannst aufhören zu lachen. Wir werden  nämlich bei dir bleiben.“ „Was? Ich werde gar nicht hier sein. Ich werde doch eingewiesen in die Psychiatrie.“ „Warum? Oh. Wir dachten wir hätten ein schönes neues Zuhause gefunden und du gehst?“

Maren stutze. Der wollte sie doch irgendwie veralbern. „Ich gehe wegen euch. Keiner, nicht mal ich, glaubt dass das hier echt ist. Ich  muss meinen Verstand verloren haben.“ „Ach so. Mit Sarkasmus haben wir es nicht so. Entschuldige. Nein – du  musst nicht gehen. Wir mögen dich. Wir können doch Freunde werden. Wir haben zwar bisschen umgestaltet – so gefällt es uns besser, aber das ändert doch nichts an deiner tollen Oase, oder?“ „Okay. Ich bin also nicht durchgedreht. Ihr könnt tatsächlich reden?“ „Jep“ meinte der Säulenkaktus. „Hm – das ist schräg. Aber ich bin bereit mich darauf einzulassen. Besser als sich einen Stall Katzen anzuschaffen, oder?“ Der Kaktus blickte sie skeptisch an. „Ach ja – Sarkasmus. Okay – dann lasst uns mal zurück in den Wintergarten gehen und uns kennen lernen.“  Maren ging Kopfschüttelnd zurück zu ihrer Loge. Hinter ihr wackelten die Kakteen und murmelten aufgeregt. Seit dem fühlte sich Maren nie alleine. Sie freute sich darauf nach Hause zu kommen um sich mit ihren besten Freunden auszutauschen.

ENDE

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10 Gedanken zu „Mach was mit…Kakteen“

  1. Eine so herrliche Geschichte, entsprungen aus einer so schönen Fantasie mit Schalk im Nacken! 😀
    War wirklich spannend zu lesen ….und alle wackelten am Ende zufrieden im Wintergarten herum.🌵🌞
    Liebe Grüße von Hanne🍀

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  2. Huhu,

    das habe ich auch endlich gelesen. Die Hälfte hatte ich schon mal. Ha. Ha. Das ist lustig. Ich musste mehrmals lachen. Ich mag Sarkasmuss und die Kakteen wirken süß und witzig. Wieder Fortsetzungspotential.

    LG Corly

    Gefällt 1 Person

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