Wochenrückblick

Wochenrückblick 11.06.18-17.06.18

Hallo ihr Lieben,

trotz WM wird noch fleissig geschrieben.

 

Etüde 24.18 – die grosse Liebe

[#WritingFriday] Week 24 – Gwenny´s Abenteuer


Neue Themen für die Kreativen unter uns:


Christianes Etüden mit folgenden Worten

Ödipuskomplex
giftgrün
voltigieren


Sarah hat auch eine neue Idee gepostet – schön ist, ihr könnt jederzeit einspringen und schreiben

Was wäre, wenn du unsichtbar wärst?


Das war es schon für diese Woche.

Beim Writing Friday sind noch zwei Themen offen.

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

Ich wünsche euch eine kreative Woche. Und viel Spass beim Fussball schauen.

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[abc.etüden]

Etüde 24.18 – die grosse Liebe

Eine ganz tolle Aktion, die von Christiane moderiert wird – die ABC-Etüden. 3 Worte in maximal 10 Sätze packen.

Die Illustrationen dazu kommen immer von Herrn lz.

Die Wortspende dieser Woche, der Textwoche 24.18, kommt von Bernd (redskiesoverparadise.wordpress.com) und seine Wörter lauten:

Pfiffikus
traumverloren
tätscheln.


Hier kamen mir doch tatsächlich die Tränen beim Schreiben.

Unser Rüde ist mittlerweile 14 und hatte diese Woche seinen ersten aktiven Arthroseschub. Er ist sonst schon noch ziemlich fit und mit Traumeel ging es innerhalb eines Tages schon besser. Jetzt bekommt er regelmässig Grünlippmuschelpulver und Teufelskrallenpulver. Ihm geht es gut und er kommt auch schon wieder die Treppe, freiwillig, hoch. Er ist ein super Patient. *schneuz* Aber die Uhr tickt. *schneuz*


Max war ein wahrer Pfiffikus.

Das sagte sein Herrchen wenigstens immer über ihn, wenn sie zusammen auf der Terrasse sassen und er sich tätscheln lies.

Nicht selten kam es vor, dass Max sich von der Leine riss, die sein Herrchen immer so legere über seinen Arm drapierte, und querfeldein durch die Wiesen sprang.

Dabei scheuchte er Grashüpfer und Mäuse auf und verfolgte sie bis zu ihren Löchern um wie wild hinter ihnen her zu graben.

Pfützen waren sein Steckenpferd, vor allem am Feld, wenn sich im Ablauf das Wasser sammelte, da war er nicht mehr zu halten.

Er sprintete durch das Wasser und hinterließ eine Fontäne die sein Herrchen immer in milder Strenge schimpfen ließ.

Aber die Jahre vergingen und Max wurde ein ruhiger Pfiffikus – die Schnauze wurde grau und die Gelenke steif.

Sein Herrchen betrachtete ihn ganz oft sorgenvoll – Max spürte, die Trauer die in ihm schwelgte – konnte sie aber nicht verstehen.

Er konnte nicht mehr so springen und toben, aber lieben, dass konnte er auch mit seinen steifen Knochen noch – und er liebte – sein Leben und sein Herrchen.

Traumverloren betrachteten die beiden den Sonnenuntergang auf der Terrasse und genossen die Zeit die ihnen blieb.

writing friday

[#WritingFriday] Week 24 – Gwenny´s Abenteuer

Hallo ihr Lieben.

Wir haben wieder #writing friday und ich hätte fast ausgesetzt. Ich habe gestern etwas angefangen zu tippen, aber es hat nicht so ganz gepasst, also dachte ich mir – gut Pause. Heute so kurz vor dem richtigen Wach werden ist mir dann doch noch was eingefallen. Ein bisschen Groschenroman zum Wochenende.

Ich habe heute morgen Max Rhode – Blutschule angefangen – was hat das hier zu suchen? Das Buch nichts, aber das kleine Interview am Start. Da wurde er gefragt, wie er so zu seinen Ideen kommt. Und er antwortete, dass es einfach aus dem Alltag geschieht. Er sieht vielleicht am Badestrand einen Mann liegen und schon fängt er an zu überlegen was passiert sein könnte.

Ist das nicht oft so. Man läuft, sitzt, fährt und auf einmal kommt einem eine Idee? Ich habe oft Einfälle im Dämmerzustand. Meist eigentlich vor dem Einschlafen, aber dieses mal vor dem Wach werden…Hier mein kleiner Mini-Groschenroman.


Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.

Sie saß in der Taverne hinter dem Tresen und beobachtete die Gäste. Es war wie jeden Abend. Ihr üppiges Dekolleté verschaffte ihr immer gutes Trinkgeld, aber auch einige unangenehme Grabscher. Sie hasste es für ihren Onkel zu arbeiten. Es blieb ihr nur nichts übrig. Ihre Eltern waren früh an einer Grippe gestorben und ihr blieb entweder die Taverne ihres Onkels oder eines dieser Furchtbaren Kinderheime. Dort war es bei weitem schlimmer. Viele Kinder kamen dort nicht mehr lebend heraus. Also wählte sie die Taverne. Es war trocken und es gab was zu Essen. Nur – sie war jetzt eine erwachsene Frau und die Übergriffe der Männer wurden ihr mittlerweile wirklich zu heftig. Und die Blicke ihres Onkels zu schmierig. Sie befürchtete, dass er, um das Geschäft anzukurbeln, irgendwann auf die Idee kommen würde sie anzubieten. Ihre Jungfräulichkeit würde er teuer versteigern. Nein, nein – die würde sie ganz bestimmt anders verlieren.

Aber was sollte sie machen, als Frau – unverheiratet. Da sprang die Tür auf. Eine Horde Männer drang laut grölend ein. Sie erkannte sofort, dass es Seemänner waren. Auf See. Frauen würden nie auf See fahren. Eine Frau an Bord brachte Unglück. Aber – musste sie eine Frau bleiben? Sie hatte schon von einigen Frauen gehört, die als Männer durch die Gegend reisten.

Ihr üppiger Busen würde ein Problem werden. Aber sie müsste sich eigentlich nur etwas fülliger auspolstern, da würden sie, wenn sie sie eng wickelte, nicht auffallen.

Endlich schloss die Taverne und Gwenny war hundemüde. Sie stank nach Bier und fühlte sich von den vielen grabschenden Händen beschmutzt. Schnell ging sie auf ihr Zimmer um sich zu säubern. Sie war so ungeduldig. Hatte sie doch mitbekommen, dass Roro – der Pirat, in den frühen Morgenstunden wieder auslaufen wollte. Sie wusch sich und wühlte in ihrer Kleidertruhe nach Leinen, den sie in Streifen riss um sich die Brust abzubinden. Uh, das war unangenehm, aber sie würde sich dran gewöhnen. Alles war besser, als hier zu bleiben. Dann polsterte sie die Lücke unter ihrem Busen etwas auf um es wie einen Bauch aussehen zu lassen. Aus der Wäschetruhe hatte sie sich Kleidung ihres Onkels besorgt. Sie schlüpfte hinein und betrachtete sich vor dem Spiegel. Oh ja. Es sah gut aus. Aber was sollte sie mit ihren langen Haaren machen? Abschneiden? Sie schniefte etwas. Ihre Haare waren mit das schönste an ihr. Egal, sie würden auch nachwachsen. Trotzdem hatte sie noch das Problem ihres Gesichtes. Es wirkte so zart und weiblich. Schmutz. Sie musste ihr Gesicht unkenntlich machen. Seeräuber waren eh immer schmutzig. Sie ging zum Kamin und schmierte sich die Asche ins Gesicht. Schon viel besser. So sah sie wie ein dicklicher Jüngling aus. Sie packte ein kleines Bündel und kletterte in eine neue Zukunft aus dem Fenster.

In der Zwischenzeit wankte die halbe Mannschaft samt Kapitän aus dem naheliegenden Bordell. „Leute.“ Grölte Roro. „Ich liebe alle Weiber. Ob dick, hässlich, alt. Alle Frauen haben was. Sie sind einfach ein Geschenk Gottes und so sollten wir sie auch behandeln. Sie lesen uns die Wünsche ab und wenn man sie gut bezahlt, machen sie auch alles was man sich wünscht. Harharhar. Nur auf dem Schiff,  da kommt mir kein Weibsbild drauf.“ Das werden wir ja mal sehen, dachte sich Gwenny und schloss sich der Gruppe an. Sie würde einfach mit auf das Schiff gehen und sich unterschmuggeln. Wenn sie erstmal auf See waren, würden sie sie schon nicht über die Planken gehen lassen, das hoffte sie wenigstens.  So geschah es. Sie hängte sich an einen betrunkenen Piraten und er zog sie mit in die Unterkunft unter Deck. Dort suchte sie sich eine Ecke und machte es sich bequem. Eine große Herausforderung wartete auf sie. Ein raues Leben auf See mit rauen Burschen, die niemals erfahren durften, dass sie eine Frau ist, sonst würde es ihr ans Leder gehen. Vielleicht würde sie irgendwann einen Hafen ansteuern und sie würde ein neues Zuhause finden. Aber solange freute sie sich auf die Abenteuer mit der Mannschaft des Kapitän Roro.

 

Wochenrückblick

Wochenrückblick 04.06.18-10.06.18

Ich bin schon wieder zu K.O. regelmässig zu schreiben. *seufz*

Ein Beitrag ging nur on.

[#WritingFriday] Week 23 – ein Tag offline


 

 

Aber schauen wir auf die nächsten Themen.

Christianes Etüden mit folgenden Worten

Pfiffikus
traumverloren
tätscheln.


Sarah hat auch eine neue Idee gepostet – schön ist, ihr könnt jederzeit einspringen und schreiben

Was wäre, wenn du Fliegen könntest?

 

Projekt *.txt? hat auch ein neues Wort bekannt gegeben. Hier liege ich ja schon ewig zurück. *seufz*

Selten


Writing Friday

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

Das war es schon wieder von mir – ich wünsche euch eine tolle Woche.

Eure Rine

writing friday

[#WritingFriday] Week 23 – ein Tag offline

Freitag – oh der beliebteste Tag der Woche. Der Heimattag des writing friday. (By the Way – ich hatte mal einen wirklich witzigen Writing Prompt – Wenn der Wochentag eine Person wäre. Wer mag kann mal reinschnuppern und vielleicht sogar mal mitmachen. HIER)

Diese Woche:

 

Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.

Es ist eine leicht autobiographische Geschichte. Nur angelehnt. Manches stimmt, manches ist frei interpretiert.

Viel Spass bei einem fiktiven, oder nicht ganz so fiktiven Tag offline. Ich kann aber schon ganz gut klar kommen ohne die elektronischen Lieblinge. Wie ist das bei euch?


 

Ich kam nach einem anstrengenden Tag nach Hause. Meine Schuhe wollte ich mir nur noch von den Füssen kicken – aber meine Füße waren so geschwollen, dass ich kurz überlegte die Schuhe entweder anzulassen, oder einfach von den Füssen zu schneiden. Kurz überlegte ich – aber da mein Budget für neue Schuhe ausgeschöpft war, zog ich einfach kräftig dran und wäre dabei, nach dem Plop den sie machten, fast vom Stuhl gefallen. Da lagen sie, die Folterwerkzeuge. Harmlos vor sich hinstinkend. Ich missachtete sie und ging in die Küche. Kaffee musste her. Ich bereitete alles vor und drückte die Maschine an. Währenddessen checkte ich mein Smartphone. Kein Empfang? Hm. War die Rechnung bezahlt? Ich musste wirklich überlegen, da beim Rechnungsbingo manche nach hinten rutschten. Aber Handy und Internet achtete ich immer drauf, dass sie bezahlt waren, da dies zu den wenigen Dinge gehörte, die ich mir noch leisten konnte. Ausgehen war kaum noch drin. Und wenn, sehr schmerzhaft im Geldbeutel.

Ich gähnte herzhaft. Die Kaffeemaschine gluckerte glücklich und ich grummelte. Gut – dann mal ins Internet. Ich klappte den Laptop auf und drückte den Powerknopf. In der Zeit in der der PC hochfuhr ging ich zurück in die Küche und stand hungrig und nicht hungrig vorm Kühlschrank. Ich verhungere – aber ich habe keine Lust auf das was ich habe. Hm. Und ich griff nach einem kalten Stück Pizza. „Brauch ich nicht warm machen – schmeckt auch so.“ Einen Teller gönnte ich mir dennoch. Bisschen Etikette musste sein. Die Kaffeemaschine spuckte ihren letzten Tropfen Kaffee aus und blinkte mich glücklich an. Ich lobte sie und ich glaube sie blinkte ein bisschen schneller.

Bevor ich an den PC ging zog ich mir noch schnell was Bequemes an. Es waren mehr Löcher in der Jogginghose als Stoff – Egal – Hauptsache angezogen. Auf der Startseite meines Browsers hatte ich meine Favoriten eingerichtet. 404 – Page not found. WasS? Oh Mann. Ich sitze doch jetzt. Na gut. Ich ging an den Router – nichts leuchtete. Was war jetzt los? Das mit der Rechnung hatten wir schon. Ich zog den Stromstecker und ging nochmal in die Küche. Ich wollte meine Kaffeemaschine noch mal glücklich machen. Denn der erste Kaffee würde nicht lange in der Tasse verweilen. Sie zischte mich an – ich war zu früh. Eigentlich mochte sie es, erst etwas abzukühlen. Ich streichelte sie um sie zu beruhigen und sie gluckerte glücklich.

Zurück am Router fummelte ich den Stecker wieder in dieses winzige Loch an der Rückseite. Nicht ohne zu fluchen und ihm zu drohen ihn durchzuschneiden. Danach flutschte es. Er steckte und es tat sich nichts. „h Mann. Kein Smartphone, kein Internet. Was mach ich denn jetzt?“

Ich drehte mich um. Die Pizza lag brav auf dem Teller, mein Kaffee dampfte verführerisch in seiner hübschen Tasse. Ich würde nie eine hässliche Tasse für meinen Kaffee verwenden. Auch ein Kaffee will hübsch verpackt sein.

Ich ließ mich auf den Stuhl fallen und fuhr den PC runter und wieder hoch. Nichts. Kein Internet. Ich blickte mich wieder um. In der Küche stapelte sich ungespültes Geschirr. Das könnte ich mal erledigen. Vielleicht ging es ja danach. Gut. Ich streichelte meinen Kaffee und tröstete ihn. „Ich komm gleich wieder.“ Und biss herzhaft in die kalte Pizza. Mein Magen reagierte sofort mit leisem schnurren.  er hatte mir schon mit lautem Knurren  gedroht,  mich von innen heraus aufzufuttern, wenn ich nicht gleich was einschiebe.  Erstmal beruhigt. Geschirr war gespült. Ich ging zurück zum Router – immer noch leuchtete nichts. Ich konnte noch nicht mal die Störungsstelle anrufen. Ging ja auch kein Telefon oder Handy. Sollte ich bei den Nachbarn fragen? Aber dann würde ich wieder den Kontakt suchen. Ich war froh, dass er auf das übliche nicken und winken reduziert war. Nein. Das musste nicht sein. Ich ging unruhig durch die Wohnung. Was habe ich denn früher gemacht, vor PC und Handy? „Du bist bummeln, ohne kaufen gegangen, in die Leihbücherei, auf der Bank zum Beobachten gesessen. Und deine Wohnung war ordentlicher.“ Ja  – ein Argument. Ich könnte  mal aufräumen. Könnte ich – oder ich könnte mich schlafen legen. Der Tag war echt anstrengend. Ein Buch. „Ja – ich  könnte mein Buch beenden. Ach was, ich gehe einfach spazieren. Örg. Dann muss ich  mich wieder anziehen. Neee. Kein Bock. Ich nehme mein Buch, mein Kaffee, meine Pizza und setze mich auf dem Balkon in die Sonne. Jep.“

Ich packte einen kleinen Beutel und ging auf meinen Balkon. Ich erwischte mich dabei einen sehnsuchtsvollen Blick auf den Router zu werfen – tot. Seufzend setzte ich  mich und schlug  das Buch auf. Der Kaffee war abgekühlt – egal ich trinke ihn auch kalt. Ich knabberte an der Pizza und konnte mich einfach nicht konzentrieren. Ständig wanderte mein Blick aufs Handy  und den Router. „Nein, das wird nichts.“ Ich packte meine Sachen und ging wieder hinein. Tigerte wieder durch die Wohnung und richtete einige Dinge gerade. Schlafen? Schlafen wir es doch einfach aus. Während ich das dachte, ging ich – von mir wirklich unbewusst – an den Kleiderschrank, zog eine Jeans und ein T-Shirt heraus. Schlüpfte in die Schuhe. Dann ging ich in den Flur und schnappte meine Tasche, meinen Schlüssel und zog die Tür hinter mir zu. Irritiert stand ich vor meiner Wohnung. Ich drehte mich um und überlegte den Schlüssel wieder ins Schloss zu stecken. „Nein. Ich bin jetzt draußen und jetzt gehe ich weg.“

Ich ging. Es war befremdlich einfach so herum zu laufen. Ohne Ziel und Eile. Ich erwischte mich, in meiner Tasche nach dem Handy zu wühlen. Ich hatte es nicht mitgenommen. Leicht entblößt fühlte ich mich dabei. Etwas ungeschützt. Ich musste die Menschen anschauen. Sonst vergrub man sich in sein Display und hoffte nirgendwo dagegen zu laufen. Es war, als würde ich die Welt neu entdecken. Dieses Graffiti, das war neu. Hübsch. Oh ein Bäcker – ich hatte Lust auf ein Stückchen. „Mein Kaffee wird hoffentlich nicht sauer, wenn ich einen fremden trinke?“ Ich wühlte im Portemonnaie –ja dafür reichte mein Geld noch. Mit einem leckeren Puddingteilchen und einem Coffee-to-go zog es mich in den nahgelegenen Park. Oh war der schön hergerichtet. Soviel Pflanzen blühten und die Hunde spielten mit den Kindern. Ich setzte mich an den Rand und beobachtete. Aß mein Stückchen und trank meinen Kaffee. Ich genoss die Sonne auf meinem Gesicht. Die vorherige Unruhe, weil ich kein Netz hatte, legte sich langsam. Ich atmete tief ein und hörte den Vögeln zu. Ein wunderbarer Tag. Ich genoss ihn in vollen Zügen. Ich sog jeden Moment auf um daraus zu zehren. Denn ich wusste, wenn ich wieder online war, würde ich wieder in den alten Trott verfallen. Aber vielleicht – vielleicht würde ich paar Mal meine Rechnung nicht pünktlich zahlen um gezwungen zu sein mich offline zu setzen.

ENDE

Wochenrückblick

Wochenrückblick 28.05.18-03.06.18

Eine kreative Woche neigt sich dem Ende. Es kamen einige Veröffentlichungen von mir heraus.

Ich habe mal einen Monatsrückblick zusammengestellt. Das ist schon mal interessant.

 


Werfen wir gleich mal einen Blick auf die neuen Themen

Christianes Etüden mit folgenden Worten

Schräge
brennend
köpfen.


Sarah hat auch eine neue Idee gepostet – schön ist, ihr könnt jederzeit einspringen und was posten

Was wäre, wenn die Zeit stehenbleiben würde?


Schreibkicks Das Thema für den 01.07.2018 ist: Monster


Aus Bildern geboren geht in die zweite Runde. Ein sehr anspruchsvolles Bild. Das wird nicht leicht werden.

Quelle

Writing Friday

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

 

Das war es von mir diese Woche. Ich wünsche euch einen entspannten Start.

writing friday

[#WritingFriday] Week 22 – Das sprechende Buch

Es ist Freitag – viele haben vielleicht heute einen Brückentag, oder wie ich diese Woche Urlaub? Aber egal – für uns alle ist Freitag – #Writing Friday.

Die neuen Themen sind draussen

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

Ich nehme heute das sprechende Buch. Wobei ich nicht so richtig sicher bin, das es so ist wie es erwartet wird. Zu lange sowieso. Sorry


Simone war tief in Gedanken versunken – der Tag war nicht so gut gelaufen. Es fing mit dem Wecker an. Er klingelte – das war schon ein großes Problem. Sie hasste es mit Wecker aufzustehen. Aber so war es – sie musste arbeiten um ihre Rechnungen zu bezahlen und dafür benötigte sie einen Wecker. Aber sie vermutete manchmal ihr Wecker hätte ein Eigenleben. Er bewegte sich, da war sie sich sehr, sehr sicher. Jedes Mal wenn sie auf den Snoozeknopf hauen wollte, traf sie daneben. Könnte Zufall sein – aber sie glaube nicht wirklich an Zufall und irgendwann würde sie ihn erwischen, wie er sich bewegte und sein Uhrwerk als Zunge herausstreckte. Aber damit nicht genug – sie musste mit dem Bus fahren – ihre Mitfahrgelegenheit hatte Urlaub. Natürlich hatte sie es vergessen und stand vor dem leeren Parkplatz um sich an die Stirn zu hauen. Schnell zur Bushaltestelle, bei der sie feststellen musste, dass sie natürlich den Bus verpasst hatte. Zehn Minuten warten – zu spät war sie eh schon. Nur dass sie auch noch nass werden würde, das war nicht nett. Sie hatte nie einen Schirm dabei. Das rächte sich jetzt. Begossen wie ein Pudel und bestimmt auch nicht besser riechend traf sie endlich in der Firma ein. Der Aufzug war defekt und sie durfte in den vierten Stock laufen um dann eine leere Kaffeekanne vorzufinden.  Seufzend begab sie sich auf ihren Platz in dem Großraumbüro achtete eh keiner auf den anderen – wenigstens hatte sie da ihre Ruhe. Von Wegen – sie saß kaum, da klingelte das Telefon – ihre Chefin. Waaarummm? Gerade heute.  Sie rappelte sich auf. Versuchte sich einigermaßen herzurichten – was halt möglich war. Simone schlich in das Büro ihrer Chefin, die wirklich keine nette Frau war – halt eine die über Leichen und Sklaven kletterte um nach oben zu kommen und sie war so eine Sklavin auf deren Rücken die Chefin des Öfteren Tanzte. „Simone, schön, dass du auch noch gekommen bist. Ist ja ein übles Wetter, da kann man schon mal das Bedürfnis haben zu Hause zu bleiben. Aber du hast dich ja aufraffen können, wie schön.“ Schon malte sich Simone fürchterliche Mordmethoden aus um Anja – ihre Chefin – zu töten, eine grausamer als die andere.  Sie hatte natürlich den arroganten Ergüssen von Anja nicht zugehört und nur genickt. „Na da sind wir uns ja einig. Du weißt ja wie sehr ich beschäftigt bin und du kannst doch gut formulieren – also schreibst du diese Abhandlung für mich und ich verschicke sie dann – da hast du einen freien Nachmittag gut – Deal.“ Von wegen Deal – Simone sah sich schon den Brieföffner erheben und zuzustechen. „Ja – das klingt fair, ich danke dir Anja.“ Einen sehnsüchtigen Blick auf den Brieföffner werfen verliest Anja das Büro mit der Akte um sich an diese Abhandlung zu machen.

Fassen wir die Fakten zusammen. Es war ein Arschlochtag – definitiv.

Es war spät. Alle anderen hatten das Büro schon verlassen. Nur an Simones Tisch brannte noch die Lampe. Sie blickte auf, schloss den Aktendeckel und legte ihn in Anjas Büro. Morgen würde sie sich krank melden. Sie fühlte nämlich schon wie sich der Hals anraute und die Nase den Weg nach Hause laufen wollte.  Sie zog ihren, immer noch leicht feuchten  Mantel an und ging zum Ausgang. In der Halle verabschiedete sie sich von Jerome, dem Wachmann und schlurfte mit rot geräderten Augen langsam Richtung Bushaltestelle um festzustellen, dass sie den letzten Bus verpasst hatte. Taxi oder Laufen? Taxi ist zu teuer, dachte sie sich, also laufen. Klar, was sonst. So wie sie heute aussah würde sie niemand überfallen. Sollen sie doch – sie würde ihnen eine dicke Erkältung anhängen. Pah.

Also sie so über den Bürgersteig schwankte sah sie vor sich etwas liegen. Sie konnte es nicht gleich erkennen. Ein Buch? Wer warf denn ein Buch einfach so auf die Straße? Es sah ziemlich mitgenommen aus. Er hatte wohl schon so einige Leser gehabt und der Umstand auf der Straße zu liegen bekam ihm auch nicht gut. So stand sie und betrachtete es. Im Fieberwahn meinte sie zu sehen, wie das Buch den Deckel hob. „Willst du mich nur so dumm angaffen, oder nimmst du  mich hoch und zu dir mit nach Hause.“ Simone hüpfte zurück, glaubte sie wenigstens, in Wirklichkeit war sie erstarrt, bückte sich und stopfte das Buch in ihre Tasche. Halluzinationen, dachte sie – aber ein Buch würde sie eh nie so einfach liegen lassen. „Hei, Mann – quetsch mich doch  nicht so unsanft in deine überfüllte Tasche.  Herrjeh, als hätte ich nicht schon genug mitgemacht. Wie unsanft. Pft.“ Hörte Simone die Blätter erbost rascheln? Können Blätter das?

Vor der Wohnungstür musste natürlich noch der Schlüssel in die Matschpfütze fallen. War klar. Mühsam bückte sie sich und schloss dann auf. Schleuderte die Schuhe von den Füssen, knallte die Tasche auf die Kommode. „Autsch.“ missachtete sie. Sie ließ den Mantel einfach von den Schultern gleiten, den Rock von den Hüften und der Pullover folgte. Sie schnappte sich ihren kuscheligen Bademantel, setzte die Milch für heißen Kakao auf und ging zurück zur Tasche um das sonderbare Buch zu holen.

Mit ihrer heißen Schokolade und in weichen Pantoffeln kuschelte sie sich auf die Couch. Sie schlug das Buch auf: „Oh Mann – du bist vielleicht ein Grobian. Geh doch bisschen behutsamer mit mir um. Ich bin echt alt.“ „Okay. Ich bin also jetzt zu Hause und halluziniere immer noch. Die Erkältung setzt mir jetzt schon zu. Na klasse. Oder redest du wirklich mit mir?“ „Ja natürlich rede ich mit dir. Wir Bücher reden immer mit euch. Aber die wenigsten verstehen es. Beziehungsweise, wir reden nicht immer laut – meist in euren Köpfen – wir zaubern diese tollen Bilder in euren Kopf. Dazu wärt ihr gar nicht in der Lage, wenn wir euch das nicht heimlich einflüstern würden. Nur Lesen reicht da nicht aus. Oder habt ihr schöne Bilder bei amtlichen Briefen? Also – siehst du?“ „Okay – ich glaube das jetzt alles Mal so. Warum lagst du auf der Straße?“ „Wie erkläre ich das für einen Menschen? Ich bin eine Art Tage/Ratgeberbuch. Ich werde von Menschen angezogen, die – wie hast du das betitelt – einen Arschlochtag haben. Natürlich ziehen wir Lose – es gibt zu viele davon für zu viel Menschen und du hast dieses Mal gewonnen. Also kannst du anfangen zu lesen. Egal was – die Geschichte die du in mir findest wird dir sowohl die Laune heben als auch eine Lösung für dein Problem liefern.“ „Warum erzählst du  mir das nicht einfach?“  „Was? Nein, nein – so funktioniert da s nicht. Die Geschichte in mir entwickelt sich quasi mit deinen Gedanken. Du lenkst die Geschichte und die Lösung. Da habe ich keinen Einfluss drauf.“ „Hm. Das klingt seltsam. Aber auch spannend.“ „Du wirst dich auf jeden Fall besser fühlen, wenn du mich beendet hast. Und dann kannst du mich wieder frei lassen, dass ich dem nächsten helfen kann.“

Simone war skeptisch. War sie wirklich schon bereit eine Änderung in ihrem Leben zu finden. Es war doch so viel einfacher in diesem tristen Dasein. „Einfach ist es natürlich – aber macht es dich glücklich? Glücklich sein ist doch das wichtigste im Leben. Nimm es an und lese mich. Dein Leben wird sich so viel besser gestalten.“ „Gut.“ Sie schlug die erste Seite auf und versank in eine wundervolle Geschichte, die ihr ein Leben präsentierte mit Abenteuer, Liebe, Familie, Intrigen und einem traumhaften Happy End.

Wer weiß, vielleicht, wenn du mal so einen richtigen Arschlochtag hast – schau auf den Boden, vielleicht wurde dein Name aus der Lostrommel gezogen und ein sprechendes Buch bietet dir eine wundervolle Geschichte mit Happy End.