[abc.etüden]

Etüden 04/05 19 – Eine Entstehungsgeschichte.

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 03. Februar 2019 können wir mit folgenden Worten spielen:

Salatschüssel
seidig
übernehmen

So – heute gleich am Anfang dabei. Ich mag diese Aktion so gerne – und wenn die zwei Wochen rum sind, ärgere ich mich, dass ich es wieder nicht einrichten konnte – deswegen – gleich heute – bloss nicht auf die Bank schieben….Die Gedanken müssen raus.

Hier eine kleine Entstehungsgeschichte….vielleicht war es so??


Wie kam ich nur darauf, die Zubereitung eines Salates zu übernehmen. ? Wie war das noch? „Wir bräuchten dann für den Wohltätigkeitsbasar noch jemanden, der Salate macht.“ Angelika – sie war die Vorsitzende des Elternbeirats. Und natürlich immer top of the pop. Seidig gekleidet, perfekt manikürt, gezupft und getupft. „Ach, Marion, wie wäre es denn mit dir? So ein Salat ist doch schnell zusammengestellt. Das dürfte sogar dir gelingen. Bei deiner begrenzten Zeit, oder? Es ist doch für die Kinder – sie wollen so gerne eine neue Rutschbahn. Das wirst du doch für deine Tochter machen, nicht wahr?“ „Aber natürlich Angelika. Ein Salat ist doch kein Problem…“ für eine alleinerziehende Mutter mit zwei Jobs. Dachte ich zu ende.

So stand ich jetzt mit meinem Handy vor mir auf dem Tisch – das schon mehr mit Salatdressing und Fingerabdrücken überseht war und wischte ständig die Chefkoch-App hoch und runter.

„Mami?“ „WAS!“ drehte ich mich hektisch um. „Was denn Schätzchen.“ Milderte ich ab, nach dem ich das verschreckte Gesicht meiner Tochter sah. „Ich will dir helfen.“ „Das ist aber lieb von dir, aber Mami muss das alleine machen. Zuviel Messer. Mein Schatz. Geh doch ins Wohnzimmer und schau dir deine Lieblingsserie an.“ Und schon tapste sie wieder weg. Ich atmete tief durch und betrachtete das Chaos in der Salatschüssel. Ach ich mach einfach einen Salat, der mehrere Schichten hat, da achtet keiner auf die genauen Zutaten. Genug Mayonnaise und Salatblätter habe ich noch, das wir jetzt einfach oben auf das gepanschte gelegt und gut dick mit Mayo bestrichen – da sieht das gut aus. Wir erlebten gerade die Erfindung des genialen Schichtsalates.

266 Worte

 

Advertisements
Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 14.01.19-20.01.19

Ich hab doch tatsächlich noch was geschrieben – eigentlich ist mein Kopf echt leer. Aber ich habe trotzdem was schreiben wollen.

[#WritingFriday] – Post aus der Vergangenheit


Gucken wir noch auf die nächsten kreativen Lockungen

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 03. Februar 2019 können wir mit folgenden Worten spielen:

Salatschüssel
seidig
übernehmen


Bei Annie startet ein neues Projekt, das auch wöchentlich stattfinden wird. Hier wird es jede Woche ein neues Thema geben.

Diese Woche:

Es ist ein ruhiger Januarmorgen. Du gehst mit deinem Haustier auf einem schneebedeckten Feld spazieren. Auf einmal nimmt dein Haustier die Fährte auf. Was wirst du finden?


Die Themen für Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Januar 2019


Projekt TXT hat sich dann doch irgendwie verabschiedet – wenn man den letzten Beitrag liesst, könnte man das hinein interpretieren – da auch kein neues Wort kommt. Also wieder ein Schreibprojekt weniger. Sehr schade, das war eines der ersten Aktionen, bei denen ich mit geschrieben habt.


So, das war es wieder von mir – ich wünsche euch eine schöne Woche – lasst euch nicht die Nasen einfrieren und vor allem euer Gehirn.

writing friday

[#WritingFriday] – Post aus der Vergangenheit

 

Der Alltag hat mich wieder und bremst auch meine Kreativität. Aber ich habe doch noch eine kleine Geschichte für den #writing friday schreiben können.

Heute bekommen wir eine Karte aus der Vergangenheit.

  • Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung!

„Ach was haben wir denn hier? Schau mal Maria – eine Karte.“ „Na, das wundert mich jetzt nicht – wir haben schliesslich ein altes Posthaus gekauft. Und ich liebe es. Es ist so urig. Da werden wir noch so einige Karten finden können.“

Eine raue Hand griff nach mir. Autsch – ich war schon sehr steif. Wie lange lag ich denn hier schon? Welches Jahr schrieben wir? Ich wusste es nicht. Ich konnte nur sagen – es war eine sehr lange Zeit sehr dunkel und muffig hier um mich herum. Ich erinnerte mich: eine junge Frau an ihrem Sekretär, sie hatte einen ganzen Stapel Karten neben sich liegen. Sie drehte uns hin und her und legte die eine oder andere wieder weg. Dann griff sie nach mir. Sie schaute mich lange an. Strich über meine Oberfläche und nickte. „Ja, du bist genau die richtige Karte für meinen Liebsten. Er ist so weit weg von mir. Soviel Monate sind wir schon getrennt. Ich hoffe, dass er im neuen Jahr endlich zurück kommt. Er wird sich über dich freuen. Du bist wirklich eine hübsche Karte.“ Ich war wirklich eine hübsche Karte.  Mich zierte eine Szene einer Familie. Sie sassen vor einem wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum. Die Kinder waren in hübschen Kleidchen gekleidet und hatten Instrumente in der Hand. Die Mutter sass am Klavier und alle sahen so glücklich aus. Im Hintergrund war alles schön weihnachtlich geschmückt. Eine wahre Idylle.

„Zeig mal.“ Maria nahm Josef die Karte aus der Hand. „Oh, die ist wirklich schön. So richtig nostalgisch.“ Sie drehte mich hin und her. „Schau mal, der Stempel 1958.“ „Ach – das ist ja siebzig Jahre her. Lies mal vor.“ „Mein Liebster, so lange sind wir schon voneinander getrennt. Du fehlst mir und ich freue mich so sehr dich im nächsten Jahr wieder in meine Arme schliessen zu können. Unsere Verlobungszeit ist nun lange genug. Komm nach Hause. Ich möchte endlich deine Frau werden und wie in der Front dieser Karte eine tolle Familie mit dir Gründen. Ich liebe und vermisse dich. Deine Valerie“  Maria blickte Josef an. „Oh – meinst du er ist nach Hause gekommen und sie haben geheiratet?“ „Bestimmt. Weißt du was – ich packe die Karte in einen Umschlag und wir schicken sie einfach an die angegebene Adresse. Vielleicht meldet sich ja jemand.“ „Das ist eine schöne Idee. Eine stark verspätete Weihnachtskarte.“

Siebzig Jahre. Wie konnte das denn passieren, wie konnte denn siebzig Jahre an mir vorüber gehen? Was ist denn mit den Postmenschen los. Ist das nicht einfach unerhört. Was, wenn das Paar nicht geheiratet hat, weil ich nie ankam? Oh weh, welch Desaster. Also ich würde mich gerne mal beim Postminister beschweren. Verdammt. Oh entschuldigt, man flucht nicht als Weihnachtskarte. Ach, das ist so eine Tragödie.

Drei Tage später werde ich erneut aufgenommen. Eine sanfte aber schon sehr alte Hand greift nach mir. Ich höre ein Aufstöhnen und ein Schluchzen. „Ach Valerie. Meine liebste Valerie, wie sehr du mir doch fehlst. Diese Erinnerung aus vergangenen Tagen – mein Herz lacht und weint. Du liebe Weihnachtskarte. Du bist mir das liebste, das mir seit langem geschehen ist. Ich habe sie geheiratet und wir hatten soviel schöne Jahre zusammen. Komm mit hinein. Du bekommst einen ganz besonderen Platz“

Uff – das ist ja fast noch mal gut gegangen. Wenigstens werde ich noch freudig angenommen.

Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 07.01.19-13.01.19

Die erste Woche gearbeitet und schon komme ich nicht mehr zum Schreiben. Seufz. Aber ich werde da irgendeine Lösung finden. Mal sehen. Aber eine Geschichte hab ich doch noch geschafft.

Ich erzähl dir eine Geschichte…..Der gute Vorsatz


 

Gucken wir noch auf die nächsten kreativen Lockungen

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 20.01.19 können wir mit folgenden Worten spielen:

Abfallglück
Verfallsdatum
unschuldig.


Die Themen für Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Januar 2019

  • Erzähle von einem Vorsatz für 2019.
    Wieso willst du dieses Ziel erreichen?  Wie sieht dein Plan aus?
  • Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist! 
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Endlich schien es für Klara wieder Bergauf zu gehen, nachdem sie…” beginnt.
  • Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung! 
  • Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

Bei Annie startet ein neues Projekt, das auch wöchentlich stattfinden wird. Hier wird es jede Woche ein neues Thema geben.


Ich wünsche euch einen kreativen und entspannten Start in die kommende Woche.

Ich erzähl dir eine Geschichte...

Ich erzähl dir eine Geschichte…..Der gute Vorsatz

Annie von Ich erzähl dir eine Geschichte startet eine neue Schreibaktion mit wöchentlichen Schreibthemen.

Diese Woche geht es um Vorsätze. Die Hass-Liebe zu ihnen ist ungebrochen. Jedes Jahr wieder schleichen sie sich in unser Leben und erschweren es.

Diese Woche: Du führst eine Diskussion mit einem guten Freund über deine Neujahrsvorsätze. Wie sieht diese Unterhaltung aus?


„Hei Max, wie geht es dir? Ist schon wieder ein Jahr her, dass wir uns gesehen haben. Hahaha.“

„Echt jetzt, Rina? Diese olle Kamelle?“ „Ach komm, sei kein Frosch. Hast du es gut angefangen?“ „Jaaa, kann man so sagen. Du weißt doch, gute Vorsätze und so.“ „Vorsätze, pah. Kaum ausgesprochen, wird der erste schon gebrochen. Warte, ich glaube Abnehmen und Sport, halten sich da die Waage. Fünfzig-Fünfzig würde ich sagen.“

Verlegen schaute Max auf seine Schuhspitzen. „Nein, nein, dieses Jahr schaffe ich das. Was sind deine guten Vorsätze?“ Ich überlegte intensiv. Gute Vorsätze. Ich hatte mir keine vorgenommen, jeden Falls im klassischen Sinn. Ich hatte schon im letzten Jahr keine vorgenommen. Ich war letztes Jahr so deprimiert gewesen, dass sich doch eigentlich nur die Jahreszahl und nicht das Leben ändert. Ich  wollte nichts, was mich noch zusätzlich belastet, wie eine Diät, die wieder nicht funktioniert, oder mehr Sport, das ich eh nicht schaffe, da mich die körperliche Arbeit auslaugt. Nein. Keine Vorsätze für mich. „Ich hab keine Vorsätze. Ich lebe einfach so, ohne mich zu drücken. Aber warte, eigentlich stimmt das nicht. Ich habe mir schon was vorgenommen. Ich will viel, viel gelassener sein. Mir weniger Druck machen und mich noch mehr entschleunigen. Die Zeit rast mir zu schnell vorbei. Ich will sie bewusster wahrnehmen. Vielleicht sollte ich wieder Tagebuch schreiben? Hm.“ „Das ist doch kein Vorsatz. Vorsätze braucht der Mensch um überhaupt voran zu kommen. Sonst steht man ewig auf der Stelle. Und eine Diät würde dir schon gut tun.“ „Sei froh, dass du ein Freund bist. Denn keiner kann über meinen Körper entscheiden. Wenn ich Dick bin und bleibe ist das meine Entscheidung. Ich mache seit Dreißig Jahren Diäten. Immer irgendwas Neues und kasteie mich. Wenn ich es tatsächlich das Jahr schaffe zehn Kilo zu verlieren, bringt mir Weihnachten fünfzehn Kilo drauf. Hätte ich niemals eine Diät gemacht, hätte mein Körper die Chance gehabt sich selbst einzustellen. Nein, nein mein Freund. Ich quäle mich nicht mehr mit irgendwelchen Dingen, die mich deprimieren. Ich will eine Elefantenhaut – und nicht nur wegen meiner Figur – eine Elefantenhaut an der alles Unliebsame abperlt oder ich entspannt abwischen kann. Ich habe mir vorgenommen, die Arbeit auszublenden, noch langsamer zu arbeiten und meine Freizeit bewusst wahrzunehmen. Selbst wenn ich nur die Wohnung sauber mache – das will ich erleben.“ Max schüttelte den Kopf. „Du bist komisch.“ „Ja, und das ist es was du doch magst, oder?“ Er lachte, drückte mich und winkte zum Abschied. „Bis nächstes Jahr, mein lieber.“ „Bis nächstes Jahr, Rina. Dann versuche ich mein Glück erneut. Du weißt, wir inneren Schweinehunde sind sehr hartnäckig.“ Ich lachte und ging meines Weges.

ENDE


Meine Empfehlung – lasst die guten Vorsätze wo sie sind….weit weg. Sie beschweren eure Seele und belasten euch nur.

 

Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 31.12.18-06.01.19

Das neue Jahr beginnt, wie das alte Jahr endete – viel zu rasant. Die erste Woche ist schon um.

Aber da ich bisschen frei hatte, konnte ich dieses mal sogar bisschen schreiben.

 

Eine Nonsensgeschichte, wie Christiane es so treffend beschrieb. Einfach nur heruntergetippt, ohne irgendeinen Sinn, aber sehr befreiend.

Schreibeinladung für die Textwoche 01.19 | Extraetüden – unerklärliche Phänomene

Ein bisschen mystisch wird es beim Writing Friday

[#WritingFriday] Week 1 – der magische gefrorene See

Meine apokalyptische Weihnachtsgeschichte über 8 Teile ist fertig geworden

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Meine neue Lieblingstruppe wurde auch wieder eingeladen

Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze


Und was gibt es neues an Inspirationen?

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 20.01.19 können wir mit folgenden Worten spielen:

Abfallglück
Verfallsdatum
unschuldig.


Die Themen für Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Januar 2019

  • Erzähle von einem Vorsatz für 2019.
    Wieso willst du dieses Ziel erreichen?  Wie sieht dein Plan aus?
  • Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist! 
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Endlich schien es für Klara wieder Bergauf zu gehen, nachdem sie…” beginnt.
  • Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung! 
  • Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

Das Thema für die Schreibkicks, für den 01.02.2019 lautet: Imaginäre Freunde


Bei Annie startet ein neues Projekt, das auch wöchentlich stattfinden wird. Hier wird es jede Woche ein neues Thema geben. Diese Woche ist nicht einfach. Aber interessant.

Diese Woche: Du führst eine Diskussion mit einem guten Freund über deine Neujahrsvorsätze. Wie sieht diese Unterhaltung aus?


Dann habe ich noch was interessantes gefunden. Der Betreiber ist leider verstorben, aber der Blog bleibt offen. Vielleicht findet hier der ein oder andere noch Ideen zum Schreiben. Schreibschrift


Das war es erstmal für diese Woche. Ich wünsche euch noch viel Spass.

[abc.etüden]

Schreibeinladung für die Textwoche 01.19 | Extraetüden – unerklärliche Phänomene

Eine ganz besondere Schreibaktion für mich sind die Etüden. Hier kann ich mich so richtig austoben und auch bisschen wirr werden. So wie heute.

Aber erstmal zu den Regeln. Die Etüden werden von Christiane moderiert. Jeden ersten und dritten Sonntag bekommen wir neue Begriffe. In den Monaten mit einem fünften Sonntag wird es wild. Da wird improvisiert.

So wie dieses Mal. Wir haben einen fünften Sonntag, und wir nehmen die Worte von

Elke H. Speidel und dergl:

Winterbaum, nasskalt, nachtrauern
Regenbogen, 
transparent, bluten.

Davon suchen wir uns fünf aus und verpacken sie in maximal 500 Wörter.


Wie ich schon angekündigt habe – ich hab mich total sinnlos ausgelassen und es hat total Spass gemacht – also eine Geschichte ohne Hand und Fuss – aber einer Blutspur.

397 Worte


Angelika lief durch die Straßen. Es war wieder mal eklig, nasskalt. Sie hasste dieses Wetter. Klar sagten immer alle – Kalt ist ok, wenn es trocken kalt ist. Sie schüttelte sich. Ihr blieb nichts, sie konnte dem schönen warmen Sommer nur nachtrauern. Ja, sie wusste, dass es bald Frühling werden würde.

Plötzlich wurde sie gestoppt. Sie war mitten in einen Berg hinein gelaufen. Also in einen Kleiderberg. Vor ihr stand ein Riese. Sie blickte nach oben. Sein Kopf war so weit weg, dass er fast transparent wirkte. Es war einfach nicht zu erkennen wo sein Ende war.

Dann bewegte sich dieser Riese. Er blickte nach unten und betrachtete sie wie ein lästiges Insekt. In diesem Moment hatte sie Angst, er würde sie wie eins zertreten. Und schwor sich, das selbst nie wieder zu tun. Aber er bückte sich. „Angelika?“ Sie meinte ein Donnergrollen zu hören, bevor sie ihren Namen erkannte. „Äh, Ja?“ „Was ein Glück, ich suche dich schon ewig.“ „Warum?“ „Ich komme über den Regenbogen?“ Ich drehte mich um. „Welchen Regenbogen? Hier ist keiner.“ „Na ich bin ja auch schon einige Zeit hier, um dich zu suchen. Der Letzte Regenbogen hat mich hier hergeführt.“ „Tja, das ist schön, aber was hat das mit mir zu tun. Und warum ist denn ein Riese hier. Es gibt keine Riesen.“ „Nun, da scheinst du dich ja wohl zu täuschen, wie du siehst. Sonst würde ich ja wohl nicht hier stehen. Immer diese Skeptiker. Da hab ich irgendwie keine Lust mehr drauf. Gut, ich hab keine Wahl. Du musst mitkommen.“ „Äh, Nö.“ „Äh, doch.“ „Wieso sollte ich.“ „Weil du gleich bluten wirst.“ Ich blickte mehr wie ein Fragezeichen. „Was werde ich?“ „Du bist bisschen langsam, oder? Bluten.“ „Und warum, und was hat das mit Regenbögen und Riesen zu tun?“ „Tja meine Gute, das weiß ich auch nicht. Ich bin nur hier, weil du gleich bluten wirst – einfach so und wir suchen Menschen, die spontan bluten.“ „Du willst mich schon bisschen veralbern, oder?“ „Vielleicht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich dich jetzt mitnehme.“ „Ne, ich will aber nicht. Du kannst mich nicht…“ Schon war es passiert. Der Riese schnappte Angelika und verschwand mit ihr hinter den Wolken – dort wartete ein Regenbogen. Das einzige, das von ihr übrig blieb war eine Blutspur – keiner hatte sie je wieder gesehen und es gab absolut keine Erklärung zu diesem Fall. Ein unerklärliches Phänomen.

writing friday

[#WritingFriday] Week 1 – der magische gefrorene See

Neues Jahr neues Glück. Ich freue mich, dass elizzys Writing Friday weiter geht. Ich hoffe, dass ich mir bisschen mehr Zeit nehmen kann, um wieder regelmässiger zu schreiben. Denn es fehlt schon, da es doch so viel Spass macht.

Ich habe mich heute für eine kleine magische Geschichte entschieden.

  • Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

 

Es gab eine kleine Stadt – ihr Name ist nicht wichtig. Es war eine Stadt, wie es viele gab. Sie hatte einen wunderschönen See. Einen See, wie es in vielen Städten gab.

Im Sommer spendete er Kühle. Man konnte in ihm schwimmen und tauchen. Picknicks wurden an seinen Ufern abgehalten. Und abends, wenn die Sonne untergegangen und die Glühwürmchen sanftes Licht spendeten, kamen die jungen verliebten Menschen um sich ihre Liebe zu gestehen.

Dieser See war so wunderschön. Im Winter fror er immer zu. Und spendete den Menschen weiterhin viel Spaß. Ein magisches Glitzern lag auf der Eisschicht. Wenn man am Rand stand und die Sonne, oder auch der Mond drauf schienen, schimmerte er magisch.

Um Mitternacht  konnte man Schemen erkennen. Als würde eine Tür zu einer anderen Welt geöffnet. Es waren Menschen, nein keine Menschen. Schatten, Geister. Es waren die Verstorbenen dieses kleinen unbekannten Städtchens.

Eines Nachts, ich stand an dem See und wartete. Ich wollte es mit eigenen Augen sehen. Vielleicht konnte ich meine kleine Schwester sehen. Sie war erst kürzlich verstorben und, sie fehlte mir so ungemein. Die Gerüchte besagten, dass alle die hier gestorben waren auftauchten, wenn der See gefroren war. Nur zu dieser Zeit.

Während ich so dastand und auf Mitternacht wartete, versammelten sich immer mehr der Bewohner. Ich blickte mich um. Alle schienen etwas schüchtern zu sein. Nur wenige wirkten selbstbewusst und grüßten die Neuen. Ich war also nicht die Einzige, die ihre geliebten sehen wollte.

Ich hatte eine Thermoskanne mit heißem Kakao dabei. Während ich also wartete, dass die Zeiger sich mühevoll der zwölf näherten, genoss ich meinen heißen Kakao und das magische Schimmern des Sees. Dann war es soweit. Es war Mitternacht. Und wie ein Schleier, der bei Seite geschoben wurde, eröffnete sich eine andere Welt. Auf dem Eis tummelten sich unzählige Gestalten. Sie fuhren auf ihren Schlittschuhen und lachten und tanzten. Sie wirbelten an uns vorbei und winkten uns. Sie luden uns ein mit ihnen zu tanzen.

Schnell zog ich mir meine Schlittschuhe ein. Ich glaubte Musik zu hören. Ein befreiendes Lachen, erklang aus allen Ecken. Schnell schritt ich aufs Eis. Ich fuhr durch die Gruppen. Sie machten mir Platz. Dann sah ich sie. Meine kleine geliebte Schwester. „Lara.“ Rief ich. Sie blickte sich um. Dann kam sie auf mich zu. Sie nahm meine Hände in ihre. Sie waren gar nicht kalt. Dann zog sie mich mit sich und wirbelte mich auf dem Eis umher. In meinem Herzen ging ein Licht auf. Sie war glücklich. Ich war glücklich. Eine Stunde später ließ sie mich los. Sie zog sich winkend zurück. Ich wollte ihr folgen, als mich jemand aufhielt. „Nicht, du kannst nicht mit ins Totenreich gehen. Sie kommen wieder, wenn der See morgen noch gefroren ist. Sie kommen immer wieder, wenn er gefroren ist. Du wirst sie immer sehen können. Im Winter. Deswegen freuen wir uns alle immer, wenn der erste Frost angekündigt wird. Denn dann sehen wir unsere Liebsten und sie freuen sich uns zu sehen. Also komm morgen wieder, Kind. Genieß die Zeit, bis zum Tauwetter.“ Ich blickte die freundliche Dame an und blinzelte die Tränen weg. Ja. Ich würde wieder kommen, jedes Mal wenn der See gefroren war, würde ich meine kleine Schwester sehen können und mein Herz begann zu tanzen

Projekt TXT*

Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 8 von 8

Heute endet meine Geschichte – ich hoffe, denen, die dabei geblieben sind hat sie gefallen. Danke fürs lesen. 

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Hier findet ihr den Anfang

und HIER die einzelnen Beiträge

  1. Kapitel

Was bisher geschah: Matthew freute sich, dass seine Familie entkommen war – aber jetzt startete die Suche erneut. Wie wird er auf seine Familie stossen, hatten sie die Flucht gut überstanden? Endlich würde Mina ihre Tochter befreien. Aber die Flucht klappte nicht reibungslos. Sie wurden entdeckt und Mina musste handeln um sie retten zu können. Jetzt waren sie frei und flüchteten. Würden sie jetzt bald alle drei wieder zusammen treffen und ein Weihnachtswunder erleben?

Endlich waren sie frei. So lange waren sie in diesem furchtbaren Camp gefangen. Jetzt wurde es Zeit was Festes zu finden und zur Ruhe zu kommen. Sie wollte noch paar Fluchtpunkte auf der Karte ansteuern, für den Fall, dass Matthew noch leben würde und sie suchte. Aber es neigte sich dem Ende ihrer Reise zu. Sie konnte einfach nicht mehr lange weiter gehen. Es wurde zu anstrengend.

Dann fanden sie das kleine Häuschen wieder.

***

Matthew war noch einige Fluchtpunkte abgegangen. Endlich fand er wieder ein Lebenszeichen. Er atmete tief durch. Ihm wurde ganz schwindlig. Sie lebten. Sie lebten und er würde sie bald wieder sehen. Im letzten Unterschlupf hatte sie eine Spur hinterlassen. Er hatte alle davor schon vernichtet, um nicht zufällig entdeckt zu werden. Auch diesen Hinweis würde er vernichten, sobald er sie gefunden hatte.

***

Heute war Weihnachten. Mina saß auf der Veranda. Das Haus war sauber, geschmückt und alle Zimmer nützlich. Der Garten war teilweise vorbereitet. Im Nächsten Frühjahr würden sie anfangen, das gefundene Saatgut einzusetzen. Das Leben würde anders werden, aber sie hatten überlebt. Jetzt war es daran vorauszublicken. Der Nebel verwandelte ihr kleines Grundstück, das so gut abgeschottet war in einen Zauberwald. Sie hatte eine Tasse Kräutertee in der Hand, als sie ein Geräusch vernahm. Ein Schatten bewegte sich durch den Nebel. „Nadja, hol mir schnell mein Gewehr.“ Nadja stolperte ins Haus und kam mit dem Gewehr, das ihr eigentlich viel zu schwer war, wieder hinausgewankt. Unsicher versteckte sie sich hinter ihrer Mutter, die sich mühevoll aus dem Stuhl gequält hatte. „Bleiben sie stehen.“ Rief sie in den Nebel. „Ich hab ein Gewehr und kann damit umgehen.“ Leicht zitterte sie. Aber sie war fest entschlossen ihr Heim zu verteidigen. Aus dem Nebel schälte sich eine Figur. Sie konnte erkennen, dass sie die Arme nach oben hielt.

Ruhig versuchte sie tief einzuatmen, was ihr in letzter Zeit nicht leicht fiel. Ein Mann manifestierte sich. Sein Gesicht hatte einen dichten Bart. Aber die Augen – sie ließ das Gewehr sinken. Nadja bemerkte eine Veränderung an der Stimmung ihrer Mutter und trat schüchtern hinter ihr vor. „Mami?“ Mina streichelte beruhigend ihren Kopf. Langsam trat sie die Treppe hinab. Der Mann kam auf sie zu. Sie standen etwas entfernt gegenüber. Das Gewehr fiel ihr aus der Hand. Dann rannte sie, so gut sie noch konnte, auf ihn zu. Er fing sie auf und drückte sie, so dass sie fast keine Luft mehr bekam. „Matthew.“ Sie weinte und lachte.

***

Der Nebel erschwerte Matthew den Weg. Er stapfte durch diesen kleinen Wald, der das Grundstück, das sie markiert hatte, umgab. Sie hatte eine gute Wahl getroffen. Dieses Gebiet war nicht einsehbar. Selbst jetzt im Winter. War es dicht genug, dass sogar Licht geschluckt wurde. Langsam bewegte er sich vorwärts. Er wollte niemanden erschrecken. Mit erhobenen Händen betrat er das Grundstück. Er hörte die Warnung, die sie aussprach. Seine Hände zitterten. Sein Herz schlug bis zum Hals. Seine Familie. Hinter ihr stand ein kleines Mädchen. Seine Nadja. Er trat aus dem Nebel in das Licht. Sie ließ die Waffe sinken. Er starrte sie an. Eine Wölbung war unter dem Dicken Pullover zu erkennen. Ja – sie war schwanger. In diesem Moment stürmte sie auf ihn zu. Er fing sie auf und musste sie drücken. Er drückte sie so fest, dass sie schnaufte. Niemals wieder würde er sie los lassen. Seine große Liebe. Sein Leben.

***

„Matthew.“ Flüsterte sie. Sie löste sich unsicher von ihm. Trat einige Schritte zurück. Vorsichtig streichelte sie ihren Bauch und blickte ihn herausfordernd an. Er trat auf sie zu. Streckte seine Hand aus und streichelte ebenfalls über den Bauch. „Wir bekommen ein weiteres Kind.“ Strahlte er. Er bemerkte wie sie sich entspannte. „Ja, wir bekommen ein weiteres Kind.“ Nadja trat hinter ihr auf die Treppe. „Mami?“ Sie drehte sich um und hielt ihren Arm auf. “Komm Schatz, lerne endlich deinen Vater kennen.” Nadja trat Matthew entgegen. Beide sahen sich unsicher an. Matthew bückte sich und hielt vorsichtig die Arme auf. Dann stürmte Nadja in seine Arme und er konnte nach so langer Zeit seine Tochter umarmen. Ein Weihnachtswunder. Sie schloss die Augen und dachte an den Weihnachtsmann und den Wunschzettel, den sie heute Morgen auf das Fensterbrett gelegt hatte. Dort stand nur ein einziger Wunsch drauf. Und der Weihnachtsmann hatte ihn ihr erfüllt. Sie drückte sich fest an ihren Vater. Und wenn man ganz genau hinhörte, konnte man in der Ferne leises Glockenklingen hören.

ENDE

Projekt TXT*

Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 7 von 8

Weiter geht es mit meiner Geschichte

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Hier findet ihr den Anfang

und HIER die einzelnen Beiträge

  1. Kapitel

Was bisher geschah: Matthew hatte das Camp gefunden in dem Mina und Nadja waren. Nadja wurde mittlerweile deportiert. Die Kinder wurden in einem separaten Camp gedrillt. Das war nötig um den Fluchtplan umzusetzen. Aber es begann eine harte Zeit für sie, in der sie aber nie die Hoffnung verlor.

In den letzten Tagen war Mina fast an gebrochenen Herzen gestorben. Sie wusste, dass es nur vorübergehend sein würde. Aber was wäre, wenn es nicht funktionieren würde? Wenn Angela es nicht schafften, dass sie verbannt werden würde? Eine tiefe Verzweiflung machte sich breit. Sie verfiel in eine Depression. Das nutzte Angela für ihre Zwecke.

„Walt, wie lange willst du eigentlich Mina noch durchfüttern? Sie ist nutzlos. Fast eineinhalb Jahre jetzt hier und immer noch nicht schwanger. Und jetzt. Sie bekommt nicht mal mehr ihren Hintern aus dem Bett, wenn ich sie nicht raus trete. Schieb sie endlich ab. Ihre Tochter hast du, was willst du noch mit ihr?“ Walt blickte sie nachdenklich an. „Ich dachte ihr wärt Freundinnen?“ „Was, mit der eingebildeten Ziege. Sie hält sich für was Besseres, seit der Tag an dem sie hier ankam. Und was ist – nichts. Untauglich für deine Zwecke. Sie futtert nur und bringt nichts. Schieb sie endlich ab.“ Er strich sich durch den Bart. „Ja, du hast wohl Recht. Sie taugt nichts mehr. Alle hatten schon ihren Spaß und keiner will mehr so richtig was von ihr. Sie ist am Ende. Sie muss gehen.“ Zufrieden nickt Angela. Sie hatte es geschafft. Jetzt musste sie nur noch Marnie im Kinderheim kontakten, dass dort auch alles wie geplant von statten gehen würde. Sie verließ Walts Zimmer und rieb sich zufrieden die Hände. Wieder eine Frau die gerettet werden könnte. Und ein Kind.

***

Matthew freute sich zwar, dass Mina und Nadja es geschafft hatten zu entkommen, aber jetzt musste er weiter suchen. Das Land war groß, wo würde sie sich verstecken. Ob sie die Fluchtpunkte weiter abgehen würde? Oder hatte sie aufgegeben an ihn zu glauben. Sie hatte viel durch gemacht. Er konnte verstehen, wenn sie sich irgendwo sicher zurückziehen würde. Er musste genau überlegen. Als erstes würde er den nächsten Punkt auf der Karte suchen. Dort würde er es dann wissen.

Einige Tage später betrat er den Friedhof einer kleinen Stadt. Sie war unscheinbar und man konnte schnell daran vorbei fahren. Er erinnerte sich, an sie, da er sie für perfekt hielt. Hier hätte man sein neues Lager aufschlagen können. Sein Herz pochte laut. Waren sie hier gewesen? Hatten sie eine Nachricht hinterlassen?

***

Es war soweit. Angela hatte ihr gesagt, wie sie zum Heim der Kinder kommen würde. Sie hatte alles Wichtige gepackt und wartete nur noch auf den Rausschmiss. Seit sie von Angela Bescheid bekommen hatte, dass es nicht mehr lange dauern würde, war ihre Stimmung um einiges aufgehellt. Die Männer besuchten sie kaum noch. Was sie als befreiend empfand. Umso eher konnte sie sich überlegen, wie und wohin sie entkommen würden. Angela hatte ihr den Plan noch mal erläutert. Marnie würde dafür sorgen, dass Nadja als tot erklärt werden würde und in ein Zwischenlager gebracht wurde. Dort würde sie dann verbrannt werden. Das Zeitfenster war sehr klein. Meist warteten die Männer nicht sehr lange mit der Entsorgung.

Abends wurde sie zu Walt gerufen. „So, so. Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass du zu uns gekommen bist.“ Mina biss sich auf die Zunge um sich einen Kommentar zu verkneifen. „Leider hat das mit uns nicht geklappt, meine Liebe. Es wird dann wohl Zeit, dass wir getrennte Wege gehen. Wir lassen dich gehen. Einen kleinen Rucksack mit Verpflegung für zwei Tage und unseren Segen für dein neues Leben.“ Er grinste sie überheblich an. Mina tat wie Angela ihr geraten hatte. Sie hielt ihren Kopf gesenkt, dass er nicht das kampflustige leuchten in ihren Augen sehen würde.  Ihre Schultern hingen, wie bei einem Menschen, dem alles egal war. Keinerlei Körperspannung, hatte Angela gesagt.

Sie hatte ihr erzählt, wie die gebrochenen Frauen aussahen und sich bewegten. Mina glaubte nicht, dass Walt auf die Details achten würde. Sie verhielt sich ruhig und wankte immer leicht hin und her.

„Andy. Komm. Verabschiede dich von deiner Gespielin. Sie wird ein neues Leben beginnen. Freu dich für sie.“ Andreas kam zu ihr. Ein Schwall übelerregender Geruch erreichte sie. Sie unterdrückte ein schaudern. Bloß nicht aus der Rolle fallen. Dachte sie. Er schnappte sie. Drückte sie und quetschte zum Abschied ihre Brüste schmerzhaft. Sie biss sich auf die Innenseite ihrer Wange um ein Stöhnen zu unterdrücken. Keine Gefühlsregung durfte sie verraten. Nach seiner verkehrten Zärtlichkeit stieß er sie von sich weg, so dass sie ins Stolpern kam. Unsanft landete sie auf dem Hintern. Dann kam der Räumungstrupp. Sie schnappten sie bei den Haaren und schleiften sie hinaus. Mit den Füssen, versuchte sie sich abzustoßen, damit sie ihr nicht die Kopfhaut abrissen. Sie sah wie Angela an Rand stand. Verhalten winkte sie ihr zum Abschied. Dann drehte sie sich um und ging.

Niemals würde sie Angela vergessen. Ihr ewiger Dank würde sie begleiten. Sie hatte ihr gesagt, dass sie versuchen würde sie zu befreien. Aber sie winkte nur ab. „Nein – du weißt die anderen Frauen brauchen mich. Geh deinen Weg. Hol dein Kind und achte auf die Kleinen. Leg Wegweiser für deinen Mann aus. Wenn er noch lebt, wird er bestimmt nach euch suchen. Lebe dein Leben für uns.“ Dann drückte sie Mina ganz fest und die beiden zündeten eine Kerze in Gedenken an, die armen Frauen an, die noch leiden mussten.

***

Marnie kam abends zu Nadja. „Nadja, hör mir zu. Du bist schon ein großes Mädchen. Du kannst bestimmt genug verstehen um zu Helfen. Hier, nimm diese Tablette. Sie wird dir helfen beim Schlafen. Und wenn du wieder wach bist, wird deine Mami bei dir sein. Solltest du früher aufwachen, dann versprich mir, dich ruhig zu verhalten, bis deine Mami dich holt. Kannst du das für mich machen?“ Nadja nickte unsicher. Sie würde ihre Mutter wieder sehen. Niemals hatte sie die Hoffnung aufgegeben. Allerdings dachte sie immer seltener an die Rettung. Jetzt sollte es soweit sein. Sie lächelte und drückte Marnie kurz. Ganz kurz und erschrocken schaute sie sich um, dass auch ja niemand diese Zärtlichkeit bemerkte. Sonst würde es wieder Bestrafungen geben. Und das könnte ihr Vorhaben gefährden. Ja, gar zum Scheitern bringen.

Zur Schlafenszeit schluckte sie die Tablette. Es dauerte nicht lange und sie wurde schläfrig. Mit einem Lächeln und einem beruhigten Gedanken schlief sie ein. Wenige Stunden und sie würde ihre Mutter sehen. Gäbe ein besseres Geschenk?

***

Angela hatte ihr erzählt, dass sie mit Marnie ein Zeichen verabredet hatten. Bei Sonnenaufgang wurden die Mädchen geweckt. Und Nadja dürfte nicht aufgewacht sein. Es gab keinen Arzt in dem Heim, der bestätigen konnte, dass Nadja nur schlief. Die einfältigen Männer glaubten Marnie, dass Nadja tot sei. Dann musste Mina schnell reagieren. Das provisorische Krematorium war nicht überwacht – wer würde schon eine Tote klauen? Marnie wollte die Hintertür offen lassen. Im Dunkeln würde Mina eindringen und hoffentlich gleich Nadja finden. Sie war sehr aufgeregt. Wenn es doch schon dunkel wäre. Die Warterei machte sie verrückt.

Dann war es endlich soweit. Sie hatte beobachtet wie mehrere Leichensäcke in die Halle gebracht wurden. Es erschwerte ihr Herz, wie viel Kinder hier starben. Für die Männer im Lager war das kein Problem. Die Frauen gebaren ja ständig Neue. Gut, dass die Mütter nicht wussten, wie es ihren Kindern hier erging. Aber vielleicht sollten sie es wissen, dann würden sie vielleicht mal aufstehen und kämpfen, statt sich alles gefallen zu lassen. Aber das sollte nicht Minas Aufgabe sein. Ihr war nur Nadja wichtig.

Im Dunkeln schlich sie sich an die Hintertür. Sie versuchte sie zu öffnen. Sie war verschlossen. „Verdammt.“ Flüsterte sie. Irgendwas war schief gegangen. Was jetzt? Es blieb nur der Vordereingang. Sie setzte sich ins nahliegende Gebüsch überlegte und beobachtete. Es war unbewacht – aber es stand im Mittelpunkt des Platzes. Und ein Lichtkegel bewegte sich ständig hin und her. Sie musste die dunkle Phase und die Runde der Wache abpassen. Sie griff in ihren Hosenbund und fühlte das beruhigende Gefühl des Messers, das sie gestohlen hatte. Sie würde kämpfen – sie würde Nadja befreien, oder beide starben bei dem Versuch.

Sie passte eine dunkle Phase ab. Geduckt rannte sie zur Vordertür. So leise wie möglich versuchte sie diese zu öffnen. Ein blechernes Geräusch entsprang der Tür. Sie hielt die Luft an. Sie traute sich nicht sich umzublicken. Nicht mehr lange und der Lichtkegel würde sie erfassen. Da aber keiner Reagierte, war das Geräusch wohl untergegangen. Sie blickte nach links – der Kegel kam. Er erfasste gerade noch die sich schließende Tür, als sie hineinschlüpfte und sie zuzog. Im Inneren lehnte sie sich atemlos an die Tür. Eine kleine Taschenlampe, die Angela ihr überlassen hatte. Spendete minimalst Licht – es musste ausreichen. Es roch furchtbar hier drinnen. Es wurden wohl doch nicht alle Leichen sofort verbrannt. Im Dunkeln hörte sie die Fliegen summen, die sie aufgescheucht hatte. Sie meinte auch andere Geräusche zu vernehmen und bildete sich das Gewusel auf den Leichen ein. Ein würgen entschlüpfte ihr. Sie hielt ihre Hand vor dem Mund um die Geräusche zu dämpfen. Dann ging sie los. „Nadja?“ flüsterte sie. „Nadja?“ „Mami?“ Ihr Herz setzte für einen Schlag aus. „Nadja?“ „Mami, ich bin hier.“ „Bleib stehen – ich komme zu dir.“ Sie hörte ein Schluchzen. Trotzdem schlug ihr Herz Purzelbäume. Ihre kleine Tochter – sie hatten sich solange nicht gesehen und in den Armen gehalten. Dann fand sie sie. Sie stand in der Ecke. Verängstigt blickten sie zwei riesige braune Augen an. Sie stürzte auf Nadja zu und riss sie in ihre Arme. „Ach, endlich mein Schatz. Ich hab dich so vermisst. Mein Herz. Jetzt wird alles gut. Wir werden hier entkommen und endlich Frieden finden. Ach meine Süße. Komm, trockne dir die Tränen. Wir müssen hier noch raus kommen, dann nur noch bisschen ruhig sein, dann ist es vorbei. Schaffst du das?“ Tapfer wischte sie sich die Augen trocken und nickte entschlossen. „Gut, dann bleib ganz dicht hinter mir, das muss jetzt ganz schnell gehen.“ Sie spürte die kleine Hand an ihrem Hintern. Sehr gut. Jetzt nur noch das ganze rückwärts schaffen, dann konnten sie endlich fliehen.

Sie öffnete vorsichtig die Tür. Wieder erschall ein dumpfes blechernes Geräusch. Sie hörte schwere Schritte. Der Wachmann machte seine Runde. Dann blieb er stehen. Sie konnte durch den Spalt erkennen, wie er lauschte. Verdammt. Sie konnte die Tür nicht wieder zuziehen, sonst würde das Geräusch ihre Lage verraten. Sie hoffte, dass ihm der Spalt nicht auffiel. Die Taschenlampe hatte sie schnell ausgemacht und hielt Nadja den Finger vor dem Mund um ihr zu signalisieren, dass sie unbedingt ruhig sein solle.

Er blieb stehen. Direkt vor der Leichenhalle. „Hei, Mark – hast du das Geräusch gehört?“ „Hm, ne was für ein Geräusch? Hab nichts gehört. Hast du ne Kippe?“ „Ja, klar. Hier.“ Mina hörte wie eine Zigarette aus der Packung geschüttelt wurde und das Feuerzeug anging. So ein Mist – jetzt machten die hier Zigarettenpause. „Ich hab bald mal paar Tage Urlaub. Dann kann ich endlich mal wieder zu den Weibern. Es wird mal Zeit. Ständig die Gören hier. Selbst wenn sie ja ruhig sind – aber trotzdem nerven sie mich. Und die Pflegerinnen – naja da vergeht es einem.“ Lachte der eine. „Du Glücklicher – ich muss noch paar Wochen aushalten, bis ich mal wieder zum Schuss komm.“ Meinte Mark. „Na, das wird schon. Danke für die Kippe, ich gehe mal meine letzte Runde drehen, bevor die Ablösung kommt.“ „Alles klar. Ich bleib noch paar Minuten. Ich hab was Seltsames gehört, dem will ich erst mal nachgehen.“ „Bis später“. Sie winkten sich und Mina wollte gerade verzweifeln, als sie hörte, wie sich die Schritte der offenen Tür näherten. Mist – sie drängte Nadja wieder zurück in den Raum. Selbst stellte sie sich neben die Tür. Sie hoffte, dass er nicht eintrat. Leider tat er ihr nicht den Gefallen. Er öffnete vorsichtig die Tür. Der Lauf des Gewehrs kam als erstes in ihr Blickfeld. Er trat ein, ging etwas in den Raum und Mina verschloss so leise wie möglich die Tür hinter ihm. Er drehte sich schnell um, da er den Lichteinfall vermisste. Im Verlöschenden Licht erkannte er die Frau und wollte gerade schießen, als ihm etwas um die Beine geworfen wurde. Ein Kind? Er versuchte sie abzuschütteln und kam dabei ins Straucheln. Plump fiel er auf den Boden. Mina hoffte, dass die Geräusche durch die verschlossene Tür gedämpft wurden. Sie stürzte sich auf ihn und rammte ihm ihr Messer in den Hals. Ein entsetzliches Gurgeln verließ seine Kehle.

Außer Atem, stand Mina auf und schaltete die Taschenlampe an. Nadja klammerte sich immer noch an seine Beine. Sanft öffnete sie die kleinen Hände und hob sie auf. Sie nahm sie fest in die Arme und küsste sie auf die Stirn. Dann deutete sie auf die Tür. Wieder öffnete sie diese. Der Lichtkegel streifte sie gerade. Sie zog sich schnell in den Schatten zurück. Dann öffnete sie schnell die Tür. Zog Nadja mit sich und sie rannten so schnell es ihnen möglich war. Erst als sie am rettenden Gebüsch angelangt waren blickten sie zurück. Keiner hatte es bemerkt. Aber sie konnten nicht verweilen, da der Lichtkegel gerade auf dem Rückweg war und gleich die offene Tür erreichen würde. Sie schubste Nadja. „Wir müssen schnell weiter. Ausruhen können wir später. Lauf mein Schatz.“ Und beide liefen. Sie liefen, bis sie erschöpft zusammen brachen. Im Hintergrund hatten sie die Geräusche der Männer vernommen, die die offene Tür besichtigten. Als sie den Toten entdeckten, ging das Geschrei los. Aber sie blieben nicht stehen. Die Angst im Nacken, wurden sie angetrieben. Eine kleine Anhöhe noch und sie wären erst mal in Sicherheit. Dann konnten sie sich langsamer bewegen. Nur Pause konnten sie nicht machen, da die Männer alles absuchen würden.

***

Nadja erwachte. Es stank furchtbar und es war sehr kalt hier. Sie erinnerte sich an Marnies Worte, dass sie auf jeden Fall ruhig bleiben sollte, bis ihre Mami auftauchte. Sie zitterte vor Kälte und Angst. Wie viel Zeit vergangen war, konnte sie nicht erfassen. Sie hörte ein blechernes scharrendes Geräusch, dann die Stimme ihrer Mutter. Sie war gekommen. Sie war wirklich gekommen um sie zu retten. Die weiteren Vorgänge bekam sie gar nicht richtig mit. Sie erinnerte sich dunkel auf die Beine eines Mannes losgestürmt zu sein. Sie spürte seinen Fall und lies nicht los. Mit geschlossenen Augen klammerte sie sich an seine Beine, bis sie die sanften Hände ihrer Mutter spürte, die sie löste und auf den Arm nahm. Sie bettete ihren Kopf an Minas Schulter und ein leichtes Schluchzen entschlüpfte ihr. Dann ging es schon weiter. Sie waren draußen und rannten und rannten. Nadja bekam Seitenstechen und konnte kaum noch atmen – aber sie rannte. Die Angst war ein guter Antreiber. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit stoppte ihre Mutter. „Jetzt können wir langsamer machen. Alles okay bei dir?“ Sie nickte nur, da sie zu erschöpft war um zu antworten. Ihre Mutter streichelte ihr Sanft über den Kopf. „Lass uns weiter gehen. Nicht mehr lang und es wird hell. Da müssen wir weit genug entfernt sein.“ Nadja nickte nur.