Allgemein, Horror, writing friday, Zombies

#Writing Friday – Der brennende Regen 3 von 3

So der finale Teil des letzten #Writing Fridays.

Teil 1 findet ihr HIER

Teil 2 findet ihr HIER

Was bisher geschah:

Nach der ersten Nacht gingen Bea und Emily zurück zu dem Platz an dem sie angegriffen wurden. Weitere Überlebende treten heraus. Sie schliessen sich einer Gruppe an. Als sie sich erneut verstecken wollten, gerät Emily in Gefahr.

Emily schrie auf. Sie robbte nach hinten, weg von der Kreatur. Aber es war vergeblich. Die Hand des Scheusals schloss sich um Emilys Knöchel. Sie zog dran und holte Emily damit näher zu sich. Bea blieb stehen. Unfähig weiter zu laufen sah sie diesem Schauspiel zu. Sie konnte es nicht fassen. Die Kreatur hob Emily etwas in die Höhe und versuchte in den Fuß des Mädchens zu beißen. Zum Glück waren die Schuhe noch im Weg. Emily schrie und trat nach dem Monster. Aber es war stärker. Ein weiterer Versuch in Emilys Bein zu beißen schien erfolgreich zu werden.

Aus dem Augenwinkel sah Bea einen Schatten heran stürmen. Ein tiefes Knurren erklang. Ohne lange zu warten schoss ein Wesen aus dem Schatten und stürzte sich auf das Monster, das gerade seine Zähne in Emilys Wade rammen wollte. Emily fiel. Der Körper wurde von dem angreifenden Wesen von Emily weggedrängt. Es sprang hoch und verbiss sich in dessen Kehle. Ein gurgeln erklang und die Kreatur fiel zu Boden.

Emily rappelte sich auf und rannte in die Richtung in der Bea und Ben angewurzelt standen. Dann blieb sie stehen und drehte sich um. Ganz ruhig betrachtete sie die grausame Szene. Sie wartete. Das Wesen löste sich von dem Monster und drehte sich zu ihnen um. Es war blutverschmiert und Schmutz verkrustet. Emily ging in die Knie. Bea hielt den Atem an.

Das Tier trabte auf sie zu. Legte seinen Kopf auf ihre Schulter und Emily drückte seinen Hals. „Emil.“ Emil. Ja natürlich. Welches Tier hätte sich sonst so aufgeopfert, wenn nicht der geliebte Hund. Bea und Ben rannten zu Emily. Sie schnappten das Mädchen und der Hund folgte ihnen. Sie mussten von der Straße runter.

Schnell rannten sie in die Richtung in der die Wohnung lag, in der sie den Tag davor Schutz gefunden hatten. Hinter ihnen konnten sie Dora und noch einige andere sehen, die sich ihnen anschlossen. Allerdings konnte sie auch sehen, dass noch mehr der Monster auferstanden waren. Und wie Ben schon befürchtet hatte, auch diejenigen, die den Tag davor ihr Leben verloren hatten. Die Menschen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten wurden gnadenlos von den Kreaturen angegriffen und getötet. Es war furchtbar.

Als sie an dem Haus ankamen hatten sich auch an ihre Fersen schon einige der Monster gehängt. „Schneller, schneller.“ Rief Ben. Ein älterer Mann, der nicht schnell genug rennen konnte, blieb zurück und wurde eingeholt. Ein Schrei und Bea wäre fast in Dora hinein gerannt, die plötzlich stehen blieb um dem Mann zu helfen. Bea schnappte sich ihren Arm und zog sie weiter. „Das geht nicht. Er ist verloren. Lauf, lauf.“ Da war die rettende Tür. Bea stieß sie auf und hoffte, dass es dahinter immer noch leer war. Sie winkte den anderen sich zu beeilen. Als der letzte eintrat schmiss sie die Tür zu und verriegelte sie.

Sie schaute zur Gruppe. „Das wird erst mal halten. Wir gehen in den zweiten Stock. Am Ende des Gangs ist eine Wohnung, die dürfte sicher sein.“ Sie bewegten sich nach oben. In der Wohnung suchte sich jeder einen Platz und verhielt sich ruhig.

„Emily, was meinst du, gehen wir ins Bad und waschen Emil, so dass er wieder hübsch ist?“ Sie nickte heftig.

Es war beruhigend den Hund zu waschen. Während sie ihn einseiften machte sich Bea Gedanken, wie sie weiter verfahren sollten. Sie mussten auf jeden Fall raus aus der Stadt. Sobald der Morgen dämmerte würden sie sich sammeln und die Autos besteigen.

Ben saß in der Küche. Bea setzte sich zu ihm. Er hatte Kaffee gekocht. Sie genoss den bitteren Geschmack. „Morgen sobald es hell wird brechen wir auf. Wir brauchen einen sicheren Ort. Er muss zu verteidigen sein.“ Bea überlegte. Was wäre einfach zu verteidigen aber auch zu bewirtschaften? „Wie sieht es mit Vorräten aus?“ „Bevor wir angegriffen wurden, haben die Leute gut gesammelt. Wenn wir rationieren, dann kommen wir paar Überlebende zurecht. Das Problem dann werden wir später lösen. Uns muss klar werden, dass sich mit dem gestrigen Vorfall unser gesamtes Leben geändert hat.“ Bea nickte. Ja, das Leben, das sie kannten und schätzten war vorbei. „Ich weiß was. Eine Burg. Oder ein Schloss. Die haben hohe Mauern und ein Tor. Oder ein Kloster. Die haben sogar schon Gärten angelegt.“ „Ein Kloster. Das klingt gut. Lass uns mal sehen wo eines in der Nähe ist.“ Sie zückten ihre Handys und suchten in der Umgebung nach erhaltenen Klöstern. „Da. Ein Kloster. Perfekt. Das ist eine sehr gute Idee, Bea.“ Sie lächelte. Ein Silberstreif am Horizont. „Lass uns bisschen schlafen. Ich denke hier sind wir sicher genug, dass wir keine Wachen brauchen.“

Emily hatte sich an den noch feuchten Emil gekuschelt und drückte ihn fest. Sie würde ihn bestimmt so schnell nicht mehr los lassen. Ein Klosterleben. Man musste nehmen was kommt.

Als das erste Licht durch die Scheiben leuchtete, waren sie schon fleißig am Auto packen. Es waren noch vierzehn Überlebende jeden Alters dabei. Sie fuhren in drei Autos. Oft mussten sie Leichen ausweichen. Langsam fuhren sie weiter. Bloß keinen Unfall bauen. Sie wussten nicht, ob das mit den Angriffen wirklich abhängig von der Tageszeit war. Nichts riskieren. Bea schaute hinaus. Die Welt zog wie in Zeitlupe an ihr vorbei. Was würde sie erwarten? Eine ungewisse Zukunft erwartete sie. Aber sie sah es positiv. Sie hatten überlebt.

Sie erreichten das Kloster. Die Tore standen offen. Das war kein gutes Zeichen. Langsam fuhren sie in den Klosterhof. Das schlimmste war eingetroffen. Es lagen viele Mönche vor ihnen auf dem Boden. Überall Blut. „Was machen wir jetzt?“ Fragte Bea. Ben war im ersten Moment sprachlos. „Wir müssen die Leichen hinausbringen. Schnell. Wir teilen uns auf. Die einen schaffen die Leichen hinaus und die anderen schauen sich um, ob es noch mehr gibt. Wir müssen uns beeilen.“

Sie erläuterten den Plan mit den anderen und gingen schnell zu Werke. Die Männer schafften die Leichen hinaus. Sicherheitshalber schlug Dora vor, dass sie verbrannt würden. Sie wussten ja aus der Stadt, dass sie wieder auferstehen würden. Währenddessen suchten die Frauen das übrige Gelände ab. Aber es schien keiner mehr am Leben zu sein. Im hinteren Teil fanden sie noch einige Leichen. Mit ihnen wurden ebenso wie mit den anderen verfahren.

„Schnell schließt die Tore. Es dämmert. Wir sollten uns einen Raum suchen, den wir abschließen können, für den Fall dass wir jemanden übersehen haben.“

Sie trafen sich in der Klosterküche. Dort gab es sogar noch viele Lebensmittel. Die Frauen bereiteten kleine Häppchen vor. Dann war Warten angesagt. Es war still. Keinerlei Laute drangen zu ihnen. Das Kloster lag abseits genug von der nächsten Stadt. Und das Klostergelände hatten sie wohl sorgfältig gereinigt. Die Spannung fiel von der Gruppe ab.

Die nächsten Tage und Wochen waren sie damit beschäftig die Mauern und Tore zu verstärken und sicherer zu machen. Die Frauen kümmerten sich um die inneren Räume und Gärten. Die Männer um die Verteidigung. Die Kinder halfen überall fleißig und Stolz mit.

Sie hatten weniger Angst vor den Monstern zu denen die getöteten geworden waren, als vor den Monstern die überlebt hatten. Das soziale Gefüge, das die Gesellschaft gebändigt hatte, gab es nicht mehr. Es war nur eine Frage der Zeit in der plündernde Gruppen zu ihnen stoßen würden. Sie wussten nicht was mit den Untoten geschehen würde. Würden sie irgendwann verhungern und sterben, oder würden sie in eine Art Koma fallen? Das würde sich zeigen. Aber die Lebenden, die waren immer unberechenbar.

Bea und Ben standen auf der Mauer und beobachteten die Gegend. „Das wird unser neues Leben werden. Bist du bereit?“ fragte Ben. Sie nahm seine Hand und drückte sie. „Ja, das bin ich.“ Ein neues gefährliches Leben würde sie erwarten. Aber sie würden es willkommen heißen.

ENDE

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#Writing Friday – Der brennende Regen 2 von 3

Da ich mich ja beim letzten #Writing Friday nicht kurz halten konnte – das ist ein Thema, bei dem schweife ich leider immer wieder gerne aus. Also hier kommt die Fortsetzung. Teil 1 könnt ihr HIER noch mal lesen.

Was bisher geschah.

Bea wird von einem ätzenden Regen überrascht. Die Menschen auf der Strasse suchen Unterschlupf. Bei ihrer Flucht trifft sie auf ein kleines Mädchen mit ihrem Hund. Emily und Emil. Als sie auf der Suche nach ihrer Mutter sind kommt es zu einem Angriff. Die beiden fliehen erneut. Dabei werden sie von dem Hund getrennt.

Wenige Minuten, oder waren es doch Stunden? Bea hatte jegliches Zeitgefühl verloren, wachte sie auf. Etwas hatte sie geweckt. War es das Geräusch, das diese mutierten Menschen verursachten? Nein. Es war die Stille, die sie geweckt hatte. Das Fehlen jeglichen Geräusches in der Stadt war extrem unheimlich. Sie ging leise zum Fenster und schob vorsichtig die Vorhänge beiseite. So leise wie möglich, öffnete sie das Fenster und lehnte sich hinaus. Nichts. Im Dämmerlicht des Morgens war die Straße leer gefegt. Emily schlief noch. Sollte sie die Kleine wecken? Ja, es wäre besser, sie würden zusammen die Lage abklären.

Sanft rüttelte sie Emily wach. „Emily? Komm Süße, aufwachen. Wir müssen mal gucken was da draußen los ist.“ Emily sprang auf wie ein Kastenteufel. „Ja und wir müssen Emil suchen.“ Das Leuchten in den Augen des Mädchens versetzte Bea einen Stich. Hoffentlich fanden sie nicht seine Leiche. Sie streichelte ihr über den Kopf und schickte sie ins Bad. Zwischenzeitlich packte Bea einige Vorräte ein. Im Bad suchte sie nach Erste Hilfe Material. Sie stopfte alles in einen gefundenen Rucksack und Schulterte ihn auf. Dann nickte sie Emily zu. „Auf geht es.“

Sie gingen die Treppe hinab. Vorsichtig. Vielleicht hätte sich etwas im Flur versteckt. Aber es war leer. Vor der Tür stehend, atmete Bea tief ein. Mit einem Ruck zog sie die Tür auf. Sie gingen hinaus. Immer noch waren keine typischen Geräusche zu vernehmen. Selbst die Vögel, die normal den neuen Tag begrüßten, waren still.

Sie gingen zurück zu dem Platz vor dem Gebäude, in dem Emilys Mutter arbeitete. Es war schlimmer als Bea jemals erwartet hätte. Sie drückte Emily an ihre Seite. Leider konnte sie ihr nicht ersparen die ganzen Leichen zu sehen. Sie hatte Angst sie irgendwo zurück zu lassen. Sie wollte vermeiden, dass sie irgendwie getrennt wurden. Die Tür, die der Mann vorher nicht öffnen wollte um die beiden einzulassen, war zerstört. Vorsichtig näherten sie sich um zu sehen, dass die Halle mit Leichen übersät war. „Mami?“ Oh nein. Bitte, lass nicht ihre Mutter dabei sein. Betete Bea still. Bitte nicht. Aber das Schicksal war nicht gnädig. Emily rannte zu einer Frau. Sie war tot. Zum Glück sah sie nicht so verstümmelt aus, wie die Körper die ihnen sonst so unter die Augen gekommen waren.

Leise weinte Emily. Ganz vorsichtig streichelte sie über die leblose Hand ihrer Mutter. Dann blickte sie zu Bea. „Mami. Sie ist tot.“ Bea hatte einen Kloss im Hals. „Ja Emily. Sie ist tot.“ Emily nickte, während ihr die Tränen leise über die Wangen liefen. Sie erhob sich und ging zurück zu Bea. Dann steckte sie ihre kleine Hand in die ihre. „Komm, lass und Emil suchen.“ Sie schniefte noch etwas und wischte sich verärgert die Tränen von der Wange. Ein tapferes Mädchen, dachte Bea.

Von den Kreaturen war nichts zu sehen. Bea bezweifelte, dass sie alle gestorben waren. Sie vermutete, dass sie sich tagsüber versteckt hielten. Das war gut. Sie mussten also immer des Nachts eine sichere Unterkunft finden. Das sollte doch zu schaffen sein. Der Tag brach endgültig durch. Rechts und links erschienen weitere Überlebende. Alle sahen so geschockt aus, wie Bea sich fühlte. Eine kleine Gruppe stand in der Nähe. Eine ältere Frau winkte ihnen zu. „Kommt ihr beiden.“ Bea zögerte nicht. In einer Gruppe war man immer stärker. „Hallo ihr zwei. Kommt hier seid ihr erst mal sicher.“ „Hallo, wir sind Bea und Emily. Schön, dass es noch paar geschafft haben. Was sind das für Kreaturen?“ Ein junger Mann meldete sich zu Wort. „Ich bin Ben. Soweit wir das beobachten konnten ist dieser ätzende Regen verantwortlich. Die, die keinen Schutz finden konnten sind:“ Er machte Gänsefüßchen.“ „Gestorben“. Aber irgendwie nicht richtig. Sagen wir mal ich vermute, dass die Instinkte erhalten blieben, aber das menschliche ist gestorben. So ein bisschen wie Zombies. Wir wissen ja auch nicht, ob die von ihnen getötete vielleicht auch wieder aufstehen. Auf jeden Fall verstecken sie sich bei Tageslicht. Da dieser Regen nicht natürlich ist, kann man vielleicht von einer Biowaffe ausgehen.“ Bea nickte. So etwas hatte sie ja selbst schon vermutet. „was machen wir jetzt?“ Wir müssen aus der Stadt raus. Es gibt zu viel hier. Aber wir können nur Tagsüber gehen. Also müssen wir immer irgendwie in Nähe eines Unterschlupfes sein.“ „Was ist mit Autos?“ „Ja.“ Ben drehte sich zur Gruppe um. „Ist irgendwer mit seinem Auto heute hier?“ Die Gruppe umfasste etwa zwanzig Leute. Aber sie konnte am Rande erkennen, dass immer mehr Menschen sich anschlossen. Überall traten überlebende Heraus und suchten Sicherheit. Aber wie Groß durfte eine Gruppe werden um noch sicher zu sein, fragte sich Bea. Emily stand am Rand und ließ ihren Blick in alle Richtungen schweifen. Aber Emil war nirgends zu sehen. Sie ließ ihre Schultern hängen.

„Wie viel Autos können wir nutzen?“ Fragte Bea Ben. „Soweit ich das sehe, sind etwa fünf Leute mit Autos da. Das ist ziemlich gut. Da können wir schon etwa fünfundzwanzig Leute unterbringen. Aber wir müssen uns aufteilen. Zu große Gruppen sind unübersichtlich.“ Ben wandte sich den Leuten zu. „Hört zu. Wir müssen uns aufteilen. Ich denke Gruppen zu zehn Leuten ist zu bewältigen. Wir müssen aus der Stadt raus bevor es dunkel wird.“

Aufgeregtes Gemurmel erhob sich. Ein etwas älterer Mann erhob sich. „Aber wie entscheiden wir das?“ „Na das wird doch zu machen sein. Hier wird nicht gewählt. Von mir aus stellt euch in eine Reihe und zählt zehn ab. Es geht doch auch nur darum hier sicher raus zu kommen. Später treffen wir uns und schauen wie es weiter gehen soll.“ Es schwoll ein lautes Raunen an. Keiner war so richtig zufrieden mit dieser Lösung. Bea konnte nicht nachvollziehen warum sich die Leute so schwer taten.

„Hört zu. Es wird Zeit. Wir müssen hier raus. Aber wir brauchen auch Vorräte. Also jammert nicht herum sondern fangt an produktiv zu werden. Geht in die Häuser und Büros, nehmt alles was verwertbar ist mit und wir treffen uns dann alle wieder hier, aber denkt daran, wir müssen Schutz haben wenn es dunkel wird. Ist das allen klar?“ rief Bea genervt in die Runde. Alle nickten und die Gruppe löste sich langsam auf.

Emily stand so verloren da und kämpfte mit den Tränen. Bea brach das Herz. Die Kleine hatte ihren Hund und ihre Mutter verloren und der Vater? Daran mochte sie nicht denken. „Komm Emily, lass uns bisschen shoppen gehen, ja?“ Emily zuckte mit den Schultern und die beiden gingen auf Beutezug.

Einige Stunden später sammelten sich die Leute nach und nach am Treffpunkt. Die Zeit war viel zu schnell vergangen. Es wurde schon wieder duster. Ängstlich blickte sich Bea nach Ben um. Dort stand er und unterhielt sich mit der älteren Dame, die sich als Dora vorgestellt hatte.

„…..es ist schon so spät geworden. Wir hätten schon längst unterwegs sein müssen.“ Stellte Ben fest. „Was bedeutet, das? Kommen wir heute nicht raus?“ „Ich bin mir nicht sicher. Einem Angriff werden die Autos nicht standhalten. Vielleicht sollten wir uns in einem Haus verbarrikadieren?“

In diesem Moment hörten sie die Geräusche. Sie waren zu spät dran und die Kreaturen zu früh. Entsetzt griff Bea nach Bens Arm. „Oh nein, sie kommen. Wir sind zu spät. Wir müssen weg. Kommt. Wir hatten gestern einen guten Unterschlupf. Ich hoffe, der ist noch sauber. Schnell, schnell.“ Sagte sie hektisch zu Ben und Dora. „Wo ist Emily? EMILY. EMILY wo bist du? Wo ist sie nur.“ Ben drehte sich um seine Achse. „Dort. DA hinten steht sie.“ Oh nein. Emily. Ganz in der Nähe konnte sie einen Schatten ausmachen. Eine der Kreaturen bewegte sich noch etwas steif auf das Mädchen zu. Aber Emily merkte nichts. Ben und Bea rannten los, aber sie waren zu weit weg. Diese Kreatur würde das Mädchen vor ihnen erreichen. „Emily. Emily lauf.“ Schrie Bea. Emily drehte sich langsam zu ihnen um. Ein Geräusch ließ sie zusammenzucken. Sie drehte ihren Kopf in dessen Richtung und sah die Kreatur auf sie zu kommen. Sie wich zurück, stolperte und konnte sich nicht auffangen. Sie fiel rücklings auf den Boden. Die Kreatur war nur noch eine Handbreit von dem Mädchen entfernt und streckte schon die Arme nach ihr aus. Bea wurden die Knie weich. Sie durfte Emily nicht verlieren. Sie war ihr Anker. Ben versuchte schneller zu rennen, aber immer noch waren sie zu weit weg. Sie würden es nicht schaffen.

Horror, writing friday, Zombies

#Writing Friday – Der brennende Regen 1 von 3

Es ist #Writing Friday Time.

Man merkt wenn ich mich in meinem Wohlfühlgenre bewege – ich finde kein Ende. Deswegen muss ich leider ankündigen: Es wird ein Mehrteiler. Entschuldigt. Aber ich hoffe ich kann es wenigstens spannend für euch machen.

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil…” beginnt

Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil vom Himmel gelber Regen fiel. Sie und alle anderen auf der Straße blickten nach oben. Bea hielt schützend ihre Hand über die Augen. Zum Glück, denn die Tropfen wurden stärker und schmerzhafter. Sie schaute sich nach einem Unterstand um, nur um fest zu stellen, dass alles in der Nähe schon besetzt war. Die Leute auf offener Straße schrien und rannten wie kopflose Hühner durch die Gegend. Sie behinderten sich selbst bei ihrer Flucht. Bea drückte sich an die Hauswand. Auf ihrer Haut erschienen kleine Blasen.

Dankbar, ihre große Handtasche dabei zu haben, hielt sie diese über ihren Kopf und rannte los. Sie brauchte Schutz. Ein kleines Mädchen mit einem Hund an der Leine stand am Straßenrand. Ganz alleine und die Menschen um sie herum rannten an ihr vorbei, ohne sie zu beachten. Bea überlegte einen Wimperschlag lang und rannte zu den beiden wehrlosen Geschöpfen. Sie schnappte sich die die Kleine mit ihrem Hund und rannte so schnell es mit ihnen möglich war.

Da war ein Fahrradständer – überdacht. Was ein Glück, dachte Bea. Schnell zog sie die beiden mit unter das Dach und versuchte ihren Atem unter Kontrolle zu bringen. Sie blickte zu dem Mädchen, das sich gekniet hatte und ihren Hund fest umarmte. Bea befürchtete schon, dass sie ihn erwürgen würde. Er leckte beruhigend über ihr Gesicht. Seine Nase hatte auch einige der giftigen Tropfen abbekommen. Aber er war tapfer und spendete seiner kleinen Freundin Trost.

„Hallo, ich bin Bea und wie heißt ihr zwei?“

Das Mädchen schaute sie mit riesigen Augen an. „Ich bin Emily und das ist Emil.“

„Emil und Emily – das ist ja schön. Wo kommt ihr zwei her. Wo ist deine Mutter?“ Ein tiefer Schluchzer löste sich und ließ Emily erschaudern. „Ich weiß es nicht. Ich sollte mit Emil warten, da er nicht mit in dieses Gebäude durfte, wo wir standen.“ Das Gebäude war von ihrem Platz aus nicht zu sehen. Bea überlegte. Aber sie hätte keine andere Entscheidung treffen können. „Wir werden deine Mutter finden. Aber erst mal muss der Regen aufhören.“ Aber der Regen wollte nicht aufhören. Bea verzweifelte. Die Schreie, aus der Richtung aus der sie kamen waren immer noch zu hören, wenn auch leiser. Es wurde dunkel. Emily zitterte. Bea zog ihren Pullover aus stülpte ihn über Emilys kleinen Körper. Sie mussten irgendwo nach drinnen kommen.

Geräusche. Was waren das für Geräusche? Der Hund knurrte. Emily hatte sich an ihn geschmiegt und schlief. Der Regen hatte endlich aufgehört. Es war gespenstisch Still – nur diese, ihr unbekannten Geräusche waren zu hören. „Bleib hier bei Emil und seid leise.“ Der Hund schaute mich an, als hätte er wirklich verstanden, wie wichtig es jetzt war ruhig zu sein. Er stellte sich vor seine Freundin und schwellte die Brust an. Wenn die Situation nicht so beängstigend gewesen wäre, wäre diese Geste total putzig gewesen.

Bea schlich den Weg zurück, den sie gekommen waren. Das Geräusch wurde lauter. Sie stand an der Ecke. Die Menschen, die sich vor dem giftigen Regen hatten schützen können, verließen ihn. Auf den Straßen lagen unendlich viel Körper. Der Regen hatte sie getötet. Bea schlug die Hand vor Entsetzen vor den Mund. Was war nur geschehen? Eine Biowaffe? Gab es Krieg? Die Straßenlaternen warfen einen unheimlichen Schatten auf die Leichen.

Was war das? Da, die Leichen lebten. Es waren doch keine toten Körper. Bea atmete auf. Was auch immer da vom Himmel herab geregnet war. Es war nicht giftig. Sie wollte sich gerade umdrehen um wieder zurück zu Emily zu gehen. Es wurde Zeit ihre Mutter zu finden. Aber Emily war ihr schon gefolgt. Sie hatte einfach zu viel Angst im Dunkeln alleine zu sein.

„Bea, können wir meine Mutter suchen?“ Bea erschrak.

„Hast du mich erschreckt.“ Sie sparte sich die Bemerkung, dass sie doch hätte warten sollen. Sie selbst hätte es wahrscheinlich auch nicht getan. „Ja, wir werden jetzt in das Gebäude gehen und nach deiner Mutter schauen.“ Emily lächelte sie dankend an und Emil wedelte mit seinem Schwanz und leckte ihre Beine ab.

Emily steckte ihre kleine Hand in Beas und blickte sie vertrauensvoll an. Dann zog sie sie in die Richtung des Gebäudes, in dem ihre Mutter arbeitete.

Da war es schon wieder das Geräusch. Mittlerweile hatten sich fast alle leblosen Körper erhoben. Sie bewegten sich sehr steif und ungelenk. Das war auch kein Wunder. Ihre Haut war mit Blasen überseht. Das musste furchtbar schmerzen. Dann hatten sie einige Stunden auf dem kalten Boden gelegen. Da wurde man schon steif. Trotzdem versuchte Bea einen großen Bogen um die meisten Körper zu machen. Sie war sich einfach nicht sicher – etwas störte sie. Das Geräusch.

„Schnell, lass uns versuchen hinein zu gehen. Ich finde es etwas zu kalt.“ Sie wollte Emily nicht unnötig ängstigen. Mit kleinen, schnellen Schritten bewegten sie sich zum Eingang vor. Sie schoben die Menschen, die dort Schutz gesucht hatten bei Seite um an die Tür zu kommen. Bea drückte dagegen, verschlossen. Mist, dachte sie. Sie klopfte mit der flachen Hand an die Scheibe. Ein Gesicht erschien. „Öffnen sie bitte. Die Kleine sucht ihre Mutter.“ „Das geht nicht. Anweisung von oben. Keiner darf rein, keiner raus.“ „Was?“ entgegnete Bea scharf. „Das kann nicht ihr ernst sein? Ich sagte, das kleine Mädchen sucht ihre Mutter. Also öffnen sie die Tür. Außerdem ist es echt kalt. Die Menschen hier könnten etwas Wärme vertragen.“ Sagte Bea und zeigte auf die Leute, die mit ihr an dem Eingang standen. Der Mann schüttelte nur den Kopf und ging weg. War das zu fassen. Er ging einfach weg.

Emil knurrte schon wieder. Bea´s Nackenhaare standen zu Berge. Etwas hatte sich verändert. Die Atmosphäre fühlte sich auf einmal geladen und bedrohlich an. Langsam drehte sie sich um. Die verätzten Körper standen und blickten suchend. Was suchten sie wohl? Ihre Freunde und Verwandten?

Kaum hatte Bea ihren Gedanken beendet, ging es los. Die ehemals leblosen Körper zuckten und ruckten eckig. Sie blickten die Schutzsuchenden an und rannten auf sie los. Bea schnappte sich Emily und den Hund und rannte. Sie verließ sich voll und ganz auf ihren Instinkt und der sagte ihr. LAUF!

Und sie lief. Ihre Tasche schlug schwer gegen ihre Hüfte. Die Leine des Hundes wurde stramm und wieder locker. Sie musste schnell einen Unterschlupf finden. Die beiden Kleinen würden das Tempo nicht durchhalten können.

Bea zog die beiden in eine dunkle Seitenstraße. Sie drückte sich an die Wand und ihr Atem ging Stoßweise. Sie schaute sich um. Zu dunkel um etwas zu erkennen. Das Handy – schnell wühlte Bea in ihrer Tasche und fischte nach ihrem Handy. Sie holte es aus dem Stand by Modus heraus und aktivierte die Taschenlampe. Vorsichtig blickte sie zurück. Keiner war ihnen gefolgt. Ein erleichterter Seufzer löste sich. Schnell leuchtete sie die Wände ab. Irgendwo musste es doch einen Eingang geben. Die drei gingen vorsichtig weiter. Bea versuchte die Geräusche, die erneuten Schreie, auszublenden. Dann erfasste der Lichtkegel endlich eine Tür. Sie ging schneller und zog Emily mit sich, die Emil ebenfalls hinter her zog. Dem Hund sträubte sich der Kamm. Bea hielt an und lauschte. Ein eigenartiges Kratzen erschall von den Wänden hinter ihnen. Schnell leuchtete sie und sie erblickte einige der sich erhobenen Menschen. Diese wiederum hielten ihre Nasen in die Luft, als würden sie versuchen sie zu wittern. Dann blickten sie ruckartig in ihre Richtung und sprinteten schreiend auf sie los.

Bea schnappte sich Emily. Emil riss sich von der Leine uns stürmte bellend auf die sich nähernde Gefahr los. Emily brüllte: „Emil, NEIN. Aus, hier her. Komm her. EMIL!“ Sie sträubte sich gegen Bea´s Griff und trat wie wild. Bea hatte Mühe Emily zu halten. Sie drückte gegen die Tür und atmete tief ein. Sie öffnete sich. Schnell trat sie ein und schubste Emily nach drinnen. Einen Spalt offen lassend, blickte sie hinaus.

Der Hund war nicht zu sehen, nur zu hören. Bellend und knurrend schien er sich in der Mitte zu befinden. Bea rief nach ihm, aber er kam nicht. Eine Figur aus der Gruppe hörte den Ruf allerdings. Sie drehte sich ruckartig zu dem Laut um und erblickte Bea. Schon stürmte sie los. Im letzten Moment zog Bea die Tür zu und schob den schweren Riegel davor. Dankbar, dass es ihn gab. Ein hämmern ließ die Tür beben. Sie drückte Emily hinter sich und ging ein Stück in den Flur hinein. „Emil?“ „Schätzchen, Emil weiß wie er überlebt. Er hat sich bestimmt in Sicherheit gebracht. Das war sehr tapfer von ihm dich zu retten. Er ist ein ganz toller Freund.“ Emily weinte leise und schlang ihre Arme um Bea´s Hals. Bea hob sie hoch und blickte die Treppe hinauf. Gegenüber war ebenfalls eine Tür. Sollten sie nach oben gehen, oder hinaus? Sie wusste es nicht.

Nein, hinaus war keine Option. Solange es dunkel war, war es einfach zu gefährlich. Sie stieg die Treppe hoch und blickte die Gänge entlang. Am Ende des zweiten Stockwerks stand eine Tür offen. Vorsichtig ging sie darauf zu. Sie setzte Emily ab um die Hände frei zu haben. Leise klopfte sie an. Keine Reaktion. „Hallo?“ Sie traten ein. Immer noch keine Reaktion. Die Wohnung schien leer zu sein. Schnell zog sie Emily hinein und verschloss die Tür. Sie durchsuchte die Wohnung. Der Besitzer war nicht da. Sie stürmte zu den Fenstern. Leise öffnete sie diese um auf die Straße zu sehen. Vereinzelt torkelten menschliche Körper über die Gassen. Hin und wieder blieb eine stehen und streckte die Nase in ihre Richtung. Bea zog sich schnell zurück und schloß die Vorhänge. Licht würde sie nicht anmachen. Sie setzte Emily, die immer noch weinte, auf die Couch und deckte sie mit der vorhandenen Decke zu. Dann ging sie in die Küche um diese zu inspizieren. Sie war gut gefüllt. Im Notfall könnten sie hier ein paar Tage ausharren.

Als sie zurück ins Zimmer kam, hatte sich Emily in die Ecke der Couch gequetscht und ihren Daumen in den Mund gesteckt. Es schien sie zu beruhigen, denn sie war eingeschlafen. Zärtlich blickte sie auf die Kleine. Der Verlust des Hundes wog schwer auf ihrer Seele. Sie wusste, dass er der Anker der Kleinen war. Sie betete, dass er es geschafft hatte und sie vielleicht finden würde. Hunde konnten so was.

Nach einigen Minuten bemerkte sie, dass auch sie eine bleierne Schwere übermannte. Der abfallende Adrenalinspiegel katapultierte sie in eine Lethargie. Ihre Augen wurden schwer. Sie legte sich ebenfalls auf die Couch und schlief sofort ein.

FORTSETZUNG folgt