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Etüden 04/05 19 – Eine Entstehungsgeschichte.

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 03. Februar 2019 können wir mit folgenden Worten spielen:

Salatschüssel
seidig
übernehmen

So – heute gleich am Anfang dabei. Ich mag diese Aktion so gerne – und wenn die zwei Wochen rum sind, ärgere ich mich, dass ich es wieder nicht einrichten konnte – deswegen – gleich heute – bloss nicht auf die Bank schieben….Die Gedanken müssen raus.

Hier eine kleine Entstehungsgeschichte….vielleicht war es so??


Wie kam ich nur darauf, die Zubereitung eines Salates zu übernehmen. ? Wie war das noch? „Wir bräuchten dann für den Wohltätigkeitsbasar noch jemanden, der Salate macht.“ Angelika – sie war die Vorsitzende des Elternbeirats. Und natürlich immer top of the pop. Seidig gekleidet, perfekt manikürt, gezupft und getupft. „Ach, Marion, wie wäre es denn mit dir? So ein Salat ist doch schnell zusammengestellt. Das dürfte sogar dir gelingen. Bei deiner begrenzten Zeit, oder? Es ist doch für die Kinder – sie wollen so gerne eine neue Rutschbahn. Das wirst du doch für deine Tochter machen, nicht wahr?“ „Aber natürlich Angelika. Ein Salat ist doch kein Problem…“ für eine alleinerziehende Mutter mit zwei Jobs. Dachte ich zu ende.

So stand ich jetzt mit meinem Handy vor mir auf dem Tisch – das schon mehr mit Salatdressing und Fingerabdrücken überseht war und wischte ständig die Chefkoch-App hoch und runter.

„Mami?“ „WAS!“ drehte ich mich hektisch um. „Was denn Schätzchen.“ Milderte ich ab, nach dem ich das verschreckte Gesicht meiner Tochter sah. „Ich will dir helfen.“ „Das ist aber lieb von dir, aber Mami muss das alleine machen. Zuviel Messer. Mein Schatz. Geh doch ins Wohnzimmer und schau dir deine Lieblingsserie an.“ Und schon tapste sie wieder weg. Ich atmete tief durch und betrachtete das Chaos in der Salatschüssel. Ach ich mach einfach einen Salat, der mehrere Schichten hat, da achtet keiner auf die genauen Zutaten. Genug Mayonnaise und Salatblätter habe ich noch, das wir jetzt einfach oben auf das gepanschte gelegt und gut dick mit Mayo bestrichen – da sieht das gut aus. Wir erlebten gerade die Erfindung des genialen Schichtsalates.

266 Worte

 

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Schreibeinladung für die Textwoche 01.19 | Extraetüden – unerklärliche Phänomene

Eine ganz besondere Schreibaktion für mich sind die Etüden. Hier kann ich mich so richtig austoben und auch bisschen wirr werden. So wie heute.

Aber erstmal zu den Regeln. Die Etüden werden von Christiane moderiert. Jeden ersten und dritten Sonntag bekommen wir neue Begriffe. In den Monaten mit einem fünften Sonntag wird es wild. Da wird improvisiert.

So wie dieses Mal. Wir haben einen fünften Sonntag, und wir nehmen die Worte von

Elke H. Speidel und dergl:

Winterbaum, nasskalt, nachtrauern
Regenbogen, 
transparent, bluten.

Davon suchen wir uns fünf aus und verpacken sie in maximal 500 Wörter.


Wie ich schon angekündigt habe – ich hab mich total sinnlos ausgelassen und es hat total Spass gemacht – also eine Geschichte ohne Hand und Fuss – aber einer Blutspur.

397 Worte


Angelika lief durch die Straßen. Es war wieder mal eklig, nasskalt. Sie hasste dieses Wetter. Klar sagten immer alle – Kalt ist ok, wenn es trocken kalt ist. Sie schüttelte sich. Ihr blieb nichts, sie konnte dem schönen warmen Sommer nur nachtrauern. Ja, sie wusste, dass es bald Frühling werden würde.

Plötzlich wurde sie gestoppt. Sie war mitten in einen Berg hinein gelaufen. Also in einen Kleiderberg. Vor ihr stand ein Riese. Sie blickte nach oben. Sein Kopf war so weit weg, dass er fast transparent wirkte. Es war einfach nicht zu erkennen wo sein Ende war.

Dann bewegte sich dieser Riese. Er blickte nach unten und betrachtete sie wie ein lästiges Insekt. In diesem Moment hatte sie Angst, er würde sie wie eins zertreten. Und schwor sich, das selbst nie wieder zu tun. Aber er bückte sich. „Angelika?“ Sie meinte ein Donnergrollen zu hören, bevor sie ihren Namen erkannte. „Äh, Ja?“ „Was ein Glück, ich suche dich schon ewig.“ „Warum?“ „Ich komme über den Regenbogen?“ Ich drehte mich um. „Welchen Regenbogen? Hier ist keiner.“ „Na ich bin ja auch schon einige Zeit hier, um dich zu suchen. Der Letzte Regenbogen hat mich hier hergeführt.“ „Tja, das ist schön, aber was hat das mit mir zu tun. Und warum ist denn ein Riese hier. Es gibt keine Riesen.“ „Nun, da scheinst du dich ja wohl zu täuschen, wie du siehst. Sonst würde ich ja wohl nicht hier stehen. Immer diese Skeptiker. Da hab ich irgendwie keine Lust mehr drauf. Gut, ich hab keine Wahl. Du musst mitkommen.“ „Äh, Nö.“ „Äh, doch.“ „Wieso sollte ich.“ „Weil du gleich bluten wirst.“ Ich blickte mehr wie ein Fragezeichen. „Was werde ich?“ „Du bist bisschen langsam, oder? Bluten.“ „Und warum, und was hat das mit Regenbögen und Riesen zu tun?“ „Tja meine Gute, das weiß ich auch nicht. Ich bin nur hier, weil du gleich bluten wirst – einfach so und wir suchen Menschen, die spontan bluten.“ „Du willst mich schon bisschen veralbern, oder?“ „Vielleicht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich dich jetzt mitnehme.“ „Ne, ich will aber nicht. Du kannst mich nicht…“ Schon war es passiert. Der Riese schnappte Angelika und verschwand mit ihr hinter den Wolken – dort wartete ein Regenbogen. Das einzige, das von ihr übrig blieb war eine Blutspur – keiner hatte sie je wieder gesehen und es gab absolut keine Erklärung zu diesem Fall. Ein unerklärliches Phänomen.

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Schreibeinladung für die Textwoche 49.50.18 Winterbaum

Ach – ist die Zeit gerast. Es gibt schon die neue Wortspende – aber ich mogle mich noch schnell unter die Spende von Elke H. Speidel von Transworte auf Litera-Tour. Sie lauten:

Winterbaum
nasskalt
nachtrauern.

3 Begriffe in maximal 300 Worten: Mehr findet ihr bei Christiane.

Etwas romantisches. Romantik passt einfach zu Weihnachten.

299 Worte


Jenna hatte ihre Schultern bis zu den Ohren hochgezogen. Es war noch dunkel, aber nichts konnte sie mehr in ihrer schönen, kuschelig, warmen Wohnung halten. Es regnete, nein schneeregnete und war eklig nasskalt. Immer hatte sie die Worte ihrer Oma in den Ohren: „Kindchen, dieses nasskalte Wetter geht deiner Oma an die Knochen. Komm setz dich neben mich und bring eine Decke mit. Wir kuscheln uns darunter, trinken heisse Schokolade und ich les dir ein Weihnachtsmärchen vor.“ Jenna vermisste sie. Sie wusste, dass sie ihr eigentlich nicht nachtrauern sollte. Wie gebannt hatte sie immer neben ihr gesessen oder zu ihren Füssen und hatte ihren schönen Märchen gelauscht. Heute wusste sie, dass es immer Geschichten aus ihrem Leben waren. Aus dem Krieg, oder auch danach.

Jenna hatte den alten Weihnachtsschmuck ihrer Oma geerbt und ihren Geist, in jedem einzigen Stück. Heute aber trieb sie die Unruhe aus dem Haus. Im Traum war ihr ihre Oma erschienen. Sie hatte sie bei der Hand genommen, und sie fühlte sich so vertraut und warm an. Ohne zu zögern war sie ihr gefolgt. Sie musste dem Gefühl einfach folgen. Sie betrat eine Lichtung. Ein wunderschön warmes Licht erfüllte den Platz. Überall lag Schnee. Jenna blickte zurück. Dort waren nur nasse Strassen zu sehen. Der Schnee lag nur auf diesem Platz. Sie trat näher. In der Mitte stand ein wunderschöner Winterbaum. Seine Äste waren gefroren. Auf ihnen hatte sich Schnee gesammelt. Und davor stand ein Mann. Er schaute sie an und sie wusste – Oma hatte ihren Seelenverwandten gefunden. Das Gefühl war einfach echt. Die Einsamkeit die sich in ihrem Herzen bereit gemacht hatte, verschwand und ein warmes wohliges Gefühl machte sich dort breit. Ein kleiner Kuss auf ihrer Wange, der sich so bekannt anfühlte. Sie lächelte und schaute nach oben. War das ein Schatten?

 

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Schreibeinladung für die Textwochen 45.46.18 – Das dunkle Universum einer Handtasche

Ach endlich komme ich wieder mal dazu hier mit zu schreiben. Die Tage sind so kurz. Jetzt haben wir schon zwei Wochen Zeit und ..naja….aber heute bin ich wieder dabei, bei Christianes Etüden.

Die neuen Wörter für die Textwochen 45 und 46 des Schreibjahres 2018 stiftete Bettina vom Wortgerinnsel. Sie lauten:

Knirps
grotesk
notieren.

Und hier ist mein Text dazu mit 275 Worten.


Das ist schon irgendwie grotesk, dachte ich mir. Ich suchte in meiner Handtasche nach einem Zettel um mir meine nächsten Gedanken zu notieren. Warum haben Frauen immer so große Handtaschen. Ich schwöre euch, ich könnte jetzt sofort auswandern. Mit dieser Tasche umgehängt, wäre ich mindestens eine Woche lebensfähig. Frauen auf der ganzen Welt nicken doch jetzt mit ihrem Kopf. Letzt habe ich einen Spruch gelesen, wie ging der? „Wie schwer deine Handtasche wirklich ist, merkst du erst wenn das Auto dir sagt, dass dein Beifahrer nicht angeschnallt ist.“ Hahaha. Ja wie wahr. Ist euch eigentlich klar, dass ich jetzt seit einer geschlagenen halben Stunde einen Zettel suche. Und was wollte ich mir eigentlich notieren? Vielleicht sollte ich einfach mal hineinklettern und direkt nach suchen. Wartet. Ich stelle sie gerade auf den Boden. Wie mache ich das? Kopf voran – ja am besten. Ach Mist – hier ist mein Knirps – den habe ich beim letzten Regenguss gesucht. Hätte ich gewusst, dass er linkt neben der Handcreme ist, wäre ich nicht nass geworden. So ist das. Wisst ihr was? Eigentlich ist es sogar ganz bequem hier. Es ist warm, ein Buch ist auch hier, mein Thermobecher mit meinem Kaffee und eine Verpackung Kekse. So wichtig kann es nicht sein, was ich notieren wollte. Ich bleibe einfach hier drin und lese endlich mal mein Buch weiter, und wenn ich müde werde, mache ich mir aus den Halstücher, Handschuhen und Taschentüchern ein gemütliches Lager. Eine Taschenlampe gibt es auch noch. Fast wie zu Hause. Solltet ihr eine Blaue Handtasche einsam stehen sehen, lasst sie stehen – es ist kein Terroranschlag, ich schlafe wahrscheinlich nur gerade eine Runde und erhole mich vom Alltagsstress.

 

Und hier noch was zum Lachen

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Schreibeinladung für die Textwochen 39.40.18 – Eine Kreuzfahrt…

Eine ganz tolle Aktion, die von Christiane moderiert wird – die ABC-Etüden. Dieses Mal mein erstes Mal mit 3 Worte in 300 Worten unterbringen. Es war knapp, aber ich habe es punktgenau hinbekommen.

Die Wörter für die Textwochen 39 und 40 des Jahres 2018 stammen aus der Feder von Anna-Lena von Meine literarische Visitenkarte und lauten:

Kreuzfahrt
gemeingefährlich 
stelzen.

„Eine Kreuzfahrt die ist lustig, eine Kreuzfahrt die ist schön….“ Martin tanzte singend durch seine Wohnung. Endlich würde er, mit der hochgepriesenen Aida, auf Kreuzfahrt gehen. Er hat lange gezögert sich den Wunsch zu erfüllen. Heute noch würde er einchecken und dann über das Deck schlendern. Stelzen, hat seine Mutter immer über seine Gangart gehetzt. Aber sie lag bei den Fischen. Na ja noch nicht, aber bald. Bald würde er ihre Asche in das Meer schütten. So weit wie möglich von ihm weg. Sie war wirklich gemeingefährlich. Aber er hatte sich gekümmert. Langsam, langsam hatte er ihr immer mehr von ihrem Herzmedikament untergemischt. Nie würde jemand drauf kommen, da sie noch in der Lage war sich selbst zu medikamentieren.

Als er die Gangway nach oben an Deck ging bemerkte er eine flüchtige Brise. Die Meeresluft liess ihn frösteln. Aber das war ok. Er war für alle Wetterlagen ausgerüstet. Womit er nicht rechnete – aber lasst mich nicht vorgreifen.

Er genoss das Buffet, die Animation und als es dann spät war, ging er in seine Kabine und holte seine Mutter. Er hatte sie aus der Urne in ein Beutelchen geschüttet. Sie würde es ja nicht mehr mitbekommen. Er ging noch für ein paar Drinks an die Bar, und als es dann kurz vor Mitternacht war und die meisten Gäste schon in ihren Kabinen verschwunden waren, ging er an Deck. Er stand an der Reling und genoss die Freiheit. Martin blickte sich noch einmal heimlich um. Keiner war hier. Er öffnete die Tüte und wollte sie gerade ausleeren, als er stolperte. Beim Fallen wunderte er sich, wie konnte er stolpern? Es war nichts an Deck gewesen. Ein Blick nach oben an Deck zeigte ihm über was er gestolpert war. Eine schemenhafte Gestalt stand dort und winkte ihm zum Abschied. „Bis gleich mein Sohn.“

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10 aus 15 | Etüdensommerpausenintermezzo

Die Etüden gehen in die Sommerpause – aber sie werden gut vertreten durch das Etüdensommerpausenintermezzo.

Hier die Wortliste

Die Wörter, die es auf die Liste geschafft haben, lauten in alphabetischer Reihenfolge:

Ablenkungsmanöver
Baggersee
Biedermeierschränkchen
Federkleid
Firlefanz
Fischkonservenfabrik
Fußfessel
Kirchturmspitze
Liebe
Luxusproblem
Ohrring
Räumungsklage
Sachertorte
Tanztee
Unterwasserkönig

 

10 von 15 Worten in einen Text einbauen, egal wie lang und auch sonst frei Schnauze. Nur zwei Bedingungen gibt es:

1. Ihr sucht euch aus der folgenden Liste (mindestens) 10 Wörteraus (mehr geht immer), und baut die ein.
2. Ihr integriert eine Gedichtzeile (und/)oder eine Textzeile aus einem Lied in euren Text. Bitte bedenkt, dass das Urheberrecht verbietet, aktuelle Texte/Gedichte in voller Länge zu zitieren, daher beschränke ich den Aufruf auf maximal eine Zeile….Oder aber nehmt ein Gedicht, dessen Urheber länger als 70 Jahre tot ist…


Schon immer wollte sie ein Federkleid besitzen. Aber ihr Vater hielt das für Firlefanz. Ein Mädchen aus einer Arbeiterfamilie, würde so einen Mumpitz nicht brauchen – nur einen guten Ehemann und Arbeit. Er war schon froh, dass er für diesen Monat die Räumungsklage abwenden konnte, da kam sie mit solchen Wünschen. Ein Fummel für reiche Dirnen. So etwas würde seine Tochter niemals tragen. Eher würde er ihr eine Fußfessel mit langer Kette verpassen, bevor sie so aufgedonnert das Haus verlassen würde. Arnika war verzweifelt. Sie sah ihr Leben an sich vorbei rauschen. Ihre Zukunft lag in der Fischkonservenfabrik. Ihre gesamte Familie arbeitete dort und sie sollte die nächsten Tage auch dort anfangen. Vielleicht könnte sie ja dort Karriere machen? Oder vielleicht würde ja auch der  Fabriksohn auf sie aufmerksam werden und sie da herausholen? Das konnte doch nicht ihre Zukunft sein, oder doch? Warum nicht? Das war das Leben so vieler Menschen, die jeden Monat Rechnungen zahlen mussten. Alles wurde immer teurer.

Sie sah traurig in ihrem Biedermeierschränkchen, ein Erbe ihrer Großmutter. An dessen innere Tür hatte sie das gewünschte Kleid gehängt. Sie wusste, dass sie es nie besitzen würde. Eigentlich wollte sie es auch nicht – sie wollte nur ihren Vater etwas provozieren.  Arnika drehte sich zum Fenster und blickte auf die Kirchturmspitze. Während sie herausschaute, dachte sie an den Tag am Baggersee. Sie liebte das Wasser. Wenn sie tief tauchte kamen ihr alle Dinge, die sie belasteten wie Luxusprobleme vor. Wie einfach konnte es ohne den Alltag und dessen Schatten sein. Nur die Liebe fehlte ihr noch zu ihrem Glück. Sie erinnerte sich an ihr Tauchen – sie hatte die Augen geöffnet und es war einfach nur grau, schlammig und hässlich. Wie schön müsste das Meer sein. Die Farben, die Fische. Sie musste ans Meer. Ins Meer. Egal wie. Sie saß in ihrem Kämmerchen, dachte darüber nach, einen Plan für die Flucht zu schmieden. Hier bleiben war keine Option. Sie brauchte ein gutes Ablenkungsmanöver um zu entkommen. Sie würde sich nicht dem allgemeinen Druck unterwerfen. Sie wollte keine Arbeitsdrohne werden. Sie würde gehen und ihr Leben genießen. Dafür würde sie ans Meer gehen um den Unterwasserkönig zu finden, von dem sie schon so oft geträumt hatte. Er war gefährlich und böse, aber in ihren Träumen hatte sie auch seine Güte gespürt – sie musste ihn finden. Sie wollte gemeinsam mit ihm die Unterwasserwelt regieren. Auf den Wellen reiten, mit Delfinen schwimmen und Haien kämpfen. Ja, das würde sie. Sie würde Leben und schwimmen. Lebend durch ihre Zukunft schwimmen. Während sie ihre Pläne schmiedete kam ihr ein Gedicht in den Sinn, das sie von ihrem Großvater gehört hatte.

Das Meer

Grüß‘ mir das Meer,
Silberne Wellen
Rauschen und schwellen,
Schön ist das Meer!

Grüß‘ mir das Meer,
Golden es schäumt‘,
Ob es auch träumet?
Tief ist das Meer.

Grüß‘ mir das Meer,
Glücklich es scheinet
Ströme es weinet,
Groß ist das Meer.

Friederike Kempner (1836-1901)(Quelle)

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Etüden 28.18 – die Fledermaus

Eine ganz tolle Aktion, die von Christiane moderiert wird – die ABC-Etüden. 3 Worte in maximal 10 Sätze packen.

Die heutige Wortspende kommt von fundevogelnest.wordpress.com

Fledermaus
schwül
verraten.

Eine kleine Lücke im Gehirn verhindert, dass sich meine Ideen, sofern denn überhaupt vorhanden, zu PC bringen lassen. Aber ein bisschen gespielt habe ich heute trotzdem mal wieder.

Es war schwül und ein Gewitter lag in der Luft – dies trübte Freds Laune noch mehr.Entfernt leuchteten die Fenster einladend in der Dunkelheit. Er fühlte sich verraten – so lange hatte er dieses Schloss bewohnt.Jetzt gab es einen neuen Chef – eine Chefin und sie machte gerade einen grossen Schlossputz.

Sie wedelte, saugte, fegte, wischte und der, dem er so oft bei gestanden hatte? Stand da und lief ihr hinterher wie ein kleiner Welpe. Fred würde sich dafür schon erkenntlich zeigen. Seine Nase hatte er schon gründlich gereinigt um genüg Ultraschall zu produzieren.

Die neue Herrin würde sich schon umgucken.

Niemand wirft eine Fledermaus aus ihrem Schloss, niemand – und er flog los – seine Nase vibrierte – die Schallwellen wurden ausgestreut – die Fensterscheiben barsten und sie war die erste die je eine Fledermaus hat lachen hören.

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Etüde 24.18 – die grosse Liebe

Eine ganz tolle Aktion, die von Christiane moderiert wird – die ABC-Etüden. 3 Worte in maximal 10 Sätze packen.

Die Illustrationen dazu kommen immer von Herrn lz.

Die Wortspende dieser Woche, der Textwoche 24.18, kommt von Bernd (redskiesoverparadise.wordpress.com) und seine Wörter lauten:

Pfiffikus
traumverloren
tätscheln.


Hier kamen mir doch tatsächlich die Tränen beim Schreiben.

Unser Rüde ist mittlerweile 14 und hatte diese Woche seinen ersten aktiven Arthroseschub. Er ist sonst schon noch ziemlich fit und mit Traumeel ging es innerhalb eines Tages schon besser. Jetzt bekommt er regelmässig Grünlippmuschelpulver und Teufelskrallenpulver. Ihm geht es gut und er kommt auch schon wieder die Treppe, freiwillig, hoch. Er ist ein super Patient. *schneuz* Aber die Uhr tickt. *schneuz*


Max war ein wahrer Pfiffikus.

Das sagte sein Herrchen wenigstens immer über ihn, wenn sie zusammen auf der Terrasse sassen und er sich tätscheln lies.

Nicht selten kam es vor, dass Max sich von der Leine riss, die sein Herrchen immer so legere über seinen Arm drapierte, und querfeldein durch die Wiesen sprang.

Dabei scheuchte er Grashüpfer und Mäuse auf und verfolgte sie bis zu ihren Löchern um wie wild hinter ihnen her zu graben.

Pfützen waren sein Steckenpferd, vor allem am Feld, wenn sich im Ablauf das Wasser sammelte, da war er nicht mehr zu halten.

Er sprintete durch das Wasser und hinterließ eine Fontäne die sein Herrchen immer in milder Strenge schimpfen ließ.

Aber die Jahre vergingen und Max wurde ein ruhiger Pfiffikus – die Schnauze wurde grau und die Gelenke steif.

Sein Herrchen betrachtete ihn ganz oft sorgenvoll – Max spürte, die Trauer die in ihm schwelgte – konnte sie aber nicht verstehen.

Er konnte nicht mehr so springen und toben, aber lieben, dass konnte er auch mit seinen steifen Knochen noch – und er liebte – sein Leben und sein Herrchen.

Traumverloren betrachteten die beiden den Sonnenuntergang auf der Terrasse und genossen die Zeit die ihnen blieb.

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Etüden – Der Zauber der Musik

Eine ganz tolle Aktion, die von Christiane moderiert wird – die ABC-Etüden. 3 Worte in maximal 10 Sätze packen.

Die Illustrationen dazu kommen immer von Herrn lz.

Die Wortspenden kommen immer von anderen Mitschreiber und -leser.

Diese Woche von dergl – Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com)

Affenkasten (Erklärung Duden)
elektrischblau 
(Erklärung dergl)
janken 
(Erklärung Duden).


Ich hab noch eine andere Bedeutung des Affenkastens genutzt. Ich hab noch nicht bei euch gestöbert, vielleicht hat ihn noch jemand genommen – das sehe ich mir gleich mal an.


„Ach Otto – kannst du dich noch erinnern? Wie wir jung waren, sind wir immer tanzen gegangen und jazzen. Wie hieß der Schuppen noch in dem wir immer waren?“

Affenkasten – ach da gab es die feschsten Mädels. Und Johann, kannst du dich noch erinnern, als dieses elektrischblau in Mode kam – diese Farbe strahle einfach nur Freude aus.

Die Tanzmäuschen auf der Fläche und wir jankend am Rand und hofften, dass uns eine zum Tanzen aufforderte – ach waren das Zeiten.“

„Ach Otto – könnten wir die Zeit noch mal zurückdrehen – nur des Tanzens und der Musik wegen – mir kribbelt es in den Zehen, wenn ich an die Jazzmusik denke.“

Johann stand auf, schnappte sich Otto, der erst in Tritt kommen musste und die beiden jazzten.

Knarzen und Knacken konnte man aus dem ein oder anderen Gelenk hören, wenn man genau hinhörte.

Diese alternden Geräusche wurden von wildem Lachen und jauchzen übertönt.

Und wenn man ganz genau hinschaute, konnte man die jungen Männer in ihnen erkennen, die damals die Tanzfläche im Affenkasten unsicher gemacht hatten.

Geschichtenzauber, [abc.etüden]

Schreibeinladung für die Textwoche 20.18 – royale Irrung

 

Hallo ihr Lieben – nach einer kleinen Schreibflaute freue ich  mich endlich wieder mitzumischen.

Schreibeinladung zu den wöchentlichen Etüden bei Christiane. Die Wortspende kommt dieses Mal von

Christa Hartwig (christahartwig.wordpress.com) und lautet:

Kusshand
formvollendet
anpeilen.

Die Royale Hochzeit – die wollte sie anpeilen.

Sie hatte tatsächlich noch ein Ticket bekommen um so nah wie möglich nach vorne zu kommen.

Dabei ging fast ihr gesamtes Gespartes drauf. Aber wofür sonst lohnt es sich sein ganzes Geld auszugeben, wenn nicht für eine Royale Hochzeit und vor allem eine englische.

Formvollendet wollte sie durch die Reihen spazieren und ausschau halten nach einem Blaublüter, der vielleicht noch zu haben war – dafür hatte sie seit Jahren die Royale Geschichte studiert.

Vor dem Spiegel übte sie fleissig die Kusshand und das royale Winken.

Jetzt war es endlich soweit – während sie in der Schlange wartete um das Paar zu sehen, drängelten die anderen schon hinter ihr.

Sie schubste und pöbelte: „Hei ihr Banausen, da ist vielleicht mein zukünftiger Ehemann, der mich hier aus dem Joch herausholt dabei, also hab bisschen Respekt vor der nächsten Gräfin.“

Die anderen merkten überhaupt nichts – jetzt war sie an der Reihe – ihr ganzes Denken und Handeln wurde von den Briten bestimmt – das war ja auch der Grund warum sie überhaupt hier war.

„Meghan – hier deine Pillen – schlucken – Mund auf – Zunge hoch, rechts, links – gut und jetzt nerv die anderen nicht weiter mit deiner blöden royalen Hochzeit.

 

ENDE

Und viel Spass bei dem Spektakel morgen;-)