Fantasy, Mach was mit...

Mach was…mit einem Traum

Mach was…mit einem Traum – Das ist das neue Thema von Die Pö und Herba. 

 

„Was ist das denn da an der Wand? Seit wann hast du denn einen Dreamcatcher?“ Anna-Lena schaute sich gehetzt um. „Pst. Sprich nicht so laut.“ „Was ist denn los? Du bist schon seit paar Wochen so seltsam schreckhaft und auch bleich. Ist etwas passiert?“ Anna-Lena setzte sich in ihren Lieblingssessel. Sie überlegte, konnte sie ihrer besten Freundin ihr schlimmstes Geheimnis anvertrauen? „Lucie, setzt dich. Ich werde dir erzählen was mich belastet. Ich weiß nicht ob es für deine Ohren so schlimm ist wie es für mich persönlich ist. Es geht um meine Träume.“ „Träume? Erotisch? Mit deinem Trainer aus dem Yogakurs, den du so toll findest?“ Anna-Lena winkte ab. „Dann bräuchte ich keinen Dreamcatcher. Nein. Ich werde in meinen Träumen verfolgt. Etwas ruft nach mir und ich habe Angst dem Ruf nach zu geben. Ich glaube es ist nichts Schönes, das dort auf mich wartet.“ „Wie kommst du darauf? Was träumst du?“ „Ich laufe durch ein Tor. Dahinter ist es dunkel. Keine Farben. Alles in Grautönen. Eine junge Frau mit einer Ratte in der Hand wartet dort auf mich. Sie steht an einer Wurzel, die in einem Totenschädel endet. Es ist gruselig. Ich weiß nicht ob es das Totenreich ist? Vielleicht ist meine Zeit gekommen?“ Lucie blickte Anna-Lena zweifelnd an. „Sind Träume nicht irgendwelche Botschaften aus deinem Unterbewusstsein. Vielleicht will dir der Traum nur sagen, dass du an einem toten Punkt angekommen bist. Du bist doch schon lange unglücklich. Dein Job gefällt dir nicht, du bist Single und kommst irgendwie nicht voran. Du steuerst auf deinen emotionalen Tod zu. Ich denke dein Unterbewusstsein will dich nur warnen. Du musst was ändern, sonst stirbt deine Seele. Und dein Leben ist Grau in Grau.“ Anna-Lena betrachtete ihre Freundin intensiv. Hatte sie Recht? Oder würde demnächst der Tod an ihre Schwelle stehen und klopfen?

„Hör zu. Ich muss jetzt gehen. Aber überleg dir was du ändern kannst und wie du es schaffen könntest. Ich bin jetzt paar Wochen in Asien, geschäftlich. Vielleicht solltest du mitkommen. Mach doch einfach Urlaub und komm mit mir. Wir machen eine Reise durch die verschiedenen Provinzen und vielleicht findest du dich?“ „Ich überlege es mir.“ Sie drückten sich und Anna-Lena verschloss die Tür. Hatte Lucie Recht? Sollte sie einfach nur mal ihr Leben überdenken? „Ich weiß was.“ Sie schnappte sich ihre Jacke und rannte hinter Lucie her. „Lucie. Warte.“ Lucie war schon ein Stück voran gegangen, als sie ihren Namen hörte. Sie drehte sich um und sah Anna-Lena hinter ihr herrennen. „Was ist denn?“ „Ich komme mit. Ich nehme mir Urlaub und fahre mit. Vielleicht finde ich mich und weiß dann, wenn ich zurückkomme, was aus mir werden soll.“ „Super, ich freue mich. Das wird toll. Eine Art Road Trip durch Asien. Ich muss etwa eine Woche dort arbeiten, dann nehme ich mir frei und wir machen Asien unsicher.“

Anna-Lena und Lucie hatten in Asien eine richtig tolle Zeit. Umso trauriger war Anna-Lena als sie wieder nach Hause musste. Sie waren insgesamt zwei Monate in Asien unterwegs. Die gesamte Zeit hatte sie keinen Alptraum mehr. Aber wenige Tage vor der Abreise stellte sich ihr Traum ein. Und sie hatte den Dreamcatcher nicht dabei. Eines Abends sprach die junge Frau sie in ihrem Traum an. „Hi, du warst jetzt schon öfter hier. Manchmal konnte ich dich sehen, aber nicht holen. Jetzt ist was anders, deswegen konnte ich dich in meine Welt ziehen.“ „Hi, wer bist du und was willst du von mir?“ „Ich? Ich will nichts von dir. Du willst was von mir. Ich komme nur wenn ich gerufen werde. Und du hast mich gerufen.“ „Aber wer bist du und wie habe ich dich gerufen?“ „Wie genau das funktioniert kann ich dir nicht sagen, aber ich komme immer zu denen, die aufgegeben haben. Zu Menschen ohne Hoffnung. Irgendwie bist du nicht glücklich. Und wir können in Träume unglücklicher Menschen eindringen und dich rufen. Wenn du nachgibst, holen wir dich in unsere Welt. Dann wirst du anderen Unglücklichen im Traum erscheinen und so weiter und so weiter.“ „Was kann ich machen?“ „Das weiß ich nicht. Ich bin nicht diejenige, die dich retten will. Ich könnte eine neue Freundin gebrauchen, es ist manchmal sehr einsam hier. Schau dich um – es ist trostlos. Eine Frau in meinem Alter würde mir gefallen. Da könnten wir quatschen. Also mein Erstreben ist es also nicht dich zu retten. Aber vielleicht weißt du es ja auch schon. Du bist unglücklich und Unglück bringt uns in deine Träume. Man muss wohl kein Prophet sein um die Lösung zu finden.“ Anna-Lena erwachte schweißnass. Sie stand auf. Ihr Zimmer hatte einen Balkon zum Strand. Sie blickte aufs Meer und hatte ihren Laptop auf dem Schoss. Sie öffnete ihr Emailprogramm und tippte.

Sehr geehrte Damen und Herren.

Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis zum sofortigen Zeitpunkt. Bitte stellen sie mich für den Rest der Arbeitszeit frei, da ich nicht mehr im Land bin.

Mit freundlichen Grüßen Anna-Lena Schmidt.

Anna-Lena klappte den Deckel herunter, ging zurück ins Bett und schlief traumlos weiter.

Ende

 

2 Gedanken zu „Mach was…mit einem Traum“

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