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Ich erzähl dir eine Geschichte – Der Gegenteil-Tag!

Weiter geht es bei Annie – Paar Minuten konnte ich mir heute nehmen um endlich mal wieder zu schreiben.

Zu Beginn haben wir ja mal die Vorsätze unter die Lupe genommen – schauen wir mal wie gut wir das bis jetzt umsetzen konnten.

Das neue Jahr ist nun schon drei fünf Wochen alt. Aber alles was du dir vorgenommen hast, ist bis jetzt total schief gelaufen und hat sich zum kompletten Gegenteil entwickelt. Wie sieht dein heutiger Tag aus?

 

Im neuen Jahr traf ich Max. Wir unterhielten uns über die guten Vorsätze. Ich bin ja immer noch ein Gegner davon – aber trotzdem hatte ich mir ein bisschen was vorgenommen. Ich wollte viel gelassener sein und den Druck von allem nehmen. Auf jeden Fall wollte ich mich viel weniger aufregen und mehr von mir abprallen lassen. Arbeit sollte noch weiter zurück gedrängt werden. Die Zeit, die so schnell an einem vorbeisaust, die wollte ich bewusster wahrnehmen.

Jetzt, etwas mehr als einen Monat später, schaue ich schon mal zurück.

Die Arbeit, na ja – ich bin wirklich nicht schneller geworden – warum auch? Ich habe meinen Obolus in dieser Firma gelassen und wurde getreten. Jetzt gibt es Dienst nach Vorschrift und so schnell ich kann. Das passt. Gelassenheit – die habe ich schon schnell mal plumpsen lassen. Ich habe mich dieses Jahr schon viel zu viel aufgeregt. Meist über verlogene Kollegen. Die Zeit – die kann ich auch immer noch nicht festhalten. Sie rinnt mir immer noch durch die Finger.

Also so richtig hat es noch nicht funktioniert: Aber ich gebe nicht auf. Denn in diesem Jahr haben wir unseren Hund einschläfern lassen und unser Auto hat nach Reparaturkosten von 1300€ zwei Wochen später einen Motorschaden ereilt. Da muss man sich sammeln und sagen – es gibt wirklich wichtigeres, als sich über irgendeinen Kollegen oder Chef aufzuregen. Man muss sich bewusst machen – hört man auf zu arbeiten, sind diese Menschen kein Teil des Lebens mehr – also warum sich über vergängliches aufregen.

Ich bin auf dem guten Weg – er erarbeitet sich schwer – aber ich versuche es bewusster aufzunehmen….Nur die Zeit – die kann ich einfach nicht verlangsamen.

 

 

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Ich erzähl dir eine Geschichte...

Schneewanderung mit Haustier

Bei Annie gibt es ein neues Projekt, das auch wöchentlich stattfinden wird. Hier wird es jede Woche ein neues Thema geben.

Diese Woche:

Es ist ein ruhiger Januarmorgen. Du gehst mit deinem Haustier auf einem schneebedeckten Feld spazieren. Auf einmal nimmt dein Haustier die Fährte auf. Was wirst du finden?


Ich habe lange vor dem weissen Monitor gesessen – mein Haustier hatte ich schnell gefunden. Ich mag diese Tiere.

Aber was sollte dieses Tier denn finden und was wäre so besonders dran. Das ist mir schwer gefallen. Dann habe ich laut gedacht und meinem Mann erzählt, was die Aufgabe ist. Dann hat er gelacht und es als schräg tituliert…Aber so ist das mit der Fantasy.


 

Ich hasste ja die kalten Winter bei uns. Aber auch ich konnte mich dem schönen Schimmern einer unberührten Schneedecke nicht entziehen. Gerade an einem Sonntagmorgen, wenn die Welt noch einem alleine gehört. Da schnappe ich mir mein Haustier, ziehe mich dick an und laufe los. Wenn wir dann vor dem Feld stehen und unsere Spuren hinterlassen – ist es wie wenn wir einen neuen Planeten betreten. Der Schnee knirscht unter den Schuhen und wir laufen los. Ich genieße die Stille.

„Huahuahuahihihihhhhhhuhuhu“ Ich rollte mit den Augen und drehte mich zu Ariana. „Das war jetzt schon irgendwie klar, dass du hier lachen musst, oder?“ Ariana schaute mich treu an und lachte. Was hatte ich mir nur dabei gedacht eine Hyäne aufzunehmen. Ich hörte immer noch Kyle: „Komm schon Vera. Das ist mal was Außergewöhnliches. Einen Hund oder eine Katze hat jeder – aber eine Hyäne. Sie ist ein Welpe und braucht unbedingt Liebe. Ihre Mutter ist von Wilderern getötet worden – sie konnte sich gerade so verstecken. Sie braucht dich.“ Kyle hatte selbst süße Welpenaugen, denen man einfach nicht widerstehen konnte. „Aber sie sind so hässlich – diese nackten Gesichter.“ „Nein – Ariana ist eine wirklich hübsche und nicht so nackt im Gesicht – komm ich zeig sie dir.“ Schwer seufzend folgte ich ihm. Er öffnete die Tür zum Zwinger, und um mich war es geschehen. Vor mir saß eine ganz entzückende Hyäne. Sie saß auf ihren Hinterbeinen. Der Bauch war wie bei Hunden nackt und ein freches Grinsen zierte ihren Mund. Die Ohren standen weit ab und die braunen Augen blickten mich neugierig an. Sie war einfach zum Verlieben. „Komm, lernt euch kennen.“ Ich trat in den Käfig und ging in die Knie. Ariana kam neugierig auf mich zu. Immer noch grinsend. Dann fing sie an zu lachen. Und dieses Lachen war so ansteckend. Ich konnte mich nicht zurück halten und wir lachten gemeinsam. Und genau dieses Lachen brauchte ich oft nach einem anstrengenden Tag.

Aber wenn man so ruhig spazieren ging, war ein solch aufdringliches Lachen, manchmal nervig.

Manchmal ließ ich Ariana auch frei laufen. Gerade bei solch Wetter, war die Gefahr jemanden mit Hund zu treffen gering. So richtig traute kein Hundebesitzer meiner Hyäne – sie haben einfach einen schlechten Ruf – dabei jagen sie doch eher selten. Und wenn sie satt sind schon mal gar nicht.

Ich leinte Ariana ab und schaute ihr zu wie sie durch den Schnee tanzte. Es war so beruhigend sie beim Spielen, Springen und die Schnauze in den Schnee steckend zu sehen. Wer hätte gedacht, dass ein Tier aus Afrika so auf Schnee abfahren würde? Dann auf einmal sprintete sie fort. „Ariana, nicht so weit weg. Warte, warte doch. Ich komme gar nicht hinter her.“ Ich stapfte durch den wadenhohen Schnee – was war das anstrengend. Mein Workout hatte ich also schon hinter mir. Schnaufend und ächzend, nass geschwitzt und einen Blutmond roten Kopf kam ich endlich bei Ariana an. Sie hatte etwas gefunden. „Bitte, lass es keinen ekligen Kadaver sein, bitte lass es keinen Kadaver sein.“ Murmelte ich vor mir her. Ich trat an sie heran und konnte erst mal gar nicht sehen. Da lag etwas im Schnee. „Was hast du denn da gefunden. Lebt es noch? Was ist das?“ Ich bückte mich und das Tier vor mir zuckte. Ich wusste nicht wie, was – WAS….ich plumpste in den Schnee und konnte meinen Augen nicht trauen.

Ariana erhob sich und beschnüffelte das Tier vor ihr. Sie leckte über das kleine Wesen und blickte mich lächelnd an. „Ja, Ariana – ich sehe es – ich kenne es – aber ich wusste nicht, dass es so was gibt.“ Ariana kam zu mir und schubste mich an. Ich krabbelte auf das kleine Geschöpf zu. Es fing an zu zittern. „Keine Angst – ich tue dir nichts. Das ist Ariana, ich bin Vera. Und du bist –„ ich musste noch mal schlucken. „- ein Einhorn. Ich glaube es nicht. Ich hab ein kleines Einhorn gefunden.“ Ariana schubste mich schon wieder. „Ja, du hast es gefunden. Was machen wir denn jetzt mit dir? Bist du verletzt?“ Es blickte mich an – diese süßen Knopfaugen. Ich war sofort verloren .Verliebt in ein Einhorn. Das Horn glitzerte und das Schneeweiße Fell schimmerte wie Kristall. Es erhob sich. Schüttelte sich und stolperte. Fast wäre es wieder gestürzt. Schnell stand ich auf und stützte es. „Hast du dir dein Bein verstaucht?“ Ein nicken und mein Mund stand offen. Es verstand mich? „Komm – ich bring dich zu mir. Ich wohne schön abgelegen. Da kommt kein Mensch hin. Ich hab einen schönen warmen Stall – direkt am Haus. Da kannst du dich erholen und aufwärmen.“ Es blickte mich an und ich verlor mich in seinen Augen. Eine innere Ruhe und Frieden erfasste mich. Eine Zufriedenheit und Glückseligkeit durchströmte mich und die Kälte verschwand. Mir war warm, als würde ich vor einem knisterten Kamin sitzen.

Ariana und ich nahmen das Einhorn zwischen uns – ich blickte mich um, dass wir auch ja noch alleine waren. Dann gingen wir los. Schnell waren wir bei mir angekommen. Ich öffnete die Scheune. Stellte schnell Wasser hin und schaute nach dem Heu. Auf der Plattform in der Scheune lag noch Heu vom Vorbesitzer. Es war gut und roch angenehm. Ich hoffte, dass Einhörner Heu fraßen. Fraßen sie überhaupt was? Regenbögen? Keine Ahnung. Auf jeden Fall holte ich mehrere Decken und machte ein gemütliches Lager. Das wunderbare Geschöpf legte sich hin und schnaufte erleichtert. „Danke schön Vera.“ Ich verschluckte mich und musste furchtbar husten. „Du, du kannst sprechen. Ja klar, du bist ja auch ein Fabelwesen. Träume ich? Schlaf ich vielleicht noch und die Kälte bringt mir so wärmende Träume?“ „Nein, nein – du schläfst nicht. Außerdem musst du was Besonderes sein. Denn Menschen sehen mich meist nicht als Einhorn – meist bin ich ein Pferd für sie.“ „Wie kommst du hier her – gibt es keine Welt für euch?“ „Eigentlich nicht – es gibt sichere Bereiche in Wäldern, die meist durch einen Zauber vor Menschen geschützt sind – aber manche von uns  sind zu neugierig und wollen einfach eure Welt kennen lernen.“ „Also du.“ Ich glaube Einhörner können rot werden. Ich schmunzelte. „Ja – so wie ich.“ „Aber was ist passiert?“ „Die Geräusche – bei euch ist es so laut. Ich bin so erschrocken, da etwas über mich hinweg geflogen ist, dass so viel grösser als eine Elfe war und so laut. Ich bin gerannt und hängen geblieben.“ „Und jetzt – kannst du zurück in deinen geschützten Wald?“ „Ja, aber ich muss erst heilen. Das geht zum Glück schnell bei uns. Eins, zwei Tage, dann kann ich zurück. Willst du mich begleiten? Du bist was Besonderes und ich kann mir vorstellen, dass es dir bei uns gefällt“ „Ich – äh“ Ich schaute zu Ariana, die mich so treu, verliebt anblickte. „Nein – ich kann sie nicht alleine lassen.“ „Das musst du nicht. Ariana ist herzlich willkommen. Tiere sind immer willkommen.“ Ich überlegte. Einen Zauberwald besuchen – dort vielleicht leben. „JA! Ich komme mit.“ „Aber überlege es dir noch genau – wenn du dort bist, kannst du nicht zurück. Es ist ein One-Way-Ticket.“ „Ich schlafe drüber. Ich werde genau überlegen.“ „Gut – ich würde gerne etwas schlafen. Wir sehen uns dann morgen.“ Ich nickte und streichelte schüchtern über seinen Rücken. „Komm Ariana – wir haben einiges zu besprechen.“

Im Schlafzimmer überlegte ich lange. Es hielt mich die halbe Nacht wach. Als ich dann endlich einschlief, träumte ich. Ich sah kleine Wesen um mich herum fliegen. Die Blumen hatten einen so lieblichen Duft, der mich verführte zu tanzen. Die Sonne warf warmes Licht durch die Bäume. Und Feen tanzten auf den Lichtungen. Sie winkten mir zu, dass ich mit ihnen tanzen sollte und ich fühlte mich zu Hause. Meine Entscheidung war gefallen. Ich würde mit dem Einhorn gehen.

ENDE

Ich erzähl dir eine Geschichte...

Ich erzähl dir eine Geschichte…..Der gute Vorsatz

Annie von Ich erzähl dir eine Geschichte startet eine neue Schreibaktion mit wöchentlichen Schreibthemen.

Diese Woche geht es um Vorsätze. Die Hass-Liebe zu ihnen ist ungebrochen. Jedes Jahr wieder schleichen sie sich in unser Leben und erschweren es.

Diese Woche: Du führst eine Diskussion mit einem guten Freund über deine Neujahrsvorsätze. Wie sieht diese Unterhaltung aus?


„Hei Max, wie geht es dir? Ist schon wieder ein Jahr her, dass wir uns gesehen haben. Hahaha.“

„Echt jetzt, Rina? Diese olle Kamelle?“ „Ach komm, sei kein Frosch. Hast du es gut angefangen?“ „Jaaa, kann man so sagen. Du weißt doch, gute Vorsätze und so.“ „Vorsätze, pah. Kaum ausgesprochen, wird der erste schon gebrochen. Warte, ich glaube Abnehmen und Sport, halten sich da die Waage. Fünfzig-Fünfzig würde ich sagen.“

Verlegen schaute Max auf seine Schuhspitzen. „Nein, nein, dieses Jahr schaffe ich das. Was sind deine guten Vorsätze?“ Ich überlegte intensiv. Gute Vorsätze. Ich hatte mir keine vorgenommen, jeden Falls im klassischen Sinn. Ich hatte schon im letzten Jahr keine vorgenommen. Ich war letztes Jahr so deprimiert gewesen, dass sich doch eigentlich nur die Jahreszahl und nicht das Leben ändert. Ich  wollte nichts, was mich noch zusätzlich belastet, wie eine Diät, die wieder nicht funktioniert, oder mehr Sport, das ich eh nicht schaffe, da mich die körperliche Arbeit auslaugt. Nein. Keine Vorsätze für mich. „Ich hab keine Vorsätze. Ich lebe einfach so, ohne mich zu drücken. Aber warte, eigentlich stimmt das nicht. Ich habe mir schon was vorgenommen. Ich will viel, viel gelassener sein. Mir weniger Druck machen und mich noch mehr entschleunigen. Die Zeit rast mir zu schnell vorbei. Ich will sie bewusster wahrnehmen. Vielleicht sollte ich wieder Tagebuch schreiben? Hm.“ „Das ist doch kein Vorsatz. Vorsätze braucht der Mensch um überhaupt voran zu kommen. Sonst steht man ewig auf der Stelle. Und eine Diät würde dir schon gut tun.“ „Sei froh, dass du ein Freund bist. Denn keiner kann über meinen Körper entscheiden. Wenn ich Dick bin und bleibe ist das meine Entscheidung. Ich mache seit Dreißig Jahren Diäten. Immer irgendwas Neues und kasteie mich. Wenn ich es tatsächlich das Jahr schaffe zehn Kilo zu verlieren, bringt mir Weihnachten fünfzehn Kilo drauf. Hätte ich niemals eine Diät gemacht, hätte mein Körper die Chance gehabt sich selbst einzustellen. Nein, nein mein Freund. Ich quäle mich nicht mehr mit irgendwelchen Dingen, die mich deprimieren. Ich will eine Elefantenhaut – und nicht nur wegen meiner Figur – eine Elefantenhaut an der alles Unliebsame abperlt oder ich entspannt abwischen kann. Ich habe mir vorgenommen, die Arbeit auszublenden, noch langsamer zu arbeiten und meine Freizeit bewusst wahrzunehmen. Selbst wenn ich nur die Wohnung sauber mache – das will ich erleben.“ Max schüttelte den Kopf. „Du bist komisch.“ „Ja, und das ist es was du doch magst, oder?“ Er lachte, drückte mich und winkte zum Abschied. „Bis nächstes Jahr, mein lieber.“ „Bis nächstes Jahr, Rina. Dann versuche ich mein Glück erneut. Du weißt, wir inneren Schweinehunde sind sehr hartnäckig.“ Ich lachte und ging meines Weges.

ENDE


Meine Empfehlung – lasst die guten Vorsätze wo sie sind….weit weg. Sie beschweren eure Seele und belasten euch nur.