writing friday

Luisa Part 3

Weiter geht es bei Elizzy und der Fortsetzungsgeschichte. #WritingFriday

Zweite Wendung (wähle zwischen einer der beiden Optionen aus und schreibe deine Geschichte weiter)

  • Ein Bild von ihr landet auf einem Kunstblog. Schreibe über die Auswirkungen.

oder

  • Sie erhält die Möglichkeit selbst eine Kunst / Fotografie Ausstellung zur organisieren. Berichte davon

 

Was bisher geschah: 

Luisa verlässt Berlin um sich in Spanien ihrer Kunst zu widmen. Sie hat ein gemütliches Zimmer in einer netten kleinen Pension bekommen und will von jetzt an sich voll und ganz auf ihre Gemälde konzentrieren. HIER könnt ihr es noch mal lesen

Allerdings wurde ein Teil ihrer Gemälde zerstört von raufenden Katzen. Das hat Luisa zum Umdenken ihrer derzeitigen Werke gebracht. Wie das passierte könnt ihr Hier noch mal nachlesen.


Nach der Zerstörung meiner Bilder durch raufende Katzen, stand ich in meinem Zimmer und betrachtete, was ich bisher gemalt hatte. Porträts. Die sicherten mein Einkommen. Was mir aber am meisten Spaß machte, waren Menschen vor Motiven in Szene zu setzen. Das war es, was ich ausbauen wollte. Dabei überließ ich es den Leuten zu wählen, ob es realistisch oder fiktiv sein sollte. Ich war erstaunt, wie viele sich für Fantasymotive entschieden. Besonders mochte ich es ja, wenn Kinder kamen. Ihre Fantasy war so rein und mir machte es so Spaß diese kleinen Wünsche umzusetzen. Ich wurde besser und besser. Meine Bilder entwickelten eine Eigenbewegung. Wie ein Hologramm. Erklären konnte ich mir das nicht, wo hatte ich auf einmal diese Sichtweise und Umsetzung her?

Ich war jetzt dort, wo ich mit meiner Kunst sein wollte. Sie lebte – ich lebte durch sie.

Heute kam ich nach vielen Stunden Strand und einem vollen Skizzenblock in meine Pension zurück. Die Leute, die ich am ersten Abend kennenlernte, saßen schon am Tisch und unterhielten sich impulsiv. Eigentlich wollte ich am liebsten sofort in mein Zimmer verschwinden und meine Skizzen anfangen zu übertragen. Mein liebstes Zeichenmedium war mittlerweile Kreide. Damit konnte man schöne, weiche Übergänge zaubern. In Gedanken schon am Ausarbeiten, rief mich meine neueste Freundin, Anna, zu sich.

„Luisa. Komm doch zu uns. Wir essen und trinken leckeren Wein. Es ist Freitag und wir wollen das Wochenende gebührend begrüßen. Was meinst du? Ein bisschen Wein?“ Dabei lockte sie mich mit einem schon gefüllten Glas. Ich überlegte gar nicht lange. Der Tag heute war erfolgreich und ich konnte es auch mal ruhig angehen lassen.

Der Platz neben Anna war von Javier besetzt. Bis jetzt hatte ich keine großen Anstrengungen unternommen, mich nach einer Beziehung umzuschauen. Ich wollte keine Ablenkung und war auch gar nicht offen. Aber Javier und ein Gläschen Wein ließen mich ein bisschen in meine selbstgewählte Abstinenz wanken. Vielleicht würde ich nachgeben, vielleicht heute, vielleicht morgen.

Da wir alles Künstler waren, blieb es nicht aus, dass wir irgendwann vor einem Tablett saßen und uns in Kunstforen und Kunstblogs wieder fanden. Heftig diskutieren wir über die verschiedenen Bilder und Skulpturen, die wir dort entdeckten. Ich nahm gerade einen tiefen Schluck meines ungezählten Glases Wein, als ich mich erschrocken verschluckte.

„Anna, warte, blättere noch mal zurück bitte.“ Anna schaute mich überrascht an, aber kam meiner Bitte nach. Ich schluckte hektisch den Wein. Nahm das Tablett und klickte auf das Bild.

Auf mein Bild. Das war eines meiner Bilder.

„Das ist eines meiner Bilder. Leute, was ist das für ein Blog, der meine Bilder zeigt?“ Ich versuchte, die Homepage zu öffnen. Das Netz war so quälend langsam. Maria – meine Zimmernachbarin – hatte in der Zwischenzeit ihr Laptop hochgefahren. Wenige Klicks und wir waren auf der Homepage einer Bloggerin. Sie war eine Kunst-Reise-Bloggerin. Und nicht gerade unbekannt. Ich überflog ihre Startseite. Sie reiste durch die Welt, um Kunst zu fotografieren. Keine altertümliche Kunst, sondern Kunst unbekannter Künstler, die sie auf ihren Reisen auf Promenaden und ähnlichen fand. Und eines meiner Bilder war dabei. Es war eines meiner Lieblinge. Die beiden Katzen, die unter meinem Balkon zankten. Bevor sie meine Bilder zerstörten. Das hatte ich so gut auf die Leinwand gezaubert. Wahrscheinlich, weil ich da noch voll Emotionen war.

„Was jetzt? Leute, was soll ich jetzt machen? Soll ich sie anschreiben? Warum hat sie mich nicht direkt angesprochen?“

„Wo hast du das überhaupt gemalt, das ist doch hier bei uns?“ Fragte jemand aus der Runde.

„Ja, ich war so sauer an dem Tag, dass ich meine Staffelei mit an den Strand nahm. Das Meer hat mich beruhigt und ich konnte es beenden und auch meinen Frust loswerden. Da muss sie es fotografiert haben. Darf sie das eigentlich ohne meine Genehmigung veröffentlichen?“

„Du solltest sie anschreiben. Ich glaube, sie arbeitet auch mit vielen bekannten Galerien zusammen. Vielleicht kann sie dir eine Ausstellung organisieren. Oder sie interviewt dich und schreibt eine Story über deine Bilder. Das wäre doch auch mal was.“ Ich nickte. Anna hatte recht. Das war eine Chance, die ich nicht verstreichen lassen dürfte.

„Leute, nicht böse sein, aber ich muss mich gerade um meine Zukunft kümmern gehen. Bis morgen, ihr Lieben.“ Ich schnappte mir noch ein Snack und rannte auf mein Zimmer. Im Augenwinkel konnte ich Javier mit seinen traurigen Hundeaugen sehen. Vielleicht morgen.

Ich konnte es kaum abwarten, bis mein PC endlich hochgefahren war. Schnell ging ich auf die Homepage von Petra Maximilian. Der-Kunst-Reise-Blog.

Ich ging auf das Kontaktformular und verwarf ein Schreiben nach dem anderen. Was schrieb man denn bei so was? „Hallo, ich habe mein Bild auf deiner Homepage gefunden. Du darfst das nicht ohne meine Zustimmung veröffentlichen. Aber ich bin nicht abgeneigt, wenn es eine Gegenleistung gibt. Interview, oder eine Galerie, die meine Bilder aufnimmt.“ Nein, das war wirklich unhöflich.

„Hallo, ich bin Luise und habe eines meiner Bilder bei dir gefunden. Können wir uns austauschen? Ich würde gerne wissen, ob dir mein Bild so gut gefällt, dass du mich einer Galerie empfehlen würdest und vielleicht ein Interview mit paar meiner anderen Bilder in dem Bericht? Das wäre so toll. Ich hoffe auf eine Antwort. Liebe Grüße Luisa.“ Senden.

Ich drückte so schnell auf senden, dass ich ja keinen Rückzieher machen konnte. So. jetzt musste ich nur noch warten. Warten und malen. Vielleicht könnte ich endlich durchstarten. Ich wusste – mich würden jetzt paar unruhige Nächte erwarten. Oder doch nicht?

„Bling“. Ich hatte Post.

„Hallo Luisa

Hier ist Petra von Der-Kunst-Reise-Blog. Ich hoffe, es war okay, dass ich dein Bild bei mir veröffentlicht habe. Es ist einfach ein ganz tolles Motiv und so realistisch. Ich bin die Tage in Barcelona. Wollen wir uns treffen? Dann können wir uns austauschen. Liebe Grüße Petra“

Ich war sprachlos. Ich hatte eine Verabredung mit meiner Zukunft.

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8 Gedanken zu „Luisa Part 3“

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