Weihnachten, writing friday

Writing Friday – Weihnachten in Gefahr Part 1 v. 2

Der Writing Friday steht voll im Zeichen von Weihnachten und was wäre, wenn der Weihnachtsmann verschwinden würde? Hier ein Szenario, wie es hätte passieren können.

Die Geschichte werde ich auf zwei Parts aufteilen, damit ihr nicht soviel auf einmal zu lesen habt.


Der Weihnachtsmann war verschwunden, wer würde Weihnachten jetzt… die Geschenke verteilen? Hier eine Lösung für den Ernstfall

Sparkle ging, mit Ordnern bewaffnet in Richtung Weihnachtsmanns Büro. Dafür musste er durch den Kontrollraum, in dem die Wunschstatistiken geführt wurden. Von dort aus kam man in den Auftragsraum. Dort wurden die Wunschzettel abgearbeitet. Eine der abgehenden Türen, führte in den wohl wichtigsten Raum der ganzen Stadt. In den Artig/Unartig Raum, dort kam man auch nur mit einem besonderen Ausweis hinein. Hier wurde mit äußerster Konzentration gearbeitet. Jeder Elf saß nur eine halbe Stunde an den Listen und wurde dann ausgetauscht. Es durften keine Fehler passieren. Auch wurden die Listen immer gegengeprüft. Vor vielen, vielen ungezählten Jahren war ein Fehler passiert und ein artiges Kind bekam kein Geschenk. Dieses Kind verlor seine Magie. Es wurde zum Grinch. Deswegen war dies, neben dem Postamt, die wichtigste und heikelste Abteilung.

Sparkle wollte eigentlich nur die neuesten Auswertungen zum Weihnachtsmann bringen. Für ihn war es Tradition, einen letzten Blick über die Listen der artigen und unartigen Kinder zu werfen.

Natürlich war auch der Nordpol mit der Technik mitgegangen. Bei den vielen Menschenkindern war das gar nicht anders mehr umsetzbar. Deswegen hantierte der Weihnachtsmann nicht mehr mit einem dicken Buch herum, in dem die Namen der Kinder standen, sondern hatte sich von der IT-Abteilung eine App programmieren lassen. Dort wurden von allen Kindern auf der Welt die Taten eingespeist. Das war heute überhaupt kein Problem mehr. Da sowieso alle in Social Medias unterwegs waren, immer alles posten und man auch die Kameras anzapfen konnte – alles für Weihnachten, versteht sich – nichts wurde ausspioniert, hatte man alle Taten sofort bereit. Es gab eine Sondergenehmigung für dieses „Überwachen“. Ich will hier nichts von Lauschangriff oder Überwachungsstaat hören. Oder wollt ihr vielleicht keine passenden Geschenke? Wunschzettel waren eigentlich nur noch eine sentimentale Angelegenheit. Wichtig für die Moral.

Glitzer kam ihm entgegen. „Hallo Sparkle, bist du unterwegs zum Weihnachtsmann? Ich sehe, du hast das Tablett dabei. Wie weit seit ihr schon?“

„Hallo Glitzer. Wie geht es dir? Ja, ich muss zum Chef. Du weißt ja, er will noch einen letzten Blick auf die Liste werfen, bevor wir mit den abarbeiten der Wünschen anfangen. Aber so läuft es ganz gut. Danke der Nachfrage. Wo bist du hin unterwegs?“

„Ich gehe schnell in die Küche. Es wird Zeit für die Wichtel, Lebkuchen und Milch Nachschub zu besorgen. Sie werden langsam unkonzentriert. Vorhin hat Otis einen Elefantenkopf auf ein Nilpferd genäht. So ein bisschen Zucker tut da schon mal gut. Eine kleine leckere Pause.“

„Stimmt. Bist du so lieb und bringst mir und dem Weihnachtsmann auch was?“

„Ja natürlich.“ Lächelte Glitzer und wurde Rot. Jeder, außer Sparkle, wusste, dass Glitzer für Sparkle schwärmte. Aber er war immer nur im Arbeitsmodus. „Vielen Dank. Ich muss jetzt weiter. Bis später.“ Winkte er ihr zu und drehte sich schon weg. Glitzer schaute ihm verträumt nach, bevor sie sich ebenfalls wieder auf ihren Weg in die Küche machte.

Sparkle war am Büro vom Weihnachtsmann angekommen. Er atmete tief durch, straffte sich und klopfte an. Der Weihnachtsmann war ein gütiger Mann, aber wenn er zu viel Stress hatte, konnte er auch wirklich böse werden. Er klopfte noch mal. „Weihnachtsmann? Bist du da?“ Keine Antwort. Vorsichtig öffnete er die Tür, um ihn nicht zu wecken, sollte er eingeschlafen sein. Er trat ein und blickte sich im Raum um. Es war sehr schön dekoriert. Das übernahm immer Frau Weihnachtsmann. Sie war verrückt nach Weihnachtsdeko. Überall waren Tannengirlanden verteilt. Sie hatte sie über die Tür gehängt, das Fenster damit eingerahmt und den Tischrand damit verziert. In ihnen glitzerten kleine Sterne und hübsch bemalte Kugeln. Schleifchen und Glöckchen hingen ebenfalls in den Girlanden. Gläser mit Zuckerstangen waren überall verteilt und eine moderne Maschine, die Kakao kochte, stand in der hinteren Ecke. Beim Weihnachtsmann im Büro roch es immer nach Schokolade und Plätzchen mit Zimt. Sehr lecker.

Aber der Raum war leer. Der Weihnachtsmann war nicht, wo er sein sollte. Das war jetzt nicht so ungewöhnlich. Oft ging er in die Werkstatt, um nach den Produktionen zu schauen. Er langte auch gerne mal selbst an. Das ließ ihn nostalgisch werden und er erinnerte sich an seine Anfänge, als er für die Kinder in den Dörfern Figuren geschnitzt hatte. Ach, da seufzte er immer so theatralisch und erzählte immer wieder dieselben Geschichten. Da Wichtel von Natur aus höflich waren, hörten sie ihm immer zu und rollten dann doch hinter seinem Rücken mit den Augen. Aber sie liebten ihren Weihnachtsmann. Er war einfach der Beste. Und wie er es immer wieder schaffte, die Geschenke rechtzeitig auszuliefern. Das war einfach genial.

Sparkle setzte sich in den Sessel des Weihnachtsmanns und versank bis zur Nase hinter dem wuchtigen Schreibtisch, der den ganzen Raum dominierte. Dunkles Holz mit weihnachtlichen Schnitzereien. Ein Unikat.

Es klopfte und Glitzer kam herein. Auf dem Tablett heiße Schokolade und Plätzchen. Für ihn und den Weihnachtsmann.

„Sparkle – hier sind die gewünschten Plätzchen“. Lächelte sie liebevoll. „Ist alles OK. Du siehst so verwirrt aus.“ Er blickte hoch, dafür musste er sich richtig in die Länge strecken, sodass Glitzer sein gesamtes Gesicht sehen konnte. „Ach, hallo Glitzer, danke für die leckeren Sachen. Ich kann den Weihnachtsmann nicht finden. Er sollte eigentlich hier sein.“ „Vielleicht ist er in der Werkstatt?“ „Hm, ja vielleicht. Aber das ist gar nicht seine Art. Er wusste doch, dass ich komme. Ich komme immer zur selben Zeit.“ Antwortete er in Gedanken. „Geh doch einfach in die Werkstatt. Oder geh in die IT-Abteilung – die sollen die Überwachungskameras mal überprüfen.“ Jetzt dürft ihr natürlich nicht glauben, dass der Weihnachtsmann seinen Wichteln nicht trauen würde und deswegen die Kameras installiert hatte. Nein, nein. Das hatte mit den Neidern zu tun. Immer wieder wurden sie boykottiert oder auch mal angegriffen. Der Grinch hatte es einige male versucht. Auch Jack Frost wollte sich hier am Nordpol alles unter den Nagel reißen.

Sparkle nickte und die beiden gingen zur IT – Abteilung. „Hey. Jingels, wie geht es“ „Hallo Sparkle, Glitzer. Gut, danke und euch?“ „Geht so, wir vermissen den Weihnachtsmann. Hast du ihn auf deinen Monitoren irgendwo gesehen?“ Jingels ließ seine kleinen Fingerchen über die Tastatur schweben. Sie konnten die Bilder im Monitor hin und her hüpfen sehen. Einzelne Abteilungen wurden abgesucht. Der Stall der Rentiere und die Garage in der der Schlitten steht. Auch auf dem kleinen Weihnachtsmarkt schauten sie sich um. Nichts. Der Weihnachtsmann war nicht zu sehen.

„Kannst du mal zurückgehen und uns sehen lassen, wann er das letzte Mal hier war und was danach passierte?“ „Klar Mann, warte kurz.“ Jingels drehte an einigen Knöpfen und sie konnten die Wichtel beim hektischen Rückwärts gehen und demontieren der Geschenke beobachten. „Da, stopp. Da ist er.“ Der Weihnachtsmann saß in seinem Büro. Der Zeitstempel zeigte etwa vor einer Stunde an. Dann öffnete sich die Tür und jemand betrat den Raum. Dunkel gekleidet, schien der Besucher über die Kameras Bescheid zu wissen. Er drehte der Kamera immer den Rücken zu oder stand direkt darunter, sodass man nie sein Gesicht sehen konnte.

Der Weihnachtsmann stand auf und ging in auf den Besucher zu. Sie gaben sich die Hand und alles sah recht entspannt aus. Der Weihnachtsmann lachte und hielt sich seinen Bauch. Das war so eine Macke von ihm. Das hatte er sich vom Fernsehen abgeguckt. Er war der Meinung, dass die Menschen das so wollten und er imitierte den Fernseh-Weihnachtsmann. Ziemlich albern, wie Sparkles meinte. Sie blickten weiter auf den Monitor, als sich die Situation änderte. Die dunkle Gestalt richtete eine Waffe auf den Weihnachtmann. Dieser blickte erst böse und dann erschrocken. Es war eine Weihnachtskanone. Eine verbotene Waffe im Weihnachtsdorf für Privatwichtel. Wie konnte sie hineingebracht werden? Sparkle wurde nervös. Diese Waffe war wirklich gefährlich. Man konnte verschiedene Stufen einstellen. Harmlos war mit Lametta gefesselt zu werden. Die nächste Stufe waren Girlanden, die sich beim Wehren ins Fleisch schneiden konnten. Am schlimmsten waren die Lichterketten. Diese standen unter Strom und wirkten wie ein Teaser. Glitzer schlug sich die Hand vor den Mund und griff nach Sparkles Arm. „Oh nein. Was passiert denn da?“ „Ich glaube der Weihnachtsmann wird entführt.“ Meint Jingles.

Sparkle blickte sich hilflos um. Was sollte er tun? Frau Weihnachtsmann musste gerufen werden. „Schnell, ruf Frau Weihnachtsmann an. Sie muss herkommen.“ „Ja, ja natürlich.“ Glitzer rannte an das Telefon. Ein rotes Telefon. Wenn das benutzt wurde, wusste die Familie Weihnachtsmann, es war ernst. Glitzer sprach schnell und erklärte Frau Weihnachtsmann alles. Es dauerte keine fünf Minuten, da war sie durch die Geheimgänge in der Sicherheits-Abteilung. „Was ist hier los?“, donnerte sie. Jingles ließ den Film erneut abspielen. Sie stand mit in die Hüften gestemmten Armen da und beobachtete das Schauspiel. „Verdammt. Wer ist das?“ Die Wichtel zuckten alle mit den Schultern. In diesem Moment piepste das Fax Gerät. Erschrocken drehten sich alle in dessen Richtung. Frau Weihnachtsmann ging zu dem Gerät und zog das bedruckte Papier heraus.

„Wir haben den Weihnachtsmann. Wir fordern das sofortige Einstellen von Weihnachten. Die Menschen wissen das ganze Fest nicht mehr zu schätzen und haben es nicht verdient. Das Weihnachtsfest soll abgeschafft werden. Alle Lichter und glitzernden Gegenstände gehören verboten und Weihnachtslieder auf den Index. Vor allem „Last Christmas“. Dem Weihnachtsmann wird nichts passieren, wenn unsere Forderungen erfüllt werden. Sobald Weihnachten abgeschafft ist, werden wir ihn frei lassen. Die Weihnachtshasser.“

Ein dumpfes Stöhnen kam aus Frau Weihnachtsmanns Kehle. „Die Weihnachtshasser. Diese Blödmänner. Weihnachten wird auf keinen Fall ausfallen. Sparkle, geh zur GSG Weihnacht. Sie sollen sich bereit machen. Der weihnachtliche Geheimdienst soll ermitteln. Wir werden ihn finden und nach Hause bringen. Solange wird hier nichts in die Öffentlichkeit dringen. Ist das klar?“

Alle nickten. „Aber wer soll denn dann die Weihnachtsgeschenke verteilen, wenn der Weihnachtsmann nicht rechtzeitig gefunden wird?“, fragte Glitzer eingeschüchtert.

Frau Weihnachtsmann strich dem kleinen Wichtelmädchen über den Kopf. „Keine Angst Glitzer. Das wichtigste ist, die anderen Wichtel dürfen nichts erfahren. Sie sind so fürsorglich. Sie werden sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren können. Das darf nicht passieren, ist das klar?“ Die letzten Worte kamen scharf aus ihrem Mund. Die Wichtel waren beeindruckt. Es gab schon immer Gerüchte, dass hinter dem Weihnachtsmann, Frau Weihnachtsmann die gesamte Organisation übernahm. Dies schien sich hiermit zu bestätigen. Hinter jedem erfolgreichem Mann steht eine starke Frau.

„Operation, rettet Weihnachten, startet jetzt.“ Sagte Frau Weihnachtsmann. Sie drehte sich schwungvoll um und verließ den Raum durch den Geheimgang. Die ersten Minuten standen die Wichtel verloren im Raum. Dann schubste Glitzer Sparkle. „Auf, geh zur GSG Weihnacht und starte die Operation.“ Sparkle schüttelte den Kopf, als müsste er wach werden. Er straffte die Schultern und ging los. Er hoffte, dass ihn niemand aufhalten würde. Denn er war kein guter Schauspieler. Und wenn ihn jemand etwas fragen würde, über den Weihnachtsmann, könnte er eventuell die Nerven verlieren. Aber wenn es die Situation nötig machte, würde er das schaffen. Das wichtigste war Weihnachten zu retten.

In der Zwischenzeit setzte sich Frau Weihnachtsmann mit dem Chef der Weihnachts-Geheim-Polizei in Verbindung und berichtete ihm was vorgefallen war. „Stampy, ich sage dir, ich habe einen Verdacht. Aber das muss ich dir direkt sagen, ich weiß nicht, ob hier jemand mithört, es ist keine sichere Leitung.“ „Meinst du es war der Grinch?“ „Hmmm – vielleicht, aber nicht so wie wir denken. Da ist irgendwas faul auf dem Video. Ich kann es noch nicht erklären, aber ich werde es herausfinden. In der Zwischenzeit musst du deine Spione mal ausquetschen. Vielleicht ist einer dabei, der mehr weiß und gegen eine kleine Belohnung was erzählt.“ „Alles klar Weihnachtsfrau. Ich setze gleich alle meine besten Spitzel dran. Ich melde mich.“ „Alles klar. Ich werde meinerseits Erkundungen anstellen.“ Die beiden legten auf. Vorher hatten sie noch ein Treffen ausgemacht. Sie wollten sich in einer Stunde vor dem Waffelladen auf dem Weihnachtsmarkt treffen. Bis dahin hofften beide, dass sie schon etwas herausgefunden hatten.

 

Fortsetzung folgt

7 Gedanken zu „Writing Friday – Weihnachten in Gefahr Part 1 v. 2“

  1. Toll. 😅 Die Details sind super. Ich hoffe die Entführer können zumindest eine Sache durchsetzen: Last Christmas gehört definitiv auf den Index.
    Dann bin ich mal gespannt wer dahintersteckt. Ich sag es sind weder Grinch noch Jack Frost.
    Grüße, Katharina

    Gefällt 1 Person

  2. Huhu,

    wow, ich liebe die Geschichte. Die ist echt cool. Vielleicht sogar bisher deine beste. Ich liebe diese ideen und die kleinen Ideen mit drin. Zum Beispiel mit dem roten Telefon oder Glitzer. Aber diese ganze Organisation finde ich gut ausgearbeitet. Der arme Weihnachtsmann. Bitte mehr davon. Aber ein weiterer Teil ist ja schon draußen. Mal sehen ob ich den morgen schaffe oder noch nicht.Ganz tolle Idee.

    LG Corly

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, das freut mich wirklich sehr – vielleicht war es doch mal gut bei Schreiblust mitzumachen – ich hab beim Schreiben oft an ihre Anmerkungen gedacht…

      Danke Danke..

      LG

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