Projekt TXT*

Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 8 von 8

Heute endet meine Geschichte – ich hoffe, denen, die dabei geblieben sind hat sie gefallen. Danke fürs lesen. 

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Hier findet ihr den Anfang

und HIER die einzelnen Beiträge

  1. Kapitel

Was bisher geschah: Matthew freute sich, dass seine Familie entkommen war – aber jetzt startete die Suche erneut. Wie wird er auf seine Familie stossen, hatten sie die Flucht gut überstanden? Endlich würde Mina ihre Tochter befreien. Aber die Flucht klappte nicht reibungslos. Sie wurden entdeckt und Mina musste handeln um sie retten zu können. Jetzt waren sie frei und flüchteten. Würden sie jetzt bald alle drei wieder zusammen treffen und ein Weihnachtswunder erleben?

Endlich waren sie frei. So lange waren sie in diesem furchtbaren Camp gefangen. Jetzt wurde es Zeit was Festes zu finden und zur Ruhe zu kommen. Sie wollte noch paar Fluchtpunkte auf der Karte ansteuern, für den Fall, dass Matthew noch leben würde und sie suchte. Aber es neigte sich dem Ende ihrer Reise zu. Sie konnte einfach nicht mehr lange weiter gehen. Es wurde zu anstrengend.

Dann fanden sie das kleine Häuschen wieder.

***

Matthew war noch einige Fluchtpunkte abgegangen. Endlich fand er wieder ein Lebenszeichen. Er atmete tief durch. Ihm wurde ganz schwindlig. Sie lebten. Sie lebten und er würde sie bald wieder sehen. Im letzten Unterschlupf hatte sie eine Spur hinterlassen. Er hatte alle davor schon vernichtet, um nicht zufällig entdeckt zu werden. Auch diesen Hinweis würde er vernichten, sobald er sie gefunden hatte.

***

Heute war Weihnachten. Mina saß auf der Veranda. Das Haus war sauber, geschmückt und alle Zimmer nützlich. Der Garten war teilweise vorbereitet. Im Nächsten Frühjahr würden sie anfangen, das gefundene Saatgut einzusetzen. Das Leben würde anders werden, aber sie hatten überlebt. Jetzt war es daran vorauszublicken. Der Nebel verwandelte ihr kleines Grundstück, das so gut abgeschottet war in einen Zauberwald. Sie hatte eine Tasse Kräutertee in der Hand, als sie ein Geräusch vernahm. Ein Schatten bewegte sich durch den Nebel. „Nadja, hol mir schnell mein Gewehr.“ Nadja stolperte ins Haus und kam mit dem Gewehr, das ihr eigentlich viel zu schwer war, wieder hinausgewankt. Unsicher versteckte sie sich hinter ihrer Mutter, die sich mühevoll aus dem Stuhl gequält hatte. „Bleiben sie stehen.“ Rief sie in den Nebel. „Ich hab ein Gewehr und kann damit umgehen.“ Leicht zitterte sie. Aber sie war fest entschlossen ihr Heim zu verteidigen. Aus dem Nebel schälte sich eine Figur. Sie konnte erkennen, dass sie die Arme nach oben hielt.

Ruhig versuchte sie tief einzuatmen, was ihr in letzter Zeit nicht leicht fiel. Ein Mann manifestierte sich. Sein Gesicht hatte einen dichten Bart. Aber die Augen – sie ließ das Gewehr sinken. Nadja bemerkte eine Veränderung an der Stimmung ihrer Mutter und trat schüchtern hinter ihr vor. „Mami?“ Mina streichelte beruhigend ihren Kopf. Langsam trat sie die Treppe hinab. Der Mann kam auf sie zu. Sie standen etwas entfernt gegenüber. Das Gewehr fiel ihr aus der Hand. Dann rannte sie, so gut sie noch konnte, auf ihn zu. Er fing sie auf und drückte sie, so dass sie fast keine Luft mehr bekam. „Matthew.“ Sie weinte und lachte.

***

Der Nebel erschwerte Matthew den Weg. Er stapfte durch diesen kleinen Wald, der das Grundstück, das sie markiert hatte, umgab. Sie hatte eine gute Wahl getroffen. Dieses Gebiet war nicht einsehbar. Selbst jetzt im Winter. War es dicht genug, dass sogar Licht geschluckt wurde. Langsam bewegte er sich vorwärts. Er wollte niemanden erschrecken. Mit erhobenen Händen betrat er das Grundstück. Er hörte die Warnung, die sie aussprach. Seine Hände zitterten. Sein Herz schlug bis zum Hals. Seine Familie. Hinter ihr stand ein kleines Mädchen. Seine Nadja. Er trat aus dem Nebel in das Licht. Sie ließ die Waffe sinken. Er starrte sie an. Eine Wölbung war unter dem Dicken Pullover zu erkennen. Ja – sie war schwanger. In diesem Moment stürmte sie auf ihn zu. Er fing sie auf und musste sie drücken. Er drückte sie so fest, dass sie schnaufte. Niemals wieder würde er sie los lassen. Seine große Liebe. Sein Leben.

***

„Matthew.“ Flüsterte sie. Sie löste sich unsicher von ihm. Trat einige Schritte zurück. Vorsichtig streichelte sie ihren Bauch und blickte ihn herausfordernd an. Er trat auf sie zu. Streckte seine Hand aus und streichelte ebenfalls über den Bauch. „Wir bekommen ein weiteres Kind.“ Strahlte er. Er bemerkte wie sie sich entspannte. „Ja, wir bekommen ein weiteres Kind.“ Nadja trat hinter ihr auf die Treppe. „Mami?“ Sie drehte sich um und hielt ihren Arm auf. “Komm Schatz, lerne endlich deinen Vater kennen.” Nadja trat Matthew entgegen. Beide sahen sich unsicher an. Matthew bückte sich und hielt vorsichtig die Arme auf. Dann stürmte Nadja in seine Arme und er konnte nach so langer Zeit seine Tochter umarmen. Ein Weihnachtswunder. Sie schloss die Augen und dachte an den Weihnachtsmann und den Wunschzettel, den sie heute Morgen auf das Fensterbrett gelegt hatte. Dort stand nur ein einziger Wunsch drauf. Und der Weihnachtsmann hatte ihn ihr erfüllt. Sie drückte sich fest an ihren Vater. Und wenn man ganz genau hinhörte, konnte man in der Ferne leises Glockenklingen hören.

ENDE

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2 Gedanken zu „Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 8 von 8“

  1. Hey Rina,
    wow war das spannend. Ich finde den Aufbau deiner Geschichte super. Durch die Zurückschauen und Sprünge gewinnen die Charaktere an Tiefe und man beginnt richtig mitzufiebern. Auch das du es zeitlich so komprmiert erzählt passt einfach super. Bei so Dystopien wird oft viel in Details verschwendet, die dann irrelevant sind. Daher finde ich es auch toll, dass man von der Welt, die du beschreibst nicht viel weiß. Die Gefahr ist trotzdem spürbar, wie auch immer es jetzt genau dazu kam. Wär auf jeden Fall auch ein super Film oder eine Folge Black Mirror. ;)
    Und ich bin mega froh, dass es ein Happy End gibt. :)
    Grüße, Katharina
    von http://www.kathakritzelt.com

    Gefällt 1 Person

    1. Oh, vielen Dank, ich freue mich, dass du es gelesen hast.
      Man ist ja immer bisschen verunsichert. Vielen Dank für das tolle Feedback.
      Liebe Grüsse ❤ ❤ ❤ ❤

      Gefällt mir

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