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Ideenbild März 2017 – Brennt Hexen, brennt! 2 von 2

Was bisher geschah

Mark machte sich auf um einen Tag im Wald zu verbringen. Diesesmal wollte er in den verfluchten Wald gehen. Er fand ein Gebäude, das wie ein unfertiges Parkhaus aussah. Dort richtete er sich für die Nacht ein. Allerdings hatte er seltsame Besucher.

Hier kommt ihr zum ersten Teil

 

Mark bewegte sich vorsichtig zu der „kleinen“ Gruppe. Und setzte sich. „Erzählt was ich wissen muss.“

Und sie erzählten. Erst wollte unbedingt jeder sein Erlebtes mitteilen. Aber Mark stoppte sie. „Stopp – das ist zuviel durcheinander. Du – Herr Soldat. Wie ist dein Name?“ „Corporal Benton“. „Gut – erzähl du!“

Der Soldat stellte sich und fing an zu erzählen. Er war derjenige, der am längsten in dieser Situation gefangen war. Er erinnerte sich, dass er im ersten Weltkrieg kämpfte. Er kam mit der britischen Armee hier her und konnte sich aber nicht erinnern wie.

„Ich ging in diesen Wald. Immer tiefer wurde ich gezogen. Irgendwas war dort und ich dachte ein Feind hätte sich da versteckt. Ich gelangte auf die Lichtung und danach wusste ich nichts mehr. Irgendwann erwachte ich und war klein. Keine Ahnung – ich war alleine und jedes Mal wenn ich erwache muss ich mich erst orientieren und wundere mich wo der Rest der Einheit ist. Das geht jedem so. Man braucht immer einige Minuten um anzukommen. Die ersten Nächte war ich total verstört. Ich versteckte mich im Gebüsch und irgendwann stieß ich auf dieses Gebäude. Hier richtete ich mein Lager ein. Dann wollte ich langsam wissen was denn geschehen war. Ich ging wieder zurück zur Lichtung. Und da sah ich sie. Frauen. Bildschöne Frauen in schwarzen Gewändern. Sie hatten auf diesen Stein fünf schwarze Kerzen stehen und tanzten sich in Trance. Eine wurde aufmerksam auf mich. Schnappte mich und setzte mich in die Mitte des Steins.“

„Und dann?“

„Ich war wie versteinert. Ich wollte flüchten,  aber ich kam nicht weg von dem Stein. Sie tanzten einfach weiter. Sie verfielen wieder in Trance und durch ihre Gesänge ging es mir genauso. Ich brach zusammen und hatte wirre Visionen. An was ich mich noch erinnere war, dass irgendwann eine weitere Person erschien. Aber ich hatte das Gefühl aus dem Feuer. Ein Mann. Gross, stark und – glaubt es oder nicht – ein Geweih oder Hörner auf dem Kopf.“

Mark dachte, der Soldat wolle ihn veralbern. Klar. Der Teufel erschien. Natürlich. Veralbert den Jüngsten. Wir sitzen am Lagerfeuer und erzählen und Gruselgeschichten.

„So – gut jetzt haben wir genug über mich gelacht. Jetzt bitte die Wahrheit. Warum seid ihr hier und warum so klein?“

Da brauste der Soldat auf. Es schien als wäre er auf einmal zig Mal so groß. Mark erschrak regelrecht. Die Stimme des Soldaten wurde dunkel und hallte. „Was bildest du dir ein du menschlicher Wurm. Glaubst du wirklich, ich hätte es nötig zu lügen oder Geschichten zu erfinden. Du erbärmlicher Niemand. Wenn ich will mache ich dich sofort dem Erdboden gleich.“ Und in demselben Moment fiel alles wieder in sich zusammen und der Soldat schaute verwirrt in die Runde.

„W-was war das denn?“ fragte Mark

„Hä? Was meinst Du?“

„Hey – Alter mach mich nicht fertig. Du hast hier gerade einen auf – Was weiss ich – Besessenen gemacht.“

„Waaas? Spinnst du – und sag nicht Alter zu mir!“

„Entschuldige – Reflex. Ja, Mann – du hast hier einen auf Dämon, oder so was gemacht.“

„Hm – hm? Das versteh ich nicht. Bist du vielleicht eingeschlafen und hast meine Erzählung weiter geträumt?“

„Nein, Mann – Ehrlich – frag die anderen.“ Mark schaute in die Runde und alle nickten zustimmend. Der Soldat war beunruhigt. Was, zum Teufel war hier passiert. Was hatten die Hexen mit ihm gemacht? Haben sie ihn verzaubert? Das beunruhigte ihn richtig. Er grübelte laut: „Was ist, wenn sie mich irgendwie verhext haben? Oder dieser Teufel sich in mir eingenistet hat. Deswegen haben sie uns verkleinert? Oder warum haben sie uns verkleinert? Ich versteh das nicht.“

Mark antwortete: „Weisst du was ich mir vorstellen könnte? Stell dir vor – eine kleine Armee Spielzeugfiguren in die Kinderzimmer verteilt. Ihr werdet bei Sonnenuntergang lebendig. Und dann können die Dämonen ihr Unheil über die Menschen bringen.  Wie genial ist das denn? Hä? Bei Tagesanbruch ist dann wieder nur die Spielzeugfigur zu sehen. Die Menschen tot oder was sie sonst geplant haben. Man – das könnte aus einer Geschichte stammen. Genial.“

„Komm mal runter – so genial ist das wohl nicht. Denn wir sind eine Bedrohung für die  Menschen. Was sollen wir denn jetzt machen?“

„Nun – erst mal würde ich sagen – wir schauen uns das mit dem Stein noch mal an. Ich will auch sehen um was es geht. Und dann vernichten wir die Hexen.“

„Ja klar. Nichts leichter als das – und wie hast du dir das vorgestellt?“

„Ha! Wir werden ihre Waffe einfach gegen sie verwenden. Euch. Hexen brennen doch so gerne. Wir statten euch mit meinen Sturmstreichhölzern aus. Die entzündet ihr und fackelt das Pack ab. Lasst mich überlegen. Wir müssen sie irgendwie unbemerkt mit brennbarer Flüssigkeit tränken. Super gut, dass es gestern geregnet hat und der Boden nass ist. Da fällt es nicht auf, dass wir hier noch etwas Brennbares dazu gießen und sich ihre Gewänder vollsaugen. Dann –Feuer los. Wenn sie den Dämon nicht anrufen können, kann er nicht auf unsere Welt und wenn die Hexen tot sind – ist hoffentlich euer Fluch gebrochen. So machen wir das!“

Mark war gar nicht mehr zu bremsen. Die Unbedarftheit der Jugend. Der Soldat beneidete den Jungen darum. Er selbst war nichts so zuversichtlich. Aber es klang durchführbar. Also fingen sie an zu planen.

Der Soldat und Mark gingen derweilen zu dem Stein und verteilten die Flüssigkeit. Sie hofften, dass der Wind den Geruch verteilen würde. „Vielleicht denken sie, es wären die Ausdünstungen der Hölle.“ Gluckste Mark. Er war furchtbar aufgeregt.

Als es dann Zeit wurde, schlichen sie zu dem Stein. Die Hexen waren schon versammelt und begangen gerade mit ihrem Tanz. Sie mussten sich noch etwas gedulden. Die Hexen mussten erst im Trancezustand sein um mit ihrer Mission zu starten.

Mark beruhigte die langsam unruhig werdende Gruppe. Er bewegte seine ausgestreckte Hand nach unten – „pscht“

Dann flüsterte er: „Jetzt“ und die Gruppe bewegte sich langsam vorwärts. Sie schlossen die Hexen ein, die nichts mitbekamen, da sie in absoluter Trance eingetreten waren. Mark gab das Zeichen und sie entzündeten die Hölzer. Hielten es an die Kleider. Die Säume waren vollgesogen mit der brennbaren Flüssigkeit und entzündeten sich sofort. Bis die Hexen mitbekamen, was geschah, war es zu spät. Sie brannten – Lichterloh. Die Schreie waren furchtbar. Die Leute hielten sich die Ohren zu und schlossen die Augen. Es war furchtbar anzusehen und anzuhören. Das würde einige Alpträume geben.

„Mark – lass uns die Gruppe raus ziehen. Nicht das noch jemand verletzt wird.“ Und keine Sekunde zu früh kam der Befehl zum Rückzug. Denn in dem Moment, als die Hexen verbrannten, erhob sich in der Steinmitte ein Schatten. Der Dämon wollte heraustreten, aber sein Portal wurde nicht gänzlich geöffnet. Seinen Fuß stellte er auf den Erdboden. Schon kam der Soldat heran und schoss auf ihn. Diese kleine Waffe – aber sie schaffte es. Mark dachte sich, dass nicht nur der Soldat verflucht war sondern auch seine Waffe und deswegen auch stark genug um den Dämon zu verletzten und zurück zu treiben.

Er johlte. Sie hatten es geschafft. Mark, der Soldat und die Gruppe lachten und jauchzten. Die Hexen waren tot und damit der Fluch. Und sie waren kaum fertig mit dem Freudentanz da geschah etwas aussergewöhnliches. Der Fluch war gebrochen und die kleinen Spielzeugfiguren wuchsen. Sie erhielten ihre ursprüngliche Körpergrösse wieder.

„Mark? Was passiert jetzt? Viele von uns sollten eigentlich gar nicht mehr leben oder schon sehr alt sein“ Corporal Benton wirkte etwas verzweifelt.

„Corporal. Wir werden eine Lösung finden. Sie glauben nicht, was heute alles möglich ist. Ich werde da schon was „zaubern“. Grinste Mark als er sah wie der Corporal leicht zusammen zuckte und mit dem Finger drohte.

ENDE

 

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Ideenbild März 2017 – Brennt Hexen, brennt! Teil 1 von 2

Das Projekt #Ideenbild wird von Lexa durchgeführt. Hier wird monatlich ein Bild gezeigt und damit die Kreativität angekurbelt. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Mitmachen wenn was einfällt.

Ich muss zugeben, dass mir dieses Bild einige Probleme bereitete. Ein kleiner Spielzeugsoldat. Ich habe lange gegrübelt. Hier ist meine kleine verhexte Geschichte in zwei Teilen

Mark liebte es durch den Wald zu streichen. Er konnte Stunden lang durch die Tiefen wandern. Manchmal übernachtete er auch draussen. Da hatte er schon viel Tolles beobachten und hören können. Wildschweine – die klangen wirklich unheimlich, aber auch Füchse. Die konnten auch seltsame Geräusche von sich geben.

Mark hatte sich dieses Mal einen Platz im Wald ausgesucht in dem er noch nie war. Es heisst er wäre verflucht. Die Bäume und Gestrüppe waren so dicht und der Wald war nur dunkel. Es schien kein Sonnenstrahl durch das dichte Blätterdach durchzudringen. Oder durchdringen zu können. Mark war sich wirklich unsicher. Er war eigentlich nicht abergläubisch, aber der Wald wirkte wirklich bedrohlich. Kurz zögerte er. Dann straffte er seine Schultern, schüttele den Kopf über seine Ängste und betrat den „verfluchten Wald“.

Was hatte er nicht schon alles gehört über diesen Abschnitt des Waldes. Menschen wären verschwunden – nie wieder hätte man ein Lebenszeichen von ihnen gehört. Und auch keine Leichen gefunden. Sie waren wie vom Erdboden verschwunden. Hexen sollten damals im Mittelalter hier ihr Unwesen getrieben haben. Die Erde soll verseucht sein von deren Blut. Oder, die Menschen die wieder aus dem Wald heraus kamen, waren so verwirrt, dass sie in Pflegeanstallten eingewiesen werden mussten. Sehr oft waren Kinder in diesem Wald verschwunden.

Aber Mark tat dies alles als Aberglaube und unerklärbare Schicksale ab. Die verwirrten Menschen waren für ihn ganz klar – wer sich in einem dunklen Wald verirrt, kann schon mal seinen Verstand verlieren. Gerade wenn ihm noch ein Ruf hinterher eilt. Die verschwunden Menschen tat er als Absicht ab. Die Personen wollten bestimmt verschwinden, warum dann nicht durch einen gruseligen Wald? Die Kinder – ja – es gab so viel Kinder die von zu Hause ausrissen. Da würde er sich selbst auch in einem Wald verstecken. Alles war für ihn rational erklärbar. Nur die Gänsehaut, die ihn seit dem Betreten überzog, konnte er nicht erklären. Ach doch  es ist einfach kalt hier drinnen, die Sonne kommt nicht durch. In Wäldern ist es immer kälter. Da ist es ganz normal zu frösteln.

Er schlenderte durch das dunkle Grün, des Waldes. Er liebte es einfach. Die Ruhe, die hier herrschte. Nur Vögel, Insekten und das Rauschen der  Blätter im Wind. Entfernt irgendwo ein grösseres Tier und keinen Menschen. Es gab für ihn einfach nichts Besseres. Aber irgendwas stimmte nicht. Es fehlten Geräusche. Er hörte keine Vögel und keine Insekten. Das einzige waren die rauschenden Blätter. Sehr seltsam. Sollten die dichten Blätter alles schlucken? Er zuckte mit den Schultern und ging weiter. Er müsste sich bald mal einen Platz suchen, wo er dann die Nacht verbringen würde. Der müsste ja noch etwas her gerichtet werden. Er lief noch etwas tiefer in den Wald, als er auf ein Gebäude stiess. Oha – hier gab es tatsächlich mal Leben. Hier haben Menschen gelebt. Das Gebäude sprach dafür. Aber es war kein Wohnhaus. Es sah eher wie – ein – Parkhaus aus. Aber nie fertig gestellt. Er sah noch überall die unverputzten Wände und Gestelle. Warum wurde es so plötzlich aufgegeben. So mitten im Wald. Sehr seltsam. Wahrscheinlich ist einfach das Geld ausgegangen.

Ein perfekter Schlafplatz. Ich habe ein Dach über dem Kopf und meine Isomatte müsste von unten reichen. Dann noch der Schlafsack. Super Fund Mark. Jackpot. Genial. Da ich nicht viel vorbereiten muss, habe ich richtig viel Zeit noch etwas die Gegend zu erkunden. Ich sammle nur schnell bisschen Feuerholz und gut ist.

Mark hüpfte beschwingt wieder auf den Waldboden und wollte gerade losgehen, als er an der Fensteröffnung eine kleine Spielfigur sah. Ein kleiner Spielsoldat. Wusste ich es doch. Von wegen verschwundene Kinder. Das ist bestimmt für die Kids ein Abenteuerspielplatz. Und einer hat seinen Soldaten vergessen. Pah –so viel zu verfluchtem Wald.

Mark drehte sich um und ging wieder in den Wald um Holz zu sammeln und auch etwas zu stöbern. Vielleicht entdeckt er ja noch was Abenteuerliches.

Und tatsächlich. Er kam an eine Lichtung. Das war hier schon ungewöhnlich. Denn er hatte bisher kein einziges dünnes Lichtfädchen hier gesehen. Und diese Lichtung bündelte das gesamte Sonnenlicht.

Er ging drauf zu und sah etwas in den Boden eingelassen. Was ist das? Er umrundete es. Es war eine Art Scheibe oder Stein. Auf dem Stein waren Symbole eingearbeitet. Er trat näher, um sich das genau anzuschauen. Das ist bestimmt noch aus dem Mittelalter. Das sieht aus wie ein Pentagramm. Das muss eine Art Kultstätte aus der Hexenverfolgungszeit sein – wie cool. Er zückte sein Handy – kein Empfang – egal er wollte ja nur die Kamera nutzen, dann konnte ihn wenigstens auch keiner nerven. Er machte mehrere Fotos und bewunderte es noch etwas. Die Sonne spielte mit dem Stein. Es war faszinierend, dieses Spiel zu beobachten.

Irgendwann wurde es kühl. Er schaute nach oben und eine dunkle Wolke hatte sich über die Öffnung geschoben. Oh – es wird doch nicht regnen. Mist. Schnell zurück zu dem Gebäude bevor ich vielleicht nass werde

Mark schnappte seinen Rucksack und begab sich schnell wieder zu dem Gebäude. Dort hatte er sich schon bisschen Holz zu Recht gelegt. Aus seinem Rucksack holte er noch Zunder und seinen Feuerstahl um sich ein gemütliches Feuer anzumachen. Dann setzte er sich gemütlich hin, zog sein Messer aus der Scheide und fing an bisschen zu schnitzen. Erst machte er sich noch paar Feathersticks und dann nahm er sich ein Stück Holz das er zu einer Figur bearbeiten wollte. Er liebte es zu schnitzen. Das entspannte ihn. Auf dem Fenster stand noch immer die Soldatenfigur. Hatte sie sich bewegt? Nein wahrscheinlich hatte er sie schon bewegt gehabt oder ein Tier ist dran gekommen. Warum sollte sie sich auch bewegen?

Langsam wurde es dunkel. Er kroch in seinen Schlafsack und zog noch ein Buch heraus. Das las er beim Feuerschein. Er liebte Abenteuer und Gruselgeschichten.  Ihm fielen die Augen zu und sein Buch rutschte herunter. Er war eingeschlafen.

In dem Moment als er leise vor sich hin schnarchte erwachte die Figur aus seiner Starre. Sie sprang von dem Fenstersims und schlich leise an den Jungen heran. Vielleich war er ein Feind. Das konnte er nicht wissen. Er schlicht, lauschte, schlich und als er an dem Jungen dran war beobachtete er. Dann schlich er um ihn herum und besichtigte die Sachen des Jungen. Er schien harmlos. Insofern Jugendliche harmlos wären. Aber von ihm hier schien keine Gefahr aus zu gehen. Der Soldat ging weiter in den nächsten Raum. Er hatte eine Mission. Der Feind musste eliminiert werden. Wo war seine Einheit. Warum war er alleine. Waren die anderen Tod? Oder hatten sie ihn hier zurück gelassen. Das konnte nicht sein. Er drehte sich zu dem schlafenden Jungen um. Er war seltsam. Aber der Soldat ging weiter.  Er musste das Gelände noch sichern. Sichern bevor die anderen kommen.

Mark schnaufte und drehte sich, dabei wurde er kurz wach. Und er sah – den kleinen Soldaten vom Fenstersims. Aber dann war er auch schon wieder eingeschlafen.

Der Soldat hatte das Gelände gesichtet und gesichert. Jetzt konnten sie kommen. Und es dauerte auch nicht lange, da kamen sie. Die anderen Figuren, die er schützte. Er war nicht der Einzige. Es gab viele von ihnen. Tagsüber eine Figur, starr  in ihrer Bewegung aber wach im Geist. Erst wenn die Sonne unterging, konnten sie dem Bann der Hexen entkommen. Da durften sie sich bewegen. Aber man musste immer Acht geben. Sie waren alle so klein, dass sie schnell irgendwelchen Tieren zum Opfer fallen konnten, in dem Moment des Erwachens.

„Hallo Gemeinde. Es ist wieder soweit. Ihr könnt kommen. Es ist alles sicher. Im Nebenraum schläft ein Jugendlicher. Er muss sich verirrt haben. Aber er scheint keine Gefahr für uns zu bedeuten. Also lasst uns die wenigen Stunden geniessen, die wir haben. Bevor sie kommen. Dann müssen wir uns in Sicherheit bringen. Überlegt nur schnell, was wir mit dem Jungen machen. Wenn die Hexen ihn finden, erfährt er das gleiche Schicksal wie wir. Also grübelt nach.“

Sie diskutierten und überlegten. Aber keiner kam zu einer Lösung. Es ging auf Mitternacht zu. Und die Gruppe wurde unruhig. „Wir müssen uns jetzt verstecken. Die Hexen werden bald kommen. Was machen wir mit dem Jungen?“

„Ihr braucht euch keine Gedanken um mich zu machen!“

Die Figuren drehten sich erschrocken um. In dem Durchgang stand Mark. Er war noch verschlafen, aber schon wach genug um die Situation zu erfassen. Vor etwa einer halben Stunde wurde er wach und vernahm hektisches Gemurmel. Er setzte sich auf und befreite sich von seinem Schlafsack. Noch verschlafen begab er sich Richtung des Geräusches. Und da sah er – Was sah er da? Zwerge? Feen? Menschen? Was war das? Er versuchte aus diesem Traum aufzuwachen, aber er war wach. Und dann lauschte er. Er bekam mit, dass hier in diesem, tatsächlich verfluchten Wald, Hexen ihr Unwesen trieben. Sie lockten die Menschen in den Wald und dann verhexten sie sie. Sie legten einen Bann über sie, die sie zu Spielzeugfiguren werden liessen. Tagsüber leblos und bei Sonnenuntergang erwachten sie. Die Hexen taten ihnen nichts. Sie genossen nur ihre Macht, dass sie machen konnten was sie wollten. Sie hatten den kleinen Menschen schon gedroht, aber was sollten sie schon gegen die Hexen unternehmen. Also waren sie sich ihrer Machtposition mehr als sicher.

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