Schreibkicks

Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze

Ich hoffe ihr habt das Jahr sicher und gut gestartet? Bei uns war es lustig und entspannt. Jetzt muss nur noch die Bowle aus dem Blut verschwinden ;-)

Ich nutze die Schreibkicks wieder für mein neues Team. Aber ich muss noch kurz erwähnen, dass den Schreibkickern ein Teil vielleicht entgangen ist, da ich eine Überleitung zu der heutigen Geschichte brauchte. HIER könnt ihr gerne nachlesen, ist aber nicht wichtig für diesen Teil. Ein ganz kurzer Teil nur.

Mit dabei waren:

Keya, die neue Freundin ist eine Baumnymphe, die den Weihnachtsbaum beschützt. Nur so kurz.

Bisher erschienen:

Schreibkicks – die vererbte Zeitkapsel

Schreibkicks – Weihnachstspezial – Die Sache mit dem Rentier

Mach was…mit einer Festtags-Leckerei


Schreibkicks – Das Märchen der guten Vorsätze

Unser erstes Silvester. Nach einigen kleinen Zwischenfällen ist es richtig gut geworden. Das Feuerwerk war einfach traumhaft. Ich war ja nicht wirklich Fan davon, aber sogar ich konnte mich nicht dieser Schönheit entziehen. Ich – ja wenigstens ich und Richard, waren halt auch nur Menschen.

Amelia, unser guter Hausgeist, war ja bisschen angesäuert, weil wir so leckere Sachen essen konnten. Als Geist wurde ihr dieses Vergnügen ja leider verwehrt. Keiner so wirklich auf ihr Gejammer eingegangen. Keiner achtete wirklich auf sie. Während wir also noch das hübsche Feuerwerk bewunderten, versetzte sie unsere alkoholfreie Bowle, mit allem möglichen alten Flaschen aus dem Weinkeller. Ein dämonisches Lachen entwich ihr.

Schwatzend kamen wir aus der Eiseskälte wieder herein. Da das Haus noch nicht komplett eingerichtet war, holte ich schnell meinen MP3 Player – ja bisschen antiquiert – aber ich hätte auch noch einen mobilen CD-Player – also ist der MP3 Player schon modern. Dort ließ ich meine Play List laufen. Alles Lieder der achtziger. Die Musik machte einfach Laune. Sofort fing ich an zu tanzen. Ich schnappte mir Morphi und wir tanzten. Ich tanzte und Morphi versuchte seine Bandage zusammen zu halten. Denn bei jeder Drehung wickelte sich ein Stück ab. Keya, unsere neue Freundin, ging richtig aus sich heraus. Wo doch Baumnymphen eher zurückhaltend sind. Sie schnappte sich ein aufgewickeltes Ende und wickelte sich immer näher an Morphi. Das gefiel ihm so garn nicht. Er zog und zog, damit wirbelte er sie herum, so dann sie am Ende in Franks Armen landete. Der so perplex war, dass er sie gleich wieder fallen ließ.

Dracula brachte die Bowle – er hatte sich seine mit bisschen Blut angereichert – oder eher umgekehrt.

„Kommt, wir müssen noch unser Tischfeuerwerk entzünden und Bleigießen spielen. Ein Wunder, dass du noch ein Set bekommen hast. Ist doch dieses Jahr verboten worden.“ „Ich hab so meine Quellen.“ „Hört, hört – unser heimlicher Bad Boy?“ Richard errötete leicht. Ich hatte mittlerweile schon so einige Gläser von der Bowle und mir ging es immer besser. Ich konnte kaum aufhören zu lachen. Wir zündeten die Wunderkerzen an und mussten dabei noch Morphi löschen, der es nicht lassen konnte und auch unbedingt eine zünden wollte. Die alten Bandagen brennen recht schnell.

Wir tanzten ausgelassen durch die große Halle. Dann fielen wir alle ermattet und ziemlich betrunken auf den Boden. Von allen, sagen wir Menschen, die meisten anderen waren ja irgendwie tot, hob sich die Brust außer Atem. Und dann kam das Monster. Es klopfte an die Tür, glaube ich. Oder es schallte einfach nur wie ein Todeshauch durch die Halle. Ich übertreibe nicht – so habe ich das in Erinnerung – der Alkohol mag das verstärken, aber es wisperte sehr laut. „Vorsätze, sagt mir eure Vorsätze. Ich brauche eure guten Vorsätze.“ „Pst, flüsterte Minerva, habt ihr das gehört?“ Dracula war stocksteif geworden, Morphi versteckte sich hinter Frank, Keya tarnte sich an dem Weihnachtsbaum. Richard und ich blickten uns verständnislos an. „Was ist denn?“ Meinte Richard. „Vorsätze. Das Monster der Vorsätze sucht die Häuser heim.“ „Na, das ist doch normal, oder. Man macht Vorsätze, um sie dann eh zu brechen, dann fühlt man sich mies. Der Lauf des Silvester/Neujahr Tags.“ Minerva schnaubte: „Menschen, sie wissen es nicht. Es gibt ein altes Märchen, und ihr wisst ja wie das mit Märchen ist. Es steckt immer ein Stück Wahrheit drin.  Hört zu.“

Wir rutschten in die Mitte des Raums, in dem ein Lagerfeuer erschien. Um uns herum entstand ein dichter Wald. Es war einfach fantastisch mit Fabelwesen zu leben, sagte mir mein umnebeltes Gehirn. „Das Monster, der guten Vorsätze. Seit die Menschen rational denken gibt es dieses Monster.  Es schleicht sich zum Jahreswechsel in die Gehirne der Menschen.  Seine Aufgabe ist es, sie zu manipulieren. Du!“ Ich zuckte zurück. „Wie oft hast du dir irgendwas vorgenommen im neuen Jahr?“ „Äh, isch glaub, jedes Jahr.“ Nuschelte ich. „Und wie oft hast du es gebrochen?“ „Isch glaub jedes Jahr.“ Wiederholte ich. Richard stimmte mir nickend hinzu. „Seht ihr. Jedes Jahr, jeder Mensch. Bei uns klappt das nicht – das hat das Monster aber auch schon probiert. Aber schnell aufgegeben, da wir ihm die Energie entzogen haben, die er so mühevoll aufgesammelt hat.

Also.“ Stoppte Minerva geheimnisvoll. „Ihr wisst, die Menschen sind so ziemlich das schlimmste, was es auf der Erde gibt. Keine Rasse hat so viel  Zerstört. Und in den dunklen Zeiten, als der Glaube an die mächtigen Götter noch stark verbreitet waren, beichteten die Menschen zum Neujahr ihre Sünden. Und schworen ihnen ab, da sie die Bestrafung der Götter fürchteten. Aber, da die Menschen sich nie bessern würden, entstand dieses Monster. Es ist quasi ein Abfallprodukt, der Menschlichen Verfehlungen. Es streicht durch die Wohnstätten der Menschen und haucht ihnen den Willen der Vorsätze ein. Dann labt es sich an den Verzweiflungen, wenn sie nicht eingehalten werden. Es ist widerlich. Denn, es raubt dir immer ein ganz kleines Stück deiner Seele. Jedes Jahr ein bisschen. Die Menschen verzweifeln und jammern, dass sie nicht Willensstark genug sind und diese Verzweiflung, ist die Nahrung des Monsters.“ „Aber, wenn keiner gute Vorsätze hätte, würde überhaupt eine Veränderung stattfinden?“ Fragte ich. „Was meinst, du? Würdest du eine Schokotorte essen, wenn du es dir nicht verboten hättest?“ „Bäh, wohl eher nicht?“ „Siehst du. Dein gesunder Menschenverstand, würde dich daran hindern. Ebenso würdest du von dir aus, mit Sport anfangen, oder was du sonst gerne machen würdest. Je mehr Druck du dir machst umso eher ist es zum Scheitern verurteilt und so mieser fühlst du dich. Und das Monster der Vorsätze wächst und wächst.“  Entschlossen stand ich auf. „Gut, mit dem heutigen Tag, werden die guten Vorsätze hier verbannt. Es wird nie wieder gute Vorsätze geben, nur glückliche Menschen.“ In meiner Hand erschien, durch Zauberhand ein Glas Sekt. „Darauf erheben wir die Gläser. Hier wird es nur entspannte Menschen geben.“ Sie blickten mich alle zweifelnd an. „Gut, ich ändere es. Es wird Menschen geben, die aus sich heraus, das Beste machen, nicht weil sie es sich aufdrängen lassen. Das Monster der guten Vorsätze hat hier keinen Zutritt.“ Ich meinte ein tiefes grummeln draußen vor der Tür zu hören. Aber das Glas Sekt, spülte alles hinunter. Und wir feierten entspannt das neue Jahr.

 

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19 Gedanken zu „Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze“

  1. GENAU – je mehr Druck, desto weniger funktioniert es!!! SUPER!
    Wobei ich mich schon gerade frage, was Morphi wohl für einen Vorsatz gefasst hätte? Regelmäßig die Bandagen waschen? Diese Truppe ist einfach GROSSARTIG!! Wird es Fortsetzungen geben??
    So oder so freue ich mich auf weitere gemeinsame Schreibkick-Schreib-Abenteuer! :D
    Liebe Grüße
    Nicole

    Gefällt 1 Person

    1. Ich hatte es fast überlegt, dass er das macht. Aber ich wollte nicht ganz so ausschweifen.
      Ich hoffe, dass ich noch paar schöne Ideen zu der Truppe habe.
      Ich freue mich auch auf die kommenden Geschichten.
      Liebe Grüsse

      Gefällt 1 Person

  2. Hey Rina,

    oha, die Sache mit dem Vorsätzemonster erklärt natürlich so einiges. So kann das selbstverständlich nicht funktionieren :-)
    Eine sehr gelungene Fortsetzung!!! Ich freue mich auf weitere Teile!

    Liebe Grüße,
    Sabi

    Gefällt 1 Person

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