Writing Prompts - Freie Geschichten

Writing Prompt – Schreibübung #3 – Party des Jahres

Annie hat für uns Kreativen ein paar nette Schreibübungen zusammengestellt. Das ist schon die 3. Ausgabe.

Die Themen hier für sind:

  1. Schreibe ein Märchen. Fange aber nicht mit „Es war einmal an“. Benutze folgende Wörter (die ich mit einem Zufallswortgenerator genrieren werde):
    Halloween, Alibi, Androgyn, Draht, Antiviral, Taktik, Schmiermittel, Rabe
    Pfff… Wer eine Story mit diesen Wörtern hinbekommt, hat meinen vollsten Respekt xD
  2. Schaue dir die folgenden drei Bilder an. Schreibe etwas über das Bild was dich am meisten inspiriert:
  3. Schreibe einen Brief an dich selbst. Egal ob an dein vergangenes oder zukünftiges Ich.
  4. Setze dich in ein Café oder in den Park und denke dir eine Geschichte über einen Menschen aus, der dir ganz besonders auffällt. Wo will er/sie hin oder wo will er/sie hin? Wie verlief sein/ihr bisheriges Leben?
  5. Greif zu dem Buch das dir am nächsten ist. Schlage Seite 73 auf und nehme ab den 5ten Satz die nächsten vier. Um diesen Block schreibst du jetzt deine eigene Geschichte.

Ich habe mich für den 5. Punkt entschieden.


Blake, Kendare – Anna im blutroten Kleid Position 73 ab 5. Satz die nächsten 4

 

Ein Wasserfall?«

»Die Party findet am Kakabeka-Wasserfall statt. Wir suchen uns jedes Jahr eine andere Stelle, um Ruhe vor den Cops zu haben. Letztes Jahr waren wir am Trowbridge-Wasserfall, aber da sind alle ausgeflippt, als …« Sie unterbricht sich.

 

Sie drehte sich um und schluckte. Es war wie ein übler Trip – die Erinnerung, was letztes Jahr passierte, schnürte ihr die Kehle zu. Ein Schütteln überkam sie, dann drehte sie sich wieder zu ihren Freunden. „Die Party wird so cool. Jeder bringt was mit – und die Jungs aus dem Sportclub bringen das Fass Bier mit. Aber dieses Mal gibt es nur Bier, das das klar ist. Wir wollen nicht wieder so ein …“ Kendra schluckte noch mal. „…Missgeschick wie letztes Jahr. Das ist nicht akzeptabel. Ich werde da dieses Mal ganz streng sein. Ich habe einen Aufpasser engagiert.“ Ein Raunen ging durch die Gruppe. „JA. Es muss sein. Wir haben uns sonst nicht unter Kontrolle. Aber keine Angst – er wird bezahlt und hält die Schnauze. Und wir können entspannt Paaartyyy machen.“ Sang sie und schwang ihre Hüften aufreizend hin und her. Dabei suchte ihr Blick Thomas. Das war ihr Herzensmensch. Sie plante es jeden Falls. Aber Thomas war noch nicht da. Er war was besonders, das spürte sie. Eine dunkle Aura umgab ihn wie ein Umhang. Und wenn sie was anzog, dann die Gefahr. Das war auch der Grund, warum es das Ereignis aus dem letzten Jahr gab. Schuld war, wie so oft, sie gewesen. Sie konnte wirklich provozierend sein. Letztes Jahr war ihr Herzensmensch Anton gewesen. Anton war ein wirklich lieber – zu lieber Kerl. Er betete den Boden an, auf dem sie Schritt. Dann, zu Halloween, war die berühmte Party – sie sollte legendär werden. Die Kulisse hatte sie mit ihren Girls entworfen und aufgebaut. Ein kleiner Irrgarten war der Eingang und danach ein kleines Horrorkabinett. Es war perfekt. Anton war spät, das ärgerte Kendra schon. Er sollte doch ihr Gemahl sein. Und die Gäste auf dem dunklen Thron, neben ihr sitzend begrüßen. Aber er kam zum Schluss. Das konnte sie nicht akzeptieren. Also musste er den ganzen Abend dafür büßen. Sie striezte ihn wo es nur ging. Und er ließ sich alles Wortlos gefallen. Aber, je später, desto betrunkener wurde auch Anton. Und umso gelassener wurde er. Als Kendra ihn wieder mal striezte, wurde es ihm zu viel. Er schnappte sie, schleifte sie an ihren Haaren zum Wasserfallrand und schupste sie. Sie fiel – aber sie hatte nicht gemerkt, dass Anton ein Seil um ihre Hüfte befestigt hatte. Ruckartig wurde ihr Sturz gestoppt. Sie konnte hören wie Anton sie verhöhnte und verfluchte. Die Gäste waren sprachlos. Bis die ersten Mädchen zu schreien begangen. Dann ging es los. Wildes Durcheinander und Geschrei. Die Gäste liefen Kopflos hin und her. In der Zwischenzeit hatte Anton sie schon wieder nach oben geholt. Sie stütze sich hinter einem Felsen auf um tief durchzuatmen. Dann sah sie nur, wie sich eine Gruppe auf Anton stürzte und auf ihn einschlug. Sie schlugen so fest, dass er sich nicht mehr bewegte. Seit dem lag er im Koma. Am Anfang war sie noch regelmäßig hingegangen und ihr schlechtes Gewissen nagte an ihr. Aber mit der Zeit verging das. Das Leben ging weiter. Die Erde drehte sich weiter und sie war Jung und hübsch. Sie war die Halloween Queen. Dieses Mal hatte sie vorgesorgt. Keinen harten Alkohol und ein sicheres Geländer am Wasserfall.

Am Stichtag kamen die Gäste und alle waren gut drauf. Die Musik lief und alle tanzten. Dann kam er – Thomas. Als Vampir verkleidet stellte er sich neben sie. Sie hatte sich für das Kostüm der weißen Frau entschieden. Das gab einen tollen Kontrast. Er ganz in schwarz, sie ganz in weiß. Ein enger, sinnlicher Tanz und sie wurde gefügig. Er roch an ihr und knabberte an ihr herum. Biss sie sanft in den Hals und sie war einfach nur noch Wachs in seinen Armen. Der Abend war ein voller Erflog. Als es Zeit wurde aufzubrechen, war Thomas schon weg. Sie suchte ihn – erfolglos. Müde und enttäuscht ging sie nach Hause. Sie zog sich um – an ihrem Kleid sah sie einen roten Fleck. Dann blickte sie in den Spiegel. An ihrem Hals war eine Wunde. „Verdaaamt. Thomas hat mich gebissen? Der spinnt ja.“ Kendra schlüpfte in ihr Bett. Seltsame Träume von Blut und Leichen verfolgten sie. Wie gerädert erwachte sie – sie ging ans Fenster um die Vorhänge beiseite zu schieben. Da hörte sie eine Stimme hinter sich. Sie erschrak fürchterlich. „Das würde ich nicht machen. Das könnte wirklich schmerzhaft für dich werden.“ Sie drehte sich um und sah Thomas in der Ecke stehen. „Was machst du hier? Wie kommst du hier herein?“ „So viel Fragen am frühen Morgen. Du bist ganz schön fit, nach solch einer Party, die wirklich toll war. Muss ich sagen.“ Sie blickte ihn an. „Du hast nicht geantwortet.“ „Dann mach ich das – geh an den Spiegel.“ Sie runzelte die Stirn, tat aber was er wollte. Sie schaute hinein und sah – nichts. Entsetzt drehte sie sich um. „Was soll das?“ „Tja Schätzchen – gratuliere, du wurdest in den Club der Untoten aufgenommen.“ „Was? Ich verstehe nicht.“ „Herzchen – du bist genau die Richtige für uns. So böse und skrupellos. Du hast Anton letztes Jahr verrückt gemacht und jetzt denkst du nur noch an dich. Perfekter kann es nicht sein. Du, Herzchen, bist jetzt ein Vampir.“ „Was? Du verscheisserst mich doch.“ „Nein!“ Antwortete er knapp. „Du hast es verdient.“ „ich will aber kein Vampir sein.“ „Warum nicht? Schau dir die Vorteile an. Du wirst für immer so hübsch bleiben. Und deine Seele war eh schon nicht mehr zu gebrauchen. Also eine WinWin-Situation.“ „Aber…“ „Kein Aber – es ist eh nicht Rückgängig zu machen. Ich lade dich hiermit herzlich ein, ein Vampir zu sein, für den Rest des Lebens.“ Kendra drehte sich zum Spiegel um. Was nutze ihr, ihre Schönheit, wenn sie sich nicht mehr sehen konnte. Was nutzte ihr das ewige Leben, wenn sie ihre Freunde und Familie verlor. Was nutzte ihr ein ewiges Leben, wenn sie nie wieder die Sonne sehen konnte? Was hatte ihr, ihr egoistisches Leben gebracht? Einsamkeit.

Ende

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7 Gedanken zu „Writing Prompt – Schreibübung #3 – Party des Jahres“

  1. Hallo liebe Rina!
    Ich habe deinen Text schon bei der Veröffentlichung gesehen. Habe es nur leider, aus dir bekannten Gründen, nicht geschafft dir einen Kommentar zu hinterlassen.
    Ich finde, du hast diese Aufgabe grandios gelöst! Diese junge Frau war mir schon recht unsympathisch, ich weiß jetzt nicht ob das deine Absicht war. Und das sie ein Vampir geworden ist, ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Irgendwie finde ich, dass sie es nicht verdient hat, aber irgendwie schon. Denn so kann sie, wie du schon schriebst, sich nie wieder ihrer Schönheit ergötzen. Aber wird wiederrum für ewig schön bleiben. Aber sie hat ja nichts davon.
    Du hast das sehr gut geschrieben!
    Liebste Grüße, Annie

    Gefällt 1 Person

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