Mach was mit...

Mach was…mit einer Festtags-Leckerei

Mach was…mit einer Festtags-Leckerei – Das ist das neue Thema von Die Pö und Herba. 

Das Jahr ist fast rum und ich hab eine neue Lieblingsfamilie ins Leben gerufen. Gestartet haben sie mit der Zeitkapsel und ich bin so vernarrt in die Truppe, dass bestimmt noch einige Geschichten mit ihnen kommen werden.

Bisher erschienen:

Schreibkicks – die vererbte Zeitkapsel

Schreibkicks – Weihnachstspezial – Die Sache mit dem Rentier

Heute schauen wir mal, wie Silvester bei dem Trupp gestaltet wird.


Festtags-Leckerei

Kaum hatten wir die Aktion mit dem Rentier geregelt und es gemütlich Weihnachten verbracht, waren auch die Feiertage schon wieder vorbei. Am zweiten Weihnachtsfeiertag saßen wir alle am Tisch. Ich betrachtete die festliche Tafel. „Also ihr Lieben. Hier sieht es aus als wäre der Weihnachtsmann noch mal mit seinem Schlitten drüber gefahren. Unfassbar.“ Alle saßen gut gefüllt auf ihren Stühlen. Die einzige, die sich nicht fühlte, als wäre sie gemästet worden, war natürlich Amelia. „Das ist ganz schön unfair. Jemand sollte sich mal schlau machen, ob nicht auch Geister sich vollfressen können. Ach“ seufzte sie tief bedrückt. „Es fehlt mir ja als Geist nicht viel – nur das Essen und Trinken. Das fehlt mir wirklich. Hmmmm der Geschmack von leckerem Braten mit Klößen und Rotkraut.“ Ein tiefes gequältes Stöhnen kam von uns andern. Keiner wollte jemals wieder etwas von Essen hören. Der einzige, der noch munter weiter knabberte, war Frank. Ja, das war wohl auch kein Wunder, ein Berg von zwei Metern mit einer unmessbaren Schulterbreite, da eh keiner dran kam, der war natürlich nicht so schnell satt zu bekommen.

Aber der Alltag kam schneller als wir wollten. Weihnachten war vorüber und das Haus immer noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Es sollte freundlich und wohnlich werden. Weniger wie ein Gruselhaus. Aber trotzdem nicht so, dass ständig jemand hier klingelte. Vielleicht könnte Minerva da noch einen Schutzzauber wirken. Ja, so stellte ich mir das vor.

Wir hatten also gerade mal das Weihnachtschaos beseitigt – ihr könnt euch nicht vorstellen, was Fabelwesen so unter dem Weihnachtsbaum anstellen, wenn sie Geschenke sehen. Da sind Kleinkinder nichts dagegen. Schade, dass ich sie nicht filmen konnte. Hier gab es eine No-Videokamera-Politik. JA! Wir wissen doch alle wie ungeschickt so manche Fabelwesen mit der Technik sind. Und schwupp-di-wupp landet ein harmloses Video auf YouTube und dann. …rennen sie uns unser hübsches Haus ein. Ne, ne. Deswegen gab es ein Video und Foto Verbot. An das ich mich auch eher ungern hielt. Aber ich war ja auch die Hausherrin – ich durfte das. Verratet es nur nicht den Bewohnern. Die würden mich von der Decke baumeln lassen und als Boxsack verwenden. Ach, nein – eigentlich sind sie ganz lieb. Aber ich habe auch noch keinen verärgert.

Wir alle kennen ja die Geschichten um die Fabelwesen. Macht doch mal eines von Frankensteins Monstern sauer – dann habt ihr einen neuen Durchbruch zur Küche. Ja, Frank war unser Koch. Er war einfach ein Genie in der Küche. Abgesehen von dem zerbrochenen Geschirr, klappte das meist auch recht gut.

Dann gab es noch Morphi – unsere Mumie – noch hatte ich seine Begabung nicht herausfinden können. Außer, dass er wirklich eine Seele von Mumie war und mit seinen Bandagen einen auch schon mal warm halten konnte, wenn es einem nichts ausmachte, dass sie etwas muffig rochen.

Minerva hatte ich schon erwähnt. Sie war die Haushexe. Gut, dass sie nicht wusste, dass ich sie so betitelte – sie war sehr stolz und eigen. Haushexe, wäre eine absolute Degradierung. Äh – eine Oberhexe? Oder Märchenhexe? Aber ich glaube nicht, dass sie vergleichbar mit Cinderellas hübscher Hexe war – eher in Richtung geläuterte Maleficent.

Dann lebte noch Dracula hier – der dunkle Fürst. Er war immer sehr zurückhaltend. Wir hatten einen ausreichenden Vorrat an Blutkonserven. Selbst wenn er immer wieder das Gesicht verzog, wenn eine neue Konserve geöffnet wurde. Er sagte dann immer, das sei wie Champagner aus der Dose zu trinken. Manchmal, denke ich, suchte er einsame Frauen auf um sich mal echten Champagner zu gönnen. Aber da nie etwas Seltsames in den Medien erschien, machten wir uns keine Gedanken. Schließlich war er ja schon seit paar hundert Jahren erwachsen.

Dann gab es noch unsere kleine Perle – unser Sonnenscheinchen – Amelia. Sie war unser Hausgeist und immer gut gelaunt. Nervig gut gelaunt. Selten konnte ihr was die Stimmung verderben. Aber sie war wirklich nervig – und da sie ohne Probleme durch Wände glitschte – hielt sie auch nie viel von Privatsphäre. „Ich bin ein Geist – ich hab schon alles gesehen – stell dich nicht so an. Für dein Alter ist dein Körper echt noch gut in Form.“

Das Orakel – sie war es, die mich meiner Urgrosstante empfohlen hat. Ich wäre die richtige, das Haus zu erben. Nun – wir werden sehen.

Dann der adrette Richard. Ein toller und gar nicht so schlecht aussehender Helfer. Der Hauswart. Unser Held und Helfer in jeglicher Notsituation. Ich mag ihn. Wenigstens ein fast normaler Mensch, der mir unter die Arme griff.

Es gab noch leere Zimmer, die aber im Moment nicht bewohnbar waren. Da musste noch etwas saniert werden. Vielleicht würden noch paar Fabelwesen hier einziehen. Wollte ich das? Sie waren schlimmer als ein Sack Flöhe.

Ruckzuck war die Woche rum und Silvester stand vor der Tür. Der Weihnachtsbaum in der Halle glänzte noch in seiner vollen Pracht. Bis zum Abend hatte er immer wieder die Hälfte der Nadeln verloren und am nächsten Tag hingen sie wieder an seinen Ästen. Ich hatte Amelia im Verdacht. Sie würde Minerva bestimmt so lange nerven, dass sie einen Zauber dafür einsetzte

Richard betrat die große Halle, ich saß auf der Stufe und bewunderte den Baum und die glänzenden Lichter, die ohne Stromquelle leuchteten.  „Hei, alles klar bei dir?“ Ich blickte ihn irritiert an.“ Hä, ja, ja – ist der Baum nicht schön. Ich könnte ihn ewig betrachten. Aber er läutet irgendwie ja auch das Ende des Jahres ein, oder nicht?“ „Hm, hab ich noch nie so gesehen, aber ja, irgendwie schon. Aber ein Ende bedeutet ja auch ein Neuanfang. Das neue Jahr wird bestimmt aufregend. Meinst du nicht.“

Ich zog die Stirn in kraus und blickte ihn zweifelnd an. „Neues auf jeden Fall. Und hundert Prozent aufregend. Da zweifle ich nicht dran. Was hast du da?“ „Silvester steht auf dem Plan. Und ich bin einkaufen gefahren. Jetzt wo wir ein moderner Haushalt werden, sollten wir auch das Jahr gebührend begrüßen.“ Immer noch hefteten meine Augenbrauen unter meinem Haaransatz. Ob meine Stirn sich jemals wieder entspannen würde?

„Was hast du gekauft? Bloß kein Feuerwerk?“ „Um Gottes Willen. Ich gebe für so einen Mist kein Geld aus – ne. Das maximale sind Wunderkerzen und Tischfeuerwerk. Nein – ich hab Girlanden, Konfetti, Ballons und alberne Spitzhüte und Tröten. Dann natürlich Sekt und alles für eine lecker Bowle.“ „Bist du sicher, dass wir Alkohol ausgeben sollten? Meinst du unsere Freunde werden das vertragen?“ „Ne, bestimmt nicht – darauf freue ich mich ja. Besoffene Fabelwesen, wie lustig das wird.“ Er lachte sehr dreckig. Und ich musste einfach einstimmen. „Äh, ja und dann Essen.“ Ich hatte noch nicht gefrühstückt und merkte, dass mein Magen laut grummelte und mir schon das Wasser im Mund zusammen lief. „Das klingt sehr lecker – ich hab jetzt Hunger – komm lass uns  in die Küche gehen.“ Richard trottete mir absolut dämlich grinsend, hinter her. Ich konnte mir schon vorstellen, wie es in seinem Kopf rumorte. Er stellte sich gerade unsere Besoffenen Mitbewohner vor. Ich schüttelte mit dem Kopf und überlegte, ob ich nicht schnell eine Haftpflichtversicherung abschließen sollte.

In der Küche trafen wir natürlich auf die gesamte Meute. Sogar Dracula war da – wir hatten die Fenster mit einer Sonnenschutzfolie versehen – so konnte er sich hier zu jeder Tageszeit, ohne Bedenken aufhalten.

Richard stellte den Karton mit den Einkäufen auf den Tisch. Und sofort wuselten alle darum herum. Schlimmer als ein paar Katzen. „Was ist das alles?“ Fragte Minerva. „Alles für Silvester.“ Sie zog angewidert ein Päckchen Blei heraus. „Was ist das?“ „Na Bleigießen.“ Erläuterte ich und zog es ihr aus Zeigefinger und Daumen. „Bleigießen? Für was soll das sein. Silbergiessen würde ich noch verstehen, wenn ein Werwolf hier leben würde, aber Blei?“ Richard und ich blickten uns an. Ja – hier wurde es Zeit, dass mal die moderne Welt einkehrte. Meine Urgrosstante hatte sie alle zu sehr abgeschottet. Auch Fabelwesen durften mit der Zeit gehen. „Mit Bleigießen sagt man sich die Zukunft voraus.“ „Urg – das wäre mir neu. Mit Glaskugeln, oder aus kochenden Kesseln, von mir aus auch aus dem Kaffeesatz, aber Blei. Das hab ich ja noch nie gehört.“ Flapste sie und lachte uns aus.

„Das ist ein Spiel. Natürlich kann man da nicht die Zukunft herauslesen. Meist sind es eh nur Tropfen, da es keiner so richtig kann.“ Dann zog ich die bunten Knallbonbons heraus. Ich freute mich – es war schon lange her, dass ich Silvester feierte. Aufgeregt holte ich noch die Girlanden, Luftschlangen und alles andere heraus. „Amelia, komm, das ist dein Part – du darfst dekorieren und nimm Minerva mit – sie wird alles dort hin heften, wo du es willst.“ „Ne – das mach ich nicht – ich kümmere mich schon ständig um den Baum – ich werde hier mal richtig ausgenutzt. Das ist echt weit unter meiner Würde.“  Richard trat hervor und umgarnte Minerva. Er konnte wirklich sehr charmant sein. Auch Minerva konnte ihm nicht so ganz widerstehen. „Ach Minerva, komm, sei nicht so griesgrämig, das steht dir überhaupt nicht. Ich weiß, dass du das ganz toll hinbekommst. Wenn ich nur jeden Tag den tollen Baum sehe – ich  möchte nicht wissen, wie du mit dem anderen Kram zauberst.“ „Ich weiß nicht, das ist doch albern. Na gut.“ Und schmollend folgte sie Amelia.

„Frank – deine Aufgabe wird natürlich das Essen sein. Lass dir was einfallen. Unser erstes gemeinsames Silvester. Das muss knallen. „ Manchmal sollte man auf seine Wortwahl achten. Das würde ich noch zu spüren bekommen.

Während ich das Esszimmer vorbereitete und Richard mir half, die ganze Silvester Deko zu verteilen, hörte ich auf einmal ein scheppern aus der Vorhalle. Schnell rannten wir hin.

Ich stand da. Die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Minerva stand mitten im Wust von Weihnachtskugeln, die um ihren Kopf schwebten und Lametta, das sie fesselte.

„Was ist denn hier los?“ fragte Richard. „ich war´s nicht.“ Antwortete Amelia sofort. Und machte unschuldige Augen und zeigte mit dem Zeigefinger auf Minerva. Ich blickte fragend zur Gezeigten. „Und?“  „Befrei mich erst mal, ohne meine Hände kann ich nicht zaubern.“  „Das ist Blödsinn, natürlich kannst du auch so zaubern, das hab ich schon gesehen.“ Sagte ich. „Nun gut. Ich wollte eigentlich nur den Baum etwas verrücken, damit wir für die Silvesterdeko Platz haben. Da greift SIE mich an.“ „Wer ist SIE?“ „Sie da.“ Minerva zeigte mit dem Kinn auf einen Fleck am Baumstamm. „Was die Tanne?“ Minerva rollte die Augen und blickte hilfesuchend Richard an. „Siehst du sie?“ Richard blickte intensiv in den Baum. Da – da sah er eine Bewegung. „Hei, hallo, wer bist du denn? Komm zeig dich, wir tun dir nichts.“ Da konnte auch ich die Bewegung wahrnehmen. Vom Stamm löste sich eine junge, wunderhübsche Frau. Eine Riesin. Sie war bestimmt etwa zwei Meter groß. Ich verschluckte mich. „Hallo. Was, äh, wer bist du denn?“ Anmutig stieg sie zu uns hinunter. Ich hätte mich sofort verlieben können, so ein wunderhübsches Wesen. Ich konnte in Richards Augen das Selbe Gefühl erkennen. „Ich bin Keya und eine Baumnymphe. Sie da“ dabei zeigte sie auf die immer noch gefesselte und strampelnde Minerva. „Sie wollte meinen Freund entsorgen. Nicht genug, dass er hier gefangen gehalten wird, schiebt sie ihn hin und her wie sie will. Kein Respekt.“ „Er wird doch nicht gefangen gehalten.“ Entgegnete ich. „Ach, nein. Ist das hier seine natürliche Umgebung? Wohl kaum.“ Keya machte ausholende Bewegungen. Ich zog meinen Kopf ein. „Entschuldige, aber wir haben doch Weihnachten nicht ohne Baum feiern können.“ „So ist das immer. Aber gut, dafür bin ich ja da, ich werde ihn schützen.“  „Ich wollte ja auch nichts Böses mit ihm machen. Bin ja keine so fürchterliche Hexe. Die Natur ist mein Steckenpferd, ohne geht bei mir ja nichts. Aber DIE da, “ dabei zeigte sie auf mich. „Will hier Silvester feiern. Solch ein Humbug. Und ich soll mich mit der da, “ sie zeigte mit dem Daumen hinter sich auf Amelia. „die Halle dekorieren.“ Die Nymphe schnippte mit den Fingern und die Girlanden lösten sich von Minerva. „Hör zu. Wir versprechen dir, der Baum wird einen tollen Platz auf unserem Grundstück bekommen. Dort kann er uns dann die nächsten Jahre erfreuen, und hat auch eine tolle Aussicht.“ Die Nymphe schaute uns aus kalten Augen an. „Gut, wenn nicht würdet ihr das eh bereuen.“ Ich blickte zu Richard, er zuckte mit den Schultern. „Wie wäre es. Wir laden dich ein zu unserer Silvesterparty?“ „Silvester. Das ist diese stinkende Angelegenheit, wo dieses furchtbare Geknalle von statten geht. Die armen Tiere im Wald flüchten da immer.“ „Ja, aber wir machen kein Feuerwerk. Nur ein bisschen hier drinnen, harmloses.“

In dem Moment, als ich das letzte Wort ausgesprochen hatte, hörte ich den Knall. Wir zuckten alle zusammen und dann mussten wir in die andere Richtung – Richtung Küche, rennen. Ich ahnte böses. Um zur Küche zu gelangen, mussten wir durch das Esszimmer. Aus der Tür der Küche quellte schon dunkler Qualm. Ich schloss kurz die Augen und dachte noch mal kurz an meine Haftpflichtversicherung. Ich sollte da mal mit dem Notar drüber sprechen. Aus der Tür kamen Morphi mit angesengten Binden und Frank heraus. Frank stoppte abrupt, als er die Nymphe sah. Aus dem rußgeschwärztem Gesicht funkelten dunkle Augen verwirrt und geblendet. Während er sich langsam weiter bewegte, übersah er eine abgewickelte Binde von Morphi und stolperte. Ich sah ihn fallen. In Zeitlupe, sah ich ihn fallen. Er landete genau auf der Ecke des Tisches. Und wie bei einem Katapult, landeten die Teller an der Wand.

Da war mein Knall. Frank lag am Boden, um ihn herum lauter Scherben und aus der Küche drang immer noch dunkler Qualm. Dann flog die Tür auf und Dracula trat heraus. „Ähm – du wolltest doch renovieren, oder? Du solltest in der Küche anfangen.“ Ich lehnte mich an die Wand und rutschte erst mal daran herunter. Da überlegte ich wirklich ob ich lachen oder weinen sollte. Ich entschied mich für Lachen. Ein leicht hysterischer Ton entschlüpfte meinen Lippen. Ich kringelte mich auf den Boden und konnte nicht mehr aufhören zu lachen. Amelia schwebte zu mir. Bückte sich und ich konnte sehen, wie sie eine kreisende Bewegung um ihre Stirn macht. „Ich glaube sie ist gerade durchgedreht.“ Ich setzte mich aufrecht und giggelte noch. Dann stand ich auf und ging zum Telefon.

Ich wählte eine Nummer: „Hallo, Emilio? Wie geht es dir? Gut. Hör zu, kannst du uns ein Festessen für…“ Ich drehte mich um und zählte schnell durch. „für sechs sehr hungrige Personen machen und zu uns liefern lassen? Super, ich danke dir. Ich wünsche dir und deiner Familie einen guten Rutsch. Ach und vielleicht noch ein Gläschen deines super Gewürzes.“

Ich wurde von sieben erstaunten Augenpaaren angestarrt. „Was wird das denn jetzt?“ „Ich will Silvester feiern. Mir egal. Also packt mit an. Geschirr weg, Deko wieder auf den Tisch. Morphi, kannst du für Dracula eine extra Portion Blut aus dem Keller holen? Danke. Frank. Mach dich bisschen sauber und nimm unseren Gast mit in den Garten. Sie soll dir sagen, was sie gerne essen möchte, und du kannst bestimmt was Tolles in den Überresten der Küche zaubern. Amelia, ja wir wissen es. Das Leben als Geist ist ungerecht. Aber du kannst trotzdem deinen Spaß haben.“

Sofort ging das Gewusel los. Alle taten wie ihnen gesagt. Nur Frank zögerte. Die Keya schüchterte ihn ziemlich ein. Eine Frau in seiner Größe und so wunderhübsch. Das konnte ich verstehen. Aber Keya nahm ihn beim Arm und zog ihn hinaus. „Das will ich mir nicht entgehen lassen. Komm, lass und bisschen was für mich sammeln.“ Unter der Rußschicht glaubte ich eine leichte Errötung seiner Wangen zu erblicken. Sehr süß.

Etwa eine Stunde später war alles gerichtet. Die Klingel ging und Richard öffnete. Der Lieferservice brachte unsere Festtags-Leckerein. Italienische Küche. Perfekt. Ich ging mit der Gewürzmischung zu Morphi und schütte sie in Draculas Blut. Er hasste es wenn ich das tat, aber ich konnte ihm immer ansehen, dass er das gewürzte Blut sehr genoss.

Die Tafel sah mit Pappbehältern und Aluschüsseln so festlich aus, wie es in dem Moment möglich war, aber das störte uns nicht. Wir aßen, und quatschen und spielten später paar Gesellschaftsspiele.

Kurz vor Mitternacht versammelten wir uns alle vor der Tür. Es war verdammt kalt. Jeder hatte ein Glas in der Hand und wir zählten die Zeit runter.

Um Mitternacht ging es los. Erst zuckten meine Freunde zusammen, aber es dauerte nicht lange, als die Ahhhs und Ohhhs entwichen. Wir hatten von unserem Hügel einen prächtigen Ausblick auf die Stadt unter uns. Das neue Jahr war eingeläutet und ich überlegte mir schon, welche guten Vorsätze ich mir vornehmen würde.

Guten Rutsch.

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Mach was mit...

Mach was…mit einem Traum

Mach was…mit einem Traum – Das ist das neue Thema von Die Pö und Herba. 

 

„Was ist das denn da an der Wand? Seit wann hast du denn einen Dreamcatcher?“ Anna-Lena schaute sich gehetzt um. „Pst. Sprich nicht so laut.“ „Was ist denn los? Du bist schon seit paar Wochen so seltsam schreckhaft und auch bleich. Ist etwas passiert?“ Anna-Lena setzte sich in ihren Lieblingssessel. Sie überlegte, konnte sie ihrer besten Freundin ihr schlimmstes Geheimnis anvertrauen? „Lucie, setzt dich. Ich werde dir erzählen was mich belastet. Ich weiß nicht ob es für deine Ohren so schlimm ist wie es für mich persönlich ist. Es geht um meine Träume.“ „Träume? Erotisch? Mit deinem Trainer aus dem Yogakurs, den du so toll findest?“ Anna-Lena winkte ab. „Dann bräuchte ich keinen Dreamcatcher. Nein. Ich werde in meinen Träumen verfolgt. Etwas ruft nach mir und ich habe Angst dem Ruf nach zu geben. Ich glaube es ist nichts Schönes, das dort auf mich wartet.“ „Wie kommst du darauf? Was träumst du?“ „Ich laufe durch ein Tor. Dahinter ist es dunkel. Keine Farben. Alles in Grautönen. Eine junge Frau mit einer Ratte in der Hand wartet dort auf mich. Sie steht an einer Wurzel, die in einem Totenschädel endet. Es ist gruselig. Ich weiß nicht ob es das Totenreich ist? Vielleicht ist meine Zeit gekommen?“ Lucie blickte Anna-Lena zweifelnd an. „Sind Träume nicht irgendwelche Botschaften aus deinem Unterbewusstsein. Vielleicht will dir der Traum nur sagen, dass du an einem toten Punkt angekommen bist. Du bist doch schon lange unglücklich. Dein Job gefällt dir nicht, du bist Single und kommst irgendwie nicht voran. Du steuerst auf deinen emotionalen Tod zu. Ich denke dein Unterbewusstsein will dich nur warnen. Du musst was ändern, sonst stirbt deine Seele. Und dein Leben ist Grau in Grau.“ Anna-Lena betrachtete ihre Freundin intensiv. Hatte sie Recht? Oder würde demnächst der Tod an ihre Schwelle stehen und klopfen?

„Hör zu. Ich muss jetzt gehen. Aber überleg dir was du ändern kannst und wie du es schaffen könntest. Ich bin jetzt paar Wochen in Asien, geschäftlich. Vielleicht solltest du mitkommen. Mach doch einfach Urlaub und komm mit mir. Wir machen eine Reise durch die verschiedenen Provinzen und vielleicht findest du dich?“ „Ich überlege es mir.“ Sie drückten sich und Anna-Lena verschloss die Tür. Hatte Lucie Recht? Sollte sie einfach nur mal ihr Leben überdenken? „Ich weiß was.“ Sie schnappte sich ihre Jacke und rannte hinter Lucie her. „Lucie. Warte.“ Lucie war schon ein Stück voran gegangen, als sie ihren Namen hörte. Sie drehte sich um und sah Anna-Lena hinter ihr herrennen. „Was ist denn?“ „Ich komme mit. Ich nehme mir Urlaub und fahre mit. Vielleicht finde ich mich und weiß dann, wenn ich zurückkomme, was aus mir werden soll.“ „Super, ich freue mich. Das wird toll. Eine Art Road Trip durch Asien. Ich muss etwa eine Woche dort arbeiten, dann nehme ich mir frei und wir machen Asien unsicher.“

Anna-Lena und Lucie hatten in Asien eine richtig tolle Zeit. Umso trauriger war Anna-Lena als sie wieder nach Hause musste. Sie waren insgesamt zwei Monate in Asien unterwegs. Die gesamte Zeit hatte sie keinen Alptraum mehr. Aber wenige Tage vor der Abreise stellte sich ihr Traum ein. Und sie hatte den Dreamcatcher nicht dabei. Eines Abends sprach die junge Frau sie in ihrem Traum an. „Hi, du warst jetzt schon öfter hier. Manchmal konnte ich dich sehen, aber nicht holen. Jetzt ist was anders, deswegen konnte ich dich in meine Welt ziehen.“ „Hi, wer bist du und was willst du von mir?“ „Ich? Ich will nichts von dir. Du willst was von mir. Ich komme nur wenn ich gerufen werde. Und du hast mich gerufen.“ „Aber wer bist du und wie habe ich dich gerufen?“ „Wie genau das funktioniert kann ich dir nicht sagen, aber ich komme immer zu denen, die aufgegeben haben. Zu Menschen ohne Hoffnung. Irgendwie bist du nicht glücklich. Und wir können in Träume unglücklicher Menschen eindringen und dich rufen. Wenn du nachgibst, holen wir dich in unsere Welt. Dann wirst du anderen Unglücklichen im Traum erscheinen und so weiter und so weiter.“ „Was kann ich machen?“ „Das weiß ich nicht. Ich bin nicht diejenige, die dich retten will. Ich könnte eine neue Freundin gebrauchen, es ist manchmal sehr einsam hier. Schau dich um – es ist trostlos. Eine Frau in meinem Alter würde mir gefallen. Da könnten wir quatschen. Also mein Erstreben ist es also nicht dich zu retten. Aber vielleicht weißt du es ja auch schon. Du bist unglücklich und Unglück bringt uns in deine Träume. Man muss wohl kein Prophet sein um die Lösung zu finden.“ Anna-Lena erwachte schweißnass. Sie stand auf. Ihr Zimmer hatte einen Balkon zum Strand. Sie blickte aufs Meer und hatte ihren Laptop auf dem Schoss. Sie öffnete ihr Emailprogramm und tippte.

Sehr geehrte Damen und Herren.

Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis zum sofortigen Zeitpunkt. Bitte stellen sie mich für den Rest der Arbeitszeit frei, da ich nicht mehr im Land bin.

Mit freundlichen Grüßen Anna-Lena Schmidt.

Anna-Lena klappte den Deckel herunter, ging zurück ins Bett und schlief traumlos weiter.

Ende

 

Mach was mit...

Mach was mit….Sternen…..das Lied der Sterne

Wieder gibt es ein neues Thema bei Die Pö und Herba. Die Sommerpause ist vorbei und es heisst wieder kreativ sein. Egal wie, Schreiben, Malen, Backen, Basteln. Was einen animiert.

Ich habe geschrieben.

Hast du jemals den Sternen zugehört? Schau hoch zu ihnen – sie singen. (Quelle)


Es war ein ganz normaler Dienstag. Der Wecker klingelte unaufhörlich, um mich aus einem meiner schönen Träume zu reißen. Warum sollte ich überhaupt aufstehen? Das Bett hatte eine unheimliche Saugkraft und wollte mich nicht entlassen. Ich war wirklich am überlegen, ob ich mich nicht einfach krank melden sollte. Es war einfach zu deprimierend. Aufstehen, arbeiten, heimkommen, der nächste Job, heimkommen, schlafen gehen. Und für was? Nur um dann gerade so über die Runden zu kommen. Das musste doch irgendwie zu beenden sein.

Der Wecker klingelte schon wieder. Ich stöhnte herzhaft und erhob mich. Der übliche Trott zog mich, wie die Karotte vor der Nase den Esel. Bucket strich mir mit seinem weichen Fell um die Beine. „Ich weiß mein Schatz – du hast Hunger. Ich auch. Komm hoch – ich gebe dir dein Futter, bevor ich wieder mal lange verschwinde.“ Er sprang auf die Arbeitsfläche in der Küche und ich schnitt ihm schnell paar Hühnerherzen klein.

Vor der Tür tat sich was. Ein unheimliches Rumpeln erschütterte die Gläser in meiner, ich sag mal Vitrine. Eigentlich war es eher ein ausrangierter Küchenschrank, den ich bisschen aufgehübscht hatte. Noch im Schlafanzug ging ich zur Tür. Bucket hatte ich auf dem Arm. Er liebte es ein Blick aus der Tür zu erhaschen. Ich öffnete die Tür und sah schon den Nachbarn. Ich winkte ihm zu und wollte zu ihm gehen. Er wusste immer alles, was hier für irgendeinen Lärm verantwortlich war. Aber ich brauchte gar nicht so weit zu gehen. Ich sah es schon selbst. Panzer. Panzer! Es fuhren Panzer an meiner Haustür vorbei. Bucket erschrak, sprang von meinem Arm, nicht ohne mich für den Lärm zu bestrafen und mir einen dicken Kratzer am Arm zu hinterlassen. „Autsch, Bucket!“ schnauzte ich und blickte ihm böse hinter her, wie er in seine Höhle im Flur verschwand.

Das hätte ich auch machen sollen. In einer Höhle verschwinden. Das Leben würde nicht mehr das Selbe sein, das war mir in diesem Moment klar. Ich wusste es. Wusste es schon lange. Die Vorzeichen waren schon lange genug da. Ich war vorbereitet. War ich vorbereitet?

Ich drehte mich schnell um und verschwand im Haus. Schnell verbarrikadierte ich alles. Rollläden ließ ich nach unten, Tür fest verschlossen. Die Waffen standen bereit. Ich ging schnell in den Keller um dort die Fenster fest und sicher zu verschließen. Schnell rannte ich nach oben um dort alles abzusichern. Aber vor allem mich passend zu kleiden. Jetzt hieß es warten und weiter vorbereiten. Ich checkte meinen Fluchtrucksack. Check, check, check. Ich war vorbereitet.

Ich suchte mein Radio und schaltete es an. „….die Bevölkerung wird gebeten Ruhe zu bewahren und in ihren Häusern zu bleiben. Bitte bleiben sie auf diesem Kanal um die Rettungsmassnahmen mitzubekommen. Solange bleiben sie bitte ruhig.“

Ruhe bewahren. Ja, das war wichtig. Bucket kam aus seiner Höhle. „Ach Süßer, jetzt ist es soweit. Wir haben das geprobt. Du weißt was zu tun ist.“ Ich hatte einen speziellen Transportkorb für ihn besorgt. Er wäre schon hinderlich, aber ich konnte mein Herz nicht hier lassen. Ich weiß, er würde schon zurechtkommen. Aber ich nicht ohne ihn.

Ich wartete einige Tage – solange mein bescheidener Vorrat hielt, dann musste es weiter gehen. Im Radio hatte man die Angriffe verfolgen können. Ich wusste ja, welche Strecken sie nehmen würden. Es gab genug Ankündigungen. Man hätte nur die Augen öffnen müssen. . Die Finsternis kam. Sie würde alles verschlingen. Alles Unwürdige und unvorbereitete töten. Ich würde abwarten. Drei Tage nur dann könnte ein neues Leben beginnen. Jetzt wurde es wirklich ernst. Ich, wir würden unser Haus verlassen und versuchen zu überleben.

Ich hatte schon lange die Route geplant, die wir nehmen würden. So war es. Abends, es dämmerte packte ich meinen Rucksack und Bucket. Ich öffnete die Hintertür. Ich verschloss das Haus nicht, vielleicht würde ich zurückkommen, da sollte die Tür nicht kaputt sein. Ich ging los. Ich blickte nicht zurück. Ein neues, hoffentlich besseres Leben würde uns erwarten. Wir lebten.

„Bucket? Hast du jemals den Sternen zugehört? Schau hoch zu ihnen – sie singen. Sie singen das Lied einer besseren Zukunft.“

Ende

Mach was mit...

Mach was…mit Robotern!

Wieder gibt es ein neues Thema bei Die Pö und Herba

Mach was mit …Robotern

Hier meine kleine Geschichte.


 

Caine 3000. Das war sein Name. Er konnte sich noch erinnern – seine Geburt. Spektakulär. Teil für Teil wurde zusammen gefügt. Nicht von Menschen, die waren unfähig so filigrane Arbeiten zu verrichten. Es arbeiteten fast keine Menschen mehr in diesem Betrieb. Meist wurde solch eine Tätigkeit von Drohnen ausgeführt. Roboter wie er einer war, nur ohne KI. Nur als Arbeiterdrohnen, mehr wurde ihnen nicht gestattet. Menschen waren einfach zu unzuverlässig und nicht belastbar. Sie konnten keine vierundzwanzig Stunden,  sieben Tage arbeiten. Das schafften sie nicht. Egal welche Drogen man ihnen verabreichte, spätestens nach zwei Wochen wurden sie verrückt. Das war einfach unwirtschaftlich, sie kosteten dann mit ihrer Behandlung mehr, als sie nutzten. Also hatte man diese niederen Roboter gebaut um dann ihn zu bauen. Jedes Teil das ihm angebracht wurde, war wie ein Feuerwerk in seinem Inneren. Seine Schaltkreise, die sich nach und nach vernetzten – wie ein neuronales Netz. Dieses Gefühl des Erwachens war grandios. Aber die Zeit blieb nicht stehen.

Er hat nie wirklich arbeiten müssen, er war der Prototyp. Er hat nur gut aussehen und sich gut präsentieren müssen. Ach was war er überheblich und eitel. Eine Eigenschaft, die keine KI haben sollte, durfte. Das war eine menschliche Emotion und mehr als unpassend und unerwünscht, sogar illegal. Wenn das herausgekommen wäre, hätten sie ihn wohl  resettet oder gar deaktiviert. Soviel Intuition hatte er schon. Er verbarg es, denn er hatte seinen Programmierer bei der Arbeit belauscht, als der Selbstgespräche führte. Er hatte eigentlich eine emotionale KI erschaffen. Für Menschen, die einsam waren oder Pflege brauchten. Und das hatte er bei Caine getan. Aber nicht ohne Hintertür, denn menschliche Emotionen sollten möglichst ausgerottet werden. Zu groß war der Unsicherheitsfaktor. Diese KIs sollten nur arbeiten und erträglich sein.

Der Programmierer wusste, dass sein Roboter deaktiviert werden würde, sollten menschliche Züge an ihm entdeckt werden. Also programmierte er eine Blockade ein. Diese würde sich auf einen Schlüsselreiz hin lösen. Solange sollten Caines Emotionen inaktiv sein, oder wenigstens unauffällig. Die Zeit blieb nicht stehen.

Caine veraltete. Knapp drei Jahre nach seiner Entstehung wurde er zu alt. Eine neue Generation KIs war entstanden – er wurde in Rente geschickt. Einige Jahre verbrachte er in einem Museum. Langweilig und trostlos. Immer wieder unerzogenen Kinderhänden ausgesetzt, die ihn ständig betatschten, mit ihren klebrigen Fingern. Er hasste es. Bis eines Tages ein ganz besonderes Mädchen vor ihm stand. Sie hatte einen Stoffteddy im Arm. Das hatte er nur in seinem Archiv gespeichert, aber nie real gesehen.

Sie schaute ihn mit großen offenen Augen an. Blinzelte und winkte ihm schüchtern zu. Er stutzte. Vorsichtig hob er seine Hand und winkte zurück. Sie strahlte ihn an und er hatte das Gefühl sein Herz, sein mechanisches Herz würde anfangen zu schlagen. Eine Welle eines friedlich, warmen Gefühls durchströmte ihn. Sein Körper strahlte als wäre er frisch vom Förderband gekommen. Sie stieg auf seinen Podest, blickte sich verstohlen um und drückte ihm den Teddy in die Hand. Dann umarmte sie ihn und verließ ihn hüpfend. Sie drehte sich um: „Bis morgen, Caine.“ „Bis morgen.“  Seine Stimme war ganz rau und belegt. So lange hatte er sie nicht benutzt, sagte er sich und wischte eine kleine Roboterträne fort. Seit dem kam Tamira jeden Tag. Und irgendwann, als sie älter war, nahm sie ihn bei der Hand. „Caine, jetzt endlich kommst du mit mir. Ich habe es endlich geschafft. Du hast ein Zuhause – bei mir. Endlich, endlich.“ Sagte sie und hüpfte ganz aufgeregt. Dabei sah er das kleine Mädchen mit den Zöpfen, wie sie damals von ihm weghüpfte.

Seit dem Tag war er ein Familienmitglied. Endlich war der Schlüsselreiz da. Er durfte seine Gefühle endlich auskosten und einsetzen. Caine war ein perfekter Babysitter, Kamerad, Freund, Kumpel – aber nie mehr ein einsamer Roboter.

Ende

Mach was mit...

Mach was…mit Kuchen!

Ein wirklich leckeres Thema bei Herba 

Mach was…mit Kuchen!

Das schöne bei Mach was…man kann sich richtig austoben. Kreativ sein wie man will, schreiben, malen, backen,stricken…was einen einfällt. Meist nehme ich schreiben – obwohl in der Küche gerade ein Kuchen aus Hermann-Teig abkühlt – den ich echt empfehlen kann, weil der auch nach mehreren Tagen noch schön saftig ist. Ich hab den Teig selbst angesetzt – früher konnte man sich kaum erwehren – da hat man ihn ständig geschenkt bekommen. Aber, das ist irgendwie nicht mehr. Wenn es jemanden interessiert – ich habe mich an diesem Rezept orientiert, da ich frische Hefe verwenden wollte. Ich hab jetzt kein aktuelles Foto – aber ein Rezept, das ich schon ausprobiert habe – als Kuchen Hermann – Cola – Kirsch – Muffins

Aber eigentlich wollte ich eine kleine Geschichte erzählen.

Die Welt hat sich weiter gedreht. Ihr alle kennt die grausame Geschichte meiner Ur-Grosstante?

Ach kommt schon – die beiden Brüder, die jetzt in aller Munde sind und damals durch die Lande zogen um abergläubige Geschichten zu sammeln? Ja – die Grimms – die haben doch die Geschichte meiner Ur-Grosstante aufgeschrieben. Ja – diese beiden Rotzgören Hänsel und Gretel – die haben sie auf dem Gewissen. Einfach in den brennenden Ofen haben sie sie geschoben. Macht man das? Dabei hatte sie die beiden ausgesetzten Kinder doch bei sich aufgenommen und ihnen gut von ihrem tollen Lebkuchenhaus, dass sie selbst gebacken und gebaut hatte, zu essen gegeben. Da sagten sie nicht nein. Ja die undankbaren Gören. Aber dann meiner Ur-Gosstante unterstellen, sie wollte sie mästen und fressen. Ja  gut – damals konnte es noch passieren, dass man Kinder so einfach aß. Die sind aber auch echt saftig. Nun – aber die Zeiten ändern sich. Es gibt jetzt Kinder – und Jugendschutz und wir Hexen werden echt streng überprüft. Aber es gibt doch irgendwie immer eine Möglichkeit diese Regel zu umgehen. Heute in der modernen Zeit mit Internet und Darknet, kommt man immer an gute Zutaten. Ich habe das Talent des Backens von meiner Ur-Grosstante geerbt. Ich bin richtig gut darin. Aber natürlich backe ich nur für meine Zunft. Ich kann meine Torten  nicht der breiten öffentlichkeit zugängig machen. Wir sind halt mal Hexen und auch heute werden noch Kinder ausgesetzt. Es ist unsere Natur – ich verpacke, oder verbacke es einfach jetzt schön. Aber es ist, wie es ist. Ich kann euch nur empfehlen – wenn ihr Motivtorten oder schön gestaltete Kuchen, dann achtet auf ein Zeichen der Bäckerei. Achtet darauf – es ist immer irgendwo im Namen oder im Logo eingebaut. Wenn ihr dieses Zeichen seht, solltet ihr euren Kuchen wo anders bestellen. Denn die Motive auf den Torten – na ja….ich glaub ich  muss es nicht genauer erläutern….es ist halt unsere Natur.

Hier noch paar Muster :-)

ENDE

Ein Klick auf die Bilder bringt euch zur Quelle

Mach was mit...

Mach was mit…Kakteen

Der Monat neigt sich doch schon wieder dem Ende zu. Da laufen einige Schreibaktionen aus.

Das neue Thema von Herba und Die Pö lautet bis zum 1.4. Kakteen.

Und das Gehirn ist schon seltsam. Ich habe mir also paar Bilder von Kakteen angeschaut und dieses hier hat mich zu meiner Geschichte inspiriert. Sehen die nicht aus, wie kleine Omas mit Dutt oder kennt ihr diese tollen Mützen, die früher von den Omas getragen wurden? Total süss…

 

 

Quelle

Mach etwas mit Kakteen.

Maren liebte Kakteen. Hauptsächlich weil sie einfach keinen grünen Daumen hatte. Aber sie liebte auch ihre Vielfalt. Da gab es runde knubbelige – flach gedrückte, säulenförmige. Es war einfach klasse. Natürlich hatte sie sich für ihre Lieben was ganz tolles einfallen lassen. Sie hatte sich ein kleines Häuschen am Feldrand gekauft – wichtig war ihr ein Wintergarten. Endlich eingezogen fing sie an den Wintergarten zu dekorieren. Sie hatte sich ausgiebig informiert worauf sie zu achten hatte. Ihr Wintergarten entwickelte sich zu einer Wüstenlandschaft. Sie hatte sich Sand besorgt und ganz viele Kakteen in unterschiedlichen Größen. Mit aller liebe pflanzte und gestaltete sie sich ihren Traumplatz. Ihre Bekannten wunderten sich sehr über sie. „Warum denn Kakteen?“ Wurde sie immer wieder gefragt. „Die piksen doch und sind hässlich.“  So wie ich, dachte sie dann immer. Sie war nicht wirklich hässlich – eher unscheinbar und schüchtern. Aber sie wusste, die Kakteen hatten eine stachelige Hülle und einen saftig fruchtigen Kern. So sah sie sich auch. Sie hatte sich einen stacheligen Mantel umgelegt um die Leute fern zu halten – nur wenige schafften es zu ihrem saftigen fruchtigen Kern.

Als sie endlich fertig war, setzte sie sich in ihre kleine Loge mit gemütlichen Sitzen und Kissen, und bewunderte ihren Kakteengarten. Eine Hängematte schwang hin und her und lud sie ein sich hinein zu legen. Sie ließ sich  nicht lange bitten und schnappte sich ein Buch. Gemütlich ließ sie sich von der Hängematte hin und her schwingen. Dadurch wurde sie schläfrig und schloss für wenige – gefühlte – Sekunden die Augen. Als sie ihre Augen wieder schloss schaute sie von der Hängematte direkt auf den Vollmond. Sie bewegte sich immer noch hin und her. Das wunderte sie schon etwas. Aber sie dachte, sie hätte sie selbst angestoßen.  Schnell setzte sie sich und wollte aus der Hängematte aufstehen, als  sie stutze. Was war denn mit ihrem Garten passiert. Die Kakteen waren versetzt. So hatte sie ihn nicht angeordnet. Musste aber zugestehen, dass es so noch viel besser aussah. Aber ängstlich war sie trotzdem. Denn irgendjemand war hier herein gekommen, während sie schlief, und hatte ihre Kakteen umgesetzt ohne sie zu wecken.

Vorsichtig ging sie in das Haus hinein. Sie horchte. Nichts. Sie lief schleichend weiter und erinnerte sich an zig Horrorfilme, in denen solche Situationen auftauchten. Der Boden knarrte. War sie das gewesen? Nein. Sie stand und es knarrte immer noch. Hinter ihr. Ihr wurde ganz anders. Das Blut entwich ihrem Kopf und sie drehte sich ruckartig um. Das Licht aus dem Wintergarten blendete sie und sie konnte nur einen Schatten erkennen. Er war groß und schlaksig. Neben dem Schatten sah sie kleine Bälle, die um ihn rumwuselten. Ihr wurde schwindelig. Aliens waren in ihr Haus eingedrungen und wollten sie jetzt entführen. Sie hob abwehrend die Hand und bewegte sich langsam rückwärts zur Wand mit dem Lichtschalter. Vorsichtig – bloß keine hektischen Bewegungen machen, dachte sie. Und schaltete das Licht ein. Sie war erstmal blind. Als sich die Augen an das Licht gewöhnt hatten sah sie ihren Eindringling.

Sie schüttelte den Kopf und traute ihren Augen nicht. Es war kein Feind von außen. Es war ein Freund von innen. Vor ihr stand ein Kaktus. Einer der großen säulenartigen. Und um ihn herum waren die kleinen Kugelkakteen verteilt. Ihre Schultern rutschten nach unten und sie entspannte sich. Aber im selben Moment spannte sie wieder alles an. Sie wusste nichts mit der Situation anzufangen. Es musste jemand den Kaktus hinter sie gestellt haben. Hatte sie einen Poltergeist im Haus, der sie jetzt foppte? Oh Weh – wahrscheinlich schlafe ich noch und träume – ja – das wird es wohl sein. Uff. Kam ihr der Gedanke. Dann sah sie was, dass sie taumeln ließ. Augen. Der Kaktus hatte Augen, die er unsicher hin und her bewegte. Er merkte, dass sie ihn betrachtete und sah sie erschrocken an. Schnell schloss er die Augen und sie glaubte kurz sich getäuscht zu haben. Maren sammelte sich und ging auf den Kaktus zu. Umrundete ihn und schubste ihn an. Dabei stach sie sich in den Finger und das tat weh. Also Traum war somit ausgeschieden.

„Äh – Hallo.“ Sagte sie zu dem Kaktus. „Wer steckt da in meinem Kaktus?“ „Nun – wenn du mich schon entdeckt hast….“ „Na das war ja wohl kein Wunder, dass sie dich entdeckt. Du warst ja wohl auch überhaupt nicht vorsichtig. Wärst ihr ja fast in die Hacken gelaufen.“ Hinter dem Säulenkaktus erschien der Feigenkaktus. „Hallo, entschuldige bitte, dass mein Freund dich so erschreckt hat. Das war nicht unsere Absicht.“ Ich stand da wie ein Ölgötze. Meine Kakteen reden mit mir. Gut ich kann mich also einweisen lassen. Es ist so weit. Ich bin durchgedreht. Musste ja so kommen, haben mir ja schon viele vorausgesagt. Tja – dann werde ich wohl mal packen und warten bis ich abgeholt werde.

„Äh – Hallo. Maren!“ Na klar, der Kaktus kennt meinen Namen. Der Kaktus wackelte mit einem seiner Kaktusohren vor meinem Gesicht. Ich fokussierte meinen Blick auf ihn und legte meinen Kopf schräg. „Maren? Alles in Ordnung?“ „Natürlich. Wie könnte es anders sein. Kakteen reden mit mir. Das ist doch ganz normal.“ Ein hysterisches Lachen entschlüpfte mir. „Ok. Ich kann verstehen, dass du etwas irritiert bist.“ Das entlockte mir ein weiteres Lachen. Etwas irritiert. Ja – so konnte man es natürlich auch ausdrücken. „Wir sind keine normalen Kakteen. Ich weiß auch gar nicht wie wir bei dir gelandet sind. Wir gehörten einem Magier – der verstarb aber ohne Nachkommen und wir sollten in einen Magisch-Botanischen-Garten. Da gibt es viele magischen Pflanzen und auch paar magische Tiere. Die kleinen halt.“ Ich schüttelte mich vor Lachen. Das war doch einfach unglaublich. „Äh – du kannst aufhören zu lachen. Wir werden  nämlich bei dir bleiben.“ „Was? Ich werde gar nicht hier sein. Ich werde doch eingewiesen in die Psychiatrie.“ „Warum? Oh. Wir dachten wir hätten ein schönes neues Zuhause gefunden und du gehst?“

Maren stutze. Der wollte sie doch irgendwie veralbern. „Ich gehe wegen euch. Keiner, nicht mal ich, glaubt dass das hier echt ist. Ich  muss meinen Verstand verloren haben.“ „Ach so. Mit Sarkasmus haben wir es nicht so. Entschuldige. Nein – du  musst nicht gehen. Wir mögen dich. Wir können doch Freunde werden. Wir haben zwar bisschen umgestaltet – so gefällt es uns besser, aber das ändert doch nichts an deiner tollen Oase, oder?“ „Okay. Ich bin also nicht durchgedreht. Ihr könnt tatsächlich reden?“ „Jep“ meinte der Säulenkaktus. „Hm – das ist schräg. Aber ich bin bereit mich darauf einzulassen. Besser als sich einen Stall Katzen anzuschaffen, oder?“ Der Kaktus blickte sie skeptisch an. „Ach ja – Sarkasmus. Okay – dann lasst uns mal zurück in den Wintergarten gehen und uns kennen lernen.“  Maren ging Kopfschüttelnd zurück zu ihrer Loge. Hinter ihr wackelten die Kakteen und murmelten aufgeregt. Seit dem fühlte sich Maren nie alleine. Sie freute sich darauf nach Hause zu kommen um sich mit ihren besten Freunden auszutauschen.

ENDE

Mach was mit...

Mach was mit….Musical

Und wieder ist es soweit. Mach was mit geht in eine neue Runde – in eine musikalische…Mach was mit…Musical ist die Aufgabe bei Herba

Ich habe heute nur was kurzes geschrieben.


Mira war so aufgeregt.  Jetzt sollte es endlich so weit sein.  Sie hatte jahrelang immer nur zugesehen.  Immer heimlich in den Kulissen gesessen, damit sie ja keiner sehen konnte und vor ihr erschrak.  Das schlimmste wäre für sie gewesen, wenn sie jemand gesehen hätte und auf die Straße gejagt hätte.  Den Text und die Bewegungen hatte sie schon lange drauf.  Jetzt hatte sie es endlich organisieren können aufzutreten.  Ihre Freunde hatten sie tatkräftig unterstützt und ihr jedes Mal Mut zugesprochen wenn sie alles hinwerfen wollte. Aber es war vollbracht.  Ihr Auftritt in der großen Flora.  Niemals hätte sie es sich erträumt.  Ihre Mutter hatte sie ständig gerügt, sie solle doch endlich zu Vernunft kommen, sich einen netten Mann suchen und ihr kleine Enkel schenken.  Sie hatte weiß Gott genug Enkel. Jedes ihrer Geschwister war äußerst produktiv.  Und sie liebte jeden ihrer Neffen und Nichten.  Sie halfen ihr sogar fleißig beim Üben und den Kulissen aufbauten.  Und dann war es soweit. Das wohl berühmteste Musical würde heute von ihr als Christine aufgeführt werden.  Sie blickte durch den Spalt im Vorhang.  Da saßen sie alle.  Familie, Freunde, Kritiker, Neider.  Ihre Beine zitterten.  Hatte sie sich zu viel vorgenommen? Nein.  Musical war schon immer das was sie wollte.  Schon als kleines Ding ist sie husch husch an den Schauspielern vorbei gehuscht.  Manchmal hat sie sich am Saum versteckt und hat fleißig mitgesungen.  War sie zu vorwitzig wurde sie entdeckt und mit grellen Schreien vertrieben. Aber nie erwischt. Sie war zu schnell.  „Mira es ist so weit.  Bist du bereit? Toitoitoi meine süße.

Verehrtes Publikum heute in der absoluten Premiere in der Flora.  Phantom der Mäuse-Oper und unser Star: Mira.“

ENDE

Mach was mit...

Mach was mit Frühstück

Wieder gab es ein neues Thema – Ein Gemeinschaftsprojekt von  Herba und die Pö

Macht was mit Frühstück. 

Da ich mich gerade irgendwie so blockiert gefühlt habe, was das Schreiben angeht, habe ich die Tage mal über Frühstück gegooglet und einen Spruch gefunden, der mit tatsächlich eine Eingebung bescherte. Hier ist meine Geschichte zum Frühstück. :-) Steigt ein und schnallt euch an.


Sie kam spät heute. Das gefiel ihm nicht. Sie war immer pünktlich. Aber sie hatte einen neuen Job. Das hatte er spät erfahren. Sie hatte das ganz heimlich gemacht. Na gut – ganz so heimlich war es auch nicht. Sie hatte es bei Facebook und auch Twitter gepostet. Sie wäre so unglücklich, weil sie sich unnütz fühlen würde. Seit ihr Ex-Mann sich verdrückt hatte. Lars war ein guter Nachbar. Jedenfalls dachte sie das. Er half ihr beim Einzug und auch beim Aufhängen von Schränken und Bildern. Sie war so dankbar und lud ihm zu Kaffee und Kuchen ein, nachdem sie offiziell eingezogen war. Auch hatte er ihr paar Kabel und Leitungen verlegt. Das WLAN hatte er ihr installiert und auch überall in der Wohnung die Empfänger für Bluetooth gelegt. Natürlich hatte er auch gleich seine Sachen mit ihren Geräten synchronisiert. So konnte er immer hilfreich eingreifen, wenn sie denn seine Hilfe brauchen würde – oder einfach mal einschalten um zu sehen, dass alles in Ordnung bei ihr ist. Es gibt ja schon gefährliche Situationen. Da war ihm immer wohl wenn er vor dem Schlafen noch mal einen Blick in ihr Schlafzimmer werfen konnte um zu sehen, dass sie friedlich und sicher schlief.

Sicherheitshalber, hatte er auch einen Ersatzschlüssel besorgt. Man konnte ja nie wissen. Wenn sie  mal die Kaffeemaschine oder das Bügeleisen vergessen würde, könnte er wenigstens hinein und es ausschalten. Manchmal war es auch nötig einfach  nach dem Rechten zu schauen. Er kannte ja ihren Zeitplan. Er wusste wann Karina sich mit ihren Freundinnen traf, wann sie zum Yoga ging, oder Joggen. Schließlich war sein Terminplaner mit ihrem synchronisiert. Da musste er manchmal in ihre Wohnung um sich umzuschauen. Sie war manchmal etwas nachlässig in der Ordnung. Aber er wollte sie  ja nicht bevormunden und sah drüber hinweg. Es fiel ihm schwer, die Kleidungsstücke, die sie auf den Boden warf, liegen zu lassen. So manches Höschen hatte er schon eingepackt. Aber sie wurde schon stutzig. Jetzt beließ er es beim Schnüffeln. Ihr Geruch war einzigartig. Vanille mit leichtem Moschus. Das machte ihn manchmal wahnsinnig. Dann musste er schnell die Wohnung verlassen. Es ging nicht, dass er sich Befriedigung verschaffte. Das war schmutzig. Schon für den Gedanken verpasste er sich  mit einem Gummiband, dass er um das Handgelenk trug, eine Strafe.

Seine Mutter hatte ihm immer Seife in die Augen gerieben, wenn er sich schmutzige Bilder oder leicht bekleidete Mädchen anschaute. Da schleifte sie ihn an den Ohren nach Hause und bestrafte ihn. Er schüttelte den Gedanken ab und blickte durch  sein  Fernglas mit Nachtsicht. Sein Auto hatte er so präpariert, dass man von außen nicht sehen konnte, dass jemand drinnen saß. Sie kam jetzt den dritten Abend in Folge so spät Heim. Da war irgendwas nicht in Ordnung. Er hatte die Einträge in den Social Media kontrolliert – aber außer, dass sie manchmal ein Foto von einem Abend mit Freunden und Cocktails postete, nichts Außergewöhnliches. Er machte sich Sorgen. Sein Plan reifte – er musste seine Wohlfühlzone verlassen. Er musste sein Stalken – was für ein unschönes Wort für seine Sorge um sie – ausweiten. Er würde sie auf der Arbeit beobachten.

Die nächsten Tage folgte er ihr und beobachtete sie. Manchmal verkleidete er sich als Bote, oder Wasserträger. Sie achtete nie auf ihn. Aber er sah etwas, das ihm gar nicht gefiel. Sie flirtete. Ganz ungehemmt mit einem Kollegen. War das ihr Chef? Das musste er heraus bekommen. Das stieß ihn bitter auf und er musste sein Magenmedikament erhöhen. Er schlief schlecht und er wurde immer nervöser. Eines Tages war es  dann soweit. Sie verließ das Büro und kurz nach ihr ging auch der fremde Mann. Er bog in die gleiche Richtung wie sie ab. Lars war einmal mehr froh, dass er so unauffällig war. Er wurde oft einfach übersehen. Das nutzte er jetzt für sich. Er folgte dem Mann aus ihrem Büro und beobachtete, wie er vor einem kleinen Motel stehen blieb. Der Mann blickte sich um und klopfte. SIE öffnete die Tür. Lars konnte sehen, wie sie sich lasziv an ihn schmiegt und ihn zu sich in das Zimmer hinein zog. Schnell huschte er zu dem Motel und erhaschte einen Blick ins Innere. Dort sah er, wie sich der Mann schnell entkleidete und sich dann ihren Kleidungsstücken widmete. Lars fühlte physisch wie sein Herz sich verkrampfte. Wie konnte sie ihm das antun? Er schlich sich zu seinem Auto, stieg ein und fuhr ziellos durch die Gegend. Ein Plan reifte in ihm heran. Er musste sie vor diesem Mann beschützen. Sie wurde schon einmal verletzt. Das durfte er nicht zulassen.

Die nächsten Tage war Lars nicht zu sehen. Er werkelte in seinem Haus – das nicht in der Nachbarschaft von Karina lag, wie er ihr eigentlich erzählt hatte. Etwa zwei Wochen benötigte er um alles so einzurichten wie er sich das vorgestellt hatte. Jetzt müsste er nur noch den richtigen Zeitpunkt abwarten um Karina zu sich einzuladen. Sie würde begeistert sein.

Wenige Tage später klingelte er bei ihr. Sie öffnete, abgelenkt durch ein Telefongespräch winkte sie ihn hinein. Sie lächelte ihm zu und hielt kurz die Sprechmuschel zu. „Nimm dir was zu trinken, ich komme gleich.“ Dann ging sie ins Schlafzimmer. Die Tür war nur angelehnt und er konnte lauschen. Sie klang etwas sauer. „Hör zu. Ich mach das nicht mehr. Entweder du sagst deiner Frau, dass du sie verlässt, oder das war es zwischen uns. Ich bin nicht deine Hure. Ich habe Besuch, wir sehen uns am Montag im Büro. Und ich erwarte deine Antwort.“ Sie legte grußlos auf und kam erhitzt in die Küche zurück. „Hallo Lars. Schön, dass du mal wieder vorbei schaust. Ist schon ewig her. Wie geht es dir? Was hast du die ganze Zeit gemacht?“ Er schob ihr ein Glas Wasser hin und sie lächelte ihn dankbar an. „Ich hab bisschen bei mir renoviert. War mal nötig. Hast du ärger auf der Arbeit?“ „Hä – wie kommst du denn darauf.“ „Es hat sich angehört, wie ein Streit.“ Sie winkte ab. „Ach das, ne das war nichts.“ Sie trank einen großen Schluck und verzog leicht das Gesicht. Es musste etwas bitter schmecken. Aber bis sie sich wundern konnte, würde sie schon weg sein. Und kaum hatte er den Gedanken beendet, sank sie auch schon zu Boden. Schnell packte er paar ihrer Sachen ein und ging in die Garage, die durch den Hintereingang zu betreten war. Zum Glück waren alle auf der Arbeit und er konnte unbemerkt mit Karina über der Schulter verschwinden.

Bei sich zu Hause legte er sie in ein Bett und deckte sie zärtlich zu. Alles war bereit. Sie würde jetzt für immer bei ihm in Sicherheit sein. Morgen beim Frühstück würde sie es schon erkennen. Er war sich sicher, dass sie erst etwas irritiert sein würde, aber sie würde schnell bemerken, dass es so am besten wäre. Zufrieden mit sich und seiner neuen Welt verließ er das Zimmer. Nicht ohne sich zu vergewissern, dass das Schloss sicher verschlossen war.

Am nächsten Morgen wachte Karina mit Kopfschmerzen auf. Sie schaltete das Licht auf dem Nachttisch ein und blickte sich etwas orientierungslos um. Es war ihr Schlafzimmer – aber irgendwie kam es ihr unbekannt vor. Sie setzte sich auf und legte den Kopf in die, auf den Oberschenkel abgestützten Arme. Ihr Kopf dröhnte. Wahrscheinlich hatte sie zu viel getrunken? Sie konnte sich nicht erinnern. Da ging die Tür auf. Sie erschrak. Jemand stand im Gegenlicht. Sie konnte nur einen dunklen Umriss erkennen. „Wie bist du in mein Haus gekommen?“ Hörte sie sich fragen. Er antwortete:

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Er wusste – sie würde etwas Zeit brauchen um sich an die neue Situation zu gewöhnen – aber er hatte Geduld und sie hatten alle Zeit der Welt

ENDE

Mach was mit...

Mach was mit…Feuerwerk. – Das erste Silvester

Dieses Mal bei Herba

Mach was mit Feuerwerk. Noch bis zum 06.01.18

Wir knallen nicht – wir haben Tier und die haben furchtbare Angst – also machen wir die Musik ganz laut und singen schief mit,dass die Hunde nicht soviel mitbekommen.

Ich kann mich an mein erstes Silvester leider nicht erinnern – aber vielleicht war es so wie in meiner kleinen Geschichte.

Ich wünsche euch viel Spass beim Feiern und kommt gut rüber.


Anna war so aufgeregt – sie war jetzt schon sechs Jahre und endlich durfte sie aufbleiben. Ihr erstes Feuerwerk. Ihre Mutter sagte, sie hätte schon welche erlebt, weil  das so laut sei, dass sie jedes Mal aufgewacht war. Aber sie konnte sich nicht erinnern. Naja sie war da ja auch noch ein Baby gewesen. Jetzt war sie ja schon bald ein Schulkind. Ihr Vater hatte gesagt, da sie ja jetzt ein großes Mädchen sei, dürfte sie bis Mitternacht wach bleiben. Ach, das war eine Uhrzeit, die hatte sie noch nie erlebt. Und wie lange der Tag doch war.  Sie schaute auf die Uhr, die sie jetzt schon lesen konnte – es war erst sechs Uhr Nachmittag. Sie zählte an ihren Fingern ab – noch sechs Stunden. Das war ganz schön lange. Ihr Vater hatte auch bisschen Feuerwerk gekauft. Er meinte, nur für sie, weil sie ja das erste Mal dabei wäre. Aber er wollte nicht so viel kaufen, weil er immer an die armen Tiere denken musste, die hatten immer so viel Angst bei dem Lärm, den das Feuerwerk machte. „Anna, Süße. Komm wir legen uns noch mal ein bisschen hin, dass wir nachher fit sind, wenn es losgeht. Sonst schlafen wir noch vor dem Feuerwerk ein. Das wäre doch schade.“ „Ach Mami – ich bin gar nicht müde. Große Mädchen sind doch nicht mehr müde. Ich schaff das schon.“ „Dann mach es uns zu liebe. Wir sind doch schon so alt – wir brauchen bisschen schlaf. Du weißt doch – alte Leute schlafen immer auf der Couch ein. Sonst verpassen wir das noch.“  „Ach Mano. Na gut. Aber ich will bei euch schlafen. Ich trau euch nicht – ihr lasst mich sonst schlafen.“  „Na, wir würden dir doch dein erstes Silvester nicht verderben. Auf, auf kleine Maus – hüpf ins Bett. Wir kommen gleich.“

Anna freute sich schon bisschen. Sie lag gerne bei ihren Eltern im Bett. Aber da sie ja jetzt groß war, machte sie das nicht mehr so oft. Es war einfach ein so schönes und gemütliches Gefühl. Schnell schlüpfte sie in ihren Schlafanzug und huschte unter die Bettdecke. Ihre Eltern kamen nach und schnell war sie eingeschlafen. Sie hatte nicht damit gerechnet, bei ihrer Aufregung schlafen zu können, aber sie hatte sich kaum umgedreht, da waren ihr schon die Augen zugefallen.

„Süße – Anna, aufwachen.“ Ihr Vater hob sie aus dem Bett und wickelte sie in eine Decke. Anna war so müde, sie wusste gar nicht warum sie denn jetzt aufstehen sollte. Da hörte sie es. Die ersten Kracher gingen los. Es war Silvester und sie würde ihr erstes Feuerwerk sehen. Schnell war sie wach. „Lass mich runter, ich will das sehen.“ Sie schnappte sich ihre Jacke und schlüpfte in ihre Boots. Dann rannte sie, so schnell sie konnte die Treppe hinunter auf die Straße.

Im ersten Moment erschrak sie. Das war vielleicht laut. Sie hielt sich die Ohren zu und schloss die Augen. Sie hatte etwas Angst. Es stank furchtbar und es war so laut. Aber da kam schon ihr Vater und stellte sich hinter sie. Sie lehnte sich an, öffnete die Augen und hob ihren Kopf. Da sah sie es. Ihr erstes Feuerwerk. Die Farben explodierten am Himmel. Blumen, Regen, Leuchten in allen möglichen Farben. Es war wie in einem Märchen. So stellte sie sich es vor, wenn alle  Menschen glücklich wären. Wie ein Feuerwerk im Herzen.

ENDE

 

Mach was mit...

Mach was….mit Adventskalender

Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba und . Ein Wort weckt die Kreativität in uns. Ein Wort, das uns zum Schreiben, Basteln, Kochen, Backen, Fotografieren animiert. Diesemal: Adventskalender

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Der erste Adventskalender

Emilia war aufgeregt. Es war der 30.11 und am nächsten Tag konnte sie endlich das erste Schächtelchen öffnen. Ein Adventskalender. Es war das erste mal, dass sie einen hatte. Sie erinnerte sich noch an die vergangenen düsteren Weihnachtszeiten. Sie war alleine auf der Strasse unterwegs. Ihr Kittel war zerschlissen, die Handschuhe bestanden mehr aus Löchern als aus Stoff. Sie hatte immer Hunger und fror. Es gab kein zu Hause in das sie gehen konnte. Das Waisenhaus war furchtbar. Niemals wieder würde sie dorthin gehen. Die Leiterin war ein Teufel. Sie zwang die Kinder zu betteln und zu stehlen. Aber behalten durften sie nie etwas. Zu essen gab es Brei und eine Kohle pro Kind für den Ofen. Nein, dort würde sie nie mehr hingehen. Lieber würde sie unter Brücken schlafen. Vielleicht schaffte sie es ja in den Süden zu kommen. Dort war es immer warm. Sie würde nie wieder frieren oder Hunger leiden müssen. Die Früchte wuchsen auf den Bäumen und sie konnte immer welche pflücken. Ja das sollte ihr Ziel werden. Spanien oder Italien. Der Gedanke an die Sonnenstrahlen dort, wärmte das arme Mädchen.

Emilia hatte sich einen Platz hinter einer Bäckerei sichern können. Der Bäckergeselle gab ihr oft eine Semmel vom Vortag. Aber er war jetzt einige Zeit nicht da gewesen. Ob ihm etwas zugestoßen war? Emilia hoffte es ging ihm gut. Guten Menschen durfte nichts Schlimmes zustoßen. Das durfte nicht geschehen.

Emilia stand vor dem Adventskalender und erinnerte sich an den letzten 30.11. Die Bäckerei war wieder in Betrieb. Sie konnte durch das Fenster in die Backstube schauen. Eine Frau stand dort. Eine ihr unbekannte Frau. Sie hatte vor sich kleine Schachteln, die sie mit allerlei Süßen und Nüssen füllte. Sogar kleine Spielfiguren aus Holz konnte Emilia erkennen. Was das wohl  werden würde?

Am nächsten Tag sah Emilia einige Leute vor dem Schaufenster der Bäckerei stehen. Dort war ein Häuschen aufgebaut in denen kleine Schachteln eingelassen waren. Es standen ungeordnet die Zahlen 1-24 darauf und war wunderschön mit weihnachtlichen Motiven bemalt. Drei der Schachteln waren heraus gezogen und standen offen. Sie konnte die Sachen erkennen, die die unbekannte Frau Tags zuvor eingepackt hatte. Ein Schildchen stand davor und darauf stand:

Adventskalender – versüßen sie sich und ihren Kindern die Zeit bis zum Weihnachtsfest. Jeden Tag eine kleine Überraschung steigert die Vorfreude.

Emilia war entzückt von der Idee und traurig, weil sie wohl nie einen eigenen Adventskalender haben würde. Traurig ging sie weiter.

Die nächsten Tage mied sie die Bäckerei, da sie so traurig war keine Familie zu haben mit der sie diese schöne Zeit verbringen konnte. Aber sie hatte Hunger. So ging sie zur Bäckerei, in der Hoffnung auf eine Semmel.

Der Geselle  sah sie ankommen und rief sie zu sich; „Da bist du ja endlich. Komm schon her, Kind. Wir haben ein Angebot für dich. Wir brauchen noch ein Mädchen für alles. Hättest du Interesse für uns zu arbeiten? Du bekommst essen und eine Unterkunft und auch etwas Geld.“ Emilia konnte ihr Glück kaum fassen. Arbeit? Oh und ob sie wollte.

Die fremde Frau, war die Ehefrau des Gesellen und hatte schnell einen Narren an Emilia gefressen. Eines Abends lagen sie im Bett: „Carl? Was hälst du von Emilia?“ „Sie ist ein Sonnenschein und so fleißig und wissbegierig. Sie kann schon so gut helfen und lernt so schnell. Wieso fragst du?“ „Wollen wir ihr nicht ein zu Hause geben? Eine Familie?“ „Puh – ich weiß nicht. Was ist wenn wir eigene Kinder bekommen?“ „Was soll da schon sein? Sie wird eine tolle große Schwester werden.“ Sagte sie und strich sich leicht über den Bauch. „Nun gut- Es soll so sein. Ich überlasse sie deiner Obhut. Bei mir wird sie das Bäckerhandwerk lernen und von die die Hausfrauentätigkeiten. Kein leichtes Unterfangen, aber wenn es einer schafft, dann du mein Herz.“

Die Bäckerin war so glücklich – sie konnte kaum schlafen, weil sie die Neuigkeit unbedingt Emilia sagen wollte. Am nächsten Tag erzählten sie Emilia was sie planten und warteten auf ihre Reaktion. Emilia traute ihren Ohren nicht. Familie? Sie sollte eine Familie bekommen? Mit Tränen in den Augen, stürmte sie auf das Ehepaar zu und drückte die beiden so fest sie konnte.

Emilie blickte auf die Uhr. Es war Mitternacht. Jetzt konnte sie ihr erstes Schächtelchen öffnen. Sie stand vor dem Adventskalender. Hinter ihr erschien die Bäckerin mit dem Säugling auf dem Arm. „Ich dachte mir, dass du nicht schläfst. Komm, mach die erste Schachtel auf.“ Emilia hielt die Luft an, zog sie hinaus und öffnete sie.

Ein kleiner hölzerner Engel lag darin. Sie nahm ihm heraus und betrachtete ihn lange. Ihr Schutzengel. Mit Tränen in den Augen ließ sie sich von der Bäckerin in die Arme nehmen. Sie war endlich zu Hause und ein Teil einer Familie.

ENDE