Geschichtenzauber

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #15

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Kapitel 12

Was bisher geschah:

Ein Angriff von Raben überraschte die Drei. Ebenso wurden sie von ihren Rettern überrascht – Katzen stürzten sich auf die Raben und verscheuchten sie.


Soweit waren sie schon gekommen und hatten alle Angriffe der Königin abwehren können. Bald müssten sie da sein. Sie folgten dem Splitter immer weiter. Mehrere Tage ritten sie, und schliefen sie.

Die böse Königin stand wieder an ihrem Wasserbecken und raufte sich die Haare. Die Raben hatten versagt, das Labyrinth hatte versagt. Die drei kamen dem Versteck immer näher. Sollten sie es schaffen Mary zu retten, wäre sie verloren. Das dürfte nicht passieren. Sie beobachtete die drei, die schlafend vor dem Lagerfeuer lagen. Wie sollte sie sie nur aufhalten. Sie wurden magisch unterstützt. Und sie wusste auch von wem. „Annet – du kleine miese Weisse Hexe. Ich hätte dich töten sollen, als ich damals die Gelegenheit dazu hatte. Jetzt habe ich das Problem, dass du mir ständig ins Handwerk pfuschst. Verflixt noch  mal. Wenn wir uns jemals wieder sehen. Dann Gnade dir die Götter.“

Annet, währenddessen machte sich bereit zum Endkampf. Sie wusste, dass sie dabei sein musste. Es würde ein Endkampf geben. Den konnten die Drei nicht alleine bewerkstelligen. Gegen Magie musste mit Magie vorgegangen werden. Sie bereitete sich intensiv vor. Reinigte ihre Aura und ihre Seele. Betete und meditierte. Es würde schwer werden. Schwarze Magie war immer stark und hinterhältig. Aber sie war ja nicht alleine. Ihr Gemahl und die Drei Freunde mit den gesamten magischen Geschöpfen wären bereit gegen die Böse Königin zu kämpfen.

Mittlerweile waren die Drei angekommen. Der Splitter bewegte sich nicht mehr. Sie hatten ihr Ziel erreicht. „Schau Arlo – dahinten ist ein Turm. Das ist unser Ziel. Wir sollten uns heute noch ausruhen. Sobald wir dort ankommen wird es losgehen. Wir brauchen alle unsere Kraft und deswegen sollten wir Ruhen. Lasst uns hier unser Lager aufschlagen und dann tief in uns gehen. Wir müssen uns auch seelisch auf diesen Krieg vorbereiten. Es wird uns alles abverlangen.“

Arlo nickte und Kato fing an Holz für das Feuer zu sammeln. Janis folgte ihr und als sie etwas abseits waren, räusperte er sich. Kato sah hoch und in dem Moment schloss Janis sie in seine Arme und küsste sie. Erst wollte sie ihn von sich stossen, aber es fühlte sich einfach richtig an. Sie erwiderte den Kuss. Er liess sie los. „Entschuldige bitte. Aber morgen werden wir in einen fürchterlichen Kampf ziehen. Und wir wissen nicht, ob wir da lebend heraus kommen. Ich wollte nicht sterben ohne dich einmal geküsst zu haben. Ich verspreche dir, wenn ich das überlebe, werde ich ernsthaft um dich werben. Solltest du  mich ablehnen, werde ich so hartnäckig werben, bis du nachgibst. Wir sind schon so lange unterwegs. Ich weiss wofür ich das mache.“ Kato errötete. „So. Nun. Was erwartest du von mir? Das ich brav hier warte auf dich? Das kannst du vergessen. Wir werden Seite an Seite kämpfen und wenn wir beide das überleben, erlaube ich dir um mich zu werben. Aber mach dich auf was gefasst, ich bin nicht einfach einzufordern.“ Sie lächelte, drehte sich um und sammelte weiter Holz. Janis Herz wollte aus der Brust hüpfen. Er würde das überleben. Er würde mit ihr Leben und sie immer lieben. Das würde er.

Fortsetzung folgt. 

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ABC-Etüden – Backpacking in China

Und es ist wieder Zeit – Christianes Etüden laden zu einer Reise ein – ich muss aber sagen, dass ich hier stark beeinflusst bin von Philips Reise durch Asien – zur Zeit sind sie in Kanada – ein sympathisches Pärchen.

Die Wortspende kommt dieses Mal von Elke H. Speidel (transsilabia.wordpress.com) und lauten:

Ahornblatt
Chinareise
krabbeln.

 

Kaum können sie krabbeln, da wollen sie auch schon verreisen.

„Wo wollt ihr denn hin?“

„Nach China, Mutter – das habe ich dir doch schon zig mal gesagt – mit dem Rucksack quer durch China.“

„Ach meine Kleine – mit dem Rucksack – ist das nicht zu gefährlich – ich hab gelesen, da gibt es nur seltsames zu essen – fritiertes Ahornblatt – wer isst denn sowas?“

„Das sind die Japaner  – nicht die Chinesen, Mutter – und es wird schon nichts passieren auf unserer Chinareise.

Wir filmen alles und du kannst dir das dann immer auf YouTube anschauen – da siehst du wo wir uns befinden, und dass wir noch leben.“

„Was – du willst gar nicht jeden Tag anrufen – ich soll bei YouTube nach dir suchen – ach, wie war das noch zu meiner Zeit, als ich  mit dem Rucksack durch England bin.

Jeden Tag habe ich eine Telefonzelle gesucht – du weisst doch was das ist, eine Telefonzelle, oder – und meine Eltern angerufen – die hätten mich sonst nicht fahren lassen.

Wie einfach ist das heute für euch – WhatsApp und YouTube – naja – wenigstens bin ich ein Stückchen bei euch auf eurer Reise wenn ich mitschaue.“

*Seufz* „Ja und ich freue mich schon auf deine Kommentare unter den Videos.“

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Mach was mit – Regen – Der Schlüsselmeister

Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba

Irgendwie hatte ich den 7. im Kopf – aber gesten schaute ich  und sah – der 3. Ups – nun ich brauch  manchmal doch bisschen Zeitdruck – das war in der Schule schon so – alles auf den letzten Drücker…aber dafür eine kleine Geschichte.


Regen

Leise tropft er auf den Boden. Pfützen sammeln sich in Mulden und unebenen Flächen. Im Dunkeln streift ein Mädchen – nein – eine Frau durch den Regen. Sie ist tropfnass. Ein Beobachter würde sich fragen: „Was macht sie hier, bei diesem Wetter, ohne Schutz vor dieser Nässe und Kälte. Was macht sie hier?“

Sie wirkt verloren, ängstlich, einsam. Sie scheint auf der Suche zu sein. Ihr Schatten folgt ihr und hinterlässt nasse Abdrücke auf trockenen Stellen des Asphalts. Der Schatten? Ja tatsächlich – Ihr Schatten – ist es ein Schatten oder ein eigenständiges Wesen? Ich werde neugierig und will ihr helfen. Meine Jacke im Arm stehe ich auf und gehe zu ihr. „Hallo? Kann ich dir helfen?“ Sie schaut mich irritier an – Als würde sie gerade wach werden. Die Regentropfen laufen über ihr Gesicht. Das Farbspiel der Tropfen fasziniert mich. Es schimmert wie Perlmutt. Was ist sie? Aber ich habe keine Angst – nein ich fühle mich geborgen und hingezogen. „Ich suche dich.“ „Mich?“ „Ja.“ „Warum mich? Und was ist das mit deinem sonderbaren Schatten, der nicht da ist wo er sein sollte, sondern…“ ich drehte mich suchend um „…da – dahinten steht er. Was macht er? Schaufensterbummel? Was soll das?“ „Reg dich nicht auf – der Schatten ist mein – nennen wir es Bodyguard. Ich will dir nichts Böses. Ich brauche deine Hilfe. Ich habe mich leicht verlaufen und will jetzt nur wieder nach Hause. Du bist der Schlüsselmeister. Du kannst mir das Tor in meine Welt öffnen.“

„Was? Was redest du? Ich verstehe nichts. Bist du high? Bin ich High? Ja, das muss es sein, das Gras war schlecht.“ Sie berührte mich mit ihren, von Regen nassen, kalten Händen und ein Blitz durchzog mich. Eine Erinnerung? Ich sah Bilder einer anderen Welt, meine Eltern, irgendwelche Menschen in Roben und unser Familiensiegel. Ich verstand und erinnerte mich. Ich brach zusammen. Kniend blickte ich zu ihr auf. „Was?“ „Ich habe dich gefunden – ich bin die Überbringerin. Ich zeige den Verlorenen ihre Bestimmung und deine ist unser Reich zu beschützen. Eine Art Türsteher zum magischen Reich. Und jetzt öffne das Tor und schick mich nach Hause.“ „Was? Was? “ Ich wunderte mich gar nicht so wirklich über das Gesagte – es schien einfach wahr zu sein. Tief im Inneren spürte ich es – es war die Wahrheit. „Wie? Und du lässt mich jetzt einfach alleine? Ich brauche mehr Infos.“ „Frag deine Eltern – es wird Zeit, dass sie endlich erzählen. Das ist jetzt ihre Aufgabe – sie hätten das schon lange machen sollen – aber dafür gibt es ja mich.“ Sie lächelte. „Erschaffe in deinen Gedanken ein Portal. Das reicht aus. Aber sei vorsichtig. Nicht jeder ist Willkommen in unserer Welt. Achte darauf wen du einlässt. Aber das merkst du dann auch schon.“

Tief in meinem Inneren, in meinem Kopf tat sich was.Fast hörte ich es knacken. Mein Gehirn schien Weichen zu stellen. Ein sonderbares Gefühl. Aber es fühlte sich richtig an. Eine Öffnung tat sich auf. „Danke – vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Schlüsselmeister. Leb wohl.“ Und weg war sie.

So stand ich nun und war durch den Regen nass bis auf die Haut. Es wurde dringend nötig mit meinen Eltern zu sprechen. Sie hatten einiges zu erklären. Eine unerwartete Wendung in meinem Leben, das mich zu einer unbekannten Zukunft mit wichtigen Aufgaben führen könnte.

ENDE

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #14

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Kapitel  11

Was bisher geschah:

Das Hindernis entpuppte sich als ein Labyrinth mit tödlich schönen Blumen. Arlo und Kato hätten fast ihr Leben gelassen. Ein netter Geist hilft Janis die beiden zu retten.


Die drei Kameraden ritten nach diesem Abenteuer weiter. Sie kamen recht gut und ohne weitere Hindernisse voran. Eine leichte Hoffnung und Lockerheit machte sich breit. Sie quasselten und lachten und erzählten sich witzige Geschichten. Vor allem Janis hatte genug zu erzählen. Allerdings hielt er sich bei seinen Frauengeschichten sehr bedeckt. Arlo amüsierte sich darüber, aber er unterstützte seinen Freund natürlich darin. Er wünschte sich so sehr für Janis, dass er endlich mal die Richtige finden und sesshaft werden würde. Vielleicht könnten sie ein befreundetes Pärchen werden.

Arlo verlor sich in seine Tagträume und Janis witzelte noch weiter mit Kato. Es wurde düster, aber sie dachten sich nichts Böses dabei. Janis genoss die Nähe von Kato immer mehr. Es ging schon so weit, dass er einen winzigen Hoffnungsschimmer aufs Überleben entwickelte. War da nicht etwas in der Vorhersage, dass er nur die Richtige Entscheidung treffen müsse? Vielleicht war die Entscheidung zu Leben und Lieben die Lösung? Er setzte all seine Wünsche darauf, denn er konnte es nicht mehr vor sich selbst verleugnen. Er hatte sich in Kato verliebt. Ob sie auch etwas für ihn empfand? Er traute sich nicht einen Vorstoß bei  ihr zu wagen. Er hatte Angst sie zu verunsichern und von sich wegzutreiben. Er wollte warten. Wenn er das ganze überlebte, würde er um sie werben.

Sie ritten alle drei nun schweigend und jeder in seinen Gedanken versunken, nebeneinander her. Irgendwann stutze Arlo. „Es ist so dunkel. Zieht ein Unwetter auf?“ Und als er zum Himmel hinauf schaute, wurde er bleich. Der Himmel war fast schwarz. Aber nicht von Wolken. Raben verdunkelten die Sonne. Eine Armee Raben flog über sie hinweg und kaum, dass sie sie bemerkt hatten, stürzten sich die ersten auf die drei Reiter.

„Oh mein Gott. Raben – sie wollen uns töten, zieht eure Waffen. Schnell dort hinten sind einige Felsen, da können wir vielleicht Unterschlupf finden. Aber wenigstens einen Rückenschutz.“ Arlo zeigte rechts von ihnen auf eine Felsformation. Schnell rutschten sie von den Pferderücken herunter und rannten los. Die Pferde würden sich in Sicherheit bringen. Sie drückten sich an die Felsen und hielten ihre Schwerter hoch. Dann schlugen sie nach den angreifenden Raben.

Es schien aussichtslos. Es waren viel zu viele, als dass sie sie alle bekämpfen konnten. Die Arme wurden immer schwerer.  Janis stellte sich vor Kato um sie mit seinem Körper zusätzlich zu schützen. Auf einmal strömten aus allen Richtungen Katzen hervor. Es waren unzählige Katzen. Man konnte kaum noch den Boden sehen. Und sie fingen an gegen die Raben zu kämpfen. Sie sprangen in die Höhe und fingen sie. Sie bissen ihnen die Hälse durch oder rissen sie mit ihren Krallen auf. Der Lärm der dabei entstand war ohrenbetäubend.

Die Katzen waren ihnen schon die ganze Zeit gefolgt. Annet hatte sie mit geschickt um ein Auge auf die Reisenden zu haben. Und als es dann nötig war, haben sie alle wilden Katzen zum Kampf gerufen.

Die Angriffe der Raben wurde schwächer. Langsam wurde es auch wieder heller. Die Katzen versammelten sich und bildeten eine Schutzwand für die drei Kämpfer. Kato hatte kaum noch die Kraft ihr Schwert zu heben. Janis und Arlo hatten einige Kratzer im Gesicht und einige Haarbüschel verloren. Sie sanken alle drei zu Boden. Geschwächt und Müde. Die Raben verzogen sich. Wieder hatten sie einen Angriff der bösen Königin zerschlagen. Dank der Katzen.

Der Rudelführer kam zu ihnen und stellte sich vor Janis. Janis hörte seine Gedanken. „Edler Herr, wir sind gekommen um euch zu unterstützen. Wir wurden zu eurem Schutz gerufen. Und wir werden euch immer helfen. Unter der Voraussetzung, dass die Katzen in eurem zukünftigen Reich immer ein gutes Zuhause haben werden. Die Verhandlungen wurden bereits geführt und besiegelt. Sollte dieser Vertrag gebrochen werden – nun ihr habt uns kämpfen sehen. Ich gehe davon aus, dass ich da nicht weiter ausholen muss.“  Der Kater verneigte sich vor Janis. „Geehrter Kater – es steht ausser Frage, dass wir euch für eure Hilfe immer Dankbar sein werden und euch immer in Ehren begrüssen werden, sobald eine von euren Gefährten in unserem Land lebt. Das ist reine Ehrensache.“ „Gut, dann ist das erneut besiegelt. Wir werden im Kampf immer bei euch sein. Darauf könnt ihr euch verlassen.“ „Besten Dank, dafür.“

Der Kater verneigte sich erneut und Janis erwiderte diese Geste. Kurz klärte er Arlo über diese Verhandlung auf und Arlo bestätigte den Pakt, da er zukünftiger Thronerbe sein würde. „Sobald wir siegreich nach Hause kommen, werden die Gesetze dafür erlassen. Sollte jemals einer Katze oder sonst einem Verbündeten in diesem Krieg, Leid zugefügt, werde ich höchst Persönlich die Strafe dafür ausführen.“

„Gut, lasst uns jetzt ausruhen.“ Meinte Kato. Sie war leicht grau im Gesicht. Janis schaute sie besorgt an. Sie war so tapfer. Sie war einfach die Richtige. Er reichte ihr seinen Wasserschlauch und sie lächelte ihn aufrichtig an. Er würde alles für sie tun.

Kato nahm dankbar das Wasser und betrachtete nachdenklich Janis. Aus seinen Erzählungen während der Reise hatte sie schon heraus gehört, dass er kein Kind von Traurigkeit war. Er hatte tunlichst diese Themen umschifft, aber sie war ja nicht so naiv. Sie kannte Männer gut genug. Aber trotzdem merkte sie, dass sie ihn immer öfter beobachtete. Sie bemerkte die Veränderung ihr gegenüber. Er war nicht mehr so abweisend. Eher schüchtern. Sie mochte die Aufmerksamkeit, die er ihr jetzt entgegenbrachte. Aber sie war auch misstrauisch. Denn nur als Bettgefährtin war sie sich zu schade. Deswegen war sie eher zurückhaltend und beobachtend. Es würde sich zeigen, ob er für mehr, als nur eine flüchtige Liebelei zu haben wäre. Sie hoffte es sehr. Denn sie mochte ihn schon gerne.

Fortsetzung folgt

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Schreibkicks – Nebelschwaden – Die Wächterin

Schreibkicks. Hier wird von Sabine immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird.

Diesen Monat waren dabei:
Veronika

Eva

Sabine

Corly

 

Halloween und Allerheiligen – was bietet sich da mehr an als eine kleine Gruselgeschichte.

Folgt mir auf den Friedhof.


„Nebelschwaden“, flüsterte Mark in die Runde, während er seine Lichtquelle von unten in sein Gesicht scheinen ließ. Er liebte den Ausdruck der Kinder in ihren Gesichtern, wenn er Gruselgeschichten erzählte. Die Kinder in seinem Alter konnte er damit nicht mehr beeindrucken, aber die ganz Kleinen, da klappte es immer. Diese großen Kulleraugen und offen stehenden Münder und die Kuscheltiere, die an die Brust gedrückt wurden – unbezahlbar.

Jedes Jahr zu Halloween versammelten sie sich am Übergangspunkt der Welt der Lebenden und der der Toten. Die Nacht von Halloween zu Allerheiligen – nie war der Übergang leichter, als zu dieser besonderen Zeit.

Dazu trafen sich die Gruppen am alten Friedhof. Niemand wurde hier mehr beerdigt, niemand kam um die Gräber zu pflegen – er war der Vergessenheit übergeben worden. Nur eine Nacht im Jahr, da versammelten sich alle dort. Menschen wie Geister.

Schon mehrere Male hatten die Menschen von seltsamen Begegnungen berichtet. Oder auch  nur von Empfindungen: Angst, Kälte, komische Geräusche und die passende Dekoration der Natur. Nebelschwaden, knorrige Bäume und knarrende Äste, durch die der Wind mit schaurigem Heulen durchfuhr. Schatten und die obligatorischen Rufe der Käuze.

Dieses Jahr sollte es was Besonderes werden. Mark hatte vor die Schwelle zu übertreten und nicht wieder zurück zu gehen. Er wollte einfach mal was anderes. Ihm war langweilig. Das sollte sich dieses Mal ändern. Er wollte einfach sehen, was es auf der anderen Seite so gab. Erwar natürlich schon öfter drüben gewesen – jedes Halloween – aber die Wächterin hatte ihn immer wieder zurückgetrieben.

Dieses Mal nicht! Dieses Mal wollte er sich tarnen. Er hatte Geschichten gehört – wie man sich vor der Wächterin versteckte. Es gab Stätten, die einen besonderen Zauber innehatten. Dort wurden Besucher nicht aufgespürt. Das wollte er testen. Ein sonderbarer Zufall spielte ihm in die Hände – genau hier gab es so eine Stätte. Ein Mausoleum einer angeblichen Voodoo-Priesterin. Da würde die Verschleierung sehr stark sein.

Mark scheuchte die Kinder weg zum Spielen zwischen den Grabsteinen. Die Bewohner hatten sich viel Mühe gegeben, diesen Ort schaurig zu dekorieren – das gefiel Mark.

„Hei, Mark?“ Sein bester Freund, Alvin, kam vorbei geschlendert. „Und? Schon heiß auf den Ausflug nach drüben? Ich kann es kaum abwarten. Ich hab mir ein geniales Outfit einfallen lassen. Die anderen auch – ich hoffe, du auch?“ „Ja, ja.“ Meinte Mark abwesend. „Ich freue mich total. Ich muss mal nach den Kleinen schauen. Wir sehen uns um Mitternacht, okay?“ „Klar – bis später.“

Mark begab sich mit seiner Mini-Gruppe zum Portal – gleich wäre Mitternacht und sie konnten übertreten. Mark war aufs Äußerste gespannt. Da – da passierte es. Das Portal schimmerte und sie konnten hindurch treten. Sofort wurden sie von einer lauten Geräuschkulisse in Empfang genommen. Überall rannten kleine Kinder in Kostümen mit gefüllten Säcken und Körben durch die Gegend. Es roch nach Popcorn und eine Geisterbahn lud zum Gruseln ein.

Nach menschlicher Zeit, hätten sie eine Stunde Zeit bevor die Wächterin sie rufen würde. Die Gruppe mischte sich unter die Bewohner. Sofort hörte man an vielen Ecken kleine spitze und schrille Schreie des Entsetzens.

Mark nahm an, dass seine Freunde ihre besonders gruseligen Outfits präsentierten. Er musste zugeben – sie waren sehr gelungen. Alvin war kopflos und seinen Kopf trug er am Gürtel. Aus seinen Augenhöhlen schlüpften Spinnen und Tausendfüßer. Auch seine anderen Freunde hatten ähnlich gruselige Outfits gewählt.

Die Zeit verrann und die Uhr der Wächterin kündigte das Ende an, in dem sie fünf Mal schlug. Schnell schlüpfte Mark in das auserkorene Mausoleum und wartete. Aus dem Fenster sah er wie siech alle zur Rückkehr ins Geisterreich sammelten. Alle außer ihm. Die Wächterin war abgelenkt und schien nicht zu bemerkten, dass Mark sich nicht der Gruppe angeschlossen hatte. Er atmete tief aus. „Jetzt muss ich nur kurz warten.“

Etwas später schielte Mark aus seinem Versteck – aus seiner Gruppe war keiner mehr zu sehen. Schnell schlüpfte er aus seinem Versteck. Er war frei.

Die Nebelschwaden gaben den Weg frei und er bewegte sich zum Ausgang des Friedhofs. Er wollte gerade seinen Fuß über die Schwelle setzen, als die gerade noch demütig schwindeten Nebelschwaden sich um seinen Fuß wandten. Schnell bewegten sie sich nach oben und umwickelten ihn. Er war gefesselt.

Hinter einem Grabstein in seinem Rücken hörte er es krachen und stöhnen. Langsam drehte er sich in Tippelschritten in diese Richtung. Hinter dem Grabstein verdichteten sich die Schatten und er konnte erkennen wie sich die Wächterin manifestierte. Sie war grösser als sonst und wirkte sehr bedrohlich. Marks Beine fingen an zu zittern. Ihre Augen glühten rot und er meinte auch, Rauch aus ihren Nasenhöhlen treten zu sehen.

„MARK!“ Ihre Stimme dröhnte tief in seinen Eingeweiden. „Du weißt, dass du das Totenreich nicht verlassen darfst! Du bringst damit das Gleichgewicht durcheinander. Das wäre verheerend für uns –„ ihre knochige Hand zeigte in Richtung der Menschen „- und für sie.“ „Aber, aber…“ „Kein Aber! Es gibt keine Ausnahmen. Ich werde diesen Ausflug niemals zulassen. Ich habe es schon einige Male erlebt und das ging nie gut aus – für uns. Die Menschen bekämpfen alles was sie fürchten. Sieh – „ sie ließ ein Bild erscheinen. „- so wirst du in ihren Augen aussehen.“ Er sah sich – verwest und stinkend durch die Straßen schlurfen. „Aber…“ „KEIN ABER! „polterte sie. Die Nebelschwaden wandten sich nervös um Mark. „NIEMALS! Du gehörst in mein Reich. Sehe das als eine Verwarnung an. Aber glaube mir – solltest du das nochmal versuchen, wird die Strafe fürchterlich sein. Da würdest du dir fast die Auslöschung durch die Menschen wünschen. Also komm.“

„Ich kann mich nicht bewegen.“ Die Wächterin drehte sich irritiert um. „Ach ja, stimmt. Auf meine lieben Helferlein. Zeigen wir Mark den Weg nach Hause.“

Die Schwaden wickelten sich fester um Mark und ein gleißendes Licht erschien. Sie zogen ihn  in das Licht. Einen letzten, sehnsuchtsvollen Blick zurück blieb Mark noch, dann verschwand er im Licht.

ENDE

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Etüden 44.17 – Vom Lesen und Wandern

Diese Woche bei Christiane meine eigene Wortspende – und die ist gar nicht so einfach. 😉 Bin sehr auf eure Texte gespannt. Hier ist schon mal mein Text.

Hyperknall
Wanderdüne
pudelwohl.

Vielen Dank auch an Ludwig ( ludwigzeidler.de )für die tollen Illustrationen.

Ich versuchte mich hinter dem Sandhügel zu verstecken.

Aber ich musste feststellen, dass ich da hinter einer Wanderdüne duckte – ich blickte mich um und nahm wahr – natürlich ich hatte die einzige unruhige Düne erwischt – alle anderen blieben brav da wo sie sein sollten – nur meine wollte unbedingt wandern.

Typisch für mich – wie bin ich hier her gekommen?

Eine sehr gute Frage – eigentlich fühlte ich  mich pudelwohl in meine kuschelige Decke gewickelt, mein Buch in der Hand – als es Taghell wurde und eine Art Hyperknall mich hier hin schleuderte.

Genau weiss ich immer noch nicht wo ich gelandet bin.

Ich kenne mich SciFi-mässig so überhaupt nicht aus – was ich aber sagen kann, ich werde von irgendwelchen blauen und grünen gefährlich aussehenden Kreaturen verfolgt und weiss nicht wie und wo ich jetzt hin kann und was ich  machen soll.

Langsam folge ich dieser vermaledeiten Wanderdüne – vielleicht bringt sie  mich ja in Sicherheit, oder sie wandert einfach im Schneckentempo einfach so rum.

Vielleicht muss sie sich mal die Sandkörner vertreten – was weiss ich was die so brauchen.

Auf einmal wurde es gleißend hell – ein schriller Ton wollte mein Trommelfell zum platzen bringen – sie haben mich gefunden – verdammt.

Pieps-pieps-pieps – „Schatz – mach den Wecker aus – es ist Sonntag“ – die Wesen nennen mich Schatz – wo bin ich hier nur gelandet?

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Etüden 43.17 – Laterne und Halloween

Hallo ihr Lieben – ich bin auf dem Sprung zum Geburtstag – aber ich wollte unbedingt noch die Etüden  mitmachen. Zum Stöbern komme ich dann morgen bei euch vorbei.

Heute bei Christiane mit der Wortspende von Sandra Matteotti und ihre Denkzeiten (denkzeiten.com).

Laterne
herbstfarbenbunt
loslassen.

„Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne – brenne auf mein Licht brenne auf mein Licht aber nur meine liebe Laterne nicht..“

Molly betrachtete ihre kleine Tochter, wie sie stolz ihre selbstgebastelte Laterne spazieren führte. Es war noch fast einen Monat –  aber Anne war so aufgeregt.

Sie selbst machte gerade noch schnell die Halloweendeko fertig – es war ja bald soweit.

Ihr Garten war durch die herabfallenden Blätter schon schön herbstfarbenbunt – ein toller Farbmix von gelb bis blutrot.

Dazwischen hatte sie kleine Geister und Zombies verteilt.

Der Sarg, den sie aus dem Keller gewuchtet hatte, stand wie ein Türsteher am Eingang des Grundstücks- „Vlad mein Bester – du bist echt ganz schön schwer – schleichst du dich heimlich raus – hihihi.

Die Grabsteine sollten noch etwas vermoderter wirken, darum würde sie sich gleich kümmern – es fehlten noch die Skelette, die musste sie schnell noch aus der Garage holen.

„Loslassen, sage ich – du weist doch, dass du da raus musst du klappriges Ding – das wird lustig – die einzige Zeit im Jahr, in der ich euch mal ganz offen vorführen darf – also stell dich nicht so an“ rügte sie ihr Lieblingsskelett – es war schon sehr lange bei ihr.

Schnell noch den Topf mit dem Gebräu ansetzen und schon war Halloween.

Sie lief mit Anne, die heute ganz hervorragend, als Scarecrow aussah über das Grundstück – prüfte die Ketten der Zombies und die Plasmastränge der Geister – „Ruhig meine Süssen – gleich geht es los – Süsses oder Saures für euch – gleich gleich. Harharhar“