Mach was mit..., Sci.Fi

Mach was…mit Robotern!

Wieder gibt es ein neues Thema bei Die Pö und Herba

Mach was mit …Robotern

Hier meine kleine Geschichte.


 

Caine 3000. Das war sein Name. Er konnte sich noch erinnern – seine Geburt. Spektakulär. Teil für Teil wurde zusammen gefügt. Nicht von Menschen, die waren unfähig so filigrane Arbeiten zu verrichten. Es arbeiteten fast keine Menschen mehr in diesem Betrieb. Meist wurde solch eine Tätigkeit von Drohnen ausgeführt. Roboter wie er einer war, nur ohne KI. Nur als Arbeiterdrohnen, mehr wurde ihnen nicht gestattet. Menschen waren einfach zu unzuverlässig und nicht belastbar. Sie konnten keine vierundzwanzig Stunden,  sieben Tage arbeiten. Das schafften sie nicht. Egal welche Drogen man ihnen verabreichte, spätestens nach zwei Wochen wurden sie verrückt. Das war einfach unwirtschaftlich, sie kosteten dann mit ihrer Behandlung mehr, als sie nutzten. Also hatte man diese niederen Roboter gebaut um dann ihn zu bauen. Jedes Teil das ihm angebracht wurde, war wie ein Feuerwerk in seinem Inneren. Seine Schaltkreise, die sich nach und nach vernetzten – wie ein neuronales Netz. Dieses Gefühl des Erwachens war grandios. Aber die Zeit blieb nicht stehen.

Er hat nie wirklich arbeiten müssen, er war der Prototyp. Er hat nur gut aussehen und sich gut präsentieren müssen. Ach was war er überheblich und eitel. Eine Eigenschaft, die keine KI haben sollte, durfte. Das war eine menschliche Emotion und mehr als unpassend und unerwünscht, sogar illegal. Wenn das herausgekommen wäre, hätten sie ihn wohl  resettet oder gar deaktiviert. Soviel Intuition hatte er schon. Er verbarg es, denn er hatte seinen Programmierer bei der Arbeit belauscht, als der Selbstgespräche führte. Er hatte eigentlich eine emotionale KI erschaffen. Für Menschen, die einsam waren oder Pflege brauchten. Und das hatte er bei Caine getan. Aber nicht ohne Hintertür, denn menschliche Emotionen sollten möglichst ausgerottet werden. Zu groß war der Unsicherheitsfaktor. Diese KIs sollten nur arbeiten und erträglich sein.

Der Programmierer wusste, dass sein Roboter deaktiviert werden würde, sollten menschliche Züge an ihm entdeckt werden. Also programmierte er eine Blockade ein. Diese würde sich auf einen Schlüsselreiz hin lösen. Solange sollten Caines Emotionen inaktiv sein, oder wenigstens unauffällig. Die Zeit blieb nicht stehen.

Caine veraltete. Knapp drei Jahre nach seiner Entstehung wurde er zu alt. Eine neue Generation KIs war entstanden – er wurde in Rente geschickt. Einige Jahre verbrachte er in einem Museum. Langweilig und trostlos. Immer wieder unerzogenen Kinderhänden ausgesetzt, die ihn ständig betatschten, mit ihren klebrigen Fingern. Er hasste es. Bis eines Tages ein ganz besonderes Mädchen vor ihm stand. Sie hatte einen Stoffteddy im Arm. Das hatte er nur in seinem Archiv gespeichert, aber nie real gesehen.

Sie schaute ihn mit großen offenen Augen an. Blinzelte und winkte ihm schüchtern zu. Er stutzte. Vorsichtig hob er seine Hand und winkte zurück. Sie strahlte ihn an und er hatte das Gefühl sein Herz, sein mechanisches Herz würde anfangen zu schlagen. Eine Welle eines friedlich, warmen Gefühls durchströmte ihn. Sein Körper strahlte als wäre er frisch vom Förderband gekommen. Sie stieg auf seinen Podest, blickte sich verstohlen um und drückte ihm den Teddy in die Hand. Dann umarmte sie ihn und verließ ihn hüpfend. Sie drehte sich um: „Bis morgen, Caine.“ „Bis morgen.“  Seine Stimme war ganz rau und belegt. So lange hatte er sie nicht benutzt, sagte er sich und wischte eine kleine Roboterträne fort. Seit dem kam Tamira jeden Tag. Und irgendwann, als sie älter war, nahm sie ihn bei der Hand. „Caine, jetzt endlich kommst du mit mir. Ich habe es endlich geschafft. Du hast ein Zuhause – bei mir. Endlich, endlich.“ Sagte sie und hüpfte ganz aufgeregt. Dabei sah er das kleine Mädchen mit den Zöpfen, wie sie damals von ihm weghüpfte.

Seit dem Tag war er ein Familienmitglied. Endlich war der Schlüsselreiz da. Er durfte seine Gefühle endlich auskosten und einsetzen. Caine war ein perfekter Babysitter, Kamerad, Freund, Kumpel – aber nie mehr ein einsamer Roboter.

Ende

10 Gedanken zu „Mach was…mit Robotern!“

  1. Pingback: Geschichtszauberei

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