Action, Dystopie, Projekt TXT*

Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 1 von 8

Das Projekt*txt wird gegenwärtig von Dominik Leitner und Katharina Peham betreut.

 

Was ist das Projekt *.txt?

Schnell erklärt soll das Projekt *.txt der Inspiration dienen. Einmal pro Monat wird ein Wort verkündet, zu dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Texte schreiben. Es gibt keinen Druck, etwas zu schreiben, kein Datum, bis wann die Texte da sein müssen … es soll also in erster Linie Spaß machen!

Folgende Geschichte enthält Gewaltszenen. Die Geschichte ist in acht Kapitel unterteilt.

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Eine unbekannte Katastrophe führt zu Stromausfällen. Die kleine Familie, Mina, Matthew und Nadja versuchen zu überleben. Dabei wird Matthew von Mina und Nadja getrennt. Mina versucht mit Nadja, ihrer kleinen Tochter zu fliehen und zu überleben. Dabei landen sie in einem Camp, in dem Frauen nur zur Zucht verwendet werden. Auch Matthew trifft auf üble Gestalten, bis die kleine Familie endlich wieder zusammen kommen, haben sie einige Jahre zu überstehen. Aber Nadja, das kleine tapfere Mädchen, hat einen unzerstörbaren Glauben an Weihnachten und den Weihnachtsmann. Sie hofft ganz fest auf ein Weihnachtswunder, das sie wieder zusammenführt.


Kapitel 1

Es war dunkel. Es war schon so lange dunkel. Strom gab es schon ewig nicht mehr.

Mina saß in einem Wohnzimmer. Nicht ihr Wohnzimmer. Das hatte sie schon ganz lange nicht mehr betreten. Es lag weit entfernt. Ein zu Hause gab es nicht mehr. Die Couch in der sie saß war gemütlich. Sie lud ein zum Verweilen. Sich mit einem guten Buch und paar Kerzen in eine Decke kuscheln in eine fremde Welt fliehen. Eine fremde Welt – sie würde sofort dorthin entfliehen. Hauptsache weg hier.

Tief in ihren Gedanken versunken, hielt sie die Fernbedienung in der Hand. Sie streichelte die Tasten. Wann hatte sie das letzte Mal eine ihrer Lieblingsserien gesehen? Sie wusste es nicht. Die Zeit war unwichtig geworden. Sie schaute hoch – ein riesiger Flachbildschirm zierte die Wand. Es war ein schönes Wohnzimmer. In der Ecke vor dem Fenster stand das Skelett eines Weihnachtsbaums. Die Beleuchtung lieferte schon lange kein heimeliges Licht mehr. Die Kugeln waren matt vom Staub und der Zeit. Unter dem Baum lagen noch immer unausgepackte Geschenke. Eine Erinnerung an alte, schönere Zeiten. Sie konnte in ihrer Erinnerung Kinderlachen hören und die gesungenen Weihnachtslieder. Und schon wieder war Weihnachten. Die Erinnerungen an vergangene Tage, drängten sich vehement auf. Gedankenverloren drehte sie an ihrem Ehering.

***

Nadja war ein Christkind. Sie wurde am Heiligen Abend geboren. Matthew und sie waren überglücklich. Dieses kleine perfekte Wesen.

Nadja war bei dem Vorfall drei Jahre alt. Matthew und Mina wollten ein kleines gemütliches Weihnachtsfest mit ihrem Geburtstag kombinieren. Am Heiligen Abend saßen sie gemütlich und beobachteten ihre Tochter mit ihren Geschenken. Dann kam der Stromausfall. Das Chaos auf den Straßen, war schon nach drei Stunden ohne Strom ausgebrochen. Die Leute plünderten die Geschäfte.

Die weihnachtliche Dekoration wirkte nun bedrohlich im Dunkeln. Zeugte von heuchlerischer Sicherheit. Das Fest der Liebe. Aber keiner liebte den Nächsten. Zum Glück war Matthew vorbereitet. Sie hatten Vorräte für mehrere Monate. Das Haus musste erst mal nicht verlassen werden. Sie konnten sich etwas Normalität vorheucheln und genossen die ruhige Zeit mit ihrer Tochter.

Dann waren die Vorräte aufgebraucht. „Schatz, ich werde mal sehen ob ich bei den Nachbarn was finde. Die Häuser stehen schon seit Wochen leer.“ „Oh Mat. Ich hab so Angst. Was, wenn dir etwas zustößt? Was sollen wir dann machen.“ „Es wird schon nichts passieren, hier war schon seit Monaten keiner mehr hier in der Straße. Ich bin gleich wieder da. Außerdem haben wir den Ernstfall doch geprobt. Wenn mir etwas geschieht, weiß ich dass ihr beide das schaffen werdet.“ Er umfasste Minas Gesicht mit seinen Händen und blickte ihr tief in die Augen. Sie nickte. Sie war vorbereitet. Matthew hortete schon einige Zeit Lebensmittel und andere überlebenswichtige Dinge. Sie hat es damals belächelt, aber jetzt war sie ihm dankbar.

Bei einem seiner Streifzüge kam er nicht mehr zurück. Sie wartete einige Tage. Nachts kletterte sie aufs Dach um zu sehen, wie die Umgebung sich verändert hatte. Überall konnte sie schwelende Brände sehen, aber selten sah sie  Menschen von Schatten zu Schatten zu huschen.

Sie hatte wahnsinnige Angst. Was sollte sie mit dem Kleinkind machen. Wie sollte sie überleben. Sie saß vor dem Bett ihrer Tochter. Die Kleine war einfach so hübsch.

Tränen liefen ihr über die Wange. Tränen der Trauer über den Verlust ihrer großen Liebe und vor Angst, wie sie ihre süße unschuldige Tochter schützen sollte.

******

Matthew verließ ihr sicheres Zuhause so ungern. Aber die Vorräte neigten sich dem Ende zu. Er musste gehen. Er küsste Mina und Nadja. „Ich bin bald wieder da. Macht hinter mir zu und kein Licht.“ Sie nickten. Er winkte zum Abschied. Das war das letzte Mal, dass er seine Familie gesehen hatte. Seine Ausflüge mussten immer weiter ausgedehnt werden. Alleine war das sehr mühsam. Er hatte angefangen sich der nächsten größeren Stadt zu nähern. Mehr Vorräte, aber auch gefährlicher.

Heute war er auch noch abgelenkt. Nadja hatte bald Geburtstag und er wollte etwas für sie besorgen. Deswegen achtete er auch nicht auf seine Umgebung. Ein großer Fehler derjenigen, die sich zu sicher fühlten. Als er die Geräusche hinter sich hörte, war es zu spät. Ein Schlag gegen den Kopf und er fiel bewusstlos hintenüber.

Als er seine Augen aufschlug schmerzte das grelle Licht in seinen Augen. Sein Kopf brummte und er hatte wahnsinnigen Durst. Seine Zunge fühlte sich an wie Watte. „Ah, die Prinzessin ist aufgewacht. Sag dem Boss Bescheid. Ich komme gleich mit unserem Fang nach.“ Matthew war verwirrt. Was war geschehen. Sein Blick wurde schärfer und er nahm seine Umgebung jetzt genauer wahr. Ein karger Raum. Nur ein Tisch und der Stuhl auf dem er gefesselt saß. „Wo…“ krächzte er. „Wo bin ich, was ist geschehen?“ „Du bist bei uns. Du bist in unser Revier eingedrungen und hast ungenehmigt gewildert. Das wird normaler weise mit dem Tode bestraft. Mit sofortiger Hinrichtung. Aber irgendwie hatte ich meinen Sozialen. Nathan soll über dich entscheiden.“ „Nathan?“ „Ja der Boss hier. Du wirst ihn mögen.“ Er lachte bösartig. Verdammt. Er war sich zu sicher gewesen. Hätte er doch die Stadt nur gemieden. „So, auf Prinzessin. Bewege deinen Hintern. Der Boss will dich sehen.“

„Wie heißt du?“ „Stimmt, wir haben uns ja noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Norman. Die rechte Hand des Bosses. Also stell dich besser gut mit mir, wir werden viel, viel netten Kontakt haben.“ Er unterstrich seine letzten Worte mit einem Tritt gegen Matthews Knie. Er stöhnte auf und biss sich auf die Lippen. „Wie ist dein Name, Prinzessin?“ „Matthew.“ Quetschte er gepresst hervor. „Mattie. Schön, dann beweg dich. Nathan wartet nicht gerne.“

**********

Matthew hatte versprochen nie länger als eine Woche weg zu bleiben. Sie hatten abgemacht, dass sie dann ihre Sachen nehmen und aufbrechen sollte. Auf einer Karte hatten sie einige Punkte markiert, die Matthew im Laufe der Zeit besichtigt hatte. Sie holte die Karte und plante ihren Weg. Morgen wollte sie aufbrechen. Eine Notiz würde Matthew zeigen, dass sie noch lebten und weiter gezogen waren. Das war ihr Plan. Jetzt war es soweit. Sie musste aufbrechen. Seufzend ging sie schnell ihre Rucksäcke durch.

*******

Matthew stolperte mehr, als er lief. Norman lief hinter ihm und stieß ihn ständig mit dem Gewehr in den Rücken und gaggerte. Dann endlich standen sie vor einer Tür. Norman klopfte und sie öffnete sich. „Norman, ist unser Gast endlich erwacht. Bring ihn her.“ Eine tiefe, raue Stimme war zu hören. Matthew bekam eine Gänsehaut. Die Stimme klang kalt und berechnend.

„Komm her Neuer. Lass dich anschauen, ob du gute Ware bist.“ Norman schubste Matthew und er stolperte nach vorne. „Ja, das sieht gut aus. Für dich werden wir einen guten Preis bekommen.“ „Bitte, lasst mich gehen. Ich hab eine Frau und eine kleine Tochter, die mich brauchen.“ „So, so. Norman, wie wäre es mit einer Familienzusammenführung? Wo ist deine Familie?“ Zu spät bemerkte Matthew seinen Fehler. Wie konnte er nur seine Familie erwähnen? „Antworte.“ Fauchte Norman. „Nein, auf keinen Fall.“ „Ach, rebellisch? Das werden wir ändern. Der Kunde will keinen Rebellen. Also Norman, du weißt was zu tun ist. Mach ihn gefügig.“ „Aber gerne doch. Es gibt so einige, die mal wieder bisschen Spaß gebrauchen können. Die Moral muss wieder bisschen angehoben werden. Wenig Frischfleisch die letzte Zeit gehabt. Komm Prinzessin.“

*******

Fortsetzung folgt

9 Gedanken zu „Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 1 von 8“

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