Drama, Erlebnis

Mach was…mit Drachen, die man steigen lassen kann

Denkt dran – bis zum 29.10 gibt es ein Anthologiebüchlein bei Amazon, bei dem einige Blogger aus WordPress mitgeschrieben haben – ich auch ;-) – Hier könnt ihr es runterladen.

 

So – jetzt aber zur Mitmachaktion – eine kleine süsse Herbstgeschichte.

Die Blätter fallen, der Herbst ist da. Und wenn es windig ist, sieht man immer mal wieder Leute, die einen Drachen steigen lassen. Ich selbst kann mich nicht mehr erinnern, wie das so war – ich glaub ich war nicht wirklich geschickt darin.

Es ist wieder Zeit für das kreative Blogprojekt von Herba und die Pö

Diesen Monat ist das Thema

Mach was…mit Drachen, die man steigen lassen kann

Ich hab eine kleine Geschichte geschrieben.


Es war einmal ein kleiner Drache. Er war schon etwas älter. Da er nicht so schön bunt wie seine Kameraden war, wurde er auch gerne übersehen. Keiner wollte mehr als einen Blick auf ihn verschwenden. Er wurde lächelnd erschaffen. Und obwohl ihm sein kleines Drachenherz so schwer war, lächelte er immer. War er denn wirklich so hässlich, dass ihn nicht ein einziges Kind wollte?

Im Laufe der Jahre staubte er furchtbar ein. Der Staub legte sich auf seine Schnüre, die im Wind eigentlich lustig flattern sollten. Sie hingen schlaff herab. Sein Schwanz war schon verschlissen. So würde er eh nicht abheben können.

Dann, eines Tages, kam ein Mann in den Laden. Er sah sehr traurig aus. Wühlte in seiner Tasche und zählte sein Geld. Langsam ging er durch den Laden und blickte die hübschen Drachen an. Er griff nach jedem einzelnen und schüttelte immer wieder den Kopf.

„Kann ich ihnen helfen?“ Fragte ihn der Ladenbesitzer.

Der Mann blickte ihn schüchtern an.

„Ja, gerne. Ich suche ein Geschenk für meinen Sohn. Wir hatten eine schwere Zeit und ich würde ihn gerne mal wieder lachen sehen. Aber ich habe nicht viel Geld und ihre Drachen sind zwar wunderhübsch – aber leider zu teuer für mich.“

Der Ladenbesitzer nickte verständnisvoll mit dem Kopf. „Warten sie mal. Vielleicht habe ich da was für sie.“ Er verschwand hinter dem Vorhang, den der Laden von dem vorderen Bereich abtrennte.

Der Mann hörte wie Kisten hin und her geschoben wurden. Ein leises ächzen drang an sein Ohr. Er wurde etwas unruhig. Es war ihm unangenehm, dem Ladenbesitzer so viel Mühe zu machen.

Etwas verstaubt trat dieser wieder in den Laden. In der Hand hielt er den traurigen kleinen Drachen, der so verstaubt und mitgenommen aussah. Der Mann sah den kleinen Drachen an. Erst war er skeptisch. Dieser Drachen war wirklich schon sehr mitgenommen. Aber dieses lächelnde Gesicht wirkte so sympathisch. „Ja, den nehme ich. Ich werde ihn bisschen herrichten, dann sieht er aus wie neu. Was bekommen sie dafür?“

„Nichts – wenn ich einen traurigen Jungen damit glücklich machen kann, ist mir das Lohn genug.“ „Ich kann ihnen gar nicht genug danken.“ „Warten sie.“ Sagte der Ladenbesitzer. „Sie können mir doch etwas geben. Kommen sie mit ihrem Sohn am ersten Tag, an dem sie den Drachen steigen lassen wollen vorbei, und nehmen sie mich mit. Es gibt nichts Schöneres für die Ohren eines alten Mannes, als ein Kind Lachen zu hören.“

Sie gaben sich die Hand und der Mann ging glücklich hinaus. Es dauerte noch einige Tage, bis er Zeit hatte, den Drachen zu richten. An einem Abend, als sein Sohn schon schlief, schlich er in die Garage und nahm den Drachen zur Hand. Erst mal wusch er ihn ganz sanft. Der Drachen genoss die Berührung. Er erwachte aus seiner Lethargie und nahm war, dass er nicht mehr in dem staubigen Lager lag. Jemand hatte ihn mitgenommen. Jemand wollte ihn steigen lassen. Er richtete sich auf und schüttelte sich. Der Mann blickte etwas erstaunt und ließ ihn los. Der Drache blieb stehen. Er blinzelte, und wackelte mit seinen Seitenbuscheln. „Was bist du?“ Fragte der Mann. „Ich bin einfach nur glücklich. Weißt du, glücklich sein ist ein bisschen wie Magie. Ich freue mich, dass ich bald die Luft auf meinem Körper spüren werde. Also mach schnell. Mach mich hübsch, dass wir hinaus können.“ Der Mann lachte erstaunt und tat wie gewünscht.

Am nächsten Morgen frühstückte er gemütlich mit seinem Sohn. Zog ihm seine dicke Jacke an, da der Herbstwind stark blies. Dann ging er mit ihm in die Garage und zeigte ihm den Drachen. Er hatte die Schnüre erneuert und ihm ein bisschen Farbe gegönnt. Die Bänder wurden ersetzt. Ein strahlen ging von dem Drachen aus, dem sich der Junge nicht entziehen konnte. Er hüpfte aufgeregt um seinen Vater rum und drückte ihn. Dann setzten sie sich ins Auto und fuhren zu dem Laden. In dieser Zeit hatte der Junge den Drachen auf seinen Schoss. Er streichelte ihn und drückte ihn ganz vorsichtig. Der Drache schmiegte sich an den Jungen und wusste – hier war er richtig. Dafür hatte es sich gelohnt solange missachtet zu werden.

Als er endlich, das erste Mal in seinem Leben, den Wind spürte, war der Drachen glücklich. Das war ein Leben, das eines Drachen würdig war. Er zog an der Schnur und wäre gerne weiter geflogen – aber er wusste, dass er damit einen Jungen traurig machen würde – und das war nicht sein Ziel. Er wollte glücklich sein und Glück verbreiten.

Jedes Mal wenn es windig war ging der Junge mit dem Drachen auf das Feld, um ihn steigen zu lassen. Und dies behielt er auch mit seinen eigenen Kindern aufrecht. Der Drache, von der Magie des Glückes beschenkt, brachte den Kindern so viel Freude. Niemals wieder würde er einstauben.

ENDE

WG

#Writing Friday – Minervas Besen

 

Heute am Writing Friday hab ich mir mal den Besen vorgenommen:

  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.

Manche kennen meine WG – hier ein kleines Spin-off.


Hallo,

mein Name ist Funkelflieger, oder auch FF. Hahaha, jetzt wisst ihr wo die Bezeichnung „aus dem FF“ her kommt. Ja – ich habe sie vor langer Zeit geprägt. Als ich noch ein junger Feger war, konnte ich so einige Kunststückchen vorführen und war immer einer der Besten. Alles viel mir leicht und nichts konnte mich stoppen. Aber irgendwann kommt für jeden Feger der Tag, an dem er einer Hexe, oder einem Hexer zugeordnet wird. Und dann werden einen die Borsten gestutzt. Wir sollen ja unserem Reiter oder Reiterin ein gutes Transportmittel sein. Pft. Wenn ich das schon höre, Transportmittel. Wir sind Hexenbesen und kein Transportmittel.

Nun – ich wurde einer jungen Hexe zugeordnet. Manche kennen sie vielleicht. Minerva. Sie lebt mit einigen anderen Fabelwesen in einer WG. Letztes Jahr haben sie einen neue Hüterin bekommen – Lissi. Sie ist witzig und nett. Aber kommen wir zurück zu Minerva und dadurch auch zu mir: Ich dachte mein Leben wäre vorbei, aber Minerva war eine ganz wilde. Man sagte, sie wäre eine dunkle Hexe – aber sagt das bloß nicht in ihrer Gegenwart. Man munkelt es hinter ihrem Rücken. Das ist wohl eine Zeit, an die sie nicht gerne erinnert wird. Aber egal – es geht ja um mich. Wir flogen quer über den Erdball. Nahmen an Wettbewerben teil und verliebten uns. Also sie. Ich hatte immer nur Spaß mit den Besen, der geraden angesagten Hexen-Lover. Als wir eine Zeitlang in Frankreich lebten, wurde es kritisch. In Frankreich leben die verrücktesten Hexen und die bösesten.

Irgendwas ist dort gehörig schief gegangen. Minerva hat es mir nie erzählt. Aber es hatte schwerwiegende Konsequenzen. Ich sage ja, ich weiß nicht was es war – aber der Hexenrat hat eine schwere Strafe ausgesprochen. Minerva wurde verurteilt. Sie hat ihre Hexenkraft für hundert Jahre verloren und wurde davon auch noch dreißig Jahre eingesperrt. Also ihr versteht – es war was ganz schlimmes. Und was war mit mir in der Zeit? Ich hatte ja nichts verbrochen und doch wurde ich mit bestraft. Wie heißt das bei den Menschen? Äh – Mittäterschaft, oder so was. Ich hab nichts gemacht – ja und das wurde mir zum Verhängnis. Ich würde ja meine Hexe kennen und hätte immer präsent sein sollen, blablabla. Nun ich wurde für diese Zeit, in der Minerva verurteilt war – weggesperrt. Hundert Jahre war ich in einem Besenschrank. Einem Besenschrank – eingesperrt mit Verbrechern. Ihr glaubt nicht, dass es unter uns Hexenbesen Verbrecher gibt? OH JA und ob. Das sind dann die, die ihre Reiter abwerfen. Durch Fensterscheiben fliegen, oder gar ihre Reiter betrunken fliegen lassen. Menschen verhauen und all so Dinge. Ja, also ich wurde wirklich hart bestraft.

Aber nach hundert Jahren, da wurde endlich der muffige Schrank geöffnet und vor ihm stand sie. Minerva. Sie war nicht gealtert, zum Glück. Wunderschön und eine wundervolle Aura. Sie holte mich ab. Zuerst brachte sie mich zum Besenwellness. So was gibt es. Da wird dir die Borsten hübsch gemacht, dein Stiel geschliffen und gewachst und mit duftenden Ölen eingerieben. Eine Wohltat.

Ja, seitdem ist Minerva ruhig und gezähmt. Sie lebt mit diesen Wesen in der WG und hat ihren Spaß. Minerva hat wirklich Spaß. Fröhlichen Spaß, nicht den boshaften, den sie früher hatte. Minerva war jetzt eine gute Hexe und ich bin wirklich stolz auf sie. Sie behandelt mich sehr gut. Regelmäßig fliegt sie mit mir aus und wenn es dunkel ist, darf ich sogar mal alleine unterwegs sein. Das Leben jetzt ist wirklich toll. Ich habe es gut getroffen.

ENDE

 

 

Horror, writing friday

[#WritingFriday] – Lasst die Party beginnen. 2 von 2

Gestern konntet ihr den Anfang dieser Geschichte lesen. Heute sollt ihr erfahren wie sie ausgeht. Hier kommt der 2. Teil zum Writing Friday .

Part 1

Was bisher geschah.

Jenny, Bibi, Patrick, Peter folgen einem Plakat, das eine besondere Halloweenparty verspricht. Das Dorf liegt sehr abseits und die Einwohner sind sehr freundlich und offen. Bis der Gong erklingt und zur Jagd aufgerufen wird.

 

Alex setzte sie auf eine Bank und bedeutete ihr sitzen zu bleiben. Jenny nickte nur abwesend. Sie hielt Ausschau nach Patrick, Peter und Bibi, konnte sie aber nicht sehen. Sie wollte jetzt heim und erhob sich. Langsam bewegte sie sich nach draußen. Sie versuchte die Tür zu öffnen, als sie von außen aufgerissen wurde. Dadurch kam sie ins Stolpern und fiel auf die Knie. Ein starker, als Werwolf verkleideter Mann half ihr aus. Die Maske wirkte so echt, dass Jenny sogar Sabberfäden erkennen konnte. Wahnsinn, dachte sie. Er führte sie langsam hinaus. Draußen standen die anderen und noch, weitere Menschen, die ihr unbekannt waren. Sie wirkten wie in die Mitte zusammen getrieben. Um sie herum standen die ganzen maskierten Einwohner. Dann erklang ein Schuss. Dieser Schuss bewirkte, dass sich die Gruppe voneinander trennte, wie Kugeln auf einem Billardtisch, die von der weißen Kugel getroffen wurden.

Auch Jenny war so erschrocken, dass sie floh. Das Adrenalin hatte die Betäubung wie weggewischt. Kopflos rannte sie nach rechts, nach links, nach vorne, wieder zurück. Sie blieb stehen und sah sich um. Was war hier los? Sie sah, wie die anderen Menschen angegriffen und zu Boden gerungen wurden. Blutlachen bildeten sich unter den Körpern und Schreie erklangen aus allen Ecken. Sie war wie betäubt.

Ein Stoß von hinten ließ sie aus ihrer Starre erwachen. Jemand nahm sie am Ellenbogen und zerrte an ihr. Sie versuchte sich loszureißen und wehrte sich gegen ihren Angreifer. „Jenny, Jenny.“ Er blieb stehen und ergriff sie an den Schultern. Dann schüttelte er sie sanft und sie fokussierte sich auf ihr Gegenüber. Alex. „Alex, was ist hier los? Was soll das. Ihr greift die Besucher an? Was ist das hier?“ Er wand sich ergriffen und versuchte auszuweichen. Jenny blieb eisern und blickte ihn an. „Was soll das hier?“ „Es ist Halloween. Und an diesem einen Tag jagen wir.“ „Was?“ „Das hier ist keine gewöhnliche Stadt. Hier leben nur – wie soll ich das sagen? – Fabelwesen? Ja, Fabelwesen. Also das, was ihr als Vampir, Werwolf, Monster kennt.“ Sie trat paar Schritte zurück. „Du willst mich verarschen, oder? Das ist so ein Versteckte-Kamera-Ding oder?“ „Nein, leider nicht. Wir jagen, um dann wieder ein Jahr in unserer menschlichen Form dastehen zu können.“ Sie drehte sich kopfschüttelnd um. „Ich verstehe gar nichts.“ Vor ihr tauchte der Werwolf auf, der sie vorher hinausbegleitet hatte. Er fauchte und schaukelte bedrohlich vor ihr, hin und her. „Verpiss dich, ich bin echt nicht in der Stimmung auf eurer komisches Theater. Lass mich in Ruhe, sonst könnte das echt übel für dich werden.“ Der Werwolf hörte nicht auf sie. Er sprintete auf sie zu, sie rannte von ihm weg und ließ Alex verdutzt stehen. In einer dunklen Ecke kam sie zum Stehen. Sie griff in ihre Tasche und zog ein Messer. Nicht mit ihr. Diese Idioten würden sie nicht töten, oder sonst was mit ihr machen. Der Werwolf stürzte um die Ecke und konnte sie nicht sehen. Sie war in der Zwischenzeit auf eine der Mülltonnen geklettert. Als er ankam, sprang sie ihm auf den Rücken und stach zu. Direkt in die Halsschlagader. Das Messer hätte dem Werwolf nichts getan, aber der Griff, den Jenny mit in die Stichwunde versinken ließ, denn der war aus Silber.

Alex stürmte hinter ihnen her. Er sah den Werwolf auf dem Boden und die versteinerte Jenny stand daneben. Blutbesudelt.  Er handelte schnell. Ein Mensch, der einen von ihnen tötete, wurde hingerichtet.

„Gib mir mal das Messer. Jenny! Das Messer.“ Ihr Kopf zuckte. Sie blickte sich um und sah das Messer neben sich. Sie sprang beiseite und öffnete den Mund zu einem lautlosen Schrei. Hilflos blickte sie Alex an. „Bück dich einfach, nimm das Messer und gib es mir.“ Ein Nicken bestätigte ihm, dass sie ihn verstanden hatte. Sie griff nach dem Messer und reichte es ihm. Er nahm es und steckte es in seinen Hosenbund. Dann ging er auf sie zu. „Es muss sein, sonst werden sie dich töten und nicht auf die sanfte Art.“ Sie blickte ihn verständnislos an. Er kam auf sie zu. Seine Augen blitzen gelb und er verwandelte sich. Er war ein Werwolf. „Oh nein.“ Schluchzte sie. „Oh nein.“ Sie hob die Hände um ihn abzuwehren, aber nichts half. Er sprang sie an und biss ihr in die Schulter. Sie schrie. Dann verließen sie die Kräfte und sie wurde ohnmächtig. Dass etwas an ihr zerrte, spürte sie nicht mehr.

Ein Jahr später – Halloween.

„Hei, hallo willkommen. Schön, dass ihr hergefunden habt. Ich hoffe ihr habt gute Laune mitgebracht? Dort hinten ist das Buffet und da die gut gefüllte Bar. Alles aufs Haus. Das einzige, mit dem ihr später bezahlen müsst, ist euer Blut. Hahaha – ein Scherz. Ich bin Jenny. Lasst die Party beginnen.“ Sagte sie, und drehte sich um, um die Tür zu schließen. Dabei blitzten ihre Augen gelb auf.

ENDE

 

 

Allgemein, Horror, writing friday

[#WritingFriday] – Lasst die Party beginnen. 1 von 2

Horrorgeschichten sind echt einfach mein Ding. Deswegen kommt auch zum heutigen Writing Friday im Horroctober eine schöne passende Geschichte.

Schreibthemen Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.
  • Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond
  • Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?

Ich habe mich heute entschieden:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.

Da ich wieder mal kein Ende gefunden habe, werde ich es wieder auf 2 Parts aufteilen, dann könnt ihr es besser lesen, ohne mit den Augen zu rollen, da es nicht enden will. :-)


Er wischte sich das Blut von den Händen und dachte zurück. Einige Stunden früher war alles noch in wie geplant verlaufen. Jetzt blickte er auf seine blutverschmierten Hände und überlegte, wie er weiter machen sollte. Er drehte sich um und Jenny stand hinter ihm. Tränen hatten ihr aufwendiges Makeup zerstört. Sie schluchzte und versuchte wieder ihren Atem zu beruhigen. Neben ihr lag das blutige Messer. „Gib mir mal das Messer. Jenny! Das Messer.“ Ihr Kopf zuckte. Sie blickte sich um und sah das Messer neben sich. Sie sprang beiseite und öffnete den Mund zu einem lautlosen Schrei. Hilflos blickte sie Alex an. „Bück dich einfach, nimm das Messer und gib es mir.“ Ein Nicken bestätigte ihm, dass sie ihn verstanden hatte.

***

Es war stockdunkel. Nur der fast volle Mond warf ein unwirkliches Licht auf das Szenario. Es war Freitagabend. Am Freitagabend gab es in der Bowling Bar immer ein Treffen der Dorfjugend. Die Dorfjugend bewegte sich hier bis in die Anfang dreißig. Da sich die Leute sowieso alle kannten, war das hier nicht so streng getrennt. Es wurde Musik gespielt die aus den Fünfzigern bis in die Achtziger ging. Alles tolle Partymusik. Die Leute waren ausgelassen und konnten die stressige Woche, die hinter ihnen lag ausblenden.

Ganz selten verirrte sich ein Auswertiger hier her. Sie waren nicht gerne gesehen und wurden meist auch schnell vertrieben. Das war eine geschlossene Gesellschaft. Hier war man unter sich. Man konnte alles Mal fallen lassen. Jeder musste sich in seinem Alltag zusammenreißen. Die einen hatten einen Job in der nächsten Stadt, oder die nächst höheren Schulen lagen auswärts. Da war man so oder so mit den ganzen Auswärtigen in Kontakt. Es war da schon immer anstrengend genug.

Es gab nur einen Tag im Jahr, an dem Besuch erwünscht war.

Halloween. Das war ein ganz besonderer Abend in der Gemeinde. Erst wurde ausgelassen der Abend begrüßt und dann wurden die Türen geöffnet. Aber natürlich war man vorsichtig. Die Halloweenparty wurde immer in verschiedenen Orten angekündigt. Nie wurden mehrere Orte aufgesucht. Viel zu viel Aufwand und Aufmerksamkeit. Nein, nein. Alles musste ganz geheim bleiben.

***

„Das soll die Party des Jahres sein. Hast du von dem Ort schon mal gehört, Patrick?“ Fragte die hübsche blonde vom Rücksitz. Patrick kannte sie gar nicht. Er hatte sie in einer Kneipe aufgegabelt. Sie und ihre Freundin, Jenny, waren ihm und seinem Freund Peter aufgefallen. Hübsch und hoffentlich leicht herum zu kriegen. Als sie auf dem Weg zur Tankstelle waren, um Nachschub zu holen, stießen sie auf ein Plakat einer Halloween Party der besonderen Art. Warum nicht, dachten er und Peter. Je lockerer die Mädchen waren, umso besser. Also machten sie sich auf dem Weg. Die Beschreibung stand auf dem Plakat.

Sie fuhren durch einen stockdunklen Wald. Die Lichtkegel des Autos brachten nicht viel Helligkeit. Es war als würde die Dunkelheit, das Licht einfach verschlucken. Patrick fuhr langsamer. Das letzte, das er wollte war jetzt noch mit einem Baum zusammen zu stoßen. „Perfekt.“ Meinte Jenny. „Jetzt kommt auch noch Nebel auf. Wollen wir nicht lieber zurück fahren?“ Sie drehte sich um und entdeckte erschrocken, dass auch hinter ihnen eine Nebelbank erschienen war. Die Rücklichter und der Mond, verwandelten den Wald in der Heckscheibe zu einem Gruselkabinett. Sie meinte irgendwelche Schatten hin und her rennen zu sehen. Ein leichtes Zittern übermannte sie und sie drehte sich schnell wieder um. Ihr Atem ging schneller und sie griff nach Bibis Hand. Ihre beste Freundin hatte sie so bekniet heute mit ihr raus zu gehen. So langsam bereute sie ihre Entscheidung.

„Da – schaut, da ist eine Brücke und ein Wegweiser zur Party. Wir sind richtig.“ Meinte Patrick erleichtert. Der Nebel teilte sich vor ihnen und gab den Weg frei – es schien, als würde er ihnen die Richtung diktieren. Patrick betrachtete das ganze misstrauisch. Sagte aber nichts, um nicht noch mehr Panik zu verbreiten.

Endlich kamen sie bei einem Wendehammer an. Vor ihnen lag eine  Bowlingbahn. Sie war hell erleuchten und fetzige Musik drang zu ihnen. Das Auto wurde abgestellt und alle vier sprangen aus dem Auto wie ein Kastenteufel aus der Box. Bloß endlich Kontakt zu anderen.

Die Bowlingbahn schien aus den Fünfzigern zu stammen und war stark amerikanisch angehaucht. Die Menschen, die ein und ausgingen, waren in sehr kunstvoll und realistischen Kostümen gekleidet. Jenny bewunderte die Vielfalt. Es wirkte so echt. „Wahnsinn. Wer hat denn hier die Maske gemacht. Das ist ein Künstler, der eigentlich ins Filmbizz gehört.“

Alex sah die Gruppe als erstes. Mit dem Ellbogen schubste er seinen Freund an und die beiden gingen zu ihnen. „Hei, schön, dass ihr hier seid. Willkommen. Fühlt euch wie zu Hause. Die Getränke gehen aufs Haus. Da hinten ist das Buffet.“ „Geil.“ Patrick wartete nicht lange und stürzte gleich zur Bar.

Bibi hängte sich bei Peter an und folgte ihm. Jenny blieb verloren zurück. Sie schaute zu Alex und er kam zu ihr. „Hei, mein Name ist Alex. Wie kommst du zu dieser Truppe?“ „Wieso? Bibi, meine Freundin hat mich überredet.“ „Nur so, du scheinst nicht so dazu zu gehören. Irgendwie bist du anders.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Ach ist doch egal. Was willst du trinken?“ „Eine Bloody Mary.“ Grinste Jenny. „Gute Wahl. Warte hier.“

Jenny blickte sich um. Irgendwas war komisch an der Kulisse. Auf den Tischen standen kleine Snacks in Fingerform oder Augen. Also typisches Halloween-Fingerfood. Sie ging an einen der Tische und wollte sich gerade so einen Finger nehmen, als Alex wieder zurückkam. Er hielt ihren Arm fest, als sie gerade zugreifen wollte. „Ach besser nicht. Das ist schon alt und total knatschig.“ Sie blickte ihn fragend an und zuckte mit den Schultern. Er führte sie zu einer Bahn und sie bowlten. Ihre Begleitung hatte sie total vergessen.

Dann erscholl ein Gong. Sie erschrak und schaute auf Alex. Er seufzte. „Jetzt ist es leider soweit.“ „Was denn?“ Fragte Jenny. „Die Jagd.“ „Jagd, nach was?“ „Euch.“ Jenny kam sich etwas schwerfällig vor. „Uns?“ „Ja. Euch. Es wird Zeit nach draußen zu gehen.“ „Gehen.„ lallte sie und es wurde ihr schwindelig. „Was ist los mit mir? Mir ist so schwindelig.“ „Eine leichte Betäubung. Damit es nicht so weh tut.“ „Ich versteh kein Wort von dem was du erzählst.“ „Bleib hier. Ich hole dich gleich.“

Fortsetzung folgt. 

Schreibkicks, WG, writing friday

#Writing Friday – der Traum der Fee

 

Ich weiss nicht ob das hier so gut klappt. Ich habe im Zuge der Aktion Schreibkicks eine kleine WG gestartet, die jeden Monat eine kleine Geschichte bekommt. Jetzt habe ich hier mal ein Auskoppelungsversuch und hoffe, dass diejenigen, die der Geschichte nicht folgen trotzdem etwas damit anfangen können.

Dieser Anfang beim #writing friday hat einfach zu gut zu meiner kleinen WG gepasst.

 

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl….” Beginnt

Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl sie keinerlei Fabelwesengene in sich hatte. Wie konnte das nur passieren? Lissi stand auf. Sie versuchte es jeden Falls. Es klappte überhaupt nicht. Diese kleinen, leichten, zerbrechlich aussehenden Flügel an ihrem Rücken ließen es einfach nicht zu, dass sie mit ihren kleinen drolligen Füssen den Boden berührte. Sie flatterte und flatterte – keine Chance, das einzige das geschah – Feenstaub. „Oh nein, ich hab erst mit Mühe und Not alles hier Staubfrei bekommen und jetzt staube ich alles mit glitzernden Feenstaub ein. Das ist doch zum Mäusemelken.“

In dem Moment huschte eine kleine Maus an ihr vorbei. Blieb stehen, drehte sich um und blickte sie an. Lissi blickte irritiert zurück. Eine Maus in ihrem Schlafzimmer. Es wurde immer besser. „Hallo! Mäusemelken – das will ich doch mal dringlichst verbieten. Wir haben gerade mal genug um unsere Schar Jungen zu füttern, da willst du uns melken? Wofür? Um in Mäusemilch zu baden? Ihr Feen haltet euch immer für was Besseres. Da muss es immer exklusiv sein, nicht wahr. Als wenn euch ein Bad im Blütenkelch der Blumen nicht ausreicht. Also so was.“ Schimpfte die Maus beim Weitergehen und schüttelte erbost den Kopf. Sie drehte sich um  und schüttelte erneut den Kopf. „Ähm – entschuldige, das ist nur so eine Redensart. Tut mir leid.“ Rief ihr Lissi hinter her.

„So, jetzt drehe ich wohl komplett durch. Ich kann mit Mäusen reden. Super. Das macht sich gut im Lebenslauf einer Hausmutter seltsamer Wesen. Nicht schlecht. Allerdings wird es echt schwierig hier alles am Laufen zu halten, wenn ich eine kleine Fee bin, oder? Was machen Feen eigentlich den ganzen Tag außer Tanzen und Singen?“

Lissi flog – versuchte zu fliegen – „Autsch – autsch – bekommen Feen eigentlich blaue Flecken, wenn sie beim Fliegen irgendwo hängen bleiben?“ An ihren PC versuchte sie den Deckel des Laptops anzuheben. Sie stand am Rand und legte ihren Zauberstab beiseite und versuchte mit ihren kleinen Händen in den Spalt zu kommen. Dann zog und stemmte sie – der Deckel bewegte sich nicht. „So ein Mist. Was jetzt?“ Sie flatterte aufgeregt hoch und runter und verteilte fleißig weiterhin Feenstaub in ihrem Schlafzimmer. Dann schnappte sie sich ihren Zauberstab und flog zum Fenster. Blickte auf den Gegenstand in ihrer Hand und schlug sich gegen die Stirn. „Wie dämlich. Das ist doch ein Zauberstab, nicht wahr?“ sie begab sich wieder zurück – flatterte vor dem Laptop und schaffte eine eher unelegante Landung. „Abrakadabra – Hex Hex – Laptop öffne dich.“ Sie bewegte den Zauberstab hin und her und nix. Der Laptop blieb verschlossen. „Alohomora – vielleicht ein Potter Zauber?“ Es tat sich nichts.

Sie war also gefangen – denn eine Tür konnte sie so ja auch nicht öffnen. Ob sie durch den Kamin nach draußen kam? Sie versuchte es. Zum Glück war es noch warm genug um ihn nicht anfeuern zu müssen. Sie flog in den Schornstein. „Verdammt ist das Eng hier. Wann war denn der Schornsteinfeger das letzte Mal hier? Ich muss Richard auf jeden Fall Bescheid sagen, dass der kommen muss. Da passt ja noch nicht mal eine Fee richtig durch.“ Sie flatterte und über den Ruß und den Ablagerungen legte sich glänzender Feenstaub. Da würde der Schornsteinfeger schon bisschen dumm gucken. Lissi gluckste. Oben angekommen nahm sie Anlauf und der Schornstein spuckte sie aus. „Uff. Gut und jetzt?“ Sie schaute an sich hinab – das hübsche Feenkleidchen war ruiniert. Sie seufzte, schüttelte sich und bewunderte wie der Schmutz einfach von ihr abglitt.

Sie flatterte weiter und überlegte wer ihr helfen könnte? Minerva – aber sie war noch auf ihrer Reuetour nachdem sie den Wald in einen Wutausbruch verwüstet hatte. Sie würde noch etwas ausfallen. Dracula – das könnte ihm so passen. Sie als kleine Fee, da hätte er einen Aufhänger. Nein, nein. Richard? Der einzige Mensch neben ihr? Ja, das wäre wohl der Einzige. Sie machte sich auf den Weg zum Werkzeugschuppen. Dort verbrachte Richard die meiste Zeit. Sie blickte durch das Fenster und sah ihn in der Ecke sitzen und schlafen. „Aha – so viel Arbeit – so viel Arbeit. Tut mir leid Lissi. Ich kann gerade nicht….das sehe ich ja jetzt. Sie quetschte sich durch das alte Schlüsselloch und flog schnell in seine Richtung. Dabei übersah sie einen Balken. So schnell wie sie flog, konnte sie nicht mehr verhindern, dass sie ungebremst dagegen donnerte. Sie fiel und plumpste unsanft auf den Boden. Dort verlor sie ihr Bewusstsein.

Es klopfte. Lissi drehte sich und murmelte etwas Unverständliches. „Lissi? Komm steh auf, wir wollten doch noch einkaufen gehen.“ Richard? Sie setzte sich abrupt auf. Blickte an sich hinunter und sah – sie war keine Fee. Sie hatte geträumt. Schnell sprang sie aus dem Bett. Drehte sich um einen Blick auf ihren Rücken zu werfen. Keine Flügel. Ein Traum. Das war ja auch kein Wunder, bei den sonderbaren Mitbewohnern. Sie rannte zu Tür, riss sie auf und fiel Richard um den Hals. „Äh – guten Morgen?“ „Keine Fee, keine Fee.“ Richard zog die Augenbrauen nach oben und schob Lissi etwas von sich. „Nein Feen haben wir hier noch nicht. Aber wer weiß das schon, diese kleinen Wunderwesen können sich gut verstecken.“ „Ich zieh mich schnell an und dann gehen wir was einkaufen. Etwas großes, schweres, dass ich dann tragen kann.“ Richard runzelte unverständlich die Stirn und winkte ab. Hier war eh nie etwas normal.

Lissi drehte sich um und schlüpfte schnell in ihre Jeans und ein T-Shirt mit einer süßen Fee darauf. Sie bemerkte es gar nicht. Dann rannte sie wieder zu ihrer Tür, drehte sich um und meinte einen sonderbaren Schimmer zu entdecken. Sie schüttelte den Kopf – nur ein Traum. Während im Schornstein der Ruß entzückend vor sich hin glitzerte, nahm Lissi diesen Traum, als das was er war – ein Traum.

ENDE

Bisher erschienen.

  1. Schreibkicks – die vererbte Zeitkapsel
  2. Schreibkicks – Weihnachstspezial – Die Sache mit dem Rentier
  3. Mach was…mit einer Festtags-Leckerei
  4. Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze
  5. Schreibkicks – Rückkehr der Freunde
  6. Schreibkicks – Die Welt bei Nacht mit einem Hausschuh.
  7. Schreibkicks – Im Spiegel lauert die Gefahr
  8. Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden
  9. Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 1 v 2
  10. Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 2 v 2
  11. Schreibkicks – Hitzefrei.
  12. Schreibkicks – Hurrikane

 

Drama, writing friday

#Writing Friday – der gefallene Alpha

Spannende Themen erwarten uns wieder am #Writing Friday.

Ich finde Wölfe total spannend. Deswegen habe ich mir auch einen kurzen Text dazu einfallen lassen.

Ich hatte schon mal über ein Wolfsrudel geschrieben. Wer mag kann HIER mal reinlesen. Sie ist etwas länger und es wird gekämpft.


Erzähle von einem Wolfsrudel, welcher Wolf wärst du? Was wäre deine Aufgabe im Rudel?

Ich lebe in einem freien Wolfsrudel. Wir haben schon von eingesperrten Wölfen gehört, die in Regionen leben, in denen wir komplett ausgelöscht wurden. Deren Lebensstruktur ist nicht vergleichbar mit der unseren. Wir sind frei. Wir können überall hin. Aber auch bei uns gibt es eine Struktur. Es muss sein, damit wir in einer Einheit leben können.

Ich war ein Alpha. Ein starker Alpha und hatte eine wunderhübsches Alphaweibchen an meiner Seite. Der Rudel bei dem ich jetzt lebe, das meiste sind meine Kinder. Vor etwa zwei Jahren starb meine Seelenverwandte. Das brach mir das Herz. Schließlich bleiben wir ein Lebenlang zusammen. Und diese Situation nutzte einer der Betas aus. Mit ihm war ich schön öfter aneinander geraten. Wir haben oft zur Paarungszeit miteinander gekämpft. Aber er hatte keine Chance. Niemals hätte er mich besiegen können. Er ist nicht der richtige. Er ist nur aus auf seinen Vorteil. Solche Alphas schaffen es nicht.

Aber als Betas sind sie immer gefährlich. Er hat meine Schwäche, meine Trauerphase ausgenutzt und mich gestürzt. Normaler weise landet ein alter Alpha ja bei den Untergeordneten. Aber mich hat es noch schlimmer erwischt. Ich wurde zu einem Omega. Ich wurde der Prügelknabe des Rudels.

Von dem Kampf war ich noch verletzt. Nicht gefährlich. Wir kämpfen nicht bis zum Tod. Wobei ich mir bei meinem Rivalen nicht unbedingt sicher gewesen wäre. Er hasst mich wirklich innig. Ich war geschlagen, deswegen hat mir mein Sturz ans Ende der Reihenfolge auch nichts ausgemacht. Aber ich genese. Und jeder Schlag den ich abbekomme. Jedes Futter, das mir verwehrt wird, lässt mich stärker werden. Noch bin ich ein Omega. Noch bin ich schwach. Aber ich werde wieder stark werden. Solange werde ich meine Rolle hier akzeptieren und die Schmach wegstecken. Sobald ich meine alte Stärke erlangt habe, werde ich dieses Rudel verlassen und ein eigenes gründen.

Es wird ein tolles Rudel werden und ich werde wieder ein tolles Weibchen an meiner Seite wissen. Wir werden friedlich leben. Solange mein altes Rudel mit ihrem neuen Anführer nicht in meine Quere kommt.

ENDE

 

Meine Infos habe ich hier gezogen

https://woelfe.info/rangordnung.html

http://www.wolf-workshop.de/der-wolf/rangordnung-im-rudel.html

Schreibkicks, WG

Schreibkicks – Hurrikane

Ich weiss jetzt nicht so genau, ob die Schreibkicks weiter laufen, aber ich möchte mich von meiner WG noch nicht so schnell verabschieden. Deswegen habe ich ein aktuelles Thema gewählt.

Bei uns ist am Sonntag den 18.8 ein kleiner Sturm durchgerauscht, der dem Wald grossen Schaden angetan hat. Hier erfahrt ihr eine kleine Theorie.


Schreibkicks – Hurrikane

Ich war in meinem Zimmer und überlegte ob es vielleicht doch mal eine Klimaanlage sein sollte. So teuer waren die doch nicht mehr, oder? Es war nicht auszuhalten. ich hatte alle viere von mir gestreckt und lag im BH und Boxershorts auf der Decke. Jedes Stück Stoff mehr verbrannte mir, gefühlt die Haut. Und es musste eigentlich so viel erledigt werden. Im Moment vermisste ich meine kleine Wohnung, in der ich ungehemmt nackig herum laufen konnte. Das ging natürlich hier nicht. Das war dann wohl der Nachteil einer WG.

Ein Gedanke schlich sich in mein Gehirn, das war doch nicht meiner? Ich setzte mich auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Verdammt, Dracula, ich hatte dir doch verboten in meine Gedanken einzudringen. Verschwinde aus meinem Kopf.“ „Und ich hatte dir gesagt, du sollst nicht so laut denken. Ich bin auch nur ein Mann und wenn dann jemand so schmutzige Gedanken hier herum schickt. Da kann ich mich nicht erwehren.“ „Das waren keine schmutzigen Gedanken.“ Erläuterte ich. „Oh doch, meine Dame. Ich komme aus einer Zeit, da waren das wirklich schmutzige Gedanken. Und ich muss sagen, sie gefallen mir.“ Ich kappte unsere Mentale Unterhaltung.

Ich erhob mich und zog mir ein luftiges Kleid an und versuchte meine Gedanken verschlossen zu halten, das war wirklich schwer. Verärgert öffnete ich meine Zimmertür. Richard ging gerade vorbei und erschrak. „Hi, Lissi. Alles Okay?“ „Nein, ich werde ihm einen Pflock ins Herz stoßen. Wirklich. Hast du nicht einen Notfall Pflock in deiner Werkstatt? Oder ein zufällig passend abgebrochenes Stuhlbein?“ „Hat Dracula wieder in deinen Gedanken gestöbert?“ Ich schnaufte nur zur Antwort. „Geh zu Minerva – sie kann dir da was zaubern, dass ihn aus deinem Kopf heraushält. Das hättest du schon längst machen sollen. Er ist halt so.“ „Er ist halt so…ihr Männer haltet zusammen, nicht wahr?“ „Hei, greif mich nicht an. Außerdem haltet ihr Frauen doch auch zusammen, also bitte. Geh zu Minerva.“ Ich winkte ab, aber schlug den Weg zu Minervas Zimmer ein.

Leise klopfte ich an ihre Tür. „Komm rein Lissi. Ich hab dich schon erwartet.“ Ich stutzte. Dann öffnete ich seufzend die Tür. „Es wissen wohl schon alle, warum ich komme?“ „Na das war früher oder später doch klar. Du hast ihm viel zu lange Einlass geboten. Das vergiftet das Zusammenleben. Und ich habe tatsächlich einen Notfallpflock. Für den Fall. Man kann ja nie wissen.“ Sie zeigte auf ihr Kopfende am Bett. Dort war sehr dezent ein Pflock eingearbeitet. Ich würde das in Auftrag geben. Ja, auf jeden  Fall. Irgendwann würde ich ihn benutzen. Diesen Gedanken schickte ich ganz provokativ in den Keller. Als Antwort kam nur ein anzügliches Lachen.

„Verbanne ihn aus meinem Kopf. Er macht mich kirre.“ Minerva erhob sich. Sie hatte so fließende Bewegungen an sich, dass mir immer schwindelig wurde, wenn ich ihr zusah. Es war einfach so berauschend. Sie schnippte vor meinen Augen. „Lissi? Bist du da?“ „Äh, ja entschuldige. Also her mit dem Ding, das mich abschottet.“ Sie wühlte in einer sehr hübschen Truhe. So stellte ich mir die Truhen der Damen von damals vor, wenn sie reisten. Und schon war ich wieder weg mit meinen Gedanken – ich sollte mal wieder meinen Plüscheinhornhausschuh nehmen und eine Reise tun.

Wieder schnippte es vor meinen Augen. Ich schüttelte meinen Kopf und wurde leicht rot. „Entschuldige.“ „Das er überhaupt in deinen Kopf will, so oft wie du abwesend bist. Das muss ja ein wahres Chaos da oben sein. Das mag er eigentlich gar nicht.“ „Er nimmt wohl was kommt.“ Schmunzelte ich. Vor mir hielt sie ein Diadem. Ein Diadem? Was sollte ich denn damit? „Ein Diadem? Was soll ich denn damit? Auf einen Ball gehen?“ „Nein, das musst du tragen, das schützt dich vor jeglichem Eindringen in deine Gedanken.“ Etwas verloren hielt ich das Ding in meiner Hand und drehte es hin und her. Dann setzte ich es auf. Es sah ja schon hübsch aus. Aber mich würde ja jeder für eine schrullige Alte halten, wenn ich mit so einem Teil einkaufen gehen würde.“ „Ähm, das ist ja wirklich wunderhübsch. Aber hast du nicht was Dezenteres?“  „Ach ja! Auch noch Ansprüche stellen? Hä. So spät kommen und dann auch noch Forderungen stellen? Du bist nicht alleine mit deinen Wünschen. Wir haben alle wünsche.“ Ich trat einen Schritt zurück. Irgendwie war sie gerade sehr unheimlich geworden.

„Ist alles Okay?“ „Okay? Okay? Als wäre jemals alles Okay.“ Ich blickte nach draußen und der gerade noch strahlend blaue Himmel hatte sich verdunkelt. Als wolle er auf die Erde stürzen, so dick und dunkel wirkten die Wolken. Minerva wütete durch ihr Zimmer und schimpfte vor sich hin. Ihre Hände zuckten dabei hektisch und bei jedem Zucken löste sich ein Blitz. „Was ist denn los?“ „Was los ist? Was soll denn los sein? Nur weil ich eine Hexe bin? Hä? Eine weibliche Hexe? Weil ich nicht wie die anderen bei ihren Schwestern lebe? Hä? Was meinst du denn? Hä?“

„Ich weiß nicht.“ Gab ich kleinlaut von mir. In diesem Moment schlug das Fenster auf und ein Sturm erhob sich. Oh nein. Oh nein. Ein Sturm. Ich würde doch nicht im Lande Oz landen? Ich musste Minerva beruhigen. „Minerva, meine Liebe. Beruhige dich doch, sonst heben wir noch ab und landen bei der Bösen Hexe des Westens.“ Minerva stutzte und blickte mich verwundert an. „Spinnst du? Ist dir die Hitze zu Kopf gestiegen? Oder sitzt das Diadem zu eng und dein Gehirn bekommt kein Blut mehr? Was redest du denn da?“ Ich blickte sie zweifelnd an, hob meine Augenbrauen und schaute mir den dunklen Himmel mit den Blitzen und den kleinen Tornados an.

„Ach shit. War ich das?“ „Sag du es mir.“ „Verdammt. Ich bin wohl etwas unausgeglichen. Ich hab eine Vorladung vom Hexenhammer bekommen.“ „Vom Hexenhammer? Du meinst dieses Hexenbuch bei dem ….“ „Ach nein. Die Ältesten fanden es witzig sich so zu nennen, da die Menschen das damals verwendet haben um uns auszurotten. Es soll uns Hexen bisschen Angst machen.“ Ich nickte „Aha.“ „Ja, die wollen wissen, warum ich in der Menschenwelt lebe und so. Warte, ich muss den Sturm mal bändigen. Ach Mist. Schau was ich angerichtet habe. Die Bäume sind umgeknickt. Oh weh. Da wird Keya aber echt sauer werden.“

Schon erschien Keya vor Minervas Fenster. Sie sah aus wie eine Erscheinung. Und ihr Gesicht war nicht freundlich. „Minerva! Was soll das. Warum hast du meine Freunde verletzt?“ „Ach Keya, das tut mir so leid. Ich hab ein kleines Aggressionsproblem.“ Keya stürmte ihrerseits wie ein kleiner Wirbelwind in Minervas Zimmer. „Was gedenkst du zu tun. Du hast so viel Bäume verletzt.“ „Was kann ich tun?“ „Du musst mit mir kommen, wir müssen sehen, was zu retten ist. Und du wirst kräftig anpacken müssen.“

„Ja, ja natürlich.“ Dann blickte Minerva auf mich. Sie lachte. „Was?“ „Entschuldige. Sie wühlte wieder in ihrer Truhe und holte ein kleines Etui heraus. „Gib mir das Ding auf deinem Kopf. Das war ein Scherz.“ Ich atmete erleichtert aus. „Hier, trag die Kette, sie wird dich abschotten.“ „Danke.“

„Wir werden etwas weg sein, ich hab wohl einiges auszubügeln.“ „Alles klar. Mach dir keine Sorgen. Dein kleiner Hurrikane-Ausbruch bleibt unter uns.“ „Von wegen.“ Herrschte mich Keya an. Alle sollen es wissen. Sie muss sich zusammenreisen.“ Minerva nickte geknickt. „Ja, stimmt schon.“ Und weg waren sie.

Ich verließ den Raum und traf schon wieder auf Richard. „Na hat sie dir was gegeben?“ „Ja“ Ich zeigte ihm die Kette. Er brummte. „Ich hatte eine Krone, die sie mir gegeben hatte. Stell dir vor, wie dich die Leute anschauen würden. Sie kann ganz schön gemein sein.“ „Ja und unberechenbar.“

„Hm?“ „Der Sturm – das war sie.“ „Ach. Mist. Ich wollte gerade schauen, was kaputt gegangen ist.“ „Ich komme mit.“

Wir standen vor unserem Haus. Es war unversehrt. Unsere Bäume um das Haus herum auch. Aber Den Hügel hinab hatte ein kleiner Hurrikane eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Viele Bäume waren abgeknickt. Es sah aus wie nach einem Krieg. Ich schlug die Hände vor den Mund und Tränen liefen mir die Wange hinab. „Ach Minerva.“

ENDE

Bisher erschienen

  1. Schreibkicks – die vererbte Zeitkapsel
  2. Schreibkicks – Weihnachstspezial – Die Sache mit dem Rentier
  3. Mach was…mit einer Festtags-Leckerei
  4. Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze
  5. Schreibkicks – Rückkehr der Freunde
  6. Schreibkicks – Die Welt bei Nacht mit einem Hausschuh.
  7. Schreibkicks – Im Spiegel lauert die Gefahr
  8. Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden
  9. Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 1 v 2
  10. Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 2 v 2
  11. Schreibkicks – Hitzefrei.
Drama, writing friday

Writing Friday – Die Ruhe in dir

Fast hätte ich das vergessen – es ist ja Freitag. Freitag =#Writing Friday.


 

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück


Irina saß am Tisch. Die Schulstunde wollte und wollte nicht enden. Dabei war heute Freitag. Freitag war doch immer alles so viel besser. Die Lehrer waren gut gelaunt, die Mitschülerinnen nicht so zickig. Das Wetter war traumhaft. Die Sonne schien und der Himmel war Babyblau. Sie würde heute zu ihrer Großmutter fahren. Das durfte sie einmal im Monat. Ihre Eltern waren ganz froh, etwas Zeit für sich zu haben und Irina auch. Es war so anstrengend den Vorstellungen der Eltern zu entsprechen. Aber heute konnte sie wie sie wollte.

Es klingelte. Schnell schnappte sich Irina ihre Tasche und versuchte ihre Jacke von der Stuhllehne zu befreien. Dabei fiel ihr der Stuhl um. Sie zog und rüttelte an der Jacke, sie löste sich einfach nicht. Dann endlich. Schnell weg.

„Irina.“ Rief der Lehrer. Sie stoppte. „Was soll das denn? Heb gefälligst den Stuhl auf.“ Irina rollte mit den Augen, blickte genervt auf das Hindernis. Warum passierte immer etwas, wenn sie schnell weg wollte? „Na, wird’s bald. Je schneller du das erledigst, desto schneller kannst du gehen.“ Sie stampfte auf ihrem Platz, hob den Stuhl hoch und stampfte Richtung Ausgang. „Herzlichen Dank und ein schönes Wochenende.“ „Ja, ja.“ Maulte sie.

Als sie an der Haltestelle ankam, war der Bus schon weg. „Verflixt, heute geht doch aber auch alles schief.“ Schniefte sie. Was ein Unglück. Der nächste Bus würde erst in dreißig Minuten kommen. In ihrem Kopf hörte sie ihre Großmutter. „Wenn du irgendwo unerwartet warten musst, nutze die Zeit, Dinge zu erledigen, die du nicht magst – wie Hausaufgaben.“

Irina überlegte. Sie kramte in ihrer Schultasche und hangelte die Matheaufgaben heraus. Das war nicht viel und sie hasste sie. Das könnte sie in dreißig Minuten schaffen. In die Aufgaben vertieft bemerkte sie kaum, dass sich ihr Malkasten aus der Tasche befreit hatte. Fast wäre er auf den Boden gefallen, wenn eine ältere Dame sie nicht darauf aufmerksam gemacht hätte. Der Bus kam nicht. Irina verzweifelte. Der vorwitzige Malkasten ließ sich nicht zurück stopfen. Also öffnete sie ihn. Neben ihr hatte sich eine kleine Pfütze gebildet. Sie tunkte den Pinsel ein und fing an zu malen.

Sie liebte es zu malen und war sogar recht gut darin. Tief versank sie in das Gelb der Sonnenblumen, die vor ihren geistigen Augen zu leben erwachten. Sie konnte den Wind hören, der raschelnd durch die Felder wehte. Sie roch die Orange, die sie sich heute Morgen in die Tasche gesteckt hatte. Es roch herrlich. Dabei bemerkte sie, dass sie hungrig war. Der Pinsel bewegte sich weiter und ein Haus erschien. Daneben stand eine alte Frau mit weißen Haaren und winkte ihr. Sie wollte gerade zurück winken, als endlich der Bus erschien. Die ältere Dame blickte das Bild an und meinte: „Das ist ja wunderschön geworden.“ „Ja – das ist meine Großmutter. Dort lebt sie und ich freue mich so sehr heute dort hin zu fahren.“ Die alte Dame nickte. „Ja mein Kind. Wenn es mal nicht so läuft wie man gerne hätte, hilft es immer sich etwas hinzu setzen und in sich zu gehen. Einen Pinsel oder Stift in die Hand nehmen und los malen, oder schreiben. Das hellt die Seele auf. Und du kannst, ohne dich weiter über den Tag zu ärgern, dich auf den Rest freuen.“

Irina dachte nach  und auch heute noch, wenn der Tag ganz so bescheiden ist, und sie nicht weiter weiß, setzt sie sich hin, nimmt ein Blatt, malt oder schreibt. Sie versinkt so tief in ihre Gedanken, dass sie die schlechten dann einfach abstreichen kann, wie unerwünschten Staub.

ENDE

Allgemein, Horror, writing friday, Zombies

#Writing Friday – Der brennende Regen 3 von 3

So der finale Teil des letzten #Writing Fridays.

Teil 1 findet ihr HIER

Teil 2 findet ihr HIER

Was bisher geschah:

Nach der ersten Nacht gingen Bea und Emily zurück zu dem Platz an dem sie angegriffen wurden. Weitere Überlebende treten heraus. Sie schliessen sich einer Gruppe an. Als sie sich erneut verstecken wollten, gerät Emily in Gefahr.

Emily schrie auf. Sie robbte nach hinten, weg von der Kreatur. Aber es war vergeblich. Die Hand des Scheusals schloss sich um Emilys Knöchel. Sie zog dran und holte Emily damit näher zu sich. Bea blieb stehen. Unfähig weiter zu laufen sah sie diesem Schauspiel zu. Sie konnte es nicht fassen. Die Kreatur hob Emily etwas in die Höhe und versuchte in den Fuß des Mädchens zu beißen. Zum Glück waren die Schuhe noch im Weg. Emily schrie und trat nach dem Monster. Aber es war stärker. Ein weiterer Versuch in Emilys Bein zu beißen schien erfolgreich zu werden.

Aus dem Augenwinkel sah Bea einen Schatten heran stürmen. Ein tiefes Knurren erklang. Ohne lange zu warten schoss ein Wesen aus dem Schatten und stürzte sich auf das Monster, das gerade seine Zähne in Emilys Wade rammen wollte. Emily fiel. Der Körper wurde von dem angreifenden Wesen von Emily weggedrängt. Es sprang hoch und verbiss sich in dessen Kehle. Ein gurgeln erklang und die Kreatur fiel zu Boden.

Emily rappelte sich auf und rannte in die Richtung in der Bea und Ben angewurzelt standen. Dann blieb sie stehen und drehte sich um. Ganz ruhig betrachtete sie die grausame Szene. Sie wartete. Das Wesen löste sich von dem Monster und drehte sich zu ihnen um. Es war blutverschmiert und Schmutz verkrustet. Emily ging in die Knie. Bea hielt den Atem an.

Das Tier trabte auf sie zu. Legte seinen Kopf auf ihre Schulter und Emily drückte seinen Hals. „Emil.“ Emil. Ja natürlich. Welches Tier hätte sich sonst so aufgeopfert, wenn nicht der geliebte Hund. Bea und Ben rannten zu Emily. Sie schnappten das Mädchen und der Hund folgte ihnen. Sie mussten von der Straße runter.

Schnell rannten sie in die Richtung in der die Wohnung lag, in der sie den Tag davor Schutz gefunden hatten. Hinter ihnen konnten sie Dora und noch einige andere sehen, die sich ihnen anschlossen. Allerdings konnte sie auch sehen, dass noch mehr der Monster auferstanden waren. Und wie Ben schon befürchtet hatte, auch diejenigen, die den Tag davor ihr Leben verloren hatten. Die Menschen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten wurden gnadenlos von den Kreaturen angegriffen und getötet. Es war furchtbar.

Als sie an dem Haus ankamen hatten sich auch an ihre Fersen schon einige der Monster gehängt. „Schneller, schneller.“ Rief Ben. Ein älterer Mann, der nicht schnell genug rennen konnte, blieb zurück und wurde eingeholt. Ein Schrei und Bea wäre fast in Dora hinein gerannt, die plötzlich stehen blieb um dem Mann zu helfen. Bea schnappte sich ihren Arm und zog sie weiter. „Das geht nicht. Er ist verloren. Lauf, lauf.“ Da war die rettende Tür. Bea stieß sie auf und hoffte, dass es dahinter immer noch leer war. Sie winkte den anderen sich zu beeilen. Als der letzte eintrat schmiss sie die Tür zu und verriegelte sie.

Sie schaute zur Gruppe. „Das wird erst mal halten. Wir gehen in den zweiten Stock. Am Ende des Gangs ist eine Wohnung, die dürfte sicher sein.“ Sie bewegten sich nach oben. In der Wohnung suchte sich jeder einen Platz und verhielt sich ruhig.

„Emily, was meinst du, gehen wir ins Bad und waschen Emil, so dass er wieder hübsch ist?“ Sie nickte heftig.

Es war beruhigend den Hund zu waschen. Während sie ihn einseiften machte sich Bea Gedanken, wie sie weiter verfahren sollten. Sie mussten auf jeden Fall raus aus der Stadt. Sobald der Morgen dämmerte würden sie sich sammeln und die Autos besteigen.

Ben saß in der Küche. Bea setzte sich zu ihm. Er hatte Kaffee gekocht. Sie genoss den bitteren Geschmack. „Morgen sobald es hell wird brechen wir auf. Wir brauchen einen sicheren Ort. Er muss zu verteidigen sein.“ Bea überlegte. Was wäre einfach zu verteidigen aber auch zu bewirtschaften? „Wie sieht es mit Vorräten aus?“ „Bevor wir angegriffen wurden, haben die Leute gut gesammelt. Wenn wir rationieren, dann kommen wir paar Überlebende zurecht. Das Problem dann werden wir später lösen. Uns muss klar werden, dass sich mit dem gestrigen Vorfall unser gesamtes Leben geändert hat.“ Bea nickte. Ja, das Leben, das sie kannten und schätzten war vorbei. „Ich weiß was. Eine Burg. Oder ein Schloss. Die haben hohe Mauern und ein Tor. Oder ein Kloster. Die haben sogar schon Gärten angelegt.“ „Ein Kloster. Das klingt gut. Lass uns mal sehen wo eines in der Nähe ist.“ Sie zückten ihre Handys und suchten in der Umgebung nach erhaltenen Klöstern. „Da. Ein Kloster. Perfekt. Das ist eine sehr gute Idee, Bea.“ Sie lächelte. Ein Silberstreif am Horizont. „Lass uns bisschen schlafen. Ich denke hier sind wir sicher genug, dass wir keine Wachen brauchen.“

Emily hatte sich an den noch feuchten Emil gekuschelt und drückte ihn fest. Sie würde ihn bestimmt so schnell nicht mehr los lassen. Ein Klosterleben. Man musste nehmen was kommt.

Als das erste Licht durch die Scheiben leuchtete, waren sie schon fleißig am Auto packen. Es waren noch vierzehn Überlebende jeden Alters dabei. Sie fuhren in drei Autos. Oft mussten sie Leichen ausweichen. Langsam fuhren sie weiter. Bloß keinen Unfall bauen. Sie wussten nicht, ob das mit den Angriffen wirklich abhängig von der Tageszeit war. Nichts riskieren. Bea schaute hinaus. Die Welt zog wie in Zeitlupe an ihr vorbei. Was würde sie erwarten? Eine ungewisse Zukunft erwartete sie. Aber sie sah es positiv. Sie hatten überlebt.

Sie erreichten das Kloster. Die Tore standen offen. Das war kein gutes Zeichen. Langsam fuhren sie in den Klosterhof. Das schlimmste war eingetroffen. Es lagen viele Mönche vor ihnen auf dem Boden. Überall Blut. „Was machen wir jetzt?“ Fragte Bea. Ben war im ersten Moment sprachlos. „Wir müssen die Leichen hinausbringen. Schnell. Wir teilen uns auf. Die einen schaffen die Leichen hinaus und die anderen schauen sich um, ob es noch mehr gibt. Wir müssen uns beeilen.“

Sie erläuterten den Plan mit den anderen und gingen schnell zu Werke. Die Männer schafften die Leichen hinaus. Sicherheitshalber schlug Dora vor, dass sie verbrannt würden. Sie wussten ja aus der Stadt, dass sie wieder auferstehen würden. Währenddessen suchten die Frauen das übrige Gelände ab. Aber es schien keiner mehr am Leben zu sein. Im hinteren Teil fanden sie noch einige Leichen. Mit ihnen wurden ebenso wie mit den anderen verfahren.

„Schnell schließt die Tore. Es dämmert. Wir sollten uns einen Raum suchen, den wir abschließen können, für den Fall dass wir jemanden übersehen haben.“

Sie trafen sich in der Klosterküche. Dort gab es sogar noch viele Lebensmittel. Die Frauen bereiteten kleine Häppchen vor. Dann war Warten angesagt. Es war still. Keinerlei Laute drangen zu ihnen. Das Kloster lag abseits genug von der nächsten Stadt. Und das Klostergelände hatten sie wohl sorgfältig gereinigt. Die Spannung fiel von der Gruppe ab.

Die nächsten Tage und Wochen waren sie damit beschäftig die Mauern und Tore zu verstärken und sicherer zu machen. Die Frauen kümmerten sich um die inneren Räume und Gärten. Die Männer um die Verteidigung. Die Kinder halfen überall fleißig und Stolz mit.

Sie hatten weniger Angst vor den Monstern zu denen die getöteten geworden waren, als vor den Monstern die überlebt hatten. Das soziale Gefüge, das die Gesellschaft gebändigt hatte, gab es nicht mehr. Es war nur eine Frage der Zeit in der plündernde Gruppen zu ihnen stoßen würden. Sie wussten nicht was mit den Untoten geschehen würde. Würden sie irgendwann verhungern und sterben, oder würden sie in eine Art Koma fallen? Das würde sich zeigen. Aber die Lebenden, die waren immer unberechenbar.

Bea und Ben standen auf der Mauer und beobachteten die Gegend. „Das wird unser neues Leben werden. Bist du bereit?“ fragte Ben. Sie nahm seine Hand und drückte sie. „Ja, das bin ich.“ Ein neues gefährliches Leben würde sie erwarten. Aber sie würden es willkommen heißen.

ENDE

Horror, writing friday, Zombies

#Writing Friday – Der brennende Regen 2 von 3

Da ich mich ja beim letzten #Writing Friday nicht kurz halten konnte – das ist ein Thema, bei dem schweife ich leider immer wieder gerne aus. Also hier kommt die Fortsetzung. Teil 1 könnt ihr HIER noch mal lesen.

Was bisher geschah.

Bea wird von einem ätzenden Regen überrascht. Die Menschen auf der Strasse suchen Unterschlupf. Bei ihrer Flucht trifft sie auf ein kleines Mädchen mit ihrem Hund. Emily und Emil. Als sie auf der Suche nach ihrer Mutter sind kommt es zu einem Angriff. Die beiden fliehen erneut. Dabei werden sie von dem Hund getrennt.

Wenige Minuten, oder waren es doch Stunden? Bea hatte jegliches Zeitgefühl verloren, wachte sie auf. Etwas hatte sie geweckt. War es das Geräusch, das diese mutierten Menschen verursachten? Nein. Es war die Stille, die sie geweckt hatte. Das Fehlen jeglichen Geräusches in der Stadt war extrem unheimlich. Sie ging leise zum Fenster und schob vorsichtig die Vorhänge beiseite. So leise wie möglich, öffnete sie das Fenster und lehnte sich hinaus. Nichts. Im Dämmerlicht des Morgens war die Straße leer gefegt. Emily schlief noch. Sollte sie die Kleine wecken? Ja, es wäre besser, sie würden zusammen die Lage abklären.

Sanft rüttelte sie Emily wach. „Emily? Komm Süße, aufwachen. Wir müssen mal gucken was da draußen los ist.“ Emily sprang auf wie ein Kastenteufel. „Ja und wir müssen Emil suchen.“ Das Leuchten in den Augen des Mädchens versetzte Bea einen Stich. Hoffentlich fanden sie nicht seine Leiche. Sie streichelte ihr über den Kopf und schickte sie ins Bad. Zwischenzeitlich packte Bea einige Vorräte ein. Im Bad suchte sie nach Erste Hilfe Material. Sie stopfte alles in einen gefundenen Rucksack und Schulterte ihn auf. Dann nickte sie Emily zu. „Auf geht es.“

Sie gingen die Treppe hinab. Vorsichtig. Vielleicht hätte sich etwas im Flur versteckt. Aber es war leer. Vor der Tür stehend, atmete Bea tief ein. Mit einem Ruck zog sie die Tür auf. Sie gingen hinaus. Immer noch waren keine typischen Geräusche zu vernehmen. Selbst die Vögel, die normal den neuen Tag begrüßten, waren still.

Sie gingen zurück zu dem Platz vor dem Gebäude, in dem Emilys Mutter arbeitete. Es war schlimmer als Bea jemals erwartet hätte. Sie drückte Emily an ihre Seite. Leider konnte sie ihr nicht ersparen die ganzen Leichen zu sehen. Sie hatte Angst sie irgendwo zurück zu lassen. Sie wollte vermeiden, dass sie irgendwie getrennt wurden. Die Tür, die der Mann vorher nicht öffnen wollte um die beiden einzulassen, war zerstört. Vorsichtig näherten sie sich um zu sehen, dass die Halle mit Leichen übersät war. „Mami?“ Oh nein. Bitte, lass nicht ihre Mutter dabei sein. Betete Bea still. Bitte nicht. Aber das Schicksal war nicht gnädig. Emily rannte zu einer Frau. Sie war tot. Zum Glück sah sie nicht so verstümmelt aus, wie die Körper die ihnen sonst so unter die Augen gekommen waren.

Leise weinte Emily. Ganz vorsichtig streichelte sie über die leblose Hand ihrer Mutter. Dann blickte sie zu Bea. „Mami. Sie ist tot.“ Bea hatte einen Kloss im Hals. „Ja Emily. Sie ist tot.“ Emily nickte, während ihr die Tränen leise über die Wangen liefen. Sie erhob sich und ging zurück zu Bea. Dann steckte sie ihre kleine Hand in die ihre. „Komm, lass und Emil suchen.“ Sie schniefte noch etwas und wischte sich verärgert die Tränen von der Wange. Ein tapferes Mädchen, dachte Bea.

Von den Kreaturen war nichts zu sehen. Bea bezweifelte, dass sie alle gestorben waren. Sie vermutete, dass sie sich tagsüber versteckt hielten. Das war gut. Sie mussten also immer des Nachts eine sichere Unterkunft finden. Das sollte doch zu schaffen sein. Der Tag brach endgültig durch. Rechts und links erschienen weitere Überlebende. Alle sahen so geschockt aus, wie Bea sich fühlte. Eine kleine Gruppe stand in der Nähe. Eine ältere Frau winkte ihnen zu. „Kommt ihr beiden.“ Bea zögerte nicht. In einer Gruppe war man immer stärker. „Hallo ihr zwei. Kommt hier seid ihr erst mal sicher.“ „Hallo, wir sind Bea und Emily. Schön, dass es noch paar geschafft haben. Was sind das für Kreaturen?“ Ein junger Mann meldete sich zu Wort. „Ich bin Ben. Soweit wir das beobachten konnten ist dieser ätzende Regen verantwortlich. Die, die keinen Schutz finden konnten sind:“ Er machte Gänsefüßchen.“ „Gestorben“. Aber irgendwie nicht richtig. Sagen wir mal ich vermute, dass die Instinkte erhalten blieben, aber das menschliche ist gestorben. So ein bisschen wie Zombies. Wir wissen ja auch nicht, ob die von ihnen getötete vielleicht auch wieder aufstehen. Auf jeden Fall verstecken sie sich bei Tageslicht. Da dieser Regen nicht natürlich ist, kann man vielleicht von einer Biowaffe ausgehen.“ Bea nickte. So etwas hatte sie ja selbst schon vermutet. „was machen wir jetzt?“ Wir müssen aus der Stadt raus. Es gibt zu viel hier. Aber wir können nur Tagsüber gehen. Also müssen wir immer irgendwie in Nähe eines Unterschlupfes sein.“ „Was ist mit Autos?“ „Ja.“ Ben drehte sich zur Gruppe um. „Ist irgendwer mit seinem Auto heute hier?“ Die Gruppe umfasste etwa zwanzig Leute. Aber sie konnte am Rande erkennen, dass immer mehr Menschen sich anschlossen. Überall traten überlebende Heraus und suchten Sicherheit. Aber wie Groß durfte eine Gruppe werden um noch sicher zu sein, fragte sich Bea. Emily stand am Rand und ließ ihren Blick in alle Richtungen schweifen. Aber Emil war nirgends zu sehen. Sie ließ ihre Schultern hängen.

„Wie viel Autos können wir nutzen?“ Fragte Bea Ben. „Soweit ich das sehe, sind etwa fünf Leute mit Autos da. Das ist ziemlich gut. Da können wir schon etwa fünfundzwanzig Leute unterbringen. Aber wir müssen uns aufteilen. Zu große Gruppen sind unübersichtlich.“ Ben wandte sich den Leuten zu. „Hört zu. Wir müssen uns aufteilen. Ich denke Gruppen zu zehn Leuten ist zu bewältigen. Wir müssen aus der Stadt raus bevor es dunkel wird.“

Aufgeregtes Gemurmel erhob sich. Ein etwas älterer Mann erhob sich. „Aber wie entscheiden wir das?“ „Na das wird doch zu machen sein. Hier wird nicht gewählt. Von mir aus stellt euch in eine Reihe und zählt zehn ab. Es geht doch auch nur darum hier sicher raus zu kommen. Später treffen wir uns und schauen wie es weiter gehen soll.“ Es schwoll ein lautes Raunen an. Keiner war so richtig zufrieden mit dieser Lösung. Bea konnte nicht nachvollziehen warum sich die Leute so schwer taten.

„Hört zu. Es wird Zeit. Wir müssen hier raus. Aber wir brauchen auch Vorräte. Also jammert nicht herum sondern fangt an produktiv zu werden. Geht in die Häuser und Büros, nehmt alles was verwertbar ist mit und wir treffen uns dann alle wieder hier, aber denkt daran, wir müssen Schutz haben wenn es dunkel wird. Ist das allen klar?“ rief Bea genervt in die Runde. Alle nickten und die Gruppe löste sich langsam auf.

Emily stand so verloren da und kämpfte mit den Tränen. Bea brach das Herz. Die Kleine hatte ihren Hund und ihre Mutter verloren und der Vater? Daran mochte sie nicht denken. „Komm Emily, lass uns bisschen shoppen gehen, ja?“ Emily zuckte mit den Schultern und die beiden gingen auf Beutezug.

Einige Stunden später sammelten sich die Leute nach und nach am Treffpunkt. Die Zeit war viel zu schnell vergangen. Es wurde schon wieder duster. Ängstlich blickte sich Bea nach Ben um. Dort stand er und unterhielt sich mit der älteren Dame, die sich als Dora vorgestellt hatte.

„…..es ist schon so spät geworden. Wir hätten schon längst unterwegs sein müssen.“ Stellte Ben fest. „Was bedeutet, das? Kommen wir heute nicht raus?“ „Ich bin mir nicht sicher. Einem Angriff werden die Autos nicht standhalten. Vielleicht sollten wir uns in einem Haus verbarrikadieren?“

In diesem Moment hörten sie die Geräusche. Sie waren zu spät dran und die Kreaturen zu früh. Entsetzt griff Bea nach Bens Arm. „Oh nein, sie kommen. Wir sind zu spät. Wir müssen weg. Kommt. Wir hatten gestern einen guten Unterschlupf. Ich hoffe, der ist noch sauber. Schnell, schnell.“ Sagte sie hektisch zu Ben und Dora. „Wo ist Emily? EMILY. EMILY wo bist du? Wo ist sie nur.“ Ben drehte sich um seine Achse. „Dort. DA hinten steht sie.“ Oh nein. Emily. Ganz in der Nähe konnte sie einen Schatten ausmachen. Eine der Kreaturen bewegte sich noch etwas steif auf das Mädchen zu. Aber Emily merkte nichts. Ben und Bea rannten los, aber sie waren zu weit weg. Diese Kreatur würde das Mädchen vor ihnen erreichen. „Emily. Emily lauf.“ Schrie Bea. Emily drehte sich langsam zu ihnen um. Ein Geräusch ließ sie zusammenzucken. Sie drehte ihren Kopf in dessen Richtung und sah die Kreatur auf sie zu kommen. Sie wich zurück, stolperte und konnte sich nicht auffangen. Sie fiel rücklings auf den Boden. Die Kreatur war nur noch eine Handbreit von dem Mädchen entfernt und streckte schon die Arme nach ihr aus. Bea wurden die Knie weich. Sie durfte Emily nicht verlieren. Sie war ihr Anker. Ben versuchte schneller zu rennen, aber immer noch waren sie zu weit weg. Sie würden es nicht schaffen.