Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 6 – Der Stamm

Endlich – ich habe endlich eine der tollen Vorgaben von Jette beendet. Ich hatte sie letztes Jahr schon mit Hand geschrieben und gestern endlich am PC beendet. Bis dahin lag der Block ewig herum und ich habe mich um das Abtippen gedrückt. So gut das Handschreiben für das Gedächtnis ist – so schlimm ist es für den inneren tippfaulen Schweinehund. Aber es ist geschafft. Ich habe eine Geschichte zu DIESER Vorlage geschrieben.

Schreib-mit-mir Teil 6

Setting:

Dein/e Protagonist/in ist Teil eines Kriegerstammes mit eigener Kultur. Sie sind abgeschnitten von anderen Stämmen. Ihre Welt ist weitläufig und einsam. Ein Ereignis verändert alles in seinem/ihrem Stamm. Was für eine Kultur hat der Stamm? Welches Ereignis beeinflusst ihre Kultur?

Gegenstände:

Waffen, Wohnstätten, Kleidung

Personen:

Krieger, Nahrungssucher/hersteller

 

Mohigan stand auf dem Felsen und betrachtete die weiträumige Wildnis. Er erinnerte sich noch, als er ein junger einsamer Wolf war. Er und seine Geschwister rannten und balgten sich. Sie waren so unbedarft – alles konnten sie erreichen – alle könnten sie besiegen. Dann kam die Finsternis über sie. Die Tiere auf zwei Beinen fielen in ihr Territorium ein. Sie kamen mit stinkenden Waffen. Und seine Brüder, Schwestern, Freunde und auch seine Eltern starben.

Mohigan folgte der stinkenden Fährte der Zweibeiner. Er konnte sehen, wie das wunderschöne Fell seiner Mutter zu Kleidung wurde.

Sie waren schon sehr lange abgeschnitten von anderen Rudeln. Sie waren immer schon Krieger. Aber sie liebten den Frieden und hatten sich so weit wie möglich zurück gezogen.  Er blickte hinunter auf ihre Wohnstätte. Die jungen Welpen rangelten und balgten sich. Die Weibchen kümmerten sich um die Aufzucht. Aber es war nun soweit. Sie mussten sich von den Lefzen der Wölfinnen lösen. Sie sollten zu Kriegern und Jägern ausgebildet werden. Sie waren keine Nahrungshersteller – sie suchten nach Nahrung. Der Winter näherte sich und sie müssten sich beeilen. Sie legten ja keine Vorräte an. Sie waren wilde Tier und keine süßen Eichhörnchen – die sehr lecker waren.

Er beobachtete seine Gefährtin Naima. Seine große Liebe und eine Künstlerin im Kampf. Es gab Gerüchte – Die Vögel pfiffen es von den Ästen- der verfeindete Rudel rückte näher – der Mensch breitete sich immer weiter aus – und als Tötungsmaschinen vertrieb er einfach alle Lebewesen. Mohigan wusste nicht ob er kämpfen oder verhandeln sollte.

Kuru stand vor ihm. „Mohigan, es wird Zeit für den Rat. Sie warten schon.“ Mohigan schüttelte sich und folgte Kuru. Da waren sie. Der Kriegsrat. Akuya, Larentia, Kuru, Varg. Die ältesten Mitglieder des Rudels. „Freunde, ihr habt es vernommen, das Rudel von Gumrolf nähert sich unserem Revier. Gumrolf gehört nicht gerade zu den Rednern. Er ist ein Kämpfer und wollte schon früher das Rudel übernehmen. Wir müssen vorbereitet sein.“ Ein Raunen ging durch die Runde. Varg erhob sich. „Mohigan, wir wollen auch nicht verhandeln. Gumrolf wird uns angreifen und sollte er siegen tötet er die Welpen, dich und vielleicht Naima, wenn sie sich sträubt seine Alpha zu werden. Er wird uns alle zu Omegas machen und wir werden verhungern.“ „Ja das geht nicht, wir gehören nicht zu denen, die sich unterdrücken lassen.“ Die Wölfe redeten aufgeregt durcheinander. Auf einmal trat Taya in die Mitte. Sie war eine junge Wölfin, die Alphaelemente zeigte. Aber sie war noch neu im Rudel.

„Mohigan, glaub mir. Deine Wölfe haben Recht. Ich habe bei Gumrolfs Rudel gelebt und gelitten. Den Wölfinnen geht es dort schlecht. Es sind Barbaren. Es gibt dort keine Alpha. Wir werden ihm ungeschützt ausgeliefert sein. Was meinst du was sie mit Naima machen werden. Wir können das nicht friedlich lösen.“ Mohigan war müde. Zuviel Revierkämpfe hatte er schon ausgefochten. Aber sein Rudel hatte Recht. Er konnte Gumrolf nicht friedlich begegnen. Er würde nie die Grenze respektieren und immer wieder versuchen das Rudel zu übernehmen. Er war hinterlistig. Nein – sie würden kämpfen müssen. „Gut wir kämpfen. Nehmt die jungen Wölfe und trainiert sie. Wir suchen Schutz für die Welpen.“ Der Rat löste sich auf. Mohigan ging zu Naima. Seine hübsche Geliebte schlummerte und die neuen Welpen saugten an ihren Zitzen. So ein friedliches Bild. Das musste er sich einprägen, das war es wofür er kämpfen würde.

„Mohigan ist schon alt. Meint ihr er wird es schaffen gegen Gumrolf zu kämpfen?“ fragte Varg in die Runde. Kura antwortete: „Es könnte sein letzter Krieg werde. „Wer wird dann Nachfolger?“ „Tja, das wird wohl ein nächster Kampf zeigen. Aber noch ist Mohigan nicht geschlagen. Also halt deine Klappe Varg und trainiere die Jungtiere.“ Schnauzte Kura.

Der Frühling kam und mit ihm Gumrolf.

„Hallo Gumrolf. Ich sehe, du hast dein gesamtes Rudel dabei. Willst du uns gleich angreifen?“ Hallo Mohigan – mein Bruder. So lange ist es her und jetzt treffen wir uns so unerfreulich wieder. Ich kenne dich – du willst reden.“ „Nein. Die Zeit zum Reden können wir uns sparen. Da wird nichts dabei rumkommen. Meine Wölfe sind unruhig. Zu langen Frieden bekommt den jungen Tieren nicht – also sollen sie sich ihre Sporen verdienen. Es wird Krieg geben. Einen letzten für uns beide. Auf Leben und Tod. Denn wir sind beide alt und es wird endlich Zeit abzuschließen, was damals seinen Anfang nahm.“ „Also gut Bruder, der nächste Vollmond – da soll es geschehen.“ Die beiden verneigten sich voreinander und verliessen den zukünftigen Austragungsplatz hoch erhobenen Hauptes.

Zurück in der Höhle legte sich Mohigan zu Naima. Sie leckte ihm beruhigend über den Kopf. „Mein Liebster. Ich will mit euch kämpfen. Dass soll unser Krieg und unser Triumph werden. Endlich Vergeltung für uns. Unser Sieg über Gumrolf. „Nein meine Liebste. Das kann ich nicht zulassen. Du musst bei den Neugeborenen bleiben. Sie brauchen ihre Mutter.“ „Wir haben genügend Mütter für sie. Die alten Wölfinnen werden sich bestimmt gut um sie kümmern und sie verstecken. Sollten wir versagen wird ein anderes Alphapärchen sie aufziehen. Sie sind sicher und es war keine Bitte von mir, sondern eine Ansage. „Du bist und bleibst ein Dickkopf meine süße Alpha. Wir waren ein gutes Team.“ „Wir sind ein gutes Team.“ „Ja.“

Die Vollmondnacht näherte sich. Mohigan schlief unruhig und träumte. Er träumte von seiner Jugend. Wie er auf seiner Pirsch einen jungen Wolf traf. Sofort war es um ihn geschehen Er wusste irgendwann hatte er sein eigenes Rudel und dort vorne stand seine Alpha. Seine Seelenverwandte. Als hätte sie seine Gedanken gehört, drehte sie sich zu ihm. Ihre Augen leuchteten und sie neigte den Kopf. Von hinten kamen seine Geschwister angerannt. Gumrolf schupste ihn. „Wow Bruder, was hast du denn für ein Prachtweibchen entdeckt? Da wird mir schon ganz anders um die Lenden.“ „Lass deine Pfoten von ihr. Sie gehört mir.“ „Sie gehört dir? Weiß sie das auch?“

Mohigan drehte sich unruhig im Schlaf. Eine weiter Erinnerung  schlich sich in seinen Traum. Er hatte sich von seinem alten Rudel getrennt. Es war Zeit ein eigenes zu bilden. Seine Geschwister folgten ihm – auch Gumrolf. Aber nur unwillig. Eigentlich wollte er ein Rudel mit den Geschwistern bilden. Aber sie wollten ihm nicht folgen. Mohigan bat Naima seine Alpha zu werden und sie war sofort bereit dazu. Allerdings war ihr die Anwesenheit von Gumrolf  unangenehm. Er betrachtete sie immer lüstern und lauernd.

Es war so weit. Der erste Wurf kam. Sie war so stolz. Mohigan war auf der Jagd und nur die Wölfinnen befanden sich im Lager. Gumrolf nutzte die Abwesenheit der Rüden um das Rudel zu übernehmen. Er hatte in der Zwischenzeit ein Rudel ausgestoßener Wölfe um sich gesammelt. Sie überfielen das Lager. Naima war noch zu schwach von der Geburt. Die Wölfinnen konnten sich nicht gegen die Starken und wilden Rüden wehren.  Die einfallenden Wölfe waren gnadenlos. Die Wölfinnen, die sich wehrten oder Naima beschützen wollten, fanden alle den Tod. Die anderen wurden gewaltsam gebändigt. Naima stellte sich vor ihre Welpen und bettelte um ihr Leben. Gumrolf war eiskalt. Er wäre jetzt neuer Alpha und sie sein Weibchen. Er wollte Mohigan´s Welpen nicht haben. Als sie sich auf ihn stürzen wollte, schlug er sie nieder und tötete ihren ersten Wurf.

Mohigan stand plötzlich im Eingang der Höhle und sah seine Geliebte bewusstlos  und seine Welpen in ihrem Blut liegen. Er stürzte sich auf seinen Bruder. Der Kampf war gnadenlos, aber die beiden Brüder sich ebenbürtig. Der Rest von Mohigan´s Rüden kam an und verjagte die Outlaws. Gumrolf blieb nichts übrig sich zurück zu ziehen. Bis zum morgigen Tag – an dem endlich die Abrechnung kommen würde.

Naima beobachtete den Kampf den ihr Geliebter im Traum ausfocht und schmiegte sich enger an ihn. Augenblicklich beruhigte er sich. Jetzt konnte er traumlos weiter schlafen.

Der Tag des Kampfes – der Abrechnung kam – unerbittlich zwitscherten die Vögel. Sie begrüßten diesen dunkeln Tag freudig. Was sollte an diesem Tag schon fröhlich sein? Naima war besorgt. Mohigan weigerte sich, sie mitzunehmen. Aber sie beharrte darauf. Sie war fit genug und die älteren Weibchen kümmerten sich um ihren Wurf. Sie hatten sich und die kleinen schon in Sicherheit gebracht. Sollte das schlimmste eintreffen und sie versagten – wären wenigstens ihre Welpen in Sicherheit. Sie erinnerte sich mehr als schmerzlich an die letzte Begegnung mit Gumrolf.  Ein Schmerz, an den ein körperlicher Schmerz niemals heran kommen würde. Sie würde auf jeden Fall kämpfen. Denn lieber starb sie auf dem Schlachtfeld, als Gumrolfs Alpha zu werden.

Sie wusste wie grausam dieses Leben sein würde. Gumrolf war kein netter Wolf. Er übertraf jede bekannte Grausamkeit.

Es war Zeit. Sie trafen auf dem Austragungsort ein. Gumrolfs Rudel wartete schon ungeduldig. Mohigan stand auf einem Hügel – Majestätisch. Er blickte auf das gegnerische Rudel – atmete tief ein – befahl sein Rudel dort zu bleiben und auf sein Befehl zu warten.

Er ging hinunter – Gumrolf kam ihm entgegen. Sie umrundeten sich, beschnüffelten sich. Ein grollen drang aus Mohigans Kehle hervor. „Bruder.“ „Bruder“. „So ist es also, der Krieg, der vor Jahren begonnen hat, soll heute sein Ende finden. Soll der Stärkere gewinnen.“ Mohigan antwortete: „Der Stärkere, so sei es. Der Stärkere, das wird sich zeigen. Wir sind beide älter geworden. Älter sollte auch Weißer bedeuten, aber unser Treffen hier, zeigt mir, dass dies nicht der Fall ist. Auf Leben und Tod, mein Bruder.“ „Auf Leben und Tod.“ „Möge der Kampf beginnen.“ „ So sei es.“

Gumrolf und Mohigan bedeuteten beide ihrem Rudel den Start zum Kampf. Lautlos rannten beide Rudel aufeinander zu. Jeder Wolf hatte einen Gegner – sie standen sich gegenüber, umrundeten sich, wägten die Stärke des Gegenüber ab und dann ging es los. Wolf gegen Wolf. Bruder gegen Bruder. Ein Kampf auf Leben und Tod.

Es dauerte nicht lange und die ersten schwer verletzten zogen sich aus beiden Rudeln zurück. Naima kämpfte um ihr Leben, um das ihrer Welpen und um das ihrer Liebe. Sie war nicht bereit eines davon aufzugeben. Ab und zu gelang es ihr einen Blick auf Gumrolf und Mohigan zu werfen. Die beiden kämpften wie besessen. Ebenbürtig. Sie waren etwa gleich stark. Es würde hier nur um die Ausdauer gehen. Sie wusste, dass Mohigan in letzter Zeit schwächer wurde. Er hätte es nie zugegeben. Aber sie wusste, dass er sich darauf vorbereitete, von einem jüngeren Wolf als Alpha abgelöst zu werden. Sie würde ihn nie verlassen. Sie würden einfach ein kleines Rudel mit alten und schwachen Wölfen um sich sammeln und ihrem Ruhestand entgegen gehen. Dafür würde sie kämpfen. Es kam nicht in Frage, dass sie hier ihren Seelenverwandten verlieren würde. Ein letzter Hieb, ein Biss in die Kehle und ihr Gegner war geschlagen. Sie tötete nicht – sie unterwarf. Sie war sehr gut darin. Nie wieder würde sie unterliegen. Das war ein innerer Zwang.

Aber auch an ihr ging dieser Krieg nicht spurlos vorüber. Ihr Fell wies schon einige Blutspuren auf. Sie hatte einige tiefe Kratzer und Bisse kassiert. Aber sie spürte nichts. Sie war wie im Wahn. Ein weiter Blick auf die Brüder zeigte ihr, dass Mohigan schwächer wurde.

Mohigan merkte, dass er an Stärke verlor. Gumrolf war so besessen den Platz des Alpha einzunehmen. Eine starke Motivation, dass sich in seiner Kraft zeigte. Gumrolf kämpfte, kämpfte, kämpfte. Er drängte Mohigan immer weiter zurück. Mohigan wehrte sich. Etwas Platz konnte er sich zurück erkämpfen. Aber er würde es nicht mehr lange durchstehen. Dieses Tempo zehrte stark an seinen Kräften.

Gumrolf stürzte sich auf Mohigan. Ein Angriff, den Mohigan nicht voraus gesehen hatte. Ein kräftiger Biss in seine Seite warf ihn um. Schon stand Gumrolf über ihn. „Bruder. Du bist schwach geworden. Müde. Vollgefressen. Dein Leben als Alpha hat dich verweichlicht. Sehr schade. Das hätte vielleicht anders ausgehen können. Aber so – Vielleicht in einem neuen Leben. Weißt du ich habe dich immer geliebt. Aber leider war mein Neid doch grösser als meine Liebe. Keine Angst. Ich kümmere mich um Naima“ Diese Worte fackelten Mohigans Kampfgeist erneut an. Er trat mit seinen Hinterpfoten in  Gumrolfs Magen. Dieser lies ab und war kurze Zeit ungeschützt. Das nutzte Mohigan. Er stürzte sich dieses Mal auf seinen Bruder. Er hing ihm im Nacken und biss kräftig hinein. Gumrolf versuchte ihn abzuschütteln. Aber Mohigan hatte sich festgebissen. Gumrolf strauchelte, sah einen Baum und versuchte Mohigan gegen den Baum zu schleudern. Er war nicht kräftig genug um ihn ernsthaft zu verletzen. Aber der Schlag nahm Mohigan den Atem und er musste los lassen. Sein Blick fokussierte seinen Bruder. Dabei bemerkte er nicht, dass von der Seite ein übereifriger Wolf zum Angriff ansetzte. Gumrolf konnte nicht schnell genug eingreifen. Sein Bruder wurde von diesem übereifrigen Wolf, aus seinem Rudel hinterlistig angegriffen. Eine schwere Bisswunde, setzte Mohigan außer Gefecht. Gumrolf fackelte nicht lange. „Duuu. Du wusstest, dass Mohigan mein Gegner war. Es war euch verboten einzugreifen.“ Gumrolf stürzte sich auf den jungen Wolf und zerfetzte ohne lange Erklärungen abzuwarten, dessen Kehle.

Naima hatte sich dem Geschehen genähert. Sie sah ihren Liebsten auf dem Boden und Gumrolf, wie er sich ihm näherte. Ihr Herz zerbrach. Es übertönte jedes Wort ihres Verstandes. Ihr Mann lag blutend am Boden. Gumrolf würde ihm jeden Moment seine Zähne in die Kehle rammen – ihm den Gnadenbiss geben. Bei ihr setze alle Vernunft aus. Sie schlich sich langsam an die beiden Wölfe an und in dem Moment als Gumrolf sich über Mohigan beugte um ihm ein Ende zu machen, stürzte sie sich auf ihn.

Überrumpelt von dem unerwarteten Angriff fiel Gumrolf auf die Seite. Naima hatte sich in seine Flanke  verbissen. Er schnappte nach ihr. Aber sie befand sich außer Reichweite. Sie biss ein Stück aus ihm heraus. Gumrolf jaulte und zog sich zurück. „Naima, meine Liebe. Das hätte ich dir gar nicht zugetraut. Das letzte Mal als wir uns trafen, warst du ja doch eher passiv. Ich würde ja gerne mein Bedauern ausdrücken über den Verlust deines Wurfs – aber das wäre unehrlich. Nun – bald wirst du einen standesgemäßen Wurf haben. Meine Nachkommen.“ Er lachte gehässig. Naima sah rot. So schnell wie sie konnte stürzte sie sich hasserfüllt auf ihren Gegner. Sie sah nur Blut und kleine Körper, die sich um sie herum verteilten. Nichts anderes konnte sie wahrnehmen.

Mohigan sah durch schmerzverzehrten Blick seine Gefährtin, wie sie sich auf Gumrolf stürzte. Er sah eine Kämpferin. Eine Kämpferin für die Gerechtigkeit. All ihr Hass und ihre Trauer lagen in ihrem Tun. Ein Biss und Gumrolf lag vor ihr. Noch nicht Tod, aber das Genick war gebrochen.

„Naima wer hätte gedacht, dass so viel in dir steckt. Wir wären ein wundervolles Team geworden. Die Wölfe hätten sich bei unserem Namen zu Tode gefürchtet.“ Er schnalzte mit seiner Zunge, es klang fast bedauernd. „Nun, ich bin wohl geschlagen. Das hatte ich anders geplant. Aber so ist das. Man rechnet nie mit dem unerwarteten. Mach schon, bring es zu Ende. Lass mir den Stolz und töte mich.“ Sie trat auf ihn zu. Legte ihre Schnauze um seine Kehle und biss zu. Ein letztes Gurgeln und Gumrolf erschlaffte.

Sie drehte sich um und rannte so schnell ihre Verletzungen es zuließen zu Mohigan. „Mohigan, Liebster. Wie geht es dir?“ „Naima. Ich bin so stolz auf dich. Es war ein Fehler von mir dich zu unterstützen.“ Sie leckte ihm die Schnauze und rieb ihre an seiner. „Aber, hör mir zu. Ich bin zu stark verletzt. Ich werde das hier nicht überleben. Es ist ok. Schau nicht so entsetzt. Ich bin bereit. Ich hatte eine traumhafte Zeit mit dir und dem Rudel. Schöner kann sich ein Alpha sein Leben nicht wünschen. Lass mich gehen. Ich werde auf  dich warten. Deine Zeit hier auf dieser Seite ist noch nicht vorbei. Du wirst die erste deiner Art sein. Du wirst als Alpha ein Rudel führen.“ Sie wollte ihn unterbrechen – „Nein, lass mich ausreden. Es soll so sein. Mein letzter Akt als Alpha – ich übergebe dir das Rudel. Führe sie, bis deine Zeit des Abdankens kommt. Dann werde ich da sein und dich wieder an meiner Seite wissen. Solange werde ich über dich wachen. Ich liebe dich.“ Sie legte sich neben ihn. Sie wartete bis das Leben aus ihm wich. Dann stand sie auf, schüttelte sich. Trauern konnte sich später noch. Ein Rudel war zu führen. Sie war bereit. Aus diesem Krieg war eine Alpha hervorgegangen. Sie würde das Rudel führen. Sie würde weitere Welpen bekommen – aber nie wieder einen Alpha an ihrer Seite haben, bis sie in die ewigen Jagdgründe eindringen würde und ihren einzigen Alpha wieder finden würde.

ENDE

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3 Gedanken zu „Schreib mit mir Teil 6 – Der Stamm“

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