Einzelaktionen, Fantasy

Schreibmission #2 – Zirkus – Die Entscheidung

Malina bietet wöchentlich Ideen  mit Herausforderungen an um eine kleine Gesichte zu schreiben. Schreibmission. Die aktuelle Mission für diese Woche:

Die heutige Mission:

Thema: Zirkus

Vorkommen soll: Eine besondere Uhr

Beschreibe in deinem Text: Ein Kostüm der Akrobaten

 

Eigentlich hatte ich einen gruseligen und düsteren Zirkus im Kopf, bei dem Thema – aber wie es so ist – sobald man anfängt zu schreiben, verselbständigt sich die Geschichte manchmal.

Tretet ein in den Zirkus.


 

Der Zirkus war in der Stadt – immer das Highlight des Jahres. Die Kinder rannten durch die Straßen, kaum dass die Plakate angebracht waren und spielten Löwen, Elefanten, Clowns, Seiltänzer. Auch Anton war aufgeregt. Er war jetzt vierzehn und wusste, wenn man vierzehn war, gab es etwas ganz besonders in diesem Zirkus. Aber keiner sprach je davon. Ein Geheimnis. Das gab es in diesem Dorf eigentlich gar nicht – Geheimnisse. Die alte Krähe von gegenüber, war immer ein Garant, dass jeder alles erfuhr. Aber auch sie hielt dieses Geheimnis unter Verschluss.

Morgen würde er endlich  mehr wissen. Er legte sich ins Bett – aber der Schlaf wollte nicht kommen. Unruhig wälzte er sich hin und her. Er war einfach zu aufgeregt. Seufzend stieg er aus dem Bett und ging zum Fenster – er hoffte die frische Luft würde ihn bisschen schläfrig machen. Die Gaslampen waren schon erloschen, der zunehmende Mond erleuchtete die Straße schwach. Anton blickte aus dem Fenster und sah hinter der nächsten Ecke seltsame Schatten hervor kommen. Große schlaksige Gestalten, die ihre Arme seltsam hin und her baumeln ließen. Eigenartige Kreaturen die auf vier Beinen liefen. Ängstlich schüttelte er den Kopf. Das sind doch nur Schatten. Die gehören bestimmt zum Zirkus.

Er rannte zurück ins Bett und zog sich die Decke über den Kopf. Die Freude auf Morgen war dem leichten Schrecken gewichen. Dann schlief er ein.

Am nächsten Morgen schien die Sonne durch sein Fenster. Er sprang aus seinem Bett. Die hellen Strahlen verscheuchten den Schrecken des Abends. Schnell zog er sich an und rannte die Treppe herunter. Seine Eltern waren schon beim Frühstücken. „Endlich, der Zirkus. Und endlich werde ich in das Geheimnis eingeweiht.“ Er tanzte um den Tisch und seine Eltern schauten sich sorgenvoll an. Nach dem Frühstück liefen sie zu dem Marktplatz, auf dem sich der Zirkus niedergelassen hatte. Anton rannte voraus. Er hatte seine Karte in der Hand und suchte schon die besten Plätze für sie heraus.

Am Anfang waren die üblichen Attraktionen zu sehen. Löwenbändiger, Clowns die aus einem zu kleinen Auto krabbeln und Plastikblumen mit Wasser auf ihre Kameraden richteten. Pferde, Elefanten, Akrobaten. Das erste Mal, dass Anton auf die Akrobaten achtete. Ein Mädchen – etwa in seinem Alter – stand vor ihm und streckte die Arme aus. Ihr Kostüm war atemberaubend schön. In blau und grüntönen gehalten schimmerte es wie er sich eine Meerjungfrau vorstellen würde. Es war mit wunderschönen Steinen und Pailletten bestickt und ihr kleines Rüschenröckchen wirkte wie aus Spinnweben gesponnen.

Anton verlor sein Herz. Das erste Mal, dass er sich verliebte. Sie war eine Seiltänzerin und er konnte den Blick nicht von ihr wenden, wie sie oben in den Lüften des Zirkuszeltes sprang, sich drehte, vor und zurück lief. Er klatschte mit am lautesten Beifall.

Die Vorstellung war vorüber.

Es folgte die Ansage, die er schon so viele Jahre vorher gehört hatte.

„Liebes Publikum. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit und die vollen Reihen. Wir bedanken uns herzlich bei ihnen auch für ihre Gastfreundlichkeit. Die Show ist für heute beendet. Ich würde alle bitten, das Zelt zu verlassen. Die einzigen, die heute bleiben dürfen, sind die Kinder, die in diesem Jahr das vierzehnte Lebensjahr erreicht haben. Vielen Dank für ihr Verständnis.“

Antons Eltern standen auf. Sein Vater strich ihm über den Kopf und seine Mutter drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange. „Du weißt wir lieben dich. Egal wie du dich entscheidest. Wir werden dich immer lieben und du wirst hier immer ein Zuhause haben.“ Seine Mutter drückte ihn ganz fest und Tränen rannen über ihre Wange. Er verstand gar nichts. Was sollte denn diese Ansage. Er drückte sie zurück und streichelte ihren Rücken beruhigend.

Dann war er mit noch drei weiteren Kindern, die er aus der Schule kannte, alleine in dem Zelt. Der Direktor trat in die Mitte der Manege. Er hielt eine Uhr in der Hand. Sie war sehr alt und hatte schöne Verschnörkelungen auf ihrem Deckel.

„Liebe Gäste – liebe vierzehnjährige. Heute kommt der Tag auf den ihr so lange warten musstet. Heute wird meine besondere Uhr hier in meiner Hand euch die Wahrheit offenbaren. Danach wird sie euch eine Entscheidung abringen. Also seid aufmerksam und überlegt gut.“

Anton war fasziniert und sprachlos – etwas ängstlich. Aber dasselbe sah er auch bei den anderen.

Die Uhr drehte sich und die Zeiger drehten sich einmal rund ums Ziffernblatt. Dann öffnete sich der Vorhang und die Show begann.

Er sah seltsame Kreaturen, die vor ihm hin und her liefen. Elefantenartig aber doch keine Elefanten. Sie hatten mehrere Augen und gespaltene Rüssel. Die Akrobaten, flogen – ja sie flogen herein. Auf ihrem Rücken befanden sich Flügel. Die Pferde hatten Hörner auf der Stirn und die Löwen die eintraten wirkten nicht nur Majestätisch – sie waren Majestäten. Ihre Mähnen blitzten und blinkten und sie konnten sprechen. Als letztes kam seine neue Liebe. Die kleine Seiltänzerin. Auch sie hatte schöne schimmernde Flügel. Sie kam direkt auf ihn zu geflogen. „Hallo Anton. Ich in Araja – eine Fee. Wie gefällt dir die zweite Show?“ „Woher kennst du meinen Namen?“ „Wir kennen alle Namen der vierzehnjährigen. Es ist die Zeit der Entscheidung für euch. Entscheidet ihr euch für euer geheimes Wesen oder bleibt ihr bei den Menschen.“ „Welches geheime Wesen? Ich bin doch kein Wesen, ich bin ein Mensch.“ „Hm, ja schon – aber in jedem Menschen schlummert ein anderes Wesen. Und wenn wir vierzehn werden erwacht es durch uns. Dann können wir uns entscheiden. Mensch oder Fabelwesen?“ „Und was für ein Wesen bin ich?“ „Komm zum Spiegel.“ Sie zog Anton  mit sich. Vor dem Spiegel sah er es dann. Er drehte sich, dass er seinen Rücken sehen konnte. Er hatte Flügel. Ganz fein und leicht. Er war eine Fee. Wie Araja.

„Und was kommt jetzt?“ „Der Direktor wird euch gleich aufklären, setz dich einfach wieder und warte bisschen.“ Das tat er. Aber ständig schaute er auf seinen Rücken und sah seine Flügel flattern. Es fühlte sich gut an. Frei – Richtig. Er beobachtete die Figuren in der Manege. Sie waren glücklich. Dann kam der Direktor in die Mitte. „So ihr vierzehnjährigen. Ihr wurdet jeder in sein Wesen eingeführt. Jetzt liegt die Entscheidung bei euch. Ihr könnt entscheiden. Bleibt ihr bei uns in eurem wahren Wesen oder geht ihr zurück zum Menschendasein. Bedenkt – als Mensch werdet ihr nie wieder in euer mystisches Wesen zurückkehren können. Als Fabelwesen könnt ihr die Form der Menschen annehmen und eure Familien besuchen. Diejenigen, die sich zum Menschenleben entscheiden werden allerdings einen Vertrag unterschreiben, niemals die wahre Identität dieses Zirkus bekannt zu geben. Sollte dieser Vertrag gebrochen werden, wird es euch schlecht ergehen. Ihr werdet furchtbare Qualen erleiden. Also bedenkt dies.“

Anton grübelte. Mensch oder Fee. Er liebte seine Eltern, hatte aber keine Freunde. Sein Leben war langweilig und er war eingeengt. Fee. Hier stand ihm alles offen. Freiheit, Freunde, Freude. Etwa eine Stunde später kam der Direktor wieder. „Wie habt ihr euch entschieden?“ Die drei anderen neben Anton hatten sich gegen das Leben im Zirkus entschieden. Anton dagegen wusste, das hier war seine Bestimmung. Hier würde er glücklich werden.

„Gut – ihr drei dürft gehen und denkt an den Vertrag. Niemals dürft ihr ihn brechen. Anton. Gehe bitte zu deinen Eltern und sage ihnen wie du dich entschieden hast. Sie standen selbst vor der Entscheidung damals und wissen wie es ist. Also hab keine Angst. Danach komm wieder und beginne dein neues Leben bei uns.“

Anton verließ das Zelt um sich zu verabschieden. Seine Eltern lachten und weinten. „Ich wusste es – ich habe es schon bei deiner Geburt gewusst. Mein Sohn. Wir lieben dich. Und einmal im Jahr werden wir uns sehen. Pass auf dich auf.“ Sein Vater umarmte ihn und seine Mutter weinte bitterlich. Aber sie lächelte.

Schnell packte er seine Sachen und fast wäre er geflogen um wieder bei seiner neuen Familie zu sein. Ein aufregendes Leben würde  ihn erwarten.

 

ENDE

 

Fantasy, Mach was mit...

Mach was mit…Kakteen

Der Monat neigt sich doch schon wieder dem Ende zu. Da laufen einige Schreibaktionen aus.

Das neue Thema von Herba und Die Pö lautet bis zum 1.4. Kakteen.

Und das Gehirn ist schon seltsam. Ich habe mir also paar Bilder von Kakteen angeschaut und dieses hier hat mich zu meiner Geschichte inspiriert. Sehen die nicht aus, wie kleine Omas mit Dutt oder kennt ihr diese tollen Mützen, die früher von den Omas getragen wurden? Total süss…

 

 

Quelle

Mach etwas mit Kakteen.

Maren liebte Kakteen. Hauptsächlich weil sie einfach keinen grünen Daumen hatte. Aber sie liebte auch ihre Vielfalt. Da gab es runde knubbelige – flach gedrückte, säulenförmige. Es war einfach klasse. Natürlich hatte sie sich für ihre Lieben was ganz tolles einfallen lassen. Sie hatte sich ein kleines Häuschen am Feldrand gekauft – wichtig war ihr ein Wintergarten. Endlich eingezogen fing sie an den Wintergarten zu dekorieren. Sie hatte sich ausgiebig informiert worauf sie zu achten hatte. Ihr Wintergarten entwickelte sich zu einer Wüstenlandschaft. Sie hatte sich Sand besorgt und ganz viele Kakteen in unterschiedlichen Größen. Mit aller liebe pflanzte und gestaltete sie sich ihren Traumplatz. Ihre Bekannten wunderten sich sehr über sie. „Warum denn Kakteen?“ Wurde sie immer wieder gefragt. „Die piksen doch und sind hässlich.“  So wie ich, dachte sie dann immer. Sie war nicht wirklich hässlich – eher unscheinbar und schüchtern. Aber sie wusste, die Kakteen hatten eine stachelige Hülle und einen saftig fruchtigen Kern. So sah sie sich auch. Sie hatte sich einen stacheligen Mantel umgelegt um die Leute fern zu halten – nur wenige schafften es zu ihrem saftigen fruchtigen Kern.

Als sie endlich fertig war, setzte sie sich in ihre kleine Loge mit gemütlichen Sitzen und Kissen, und bewunderte ihren Kakteengarten. Eine Hängematte schwang hin und her und lud sie ein sich hinein zu legen. Sie ließ sich  nicht lange bitten und schnappte sich ein Buch. Gemütlich ließ sie sich von der Hängematte hin und her schwingen. Dadurch wurde sie schläfrig und schloss für wenige – gefühlte – Sekunden die Augen. Als sie ihre Augen wieder schloss schaute sie von der Hängematte direkt auf den Vollmond. Sie bewegte sich immer noch hin und her. Das wunderte sie schon etwas. Aber sie dachte, sie hätte sie selbst angestoßen.  Schnell setzte sie sich und wollte aus der Hängematte aufstehen, als  sie stutze. Was war denn mit ihrem Garten passiert. Die Kakteen waren versetzt. So hatte sie ihn nicht angeordnet. Musste aber zugestehen, dass es so noch viel besser aussah. Aber ängstlich war sie trotzdem. Denn irgendjemand war hier herein gekommen, während sie schlief, und hatte ihre Kakteen umgesetzt ohne sie zu wecken.

Vorsichtig ging sie in das Haus hinein. Sie horchte. Nichts. Sie lief schleichend weiter und erinnerte sich an zig Horrorfilme, in denen solche Situationen auftauchten. Der Boden knarrte. War sie das gewesen? Nein. Sie stand und es knarrte immer noch. Hinter ihr. Ihr wurde ganz anders. Das Blut entwich ihrem Kopf und sie drehte sich ruckartig um. Das Licht aus dem Wintergarten blendete sie und sie konnte nur einen Schatten erkennen. Er war groß und schlaksig. Neben dem Schatten sah sie kleine Bälle, die um ihn rumwuselten. Ihr wurde schwindelig. Aliens waren in ihr Haus eingedrungen und wollten sie jetzt entführen. Sie hob abwehrend die Hand und bewegte sich langsam rückwärts zur Wand mit dem Lichtschalter. Vorsichtig – bloß keine hektischen Bewegungen machen, dachte sie. Und schaltete das Licht ein. Sie war erstmal blind. Als sich die Augen an das Licht gewöhnt hatten sah sie ihren Eindringling.

Sie schüttelte den Kopf und traute ihren Augen nicht. Es war kein Feind von außen. Es war ein Freund von innen. Vor ihr stand ein Kaktus. Einer der großen säulenartigen. Und um ihn herum waren die kleinen Kugelkakteen verteilt. Ihre Schultern rutschten nach unten und sie entspannte sich. Aber im selben Moment spannte sie wieder alles an. Sie wusste nichts mit der Situation anzufangen. Es musste jemand den Kaktus hinter sie gestellt haben. Hatte sie einen Poltergeist im Haus, der sie jetzt foppte? Oh Weh – wahrscheinlich schlafe ich noch und träume – ja – das wird es wohl sein. Uff. Kam ihr der Gedanke. Dann sah sie was, dass sie taumeln ließ. Augen. Der Kaktus hatte Augen, die er unsicher hin und her bewegte. Er merkte, dass sie ihn betrachtete und sah sie erschrocken an. Schnell schloss er die Augen und sie glaubte kurz sich getäuscht zu haben. Maren sammelte sich und ging auf den Kaktus zu. Umrundete ihn und schubste ihn an. Dabei stach sie sich in den Finger und das tat weh. Also Traum war somit ausgeschieden.

„Äh – Hallo.“ Sagte sie zu dem Kaktus. „Wer steckt da in meinem Kaktus?“ „Nun – wenn du mich schon entdeckt hast….“ „Na das war ja wohl kein Wunder, dass sie dich entdeckt. Du warst ja wohl auch überhaupt nicht vorsichtig. Wärst ihr ja fast in die Hacken gelaufen.“ Hinter dem Säulenkaktus erschien der Feigenkaktus. „Hallo, entschuldige bitte, dass mein Freund dich so erschreckt hat. Das war nicht unsere Absicht.“ Ich stand da wie ein Ölgötze. Meine Kakteen reden mit mir. Gut ich kann mich also einweisen lassen. Es ist so weit. Ich bin durchgedreht. Musste ja so kommen, haben mir ja schon viele vorausgesagt. Tja – dann werde ich wohl mal packen und warten bis ich abgeholt werde.

„Äh – Hallo. Maren!“ Na klar, der Kaktus kennt meinen Namen. Der Kaktus wackelte mit einem seiner Kaktusohren vor meinem Gesicht. Ich fokussierte meinen Blick auf ihn und legte meinen Kopf schräg. „Maren? Alles in Ordnung?“ „Natürlich. Wie könnte es anders sein. Kakteen reden mit mir. Das ist doch ganz normal.“ Ein hysterisches Lachen entschlüpfte mir. „Ok. Ich kann verstehen, dass du etwas irritiert bist.“ Das entlockte mir ein weiteres Lachen. Etwas irritiert. Ja – so konnte man es natürlich auch ausdrücken. „Wir sind keine normalen Kakteen. Ich weiß auch gar nicht wie wir bei dir gelandet sind. Wir gehörten einem Magier – der verstarb aber ohne Nachkommen und wir sollten in einen Magisch-Botanischen-Garten. Da gibt es viele magischen Pflanzen und auch paar magische Tiere. Die kleinen halt.“ Ich schüttelte mich vor Lachen. Das war doch einfach unglaublich. „Äh – du kannst aufhören zu lachen. Wir werden  nämlich bei dir bleiben.“ „Was? Ich werde gar nicht hier sein. Ich werde doch eingewiesen in die Psychiatrie.“ „Warum? Oh. Wir dachten wir hätten ein schönes neues Zuhause gefunden und du gehst?“

Maren stutze. Der wollte sie doch irgendwie veralbern. „Ich gehe wegen euch. Keiner, nicht mal ich, glaubt dass das hier echt ist. Ich  muss meinen Verstand verloren haben.“ „Ach so. Mit Sarkasmus haben wir es nicht so. Entschuldige. Nein – du  musst nicht gehen. Wir mögen dich. Wir können doch Freunde werden. Wir haben zwar bisschen umgestaltet – so gefällt es uns besser, aber das ändert doch nichts an deiner tollen Oase, oder?“ „Okay. Ich bin also nicht durchgedreht. Ihr könnt tatsächlich reden?“ „Jep“ meinte der Säulenkaktus. „Hm – das ist schräg. Aber ich bin bereit mich darauf einzulassen. Besser als sich einen Stall Katzen anzuschaffen, oder?“ Der Kaktus blickte sie skeptisch an. „Ach ja – Sarkasmus. Okay – dann lasst uns mal zurück in den Wintergarten gehen und uns kennen lernen.“  Maren ging Kopfschüttelnd zurück zu ihrer Loge. Hinter ihr wackelten die Kakteen und murmelten aufgeregt. Seit dem fühlte sich Maren nie alleine. Sie freute sich darauf nach Hause zu kommen um sich mit ihren besten Freunden auszutauschen.

ENDE

Einzelaktionen, Fantasy

Schreibmission – Halbwesen

Eine neue Schreibaktion ist an den Start gegangen. Malina hat auf ihrem Blog Bücherträumerei  eine Schreibmission gestartet. Dafür zitiere ich einfach mal die Bedingungen

Kurz erklärt

  • Es gibt jeden Sonntag ein paar kleine Aufgaben, zu denen du dann einen Text schreiben kannst – egal, ob Geschichte, Gedicht etc.

  • Danach kannst du deinen Beitrag über Social-Media (#schreibmission) teilen, bei den anderen Teilnehmern vorbeischauen und eine Aufgabe fürs nächstes Mal vorschlagen.

  • Du hast bis zum nächsten Samstag Zeit, deinen Text zu schreiben.


Die Mission

  • Schreibthema: Halbwesen
  • Vorgegebene Wörter: Turmspitzen, Marionette, Blütenblatt
  • Herausforderung: Beschreibe Emotionen nur anhand Gestik und Mimik!

Es ist natürlich etwas zu lang geworden – obwohl ich es so kurz wie möglich versucht habe – und ob ich das mit der Herausforderung so richtig eingesetzt habe – weiss ich nicht – das war schon eine Herausforderung. Ich wünsche euch viel Spass beim lesen und vielleicht hat ja der ein oder andere auch mal Lust zu schreiben.


Hallo Leute – ich bin Ariana – und heute ist mein sechzehnter Geburtstag. Ist das nicht normalerweise ein Freudentag? Ja sollte er sein. Auch bei mir – ich plane meinen sechzehnten Geburtstag schon seit ich vierzehn geworden bin. Ich habe einen kleinen Ordner angelegt, was ich so mit sechzehn von mir erwarte. Ein schönes Mädchen mit einem Blütenblatt im Haar ziert den Einband – das hatte ich mal in einem Esoterikshop gefunden und war sofort verliebt in dieses Bild. Aber kommen wir doch zum Inhalt – der ist ja eigentlich schon interessant – also ich wollte mit sechzehn hübsch, langhaarig, schlank, schlagfertig, verliebt sein. Jetzt bin ich sechzehn und bin nicht hässlich – wenigstens, spaghettihaarig, schlaksig, schüchtern und nicht verliebt – nun – ist ja gar nicht so schlecht – ach – wenigstens bin ich eine Optimistin. Bis heute – denn als ich heute Morgen wach wurde und mich so richtig auf meinen Geburtstag freute – juckten mir ganz furchtbar die Beine – Ich zog meine Schlafanzughose aus und war total behaart – WAS?? Ich rasiere mir natürlich schon lange die Beine –  was war das denn? Ich stürzte also ins Bad und musste tatsächlich zwei Klingen verwenden – also ist das ein Hormonschub mit sechzehn? Ein heftiger Schub. Aber ich will weiter erzählen:  Ich gehe also hinunter in die Küche um meine Familie zu begrüßen. Wie erwartet sind alle versammelt – Mein Vater, meine Mutter, die Großmutter, und meine Tante – Mein Bruder konnte nicht, der ist in der Uni  und muss irgendwelche Arbeiten abgeben. Aber was  musste ich sehen – „Hei Schwesterchen – alles Gute zum Geburtstag. Dank moderner Kommunikation kann ich wenigstens dein Gesicht sehen fühl dich gedrückt und geknutscht. Hab einen schönen Tag – ich  muss weg.“ „Ahhh. Frankie – danke dir – ich freu mich dich zu sehen. Danke, danke, danke für deinen Anruf – ich wünsche dir viel Glück bei deinen Tests. Knutschi.“ Ich verabschiedete mich winkend und klappte den Laptop zu. Die anderen schauten mich erwartungsvoll an. Meine Tante sprach mich als erstes an. „Na Süße – sweet sixteen. Wie fühlst du dich?“ „Hm ich denke genauso wie gestern mit fünfzehn. Aber ich habe irgendwie einen Hormonschub bekommen – meine Beine waren total behaart – willkommen in der Pubertät.“ Lachte ich und bemerkte die verstohlenen Blicke meiner Familie – misstrauisch beäugte ich sie. „Alles klar – warum scharrt ihr so nervös mit den Füssen?“ Erschrocken blickten sie mich an. „Was? Da täuschst du dich mein Schatz.“ Meinte mein Vater und nestelte nervös an seiner Krawatte. Ich zuckte mit den Schultern und schaute mich um. Geschenke gab es bei uns traditionell immer abends, wenn die Familie wieder zusammen kam. Aber es gab immer ein kleines Törtchen mit einer Kerze zum auspusten um den Geburtstag stimmungsvoll zu begrüßen. Und da stand auch schon mein Schokotörtchen mit kleinen Spitzen. Darauf freute ich mich immer am meisten. Sie stellten sich um mich und stimmten den Happy Birthday Song an, während ich die Kerze auf den Turmspitzen des Törtchens auspustete.  Jeder konnte sich dann eine Ecke abbrechen und wir verabredeten uns dann am Abend.

In der Schule traf ich meine beste Freundin – sie blickte mich seltsam an – in ihrem Gesicht spiegelte sich Verwunderung, erstaunen, entsetzen, Freude und irgendwie angst ab. Angst? Ich musste mich täuschen. „Hallo Geburtstagskind – hat dich der Geburtstagsgeist besucht?“ „Hä – was soll mich besucht haben?“ „Ein Scherz –aber du siehst so anders aus. Deine Haare wirken so voll und glänzend und länger – warst du beim Friseur und hast Extensions?“ „Was – quatsch – als könnte ich mir das leisten. Du bist ja witzig – vielleicht habe ich sie nur anders gekämmt – keine Ahnung – oder es liegt an dem Hormonschub.“ Und ich erzählte ihr von meiner Beinbehaarung. Sie schaute verwirrt und wieder etwas ängstlich – seltsam. Sie drückte mich und steckte mir schnell ein kleines Geschenk in die Tasche. „Ich muss los – ich muss ein Referat halten – wollen wir nach der Schule ein Eis essen? Ich lad dich ein.“ „Ja – ok – aber ich lad dich ein. Treffen wir uns bei den Fahrrädern am Ende.“ Wir hatten wenig Kurse zusammen unsere Freundschaft hatte ihren Anfang im Kindergarten. Aber wir hatten so unterschiedliche Interessen, dass wir kaum was zusammen belegt hatten – warum wir Freundinnen waren – keine Ahnung – die Chemie stimmte einfach. Nach der Schule trafen wir uns in unserem Stamm-Eiscafé – gut es war das einzige hier im Dorf – aber es klingt doch einfach gut, oder? Ich packte mein Geschenk aus und freute mich wahnsinnig – Es war ein Bild von uns beiden als wir mal einen schrägen Kurs hatten – Da hatten wir so viel Spaß und der Kursleiter hat uns dabei fotografiert wie wir eine Marionette entwirrten. Wir wollten mal ein Marionettentheater machen – aber wir waren wirklich total unfähig, diese Fäden nicht ständig zu verwurschteln.  „Das war ein toller Tag, oder?“ Fragte mich Betsy. „Oh  ja, das Geschenk ist klasse. Da erinnere ich mich so gerne zurück – wir sollten den Kursleiter noch mal besuchen und ihn noch mal zum Verzweifeln bringen.“ Wir lachten herzlich, quatschten noch bisschen über das Wochenende, an dem meine Party stattfinden sollte. Dann verabschiedeten wir uns und ich fuhr mit dem Rad nach Hause. Ich freute mich auf meine Familie – das waren immer die schönsten Momente am Geburtstag.

Das Fahrradfahren war heute wirklich sehr anstrengend. Mir schmerzten die Beine und ich konnte kaum den kleinen Hügel zu unserem Haus bewältigen. Ich biss die Zähne zusammen, schaltete runter und fuhr fast im Leerlauf hoch. Endlich, schnaufend angekommen schob ich das Fahrrad in die Garage und betrat von dort das Haus. Als erstes musste ich in mein Zimmer mich bequem anziehen. Die Schmerzen waren fast unerträglich. Im Bad nahm ich mir erst noch schnell eine Schmerztablette und legte mich dann ins Bett. Bevor ich  mich umziehen konnte war ich schon eingeschlafen.

Ich träumte – ich war im Wald um  mich herum flirrte und zirpte es. Musik spielte und es wurde getanzt – ich glaub ich sah Feen und Nymphen. Sie lagen im weichen Gras und ich saß mit einer Flöte neben ihnen auf der ich spielte – ich blickte an mir herunter – und erschrak – ich sah krumme Beine mit Hufen. Erschrocken sprang ich auf und blickte an mir herunter – ja – ich hatte Ziegenbeine mit Hufen. Schweißgebadet wachte ich auf und meine Beine schmerzten furchtbar. Wahrscheinlich hatte ich mich im Schlaf so verkrampft. Es war schon düster in meinem Zimmer, als ich mich aus dem Bett quälte. Ich stolperte, konnte mich aber auffangen. Meine Tante stand in der Tür und beobachtete mich. „Hallo Sweetie – wir haben mit dir zu reden – komm, zieh dir was Bequemes an und trink das hier gegen die Schmerzen.“ Ich schaute sie ängstlich an und misstrauisch auf das Glas. „Was ist das?“ „Es wird dir helfen, vertrau mir und komm nach unten.“

Ich trank das Glas schnell aus, bevor ich merkte wie widerlich das schmeckte und musste würgen – so viel zu vertrauen. Bäh – Igitt. Schnell ging ich ins Bad um Wasser nachzutrinken. Wie war das widerlich. Was hat sie mir da gegeben. Aber sie hatte Recht, die Schmerzen verschwanden augenblicklich. Ich entspannte mich. Dann zog ich mich um. Aber vorher stellte ich  mich vor den Spiegel. Der Traum wirkte noch nach und ich hatte das Bedürfnis meine Beine zu betrachten. Oh nein – da waren ja schon wieder die Haare – was war das nur? Ein Gendefekt – deswegen wollte meine Tante mit mir reden? Waren die Beine etwas krumm? Ach quatsch – ich ließ mich zu sehr von meinem Traum beeinflussen. Ich zog die Hose an und rannte schnell runter.

Meine Großmutter stand in der Tür. „Hallo mein Schatz.“ Sie umarmte mich – ich liebte ihren Geruch nach Orangeplätzchen und Kaffee.  Es war ihr Geruch, den ich schon von klein auf kannte und liebte. Ich fühlte mich so geborgen in ihren Armen – ich wollte gar nicht mehr los gelassen werden. Als sie mich dann doch losließ fröstelte ich – so sehr fehlte es mir schon.

Meine Mutter und meine Tante saßen auf der Couch und hatten eine Tasse Kaffee vor sich. „Hier mein Schatz.“ Meine Mutter reichte mir eine Tasse warmen Kakao. Mein Lieblingsgetränk. Mit Schokostreusel. „Okay – jetzt will ich aber wissen was los ist. Bin ich irgendwie krank?“ Und zog dabei meine Hosenbeine hoch. „Warum wachsen meine Haare an den Beinen so schnell? Und was waren das für furchtbare schmerzen?“ Mein Vater seufzte tief. „Ach meine arme Kleine – ich hatte gehofft, dass es wenigstens dich überspringt. Wie soll ich das erklären?“ „Nun –am besten wohl am Anfang, oder?“ „Das dauert zu lange.“ Meinte meine Tante und zog so das Gespräch zu sich. „Also ich versuche dir das schnell und klar zu erklären – wie bei dem berühmten Pflaster.“ Ich blickte sie neugierig und offen an. Ich wollte einfach wissen was los ist.

„Wir sind keine Menschen!“ Ich runzelte die Stirn – und blickte verwirrt durch das Zimmer – vielleicht sprang gleich mein Bruder hinter dem Sessel vor und schrie „Überraschung“ Aber es geschah nichts. Also hörte ich mit immer noch gerunzelter Stirn weiter zu. „Äh – wir gehören einem Geschlecht von Göttern an – wir sind Halbwesen, oder auch Mischwesen.“  Ich sprang auf – lief das Zimmer hoch und runter – blickte meine Familie an und wollte eigentlich lachen – wäre da nicht der Erinnerungsfetzen meines Traumes, in dem ich Ziegenbeine hatte. Ich blickte meine Beine an – doch sie waren krummer, als ich sie  kannte – was sollte das – würde ich eine Ziege werden? Schlief ich  noch?

„Das ist schwer zu verstehen – wir haben das alle durch gemacht – mit sechzehn – Frag mich nicht, warum alle Veränderungen mit sechzehn starten, das ist so ein mystisches Gesetz. Auf jeden Fall  Verwandeln wir uns dann.“ „Verwandeln?“ Ich klang etwas hysterisch, mein Atem ging stoßweise und ich glaubte gleich ohnmächtig zu werden. Mein Vater sprang auf und stützte mich. Sanft führte er mich zur Couch. „Setz dich und atme tief durch.“ „Atmen? Ich glaube ich habe irgendwie ein anderes Problem. Zu was verwandle ich mich – ich bin sechzehn. Mein Leben fängt gerade an und ich verwandle mich in irgendwas schräges – als wäre die Pubertät nicht schwer genug – muss ich jetzt mit krummen Beinen und Hufen durch die Gegend laufen – wie soll ich das im Sport machen – ich werde das Gespött werden – ich werde ausgestoßen. Ich werde ein Freak.“ Schrie ich mittlerweile.

„Beruhig dich und trink deine Schokolade.“ Sagte meine Mutter herrisch. Ich schrumpfte im Sitzkissen des Sofas zusammen und schlürfte meine Schokolade – sofort wurde ich ruhiger – natürlich – da war bestimmt was reingemischt. Natürlich – wahrscheinlich mischte mir meine Familie schon immer was in meinen Kakao – und ein Gehirnschaden war jetzt die Folge. Tse.

„Also – wir gehören also einem alten Geschlecht der Götter an?“ Wiederholte ich fragend? „Und welchem – Ziegengötter?“ Wieder erntete ich seltsame Blicke. „Wie kommst du denn darauf?“ Fragte meine Mutter – „Ich habe so was in der Art geträumt.“ „Hm.“ Machte die Großmutter. „Ich glaube – und das soll eine Ehre sein – selbst wenn du das jetzt nicht so sehen wirst – du bist ein besonderes Exemplar unserer Spezies.“ „Oh Mann – ich glaube ich spinne – was soll denn das heißen Spezies? Was bin ich denn, was sind wir denn?“ „Wir gehören dem Geschlecht der Pan an.“ Sagte ihr Vater. „Pan? Der Schlaftyp mit den schlechten Träumen?“ „Nein – das ist ein Faun – aber die ähneln sich. Es gibt so viel verschiedene Mythen über uns. Das wichtigste wirst du schon lernen – wenn du in die Schule gehst.“ „Schule??? Was den für eine Schule???“ Ich blickte meine Familie ängstlich an – ich sollte doch nicht etwa die Schule wechseln. Oh nein. „Na in deiner Schule gibt es speziellen Unterricht für Wesen wie uns – deswegen wohnen wir hier. Deine Freundin ist auch schon in diesem Unterricht, da sie etwas älter ist.“ „Betsy?“ „Ja genau – sie kommt nach her auch noch und weißt dich ein – sie wird sowas wie dein Sponsor.“ „Sponsor – ich bin doch keine Alkoholikerin – ich bin ein – was? Pan? Was ist das überhaupt?“ „ Es ist ein Gott – Gott des Waldes und der Natur. Er liebt Fröhlichkeit, Tanz und Musik. Gut wir haben noch paar unangenehme Eigenschaften – aber das hat ja eh jeder.“ Meinte meine Tante.

Es klingelte an der Tür. „Ah – das wird wohl Betsy sein. Sie wird dir mehr erzählen können – so unter Freundinnen.“ Meine Tante huschte schnell zur Tür und meine – angeblich – beste Freundin schlich leicht geduckt, als hätte sie Angst vor meiner Reaktion, ins Zimmer hinein. „Betsy – meine beste Freundin. Was muss ich hören?“ „Äh – ja – Pan, ne – Surprise – du bist eine Göttin.“ Göttin? Klingt eigentlich gar nicht so schlecht – gut die Beine nun da werde ich wohl eine Lösung finden – es gibt ja luftige Hosen und lange Röcke. Aber mit dem Begriff Göttin kann ich mich tatsächlich anfreunden.

ENDE

Drama, Fantasy, writing friday

#Writing Friday Week 7 – Interview mit dem Cello

#Writing Friday bei Elizzy. Immer noch gibt es viele interessante Schreibaufgaben für diesen Monat.

Hier sind alle Themen

Ich habe mich diesesmal mit einem vernachlässigten Cello unterhalten. Lest das Interview.


Ein vernachlässigtes Cello erzählt.

 

R: Willkommen Freunde der Musik. Viele kennen es noch. Es war mal sehr berühmt und hat in vielen Opernhäusern gespielt. Heute ist es zu Gast bei uns und gibt uns ein Exklusiv –Interview.

Das vernachlässigte Cello – einen großen Applaus bitte.

Hallo Cello, schön dass du da bist. Ich bin schon sehr aufgeregt. Schließlich hast du schon so viel berühmte Bühnen besucht und bist dort aufgetreten. Erzähl uns bisschen was aus deinem Leben.

C:Hallo Rina. Ich freu mich endlich mal wieder an die Luft und auf eine Bühne zu kommen. Selbst im Fernsehen ist es noch besser als in meinem öden Kämmerchen. Nichts für ungut.

R: Schon in Ordnung. Du bist eine Berühmtheit – da ist Fernsehen schon ein kleiner Abstieg. Umso mehr freue ich mich, dass du dich zu uns bemüht hast.

C: Am besten legen wir los. Frag mich was du wissen willst.

R: Gut – erzähl uns doch bisschen was – fangen wir an wie du erbaut wurdest.

C: Wirklich? Das ist eigentlich schon bisschen langweilig. Ich halte es kurz. Ich wurde aus Fichtenholz erbaut. Mein Erbauer war ein Künstler seiner Zunft. Er baute uns nicht nur zusammen – in jede Leimung und in jede Schnitzung legte er etwas von seinem Herz. Man kann es etwas mit einem Quillt nähen vergleichen. Jedes Stück hat eine kleine Geschichte beigesteuert bekommen.

R: Das klingt ja richtig traumhaft. Du bestehst also aus Fichte und viel Liebe.

C: Ja – so kann man das sagen.

R: Erzähl. Wann wurdest du überhaupt erbaut. Darf man das Fragen? Oder seid ihr wie wir Menschen zu eitel was euer Alter angeht?

C: Nein – wie sind nicht eitel. Im Gegenteil. Je älter umso Stolzer sind wir. Ich bin nicht so alt wie das Amati-Cello – aber auch schon Alt. 1865 wurde ich geschaffen. In Italien

R: Nein! So alt schon. Oder wie sagt man es – So reif?

C: Man kann es gezeichnet nennen. Gezeichnet von jeder Hand, die uns geführt hat, von jedem Knie in das wir eingeklemmt waren, von jeder Temperatur, die wir ausgesetzt waren. Wir sind Kunstwerke des Lebens.

R: Wow. Ich bin fast sprachlos. Aber nicht ganz – ich will ja noch mehr wissen.

C: Frag mich

R: 1865 da hast du ganz schön was erlebt. Wer hat dich als erstes gekauft?

C: Das war ein italienischer Adliger. Er hatte eine zu junge Frau geehelicht und wollte ihr die Langeweile etwas vertreiben. Also hat er mich meinem Erbauer abgekauft und ich wurde sehr nobel untergebracht. Diese Frau war sehr hübsch und sehr traurig. Sie war unglücklich verliebt. So viele Stunden hat sie mir ihr Leid geklagt. Sie war in einen Mann verliebt, der ein Weingut hatte – aber das war ihrem Vater nicht höfisch genug. Er wollte Adel in der Familie. So viele Stunden haben ihre Tränen mein Holz berührt und kleine feine Linien hinterlassen. Sie starb sehr jung im Kindbett.

R: Oh wie tragisch.

C: Ja – wir Cellos haben oft so tragische Erlebnisse. Wir sind Musikinstrumente, die die Traurigkeit durch unsere tiefe Stimme so gut zum Ausdruck bringen. Nun – nach einigen Jahren, in denen  mich niemand spielte wurde ich in der Familie weiter gegeben. Die Nichte der Verstorbenen fand Gefallen an mir und ich wurde ihr geschenkt. Ich war übrigens nur in weiblichen Händen.

R: Hört, hört. Nun und wie erging es dir bei der Nichte?

C:Was soll ich sagen. Es war eine andere Zeit. Es gehörte zum guten Ton als junge Dame mindestens ein Instrument zu spielen. Es gab so viel Liederabende – ach das waren noch herrliche Zeiten. Ich hatte also viel Spaß – nach dem sie es denn endlich konnte – davor war es manchmal schon zum Saiten-Reißen.

R: Haha. Ja das kann ich mir vorstellen. Ich hatte mal eine Flöte und war mehr als unbegabt. Erzähl weiter.

C: Ach ich werde das bisschen abkürzen. Das Publikum will bestimmt nicht jede Station in meinen über 200 Jahren hören. Die kleine Nichte wurde grösser, heiratete und das ist dann bei den meisten jungen Damen das Aus für die Musik. Sie lernen es ja hauptsächlich um einen Mann zu finden. Zum Glück gab es damals noch Musizierzimmer. Da konnte ich am Fenster stehen und herausschauen. Manchmal hat eine vorwitzige Bedienstete beim Abstauben sanft meine Saiten zum Klingen gebracht. Ja auch dort gibt es viele Talente. Nur schade, dass sie immer unentdeckt bleiben. Ich verblieb lange in der Familie. Aber die modernen Zeiten machten mich unattraktiv.

R: Was passierte?

C: So etwa 100 Jahre später war die Familie verarmt und keine Nachkommen waren mehr da, die mich spielen wollten. Flower Power und so – wisst ihr ja bestimmt. Da wurde ich verkauft. Oder eingetauscht – das war damals nicht so eindeutig.

R: Okay. Und wo bist du gelandet?

C: In einem schnuckeligen kleinen Theater. Das war okay für mich. Ich war ja jetzt schon sehr betagt und auch nicht mehr so hübsch anzusehen. Da konnte ich das verkraften. Gut meinem Ego hat es erstmal nicht so gefallen. Schließlich war ich mal ein Star in den guten Häusern und auch auf so manch großer Bühne. Aber dieses kleine Theater war so liebenswert. Ich habe mich eigentlich das erste Mal wirklich geschätzt gefühlt. Die Dame, die mich spielte war so sanft – es war wie streicheln. Fast erotisch, wenn ich das mal so keck erwähnen darf ohne rot zu werden.

R: Haha. Das klingt ja schon romantisch.

C: Ja – es war schon ein bisschen romantisch. Ich glaube so gut wie mit ihr habe ich noch nie geklungen. Wir hatten viele schöne Auftritte zusammen und auch privat hat sie mich jeden Tag herausgenommen, gepflegt und gespielt. Ohne dramatisch zu klingen – das war die schönste Zeit in meinem Leben.

R: Das klingt nach einem traurigen ABER:

C: Ja leider. Die gute Dame war schon alt und irgendwann kam sie nicht  mehr. Ich hörte die anderen davon sprechen, dass sie in ein Altersheim gekommen sei. Sie wäre zu schwach um sich selbst zu versorgen. Mir brach fast mein Herz. Ich war im Inventarraum eingesperrt. Keiner erinnerte sich an mich. Ich gerat in Vergessenheit. Das Theater wurde irgendwann geschlossen und verfiel immer mehr.

R: Oh – das ist sehr traurig.

C: Allerdings. Das lastet immer noch auf meinen Saiten und der Bogen erst. Der Arme – ich weiß nicht ob der sich von der Vernachlässigung jemals erholen wird.

R: Was passierte dann. Schließlich bist du heute mein Gast.

C: Es gab einen Verkauf. Das Theater wurde an eine Theatergemeinde verkauft. Sie restaurierten und renovierten alles. Bauten alles zu altem Glanz wieder auf. Ach ich kann dir nicht sagen wie  mein Herz schlug, als ich endlich wieder menschliche Geräusche hörte. Und dann ging die Tür auf. Licht und frische Luft drang ein. Ich war so aufgeregt, dass meine Saiten erklangen. Sie waren stark verstimmt. Es hat sich ja keiner gekümmert und ich – tja ich war sehr deprimiert und konnte nichts dagegen unternehmen. Und dann ging das Licht an. Ach ich konnte es nicht fassen. Freiheit.

R: Du träumst.

C: Was?

R: Cello, du träumst. Leider muss ich dir sagen, dass niemand dieses Theater gekauft  hat und niemand hat dich herausgeholt. Du stehst immer noch vergessen in dieser Kammer mit dem andern Inventar.

C: Was soll das? Ist das ein Scherz. Was ist das für eine Show hier? Was für ein Interview?

R: Das sind deine Träume. Du halluzinierst. Es ist keiner gekommen um dich zu befreien. Das ist alles in deiner Fantasie.

C: WAAAAASSSS? Oh nein. Bitte warum kommt denn niemand und befreit uns?

R: Es tut mir wirklich leid.

C: *trauriges Spiel der Saiten*

Nun gut – ich bin schon alt. Ich habe viel erlebt und hatte schöne Zeiten. Vielleicht findet uns ja doch jemand und vielleicht spielt mich irgendwann auch mal wieder jemand. So lange werde ich einfach hier warten. Mit den anderen Instrumenten. Vielleicht können wir und gegenseitig bisschen aufmuntern? Was meint ihr, Kumpels? Lasst uns bisschen diese traurige Stimmung vertreiben.

Und ganz leise konnte man es hören. Aufmerksame Menschen, die an dem unscheinbaren, verbarrikadierten Theater vorbei liefen meinten leise, traurige Musik zu hören. So manch einer blieb stehen und lauschte – versuchte zu erkunden woher diese herzzerreißende Melodie wohl käme. Aber keiner kam jemals auf die Idee genauer zu hören. Und die Quelle zu suchen.

Ende

 

Fantasy, Schreibkicks

Schreibkicks 02.18 – nächtlicher Wolkenzauber – Kampf der Elemente

Ich spüre zur Zeit eine böse Blockierung in mir und es fällt mir nicht so leicht irgendwie meine Ideen in Worte zu fassen. Es gibt Ideen zu den Themen und heraus kommt was ganz anderes. Nun – aber immerhin kommt noch was.

Hier mein Beitrag zu Sabis Schreibkicks. Ein schöne Thema – Nächtlicher Wolkenzauber.

Wild wirbelnd bewegte sich ein Tornado durch die Nacht. Er nahm dabei keine Rücksicht auf seinen Weg – alles was in die Nähe seines Sogs kam schluckte er erbarmungslos. Seine Armee folgte ihm – einige seiner Soldaten waren auch schon voraus. Dunkel und gefährlich bedeckten sie den Himmel. Sie hingen so tief, dass sie fast die Erde berührten. Ihre Blitze zogen tiefe Furchen durch die Landschaft. Sie waren gefürchtet und legendär in der Welt der Elemente. Es gab nichts und niemand, der sich traute ihnen entgegen zu treten.

Auf seinem Weg voll Zerstörung und Wut kam er an einer kleinen Hütte mitten im Wald vorbei. Er stoppte seinen Zug und die Wolken sammelten sich wütend um ihn. „Herr, was ist los? Warum ziehen wir nicht weiter um unsere Vernichtung fort zu führen?“ Fragte ihn die Anführer Wolke. „Ich komme nicht vorbei hier. Dieses kleine Haus steht mir im Weg.“ „Im Weg? Euch stand doch vorher schon so viel im Weg. Das hat euch noch nicht mal zucken lassen. Ihr habt es einfach eingesaugt und wieder ausgespuckt. Warum also soll euch dieses kleine unscheinbare Haus stoppen?“ „Ich weiß es nicht. Aber es ist eine unsichtbare Barrikade an er ich nicht vorbei komme – nicht drüber hinweg. Es bremst mich und je näher ich komme umso schwächer werde ich. Was kann das sein?“

Die dunklen und gefährlichen Wolken wurden unruhig – sie wollten weiter und die Nacht ausnutzen. Dieser Vollmond der gerade schien, leuchtete sie perfekt aus. Sie wirkten selten so gefährlich wie heute. Ihre Blitze bewirkten imposante Bilder. Das einzige, das sie bedauerten war, dass sie niemand bewunderte. Durch ihre Gefährlichkeit kam kein Mensch oder Tier aus seiner Behausung.

Plötzlich öffnete sich die Tür dieser seltsamen Hütte. Eine kleine Frau mittleren Alters mit langen blonden Haaren trat hervor. Sie stellte sich an den Gartenzaun, vermied es aber bewusst, weiter heraus zu treten. „Was meint ihr hier zu veranstalten?“ Fragte sie und stemme ihre Arme in die Hüften. „Mensch – was erdreistest du dich mir meinen Weg zu versperren? Ist das ein Zauber um dein Grundstück? Warum komme ich nicht an dir vorbei?“ „Ganz recht“, nickte sie. „Das ist ein Zauber der Elemente. Sie haben mich um Hilfe gebeten. Schau, dort hinten warten schon die weißen Wolken – siehst du die kleinen Feuerfiguren, die auf ihnen sitzen und sie in den Kampf führen werden? Das ist das Feuerelement. Es hat keine Lust mehr, dass du mit deinen Blitzen Feuer entfachst. Auch der Wind ist schon bereit die Wolken in den Kampf zu pusten. Das Wasser wird da sein um das schlimmste zu verhindern. Also ergebt euch und beruhigt euch. Du löst dich auf, die Wolken dürfen sich noch mal entleeren und dann zieht ihr ab. Eure Verwüstung ist vorüber.“

Der Tornado blähte sich auf. „Niemals – ich lass mich doch nicht von einem Menschen in meine Schranken weißen. Ich bin ein Tornado – eine Naturgewalt. Ich vernichte dich.“ „Nun – das wird wohl etwas schwierig werden – du kommst hier nicht an mich dran. Aber gut – ich habe dich gewarnt. Möge der nächtliche Wolkenzauber starten. Du wolltest es nicht anders.“ Sie hob die Hand und entfesselte die weißen Wolken mit ihren Feuerreitern. Der Wind blies von hinten und mit voller Wucht prallten sie auf die dunkeln Wolken.

Von unten sah es wie ein Wolkentanz aus. Wenn nicht immer wieder Blitze und Feuersalven durch die Luft sausen würden, wäre das ein wunderbares Erlebnis. Ein Tanz zwischen Gut und Böse. Der Tornado hatte den Wind als Gegner und konnte sich nicht so entfalten wie er wollte. Der Wind wirbelte ständig um ihn herum, so dass er nichts mehr aufsaugen konnte. Er wurde schwächer. Das Wasser löschte sofort all seine Brände die er entfachte. Nicht nur dass, dadurch, dass das Wasser sich ständig zwischen seine Wirbel drückte wurde der Tornado immer brüchiger.

Er wollte auf keinen Fall nachgeben. Er sammelte all seine  Kraft und die Kraft, die ihm von seinen Soldaten gegeben wurde, die sich um ihn herum noch versammelt hatten und versuchte einen heftigen Schlag gegen den Wind zu starten. Der Wind war unaufmerksam und bekam eine heftige Ladung Elektrizität ab, die ihn vom Weg abbrachte. Das war der Moment, als auch die dunklen Wolken wieder die Oberhand gewannen. Die kleine Frau trat vor den Gartenzaun. Der Tornado erblickte sie und wollte sich sofort auf sie stürzen. In dem Moment verwandelte sie ebenfalls in einen Tornado. Allerdings wirkte sie freundlich – in ihren Wirbeln blitzen Blüten, Regenbogenfarben, Glitzer und Sterne auf. Sie wuchs und wuchs. Sie verdrängte den dunklen und bedrohlichen Tornado.

Der böse Tornado schrumpfte. Da tat sich eine Seite des hellen Tornados auf und verschluckte ihn. In dem Moment als er von ihr aufgenommen wurde, verpuffte seine Wut und er fühlte sich wie eine kleine Windhose, die mit den Pflanzen und Bäumen spielte. Sie sanft kitzelte und mit ihnen lachte. Es war wie nach Hause kommen. Als würde er geliebt werden. Die dunklen Wolken waren desorientiert. Die Wut des Tornados, der sie genährt hatte, war plötzlich weg und damit auch ihr antrieb. Die weißen Wolken nutzen diese Situation sofort aus und schluckten die anderen Wolken – sie verschmolzen und die dunklen Wolken verloren einige Tropfen Tränen, die als Regen auf den Boden auftrafen.

Der Kampf war zu Ende. Die Tornado Frau verwandelte sich zurück, klopfte ihre Schürze aus. Ein kleiner Rülpser entwich ihr und sie kicherte. Kurz winkte sie den Elementen und den hübschen weißen Wolken, die frech am Himmel entlang hüpften zu, und trat in ihre Hütte.

Schaute man genauer hin, verblasste diese Hütte und es war, wie ein Trugbild im morgendlichen Nebel.

ENDE

Mit dabei waren dieses Mal

 

Das neue Thema für den 1.3. lautet: kommerzieller Valentinstag

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #22 – FINALE

Den Start der Geschichte findet ihr HIER

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Kapitel 19

Was bisher geschah:

Annet hat sich Unterstützung von Lichtwesen geholt, da ihre Schwester die Schattenwesen angerufen hat. Arlo hat es endlich geschafft. Mary ist fast gerettet. Annet und die böse Königin kämpfen erbittert weiter – Allerdings erleidet Annet eine schwere Verletzung. Wird Mary wirklich ohne Probleme gerettet? Schafft Kato es Janis aufzutauen? Wird Annet den Kampf überleben? Lest hier den letzten Abschnitt.


Kato beobachtete den Kampf zwischen den beiden Hexen. Ich muss Annet retten. Aber wie kann ich Janis alleine lassen. Was soll ich nur machen? Hilf mir, was soll ich machen?

Kind – du weisst doch schon was zu tun ist. Du weisst genau wie du ihn retten kannst. Dein Herz wird es dir sagen. Horch genau hin. Du weisst es doch schon lange.“

Verwirrt hörte sie auf die unbekannte Stimme. Wer war das? Ich war das. Das war meine innere Stimme. Ja ich weiss wie ich ihn retten kann. Natürlich. Die Lösung liegt in meinem Herzen.

„Janis. Hör mir zu. Ich liebe dich. Ich glaube ich spürte es schon, als ich dich am Anfang sah. Es war als würde meine Seele anfangen zu singen. Sie scheint deine Seele erkannt zu haben. Du bist mein Seelenverwandter. Wir gehören zusammen und ich lasse nicht zu, dass du mir hier als Eisblock, deine Liebe verwehrst. Ich weiss, dass du mich liebst. Also streng dich an. Lass das Eis, das dich gefangen hält schmelzen.“ Sie drückte ihre Lippen auf seine gefrorenen Lippen und sie waren nicht kalt. Sie fühlten sich warm und geschmeidig an.

Da sah sie es. Es sah aus, als würde er von innen her leuchten. Und das Eis bekam Sprünge. Er taute auf. Kato sprang auf. Sie hatte es geschafft. Er kam zurück zu ihr. Er hatte sie erhört. Sie hatte Recht. Er liebte sie.

*

Als Mary ihren Fuss auf den Rand setzte blieb sie mit ihrem Kleid am Bogen hängen. Dadurch geriet sie ins Stolpern. Unglücklicherweise setzte sie dabei den zweiten Fuss auf den geprungenen Boden auf – dieser brach sofort zusammen und riss Mary mit sich in die Tiefe. Arlo versuchte schnell nach ihr zu greifen, aber es war zu spät. „MARY! NEIN! Das kann nicht euer Ernst sein.“ Er sah in den Schlund des Bodens und konnte nichts sehen. Ausser – Mary – sie hing Kopfüber in dem Seil, in das sich ihr Bein verheddert hatte. Arlo atmete tief aus und lachte. Er konnte nicht aufhören zu lachen. Dezent ignorierte er, dass er ihr unter den Rock schauen konnte, da dieser nun über Marys Kopf hing. Da Arlo immer noch lachte, wurde Mary etwas ungehalten. „Sehr witzig. Wie wäre es, wenn du mir hilfst, dass ich aus dieser peinlichen und unbequemen Situation wieder heraus komme? Statt nur dämlich da zu stehen und mich aus zu lachen.“

„Ach Mary, ich lache dich doch nicht aus. Ich glaube ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch, und das musste einfach raus. Dass es ein Lachen wurde – nun das ist mir lieber, als sinnloses Geschreie. Kannst du hin und her schwingen?“

„Echt jetzt. Ich weiss nicht ob ich fest genug in der Schlaufe hänge. Nicht dass ich beim Schwingen abrutsche. Kannst du mich nicht herauf ziehen?“

„Lass es uns erst mal mit schwingen versuchen. Wenn du merken solltest, dass du rutschst, versuchen wir Plan B.“

Mary grummelte wenig elegant vor sich hin. Aber das verzieh sie sich, da sie sich ja auch nicht gerade in einer damenhaften Position befand. Sie fing an sich leicht vor und zurück zu bewegen. Den Atem anhaltend, achtete sie auf jede ruckartige Bewegung, die andeutete, dass sie aus dem Seil rutschte. Es schien zu halten. Sie schwang sich etwas mutiger hin und her und kam dadurch Arlos ausgestreckter Hand immer näher.

Ihre Fingerspitzen berührten sich – es fehlte nicht mehr viel, dass Arlo zu greifen könnte. Jetzt. Mary war nah genug und Arlo griff nach ihrem Unterarm. Er zog sie langsam zu sich. „Hier halte dich an dem  Bogen fest, ich klettere nach oben und schneide das Seil durch.“ Schnell kletterte er etwas nach oben und zog ihr Bein ebenfalls an den Bogen. Er hielt es fest umklammert und versuchte das verhedderte Seil von ihrem Bein zu schneiden. „Autsch – das war nicht das Seil. Pass doch auf!“

„Enschuldigt gnädigste. Aber versuch du mal dich festzuhalten und zu schneiden. Ich bin auch kein Gummimensch. Bis wir heiraten, ist das verheilt.“ „WAS!“ Arlo lachte und Mary konnte nicht länger böse sein und lachte erleichtert mit. „So – Das Seil ist ab. Kannst Du dich nach oben drehen? Oder versuch so hängend nach unten zu kommen ich bin da und nehme dich in Empfang. Auf den Boden müssen wir ja jetzt nicht mehr aufpassen.“

Was für ein Witzbold. Sie kletterte wie ein Affe, hängend den Bogen hinab und Arlo schloss sie in seine Arme um sie auf den sicheren Rand zu ziehen. „Puh – das war eine schwere Geburt. Aber wir haben sie bewältigt. Jetzt nur vorsichtig an der Wand entlang aus dem Raum heraus und dann nichts wie weg hier.“

So schnell wie es sicher möglich war, drückten sich die beiden an der Wand entlang. Da vorne war die Tür, durch die sie den Raum verlassen konnte.

Sie rannten die Treppe hoch und Arlo zog die Tür des Turmes auf. Dann traten sie nach draussen. Endlich frei.

Annet lag stark blutend am Boden. Sie konnte nur noch zusehen, wie die Königin den Feuerball wachsen lies um ihn auf sie zu schleudern. Sie versuchte sich in Trance zu versetzen um sich von ihrer Familie zu verabschieden.

Kato sah dass die Königin dabei war Annet zu töten. Janis war noch nicht ganz aufgetaut, aber er konnte die Augen schon bewegen und auch schon reden. „Geh und versuche sie zu retten. Sobald ich mich wieder bewegen kann, folge ich dir.“

Kato beugte sich über ihn und drückte ihm einen Kuss auf die noch kalten Lippen. „So wie ich das sehe, können wir den Schritt des Werbens dann überspringen?“ Fragte Janis keck. „Von wegen. Ich will das gesamte Programm. Da kommst du nicht raus, mein Lieber.“ Schnell gab sie ihm noch einen Kuss und sprang dann auf um Annet zu Hilfe zu eilen.

Arlo und Mary traten ins Freie. Mary war von dem hellen Licht der Sonne geblendet. Sie genoss die Wärme auf ihrem Gesicht. So lange hatte sie es missen müssen. Jetzt würde endlich alles gut werden.

Arlo schuppste sie an. „Schau – Annet brauch unsere Hilfe. Schnell. Die Königin will sie töten.“

Mary und Arlo rannten schnell zu der Stelle an der Annet mit der Königin gekämpft hatten.

„Bleibt stehen. Solltet ihr näher kommen, werde ich sofort den Feuerball auf Annet schleudern.“

„Das wirst du sowieso machen. Was willst du uns denn da erzählen. Willst du um was verhandeln? Dann sag, was du willst.“ Sagte Arlo.

„Arlo – mein lieber – Ich dachte wir würden uns verstehen. Aber dass du einfach abgehauen bist und mich einfach so alleine gelassen hast. Das nehme ich dir schon ein bisschen übel. Und wofür? Für sie? Was kann sie dir schon bieten, dass ich dir nicht bieten kann? Ein Königreich. Du kannst mein Reich mit mir regieren. „

„Du Hexe – du weisst, dass es dein Untergang ist, dass ich Mary gerettet habe. Sie wird meine Königin und du wirst endlich vernichtet werden. Wir werden uns endlich von deinem Joch befreien können.“

„Hahahaha. Wie wollt ihr das schaffen. Annet liegt am Boden – sie ist nur knapp davor zu sterben. Janis liegt gefroren in der Ecke. Kato? Mit irdischen Waffen könnt ihr mich nicht besiegen. Und eure Verbündeten sind auch nicht stark genug. Es ist das Ende für euch und eurer Fantasie von der heilen Welt.“

In dem Moment holte die Königin mit dem Feuerball aus um ihn auf Annet zu schleudern. Keiner achtete auf Mary. Sie hatte ruhig zugehört und beobachtet. Als sie sah dass die Königin zu dem vernichteten Schlag gegen Annet ausholte rief sie ihr zu: „Höre, Königin. Dein Schicksal ist besiegelt. Selbst wenn du die weisse Hexe tötest. Du wirst nicht gewinnen. Denn ich bin jetzt frei.“

Um Mary herum erschien eine Aura, die stark leuchtete. Sie schmiegte sich an Mary. Es war als würde sie von dieser Aura hoch gehoben. Mary schwebte der Königin und Annet entgegen. Der Himmel verdunkelte sich und Blitze entluden sich am Himmel. Mary hob ihre Arme um die Blitze an zu ziehen. Und eben diese Blitze lenkte sie zur Königin.

Die böse Königin war wie erstarrt. Sie konnte sich nicht wehren und die Blitze trafen sie ungeschützt. Sie stürzte zu Boden. Gekrümmt lag sie auf dem Boden und wimmerte. Sie war besiegt.

Ihre Zeit des Regierens war vorüber. Sie hatte die Prophezeiung nicht verhindern können.

„Steh auf! Steh auf und huldige deinen neuem König und deiner Königin.“

Die Königin hatte kaum noch die Kraft sich aufzurichten. Aber ihr Stolz war ihr behilflich. Sie stand aufrecht dem zukünftigen Königspaar gegenüber und blickte ihnen starr entgegen. Dann verbeugte sie sich um Arlo und  Mary die Hand zu küssen. „Verehrte Regenten. Ich bin eine unwürdige Dienerin. Lasst mich ziehen und ihr werdet nie wieder etwas von mir hören.“

Arlo straffte seine Schultern: „Das kommt gar nicht in Frage. Du bist zu gefährlich. Wer weiss ob du nicht noch einmal versuchts Mary zu entführen, oder unsere Kinder. Nein. Das kann ich nicht zulassen.“

Annet richtete sich schwach auf. „Arlo. Lass sie ziehen. Sie ist entmachtet, ihre Magie ist zerstört. Sie ist eine gebrochene Frau. Lass sie ins Exil gehen. Sie wird uns keine Gefahr mehr sein. Glaub mir.“

Arlo blickte Annet verunsichert an. Schaute zu Mary, diese nickte ihm zu um die Aussage zu bestätigen.

„Nun gut. Ich traue dir nicht. Aber ich vertraue Annets Urteil. Du sollst leben. Aber ich verbanne dich in die Berge. Dort sollst du den Rest deines Lebens verbringen. Sollte mir jemals etwas zu Ohren kommen, dass du doch noch Magie ausüben kannst, oder hier gesichtet wurdest, werde ich dich jagen und töten lassen. Verschwinde.“

Die Königin sass auf ihrem Pferd auf und spornte es an, so schnell wie es konnte, das Feld ihrer Niederlage zu verlassen.

„Annet, Annet! Meine Liebste. Wo bist du? Oh mein Gott, du bist verletzt. Oh nein. Da ist so viel Blut.“

„Abraham. Mein lieber Mann. Es sieht schlimmer aus als es ist. Ein bisschen Medizin und viel Ruhe, dann werde ich wieder fit werden. Kato? Kannst du  mich verarzten?“ „Ja, natürlich. Ich schaue nur schnell nach Janis.“

Schnell rannte sie zu Janis. Dieser war vollkommen aufgetaut und wollte gerade zu ihnen aufschliessen. „Komm schnell. Wir müssen Annet verarzten und dann endlich heim reiten.“

„Was meinst du  mit heim reiten? Willst du bei uns leben?“ „Ja natürlich du Dummerchen. Wie sollst du denn sonst um mich werben können?“ Janis lachte und schloss Kato fest in seine Arme. Dabei küsste er sie intensiv. Kato hatte das Gefühl, ihre Beine wären aus Gummi und sie hielt Janis umso fester in ihren Armen.

Sie gingen schnell zu Annet um ihr zu Helfen.  Janis trat vor und sah Mary. „Mary, mein kleiner Stern. Endlich haben wir dich wieder. Ich wollte sterben, als du verschwunden warst. Du hast mir so gefehlt.“ Er fing an zu weinen. Mary ging zu ihm und nahm ihn in die Arme. „Mein lieber Bruder. Deine Geschichten, die du mir erzählt hattest haben mich immer wieder aufgerichtet. Ich wusste, dass du mich finden würdest. Ich wusste es einfach.“

Sie sammelten sich auf dem Schlachtfeld. Alle ihre Verbündeten trafen nach und nach ein.

Arlo stellte sich auf einen Stein: „Meine lieben Verbündeten. Ich kann euch nicht genug danken für eure Unterstützung in unserem Kampf. Wir haben gesiegt und das Böse aus unserem Land vertrieben. Gemeinsam haben wir gekämpft und gewonnen. Ich werde meine Versprechen einhalten und euch immer in Ehren halten. Solltet ihr jemals Hilfe benötigen, wird meine Armee die erste sein, die euch unterstützt. Gehabt euch wohl. Wir sehen uns wieder.“

Dann trat er zu Mary. „Was war das von dir? Du bist gewachsen, hast geschwebt und deine Stimme war so mächtig. Da habe ich sogar Angst bekommen.“ „Hahaha. Mein furchtloser Retter. Ich weiss es nicht. Ich bin von etwas warmen und mächtigen durchflossen worden. Ich glaube, das war ich nicht wirklich. Irgendwas Mächtiges hat mich in Beschlag genommen . Eine Urgewalt. Ich kann es nicht erklären.“

„Du wirst auf jeden Fall eine fantastische Königin.“

ENDE


Wow – geschafft – solange sollte die Geschichte eigentlich nicht werden – aber irgendwie…naja – allen die bis hier ausgehalten haben Danke für eure Geduld.

 

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #21

Den Start der Geschichte findet ihr HIER

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Kapitel 18

Was bisher geschah:

Janis ist ausser Gefecht. Arlo hat endlich eine Möglichkeit gefunden Mary heraus zu holen. Annet und die böse Königin haben angefangen zu kämpfen.


Arlo hatte gefunden was er suchte. Ein Seil. Damit rannte er schnell wieder zurück zu Mary. Sie lächelte ihn hoffnungsvoll an. Würde sie jetzt endlich – nach so vielen Jahren – gerettet werden? Endlich wieder bei ihrer Familie sein. Davon träumte sie seit Ewigkeiten. Jetzt sollte es endlich wahr werden! Sie würde endlich wieder frei sein.

Arlo kletterte den Bogen hinauf und als er in der Mitte ankam, direkt über Mary, liess er das Seil hinab, das er fest an dem Bogen angebunden hatte. „Siehst du die Schlaufe? Steig mit deinem Fuss hinein und halte dich gut fest. Ich ziehe dich hinauf. Pass auf, es wird nicht so einfach.“ Mary nickte ihm zu und stieg in die Schlaufe. Sie hob den Daumen, als Zeichen, dass sie so weit sei.

Arlo zog vorsichtig. Er musste unbedingt vermeiden, dass es zu Schwingungen kam. Er wollte nicht riskieren, dass sie abstürzte. Dann wäre es vorbei. Das durfte nicht passieren. Das würde nicht passieren. Etwas skeptisch beobachtete er das alte Seil, das über die scharfe Kante des Bogens gezogen wurde. Er hoffte es wäre nicht zu porös um diese Belastung zu überstehen. Nur noch wenige Züge trennten ihn von seiner grossen Liebe. Endlich würde er sie in seine Arme schliessen können.

Arlo war so konzentriert, dass er nicht mitbekam, dass auf einmal eine Horde Fledermäuse sich von der Decke lösten. Es schien ihre Zeit zu sein um zu ihren Beuteflug los zu ziehen. Allerdings schienen sie sich bedroht zu fühlen und bevor sie die Kammer durch unsichtbare Öffnungen verliessen, machten sie eine Schleife um Arlo und Mary. Arlo erschrak so stark, dass er fast die Kontrolle über das Seil verlor. Mary rutschte ab. Dieses plötzliche Absinken liess sie straucheln. Ihr Fuss rutschte durch die Schlaufe. Ihr Bein war in der Schlaufe gefangen und sie verbrannte sich die Hände am Seil. Sie musste ihre gesamte Willenskraft zusammen nehmen nicht los zu lassen und abzustürzen. Sie Biss sich auf die Lippen, bis sie bluteten und hielt sich krampfhaft am dem Seil fest.

„Arlo! Arlo! Ich glaube ich stürze gleich ab. Hilf mir. Ich weiss nicht ob ich  mich noch lange festhalten kann.“

„Halt durch. Ich versuche das Seil wieder zu stabilisieren, damit es ruhig bleibt. Warte solange bis du irgendwas machst. Das schaffen wir schon. Sobald es ruhig ist, kannst du versuchen dein Bein aus dem Seil zu ziehen. Wenn es aber zu schwierig ist, lass es einfach so. Du bist bald hier oben bei mir, dann befreie ich dich von dem Seil.“ Mary atmete tief durch und versuchte sich ruhig zu halten.

Endlich – sie hatte es geschafft. Ihre Finger erreichten die Kante des Bogens und sie versuchte sich herauf zu ziehen. Arlo half ihr und endlich konnte er sie in die Arme schliessen. Endlich. Mary fing an zu schluchzen. Sie konnte es kaum fassen. Sie würde endlich frei sein und ein  normales Leben führen können. Allerdings waren sie noch nicht in Sicherheit.

„Ich gehe vor und du folgst mir vorsichtig. Schau nicht nach unten. Schau  mir einfach auf meinen gut gebauten Hintern.“ Lachte Arlo und Mary wurde rot als sie mit ihm lachte.

Langsam schoben sie sich rückwärts den Bogen entlang. Es dürfte kein Problem mehr geben. Sie müssten in Sicherheit sein. Bald würden sie diesen unsäglichen Raum verlassen. Sobald sie diesen Turm verlassen hatten, könnte er auch einbrechen. Das war Arlo egal. Hauptsache sie waren in Sicherheit.

Arlos Fuss kam endlich auf dem Boden an. Vorsichtig stellte er beide Füsse nebeneinander, damit sie nur auf dem Rand des Raumes zum Stehen kamen. Er wollte nicht noch riskieren, durch einen unachtsamen Schritt, den Raum zum Zusammenbrechen zu bringen.  Mary war dicht hinter ihm und er machte ihr Platz, damit auch sie auftreten konnte.

*

Annet spürte die Anwesenheit der Lichtwesen und dies gab ihr die Sicherheit die sie benötigte um erneut ihre Kraft gegen die  Königin zu sammeln. Sie hoffte, das Arlo bald mit Mary auftauchen würde. Solange müsste sie die Königin beschäftigen und schwächen. Sie bat das Universum um Hilfe, damit sie genügend Kraft hätte um gegen ihre Schwester zu bestehen. Sie hatte bisher immer unterlegen. Auch als Kind schon. Aber dieses mal war sie im Kampf nicht alleine. Abraham führte die Armee gegen die Gegner. Sie warf einen Blick in seine Richtung und war beruhigt. Er hatte immer noch die Oberhand. Da sah es schon mal gut aus. Sie konnte Kato sehen, wie sie sich verzweifelt über Janis beugte. Sie wird schon herausfinden, wie sie ihn auftaut. Ihr Herz wird ihr den Weg weisen.

Sie blickte auch auf das Tor des Turmes, aber das blieb verschlossen. Ich hoffe, die Kinder schaffen es da heraus. Mary ist der Schlüssel für den Sieg.

„Hallo Schwester – ich spüre neue Kraft in dir. Und auch hinter dir. Hast du etwa die Lichtwesen um Hilfe gebeten. Das war aber sehr mutig. Sie müssen mich ja wirklich fürchten, wenn sie eingreifen. Sie halten sich doch sonst überall heraus. Das war ein kluger Schachzug. Also sollen unsere Verbündeten gegeneinander kämpfen. So bleiben doch wieder nur wir beide übrig. Wie früher. Und du weisst wie es früher immer ausging.“

„Wie könnte ich das vergessen? Du hast es mir ja immer unter die Nase gerieben. Aber dieses mal wird es anders werden. Sollen wir nicht wie sterbliche kämpfen. Mit Fäusten und Waffen. Das wäre mal eine Herausforderung. Was meinst du, traust du dich ohne Magie gegen mich zu bestehen? Ich glaube ich bin stärker als du.“

„Ja – warum nicht – ein Spass wird das. Du und stärker als ich. Du bist immer noch so amüsant, wie ich dich in Erinnerung habe. Lass uns los legen. Ich will fertig sein, bevor es dunkel wird.“

Annet stürmte auf ihre Schwester los und riss sie zu Boden. Mit ihren Fäusten schlug sie auf die Königin ein. Diese war von dem Überraschungsangriff überrumpelt worden und konnte im ersten Moment nicht reagieren. Erst einige Augenblicke später hob sie die Arme zur Deckung.  Sie stiess Annet von sich um sich ihrerseits auf sie zu stürzen. Aber Annet rollte sich geschickt weg und die Königin landete im Staub.

Schnell stand Annet auf und ging in Kampfposition. Die Königin folgte ihrem Beispiel und beide standen sich kampfbereit gegenüber. Sie umrundeten sich – keine wollte den ersten Schritt tun. Wieder kam der erste Angriff von Annet. Sie stürmte vor und verpasste ihrer Schwester einen heftigen Schlag in den Magen.

Sie krümmte sich um dann in dieser Lage Annet ihren Kopf in den Magen zu stossen. Annet stolperte zurück und konnte sich gerade so vor einem Sturz, auffangen. Sie sammelte sich und griff wieder an.

Dieses mal hatte sie es auf das Gesicht abgesehen. Aber die Königin ging in Deckung und Annets Schlag ging in die Luft. Dafür traf aber die Königin Annet im Gesicht. Ihre zarte Wange platze auf und eine Blutspur wanderte ihre Wange hinunter. Annet ignorierte den Schmerz und startete einen erneuten Versuch. Sie traf tatsächlich das Auge der Königin. Ihr platze die Augenbraue und das Blut lief ihr störend ins Auge.

Wutentbrannt blitze sie Annet an. „Das wird wohl eine unschöne Narbe werden. Nun – Narben zieren einen auch – selbst als Frau kann man interessant aussehen. Solltest du das überleben, wirst du es selbst feststellen können.“ Daraufhin stürzte die Königin sich wieder auf Annet.  In ihrer Hand hatte sie ein Schwert. Annet setzte zur Flucht an. Sie brauchte eine ebenbürtige Waffe.

Da! Am Rand des Schlachtfeldes lag ein Schwert. Sie schlitterte hin und nahm es auf. Sofort zog sie es hoch um einen Schlag der Gegnerin ab zu wehren. Sie rollte sich weg um schnell aufzustehen. In der knienden Position war sie unterlegen. Das musste sie schleunigst ändern.

Die beiden droschen mit den Schwertern auf einander ein. Annet schlug kräftig und zwang die Königin in die Knie. Ein Schlag mit dem Schwertgriff auf die Schläfe der Königin sollte sie erst mal ausschalten. Weit gefehlt. Die Königin ging zwar zu Boden, aber sie konnte ihr Schwert noch hochziehen und traf Annet in die linke untere Körperhälfte. Annet zog stark die Luft ein. Ein unbarmherziger Schmerz zog durch ihren Körper. Sie ging ebenfalls in die Knie und brach zusammen. In diesem Moment erhob sich die Königin.

„Siehst du, geliebte Schwester. Wieder einmal habe ich dich besiegt. Aber dieses mal werde ich nicht den Fehler machen dich leben zu lassen. Wir werden wohl abschied voneinander nehmen müssen. Deine Zeit ist gekommen ins Reich der Geister über zu wechseln. Ich wünsche dir ein ruhiges und entspanntes Dasein.“

Sie erhob ihr Schwert zum finalen Schlag, als Annet mit letzter Kraft ihr Schwert hob. Sie konnte es nicht mehr ganz hoch ziehen, aber es reichte aus um es der Königin in den Oberschenkel zu rammen.

Sie schrie auf und lies das Schwert fallen, das beim Sturz noch Annets Oberarm streifte.

„Schwester, Schwester. Du hast eins vergessen. Dieses mal geht es nicht um mich. Es geht um meine Familie. Und da wächst man über sich hinaus. Man wird regelrecht beflügelt. Und entwickelt Energie und Kräfte, die man nicht für möglich gehalten hätte. So einfach wirst du mich nicht ins Geisterreich verbannen.“

Annet drehte sich um und betrachtete den Kampf hinter ihnen. Sie konnte sehen, wie die Lichtwesen, die Dunkelheit immer weiter zurück drängte. Ein Lächeln breitete sich auf ihre Lippen aus „Es sieht nicht gut aus für deine Streitmacht.   Ihr unterliegt. Wir drängen euch alle zurück in die Hölle aus der du sie geholt hast. Du verlierst, meine Liebe.“

„Das werden wir noch sehen.“ Die  Königin zog ihre gesamte Macht um sich zusammen. Annet bekam keine Luft mehr. Es fühlte sich an, als würde auch die gesamte Luft zum Atmen heraus gezogen werden. Sie stand kurz davor ihr Bewusstsein zu verlieren.

„Sag Lebewohl zu deinen Liebsten.“ Die Königin schwebte über Annet. In ihrer Hand ein Feuerball, den sie auf sie richtete.

Annet versuchte ein Schild zu bilden, aber ihr fehlte die Kraft. Es kam nur ein flackern aus ihren Händen. Mit Grossen Augen betrachtete sie wie der Ball in der Hand der Königin immer grösser wurde.

Fortsetzung folgt

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #20

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Kapitel 17

Was bisher geschah:

Arlo sucht immer noch einen Weg  Mary zu befreien. Janis wurde von einem Eiszauber getroffen. Jetzt macht sich Annet auf den Weg um ihrer Schwester entgegen zu treten.


Kato hatte sich endlich frei gekämpft. Schnell rannte sie zu Janis. Sie musste ihn irgendwie vom Feld schaffen. So gefroren konnte die Königin ihn einfach zerschlagen. Das durfte nicht passieren. Auf keinen Fall. Sie sah wie Annet angeritten kam und die Aufmerksamkeit der Königin von Janis abgelenkt wurde. Schnell schnappte sie ihn und zog ihn mit sich. Er war so kalt und schwer. Sie musste ihre Hände einwickeln, damit sie sich keine Erfrierungen holte. Schnell wurde ein Stück ihres Hemdes zerrissen und um die Hände gewickelt. Dann zog sie weiter. Er war so schwer, aber sie hatte solche Angst um ihn und das verlieh ihr genügend Kraft um ihn hinter einen Mauerwall zu ziehen.

*

Arlo lief nach oben und betrachtete sich dabei die Wände und den gesamten Aufbau genau. Er war sich sicher, dass er nur genau hinschauen musste. Und da sah er es. Die Treppe musste etwa zur Höhe des letzten Drittels des Raumes sein. Und da waren irgendwelche Strebe eingelassen. Das musste irgendwie durch eine optische Täuschung versteckt sein.

Schnell ging er wieder runter und betrat den Spiegelraum. „Mary, du musst mit schauen. Irgendwo müssen Balken über uns sein, die ich erreichen könnte. Sie  müssen irgendwie durch eine optische Täuschung verborgen sein. Wenn man nur ein Teil erkennt, dann wird sich uns der Rest auch zeigen. Schau genau hin. Vielleicht findest du was.“ Sie nickte und legte ihren Kopf in den Nacken.

Arlo drängte sich wieder an die Wand und betrat den Raum. Er blickte auf etwa die Höhe, die er im Treppenhaus entdeckt hatte. Seine Augen fingen an zu tränen, so sehr konzentrierte er sich. Er schloss sie und öffnete sie. Dieses Ritual wiederholte er mehrere Male und da – da blitzte was auf. Er bewegte sich etwas weiter und da sah er es. Es war wie ein Bogen von Wand zu Wand. Wie in einer Kapelle. Sie mündeten an der Wand – etwa ein Kopf über ihm. Wenn er sich an diesem Bogen entlang hangelte, könnte er ein Seil zu Mary hinunter lassen um sie hinauf zu ziehen. Er atmete auf  und lachte erleichtert. Schnell erläuterte er Mary seinen Plan, rannte nach oben um sich nach einem Seil umzuschauen.

*

Annet hatte gesehen, dass Kato Janis in Sicherheit gezogen hatte. Jetzt konnte sie sich auf ihre Gegnerin konzentrieren. Arlo versuchte Mary zu retten. Abraham war auf dem Schlachtfeld, das durch die vielen Helfer schon ziemlich ausgedünnt war und Janis in Sicherheit. Jetzt wurde es Zeit endlich abzurechnen.

„Hallo Annet. Das ist aber schön, dass wir uns mal wieder sehen. Wie ist es dir denn so die letzten Jahre ergangen? Du siehst gut aus. Glücklich. Da hatte es ja tatsächlich was Gutes, dass du mir damals unterlegen warst. Sehe ich das richtig? Ich habe deinen Lebensweg manchmal verfolgt. Aber warum hast du keine eigenen Kinder mit Abraham bekommen? Ach – wie konnte ich das vergessen? Das war wohl  meine Schuld. Der Angriff – damals – der traf dich ja sehr ungeschickt. Das hat dich wohl verdorren lassen. Ach wie schade. So paar Neffen und Nichten wären doch schön gewesen. Aber du siehst. Ich habe mir ja doch jemand von deiner Familie zu Besuch geholt. Bisschen störrisch die Kleine, aber die Jahre haben sie sanfter werden lassen. Nun – jetzt sehen wir uns wieder. Endlich können wir unseren Zwist beiseitelegen, oder eher ausfechten. Bist du bereit endlich zu sterben?“

„Hallo liebe Schwester. Wie unangenehm, dass ich dich wieder treffen musste. Aber die Prophezeiung hat es ja vorher gesagt. Marys Rettung wird deiner Regierung ein Ende setzen. Du hast Recht – mir ist es gut ergangen. Und du brauchst nicht zu glauben, dass mir deine Stiche über die Unfruchtbarkeit irgendwie zusetzen. Ich habe eine tolle Familie – besser hätte ich es kaum treffen können. Aber wie ist das so bei dir. Ich habe mich natürlich auch auf dem Laufenden gehalten. Bei dir ist der Schoss auch flach geblieben. Da kam auch kein Erbe. Hat wohl keiner lange genug das Bett mit dir teilen wollen?“

Die böse Königin funkelte Annet wütend an. Das war wirklich ein Treffer. Sie hatte niemanden, der sie liebte. Angst ihrer Untergebenen konnte dieses Gefühl nicht ersetzten. Alle hatten Angst und waren nur deswegen immer bemüht ihr alles Recht zu machen. Sie sah, dass Annet hämisch lächelte. Und sammelte ihre Kraft um einen Energieball in ihre Richtung zu schleudern. Annet war vorbereitet und erschuf ein magisches Schild, der den Ball anprallen lies. Im Gegenzug sammelte sie ihre Kraft und schleuderte ebenfalls einen Energieball auf ihre Schwester. Diese wich ihm spielend aus.

Jede von ihnen schleuderte ihre Magie gegen die andere. Aber keine hatte die Überhand. Sie waren beide gleich mächtig. Meine Schwester wird bestimmt bald ihre finsteren Mächte herbei rufen. Ich  muss mich wappnen. Ich brauche die Lichtwesen auf meiner Seite, sonst werde ich versagen. Gegen ihre dunkle Magie bin ich alleine Machtlos.

Schnell bewegte sich Annet aus der Schusslinie hinter eine kleine Felsformation. Viel Zeit hatte sie nicht. Schleunigst versuchte sie in Trance zu gelangen damit sie die Lichtwesen um Hilfe bitten konnte. Sie war nervös – noch nie hatte sie das so schnell erledigen müssen und hoffte, dass es überhaupt klappte. „Was willst du weisse Hexe? Warum störst du unsere Ruhe?“ „Ich brauche eure Hilfe um gegen die schwarze Königin zu bestehen. Sie wird die dunklen Mächte anrufen um mich zu vernichten. Ich will sie aber soweit schwächen, dass die Prophezeiung eintreffen kann. Aber das schaffe ich nicht ohne eure Hilfe.“ „Was kümmert uns dein Krieg. Wir wolle nichts damit zu tun haben. Es betrifft nicht uns.“ „Oh doch, wenn Mary nicht gerettet wird, und das wird sie nicht wenn ich scheitere, dann versinkt das Land ins Dunkle. Und das wird auch eure Welt betreffen. Denn ohne Hoffnung seid ihr dem Untergang geweiht. Ihr speisst euch von der Hoffnung der Menschen. Diese werden dann nur noch Marionetten ohne eigenen Willen und somit ohne Hoffnung sein. Also überlegt euch das genau. Helft mir, damit ihr Leben könnt.“

Das Lichtwesen schwieg. Annet wurde ungeduldig. Siespürte, dass die böse Königin ihre Macht sammelte um noch einen Schlag auszuüben. „Nun gut, du hast Recht. Wir können uns nicht davon frei machen. Wir brauchen den Niedergang der Königin um zu überleben. Wir helfen dir und werden gegen die dunklen Mächte kämpfen.“ Annet atmete aus. Sie hatte unbewusst die Luft angehalten. „Vielen Dank. Ich werde gegen die Königin kämpfen und ihr gegen ihre dunklen Lakaien. Vielen, vielen Dank.“

Annet erwachte aus der Trance um zu sehen, dass die Königin direkt vor ihr stand um sie zu treffen. Schnell rollte sie sich aus dem Weg. Sie stand auf und rannte um die Felsformation. Da sah sie schon die Lichtgestalten. Sie materialisierten sich und um die Königin herum kamen ihre dunklen Helfer.

Annet rannte noch ein Stück weiter um die Königin abzulenken. Sie sollte nicht gleich mit bekommen, das Annet Hilfe haben würde.

*

Kato sass neben Janis und grübelte. Ihre erste Überlegung war, das Eis abzuschlagen. Sie versuchte durch den Eisblock zu schauen. Und dabei  erkannte sie, dass er nicht nur eingeschlossen war von Eis, sondern aus Eis bestand. Sie würde ihn also dann zerschlagen.  Kato sank zusammen. Wie sollte sie ihn nur retten?

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #19

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Kapitel 16

Was bisher geschah:

Arlo hat Mary gefunden. Sie wird in einem Raum mit einem Boden aus zerbrochenen Spiegeln gefangen gehalten. Er muss einen Weg finden um sie da heraus zu holen. Janis kämpft immer noch mit der Königin und kommt an seine Grenzen.


Arlo war noch etwas im Raum weiter an der Wand entlang gerutscht. Schritt für Schritt hielt er nach irgendeinem Schimmer oder Ausweg ausschau. Er wusste irgendwo musste ein Weg sein. Verdammt, meine Augen werden langsam müde, von der Anstrengung. Ob ich noch mal hinausgehe um paar Minuten Pause zu haben? Ob ich sie kurz alleine lassen kann? Vielleicht finde ich aussen einen Hinweis auf eine Lösung.

„Mary. Hör zu, ich muss kurz noch mal raus. Ich kann hier nicht denken und  brauch eine kleine Pause. Schaffst du das? Wartest du auf mich? Ich komme wieder. Ich werde dich retten. Aber ich brauche irgendwie Hilfe.“

Sie schaute ihn mit rehgrossen Augen an. Sie schluchzte Trocken und dachte kurz nach. „Ja – ich schaffe das. Ich vertraue dir und weiss, du kommst wieder. Geh und finde eine Lösung für das hier.“

Arlo rutschte an der Wand entlang zum Ausgang. Als er den Raum verliess musste er sich erst mal in die Ecke setzen. Er wollte nicht verzweifeln, aber es war verdammt schwierig hier noch positiv zu bleiben. Nein – ich finde was. Ich muss erst mal nach oben. Vielleicht finde ich was, oder ich bekomme einen Geistesblitz.

*

Die Königin sammelte ihre Magie und warf einen Feuerball in Janis Richtung. Wieder hob er den Schild, der ziemlich heiss durch das Feuer wurde. Seine Hand trug Verbrennungen davon. Mit zusammen gebissenen Zähnen hielt er stand. Wieder stürmte er vor um sein Schwert in die Königin zu stossen. Er sah, dass er nicht von vorne kommen konnte, er drehte sich und versuchte durch eine Rolle hinter sie zu kommen. Eine kleine Fee flatterte zur Ablenkung um die Königin herum. Dies nutze Janis um ihr einen weiteren Schwerthieb zu versetzen. Er traf ihren rechten Arm. Die Wunde war tief und blutete stark. Aber sie zuckte noch nicht mal.  Janis lies das Schwert sinken und stolperte geschwächt rückwärts. Er würde es nicht schaffen, sie zu besiegen. Aber er musste sie wenigstens schwächen. Nur schienen die Verletzungen ihr nicht s auszumachen.

Wieder sammelte sie ihre Kräfte und als Janis zurück taumelte liess er den Schild unten. Er war nicht schnell genug um ihn hoch zu ziehen und wurde von einem Eiszauber getroffen. Sofort wurde er zu Eis. Kato sah das und schrie auf. Schnell wollte sie zu ihm, aber sie war tief in die Kämpfe eingebunden. Sie musste sich erst frei kämpfen. Sie wurde unaufmerksam und wurde fast von einem Schwert eines Skelettes getroffen, als ein Hund kam und den Schwertarm zermalmte. Kato bedankte sich und kämpfte weiter.

Annet sah, dass ihre Zeit gekommen war. Jetzt ging es um den Krieg der Hexen. Sie seufzte tief und schüttelte die Angst ab. Sie hatten schon einmal gekämpft. Lange war es her und Annet hatte verloren. Damals war sie in die Menschenwelt geflüchtet um ihre Aufgabe bei Abraham zu suchen. Sie liebte diese Familie und würde bis zu Letzt für sie kämpfen. Abraham stand unten und kämpfte. Ein stattlicher Mann, der Selbstvertrauen und Mut ausstrahlte. Sie sass auf ihrem Pferd und führte es um das Schlachtfeld herum auf die Gegenseite hin. Abraham sah sie und versuchte zu ihr zu gelangen. Dafür musste er einen Angriff eines Gargoyles abwehren und einen Schatten vernichten. „Annet – Liebste. Was machst du? Bleib in Sicherheit.“ „Ach Abraham, wir wussten doch, dass es soweit kommen würde. Der Kampf zwischen mir und ihr steht noch offen. Es wird Zeit, dass ich dieses Mal gewinne, das unsere Familie endlich sicher ist.“

Abraham senkte den Kopf und nickte. Annet beugte sich hinunter und küsste ihn. Es fühlte sich an wie ein Abschied und sie verbarg schnell ihre Tränen und ritt weiter. Sie merkte, wie er ihr hinter her sah, aber sie zwang sich, sich nicht umzudrehen. Sonst würde sie vielleicht schwach werden, und das  dürfte sie nicht zulassen.

Fortsetzung folgt

 

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #18

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Kapitel 15

Was bisher geschah:

Arlo hat den Turm betreten können. Jetzt muss er nur noch Mary finden. Janis hat sich bis zur Bösen Königin vorgekämpft. Er fordert sie heraus.


Arlo ging die Stufen hinab. Es war dunkel und er musste sich an der Wand entlang tasten um nicht abzustürzen. Sie schien endlos abwärts zu gehen. Endlich war er unten angekommen. Es gab mehrere Türen. Wie sollte er die Richtige herausfinden. Er hatte nicht die Zeit alle zu testen.

Stell dich in die Mitte des Flures und lass dein Herz dich leiten

Er tat wie gehört. Seine Augen schlossen sich und sein Atem beruhigte sich. Da hörte er etwas. Es klang wie ein klopfen. Ein sanftes Klopfen. Wie ein Herzschlag. Es war das Herz von Mary und das Geräusch kam von der Tür, die am weitesten entfernt lag.

Schnell rannte er auf die Tür zu. Sie war verschlossen. Warum war sie verschlossen? Damit hatte er nicht gerechnet. Er legte die Hand auf die Klinke und versuchte Energie hinein zu leiten. So etwas hatte er mal gehört. Diese Energie konnte wohl Wunder bewirken und da hörte er es. Die Tür klickte. Sie schwang auf.

Sein Fuss wollte gerade die Schwelle übertreten, als er sah, was er auch schon in der Vision gesehen hatte. Mary stand in der Mitte des Raumes. Der Boden bestand aus zerbrochenen Spiegeln. Er trat vorsichtig an der Wand entlang in den Raum. „Mary? Bist du okay? Ich bin da um dich nach Hause zu holen. Kannst du mich hören und verstehen. Ich bin es Arlo. Wir haben uns in einem Traum getroffen.“

Sie sah so unendlich traurig aus. Sein Herz wurde schwer. Er fing an zu zweifeln. Aber seine Liebe war stark. Sie würden das schaffen. Sie mussten es einfach schaffen. Es stand zuviel auf dem Spiel. Das Land und ihre Zukunft. Das wollte er nicht aufgeben.

„Arlo? Du hast mich gefunden. Aber wie soll ich zu dir kommen. Die Spiegel werden mich nicht tragen. Sie sind zerbrochen. Die Königin sagte mir, wenn ich versuchte sie zu betreten, würden sie einbrechen und ich würde in den Abgrund stürzen.“ Schluchzte sie.

„Wir werden eine Lösung finden. Lass mich überlegen und mir das Ganze in Ruhe betrachten. Wir haben Zeit.“

Arlo drückte sich an der Wand entlang. Da war der Weg stabil. Er wollte sich den Raum von der anderen Seite betrachten. Nun stand er gegenüber der  Tür. Er betrachtete den Raum, versuchte auf dem Boden heile Stellen zu finden.  Langsam ging er in die Hocke um sich einen anderen Winkel vorzunehmen. Es gab vereinzelte Stellen, die waren nicht gesplittert, aber er traute ihnen nicht. Wenn er diese Stellen testete um zu ihr zu gelangen, könnte der Boden weiter splittern und sie beide würden abstürzen.

Sein Blick ging nach oben. Die Balken der Decke waren zu Hoch. Er hatte auch keinen Enterhaken dabei. Ein böser Fehler, der hätte vielleicht helfen können. Aber er bezweifelte, dass er so hoch werfen könnte.

Mary fing an zu zittern. „Wir werden es nie schaffen, oder?“ „Doch, doch. Er gibt eine Prophezeiung und wofür ist die den dann gut, wenn ich es nicht schaffe dich zu befreien. Irgendwo ist eine Lösung. Eine Täuschung. Ich werde sie finden. Solange musst du noch tapfer sein.“

„Solange du bei mir bist, schaffe ich das. Ich will nie wieder alleine sein. Eher betrete ich den zersplitterten Boden. Ich bin schon so lange hier. Ich weiss nicht mehr wie es vorher war. In  meinen Träumen sehe ich sie manchmal, meine Familie. Ich war Glücklich damals. Ich will das wieder haben. Oder gar nichts mehr.“

„Rede nicht so. Das erlaube ich nicht. Ich bin nicht hier um zu versagen. Ich habe geträumt dich in den Armen zu halten, das will ich jetzt auch spüren. Hörst du. Nur nicht verzagen. Liebste.“

Glitzernde Tränen liefen ihr die Wangen herunter, aber sie lächelte vertrauensvoll.

*

Während er weiter den Raum absuchte gingen die Kämpfe ausserhalb weiter.

Janis zog sein Schwert und hob den Schild zum Schutz an. Die Königin war vom Pferd abgestiegen. Jede ihrer Bewegungen schienen fliessend zu sein. Wie Rauch wirkte es wenn sie sich bewegte.

Sie drehte sich zu ihm und hob ebenfalls ihr Schwert.

Sie traten auf einander zu. Janis schlug als erstes zu. Sie parierte den Schlag. Janis wich dem Konter geschickt aus. So leicht würde er nicht zu besiegen sein. Er hatte genug Erfahrung gesammelt. So lange sie ihre Magie nicht anwenden würde.

Der nächste Schlag erfolgte von ihr. Sie zielte auf seine Schulter. Janis hob den Schild und der Schlag erschütterte ihn. Es lag unheimliche Kraft in ihm. Janis schlitterte etwas zurück. Und führte einen Vorstoss aus. Er versuchte ihre Mitte zu treffen, aber sie wich geschickt aus in dem sie einige Schritte zurück trat. So ging das weiter. Sie waren ebenbürtig. Jeder Schlag wurde gekonnt pariert und keiner wurde verletzt.

Janis spürte allerdings langsam eine Ermüdung in seinem Schwertarm. Er musste langsam mal einen Treffer landen. Den Schild hatte er bisher kaum gezogen, da er die Magie nicht abnutzen wollte. Er wusste, er würde den Schutz noch brauchen. Sie tanzten noch etwas miteinander, als Janis endlich eine Lücke fand und zustach. Er traf sie an der Seite. Das Schwert drang tief ein und als er es herauszog, kam ein Schwall Blut mit ihm. Die Königin schrie auf. Aber weniger vor Schmerz als vor Wut. „Gut mein Liebster. Jetzt sind die Spielereien vorbei. Jetzt wird es ernst. Sei gefasst.“ Und sie schleuderte ihm ihre Magie entgegen. Janis war schnell und zog den Schild zum Schutz hoch. Sie fluchte, als sie bemerkte, dass der Schild einen magischen Schutzschild hatte. Sie blickte zu dem Hügel auf dem Annet stand. „ANNET. Wir werden uns noch näher kommen heute. Liebste Schwester.“

Annet schauderte. Der Kampf der schon lange offen stand – heute würde er ausgetragen. Aber erst musste sich Janis Schicksal erfüllen. Nur so würde er leben können.

Fortsetzung folgt