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Schreibeinladung für die Textwoche 49.50.18 Winterbaum

Ach – ist die Zeit gerast. Es gibt schon die neue Wortspende – aber ich mogle mich noch schnell unter die Spende von Elke H. Speidel von Transworte auf Litera-Tour. Sie lauten:

Winterbaum
nasskalt
nachtrauern.

3 Begriffe in maximal 300 Worten: Mehr findet ihr bei Christiane.

Etwas romantisches. Romantik passt einfach zu Weihnachten.

299 Worte


Jenna hatte ihre Schultern bis zu den Ohren hochgezogen. Es war noch dunkel, aber nichts konnte sie mehr in ihrer schönen, kuschelig, warmen Wohnung halten. Es regnete, nein schneeregnete und war eklig nasskalt. Immer hatte sie die Worte ihrer Oma in den Ohren: „Kindchen, dieses nasskalte Wetter geht deiner Oma an die Knochen. Komm setz dich neben mich und bring eine Decke mit. Wir kuscheln uns darunter, trinken heisse Schokolade und ich les dir ein Weihnachtsmärchen vor.“ Jenna vermisste sie. Sie wusste, dass sie ihr eigentlich nicht nachtrauern sollte. Wie gebannt hatte sie immer neben ihr gesessen oder zu ihren Füssen und hatte ihren schönen Märchen gelauscht. Heute wusste sie, dass es immer Geschichten aus ihrem Leben waren. Aus dem Krieg, oder auch danach.

Jenna hatte den alten Weihnachtsschmuck ihrer Oma geerbt und ihren Geist, in jedem einzigen Stück. Heute aber trieb sie die Unruhe aus dem Haus. Im Traum war ihr ihre Oma erschienen. Sie hatte sie bei der Hand genommen, und sie fühlte sich so vertraut und warm an. Ohne zu zögern war sie ihr gefolgt. Sie musste dem Gefühl einfach folgen. Sie betrat eine Lichtung. Ein wunderschön warmes Licht erfüllte den Platz. Überall lag Schnee. Jenna blickte zurück. Dort waren nur nasse Strassen zu sehen. Der Schnee lag nur auf diesem Platz. Sie trat näher. In der Mitte stand ein wunderschöner Winterbaum. Seine Äste waren gefroren. Auf ihnen hatte sich Schnee gesammelt. Und davor stand ein Mann. Er schaute sie an und sie wusste – Oma hatte ihren Seelenverwandten gefunden. Das Gefühl war einfach echt. Die Einsamkeit die sich in ihrem Herzen bereit gemacht hatte, verschwand und ein warmes wohliges Gefühl machte sich dort breit. Ein kleiner Kuss auf ihrer Wange, der sich so bekannt anfühlte. Sie lächelte und schaute nach oben. War das ein Schatten?

 

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5 Gedanken zu „Schreibeinladung für die Textwoche 49.50.18 Winterbaum“

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