Projekt TXT*

Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 3 von 8

Weiter geht es mit meiner Geschichte

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Hier findet ihr den Anfang

und HIER die einzelnen Beiträge

  1. Kapitel

Was bisher geschah….Matthew war bei einem Sklavenhändler gelandet. Dort hatte er es nicht leicht und sollte jetzt weiter verkauft werden. Mina und Nadja liefen derweilen die Fluchtpunkte, die Matthew präpariert hatte ab. Aber nirgendwo fanden sie ein Lebenszeichen von Matthew. Es war Zeit sich fest niederzulassen. Einen Versuch wollten sie noch starten, bevor sie die kleine Oase, die sie gefunden hatten, ansteuerten um dort fest zu leben.

„Ist das die neue Ware, die sieht ja furchtbar aus. Wenn ihr gutes Geld für eure Sklaven haben wollt, solltet ihr sie besser behandeln. Der sieht ja aus, als hättet ihr ihn hinter einen Pferdewagen gespannt. Ich nehme ihn, aber ich zahle nicht den vollen Preis, wer weiß was ihr bei dem kaputt gemacht habt.“ „Olli. Mein Freund. Komm, der ist gut in Schuss. Der wird dir gute Dienste leisten. Ich wette mit dir, dass du den sogar für Kämpfe einsetzen kannst. Der wird dir viel Geld bringen. Die Schrammen heilen. Du weißt, wir müssen sie etwas gefügig machen. Aber er ist jetzt zahm. Er hat Familie. Die haben wir aber leider noch nicht gefunden. Aber vielleicht hast du mehr Glück.“ Ollie lief um Matthew herum. Schnalzte mit der Zunge, blickte unter seinen Lendenschurz. „Hm. Ich weiß nicht. Sagen wir dreiviertel und wir kommen ins Geschäft. Du weißt, der Markt ist zurzeit überlaufen. Du wirst kaum einen besseren Preis für ihn bekommen.“ Matthew biss die Zähne zusammen. Wenn er könnte wie er wollte. Aber er wollte Leben. Er musste entkommen, um Mina und Nadja zu finden. Dafür würde er auch diese Erniedrigungen und alles andere auch überstehen. Das wichtigste war seine Familie.

„Na gut – machen wir einen Freundschaftspreis. Du bist ein guter Kunde. Dreiviertel ist ok.“ Sie schlugen ein und das Geschäft war besiegelt. Norman legte Matthew ein Seil um den Hals und schlug ihm auf die Schultern. „Gut mein Freund, ich denke wir werden uns nicht wieder sehen. Selbst wenn ich in deinen Augen sehe, dass du das gerne ändern würdest. Vergiss es. Du wirst mich niemals töten können.“ Ein erneuter Schlag auf die Schultern und Norman übergab Ollie die Leine.

***

Mina hatte sich ein Tuch um den Kopf gewickelt und Nadja auch. In einer Kammer haben sie Putzmittel gefunden. Es wurde Zeit ihr neues Zuhause bewohnbar zu machen. Sie waren ein weiteres Jahr gereist und hatten nach Hinweisen gesucht – erfolglos.  Sie standen am Eingang des Hauses. Jeder einen Eimer Wasser in der Hand und einen Schrubber in der anderen. Sie blickten sich an und nickten. Mina ging in die Küche und Nadja sollte sich ein Zimmer aussuchen und da anfangen. Entschlossen schob Nadja ihre Unterlippe hervor. Das machte sie immer wenn sie sich konzentrierte. Dann ging sie nach oben. Mina hörte sie einen Rundgang machen und dann im Zimmer, am Ende des Gangs mit dem schönsten Ausblick, herum räumen. Das Elternschlafzimmer lag entgegengesetzt. Aber erst war die Küche dran.

Stunden später trafen sich die beiden im Wohnzimmer. „Und? Bist du gut vorangekommen?“ Fragte Mina. „Oh ja. Das wird ziemlich schön werden. Jetzt brauche ich nur noch bisschen was weihnachtliches. Meinst du ich kann immer Weihnachten in meinem Zimmer haben?“ „Wenn du das willst. Es ist dein Zimmer. Aber dann ist es nichts Besonderes mehr, oder?“ Nadja überlegte. „Weihnachten ist immer was besonders. Aber ich überlege es mir noch.“ Damit drehte sie sich um und ging wieder nach oben. Sie trällerte wieder ein Weihnachtslied und hüpfte die Treppe hoch.

Ohne Nadja wäre sie schon längst am Ende gewesen. Sie hätte nie die Treffen mit anderen Gruppen überlebt. Ihr einziger Grund zu überleben war Nadja gewesen. Dafür hatte sie einiges über sich ergehen lassen.

Sie wandte sich wieder der Küche zu. Sie probierte den Herd. Es war ein altmodischer mit Holz zu befeuernder Herd. Da es ja kein Strom und Gas mehr gab, war das ein Glücksfall. Um sie herum wuchsen genügend Bäume, da würde es nie knapp werden.

In einer Woche war Weihnachten. Bis dahin wollte sie das meiste  erledigt haben. Bis dahin sollte das Haus weihnachtlich geschmückt sein. Gut, dass die vorherigen Besitzer so viel Dekoration angeschafft hatten. Das würde toll werden. Mina freute sich auf das kleine Stück Normalität, das sie sich zurück erobern würden. Sie hatten einiges an Vorräten sammeln können. Es würde zwar knapp werden, aber im nächsten Frühjahr würde sie die Beete anlegen. Ein einfaches Leben.

***

„Wie ist dein Name, Sklave.“ „Matthew.“ „Hör zu. Wir müssen jetzt erst mal hier heraus kommen und dann werden wir die Regeln festlegen. Ist das klar, Sklave?“ „Ja.“ „Das heißt: Ja, Master.“ Matthew hob die Augenbrauen. Das war wohl ein Scherz. Aber Ollie lächelte nicht und zwinkerte auch nicht. Er meinte das Ernst. Und zur Unterstützung dieser Ansicht zog er an Matthews Leine. „Ja, Master.“ Sagte er sarkastisch. Ollie bemerkte nichts und nickte zufrieden. „Du bist ein Prachtstück. Ich glaube ich werde für dich noch mal viel Geld bekommen. Es gibt viele einsame Frauen, die gerne einen solchen Prachtburschen in ihr Bett holen.“ Bei dem Gedanken, rieb er sich die Hände.

Ich muss hier verschwinden. Wie soll ich nur entkommen um meine Familie zu finden? Es muss auf dem Weg geschehen. Wenn ich erst in seinem Lager angekommen bin, werde ich verloren sein.  Matthew überlegte fieberhaft. Ihm fiel einfach keine Lösung ein. Für solche Situationen war er nicht vorbereitet. Wie soll man sich auch auf so was vorbereiten? Er schlappte hinter Ollie her. Als es dunkel wurde, machte er Feuer und kümmerte sich um den Fisch, den sie im See gefangen hatten. Ollie fesselte ihn an einen Baum. „Mach keinen Blödsinn. Von den Fesseln kannst du dich nicht befreien, also versuch es erst nicht. Das verunstaltet dich nur noch mehr.“

Matthew schluckte eine bösartige Bemerkung herunter und lies sich widerwillig fesseln.

Unbequem lehnte er an der rauen Rinde des Baums. Er versuchte das Seil am Stamm aufzureiben. Aber es war nicht möglich. Das funktionierte wohl dann doch nur in den Filmen. Er ließ die Schultern hängen und versuchte eine bequemere Position einzunehmen. Vielleicht konnte er doch etwas schlafen. Am Feuer lag Ollie und schnarchte laut. Wieder einmal verfluchte Matthew den Tag, an dem er unachtsam war. Hinter sich nahm er eine Bewegung wahr. „Pst. Bleib ruhig. Ich werde dich jetzt losschneiden. Dann steh langsam auf. Mach keine Geräusche. Ollie hat einen leichten Schlaf.“ Flüsterte der Schatten. Matthew verspannte sich. Konnte er dem Fremden trauen. Hatte er denn eine andere Wahl? Er flüsterte zurück. „Verstanden.“ Er spürte wie an den Fesseln gerissen und geschnitten wurde. Dann waren seine Hände frei. Er rieb sich die Handgelenke. Dann stand er so leise wie möglich auf. Immer ein Blick auf Ollie werfend. Langsam ging er Rückwärts. Er spürte einen Widerstand. Eine Hand legte sich in seinen Rücken und bremste ihn. „Jetzt dreh dich langsam um. Dort hinten ist ein dichtes Buschwerk. Das ist dein erstes Ziel. Wir treffen uns gleich dort.“ Matthew nickte. Er duckte sich und schlich zu der gezeigten Stelle. Erst als er im dichten Busch war, erlaubte er sich tief ein und auszuatmen. War das die Möglichkeit, die er schon so lange ersehnte? Oder kam er nur zu einer anderen, noch abartigeren Gruppe. Er tastete den Boden ab. Hier würde es bestimmt einen Ast geben, den er als Waffe verwenden könnte. Nochmal würde er sich jetzt nicht gefangen nehmen lassen. „So, hier bin ich. Lass das. Ich bin kein Feind. Ich bin ein Freund. Wir haben uns zu Aufgabe gemacht. Sklaven wie dich zu retten. Wir haben überall unsere Spitzel und die sagen uns dann wenn einer verkauft wurde. Wir haben schon viele gerettet. Willst du gerettet werden? Oder willst du dein Glück lieber bei Ollie versuchen? Halt dich still und du hast die Chance zu entkommen. Mach mir Ärger und ich schicke dich geradewegs zurück. Deine Entscheidung. Leg den Ast weg.“ Matthew zögerte. Es klang zu gut um wahr zu sein. Die Entscheidung fiel ihm nicht schwer. Was sollte schon groß passieren. Er könnte höchstens zum nächsten Sklavenhändler gebracht werden.  Also ließ er den Ast fallen. „Das war die richtige Entscheidung. Komm, wir müssen uns jetzt beeilen. Es wird bald dämmern und Ollie wird es nicht so toll finden, wenn seine fette Beute entwischt ist.

Fortsetzung folgt

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