Romantik, Schreibkicks

Schreibkicks – Kommerzieller Valentinstag

Schreibkicks. Hier wird von Sabi immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird.

Dieses Mal: kommerzieller Valentinstag

Teilnehmer:

Veronika
Eva
Corly
Sabi

Das Thema für den 1.4.18 lautet dieses Mal:Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde


Da ich grippal angeschlagen bin kurz und knapp.


Marnie liebte Valentinstag – nicht mal weil sie verliebt war – sie war schon lange Single. Aber neben Weihnachten war das die Zeit, in der die Menschen am nettesten zu einander waren. Ihre ganze Wohnung sah immer aus wie ein Geschenkeladen. Sie konnte einfach nicht an der tollen Deko vorbeigehen. Es war wie ein Zwang – ihre Mutter meinte immer – das wäre der innere Drang sich einen Partner zu wünschen. Pah – was für ein Blödsinn.

Währenddessen im Dekoladen um die Ecke. Warren hatte ein besonderes Schaufenster dekoriert – dieses Mal würde er sich trauen Marnie anzusprechen. Eigentlich verabscheute er diesen kommerziellen Valentinstag – aber er war schon seit einiger Zeit in Marnie verliebt und wollte dieses Mal nicht so abwertend sein. Er befürchtete, dass er sie damit die letzten Jahre immer vor den Kopf gestoßen hatte – war auch nicht unbedingt eine gute PR für einen Dekoladen, den er eigentlich auch verabscheute – aber er hatte ihn geerbt – von seiner Mutter. Sie liebt Deko genauso sehr wie Marnie. Da kommt sie – was mache ich – ach ich habe das Schild für die Aushilfe vergessen – ich weiß, dass Marnie einen Job sucht – mein kleines Spinnennetz – direkt neben meiner schönsten Deko platziert – da muss sie einfach zugreifen.

Marnie war auf dem Weg zum Einkaufen – ihr Weg führte sie immer wieder an dem tollen Dekoladen vorbei  – früher war er immer liebevoll Geschmückt – Sie hat oft mit Frau Basser zusammen gesessen und sich unterhalten, wie man was am besten platziert. Marine war sehr traurig gewesen, als sie starb. Und ihr Sohn – der war wirklich unfähig das richtig darzustellen. Bei ihm sah alles nach Kommerz aus. Einfach nicht liebevoll. Nur abgestapelt. Aber trotzdem ging sie immer wieder daran vorbei  – nur nicht mehr so oft hinein. Aber jetzt zum Valentinstag wollte sie sich was Nettes gönnen. Sie blieb stehen und stutze – das Fenster war sogar mal richtig nett dekoriert. Was? Er sucht eine Aushilfe? Eine Aushilfe im Dekoladen – das wäre ein Traum von mir. Aber könnte ich mit ihm arbeiten. Er ist ja ganz schnuckelig – aber immer so abwertend. Ach was soll´s. Der kleine Amor da im Schaufenster, zeigt mir schon den richtigen Weg.

Die Türklingel ging an in dem Moment als sie den Laden betrat. „Warren? Hallo?“ „Ach hallo Marnie – wieder auf Dekojagd?“ Sie biss sich auf die Zunge um ihn nicht was an den Kopf zu werfen. Das war es, was sie meinte – ein Bauer, was Feingefühl anging – so einer konnte doch kein Dekoladen führen. „Äh – ja – Du weißt ja Valentinstag. Diesmal hast du dir ja richtig Mühe gegeben um Kunden anzulocken. Das Fenster ist toll geworden.“ „Oh – Danke. Das war wohl mal ein lichter Moment.“ Marnie räusperte sich. „Ich hab gesehen, du suchst eine Aushilfe? Wie passend – ich suche einen Job.“ „Echt – Na das wäre doch was, oder?“ „Ja eigentlich schon.“ „Dann Willkommen im Dekoteam.“ „Äh – darf ich schalten und walten wie ich will?“ „Ähhhh ich denke schon.“ Antwortete er vorsichtig. „Sehr gut.“ Und schon schob sie ihn beiseite. Sie wirbelte durch den Laden und als sie fertig war, konnte er kaum glauben was er sah. Sein Fenster hatte sie so gelassen – im Inneren war nichts wieder zu erkennen. Es wirkte einladend und liebevoll. Wie bei seiner Mutter.

Ein Jahr später war der Laden aus der Dekoszene kaum noch wegzudenken. Trotzdem sie viel Kunden hatten und auch nicht schlecht verdienten, wirkte es dank Marnie nie Kommerziell. Sie unterstützte Künstler, die ihren Laden als Plattform nutzen, hatte ein gemütliches Kaffee integriert und war schwanger mit ihrem ersten Kind. Man kann es sich denken, es dauerte nicht so lange, bis Marine erkannte, dass Warren wirklich ein super netter und süßer Kerl war. Ein Kerl zwar, der kein Gespür für Deko hatte – aber umso mehr für seine Frau.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie heute noch und dekorieren die ganze Welt mit Liebe.

Romantik, writing friday

#Writing Friday Week 6 – Strickende Engel

Und wieder ist ein #Writing Friday bei Elizzy. Es gibt noch genug Themen, die die nächsten Freitage füllen. Und irgendwie – unabhängig von dem Schneefall die Tage – schnappte ich mir die Tropen/Schneestory. Die kleine hab ich direkt vor der Nase hüpfen sehen und sie wollte geschrieben werden. Also hier mein Versuch meiner imaginären Enkelin Schnee zu erklären.

Du erklärst einem Kind aus den Tropen, was Schnee ist

Ich sass auf der Veranda und blickte über das Wasser. Mein Haus stand so nah am Meer, dass ich es riechen konnte. Das Salzwasser kitzelte in meiner Nase und der Geruch – ganz leicht – nach Fisch und Algen beruhigte mich. Ich schloss die Augen und liess die sanfte Meeresbriese über mich hinweg gleiten.

Ich musste wohl eingeschlafen sein. Mein Traum wurde unruhig. Mein Boot, das so sanft auf dem Meer lag wurde von kleinen Wellen durchgeschüttelt. Ich erwachte und bemerkte woher der Sturm kam. Von meiner kleinen Enkelin.

„Amanda – ich hab geschlafen. Du weisst, das man alte Menschen nicht einfach aus dem Schlaf wecken soll.“ „Das ist falsch OmaTrudy. Eigentlich soll  man alte Menschen ständig wecken, damit sie nicht im Schlaf sterben.“ Da stand die kleine vier Jährige vor  mir und blickte mich so keck an, dass ich nicht anders konnte als sie zu schnappen und zu kitzeln. Sie lachte und strampelte bis sie nur noch japste, da liess ich sie los. „Warum hast du mich geweckt? Was hast du da in der Hand?“ Ich sah ein mittlerweile zerknittertes Bild in ihrer Hand. „Oma Trudy, das habe ich unter deinem Bett gefunden.“ „Was machst du unter meinem Bett? Ich hoffe sauber?“ „Hihihi, da würde ich ja nie fertig werden.“ War die frech. Ich freute mich schon auf ihr heranwachsen. „Also was hast du da?“ Sie hielt mir das verknitterte Bild hin. „Was ist das weisse da auf dem Bild? Das ist doch kein Sand. Hier bei uns ist alles sandig und der ist gelb.“

Ich blickte das Bild an und ein bisschen wurde ich traurig. Das Bild gehörte einer lang entfernten Vergangenheit an. Es war ein Bild, das mich im Schnee zeigte. Schnee. Das gab es hier in den Tropen nicht. Es gab Strände, da war der Sand so weiss wie Schnee, aber halt Sand. Der blieb und man fand ihn Tage später noch in sämtlichen Körperöffnungen.

„Das ist Schnee, mein Schatz.“ „Schnee?“ sie legte den Kopf schief, wie ein kleiner Welpe, dem man sein Spielzeug zeigte und darauf wartete, dass man es warf. „Was ist Schnee?“ „Das ist gefrorener Regen.“ „Gefrorener Regen? Wie kann den Regen frieren?“ „Er friert nicht, er gefriert.“ „Sag ich doch.“ Schüttelte die Kleine ihren Kopf, als wäre ich etwas schwer von kapee. Ich schmunzelte. „Er Gefriert, wenn es sehr kalt ist. Dann werden sie schimmernde Kristalle. Sie verändern aber ihre Form – sie werden wie die kleinen Spitzendeckchen, die ich von Uroma Paula liegen habe. Diese feine Form – Engel habe diese Flocken für uns gestrickt.“ „Engel stricken?“  „Ja, das machen sie, wenn sie uns beobachten, dann stricken sie Schneeflocken.“ „Hä?“ „Du liebst doch Eis.“ „Oh ja – darf ich eins haben? Biiiitte.“ „Aber nur wenn du  mir eins mitbringst.“ Schnell sprang Amanda auf und rannte mit ihren kleinen nackten Füsschen in die Küche. So schnell sie konnte war sie wieder zurück und setzte sich zu meinen Füssen auf den Boden. „Hier – erzähl weiter.“ „Dieses Eis. Das ist kalt.“ Sie nickte, während ihre kleine rosa Zunge am Eis leckte. „Eis ist gefroren.“ „Eis friert? – das ist kein Wunder. Im Kühlschrank ist es kalt.“ Ich musste lachen. „Genau – da ist es kalt. Und es gibt Orte auf der Welt, da wird es auch so kalt, das Wasser friert. Die Flüsse frieren zu und Seen und der Regen wird zu Schneeflocken?“ „Schneeflocken.“ Flüsterte Amanda. „Aber wie fühlt sich das denn an?“ „Kalt, sehr kalt und nass. Denn Schnee ist ganz leicht und kaum ist er auf deiner Hand gelandet schmilzt er und wird zu Wasser. So fein ist er.“ „Aber warum haben die Engel denn dann nicht dickere Tropfen genommen um den Schnee zu stricken?“ „Sie mögen das feine und leichte Gefühl der Flocken. Sie sind so leicht, dass sie im Wind tanzen können, bevor sie auf den Boden fallen.“ „Aber auf dem Boden schmelzen sie nicht?“ „Wenn der Boden so kalt ist, wie der Kühlschrank, dann nicht. Die vielen Flocken sammeln sich auf dem Boden und bedecken ihn dann ganz schnell, wie eine Decke. Deswegen ist alles so weiss auf dem Bild.“ „Und wie fühlt sich das an?“ „Hm – also erstmal ist alles immer ganz friedlich, wenn es geschneit hat. Es ist so ruhig als wäre die Welt eingeschlafen. Wie bei Dornröschen.“ „Oh – Dornröschen mag ich.“ „Ja, alle mögen sie.“ „Aber wie fühlt es sich an?“ „Es knirscht wenn man drauf läuft. Es fühlt sich manchmal an wie wenn du in einen nassen Sandhaufen greifst oder manchmal wie wenn du deinen Finger in geschlagene Sahne steckst.“ „Hm. Das klingt irgendwie schön.“ „Das ist es – aber es kann auch sehr unangenehm sein. Da der Schnee so kalt ist frieren einem die Füsse und die Finger und die Nase ein. Das ist nicht so schön.“ „Ach – so schlimm klingt es nicht – man kann ja was warmes anziehen und auch einen schönen warmen Kakao trinken. Ich will in den Schnee.“ „Vielleicht fahren wir mal in den Schnee. Vielleicht. Aber solange – komm ich zeig dir Schnee.“ Grosse Augen blicken mich an. Sie steht auf und folgt mir in die Küche. Ich öffne das Gefrierfach und kratze die Eisschicht ab – gut, dass ich nicht so oft abtaue. Ich kratze soviel ab, dass man einen kleinen Schneeball formen könnte. Dann nehme ich ihn im Eisportionierer auf und lasse ihn in ihre Hand rieseln. „So ähnlich fühlt sich Schnee an.“ „Ah hihihi. Das kitzelt und ist nass. Kann ich Schnee essen?“ „Ja – du kannst deine Zunge herausstrecken und die Flocken darauf fangen. Das macht viel Spass.“ „Gut – ich gehe schnell und packe meine Tasche – dann fahren wir in den Schnee.“

Schnell wie der Wind rauschte sie aus der Küche in ihr Zimmer und ich hörte nur noch: „Nein, das ist zu kalt, was  meinst du  Mister Schnuffel? Ja – das ist nicht dick genug. Ja natürlich nehme ich dich mit. Du musst doch Schnee auch kennen lernen.“ Seufzend ging ich an den Computer und öffnete eine der vielen Reiseportale und gab die Suche nach Schneegebieten ein.

ENDE

 

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Drama, Romantik, Story Samstag

[Story-Samstag] Mutter – Gedanken einer Mutter

Der Story-Samstag hat nur zwei einfache Regeln: Tante Tex gibt ein kleines Thema vor. Und wir haben die Möglichkeit ganz kreativ darauf mit einem geschriebenen Beitrag – egal ob als Gedicht, Abhandlung, Erzählung, Witz oder sonstiger literarischer Art – zu reagieren. Man hat immer zwei Wochen Zeit um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen…

storysamstag

Der Muttertag lag endlich hinter uns. Ich liebte meine kleinen Würmer, aber dieser spezielle Tag, der für uns gedacht ist, bedeutete im Endeffekt meist mehr Arbeit als jeder andere. Ich werde mit Frühstück überrascht, in dem noch die Eierschalen in den Eiern schwimmen, der Kaffee mehr Wasser als Kaffee ist und die Pancakes eher auf dem Küchenboden als  auf dem Teller verteilt sind. Meine kleine ist so süss. Sie ist vor dem Muttertag immer so aufgedreht. Da wird Glitzer und Glimmer aus der Bastelkiste geholt und im ganzen Zimmer verteilt um mir eine hübsche Karte zu basteln. Am besten packe ich sie dann aus, denn das meiste davon ist auf ihr und ihren Haaren. Das bleibt dort bis zum nächsten Fasching. Aber sie beim Basteln zu beobachten ist mehr wert, als ihre süsse Karte. Sie sitzt auf dem Boden und die kleine rosa Zungenspitze arbeitet sich einen Weg durch die Lippen. Dies Konzentration – da könnte ich sie einfach schnappen. Ganz anders ihr Bruder. Der Stammhalter. Er ist jetzt schon aus dem Alter um sich bei seiner Mutter Liebkind zu machen. Mütter sind jetzt peinlich. Aber ich bin gerne peinlich. Wie oft schon, hat er mich geärgert und ich habe ihn dann am nächsten Tag im Schlafanzug und Lockenwickler in die Schule gefahren. Nicht  genug mich durchs Fenster zu sehen. Nein, nein. Ich steige natürlich aus um ihn noch einen Kuss auf die Wange zu drücken. Natürlich mit rot geschminkten Lippen. Strafe muss sein. Er ist gerade in der Phase die selbstgemachten Gutscheine zu entwerfen. Ein Kuss, Geschirr weg räumen, Staubsaugen, Aufräumen, ohne Murren schlafen gehen. Er denkt jedes Mal ich würde sie nie nutzen. Ha – und ob ich das mache.  Ich liebe die Zeit vor dem Muttertag am meisten. Denn ich sehe, wie sich meine Familie Gedanken macht um mir einen schönen Tag zu bereiten. Ich liebe das.

Den Muttertag hasse ich. Denn nichts gelingt, und ich muss nett und lieb sein. Ich muss die verunglückten Karten an den Kühlschrank heften und hoch loben, dabei denke ich nur an den im ganzen Haus verteilten Glimmer und Kleber. Die Gutscheine lächelnd entgegen nehmen, obwohl ich weiss, dass  sie halbherzig sind und mir meine Rache dazu schon überlegen. Mein Mann – er gibt sich Mühe, das meiste wieder auszubügeln. Nun – die Mühe zählt. Das ungeniessbare Frühstück muss ich loben und essen. Dann aufstehen, mich zu Recht machen um dann die Küche aufzuräumen. Aber die Freude in den Augen der Kinder, wenn ihre Geschenke  angeblich ankommen. Unbezahlbar. Dafür liebe ich den Muttertag.

Vielen Dank an meine Mutter, all dies ertragen zu haben.