Writing Prompts - Freie Geschichten

Writing Prompt – Schreibübung #3 – Der goldene Hirsch

Annie hat für uns Kreativen ein paar nette Schreibübungen zusammengestellt. Das ist schon die 3. Ausgabe.

Dieses mal habe ich mich für eine Geschichte zu einem Bild entschieden. Eine kleine Liebesgeschichte

Aufgrund des Hutes, bin ich von Vietnam ausgegangen – ich muss sagen: Vietnam ist wirklich sehr geheimnisvoll. Ich habe gar nicht so viel Sagen und Fabelwesen gefunden.

Meine Quellen für die Namen war HIER und für die Hochzeitstraditionen HIER. Und ganz viel dichterische Freiheiten :-)

 

„Thuong? Wo bist du?“ Hörte sie ihre Mutter rufen. „Thuong? Komm wir müssen aufs Feld.“ Thuong – ihr Name bedeutete zärtliche Liebe – schaute sich zu ihrer Mutter um. „Ich komme gleich Mutter.“ Sie griff nach ihrem Hut und schlüpfte in die Schuhe als sie ihre kleine Hütte verlies. Unten im Tal konnte sie den Nebel erkennen. Sie liebte diese Zeit. Schnell rannte sie nach unten und ging ins Wasser. Der Nebel machte ihr Platz, so dass sie ungehindert eintauchen konnte. Sobald sie  untertauchte, schloss der Nebel sich um sie und verbarg sie vor neugierigen Blicken. „Dieses Mädchen, ständig ist sie im Wasser. Sie hätte eine Wassernymphe werden sollen. Außerdem ist sie jetzt im heiratsfähigen Alter. Ich glaube wir sollten sie langsam mal präsentieren. Was meinst du, Ehemann?“ Ihr Mann kaute auf seiner Pfeife und grunzte. „Wenn du meinst, Frau. Dann mach alles bereit. Bevor sie zu alt wird und keiner sie mehr will.“ Zufrieden nickte die Mutter mit dem Kopf. Sie hatte schon einige Bewerber an der Hand und wollte bald den Wahrsager aufsuchen, damit er die richtige Verbindung voraussagt.

Thuong war ein liebevolles Mädchen und hatte immer nur das Beste im Sinn. Weder Mensch noch Tier konnte sie etwas Übles. Und sie sah auch in allem nur das Gute. Sie war sehr behütet aufgewachsen. Tief im Wald, hatte sie nur zu den traditionellen Festtagen Kontakt mit anderen Bürgern gehabt. Ans Heiraten dachte sie nicht. Sie fühlte sich noch nicht reif. Wobei ihre Aussteuertruhe schon seit Jahren gut gefüllt war. Ihre Eltern hatten schon kurz nach ihrer Geburt damit angefangen sie zu befüllen und Thuong hatte das weitergeführt, als sie alt genug war. Es befanden sich heilige Gegenstände, Schmuckstücke und gute Stoffe darin. Geld hatte die Familie nicht viel. Sie waren arme Reisbauern und konnten nicht viel beiseitelegen. Deswegen hofften die Eltern darauf, dass ein Mann sie wegen ihres Aussehens nehmen würde und nicht wegen ihrer Aussteuer.

Thuong ließ sich vom Wasser tragen. Der Nebel umfloss sie wie ein Schleier. Sie bemerkte nicht, dass sie beobachtet wurde. Ein prächtiger Hirsch stand am Wasserrand und betrachtete das liebliche Geschöpf. Sein Fell glänzte golden und sein Geweih war prächtig anzusehen. Er hatte das Menschenmädchen schon oft beobachtet. Und er war verzaubert von ihrer Lieblichkeit. Sie wäre die perfekte Braut. Sie war zu allen Lebewesen freundlich und ihre Ausstrahlung lag wie ein perlmutfarbender Ring um sie herum. Sie wäre die perfekte Königin für sein Reich. Er musst nur noch die Eltern überzeugen.

Leise zog er sich zurück und verschwand wieder im Wald. „Thuong – jetzt komm endlich. Wir wollen den Reis bearbeiten.“ Seufzend richtete sich Thuong auf und verlies widerstrebend das Wasser. Sie sah in der Ferne ein goldenes Flimmern und blieb kurz stehen um ihre Augen darauf zu richten. Aber sie konnte nichts Genaues erkennen. Wahrscheinlich war es nur die Sonne, die sich gegen den Nebel auflehnen wollte. Springend gelangte sie zu ihren Eltern. Ihre Mutter schüttelte den Kopf. „Mädchen, benimm dich, du bist kein kleines Kind mehr. Du bist fast eine Frau. Wie soll sich denn ein Mann für dich interessieren, wenn du so ungesittet herumhüpfst?“ „Aber Mutter – hier ist doch weit und breit keiner, der uns sehen kann.“ „Das ist egal – es gehört sich nicht. Sei froh, dass ich dir nicht mit dem Rohrstock komme.“ Thuong runzelte leicht die Stirn und drückte ihre Mutter einen Kuss auf die Wange um dann gleich wieder vorweg zu hüpfen. Die Mutter schüttelte den Kopf. „Es wird dringend Zeit, dass sie heiratet. Gleich morgen werde ich zum Wahrsager gehen.“ Der Vater grunzte erneut und schlurfte hinter den Frauen her. Er liebte sein kleines Mädchen. Ihm würde es schwer fallen sie gehen zu lassen. Aber er wusste, es musste sein. Die Kette durfte nicht unterbrochen werden. Sein Mädchen musste Mutter werden um den Kreislauf in Gang zu halten. Aber heute kam ihm der Weg zum Feld noch mühsamer vor.

Währenddessen hatte der prächtige Hirsch dem Gespräch gelauscht. Er wusste was zu tun war. Am nächsten Tag würde er sich den Eltern vorstellen. Als zukünftiger Bräutigam. Er wusste, dass die Familie arm war und sein Angebot würde hoffentlich alle anderen überbieten. Er war sich bewusst, dass es nicht leicht sein würde Thuong zu bekommen, da sie ein so hübscher Anblick war, würden viele Männer sie auch ohne Geld ehelichen. Nur der Wahrsager wäre ein Problem. Wenn er die Verbindung nicht segnen würde, gäbe es keine Chance.

Am nächsten Tag gingen Thuong und ihre Mutter ins Dorf. Sie suchten den örtlichen Wahrsager auf und vereinbarten die Optionen. Es waren schon einige Bewerber für Thuong aufgetaucht. Die Mutter nannte dem Wahrsager die Namen und er würde sich mit ihnen in Verbindung setzen um persönliche Gegenstände zu erhalten. Dann würde er in Trance gehen und den besten Kandidaten und den besten Termin für die Hochzeit erhalten.

Hung – der goldene Hirsch, nahm seine menschliche Gestalt an und trat Thuongs Mutter in den Weg. „Gute Frau, ich habe gehört, dass ihr einen Ehemann für eure Tochter sucht. Ich wäre gerne bereit mich dafür zu bewähren. Ich werde euch viel Geld geben um die Hochzeit prunkvoll ausrichten zu können und auch dass ihr in eurem Alter gut versorgt wärt, wenn ich eure Tochter mit zu mir nehme.“ Die Mutter betrachtete den Mann vor sich. Er machte einen stattlichen Eindruck, warum sollte er nicht auch sein Glück versuchen. Sie wäre schon froh, wenn ein Bauer ihre Tochter heiraten würde. Hauptsache sie wäre eine Ehefrau.

Thuong sah Hung an und sofort spürte sie etwas Besonderes von ihm ausgehend. Er hatte eine ganz besondere Ausstrahlung, die hervorragend zu seinem Namen passte. Heroisch. Er machte wirklich den Eindruck eines Helden. Sie fühlte sich sofort zu ihm hingezogen. Ihr Herz klopfte laut und ihr Mund wurde ganz trocken. Sollte das ihr Gatte werden. Sie hoffte es sehr. Sie senkte ihren Kopf vor Demut und Höflichkeit. Die Verhandlungen überließ sie der Mutter. Sie hatte nichts zu sagen. Sie wusste nur, dass sein Angebot so verführerisch war, dass auch der Wahrsager da das ein oder andere Auge fester zu drücken würde. Denn seine Bezahlung würde von dem Gatten getätigt.

Während die Mutter dem Wahrsager noch schnell einen persönlichen Gegenstand des neuen Bewerbers übergab und wahrscheinlich noch einen extra Bonus versprach, wenn seine Geister dem neuen Mann wohlgesonnen wären, standen die beiden jungen Leute sich verlegen gegenüber. Thuong hob ihren Kopf und blickte ihm in die Augen. Ihre Pupillen weiteten sich, als sie in seine sah. Sie sah Gütigkeit. Seine Haut schimmerte leicht golden. Sie schob das auf eine optische Täuschung der Sonne. Sie hatte das Gefühl, ihr Herz würde mit seinem im Einklang schlagen. Sein Aroma glich dem des Waldes. Die Muskeln unter seinem Hemd deuteten auf viel Bewegung hin. Sie war wie betäubt. Hung lächelte sie an. „Thuong. Ich beobachte dich schon einige Zeit und ich konnte nicht anders als mich als deinen Gatten zu fühlen.“ Sie betrachtete ihn erschrocken. Er hatte sie beobachtet? Wo? Aber bevor sie ihn fragen konnte, kam ihre Mutter zurück und verabschiedete sich von ihm. Sie zog Thuong mit sich, während diese sich noch mal umdrehte. „Thuong, das ist unhöflich. Man blickt einem Mann nicht hinterher. Wo sind denn deine Manieren. Muss ich dich erst übers Knie legen? Sei froh, dass dein Vater das nicht sieht. Der hätte dich sofort bestraft, für diese unzüchtige Geste.“ Schimpfte ihre Mutter.

Die nächsten Tage erschienen Thuong wie in Zeitlupe zu vergehen. „Mutter, wie lange wird der Wahrsager denn brauchen, bis der den richtigen Ehemann für mich gefunden hat?“ „Das liegt an den Geistern, wie geschwätzig sie sind. Es sind nicht wenig Bewerber. Du bist ein hübsches Mädchen. Da muss er schon ein paar Tage ansetzen.“ Thuong seufzte tief. Sei t ihrem Zusammentreffen mit Hung verfolgten seltsame Träume sie. Sie träumte von einem goldenen Hirsch, mit dem sie durch den Wald rannte. Aber sie war kein Mensch. Sie selbst war eine perlmutfarbene Hirschkuh. Und sie tobten gemeinsam wie auf Wolken durch den nebelverhangenen Wald. Sie fühlte sich frei und geborgen. Sie war eingehüllt in wahrer Liebe und Freude. Aber je länger sie auf die Offenbarung des Wahrsagers wartete umso verzweifelter wurde sie. Umso mehr befürchtete sie, dass nicht Hung ihr Seelengefährte werden würde, sondern irgendeiner der anderen Bewerber.

Diese Angst hatte ihr Herz fest umklammert. Si e konnte sich an nichts mehr erfreuen. Selbst das Bad im See, das sie so liebte, erfreute sie nicht. Eines Tages, als sie am Ufer lag und ihr Haar richtete fühlte sie sich beobachtet. Sie blickte sich erschrocken um, und im Gebüsch konnte sie einen goldenen Schimmer erkennen. Sie stand auf und ging in die Richtung. Aus dem Gebüsch trat ein prachtvoller goldfarbener Hirsch. Ihr Herz blieb für kurze Zeit stehen um dann in doppelter Geschwindigkeit zu schlagen. Sie umrundete den Hirsch. Er blieb ruhig stehen. Als sie ihm in die Augen blickte, meinte sie sie zu erkennen. „Hung?“ fragte sie schüchtern. In diesem Moment wirbelten die Blätter zu ihren Füssen auf und der Hirsch verwandelte sich.

Tatsächlich stand Hung vor ihr. Sie war sprachlos. „Träume ich? Bin ich eingeschlafen. Mutter wird sehr böse, wenn ich die Zeit verschlafe.“ „Nein. Ich bin es wirklich. Thuong. Ich habe dich schon so oft beobachtet. Aber bevor der Wahrsager sein Urteil bekannt gibt, musste ich mich offenbaren. Denn wenn wir füreinander bestimmt sein sollten, musst du wissen worauf du dich einlässt. Wärst du bereit meine Königin zu werden?“ Sie überlegte nicht lange. Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen. Aber sie hielt sich sittsam zurück. Noch waren sie nicht Mann und Frau – sie würde sich nicht in eine unmögliche Situation begeben, die es ihr unmöglich machen würde seine ehrbare Frau zu werden. „Ja.“ Flüsterte sie. „Ich spüre es tief in meinem Inneren. Ein Sehnen und Ziehen. Das ist meine Bestimmung. Der Wahrsager kann einfach nichts anderes vorhersagen. Das können die Götter nicht zulassen.“ Zufrieden nickte Hung, drehte sich um und ließ Thuong stehen.

„Thuong? Mädchen, wo bist du schon wieder. Der Wahrsager verlangt nach uns. Komm schnell.“ Thuong rannte zu ihrer Mutter und drängelte sie zu gehen. „Langsam, langsam ich bin eine alte Frau. Das Ergebnis wird sich nicht ändern, nur weil wir uns die Beine brechen, weil wir zu schnell durch die Berge hasten.“ Ihre Mutter lächelte und blickte ihre Tochter liebevoll an. Jetzt war es soweit. Sie würden sie bald einem Mann übergeben und Thuong würde ihre eigene Familie gründen. Es wurde ihr etwas schwer ums Herz. Aber das war der Lauf der Zeit.

Im Dorf angekommen, betraten sie die Hütte des Wahrsagers. „So guter Mann, wie lautet deine Empfehlung?“ Fragte die Mutter gerade heraus. „ Das war gar nicht so einfach, gute Frau. Eure Tochter ist ein seltsames Geschöpf. Ihre Aura war nicht leicht zu lesen. Ich habe einige Bewerber, die gut mit ihr harmonieren würden.“ Thuong riss erschrocken die Augen auf. Einige Bewerber? Sie war fest überzeugt, dass nur Hung in Frage kommen würde. „Da wäre Liem (Aufrichtig) – er ist der Sohn des örtlichen Apothekers. Er ist sehr gut geeignet für eure Tochter. Oder Minh (Clever/Klug) – er ist der Geldverleiher. Er wird eurer Tochter ein gutes Leben bieten können. Thang(Triumph). Er wird es weit bringen. Er hat Verbindungen in den Adel. Die drei passen sehr gut zu eurer Tochter. Hier könnt ihr euch die Portraits anschauen.“ Thuong wurde ganz schwarz vor Augen. Was war mit Hung, warum tauchte er nicht auf? Schüchtern fragte sie: „Sind das alle passenden Bewerber? Ist da nicht noch einer?“ Der Wahrsager blickte hektisch hin und her. Er räusperte sich. „Ja einer wäre noch da. Aber ich bin mir mit seiner Aura nicht sicher. Ich konnte seine Güte und sein warmen Schein erkennen. Auch war es, als würden eure persönlichen Gegenstände in Einklang schwingen – aber ich konnte nicht erkennen was seine Zukunft bringen würde und somit auch nicht die deinige. Aber die Geister bestätigen, er wäre der perfekte Kandidat.“ „Wer ist es?“ flüsterte sie. „Hung.“ Ihr Herz wollte aus ihrer Brust hüpfen. Auch ihre Mutter schien zufrieden. Sie wusste, dass ihre Tochter ihr Herz schon verloren hatte, und da Hung auch sehr großzügig bezahlen würde, hätte sie nichts gegen eine Verbindung einzuwenden.

So sei es. Thuong schwebte nach Hause. Es würde alles gut werden und sie würde ihren Seelenverwandten heiraten. Sie öffnete ihre Truhe und holte ihren roten Ao Dai hervor. An diesem Kleidungsstück für ihre Hochzeit hatte sie lange genäht und gestickt und im nächsten Monat würde sie darin ihrem Ehemann übergeben werden.

In dieser Nacht schlief sie selig und zufrieden. Auf einer Lichtung traf sie Hung. Endlich konnte sie ihn in die Arme nehmen und sie konnten in ihrer wahren Gestalt ihrem neuen Leben entgegen gehen.

ENDE

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Wochenrückblick

Wochenrückblick 08.10.18-14.10.18

Endlich habe ich mal wieder zwei Beiträge veröffentlicht. Das hat mal wieder Spass gemacht. Schreiben fehlt mir schon, wenn ich nicht dazu komme.

 


Schauen wir uns die Schreibwoche an – Themen und Ideen stehen und warten umgesetzt zu werden.

Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.
  • Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.
  • Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.
  • Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.
  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich? 

Bei Christiane sind neue Worte veröffentlicht worden. Es werden jetzt 3 Worte in maximal 300 Wörter verpackt – die nächsten Wörter gibt es am 21. Oktober

Genuss
skrupulös
schneiden.


Annie hat für uns Kreativen ein paar nette Schreibübungen zusammengestellt. Das ist schon die 3. Ausgabe.

Die Themen hier für sind:

  1. Schreibe ein Märchen. Fange aber nicht mit „Es war einmal an“. Benutze folgende Wörter (die ich mit einem Zufallswortgenerator genrieren werde):
    Halloween, Alibi, Androgyn, Draht, Antiviral, Taktik, Schmiermittel, Rabe
    Pfff… Wer eine Story mit diesen Wörtern hinbekommt, hat meinen vollsten Respekt xD
  2. Schaue dir die folgenden drei Bilder an. Schreibe etwas über das Bild was dich am meisten inspiriert:
  3. Schreibe einen Brief an dich selbst. Egal ob an dein vergangenes oder zukünftiges Ich.
  4. Setze dich in ein Café oder in den Park und denke dir eine Geschichte über einen Menschen aus, der dir ganz besonders auffällt. Wo will er/sie hin oder wo will er/sie hin? Wie verlief sein/ihr bisheriges Leben?
  5. Greif zu dem Buch das dir am nächsten ist. Schlage Seite 73 auf und nehme ab den 5ten Satz die nächsten vier. Um diesen Block schreibst du jetzt deine eigene Geschichte.

Das zehnte Wort ist auch draussen. Phantomschmerz


 

Ich wünsche euch, wie immer eine kreative Woche – und schaut doch auch bei den anderen Schreiberlingen mal vorbei. Jeder freut sich, wenn sein Werk gelesen wird. Dafür einfach den Links in den jeweiligen Kommentaren, der auszurichtenden Seiten folgen.

Writing Prompts - Freie Geschichten

Writing Prompt – Schreibübung #3 – Party des Jahres

Annie hat für uns Kreativen ein paar nette Schreibübungen zusammengestellt. Das ist schon die 3. Ausgabe.

Die Themen hier für sind:

  1. Schreibe ein Märchen. Fange aber nicht mit „Es war einmal an“. Benutze folgende Wörter (die ich mit einem Zufallswortgenerator genrieren werde):
    Halloween, Alibi, Androgyn, Draht, Antiviral, Taktik, Schmiermittel, Rabe
    Pfff… Wer eine Story mit diesen Wörtern hinbekommt, hat meinen vollsten Respekt xD
  2. Schaue dir die folgenden drei Bilder an. Schreibe etwas über das Bild was dich am meisten inspiriert:
  3. Schreibe einen Brief an dich selbst. Egal ob an dein vergangenes oder zukünftiges Ich.
  4. Setze dich in ein Café oder in den Park und denke dir eine Geschichte über einen Menschen aus, der dir ganz besonders auffällt. Wo will er/sie hin oder wo will er/sie hin? Wie verlief sein/ihr bisheriges Leben?
  5. Greif zu dem Buch das dir am nächsten ist. Schlage Seite 73 auf und nehme ab den 5ten Satz die nächsten vier. Um diesen Block schreibst du jetzt deine eigene Geschichte.

Ich habe mich für den 5. Punkt entschieden.


Blake, Kendare – Anna im blutroten Kleid Position 73 ab 5. Satz die nächsten 4

 

Ein Wasserfall?«

»Die Party findet am Kakabeka-Wasserfall statt. Wir suchen uns jedes Jahr eine andere Stelle, um Ruhe vor den Cops zu haben. Letztes Jahr waren wir am Trowbridge-Wasserfall, aber da sind alle ausgeflippt, als …« Sie unterbricht sich.

 

Sie drehte sich um und schluckte. Es war wie ein übler Trip – die Erinnerung, was letztes Jahr passierte, schnürte ihr die Kehle zu. Ein Schütteln überkam sie, dann drehte sie sich wieder zu ihren Freunden. „Die Party wird so cool. Jeder bringt was mit – und die Jungs aus dem Sportclub bringen das Fass Bier mit. Aber dieses Mal gibt es nur Bier, das das klar ist. Wir wollen nicht wieder so ein …“ Kendra schluckte noch mal. „…Missgeschick wie letztes Jahr. Das ist nicht akzeptabel. Ich werde da dieses Mal ganz streng sein. Ich habe einen Aufpasser engagiert.“ Ein Raunen ging durch die Gruppe. „JA. Es muss sein. Wir haben uns sonst nicht unter Kontrolle. Aber keine Angst – er wird bezahlt und hält die Schnauze. Und wir können entspannt Paaartyyy machen.“ Sang sie und schwang ihre Hüften aufreizend hin und her. Dabei suchte ihr Blick Thomas. Das war ihr Herzensmensch. Sie plante es jeden Falls. Aber Thomas war noch nicht da. Er war was besonders, das spürte sie. Eine dunkle Aura umgab ihn wie ein Umhang. Und wenn sie was anzog, dann die Gefahr. Das war auch der Grund, warum es das Ereignis aus dem letzten Jahr gab. Schuld war, wie so oft, sie gewesen. Sie konnte wirklich provozierend sein. Letztes Jahr war ihr Herzensmensch Anton gewesen. Anton war ein wirklich lieber – zu lieber Kerl. Er betete den Boden an, auf dem sie Schritt. Dann, zu Halloween, war die berühmte Party – sie sollte legendär werden. Die Kulisse hatte sie mit ihren Girls entworfen und aufgebaut. Ein kleiner Irrgarten war der Eingang und danach ein kleines Horrorkabinett. Es war perfekt. Anton war spät, das ärgerte Kendra schon. Er sollte doch ihr Gemahl sein. Und die Gäste auf dem dunklen Thron, neben ihr sitzend begrüßen. Aber er kam zum Schluss. Das konnte sie nicht akzeptieren. Also musste er den ganzen Abend dafür büßen. Sie striezte ihn wo es nur ging. Und er ließ sich alles Wortlos gefallen. Aber, je später, desto betrunkener wurde auch Anton. Und umso gelassener wurde er. Als Kendra ihn wieder mal striezte, wurde es ihm zu viel. Er schnappte sie, schleifte sie an ihren Haaren zum Wasserfallrand und schupste sie. Sie fiel – aber sie hatte nicht gemerkt, dass Anton ein Seil um ihre Hüfte befestigt hatte. Ruckartig wurde ihr Sturz gestoppt. Sie konnte hören wie Anton sie verhöhnte und verfluchte. Die Gäste waren sprachlos. Bis die ersten Mädchen zu schreien begangen. Dann ging es los. Wildes Durcheinander und Geschrei. Die Gäste liefen Kopflos hin und her. In der Zwischenzeit hatte Anton sie schon wieder nach oben geholt. Sie stütze sich hinter einem Felsen auf um tief durchzuatmen. Dann sah sie nur, wie sich eine Gruppe auf Anton stürzte und auf ihn einschlug. Sie schlugen so fest, dass er sich nicht mehr bewegte. Seit dem lag er im Koma. Am Anfang war sie noch regelmäßig hingegangen und ihr schlechtes Gewissen nagte an ihr. Aber mit der Zeit verging das. Das Leben ging weiter. Die Erde drehte sich weiter und sie war Jung und hübsch. Sie war die Halloween Queen. Dieses Mal hatte sie vorgesorgt. Keinen harten Alkohol und ein sicheres Geländer am Wasserfall.

Am Stichtag kamen die Gäste und alle waren gut drauf. Die Musik lief und alle tanzten. Dann kam er – Thomas. Als Vampir verkleidet stellte er sich neben sie. Sie hatte sich für das Kostüm der weißen Frau entschieden. Das gab einen tollen Kontrast. Er ganz in schwarz, sie ganz in weiß. Ein enger, sinnlicher Tanz und sie wurde gefügig. Er roch an ihr und knabberte an ihr herum. Biss sie sanft in den Hals und sie war einfach nur noch Wachs in seinen Armen. Der Abend war ein voller Erflog. Als es Zeit wurde aufzubrechen, war Thomas schon weg. Sie suchte ihn – erfolglos. Müde und enttäuscht ging sie nach Hause. Sie zog sich um – an ihrem Kleid sah sie einen roten Fleck. Dann blickte sie in den Spiegel. An ihrem Hals war eine Wunde. „Verdaaamt. Thomas hat mich gebissen? Der spinnt ja.“ Kendra schlüpfte in ihr Bett. Seltsame Träume von Blut und Leichen verfolgten sie. Wie gerädert erwachte sie – sie ging ans Fenster um die Vorhänge beiseite zu schieben. Da hörte sie eine Stimme hinter sich. Sie erschrak fürchterlich. „Das würde ich nicht machen. Das könnte wirklich schmerzhaft für dich werden.“ Sie drehte sich um und sah Thomas in der Ecke stehen. „Was machst du hier? Wie kommst du hier herein?“ „So viel Fragen am frühen Morgen. Du bist ganz schön fit, nach solch einer Party, die wirklich toll war. Muss ich sagen.“ Sie blickte ihn an. „Du hast nicht geantwortet.“ „Dann mach ich das – geh an den Spiegel.“ Sie runzelte die Stirn, tat aber was er wollte. Sie schaute hinein und sah – nichts. Entsetzt drehte sie sich um. „Was soll das?“ „Tja Schätzchen – gratuliere, du wurdest in den Club der Untoten aufgenommen.“ „Was? Ich verstehe nicht.“ „Herzchen – du bist genau die Richtige für uns. So böse und skrupellos. Du hast Anton letztes Jahr verrückt gemacht und jetzt denkst du nur noch an dich. Perfekter kann es nicht sein. Du, Herzchen, bist jetzt ein Vampir.“ „Was? Du verscheisserst mich doch.“ „Nein!“ Antwortete er knapp. „Du hast es verdient.“ „ich will aber kein Vampir sein.“ „Warum nicht? Schau dir die Vorteile an. Du wirst für immer so hübsch bleiben. Und deine Seele war eh schon nicht mehr zu gebrauchen. Also eine WinWin-Situation.“ „Aber…“ „Kein Aber – es ist eh nicht Rückgängig zu machen. Ich lade dich hiermit herzlich ein, ein Vampir zu sein, für den Rest des Lebens.“ Kendra drehte sich zum Spiegel um. Was nutze ihr, ihre Schönheit, wenn sie sich nicht mehr sehen konnte. Was nutzte ihr das ewige Leben, wenn sie ihre Freunde und Familie verlor. Was nutzte ihr ein ewiges Leben, wenn sie nie wieder die Sonne sehen konnte? Was hatte ihr, ihr egoistisches Leben gebracht? Einsamkeit.

Ende

writing friday

Writing Friday 41 – Das letzte Blatt

[#WritingFriday]

ist eine wöchentliche Schreibaktion von Elizzy.

Die Oktoberthemen:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.
  • Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.
  • Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.
  • Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.
  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich? 

Ich hab jetzt eine zeitlang ausgesetzt, da ich einfach ein Schreibtief hatte – ich denke da knabbere ich noch bisschen dran – aber heute hatte ich Muse und das hab ich gleich ausgenutzt. Hier mein Baum, der sich beschwert.

  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich? 

 

Oh nein, was ist das denn? Ach verdammt es ist schon wieder so weit. „Hei Birki – wie ist das bei dir, geht es bei dir auch schon wieder los?“ „Was meinst du, Ahorni?“ „Na die Blätter. Verdammt. Da hab ich mir das ganze Jahr so viel Mühe gegeben, dass die Dinger schön grün und glänzend sind – trotz der extremen Hitze habe ich das halten können. Es hat mich so viel Mühe gekostet, das Wasser aus der tiefen Erde zu ziehen um mein Gewandt hübsch zu halten und dann kommt der vermaledeite Herbst und sie verabschieden sich. Fehlt nur noch dass sie sich lustig über mein Bemühen machen. Ach Baum“. „Komm, stell dich nicht so an – das ist doch nicht das erste Jahr in dem du das mitmachst. Wie alt bist du. Fünfzig?“ „Man fragt nicht nach dem Alter – vor allem keinen Baum.“ „Oh, ne – jetzt fängt er schon wieder an?“ Fragte die Trauerweide, etwas weiter. „Schau mich doch an – das ganze Jahr hängen mir die Äste voll Blätter – sie sind so schwer, dass ich die gar nicht anheben kann. Immer schleifen sie am Boden. Das ist echt eklig, sag ich dir. Ich bin froh, wenn ich paar Blätter weniger habe, das entlastet mich.“ „Ach du – deine Blätter sind ja auch so klein und unscheinbar. Aber schau dir doch meine an – sie sind so schön gezackt und einzigartig. Ich will nicht jedes Jahr dasselbe durchmachen. Warum können wir unsere Blätter nicht behalten? Ich vermisse sie jetzt schon. Das Geräusch, das sie machen, wenn der Wind durchfährt. Das Rauschen. Und die Nester der Vögel, die sich in meinen Blättern verstecken können. Sie können hier ihre Jungen aufziehen, ohne dass sie gesehen werden. Das bunte Treiben beim Füttern. Die vielen Insekten, die um mich herumschwirren. Jetzt wird es nur wieder trostlos und kalt. Der eisige Wind zerrt mir die Blätter von den Ästen. Das ist schmerzhaft. Aber er ist unerbittlich und zerrt und zerrt.  Das ist nicht nett.“ „Dafür wurde er auch nicht erschaffen, um nett zu sein. Das ist die Frühlingsbrise, die ist nett – sie weckt uns sanft aus dem Schlaf – aber der Herbststurm – der ist unerbittlich und hart.“ „Genau – er tut mir weh. Und meinen Blättern auch. Ich will sie behalten. Ich will nicht den Rest des Jahres so nackig herumstehen. Alle schauen durch mich durch. Und die Blicke sind so mitleiderregend, weil wir so armselig aussehen. Die nackten Äste erinnern die Menschen nur an die Kälte und sie packen den Schal gleich noch fester um ihr Gesicht. Wenn wir unsere Blätter behalten würden, würden wir sie noch bisschen mit unserem hübschen Anblick erfreuen können.“ „Ach Ahorni, du weißt schon, dass du die Blätter zum Überleben brauchst. Wenn uns der Wind die nicht von den Ästen reißen würde, damit sie an unseren Wurzeln landen, würden wir jämmerlich erfrieren. Da hättest du auch nichts vom hübsch aussehen, wenn du tot wärst, oder? „ Ahorni überlegte. Ja – die Natur hatte sich ja schon was dabei gedacht. Er seufzte tief. „Ja, aber wäre es nicht schön…“ „Halt jetzt die Klappe.“ Schnauzte die Tanne – „wenn du das ganze Jahr grün wärst, wärst du nichts Besonderes. Du würdest, wie ich gefällt werden um dann als Weihnachtsbaum in den stickig warmen Häusern zu landen. Dein Leben wäre dann sofort vorbei. Also sei froh, dass du in jedem Frühjahr, die Chance bekommst dein Kleid wieder hübsch aufzupolieren.“ „Ach Baum.“ Seufzte Ahorni „Ihr habt ja Recht, ich will ruhig sein und den Winter über mich ergehen lassen. Da kann ich mich wenigstens auf den Frühling freuen. Solange male ich mir aus, wie wundervoll ich in meiner vollen Pracht aussehen werde.“ Ein vereintes Stöhnen ging durch den Wald als das letzte Blatt den Ast verlies.

ENDE

 

Wochenrückblick

Wochenrückblick 01.10.18-07.10.18

Endlich habe ich wieder mal bei den Etüden mitgemacht – 3 Worte in einen Text mit 300 Worten unterbringen – das war irgendwie schön flüssig. Hat mir gefallen.

Schreibeinladung für die Textwochen 39.40.18 – Eine Kreuzfahrt…


Schauen wir uns die Schreibwoche an – neue Themen und Ideen stehen und warten umgesetzt zu werden.

Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.
  • Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.
  • Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.
  • Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.
  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich? 

Bei Christiane sind neue Worte veröffentlicht worden. Es werden jetzt 3 Worte in maximal 300 Wörter verpackt – die nächsten Wörter gibt es am 21. Oktober

Genuss
skrupulös
schneiden.


Das neue Thema für die Schreibkicks für den 1.11.2018 ist: Herbstmomente


Herba und die Pö´s neues Thema ist – Mach was…mit Kürbis!‘ bis zum 28.10


So, das war es von mir – ich wünsche euch eine kreative Woche.

[abc.etüden]

Schreibeinladung für die Textwochen 39.40.18 – Eine Kreuzfahrt…

Eine ganz tolle Aktion, die von Christiane moderiert wird – die ABC-Etüden. Dieses Mal mein erstes Mal mit 3 Worte in 300 Worten unterbringen. Es war knapp, aber ich habe es punktgenau hinbekommen.

Die Wörter für die Textwochen 39 und 40 des Jahres 2018 stammen aus der Feder von Anna-Lena von Meine literarische Visitenkarte und lauten:

Kreuzfahrt
gemeingefährlich 
stelzen.

„Eine Kreuzfahrt die ist lustig, eine Kreuzfahrt die ist schön….“ Martin tanzte singend durch seine Wohnung. Endlich würde er, mit der hochgepriesenen Aida, auf Kreuzfahrt gehen. Er hat lange gezögert sich den Wunsch zu erfüllen. Heute noch würde er einchecken und dann über das Deck schlendern. Stelzen, hat seine Mutter immer über seine Gangart gehetzt. Aber sie lag bei den Fischen. Na ja noch nicht, aber bald. Bald würde er ihre Asche in das Meer schütten. So weit wie möglich von ihm weg. Sie war wirklich gemeingefährlich. Aber er hatte sich gekümmert. Langsam, langsam hatte er ihr immer mehr von ihrem Herzmedikament untergemischt. Nie würde jemand drauf kommen, da sie noch in der Lage war sich selbst zu medikamentieren.

Als er die Gangway nach oben an Deck ging bemerkte er eine flüchtige Brise. Die Meeresluft liess ihn frösteln. Aber das war ok. Er war für alle Wetterlagen ausgerüstet. Womit er nicht rechnete – aber lasst mich nicht vorgreifen.

Er genoss das Buffet, die Animation und als es dann spät war, ging er in seine Kabine und holte seine Mutter. Er hatte sie aus der Urne in ein Beutelchen geschüttet. Sie würde es ja nicht mehr mitbekommen. Er ging noch für ein paar Drinks an die Bar, und als es dann kurz vor Mitternacht war und die meisten Gäste schon in ihren Kabinen verschwunden waren, ging er an Deck. Er stand an der Reling und genoss die Freiheit. Martin blickte sich noch einmal heimlich um. Keiner war hier. Er öffnete die Tüte und wollte sie gerade ausleeren, als er stolperte. Beim Fallen wunderte er sich, wie konnte er stolpern? Es war nichts an Deck gewesen. Ein Blick nach oben an Deck zeigte ihm über was er gestolpert war. Eine schemenhafte Gestalt stand dort und winkte ihm zum Abschied. „Bis gleich mein Sohn.“

Schreibkicks

Schreibkicks – Die besondere Freundschaft

Und wieder ist ein Monat vergangen. Die Schreibkicks laden zum kreativen Tippen ein.

Und ich leite hiermit den Horromonat ein.

Mit dabei waren:

 

Das Thema für den 01. November lautet: Herbstmomente

Quelle

Freundschaft

Still war es im Zimmer – Vera tapste mit nackten Füssen durch das Haus. Heimlich hatte sie sich eine kleine Taschenlampe aus der Schublade in der Küche genommen. Sie brauchte sie um nachts im Bett lesen zu können. Sie braucht nicht viel Schlaf. Wenn ihre Eltern endlich zur Ruhe gekommen waren, schnappte sie sich ihr Buch und knipste die kleine Lampe an. Aber heute, heute war etwas anders. Sie hörte es. Oder besser,  hörte nichts. Es war tiefe, dunkle Nacht. Da war es zwar immer ruhig – aber nicht so ruhig wie heute. Sie kannte die Geräusche, die das alte Haus nachts von sich gab. Immerhin lebte sie schon sechs Jahre hier.

Leise schlich sie durch den oberen Flur und wartete am Treppenabsatz. War da etwas? Sie konnte es nicht erkennen und traute sich auch noch nicht, das Licht anzuknipsen. Sie wollte sich nicht verraten, sollte jemand im Haus sein. Da knarrte es. Sie erschrak und drückte die Lampe an ihre Brust. Diese hob und senkte sich schnell. Ihr Herz klopfte so laut, dass sie es selbst hörte. Sie hoffte, dass es die Eindringlinge nicht hören würden.

Vera drehte sich um – die Tür ihrer Eltern war verschlossen. Sollte sie sie wecken? Nein. Sie würden nicht helfen können. Eher würden sie bei dem Versuch sterben. Das war Veras Kampf. Mit ihren kleinen, nackten Füssen und der kleinen Taschenlampe schlich sie zurück in ihr Zimmer. Sie brauchte noch etwas um den Kampf aufzunehmen. Es saß in ihrem Schrank.

Leise öffnete sie die Tür ihres Schranks und hoffte, die Türangel würde nicht quietschen. Ihr Vater hatte sie eigentlich geölt, aber manchmal ächzte sie trotzdem noch. Sie knipste die Lampe an und wühlte in ihrem Chaos. Sie war nicht unbedingt die ordentlichste. Lächelnd holte sie sie heraus. Ihre gute Freundin. „Hallo, du. Entschuldige, dass ich dich hier so reingeworfen habe, aber Mami war wirklich sauer gestern auf mich, da ich wieder nicht aufgeräumt hatte. Wir haben Arbeit. Jemand ist im Haus.“ Sie blickte bittend zu ihrem Gegenüber. Da bewegte sie ihren Kopf in ihre Richtung. Ihre Augen fingen an zu leuchten. „Das war wirklich nicht nett. Unter Freundschaft verstehe ich doch was anderes.“ Schmollt sie leicht. Sie stand auf und drückte sie. „Komm, ich hab mich entschuldigt und es wartet Arbeit auf uns. Vor allem auf dich. Jemand ist in unser Haus eingedrungen und ich will nicht, dass meine Eltern irgendwie verletzt werden. Also professionell und ruhig.“ „Na gut.“ Hand in Hand gingen die beiden hinunter. Vera atmete leise durch den Mund, weil sie dadurch besser hören konnte. Sie blickte sich zu ihrer Begleitung um. Ihre Lieblingspuppe – Annabell.

Sie hatte Annabell auf dem Dachboden gefunden, als sie mal kurz von ihren Eltern alleine gelassen wurde. „Stell nichts an und gehe weder auf den Dachboden noch in den Keller. Hast du verstanden, Vera. Das ist gefährlich.“ „Ja, ja – ihr seid doch gleich wieder da. Keine halbe Stunde, habt ihr gesagt.“ Sie blickten sich unsicher an und zuckten mit den Schultern. Ja – nur kurz um die Ecke. Ein Nachbar war gestorben und sie wollten Kondolieren.

Der Nachbar war ganz plötzlich verstorben. Keiner konnte es fassen. Es gab keine Vorzeichen und er war noch keine fünfzig. Plötzlicher Herztod. Aber, Gerüchte gingen durch die Nachbarschaft. Sein Gesicht soll zu einer angstverzerrten Maske erstarrt sein, im Augenblick seines Todes. Solche seltsamen Todesfälle gab es die Jahre über immer wieder – das war auch der Grund, warum Veras Eltern das Haus so günstig bekommen hatten. Keiner wollte in dieser verfluchten Gegend ein Haus kaufen. Aber ihre Eltern glaubten an so was nicht.

Vera fand die Puppe in einer dunklen Ecke. Oder die Puppe fand sie. Denn sie rief nach ihr. Ja. Die Puppe rief nach ihr. „Hallo, Vera. Komm nach oben spielen. Ich will deine Freundin sein. Für immer.“ Vera war schon immer furchtlos und tappte schnurstracks nach oben, mit einem Schürhaken bewaffnet. Sie fand Annabell und es war als wären sie für einander gemacht.

Seit einiger Zeit hatten sich die Todesfälle in der Nachbarschaft gehäuft. Die Häuser wurden verlassen und standen leer. Keiner konnte verkaufen, da keiner dorthin ziehen wollte. Annabell hatte Vera gewarnt. Sie sagte, dass sich was zusammen brauen würde. Und jetzt waren sie da.

Vera huschte schnell in die Küche und zog das große Messer aus dem Blog. Wenn ihre Mutter sie so sehen könnte. Sie würde ausflippen. Da waren sie. Schatten. Zwei Männer bewegten sich vorsichtig durch das Zimmer. Vera schlich ebenso leise, und Annabell kam von der anderen Seite. Sie beobachtete die Bewegung der Männer und in einem, ihr günstig erscheinenden Moment, schlugen sie zu. Annabell von vorne, Vera von hinten.

Vera schnitt dem hinteren Mann mit dem Messer in die Achillessehne und beobachtete zufrieden wie er zusammen brach. Schnell hüpfte sie auf seinen Rücken und stach ihm das Messer in den Hals. Das ware eine Sauerei und sie stöhnte schon, weil sie das noch alles weg machen musste, bevor ihre Eltern erwachten.

In der Zwischenzeit hatte sich Annabell auf den zweiten Mann gestürzt. Sie hing ihm am Rücken und versuchte ihn zu erwürgen. Er rammte sie an die Wand und sie löste sich. Vera stürmte auf ihn zu und stach ihm mit dem Messer in den Oberschenkel. Bevor er schreien konnte, hatte Annabell ihm schon einen Lappen in den Mund gestopft und blickte zu Vera. „Los, jetzt, er ist stark. Stich zu.“ Das ließ sich Vera nicht noch mal sagen und flog förmlich auf den Mann zu und stach ihm mitten ins Herz. Ein leichtes Röcheln war das letzte was er von sich gab.

Ein High-Five konnten die beiden nicht unterdrücken. Es war geschafft. Die Bedrohung ihrer so wertvollen und aufregenden Freundschaft war gebannt. „So, jetzt müssen wir schnell aufräumen und dann können wir noch bisschen schlafen.“ Meinte Vera. „Ich bin so aufgedreht, das ist noch viel besser als durch die Nachbarschaft zu schleichen um die Menschen zu töten. Wir sollten öfter auf Jäger warten. Wie aufregend.“ Antwortete Annabell. Die beiden kicherten leise vor sich hin.

 

Ende

Wochenrückblick

Wochenrückblick 24.09.18-30.09.18

Ich hab doch tatsächlich wieder was geschrieben – nichts besonderes, etwas knapp, aber immerhin.

Mach was mit….Sternen…..das Lied der Sterne


Schauen wir noch zu den kommenden kreativen Impulsen


Eine neue kreative Idee hat sich eröffnet.

Ich bin eingeladen worden eine Detektivgeschichte zu schreiben. Und natürlich jeder, der einfach mal Lust hat auf eine neue Herausforderung. Es gibt eine Vorgabe und du sollst sie einsetzen. Ich habe schon fleissig angefangen die Charaktere auseinander zu nehmen und zu hin und her zu schieben. Mal sehen wer mein Mörder, wer mein Opfer und was mein Motiv ist. Ich habe mich vor Krimis bisschen gedrückt, da ich nicht sicher bin wegen diesen komplizierten Ermittlungen. Wir haben den gesamten Oktober zeit um uns was zu überlegen. Hier kommt ihr zu Annie und ihre Ideen. Und ich freu mich darauf etwas neues zu probieren. Danke schön


Auch hat Annie uns paar schöne Writing Prompts zur Verfügung gestellt. Also da kann man sich echt mal austoben

Writing Prompts Teil 1

Writing Prompts Teil 2


 

Writing Friday

Die Oktoberthemen werde im Laufe der Woche kommen


Bei Christiane sind neue Worte veröffentlicht worden. Es werden jetzt 3 Worte in maximal 300 Wörter verpackt – das gibt einem eine neue Herausforderung. Das Zeitfenster wird auf zwei Wochen ausgedehnt. Die neuen Worte wird es am 07.10 geben.

Kreuzfahrt
gemeingefährlich 
stelzen.


Das neue Thema für die Schreibkicks zum 01.10.18 lautet Freundschaft – letzte Chance.

Mach was mit...

Mach was mit….Sternen…..das Lied der Sterne

Wieder gibt es ein neues Thema bei Die Pö und Herba. Die Sommerpause ist vorbei und es heisst wieder kreativ sein. Egal wie, Schreiben, Malen, Backen, Basteln. Was einen animiert.

Ich habe geschrieben.

Hast du jemals den Sternen zugehört? Schau hoch zu ihnen – sie singen. (Quelle)


Es war ein ganz normaler Dienstag. Der Wecker klingelte unaufhörlich, um mich aus einem meiner schönen Träume zu reißen. Warum sollte ich überhaupt aufstehen? Das Bett hatte eine unheimliche Saugkraft und wollte mich nicht entlassen. Ich war wirklich am überlegen, ob ich mich nicht einfach krank melden sollte. Es war einfach zu deprimierend. Aufstehen, arbeiten, heimkommen, der nächste Job, heimkommen, schlafen gehen. Und für was? Nur um dann gerade so über die Runden zu kommen. Das musste doch irgendwie zu beenden sein.

Der Wecker klingelte schon wieder. Ich stöhnte herzhaft und erhob mich. Der übliche Trott zog mich, wie die Karotte vor der Nase den Esel. Bucket strich mir mit seinem weichen Fell um die Beine. „Ich weiß mein Schatz – du hast Hunger. Ich auch. Komm hoch – ich gebe dir dein Futter, bevor ich wieder mal lange verschwinde.“ Er sprang auf die Arbeitsfläche in der Küche und ich schnitt ihm schnell paar Hühnerherzen klein.

Vor der Tür tat sich was. Ein unheimliches Rumpeln erschütterte die Gläser in meiner, ich sag mal Vitrine. Eigentlich war es eher ein ausrangierter Küchenschrank, den ich bisschen aufgehübscht hatte. Noch im Schlafanzug ging ich zur Tür. Bucket hatte ich auf dem Arm. Er liebte es ein Blick aus der Tür zu erhaschen. Ich öffnete die Tür und sah schon den Nachbarn. Ich winkte ihm zu und wollte zu ihm gehen. Er wusste immer alles, was hier für irgendeinen Lärm verantwortlich war. Aber ich brauchte gar nicht so weit zu gehen. Ich sah es schon selbst. Panzer. Panzer! Es fuhren Panzer an meiner Haustür vorbei. Bucket erschrak, sprang von meinem Arm, nicht ohne mich für den Lärm zu bestrafen und mir einen dicken Kratzer am Arm zu hinterlassen. „Autsch, Bucket!“ schnauzte ich und blickte ihm böse hinter her, wie er in seine Höhle im Flur verschwand.

Das hätte ich auch machen sollen. In einer Höhle verschwinden. Das Leben würde nicht mehr das Selbe sein, das war mir in diesem Moment klar. Ich wusste es. Wusste es schon lange. Die Vorzeichen waren schon lange genug da. Ich war vorbereitet. War ich vorbereitet?

Ich drehte mich schnell um und verschwand im Haus. Schnell verbarrikadierte ich alles. Rollläden ließ ich nach unten, Tür fest verschlossen. Die Waffen standen bereit. Ich ging schnell in den Keller um dort die Fenster fest und sicher zu verschließen. Schnell rannte ich nach oben um dort alles abzusichern. Aber vor allem mich passend zu kleiden. Jetzt hieß es warten und weiter vorbereiten. Ich checkte meinen Fluchtrucksack. Check, check, check. Ich war vorbereitet.

Ich suchte mein Radio und schaltete es an. „….die Bevölkerung wird gebeten Ruhe zu bewahren und in ihren Häusern zu bleiben. Bitte bleiben sie auf diesem Kanal um die Rettungsmassnahmen mitzubekommen. Solange bleiben sie bitte ruhig.“

Ruhe bewahren. Ja, das war wichtig. Bucket kam aus seiner Höhle. „Ach Süßer, jetzt ist es soweit. Wir haben das geprobt. Du weißt was zu tun ist.“ Ich hatte einen speziellen Transportkorb für ihn besorgt. Er wäre schon hinderlich, aber ich konnte mein Herz nicht hier lassen. Ich weiß, er würde schon zurechtkommen. Aber ich nicht ohne ihn.

Ich wartete einige Tage – solange mein bescheidener Vorrat hielt, dann musste es weiter gehen. Im Radio hatte man die Angriffe verfolgen können. Ich wusste ja, welche Strecken sie nehmen würden. Es gab genug Ankündigungen. Man hätte nur die Augen öffnen müssen. . Die Finsternis kam. Sie würde alles verschlingen. Alles Unwürdige und unvorbereitete töten. Ich würde abwarten. Drei Tage nur dann könnte ein neues Leben beginnen. Jetzt wurde es wirklich ernst. Ich, wir würden unser Haus verlassen und versuchen zu überleben.

Ich hatte schon lange die Route geplant, die wir nehmen würden. So war es. Abends, es dämmerte packte ich meinen Rucksack und Bucket. Ich öffnete die Hintertür. Ich verschloss das Haus nicht, vielleicht würde ich zurückkommen, da sollte die Tür nicht kaputt sein. Ich ging los. Ich blickte nicht zurück. Ein neues, hoffentlich besseres Leben würde uns erwarten. Wir lebten.

„Bucket? Hast du jemals den Sternen zugehört? Schau hoch zu ihnen – sie singen. Sie singen das Lied einer besseren Zukunft.“

Ende

Wochenrückblick

Wochenrückblick 17.09.18-23.09.18

Hallo ihr Lieben – ja – meine Schreibflaute hält an – deswegen gibt es diese Wochen nur noch mal einen Überblick über die Schreibaktionen, die im Moment so laufen. Da ich diese Woche noch krank geschrieben bin – vielleicht kann ich mein Gehirn bisschen aktivieren….Wäre schön – fehlt mir schon bisschen das Schreiben.


Die letzte Woche für die September Themen vom

Writing Friday

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Dieser kunterbunte Vogel konnte einfach nicht anders, als…“ beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht deines Haustiers. (Wenn du keines hast, erfinde eine Geschichte dazu.)
  • Du irrst nun schon seit mehreren Tagen durch den Dschungel, als du plötzlich …(Platz für eigene Idee)… siehst.
  • Setze deine Zahnbürste ins Rampenlicht!
  • Blicke aus dem Fenster – was siehst du? Beschreibe dies so genau wie möglich.

Bei Christiane sind neue Worte veröffentlicht worden. Es werden jetzt 3 Worte in maximal 300 Wörter verpackt – das gibt einem eine neue Herausforderung. Das Zeitfenster wird auf zwei Wochen ausgedehnt. Die neuen Worte wird es am 07.10 geben.

Kreuzfahrt
gemeingefährlich 
stelzen.


Herba und die Pö´s neue Thema bis zum 30.09 lautet:

Mach was…mit Sternen!

Hier könnt ihr euch kreativ in alle Richtungen auslassen – basteln, schreiben, malen, backen…was euch küsst.


Das neue Thema für die Schreibkicks zum 01.10.18 lautet Freundschaft


Für Schreibwütige kann ich noch Der kreative Stift empfehlen. Da werden immer mal paar interessante Settings bekannt gegeben.


Genauso wie bei  Jette – sie hat auch ein paar tolle Settings für uns.


Das soll es schon wieder gewesen sein. Das trübe Wetter lädt nicht gerade zum Streunern ein – also legt los und lasst eure Fantasie wandern.