Projekt TXT*

Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 2 von 8

Weiter geht es mit meiner Geschichte

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Hier findet ihr den Anfang

und HIER die einzelnen Beiträge


  1. Kapitel

Was bisher geschah…. Während des Weihnachtsfest kam es zu einem Stromausfall. Matthew war gut vorbereitet und die kleine Familie konnte noch eine gewisse Zeit mit den Vorräten überleben. Aber diese gingen langsam zu neige. Immer weiter musste Matthew seine Runden ausdehnen. Bei einer dieser Runden wurde er gefangen genommen. Mina muss sich mit Nadja jetzt alleine durchschlagen.

An Anfang hatte Mina noch das Auto genommen. Es fanden sich viele Autos auf dem Weg. Aber mit den Jahren wurden sie weniger nutzbar. Die Batterien waren kaputt oder der Sprit verdorben. Aber das war kein Problem. Fahrräder gab es zu genüge. Alles besser als mit einem Kleinkind zu laufen. Nadja hat das Fahren schnell gelernt. Sie war ein sehr aufgewecktes Mädchen. Immer bedacht ruhig und vorsichtig zu sein. Das erleichterte die Flucht.

„Mami, meinst du der Weihnachtsmann wird uns finden, wenn wir immer unterwegs sind?“ „Schatz, natürlich findet er uns. Er ist ein magisches Wesen, er findet immer die Menschen. Und du bist so brav, da wird er sich viel Mühe geben, nach dir zu suchen.“ Sie nickte beruhigt und strampelte fröhlich weiter. Sie summte eines der Weihnachtslieder, welches sie von Mina gelernt hatte.

******

„Matthew?“ Er blickte mit geschwollenen Augen nach oben. „Ja?“ „Komm, dein neuer Besitzer ist da. Lass dich bisschen aufhübschen. Wir wollen ja nicht, dass du da hängst wie ein alter Sack. Er soll ja sehen, was für ein Prachtbursche du bist.“ „Und wie willst du meine Blessuren erklären?“ „Ach, das ist nichts Außergewöhnliches. Es unterstreicht nur, dass du an Bestrafungen nicht kaputt gehst.“ „Na toll.“ Er folgte Norman – die Prozedur kannte er schon. Er hatte aufgehört zu zählen, wie lange er schon hier war. Es mussten Monate sein. Er zog sich aus und stieg in die geflieste Duschkabine. Aber das Wasser kam nicht aus dem Hahn. Seit kein Strom mehr da war, gab es kein fließendes Wasser mehr. Norman übergoss ihn mit eiskaltem Wasser, und schrubbte ihm mit einem Schrubber am Stiel ab. Matthew, hatte aufgehört sich zu wehren. Es war weniger schmerzhaft und schneller vorbei. Er hatte begriffen, dass er keine Chance gegen die Leute von Nathan hatte. Wenn er Mina irgendwann wieder sehen wollte, dann musste er die Zähne zusammen beißen. Zum Glück hatten sie seine Familie nicht mehr vorgefunden. Sie hatte also den Plan eingehalten und war fortgezogen. Wenn er jemals frei käme, würde er jeden einzelnen Punkt aufsuchen, den er markiert hatte. In Gedanken  hatte er sie schon zigmal aufgesucht. Sie waren sein Anker um nicht durchzudrehen. Sein einziger Grund nicht aufzugeben. Sie würden irgendwann wieder zusammenkommen. Das hoffte er ganz fest. War Nadjas Geburtstag schon gewesen? Er wusste es nicht. Ein Schluchzen entwich ihm. „Ach Süßer – so schlimm wird es schon nicht. Wir werden dich auch vermissen. Hatten wir doch paar nette Stunden miteinander verbracht. Es ist immer schön der Erste zu sein. Das wirst du nie vergessen. Ich werde immer ein Teil deiner Gedanken sein. Matthew wollte sich auf ihn stürzen, aber er vergaß, dass seine Füße gefesselt waren. Schon landete er unsanft auf dem Boden. Ein grollendes Lachen entwich Norman. Er warf Matthew seine Kleidung hin. „Komm zieh dich an. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.

***

Als Mina mit Nadja flüchtete hielt sie sich anfangs genau an den Lageplan den Matthew entworfen hatte. Sie hoffte immer beim nächsten Treffpunkt auf ihn zu treffen. Ihre Hoffnung schwand von Ort zu Ort. Matthew hatte bewusst immer Friedhöfe ausgewählt. Dort würde keiner schauen. Keiner würde damit rechnen, dass jemand auf einem Friedhof Unterschlupf suchen würde. Er hat die sichersten Gruften ausgewählt und sie mit einem ausgemachten Zeichen markiert. Und er hatte immer eine kleine Menge an Vorräten dort deponiert. Nicht viel. Es sollte nur für eine Nacht maximal zwei Nächte reichen. Diesen Tipp hatte er von einem Russen, der im zweiten Weltkrieg der Verfolgung entgehen wollte. Er hatte ihm erzählt, dass sie Flüchtlinge immer auf den Friedhöfen Sicherheit fanden.

Es war kalt und ungemütlich in diesen Grüften. Aber Nadja war immer gut gelaunt. Sie erleuchtete diesen tristen Raum. Manchmal machte sie ein kleines Feuer um sich bisschen aufzuwärmen. Aber nur wenn es schon dunkel war, damit man den Rauch nicht sehen konnte.

Aber zu Weihnachten suchte Mina immer eine Wohnung. Zu Weihnachten wollte sie es immer gemütlich und traditionell haben. Das war ihr wichtig. Sie brauchte das für die Hoffnung.

Sie hatten mittlerweile, in den drei Jahren fast alle markierten Orte von der Karte aufgesucht. Aber Matthew war nie aufgetaucht. Es wurde Zeit sich einen sicheren Ort zu suchen und sich mit Nadja irgendwo nieder zu lassen. Sie waren an vielen verlassenen Bauernhöfen vorbei gekommen. Viele waren von den Straßen einzusehen. In den vielen Stunden die sie gelaufen, gefahren oder auch geradelt sind, hatten sie eine kleine Oase gefunden. Das war letztes Weihnachten. Dort hielten sie sich einige Tage auf.

„Mami, Mami. Schau mal was ich gefunden habe.“ Mina drehte sich zur Tür. Ihre süße kleine Tochter stand dort mit einem Stoffhasen. „Der ist ja toll. Nimm ihn mit. Er wird einsam sein hier.“ „Oh ja. Dann habe ich endlich auch einen Freund.“ Diese Worte machten Mina unsagbar traurig. Mit ihren sechs Jahren wirkte Nadja oft so erwachsen. Es tat ihr unendlich leid, dass sie keine Kinder in ihrem Umfeld hatten. Sie waren schon lange nicht mehr auf Überlebende getroffen. Drei Jahre waren sie jetzt schon unterwegs. Keine Spur von Matthew.  Dieses Haus war perfekt geeignet um sich nieder zu lassen. Allerdings waren noch einige Friedhöfe, die sie abklappern wollte. Die Hoffnung stirbt zu Letzt, sagt man doch.  Und sie machten sich noch ein letztes Mal auf um einen Hinweis auf Matthew zu finden.

Das war jetzt auch schon wieder ein Jahr her. Mina hatte Nadja zu sich heran gezogen. „Spätzchen. Kannst du dich an das schöne abgelegene Häuschen von letztem Jahr erinnern?  Dort hast du Edgar, den Hasen gefunden.“ „Oh ja, da war es schön. Gehen wir noch mal da hin?“ „Was würdest du sagen, wenn wir dort wohnen würden?“ „Meinst du Papa findet uns dort?“ „Ich werde ihm im letzten Grab eine Nachricht hinterlassen. Sollte er noch leben, wird er sie finden.“ Sie schaute bestürzt. Der Tod war nichts Ungewöhnliches in ihrem Leben. Sie hatten schon einige brenzlige Situationen hinter sich. Viele waren gefährlich und manche hätten sie fast nicht überlebt. Aber sie waren stark. Und auch jetzt raffte Nadja ihre Schultern und nickte. „Ist Okay. Wenn Papa noch lebt, wird der Weihnachtsmann bestimmt meinen Wunsch erfüllen. Und ihn zu uns führen.“ Mina zog Nadja in ihre Arme. Am nächsten Tag würden sie zu ihrer letzten Runde aufbrechen. Und nächstes Weihnachten würden sie ein neues Zuhause haben.

Fortsetzung folgt.

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