Schreibkicks

Schreibkicks – Die besondere Freundschaft

Und wieder ist ein Monat vergangen. Die Schreibkicks laden zum kreativen Tippen ein.

Und ich leite hiermit den Horromonat ein.

Mit dabei waren:

 

Das Thema für den 01. November lautet: Herbstmomente

Quelle

Freundschaft

Still war es im Zimmer – Vera tapste mit nackten Füssen durch das Haus. Heimlich hatte sie sich eine kleine Taschenlampe aus der Schublade in der Küche genommen. Sie brauchte sie um nachts im Bett lesen zu können. Sie braucht nicht viel Schlaf. Wenn ihre Eltern endlich zur Ruhe gekommen waren, schnappte sie sich ihr Buch und knipste die kleine Lampe an. Aber heute, heute war etwas anders. Sie hörte es. Oder besser,  hörte nichts. Es war tiefe, dunkle Nacht. Da war es zwar immer ruhig – aber nicht so ruhig wie heute. Sie kannte die Geräusche, die das alte Haus nachts von sich gab. Immerhin lebte sie schon sechs Jahre hier.

Leise schlich sie durch den oberen Flur und wartete am Treppenabsatz. War da etwas? Sie konnte es nicht erkennen und traute sich auch noch nicht, das Licht anzuknipsen. Sie wollte sich nicht verraten, sollte jemand im Haus sein. Da knarrte es. Sie erschrak und drückte die Lampe an ihre Brust. Diese hob und senkte sich schnell. Ihr Herz klopfte so laut, dass sie es selbst hörte. Sie hoffte, dass es die Eindringlinge nicht hören würden.

Vera drehte sich um – die Tür ihrer Eltern war verschlossen. Sollte sie sie wecken? Nein. Sie würden nicht helfen können. Eher würden sie bei dem Versuch sterben. Das war Veras Kampf. Mit ihren kleinen, nackten Füssen und der kleinen Taschenlampe schlich sie zurück in ihr Zimmer. Sie brauchte noch etwas um den Kampf aufzunehmen. Es saß in ihrem Schrank.

Leise öffnete sie die Tür ihres Schranks und hoffte, die Türangel würde nicht quietschen. Ihr Vater hatte sie eigentlich geölt, aber manchmal ächzte sie trotzdem noch. Sie knipste die Lampe an und wühlte in ihrem Chaos. Sie war nicht unbedingt die ordentlichste. Lächelnd holte sie sie heraus. Ihre gute Freundin. „Hallo, du. Entschuldige, dass ich dich hier so reingeworfen habe, aber Mami war wirklich sauer gestern auf mich, da ich wieder nicht aufgeräumt hatte. Wir haben Arbeit. Jemand ist im Haus.“ Sie blickte bittend zu ihrem Gegenüber. Da bewegte sie ihren Kopf in ihre Richtung. Ihre Augen fingen an zu leuchten. „Das war wirklich nicht nett. Unter Freundschaft verstehe ich doch was anderes.“ Schmollt sie leicht. Sie stand auf und drückte sie. „Komm, ich hab mich entschuldigt und es wartet Arbeit auf uns. Vor allem auf dich. Jemand ist in unser Haus eingedrungen und ich will nicht, dass meine Eltern irgendwie verletzt werden. Also professionell und ruhig.“ „Na gut.“ Hand in Hand gingen die beiden hinunter. Vera atmete leise durch den Mund, weil sie dadurch besser hören konnte. Sie blickte sich zu ihrer Begleitung um. Ihre Lieblingspuppe – Annabell.

Sie hatte Annabell auf dem Dachboden gefunden, als sie mal kurz von ihren Eltern alleine gelassen wurde. „Stell nichts an und gehe weder auf den Dachboden noch in den Keller. Hast du verstanden, Vera. Das ist gefährlich.“ „Ja, ja – ihr seid doch gleich wieder da. Keine halbe Stunde, habt ihr gesagt.“ Sie blickten sich unsicher an und zuckten mit den Schultern. Ja – nur kurz um die Ecke. Ein Nachbar war gestorben und sie wollten Kondolieren.

Der Nachbar war ganz plötzlich verstorben. Keiner konnte es fassen. Es gab keine Vorzeichen und er war noch keine fünfzig. Plötzlicher Herztod. Aber, Gerüchte gingen durch die Nachbarschaft. Sein Gesicht soll zu einer angstverzerrten Maske erstarrt sein, im Augenblick seines Todes. Solche seltsamen Todesfälle gab es die Jahre über immer wieder – das war auch der Grund, warum Veras Eltern das Haus so günstig bekommen hatten. Keiner wollte in dieser verfluchten Gegend ein Haus kaufen. Aber ihre Eltern glaubten an so was nicht.

Vera fand die Puppe in einer dunklen Ecke. Oder die Puppe fand sie. Denn sie rief nach ihr. Ja. Die Puppe rief nach ihr. „Hallo, Vera. Komm nach oben spielen. Ich will deine Freundin sein. Für immer.“ Vera war schon immer furchtlos und tappte schnurstracks nach oben, mit einem Schürhaken bewaffnet. Sie fand Annabell und es war als wären sie für einander gemacht.

Seit einiger Zeit hatten sich die Todesfälle in der Nachbarschaft gehäuft. Die Häuser wurden verlassen und standen leer. Keiner konnte verkaufen, da keiner dorthin ziehen wollte. Annabell hatte Vera gewarnt. Sie sagte, dass sich was zusammen brauen würde. Und jetzt waren sie da.

Vera huschte schnell in die Küche und zog das große Messer aus dem Blog. Wenn ihre Mutter sie so sehen könnte. Sie würde ausflippen. Da waren sie. Schatten. Zwei Männer bewegten sich vorsichtig durch das Zimmer. Vera schlich ebenso leise, und Annabell kam von der anderen Seite. Sie beobachtete die Bewegung der Männer und in einem, ihr günstig erscheinenden Moment, schlugen sie zu. Annabell von vorne, Vera von hinten.

Vera schnitt dem hinteren Mann mit dem Messer in die Achillessehne und beobachtete zufrieden wie er zusammen brach. Schnell hüpfte sie auf seinen Rücken und stach ihm das Messer in den Hals. Das ware eine Sauerei und sie stöhnte schon, weil sie das noch alles weg machen musste, bevor ihre Eltern erwachten.

In der Zwischenzeit hatte sich Annabell auf den zweiten Mann gestürzt. Sie hing ihm am Rücken und versuchte ihn zu erwürgen. Er rammte sie an die Wand und sie löste sich. Vera stürmte auf ihn zu und stach ihm mit dem Messer in den Oberschenkel. Bevor er schreien konnte, hatte Annabell ihm schon einen Lappen in den Mund gestopft und blickte zu Vera. „Los, jetzt, er ist stark. Stich zu.“ Das ließ sich Vera nicht noch mal sagen und flog förmlich auf den Mann zu und stach ihm mitten ins Herz. Ein leichtes Röcheln war das letzte was er von sich gab.

Ein High-Five konnten die beiden nicht unterdrücken. Es war geschafft. Die Bedrohung ihrer so wertvollen und aufregenden Freundschaft war gebannt. „So, jetzt müssen wir schnell aufräumen und dann können wir noch bisschen schlafen.“ Meinte Vera. „Ich bin so aufgedreht, das ist noch viel besser als durch die Nachbarschaft zu schleichen um die Menschen zu töten. Wir sollten öfter auf Jäger warten. Wie aufregend.“ Antwortete Annabell. Die beiden kicherten leise vor sich hin.

 

Ende

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Schreibkicks

Blutrote Schwestern und die warme Limonade

Wieder ist ein Monat vergangen – die warmen Tage neigen sich dem Ende zu – der Herbst klopft zögerlich an die Tür. Ich will ihn noch nicht rein lassen – aber irgendwann wird er Einlass fordern.

Kommen wir zu den Schreibkicks – das heutige Thema hat mich ganz schön gefordert – ich hatte mehrere Anläufe – aber nichts hat mir gefallen. Dann bin ich über den Titel Blutrote Schwestern gestolpert – ein Buch, dass ich vor einiger Zeit gelesen habe und mir gut gefiel – hat aber nichts mit meinem Thema zu tun. Aber ihr kennt ja diesen Schlüsselreiz. Inspiriert hat mich die Serie Dietland. Die hat mich ziemlich berührt.

Hier also meine heutige Geschichte zum Thema

Warme Limonade

Weitere Teilnehmer sind:

Nicole

Veronika

Sabi

 

Das Thema für den 01.10.2018 ist: Freundschaft


Blutrote Schwestern und die warme Limonade

„Schwester? Willst du auch etwas von der warmen Limonade?“ „Ich weiß nicht, was du an dieser ekligen, abgestandenen Plörre so magst.“ „Es ist wie ein flüssiger Bonbon – die sind ja auch nicht kühl. Ich weiß nicht – irgendwie schmeichelt dieses warme Getränk meiner Zunge. Sie verwöhnt sie mit intensiven, süßen, manchmal leicht herben Geschmack. Es ist nicht zu erklären. Entweder man mag es oder nicht.“ „Ja, ich nicht – ich ziehe die kalte Variante vor. Aber jetzt komm, wir haben noch einen Auftrag.“

Marissa seufzte und kippte ihre geliebte Limonade hinunter. Sie stand auf und schaute sich nach ihrer Tasche um. Ein wichtiger Auftrag. Ihre Klientin hatte einen neuen Fall. Einen neuen Mann, den sie testen und gegeben Falls  eliminieren sollten. Ihr Ruf als blutrote Schwestern eilte ihnen mittlerweile voraus. Der Sturz des  Patriacharts war ihr Ziel. Jahrelang hatten Frauen unter dem Joch der Männer gelitten.

Für den gleichen Job wesentlich härter und erniedrigender arbeiten müssen. Ständig auf ihr Äußerliches reduziert. Das war seit einigen Jahren vorbei. Irgendwann hatten die Frauen einfach die Nase voll. Sie wurden vergewaltigt, gedemütigt, geschlagen. Schleichend und langsam haben sie den Männern die Vormacht entrissen. Aber noch immer gab es Gewalt gegen Frauen. Deswegen hatten sich die blutroten Schwestern zusammengefunden. Erst waren es nur Marissa und Miriam. Sie waren Schwestern und wurden schon in frühster Kindheit von ihrem Vater misshandelt und die Mutter hatte einfach weggeschaut.

Als Miriam dann schwanger wurde, ihr Vater sie krankenhausreif schlug und sie dadurch ihr Kind verlor, zerbrach was in ihr. Sie wurde radikal. Erst äußerlich, dann innerlich. Kam ihr ein Mann irgendwie dumm, schlug sie zu. Bald musste sie in den Untergrund – aber ihre Taten blieben nicht unbemerkt und die Frauen auf der ganzen Welt standen hinter ihr. Als Marissa endlich den Absprung schaffte, schloss sie sich ihrer Schwester an.

Sie recherchierten und beobachteten. Erst auf eigene Faust. Sie wussten Männer zu deuten. Männer mit deutlich jüngeren albernen Frauen waren als erstes dran. Schließlich mussten sie erst mal üben. Sie überlegten sich verschiedene Bestrafungsstufen. Miriam war die grausamere von beiden. Sie wollte die Betrüger mit einem Scharlachroten Buchstaben auf der Stirn bestrafen. Marissa besänftigte sie und handelte sie auf ein A-Brandzeichen am Handgelenk herunter. Betrug war schlimm – aber nicht so schlimm wie andere Taten, die sie in ihrer Laufbahn kennen lernen mussten.

Dementsprechend starteten die Bestrafungsstufen, bei Brandzeichen, über Folter, Kastration und Tod. Je nach Tat. Mittlerweile war die „Agentur“ gewachsen. Immer mehr misshandelte Frauen hatten sich angeschlossen. Die Polizei verschloss die Augen – keiner mochte die Besuche, wegen häuslicher Gewalt oder Vergewaltigung. Das Matriarchat erhob sich langsam und genüsslich. Aber nicht nur Männer waren ihr Ziel – auch Frauen, die Männer gewähren ließen. Wie Mütter, die die Väter nicht aufhielten. Sie bekamen auch ihre Strafe – nur nicht so extrem.

Heute war wieder ein Fall an sie herangetragen worden. Ein Mann stand in Verdacht seine kleine Tochter zu misshandeln und zu verkaufen. Die Schwesternschaft konnte nicht verstehen, dass es immer noch passierte, obwohl mittlerweile bekannt war, dass dieses Verhalten bestraft wurde.

Miriam und Marissa waren bereit. Mit dem Finger fuhr Marissa über den Boden ihres Glases und leckte sich ihn genüsslich ab. Die Welt würde heute wieder ein bisschen besser werden.

Ende.

Schreibkicks

Schreibkick #56 – Kalter Kaffee – Willkommen zur Monstersafari

Dieses Mal habe ich es nicht so pünktlich geschafft zum 1. Das Thema der Schreibkicks war:

„Kalter Kaffee“. 

 

Mit dabei waren diesmal

Nicole
Veronika

Das Thema für den 01.09.2018 ist: warme Limonade

Quelle

Ich war noch nie der gejagte, immer der Jäger. Mein Job – Monsterjäger. Sie glauben nicht an Monster? Wie ist das unter ihrem Bett, oder in ihrem Wandschrank, oder gar im Keller? Glauben sie wirklich, das sind Hirngespinste aus ihrer Kindheit? Neihhn. Als Kind ist man nur empfänglicher für ihre Schwingungen. Als Erwachsener winkt man das einfach ab. Haben sie sich noch nie über die vielen sonderbaren Todes- oder Vermistenfälle gewundert? Monsterfutter!

Aber jeder Monsterjäger braucht einen Insider. Ich habe also mein eigenes Monster. Es ist mir als, ich nenne es mal Monsterwelpe, über den Weg gerollt. Es sieht so fluffig aus, könnte sie aber mit einem Biss töten. Meistens sieht es aus wie ein flauschiger Kugelfisch mit Stummelbeinen. Ich nenne ihn Barney. Wenn ich ihn nicht füttere, oder ihm zum Jagen rauslasse, muss ich Angst um meine Körperteile haben. Als er ein kleines Monster war, bin ich irgendwann mal wach geworden, da ich Schmerzen an der Wade hatte. Ja, da hing Barney an ihr und fing an sich durch die Haut zu nagen.

Er liebt kalten Kaffee. Den trinkt er literweise. Kalter Kaffee – na ja. Jedem das seine. Man sollte meinen, dass ein eigenes Monster zu haben unheimlich nützlich sei. Ja normal ist das auch so, aber nicht bei Barney. Barney ist…ein Eigenbrötler. Er hält sich für einen Musiker. Äh. Was er spielt, geht nicht mal als Jazz durch. Aber es beruhigt ihn, und mich entspannt ein ruhiger Barney. Er kann auch anders.

Wo war ich? Ach ja. Ich bin also ein Monsterjäger. Trotzdem viele ihre Existenz noch immer nicht wahr haben wollen, wurden sie von der Regierung anerkannt. Wir sind also jetzt staatlich anerkannte Monsterjäger, und werden noch schlechter bezahlt, als wenn man Privat unterwegs ist. Deswegen gibt es jetzt Monstersafaris. Finde ich persönlich abartig, aber es ist legal. Ich mache nur mit, um zu verhindern, dass unschuldige Monster von diesen Möchtegern Monsterjägern erschossen werden. Wir Profis haben dafür schon einige Zerstörer gefangen und halten sie in einem ausbruchsicherem, nicht erkennbaren Gehege. Heute war wieder so ein Safaritag. Ich quälte mich aus dem Bett, ging in die Küche, schenkte mir Kaffee ein – Bäh! Kalt – „Barney. Warum ist mein Kaffee kalt? „Ist heiß draußen, hab Eiswürfel rein – sehr lecker.“ Ich stöhnte und trank einfach die kalte Plörre.

Es war zehn Uhr. Keine Uhrzeit für mich. Ich bin eher der Nachtmensch. Aber diese Safaris wollten immer früh starten. Also machte ich mich frisch und verließ mit Barney das Haus. Mein alter Honda Accord hatte schon so einige schleimige Attacken miterlebt. Aber er schnurrte immer noch. Manchmal ruckelte er zwar verdächtig, aber wir beide waren noch nicht bereit für den Ruhestand. Oder, sagen wir es mal so – der Ruhestand konnte noch nicht finanziert werden. Am Ziel angekommen scharrten sich die Schönen und Reichen schon wie eine Horde Lämmer zusammen. Sie bekamen von Rob, dem Chef, schon ihre Sicherheitsunterweisung. Sehr gut, ich hasse es, wenn diese Aufgabe mir zufällt.

Ich betrachte die Gruppe, und vorverurteile die Leute schon. Es gibt immer einen Maulhelden, einen Nerd und mindestens ein zickiges Weibchen. Ich blickte in Robs genervte Augen und grinste. Barney setzt sich mit seiner Thermoskanne in den Schatten und trinkt genüsslich seinen Kaffee, während er das Schmierentheater mit den Safaritouristen beobachtet. Ich konnte erkennen, dass er was ausheckte. Barney liebte es, die Menschen zu erschrecken. Besonders die Frauen hatten es ihm angetan. Sie schmeckten so gut. Ihre Cremes, Seifen Parfums kreierten ein besonderes Aroma – außerdem quiekten sie so herrlich. Es konnte also immer mal vorkommen, dass er eine umrannte und ableckte. Das anknabbern hatte ich ihm strengstens verboten. Das kam nicht immer so gut, bei den Gästen an. Hahaha.

Die Leute meiner Gruppe stiegen in den Safaribus. Wir würden etwa fünfundvierzig Minuten zum Jagdgebiet fahren. Heute waren alles Anfänger, die würden wir in ein leichtes Gehege fahren. Ein munteres Gequatsche, das meine Nerven noch mehr zum Zerreißen anspannten, erhob sich während der Fahrt. Ich hatte mir abgewöhnt zuzuhören, da es meist eh nur die Prahler waren, die irgendwelche haarsträubenden Geschichten erzählten.

„Verehrte Jäger, „ ich hörte ein leises Glucksen aus Barneys Ecke. „Wir sind an unserem heutigen Ziel angekommen. Erinnern sie sich bitte an die Sicherheitsvorschriften. Und gehen sie keine unnötigen Risiken ein. Bleiben sie bitte immer in meiner Sichtweite und stellen sie das Reden ein. Vielen Dank und eine erfolgreiche Jagd.“

Quälend langweilige Stunden verrannen wie Sirup, der von einem Löffel tropfte. Ab und zu zeigte sich immer wieder eines der kleinen Monster, die hier keinerlei Gefahr liefen erschossen zu werden. Diese Truppe war unterirdisch schlecht im Schießen.

Ich sah gerade zu Barney, der sich an eine der top gekleideten Zicken heranschlich. Er sah fluffig aus, wenn er wollte. So bisschen lebensmüde war er ja schon. Ein richtig platzierter Schuss und es wäre aus. So manchen Streifschuss hatte er schon kassiert. Aber heute wäre das wohl ungefährlich. Er verwandelte sich gerade in ein Gremlin, dass nach Mitternacht gefüttert wurde, als er plötzlich innehielt. Auch ich vernahm ein sonderbares Geräusch. Mein Walkie-Talkie knackte: „Mark? Code Red. Wir haben einen Ausbruch aus Sektor eins.“ Sektor eins. Da waren die wirklich bösen Monster verwahrt. Nicht für Safarianfänger geeignet. Da kamen nur Vollprofis und wir hin. Wir trainierten dort den Ernstfall.

„Verdammt!“ Ich schoss in die Luft, um meine Gruppe aufmerksam zu machen. „Leute, schnell ins Auto. Es gab einen Zwischenfall. Gefährliche Monster haben sich auf den Weg hier her gemacht. Denken sie an die Sicherheitsunterweisung und begeben sie sich zum Fahrzeug.“ Ich hätte auch zu blökenden Schafen reden können, die hätten mir eher zugehört. Es kam wie es kommen musste, die Gruppe erwachte, fing an zu grölen und begab sich auf Monsterjagd. Sie ließen mich einfach stehen. Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass das nicht gut ausgehen konnte. Schon brach aus dem Gebüsch, das erste bösartige Monster aus. Es sah schon recht furchterregend aus. Die Frauen schrien, die Männer grölten. Und das Monster richtete sich nach dem Lärm aus. Ich glaube ich hatte schon erwähnt, dass Barney fluffig, aber tödlich ist? Heute bewies er mir dies, seit langer Zeit, mal wieder. Er stürzte sich auf das heranbrechende Monster, schlug seine Zähne in dessen Kehle, riss und zerrte bis das Monster umfiel. Es war tot. Jetzt sollte man seine Augen abwenden und ich unterlasse auch die genaue Schilderung der weiteren Ereignisse. Nur so viel – Barney war sehr hungrig.

Währenddessen verlor ich meine Gruppe. „Mark an Rob. Ich brauche Unterstützung. Meine Gruppe ist Out of Control.“ „Ich habe schon ein Team geschickt. Schau nur, dass diese Idioten nicht gefressen werden.“ „Das ist leicht gesagt. Die sind schlimmer als ein Sack Flöhe.“

Schon brach das nächste Monster aus dem Dickicht. Oh einer Meiner. Den hatte ich vor etwa zwei Jahren gefangen. Eine tiefe Narbe hatte ich davon behalten und miese Alpträume. „Hallo, alter Kumpel – so sehen wir uns früher als erwartet. Ich dachte ich könnte noch bisschen mit dir üben, bevor ich dich erlöse.“ „Marrrrk.“ Raunte das Monster und seine Augen glühten orange, wie glühende Kohle. „Endlich komme ich zu meiner Rache.“ „Dann lass uns tanzen.“ Kaum hatte ich das ausgesprochen, stürzte das haarige Ungetüm auf mich zu. Ich stürmte ihm mit meiner Machete entgegen und er mir, mit seinen messerscharfen Krallen. Es war ein recht ausgeglichener Kampf. Ich war recht gut in Form und wich aus, parierte, schlitzte. Aber auch mein Gegner war Fit. Bösartige Monster waren immer Fit. Das musste das Böse in ihnen sein.

Im Augenwinkel sah ich Barney, uns zusehend und genüsslich etwas blutiges knabbern. Er hatte ja schon seinen Einsatz, das reichte ihm. Das Monster und ich kugelten durch die Gegend, dann erwischte mich ein Krallenhieb und riss mir meine Schulter auf. Ich glaube ich konnte den abgenutzten Knorpel erkennen. Mir wurde schwarz vor Augen und kurz bevor ich Ohnmächtig wurde, erhob sich Barney, stürzte sich auf meinen Gegner und tötete ihn mit einem Hieb. Warum hatte er mich kämpfen lassen? „Na du musst doch deinen Ruf wahren, aber nicht sterben. Ich habe keine Lust mir ein neues Zuhause zu suchen. Also reiß dich zusammen. Steh auf, schüttle den Staub ab und weiter geht es. Komm ich spucke dir mal auf die Wunde.“ Gesagt, getan und schon hatte er mich angespuckt. Es war echt eklig, aber ihr Speichel hatte einen schmerzstillenden und desinfizierenden Effekt. Es schmerzte höllisch, aber nur kurz, dann war ich wieder einsatzfähig.

Ich rappelte mich noch etwas wackelig auf um nach meiner Gruppe zu schauen. Mensch, hatte ich jetzt noch eine Lust die zu retten. Ich war nicht so gut im Retten. Jagen, ja, Retten, nein. Ich blickte mich also um und sah auch schon das Chaos. Viele Monster, die auf dieser Lichtung Katzenspiele mit meinen Leuten trieben. Die Gruppe sah schon sehr mitgenommen aus. Blutig, zerschrammt und ich glaube auch schon einige tiefe Wunden erkennen zu können. Es wurde Zeit, dass meine Verstärkung eintraf, sonst könnten sie nur noch Leichen bergen. Kaum ausgedacht, viel auch schon der Erste, einem ganz üblen Genossen zu Opfer. Ich zog meine abgesägte Schrotflinte und schoss. Das merkte dieses Monster gar nicht, während er seinen massigen Kiefer über den Kopf des Touristen stülpte und zubiss. „Nein! Verdammt!! Barney, hilf mir.“ „Nö, die interessieren mich nicht. Von denen gibt es doch genug. Das wird noch mehr von ihnen herlocken.“ „Aber…“ „Kein Aber, ich rette nur wenn ich will, und ich will nicht. Also verärgere mich nicht, sonst rette ich dich auch nicht mehr.“ Drehte er sich um und ging auf einen umgestürzten Baum zu. Dort setzte er sich hin und zog, woher auch immer, seine Thermoskanne hervor. Er goss sich gemütlich einen Kaffee ein und schmollte. Man muss sich das überlegen, ER schmollte. So waren Monster halt. Sie empfanden nicht wie wir Menschen. Sie konnten jemanden mögen, vielleicht auch lieben, aber der Rest war ihnen echt egal. Ohne schlechten Gewissen.

Gut – mir blieb also nichts anderes über, als zu retten was, oder wer noch ging. Aber es sah übel aus. Im hinteren rechten Quadranten sah ich einige Frauen zusammen getrieben. Nicht nur Barney mochte sie besonders gerne, auch die anderen Monster mochten das zarte Fleisch mit dem leckeren Aroma. Ich stürzte zu ihnen hin und lud die Flinte nach. Ich schoss und traf. Einige kleinere Monster fielen, die anderen merkten noch nicht mal, dass sie getroffen waren. Es gab Monster, die Feuer entfachen konnten. In dieser Gruppe, waren gleich drei davon und sie feuerten, auf die Frauen. Die Männer hatten sich in trügerische Sicherheit gebracht. Ich sah wie sie sich in der entgegengesetzten Richtung unter einem Felsvorsprung zusammenkauerten. Leider sahen sie nicht, was dieser Felsvorsprung wirklich war. Während ich noch versuchte die Frauen zu retten, bewegte sich dieser Felsen. Erhob sein Bein und setzte es gerade auf die Männergruppe ab. Ich überlasse eurer Fantasie, was mit den Körpern passierte. Die Frauen grillten, die Männer flachten ab. Tja und mein Team kam gerade um die Ecke.

Sie sprangen aus dem Auto, angeführt von Rob. „Mark, wo ist deine Gruppe?“ „Hm – ich glaube du solltest schon mal anfangen eine Erklärung für die Presse zu verfassen und hoffen, dass auch alle ihre Schuldbefreiungserklärung unterschrieben haben. Denn von ihnen ist nichts mehr außer paar Gedärme und Extremitäten übrig.“ „Ach verdammt. Verdammt, verdammt. Das gibt wieder Papierkram. Scheiße. Lasst uns aufräumen. Erstmal müssen wir die verbleibenden Monster erledigen, dann die Leichenteile zusammensammeln und – naja verpacken. Ach dieser Papierkram.“ „Was ist denn passiert, warum konnten sie denn überhaupt ausbrechen?“ „Azubis. Unnützes Pack. Wir sollten keine Azubis mehr annehmen. Sie sollten eigentlich nur Futter verteilen und wieder raus und so ein selten dämlicher Trottel, hat das Tor nicht richtig gesichert. Ja – da muss ich auch noch viel schreiben. Azubis haben wir dieses Jahr nicht mehr. Das wird nicht leicht zu erklären sein. Aber es wird das Publikum anlocken.“ Ich zuckte mit den Schultern. Autsch – wo war Barney – er könnte mich noch mal anspucken. Er saß in der Sonne und genoss seinen eiskalten Kaffee. Blickte zu mir und winkte.

So war das als Monsterjäger und Guide. Unfälle passierten, da aber die Regierung Monster anerkannt hatten, wurden auch Unfälle geduldet. Die Überbevölkerung machte alles möglich. By the Way. Durch den Unfall wurden noch paar Touren geöffnet. Hätten sie nicht Interesse daran an einer Monstersafari teil zu nehmen? Melden sie sich doch kurz auf unserer Homepage Monsterjaeger:at:Lebensmuede.com an. Es gibt noch freie Plätze.

 

Schreibkicks

Schreibkicks – Monster

Jeden ersten des Monats gibt zuckt es in den Gehirnwendungen und eine Geschichte für Schreibkicks wird ausgespuckt. Jedes Mal wieder erstaunt mich was ich dabei schreibe.

Das Thema für den 1.7.18 ist Monster

Veronika
Eva
Sabi

Das Thema für den 1.8.18 lautet:


Monster

Peggy lag in ihrem Bett.  In ihrem Zimmer war es dunkel. Sie hasste es, wenn es dunkel war. Sie wohnten an einer stark befahrenen Straße. Das war auch der Grund, warum ihre Mutter ihr nie erlaubte draußen zu spielen. „Es ist zu gefährlich. Du brauchst nur zu stolpern und fällst auf die Straße. Dann kommt ein Auto und überfährt dich. Und auf den Ärger habe ich keine Lust.“ Peggy zog sich dann immer mit ihrem Lieblingshasen in ihr Zimmer zurück. Sie hatte keine Freunde. Sie war immer das Bastardkind und keiner wollte mit ihr spielen. Aber es war egal. Sie hatte ihren Hasen.

Vor etwa einer Stunde hatte ihre Mutter die Wohnung verlassen. Und sie hatte vergessen, das Nachtlicht anzumachen. Aber Peggy hatte Angst. Sie wollte nicht aufstehen, um es in die Steckdose zu stecken. Ihre Mutter war oft unaufmerksam. Ihr Vater hatte sie verlassen, als sie noch ein Baby war. Ein Loser sei er, sagte ihre Mutter. Peggy wusste nicht was es bedeutet. Aber ihre Mutter war immer sehr aufgeregt, wenn sie nach ihm fragte. Peggy hatte deswegen aufgehört zu fragen.

Da Peggy keinen Vater hatte, war sie oft alleine zu Hause. Ihre Mutter hatte zwei – manchmal drei Arbeitsstellen. Also sah sie sie nicht so oft. Und wenn, war sie immer müde und genervt. Peggy wusste, dass sie sich dann besser in ihr Zimmer zurückzog. Manchmal, wenn ihre Mutter sehr müde und etwas betrunken war, wurde sie böse. Dann schimpfte sie und schubste Peggy. „Du bist schuld an meiner Situation. Wegen dir konnte ich nie die Uni besuchen und dein verdammter Vater hat sich schön verdrückt und mir dich zurück gelassen. Hätte ich dich doch besser abgetrieben.“ Dabei trank sie immer direkt aus der Weinflasche. Peggy wusste nicht was Abtreibung bedeutete –sie war erst fünf. Aber sie merkte, dass es nichts Gutes bedeutete.

Manchmal kam ihre Mutter mit Freunden nach Hause. Die waren immer laut und sie hatte wirklich Angst vor diesen Männern. Sie wirkten immer bedrohlich. Ihre Mutter schubste sie dann immer unsanft in ihr Zimmer und schloss die Tür ab. Da vergaß sie immer das Nachtlicht. Peggy stürzte sich immer schnell auf ihr Bett, denn sie wusste –unter ihrem Bett lebte ein Monster. Sie hatte es noch nie gesehen, aber oft gespürt. Denn immer wenn es absolut dunkel war, kam es hervor und schnüffelte. Peggy hatte sich immer die Decke über den Kopf gezogen und versuchte nicht zu atmen. Sie konnte natürlich nicht lange die Luft anhalten – dann versuchte sie immer ganz leise zu atmen. Die Lichtkegel der Autos, die an ihrem Haus vorbei fuhren, tauchten das Zimmer immer in eine gruselige Atmosphäre. Alle Gegenstände scheinen sich zu bewegen und zu atmen. Die Puppen hatten glühend rote Augen und teuflisches Grinsen auf den Lippen.

Heute war wieder so eine Nacht. Ihre Mutter war wütend und betrunken aus dem Haus gestürmt und hatte Peggy sich selbst überlassen. Da sie das gewohnt war, war das auch kein Problem. Sie wusste was wichtig war. Sie konnte die Notrufnummer wählen. Den Herd bedienen und den Toaster nutzen. Sie machte richtig gute Käsesandwiches. Wenn sie nachts alleine war, machte sie immer zwei Sandwiches. Sie hoffte mit dem Zweiten, das Monster unter ihrem Bett zu besänftigen.

Heute – zehn Jahre später hatte sich ihre Situation nicht verändert. Sie lebte immer noch bei ihrer Mutter, nur war die Stimmung ihrer Mutter von Jahr zu Jahr, von Falte zu Falte schlimmer geworden. Waren damals die Männer noch gruselig, aber nicht gefährlich, wirkten sie jetzt immer heruntergekommener und lüsterner. Nicht selten musste sie sich schlüpfrige Kommentare von den ekligen Männern anhören. Sie rannte immer schnell in ihr Zimmer und verschloss selbst die Tür. Das Nachtlicht brauchte sie nicht mehr. In den zehn Jahren hatte sie vertrauen in ihr Monster entwickelt. Es war wie ein unsichtbarer Freund. Sie erzählte ihm oft, ohne dass sie es je gesehen hätte, von ihrem Leben, oder was sie erlebt hatte. Von ihren Träumen und Zielen. Ganz besonders schlimme Tage erzählte sie ihm auch – und manchmal meinte sie ein Schluchzen zu hören. Aber nie hatte sie sich getraut im Dunkeln unter ihr Bett zu schauen. Das war fast wie ein geheimer Pakt.

Dann kam der erste Kontakt. Peggy lag in ihrem  Bett. Die Scheinwerfer der Autos zauberten verschiedene Lichter an die Decke. Sie hörte ihre Mutter lachend die Wohnungstür öffnen und Larry im Schlepptau. Larry war schon oft hier gewesen. Er war besonders eklig. Immer meinte er, dass er irgendwann mal Peggy beglücken wollte. Irgendwann. Eine Gänsehaut lief ihren Rücken entlang. Sie drückte ihre Augen zu und flüsterte leise ihrem Freund unter dem Bett zu.

Ihre Tür öffnete sich. Sie hielt die Luft an. Die Tür, sie hatte vergessen sie zu verschließen. Sie zog die Decke über ihren Kopf. So wie sie es als kleines Mädchen schon getan hatte um sich vor dem Monster zu verstecken. Wieder war ein Monster in ihrem Zimmer. Aber dieses Mal nicht unter ihrem Bett. Dieses Monster stank furchtbar nach Schweiß, Zigaretten und Alkohol. Er atmete schwer und sein Atem röchelte. „Peeeeggy! Meine Süße kleiner Kirsche. Es wird Zeit dich zu pflücken. Larry will dir was Schönes zeigen. Komm schon Kleine, zier dich nicht. Du weißt doch um was es geht. Ich will nur bisschen Spaß mit dir haben. Es wird auch nicht wehtun. Naja. Mir jeden Falls nicht. Ich kann natürlich nicht versprechen, dass es dir nicht weh tut.“ Raunte er in den Raum.

Peggy zitterte. Sie hatte es geahnt, irgendwann würde so was passieren. Aber sie hatte gehofft, dass ihre Mutter sie schützen würde. Sie hätte es besser wissen müssen. Die Frau, die sie geboren hatte, die sie immer für ihr verkorkstes Leben verantwortlich gemacht hatte, würde sie nicht schützen. Sie merkte wie Larry seine Hand unter die Decke schob. Er erreichte ihre nackten Beine und schob seine Hand langsam weiter hoch, Richtung Schoss. Peggy versteifte sich und kniff die Augen zu. Seine Hand wanderte weiter. Als er am Ziel ankam, sprang sie aus dem Bett und schrie. Sie schrie so laut, dass ihre Mutter erschien. Sie erfasste die Situation und sagte: „Peggy. Halt die Klappe, die Nachbarn werden sich noch beschweren. Jetzt stell dich nicht so an. Larry ist nicht der schlechteste, den du für dein erstes Mal haben könntest. Außerdem wird er gut dafür bezahlen. Also leg dich hin und lass ihn einfach dran. Es wird Zeit, dass du deine Schulden bei  mir endlich bezahlst. Schließlich bist du selbst schuld an diesem  Zustand. Wärst du nicht, hätte ich ein besseres Leben und du müsstest jetzt nicht dafür zahlen.

Ungläubig schaute sie ihre Mutter an. Natürlich. Für Geld machte ihre Mutter alles. Sogar die Jungfräulichkeit ihrer Tochter verkaufen. „Larry, komm mach schon. Schnapp sie und leg sie aufs Bett. Sie wird schon mitmachen. Sonst hole ich bisschen Wein um sie gefügig zu machen. Dann wird sie auch entspannter sein.“ Larry lachte und Peggy schrie. In dem Moment bebte ihr Zimmer. Sie dachte es wäre ihre Angst, die das Zimmer beben lies. Larry blieb stehen und blickte sich verunsichert zu ihrer Mutter um. „Ein Erdbeben?“  „Was? Hier gibt es kein Erdbeben, das sind der Alkohol und deine Geilheit. Kannst es kaum abwarten eine Jungfrau zu nehmen.“ Schmutzig lachte ihre Mutter. Fast sah es aus, als würden ihre Augen rot leuchten. Jetzt sah Peggy, die wahren Monster in ihrem Leben.

Plötzlich flog ihr Bett auf die Seite. Das erste Mal in ihrem Leben sah sie ihr Monster unter dem Bett. Es war groß und sein Fell war dunkelbraun, fast schwarz. Seine Augen leuchteten und seine Zähne waren spitz und groß. Peggy war gebannt. Sie hatte keine Angst. Sie wusste, dass das Monster nicht ihr was tun würde. Larry robbte zurück und eine Pfütze bildete sich um ihn. Ihre Mutter schrie. Nicht lange.  Das Monster sprang auf sie zu. Es wuchs und  mit einem Happs hatte es ihre Mutter verschluckt. Schlagartig war es ruhig. Langsam drehte es sich um und blickte auf Larry. Dieser wollte gerade anfangen zu schreien, als ihm dasselbe Schicksal ereilte. Schneller als Peggy es erfassen konnte hatte das Monster Larry verschluckt. Es leckte mit der Zunge über die dicken fleischigen Lippen und rülpste herzhaft. Dann stellte er ihr Bett wieder auf seinen Platz und wollte sich gerade wieder drunter verstecken, als Peggy auf ihn zulief um ihn zu umarmen. Das Monster stutze. War er doch nur ein Monster und alle hatten Angst vor ihm. Aber Peggy nicht. Er setzte sich aufs Bett und nahm Peggy auf seinen Schoss. Dann wiegte er sie wie ein kleines Kind bis ihre Tränen versiegten und sie einschlief.

Das Monster unter ihrem Bett hatte sie vor den wahren Monstern gerettet. Seit diesem Tag schlief es nie wieder unter ihrem Bett und Peggy hatte nie wieder  Angst.

Ende

Schreibkicks

Schreibkicks – Dumme Fee bei Licht

Wieder haben wir den ersten – es ist Schreibkicks-Time.

Ein so tolles Thema für den heutigen 1. aber ich hab mich echt schwer getan eine Geschichte zu finden. Ich hatte soviel Ideen – aber ich konnte sie nicht greifen. Trotzdem habe ich eine kleine Geschichte gefunden. Hier meine Dumme Fee bei Licht für die Schreibkicks bei Sabi

Mit dabei waren diesesmal

Das neue Thema für den 1.7.18 lautet:Monster

 


Es war einer der Tage an dem Fee am besten in ihrer Blüte hätte bleiben sollen. Barb war eh keine Morgenfee – eher eine Morgenmuffelfee. Bei dem Gedanken  musste sie schmunzeln. Morgenmuffelfee. Sie saß an ihrem Blütenstempel mit einer frischen Tasse Nektar. Die Sonne würde bald untergehen. Sie liebte den Sonnenuntergang – die Sonne verwandelte den Himmel in eine brennende Fassade. Die Tiere kamen langsam zur Ruhe und es wurde gemütlich. Hier im Feenwald mit der schönen Blumenwiese auf der Lichtung, schien immer die Sonne. Immer – Feenmagie. Gemütlichkeit war Barbs Passion. Sie konnte diese übereifrigen und hektischen Feen nicht verstehen, die immer so aufgezogen wirkten, wie ein Uhrwerk. Nein, nein sie brauchte ihre Zeit um anzuspringen. Und sie war langsam. Schon im Feenuntericht hatte die Lehrerin das immer liebevoll betont. Hier war alles so liebevoll. Manchmal zum kotzen liebevoll. So ein kleines Gewitter oder mal ein Streit zwischen Feen, das wäre mal was. Das bewunderte sie an den Menschen. Die lebten meist ihre Emotionen aus. Allerdings waren da die negativen meist dominant – das war auch nicht schön.

Barb schüttelte ihre Flügel auf und seufzte. Es wurde Zeit die Welt etwas netter zu machen. Sie flog los um ihren Zauber in die Schlafzimmer kleiner Kinder zu bringen. Hübsche Träume verteilte sie mit ihrem Feenstaub und die Wünsche merkte sie sich. Sie würde sie Nikolaus weiterleiten. Sie liebte ihre Arbeit und sie war wirklich froh, die Nachtschicht zu haben. Sie liebte diese Ruhe. Aber es war nicht ungefährlich. Nachts waren die Räuber unterwegs. Aber sie war erfahren und überheblich. Das musste man schon mal sagen. Denn als Barb lustig trällernd losflog und den Feenwald verließ war sie sich so sicher, dass sie wie immer ihr Bestes geben würde. Niemals hätte sie gedacht, dass sie um ihr Leben bangen müsste.

Sie flog also so vor sich hin, absolut sicher fühlend, als ihr Flug ganz plötzlich gestoppt wurde. Sie hing fest. Ihre Flügel hingen in einem Netz. Einem Spinnennetz. Sie erinnerte sich an einige Warnungen ihrer Lehrerin über diese Netze. In ihr sitze meist eine gefräßige Spinne und die Chance lebend herauszukommen stehe bei null. Barb wollte sich die Hand auf die Stirn hauen – aber sie klebte fest. Ja – klar – ich hätte heute einfach wirklich in meiner Blüte bleiben sollen. Jetzt hatte sie ihre weniger liebevolle Situation. Ganz so sicher und großmäulig war sie nun nicht mehr. Was würde jetzt passieren? Die Bewohnerin des Netzes schien nicht da zu sein. Das konnte gut sein. Dann hätte Barb die Möglichkeit sich zu befreien. Sie war immer noch zu überheblich. Sie dachte wirklich aus diesem Dilemma heraus zu kommen. Sie würde es noch merken.

Barb starte ihren Versuch sich zu befreien. Aber wie jedes Insekt, das sich in einem Spinnennetz verfing, verklebte alles noch viel mehr. Es wurde so schlimm, dass sie sich überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Sie dachte wehmütig an ihre gemütliche Blüte, die sie wohl nie wieder sehen würde. Sie wurde immer schwächer und verlor so langsam ihren Mut. Der Mond schien. Es war Vollmond und sein Strahl traf sie genau. Es war als würde sie im Rampenlicht stehen. Eine Dumme Fee im Licht. Wenn es nicht so traurig wäre, würde sie über den Gedanken lachen. Aber ihre Situation war wirklich ernst. Bald würde die Spinne kommen und dann wäre ihre Zeit um. Sie überlegte Fieberhaft. Aber es viel ihr immer schwerer einen klaren Gedanken zu fassen.  Die Fäden des Netzes schnitten langsam tief ein. Das würde Narben geben, ihre schöne makellose Haut wäre auf immer verschandelt. Ach weh – als hätte ich nicht andere Probleme – wahrscheinlich brauch ich mir darüber keine Gedanken mehr zu machen. Bald bin ich Spinnenfutter.

Dann war es soweit. Sie spürte wie das Netzt sich bewegte. Die Spinne war zu Hause. „Ah – was ist mir denn da leckeres eingeflogen? Eine Fee. Ich wusste, dass dies eine gute Stelle für ein Netz ist. Perfekt. Ihr sollt hervorragend schmecken.“ Oh – es gab schon unvorsichtige Feen vor ihr. Warum hatte das nie jemand als Warnung erzählt. Sie seufzte. Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund aus dem sie es nie jemanden erzählen würde – sie waren alle Tod. Sie versuchte zu zappeln – aber sie konnte sich nicht mehr bewegen. „Ja zapple nur, um so fester schlingen sich die Fäden um dich. Ich muss dann nur noch meinen Stachel in dein zartes Fleisch rammen und dich aussaugen. Das wird ein Fest. Und der Mond bescheint meine Abentafel. Kann es perfekter sein?“ „Ach liebe Spinne, du wirst doch keine Fee essen wollen. Wir bringen doch überall Glückseligkeit hin. Auch zu dir. Ich erfülle dir drei Wünsche wenn du mich frei lässt.“ Die Spinne zögerte. „Was soll ich mir schon wünschen? Ich hab alles. Ich lebe, ich esse gleich und dann kann ich schlafen. Mehr benötige ich nicht. Ich bin kein Mensch, den du  mit materiellen Dingen locken kannst.“ „Nein natürlich nicht. Ich weiß doch. Aber vielleicht wünschst du dir was anderes. Hast einen Traum?“ „Nein. Ich bin eine einfache Spinne. Ich bin zufrieden mit meinem Leben und gleich werde ich auch satt sein.“ Die Spinne kam immer näher. Barb wurde es ganz anders. Bloß nicht ohnmächtig werden. Vielleicht habe ich die Chance mich zu befreien wenn sie die Fäden aufschneidet?

Das Netzt schwang unter dem Gewicht der Spinne auf und ab – Barb wurde ganz übel. Dann auf einmal blickte sie in zwei große Augen. Die Augen eines Menschen. Die Spinne blieb stehen. Stutzte und zog sich schnell zurück. Sie wusste – ein Mensch bedeutete meistens Probleme. Meist zerstörten sie ihr Netz und ihre Mahlzeit konnte entkommen. Sie hoffte in diesem Fall würde dieser Mensch einfach unter dem Netz durchschlüpfen. Aber natürlich war das Schicksal nicht  mit ihr. Sie würde sowohl ihre Beute, als auch ihr Netz verlieren. Sie stampfte wütend mit ihren acht Beinen auf. Eine Fee. Wie wahrscheinlich war es noch mal eine zu erwischen. Das würde nie wieder geschehen. Sie fluchte leise.

Der Mensch – es war ein junger Mann – blickte sich das Netz an. Der Strahl des Mondes beschien Barb immer noch. „Eine kleine dumme Fee, hm? Hast wohl bisschen Pech gehabt? Gut, dass ich gerade vorbei kam, als du der Spinne das Angebot der Wünsche machtest. Die Spinne nimmt sie nicht an – aber ich. Wenn ich dich befreie, dann bekomme ich die Wünsche.“ Barb blickte verdutzt in dieses Gesicht, das eigentlich ganz nett wirkte. Ach Menschen. Wie konnte sie nur Menschen  mögen. Alles was sie an ihnen so mochte zerfiel gerade zu Staub. Sie hatte die Wahl einen Menschen drei Wünsche zu erfüllen oder zu sterben. Was würdet ihr machen?

Barb blickte zum Versteck der Spinne. Sie lauerte und Barb lief eine Gänsehaut über die Arme. Nein, sie war nicht bereit zu sterben. Sie wollte leben. „Gut Mensch, befrei mich und ich erfülle dir deine Wünsche. Aber wähle sie weise. Wünsche können gefährlich werden und ich werde nicht eingreifen.“

Der Mann schnitt sie aus ihrem Gefängnis frei und packte sie in seine Tasche. Aus der dummen Fee bei Mondlicht im Netz wurde eine Dumme Fee, die ehemals an das Gute im Menschen glaubte. Sie würde ihre Pflicht dem Menschen gegenüber erfüllen. Aber er sollte nicht erwarten, dass seine Wünsche gut enden würden. Erzwungene Wünsche wurden immer bestraft. Barb lächelte leise. Er würde sich wünschen, seine Wünsche besser eingesetzt zu haben. Sie würde am Ende als Siegerin heraus gehen und freute sich jetzt schon auf den nächsten Tag in ihrer Blüte mit einer leckeren Tasse Nektar.

ENDE

Schreibkicks

Schreibkicks – Vorfreude auf Sommergenüsse

Schreibkicks. Hier wird von Sabrina immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird

Das heutige Thema lautet: Vorfreude auf Sommergenüsse

Es ist etwas melancholisch geworden und ich muss zugeben – eine kleine Träne hat sich beim Schreiben in die Augen geschmuggelt.

Teilgenommen haben:

Das neue Thema für den 1.6.18 lautet: Dumme Fee bei Licht


Das Sonnenlicht kitzelte Fee in der Nase. Sie musste herzhaft niesen und lachen. Vorfreude auf Sommergenüsse nannte ihr Großvater es immer, wenn sie eine Eiswaffel in der Hand hielt und sich ein Wettschlecken mit dem schmelzenden Eis lieferte. Sie saß oft schon im Morgengrauen mit ihm am See. Er mit seinem Anglerhut an dem die Köder hingen, sie mit der Box voll Würmer. Dann saßen sie einfach still nebeneinander und genossen den wunderbaren Sonnenaufgang und ihre Nähe. Manchmal tauchte sie ihre Füße ins Wasser und spielte mit den großen Fußzehen an den Steinen. Kleine Fische kamen Neugierig angeschwommen um das von ihr aufgewühlte Wasser nach Nahrung abzusuchen. Dabei passierte es oft, dass sie an ihren Füssen knabberten. Sie jauchzte vor Freude, dass die Fische keine Angst vor ihr hatten. Dieses Glücksgefühl. Die frühen Stunden und Stille, neben ihrem Großvater, dass war es was sie tief und innig vermisste. Je tiefer sie in die Schule eintauchte umso weniger Interesse hatte sie und umso seltener besuchte sie ihren Großvater. Irgendwann nur noch in den Ferien, dann nur noch zu Geburtstagen und Weihnachten. Der Alltag, das Lernen und studieren fraß ihre Zeit und sie selbst. Dass sie unglücklich in diesem Konstrukt war, merkte sie nicht. Es wurde einfach erwartet – sie musste lernen, was aus sich machen, viel Geld verdienen. All das schaffte sie und dabei wurde sie immer unsichtbarer. Keiner sah mehr die Frau, nur noch ihre Leistungen, ihren Namen in der Fachpresse. Sie war eine der besten Neurochirurginnen.

Ein Mal kam ihr Großvater zu Besuch. Seine kleine Anglerin wollte er mal an ihrem Arbeitsplatz besuchen. Sie wirkte so gehetzt – es schmerzte ihn, sie so zu sehen. Sie hatte keine Zeit für ihn und sah nicht die verletzten Blicke, die er ihr zuwarf. Er drückte sie ganz fest. Dann gab er ihr ein Paket, drehte sich um und verließ die Klinik, mit traurigen Schritten ohne sich um zu blicken. Er weinte, er weinte um das kleine Mädchen, das glockenhell lachte wenn Fische an ihren Zehen knabberten.

Er weinte um den Verlust seiner Kleinen und deren Freiheit. Seine kleine Fee. Sie wurde gebrochen und in die passende Schublade gequetscht. Dieser süße, freie Geist war eingesperrt und ging zu Grunde. Er wusste um seine Gesundheit und hoffte, dass sein Tod ihre Wiedergeburt sein würde. Ein Hühnerei Großer Tumor in seinem Gehirn. Ihr Fachgebiet. Aber er war kein Fallbeispiel, er war der Mann, der sie schon immer liebte und immer lieben würde.

Keine drei Monate später bekam sie einen Anruf. Ihre Mutter. Der Kontakt zwischen den beiden Frauen war fast gänzlich eingeschlafen. Ihre Eltern brachte sie immer nur mit Druck, Lernen und weinen in Verbindung. Und wieder brachte sie Fee zum Weinen. Ihr Großvater war gestorben. Sie solle zur Testamentseröffnung kommen. Ihr harter Panzer – schwer angelegt – bekam massive Risse. Sie saß in ihrem Büro. Im Regal lag noch ungeöffnet das Paket, das er mitgebracht hatte. Sie stand auf, holte es, öffnete es und brach weinend zusammen. In dem Paket lag sein Anglerhut. Ihre mühsam aufgebaute und gestylte Fassade konnte nicht mehr aufrecht gehalten werden.

Sie nahm sich unbegrenzt frei. Packte ihre Sachen. Dann fuhr sie mit dem Auto nach Hause. Das Haus ihres Großvaters war immer ihr zu Hause. Das ihrer Eltern nur eine Unterkunft mit Essen. Ihre Familie wieder zu sehen ließ sie kalt. Mit dem Anglerhut in der Hand, den sie nervös knetete und der dabei immer eine leichte Duftnote von ihm entließ, saß sie da. Ihre Familie schnatterte im Hintergrund. Jeder wollte etwas. Als wenn er ein reicher Mann gewesen wäre. Reich im Geiste, aber nicht an Gütern. Er hatte nie viel Reichtum angesammelt. Das war ihm nie wichtig gewesen. Die Natur –das war sein Reichtum. Fee merkte wie etwas in ihr erwachte. Sie hielt sich still und wartete. Sie wusste es: „Meiner Enkelin Fee vermache ich meine kleine Hütte am See. Für ihre Wiedergeburt.“ Ein Raunen ging durch die Anwesenden. Alle atmeten auf – das verfallene muffige Teil wollte keiner haben. Auch Fee atmete auf. Denn sie wollte es unbedingt. Jetzt saß sie im Boot, auf ihrem See mit der Urne vor ihr und dem Hut auf dem Kopf. Neben ihr die Anglerbox. Sie lächelte und war wieder ein Kind. Dann öffnete sie die Urne und entließ ihren Großvater in die Freiheit. Sie lachte. Hier war ihr zu Hause. Hier hatte sie ihre Seele deponiert – in Sicherheit. Jetzt war sie wieder vollkommen. Vollkommen und Frei. Sie trällerte ein Lied, das sie von ihrem Großvater gelernt hatte und erinnerte sich an die Vorfreude auf Sommergenüsse – aus der Vergangenheit und freute sich auf die in der Zukunft.

ENDE

Schreibkicks

Schreibkicks – Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde

Schreibkicks. Hier wird von Sabrina immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird.

Dieses Mal:  Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde

Teilnehmer:

Veronika
Eva
Corly
Sabi

Das Thema für den 01.05.2018 lautet:Vorfreude auf Sommergenüsse


Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde

Da war er – der Frühlingsanfang. Endlich. Tamara stand vor dem Fenster. Ihre kleine Hütte lag versteckt im Wald. Im Winter kam kaum jemand bei ihr vorbei. Durch die Schneefälle war der Weg zugeschneit und die eisigen Winde verscheuchen die Menschen. Sie hatte schon einige Male mit dem Wind geschimpft, wenn sie Stimmen oder die Glöckchen der Pferdeschlitten hörte. Er solle doch wenigstens so wehen, dass die Menschen bei ihr Zuflucht suchen würden. Aber nein. Er trotzte ihr. Immer wieder. Also der Winter war einfach nicht ihre beste Zeit. Aber jetzt – sie konnte es riechen – der Frühling kam. Ein sanftes Frühlingslüftchen vertrieb diese eisigen Winde. Mit den anderen Winden hatte sie nie Probleme. Im Gegenteil. Sie wehten oft die Hoffnung, die Tamara verteilte in die Wälder hinaus und lockte so die Menschen zu ihr.

Ihr Garten war bereit. Ein paar Zaubergriffe und alles war schneefrei und fing an zu blühen. Durch etwas magische Hilfe würde das nicht lange dauern und in voller Blüte stehen. Diese Düfte würde das milde Frühlingslüftchen bis zum nächsten Dorf wehen. Die Menschen würden angelockt davon kommen. Zu ihr und sie könnte endlich wieder ihr Lager auffüllen. Der lange Winter hatte ihre Kammer fast geleert. Es waren aber keine normalen Pflanzendüfte, die die Winde in die Dörfer trieb. Nein, nein. Es waren Düfte nach Schokolade und Lebkuchen.

Ja – Tamara war eine berühmte Hexe. Es wurden schon Geschichten über sie geschrieben. Aber diese hier ist vor dem schicksalshaften Treffe mit zwei Rotzgören, die ihr Ende einläuteten.

Aber jetzt genoss Tamara noch ihr Leben und lockte ahnungslose Menschen – am liebsten  natürlich die saftigen Kinderlein – in ihre Hütte. Sie rieb sich die Hände und ging hinein in ihre Stube. Der Ofen  musste gut angeheizt werden. Sie war sich sicher, dass diese liebliche Frühlingsbrise ihr bald ein paar leckere Happen vor die Tür wehen würde.

Ende

 

Schreibkicks

Schreibkicks – Kommerzieller Valentinstag

Schreibkicks. Hier wird von Sabi immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird.

Dieses Mal: kommerzieller Valentinstag

Teilnehmer:

Veronika
Eva
Corly
Sabi

Das Thema für den 1.4.18 lautet dieses Mal:Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde


Da ich grippal angeschlagen bin kurz und knapp.


Marnie liebte Valentinstag – nicht mal weil sie verliebt war – sie war schon lange Single. Aber neben Weihnachten war das die Zeit, in der die Menschen am nettesten zu einander waren. Ihre ganze Wohnung sah immer aus wie ein Geschenkeladen. Sie konnte einfach nicht an der tollen Deko vorbeigehen. Es war wie ein Zwang – ihre Mutter meinte immer – das wäre der innere Drang sich einen Partner zu wünschen. Pah – was für ein Blödsinn.

Währenddessen im Dekoladen um die Ecke. Warren hatte ein besonderes Schaufenster dekoriert – dieses Mal würde er sich trauen Marnie anzusprechen. Eigentlich verabscheute er diesen kommerziellen Valentinstag – aber er war schon seit einiger Zeit in Marnie verliebt und wollte dieses Mal nicht so abwertend sein. Er befürchtete, dass er sie damit die letzten Jahre immer vor den Kopf gestoßen hatte – war auch nicht unbedingt eine gute PR für einen Dekoladen, den er eigentlich auch verabscheute – aber er hatte ihn geerbt – von seiner Mutter. Sie liebt Deko genauso sehr wie Marnie. Da kommt sie – was mache ich – ach ich habe das Schild für die Aushilfe vergessen – ich weiß, dass Marnie einen Job sucht – mein kleines Spinnennetz – direkt neben meiner schönsten Deko platziert – da muss sie einfach zugreifen.

Marnie war auf dem Weg zum Einkaufen – ihr Weg führte sie immer wieder an dem tollen Dekoladen vorbei  – früher war er immer liebevoll Geschmückt – Sie hat oft mit Frau Basser zusammen gesessen und sich unterhalten, wie man was am besten platziert. Marine war sehr traurig gewesen, als sie starb. Und ihr Sohn – der war wirklich unfähig das richtig darzustellen. Bei ihm sah alles nach Kommerz aus. Einfach nicht liebevoll. Nur abgestapelt. Aber trotzdem ging sie immer wieder daran vorbei  – nur nicht mehr so oft hinein. Aber jetzt zum Valentinstag wollte sie sich was Nettes gönnen. Sie blieb stehen und stutze – das Fenster war sogar mal richtig nett dekoriert. Was? Er sucht eine Aushilfe? Eine Aushilfe im Dekoladen – das wäre ein Traum von mir. Aber könnte ich mit ihm arbeiten. Er ist ja ganz schnuckelig – aber immer so abwertend. Ach was soll´s. Der kleine Amor da im Schaufenster, zeigt mir schon den richtigen Weg.

Die Türklingel ging an in dem Moment als sie den Laden betrat. „Warren? Hallo?“ „Ach hallo Marnie – wieder auf Dekojagd?“ Sie biss sich auf die Zunge um ihn nicht was an den Kopf zu werfen. Das war es, was sie meinte – ein Bauer, was Feingefühl anging – so einer konnte doch kein Dekoladen führen. „Äh – ja – Du weißt ja Valentinstag. Diesmal hast du dir ja richtig Mühe gegeben um Kunden anzulocken. Das Fenster ist toll geworden.“ „Oh – Danke. Das war wohl mal ein lichter Moment.“ Marnie räusperte sich. „Ich hab gesehen, du suchst eine Aushilfe? Wie passend – ich suche einen Job.“ „Echt – Na das wäre doch was, oder?“ „Ja eigentlich schon.“ „Dann Willkommen im Dekoteam.“ „Äh – darf ich schalten und walten wie ich will?“ „Ähhhh ich denke schon.“ Antwortete er vorsichtig. „Sehr gut.“ Und schon schob sie ihn beiseite. Sie wirbelte durch den Laden und als sie fertig war, konnte er kaum glauben was er sah. Sein Fenster hatte sie so gelassen – im Inneren war nichts wieder zu erkennen. Es wirkte einladend und liebevoll. Wie bei seiner Mutter.

Ein Jahr später war der Laden aus der Dekoszene kaum noch wegzudenken. Trotzdem sie viel Kunden hatten und auch nicht schlecht verdienten, wirkte es dank Marnie nie Kommerziell. Sie unterstützte Künstler, die ihren Laden als Plattform nutzen, hatte ein gemütliches Kaffee integriert und war schwanger mit ihrem ersten Kind. Man kann es sich denken, es dauerte nicht so lange, bis Marine erkannte, dass Warren wirklich ein super netter und süßer Kerl war. Ein Kerl zwar, der kein Gespür für Deko hatte – aber umso mehr für seine Frau.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie heute noch und dekorieren die ganze Welt mit Liebe.

Schreibkicks

Schreibkicks 02.18 – nächtlicher Wolkenzauber – Kampf der Elemente

Ich spüre zur Zeit eine böse Blockierung in mir und es fällt mir nicht so leicht irgendwie meine Ideen in Worte zu fassen. Es gibt Ideen zu den Themen und heraus kommt was ganz anderes. Nun – aber immerhin kommt noch was.

Hier mein Beitrag zu Sabis Schreibkicks. Ein schöne Thema – Nächtlicher Wolkenzauber.

Wild wirbelnd bewegte sich ein Tornado durch die Nacht. Er nahm dabei keine Rücksicht auf seinen Weg – alles was in die Nähe seines Sogs kam schluckte er erbarmungslos. Seine Armee folgte ihm – einige seiner Soldaten waren auch schon voraus. Dunkel und gefährlich bedeckten sie den Himmel. Sie hingen so tief, dass sie fast die Erde berührten. Ihre Blitze zogen tiefe Furchen durch die Landschaft. Sie waren gefürchtet und legendär in der Welt der Elemente. Es gab nichts und niemand, der sich traute ihnen entgegen zu treten.

Auf seinem Weg voll Zerstörung und Wut kam er an einer kleinen Hütte mitten im Wald vorbei. Er stoppte seinen Zug und die Wolken sammelten sich wütend um ihn. „Herr, was ist los? Warum ziehen wir nicht weiter um unsere Vernichtung fort zu führen?“ Fragte ihn die Anführer Wolke. „Ich komme nicht vorbei hier. Dieses kleine Haus steht mir im Weg.“ „Im Weg? Euch stand doch vorher schon so viel im Weg. Das hat euch noch nicht mal zucken lassen. Ihr habt es einfach eingesaugt und wieder ausgespuckt. Warum also soll euch dieses kleine unscheinbare Haus stoppen?“ „Ich weiß es nicht. Aber es ist eine unsichtbare Barrikade an er ich nicht vorbei komme – nicht drüber hinweg. Es bremst mich und je näher ich komme umso schwächer werde ich. Was kann das sein?“

Die dunklen und gefährlichen Wolken wurden unruhig – sie wollten weiter und die Nacht ausnutzen. Dieser Vollmond der gerade schien, leuchtete sie perfekt aus. Sie wirkten selten so gefährlich wie heute. Ihre Blitze bewirkten imposante Bilder. Das einzige, das sie bedauerten war, dass sie niemand bewunderte. Durch ihre Gefährlichkeit kam kein Mensch oder Tier aus seiner Behausung.

Plötzlich öffnete sich die Tür dieser seltsamen Hütte. Eine kleine Frau mittleren Alters mit langen blonden Haaren trat hervor. Sie stellte sich an den Gartenzaun, vermied es aber bewusst, weiter heraus zu treten. „Was meint ihr hier zu veranstalten?“ Fragte sie und stemme ihre Arme in die Hüften. „Mensch – was erdreistest du dich mir meinen Weg zu versperren? Ist das ein Zauber um dein Grundstück? Warum komme ich nicht an dir vorbei?“ „Ganz recht“, nickte sie. „Das ist ein Zauber der Elemente. Sie haben mich um Hilfe gebeten. Schau, dort hinten warten schon die weißen Wolken – siehst du die kleinen Feuerfiguren, die auf ihnen sitzen und sie in den Kampf führen werden? Das ist das Feuerelement. Es hat keine Lust mehr, dass du mit deinen Blitzen Feuer entfachst. Auch der Wind ist schon bereit die Wolken in den Kampf zu pusten. Das Wasser wird da sein um das schlimmste zu verhindern. Also ergebt euch und beruhigt euch. Du löst dich auf, die Wolken dürfen sich noch mal entleeren und dann zieht ihr ab. Eure Verwüstung ist vorüber.“

Der Tornado blähte sich auf. „Niemals – ich lass mich doch nicht von einem Menschen in meine Schranken weißen. Ich bin ein Tornado – eine Naturgewalt. Ich vernichte dich.“ „Nun – das wird wohl etwas schwierig werden – du kommst hier nicht an mich dran. Aber gut – ich habe dich gewarnt. Möge der nächtliche Wolkenzauber starten. Du wolltest es nicht anders.“ Sie hob die Hand und entfesselte die weißen Wolken mit ihren Feuerreitern. Der Wind blies von hinten und mit voller Wucht prallten sie auf die dunkeln Wolken.

Von unten sah es wie ein Wolkentanz aus. Wenn nicht immer wieder Blitze und Feuersalven durch die Luft sausen würden, wäre das ein wunderbares Erlebnis. Ein Tanz zwischen Gut und Böse. Der Tornado hatte den Wind als Gegner und konnte sich nicht so entfalten wie er wollte. Der Wind wirbelte ständig um ihn herum, so dass er nichts mehr aufsaugen konnte. Er wurde schwächer. Das Wasser löschte sofort all seine Brände die er entfachte. Nicht nur dass, dadurch, dass das Wasser sich ständig zwischen seine Wirbel drückte wurde der Tornado immer brüchiger.

Er wollte auf keinen Fall nachgeben. Er sammelte all seine  Kraft und die Kraft, die ihm von seinen Soldaten gegeben wurde, die sich um ihn herum noch versammelt hatten und versuchte einen heftigen Schlag gegen den Wind zu starten. Der Wind war unaufmerksam und bekam eine heftige Ladung Elektrizität ab, die ihn vom Weg abbrachte. Das war der Moment, als auch die dunklen Wolken wieder die Oberhand gewannen. Die kleine Frau trat vor den Gartenzaun. Der Tornado erblickte sie und wollte sich sofort auf sie stürzen. In dem Moment verwandelte sie ebenfalls in einen Tornado. Allerdings wirkte sie freundlich – in ihren Wirbeln blitzen Blüten, Regenbogenfarben, Glitzer und Sterne auf. Sie wuchs und wuchs. Sie verdrängte den dunklen und bedrohlichen Tornado.

Der böse Tornado schrumpfte. Da tat sich eine Seite des hellen Tornados auf und verschluckte ihn. In dem Moment als er von ihr aufgenommen wurde, verpuffte seine Wut und er fühlte sich wie eine kleine Windhose, die mit den Pflanzen und Bäumen spielte. Sie sanft kitzelte und mit ihnen lachte. Es war wie nach Hause kommen. Als würde er geliebt werden. Die dunklen Wolken waren desorientiert. Die Wut des Tornados, der sie genährt hatte, war plötzlich weg und damit auch ihr antrieb. Die weißen Wolken nutzen diese Situation sofort aus und schluckten die anderen Wolken – sie verschmolzen und die dunklen Wolken verloren einige Tropfen Tränen, die als Regen auf den Boden auftrafen.

Der Kampf war zu Ende. Die Tornado Frau verwandelte sich zurück, klopfte ihre Schürze aus. Ein kleiner Rülpser entwich ihr und sie kicherte. Kurz winkte sie den Elementen und den hübschen weißen Wolken, die frech am Himmel entlang hüpften zu, und trat in ihre Hütte.

Schaute man genauer hin, verblasste diese Hütte und es war, wie ein Trugbild im morgendlichen Nebel.

ENDE

Mit dabei waren dieses Mal

 

Das neue Thema für den 1.3. lautet: kommerzieller Valentinstag

Schreibkicks

Schreibkicks – Januar – Jahresuhr – Erinnerungen

Schreibkicks. Hier wird von Sabine immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird

Ich hoffe ihr habt alle das Jahr gut gestartet. Gut dass es bei WordPress die Möglichkeit gibt, Beiträge zu planen. Es könnte  noch bisschen Nachwehen vom Feiern geben.

Hier habe ich eine kleine Geschichte einer Jahresuhr. Meine Eltern hatten auch so eine und ich fand die immer toll.

Mit dabei waren dieses mal:

Das neue Thema für den 1.2.18 lautet:

Jahresuhr

Die Jahresuhr stand wie immer – seit nun mehr so vielen Jahren, dass sie nicht mehr wusste wie lange überhaupt, im Schrank. Sie konnte sich noch erinnern, wie sie geboren wurde. Damals wurde alles noch persönlich von einem Uhrmacher zusammengebaut. Sie hatte schon gehört, dass die jüngeren Generationen in Fabriken hergestellt wurden. Das waren doch keine echten Jahresuhren. Das waren nur noch äußerlich welche – aber innen waren sie tot.

Einmal war sie zur Reparatur gewesen, mit der Zeit waren ihre Federn etwas ausgeleiert und ihre Besitzerin hatte sie in die Werkstatt gebracht. Dort standen auch diejenigen, die in Fabriken hergestellt wurden. Da kam kein Lebensfunken herüber. Man merkte, dass  sie nach Schablonen und von verschiedenen Menschen zusammengebaut wurden. Jedes Teil  von einer andere Hand. Es gab sogar die Uhren, die aus Asien kamen. Die erzählten schlimme Dinge. Sie wurden oft von kleinen Kindern zusammengebaut.  Diese Uhren waren oft melancholisch. Die Kinder hatten ihren Schmerz und ihre Trauer in die Uhren fließen lassen. Ach, das war furchtbar.

Sie war damals froh, dass sie wieder abgeholt wurde. Es gab Uhren, die wurden einfach vergessen. Niemand holte sie mehr ab und niemand wollte sie mehr haben. Wie traurig sie waren. Die Zeit der Jahresuhren war vorüber. Zu ihrer Zeit waren sie beliebte Hochzeitsgeschenke. So kam auch sie zu ihrer Familie. Sie wurde ihren Besitzern zur Hochzeit geschenkt.

Lange stand sie auf dem Fernsehen. Das war ein schöner Platz. Da konnte sie immer ihre Familie beobachten. Sie sah wie sich das frisch getraute Paar foppte und wie sie zärtlich miteinander umgingen. Dann kamen die Kinder und sie sah die ersten Schritte, die von ihnen gemacht wurden. Aber heute – jetzt stand sie im Schrank. In der  dunklen Ecke. Der Fernsehen war jetzt so schmal – da konnte sie nicht mehr stehen. Also hat sie die Besitzerin in den Schrank geräumt.

Sie konnte immer noch viel sehen. Aber der perfekte Blick auf die Familie, der war ihr oft verbaut. Sie bekam mit, wie die Kinder Kinder bekamen, aber sie konnte nicht mehr alles sehen. Oft standen andere Dinge vor ihr. Blumen,  Osterhasen, Sterne zu Weihnachten. Ach, sie fühlte sich oft verlassen. Ungeliebt. Sie erinnerte sich noch an die Kinder. Manchmal standen sie gebannt vor ihr und beobachteten ihr Spiel mit dem Drehpendel. Vor allem die Mädchen waren fasziniert von ihrem hübschen Aussehen.

Einmal wäre sie fast dem Jungen zum Opfer gefallen. Er wollte unbedingt wissen wie sie funktionierte. Er war schon mit dem Schraubenzieher bewaffnet und wollte sie öffnen. Da kam zum Glück ihre Besitzerin herein und rettete sie. Puh – das war wirklich knapp.

Sie liebte ihr Leben bei dieser Familie aber sie merkte, dass ihre Zeit abgelaufen war. Sie war schon sehr alt. Ihre Besitzerin war schon alt. Ihr Mann war schon lange gegangen. Und ihre Besitzerin wollte jetzt zu den Kindern ziehen. Es würde wohl  Zeit sich von der Familie zu verabschieden. Sie würde keinen Platz mehr bekommen. Das Zimmer wäre zu klein für sie. Ihr Drehpendel wurde langsamer, die Zeiger neigten sich traurig. Sie spürte den Lauf der Zeit.

Die Kisten standen gepackt im Zimmer – sie selbst war unbeachtet in die Ecke gestellt worden. Ach – solange lebte sie mit ihnen. Ihr Ticken wurde immer leiser und leiser. Schon wollte sie die Pendel stehen lassen, als ein kleines Mädchen in das Zimmer kam. „Omi, Omi“ rief sie. „Hier, du darfst doch die Uhr nicht vergessen. Du hast mir schon so viel erzählt von dieser Uhr – die musst du doch mitnehmen.“ Schluchzte sie. Die besagte Omi kam zurück.“ Ach Lieschen. Wie hätte ich diese Uhr, die  mich mein Leben lang begleitet hat, vergessen können. Schön, dass du sie gesehen hast. Das hätte mir das Herz gebrochen, wenn sie weg gewesen wäre. Sie hat so viel zu erzählen.“

Und die Uhr lauschte, sie freute sich und ihr Pendel drehte und drehte. Noch lange nach dem die Besitzerin sie verlassen hatte, drehte sich das Pendel noch. „Sag mal Schatz. Willst du diese Uhr nicht endlich mal entsorgen? Sie passt so gar nicht in unsere Wohnung.“  „Wag dich sie weg zu werfen. Sie ist von meiner Oma. Ich kenne sie seit ich laufen kann. Sie wird immer einen Platz in meinem Leben haben. Solange ihr Pendel sich noch dreht.“

Damit stellte sie die Uhr in ein hübsches Regal am Fenster. Sie konnte nach draußen schauen. Sie sah die Sonne auf und unter gehen. Die Blumen blühen und verwelken. Schnee und Regen. Die Blätter wie sie mit dem Wind fangen spielten. Und sie war glücklich. Sie war wohl die glücklichste Jahresuhr, die es gab. Ihr war es vergönnt, Jahr für Jahr die richtige Zeit anzuzeigen und die Familie zu beobachten. Es gab nichts Schöneres für sie.

ENDE