Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #22 – FINALE

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Kapitel 19

Was bisher geschah:

Annet hat sich Unterstützung von Lichtwesen geholt, da ihre Schwester die Schattenwesen angerufen hat. Arlo hat es endlich geschafft. Mary ist fast gerettet. Annet und die böse Königin kämpfen erbittert weiter – Allerdings erleidet Annet eine schwere Verletzung. Wird Mary wirklich ohne Probleme gerettet? Schafft Kato es Janis aufzutauen? Wird Annet den Kampf überleben? Lest hier den letzten Abschnitt.


Kato beobachtete den Kampf zwischen den beiden Hexen. Ich muss Annet retten. Aber wie kann ich Janis alleine lassen. Was soll ich nur machen? Hilf mir, was soll ich machen?

Kind – du weisst doch schon was zu tun ist. Du weisst genau wie du ihn retten kannst. Dein Herz wird es dir sagen. Horch genau hin. Du weisst es doch schon lange.“

Verwirrt hörte sie auf die unbekannte Stimme. Wer war das? Ich war das. Das war meine innere Stimme. Ja ich weiss wie ich ihn retten kann. Natürlich. Die Lösung liegt in meinem Herzen.

„Janis. Hör mir zu. Ich liebe dich. Ich glaube ich spürte es schon, als ich dich am Anfang sah. Es war als würde meine Seele anfangen zu singen. Sie scheint deine Seele erkannt zu haben. Du bist mein Seelenverwandter. Wir gehören zusammen und ich lasse nicht zu, dass du mir hier als Eisblock, deine Liebe verwehrst. Ich weiss, dass du mich liebst. Also streng dich an. Lass das Eis, das dich gefangen hält schmelzen.“ Sie drückte ihre Lippen auf seine gefrorenen Lippen und sie waren nicht kalt. Sie fühlten sich warm und geschmeidig an.

Da sah sie es. Es sah aus, als würde er von innen her leuchten. Und das Eis bekam Sprünge. Er taute auf. Kato sprang auf. Sie hatte es geschafft. Er kam zurück zu ihr. Er hatte sie erhört. Sie hatte Recht. Er liebte sie.

*

Als Mary ihren Fuss auf den Rand setzte blieb sie mit ihrem Kleid am Bogen hängen. Dadurch geriet sie ins Stolpern. Unglücklicherweise setzte sie dabei den zweiten Fuss auf den geprungenen Boden auf – dieser brach sofort zusammen und riss Mary mit sich in die Tiefe. Arlo versuchte schnell nach ihr zu greifen, aber es war zu spät. „MARY! NEIN! Das kann nicht euer Ernst sein.“ Er sah in den Schlund des Bodens und konnte nichts sehen. Ausser – Mary – sie hing Kopfüber in dem Seil, in das sich ihr Bein verheddert hatte. Arlo atmete tief aus und lachte. Er konnte nicht aufhören zu lachen. Dezent ignorierte er, dass er ihr unter den Rock schauen konnte, da dieser nun über Marys Kopf hing. Da Arlo immer noch lachte, wurde Mary etwas ungehalten. „Sehr witzig. Wie wäre es, wenn du mir hilfst, dass ich aus dieser peinlichen und unbequemen Situation wieder heraus komme? Statt nur dämlich da zu stehen und mich aus zu lachen.“

„Ach Mary, ich lache dich doch nicht aus. Ich glaube ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch, und das musste einfach raus. Dass es ein Lachen wurde – nun das ist mir lieber, als sinnloses Geschreie. Kannst du hin und her schwingen?“

„Echt jetzt. Ich weiss nicht ob ich fest genug in der Schlaufe hänge. Nicht dass ich beim Schwingen abrutsche. Kannst du mich nicht herauf ziehen?“

„Lass es uns erst mal mit schwingen versuchen. Wenn du merken solltest, dass du rutschst, versuchen wir Plan B.“

Mary grummelte wenig elegant vor sich hin. Aber das verzieh sie sich, da sie sich ja auch nicht gerade in einer damenhaften Position befand. Sie fing an sich leicht vor und zurück zu bewegen. Den Atem anhaltend, achtete sie auf jede ruckartige Bewegung, die andeutete, dass sie aus dem Seil rutschte. Es schien zu halten. Sie schwang sich etwas mutiger hin und her und kam dadurch Arlos ausgestreckter Hand immer näher.

Ihre Fingerspitzen berührten sich – es fehlte nicht mehr viel, dass Arlo zu greifen könnte. Jetzt. Mary war nah genug und Arlo griff nach ihrem Unterarm. Er zog sie langsam zu sich. „Hier halte dich an dem  Bogen fest, ich klettere nach oben und schneide das Seil durch.“ Schnell kletterte er etwas nach oben und zog ihr Bein ebenfalls an den Bogen. Er hielt es fest umklammert und versuchte das verhedderte Seil von ihrem Bein zu schneiden. „Autsch – das war nicht das Seil. Pass doch auf!“

„Enschuldigt gnädigste. Aber versuch du mal dich festzuhalten und zu schneiden. Ich bin auch kein Gummimensch. Bis wir heiraten, ist das verheilt.“ „WAS!“ Arlo lachte und Mary konnte nicht länger böse sein und lachte erleichtert mit. „So – Das Seil ist ab. Kannst Du dich nach oben drehen? Oder versuch so hängend nach unten zu kommen ich bin da und nehme dich in Empfang. Auf den Boden müssen wir ja jetzt nicht mehr aufpassen.“

Was für ein Witzbold. Sie kletterte wie ein Affe, hängend den Bogen hinab und Arlo schloss sie in seine Arme um sie auf den sicheren Rand zu ziehen. „Puh – das war eine schwere Geburt. Aber wir haben sie bewältigt. Jetzt nur vorsichtig an der Wand entlang aus dem Raum heraus und dann nichts wie weg hier.“

So schnell wie es sicher möglich war, drückten sich die beiden an der Wand entlang. Da vorne war die Tür, durch die sie den Raum verlassen konnte.

Sie rannten die Treppe hoch und Arlo zog die Tür des Turmes auf. Dann traten sie nach draussen. Endlich frei.

Annet lag stark blutend am Boden. Sie konnte nur noch zusehen, wie die Königin den Feuerball wachsen lies um ihn auf sie zu schleudern. Sie versuchte sich in Trance zu versetzen um sich von ihrer Familie zu verabschieden.

Kato sah dass die Königin dabei war Annet zu töten. Janis war noch nicht ganz aufgetaut, aber er konnte die Augen schon bewegen und auch schon reden. „Geh und versuche sie zu retten. Sobald ich mich wieder bewegen kann, folge ich dir.“

Kato beugte sich über ihn und drückte ihm einen Kuss auf die noch kalten Lippen. „So wie ich das sehe, können wir den Schritt des Werbens dann überspringen?“ Fragte Janis keck. „Von wegen. Ich will das gesamte Programm. Da kommst du nicht raus, mein Lieber.“ Schnell gab sie ihm noch einen Kuss und sprang dann auf um Annet zu Hilfe zu eilen.

Arlo und Mary traten ins Freie. Mary war von dem hellen Licht der Sonne geblendet. Sie genoss die Wärme auf ihrem Gesicht. So lange hatte sie es missen müssen. Jetzt würde endlich alles gut werden.

Arlo schuppste sie an. „Schau – Annet brauch unsere Hilfe. Schnell. Die Königin will sie töten.“

Mary und Arlo rannten schnell zu der Stelle an der Annet mit der Königin gekämpft hatten.

„Bleibt stehen. Solltet ihr näher kommen, werde ich sofort den Feuerball auf Annet schleudern.“

„Das wirst du sowieso machen. Was willst du uns denn da erzählen. Willst du um was verhandeln? Dann sag, was du willst.“ Sagte Arlo.

„Arlo – mein lieber – Ich dachte wir würden uns verstehen. Aber dass du einfach abgehauen bist und mich einfach so alleine gelassen hast. Das nehme ich dir schon ein bisschen übel. Und wofür? Für sie? Was kann sie dir schon bieten, dass ich dir nicht bieten kann? Ein Königreich. Du kannst mein Reich mit mir regieren. „

„Du Hexe – du weisst, dass es dein Untergang ist, dass ich Mary gerettet habe. Sie wird meine Königin und du wirst endlich vernichtet werden. Wir werden uns endlich von deinem Joch befreien können.“

„Hahahaha. Wie wollt ihr das schaffen. Annet liegt am Boden – sie ist nur knapp davor zu sterben. Janis liegt gefroren in der Ecke. Kato? Mit irdischen Waffen könnt ihr mich nicht besiegen. Und eure Verbündeten sind auch nicht stark genug. Es ist das Ende für euch und eurer Fantasie von der heilen Welt.“

In dem Moment holte die Königin mit dem Feuerball aus um ihn auf Annet zu schleudern. Keiner achtete auf Mary. Sie hatte ruhig zugehört und beobachtet. Als sie sah dass die Königin zu dem vernichteten Schlag gegen Annet ausholte rief sie ihr zu: „Höre, Königin. Dein Schicksal ist besiegelt. Selbst wenn du die weisse Hexe tötest. Du wirst nicht gewinnen. Denn ich bin jetzt frei.“

Um Mary herum erschien eine Aura, die stark leuchtete. Sie schmiegte sich an Mary. Es war als würde sie von dieser Aura hoch gehoben. Mary schwebte der Königin und Annet entgegen. Der Himmel verdunkelte sich und Blitze entluden sich am Himmel. Mary hob ihre Arme um die Blitze an zu ziehen. Und eben diese Blitze lenkte sie zur Königin.

Die böse Königin war wie erstarrt. Sie konnte sich nicht wehren und die Blitze trafen sie ungeschützt. Sie stürzte zu Boden. Gekrümmt lag sie auf dem Boden und wimmerte. Sie war besiegt.

Ihre Zeit des Regierens war vorüber. Sie hatte die Prophezeiung nicht verhindern können.

„Steh auf! Steh auf und huldige deinen neuem König und deiner Königin.“

Die Königin hatte kaum noch die Kraft sich aufzurichten. Aber ihr Stolz war ihr behilflich. Sie stand aufrecht dem zukünftigen Königspaar gegenüber und blickte ihnen starr entgegen. Dann verbeugte sie sich um Arlo und  Mary die Hand zu küssen. „Verehrte Regenten. Ich bin eine unwürdige Dienerin. Lasst mich ziehen und ihr werdet nie wieder etwas von mir hören.“

Arlo straffte seine Schultern: „Das kommt gar nicht in Frage. Du bist zu gefährlich. Wer weiss ob du nicht noch einmal versuchts Mary zu entführen, oder unsere Kinder. Nein. Das kann ich nicht zulassen.“

Annet richtete sich schwach auf. „Arlo. Lass sie ziehen. Sie ist entmachtet, ihre Magie ist zerstört. Sie ist eine gebrochene Frau. Lass sie ins Exil gehen. Sie wird uns keine Gefahr mehr sein. Glaub mir.“

Arlo blickte Annet verunsichert an. Schaute zu Mary, diese nickte ihm zu um die Aussage zu bestätigen.

„Nun gut. Ich traue dir nicht. Aber ich vertraue Annets Urteil. Du sollst leben. Aber ich verbanne dich in die Berge. Dort sollst du den Rest deines Lebens verbringen. Sollte mir jemals etwas zu Ohren kommen, dass du doch noch Magie ausüben kannst, oder hier gesichtet wurdest, werde ich dich jagen und töten lassen. Verschwinde.“

Die Königin sass auf ihrem Pferd auf und spornte es an, so schnell wie es konnte, das Feld ihrer Niederlage zu verlassen.

„Annet, Annet! Meine Liebste. Wo bist du? Oh mein Gott, du bist verletzt. Oh nein. Da ist so viel Blut.“

„Abraham. Mein lieber Mann. Es sieht schlimmer aus als es ist. Ein bisschen Medizin und viel Ruhe, dann werde ich wieder fit werden. Kato? Kannst du  mich verarzten?“ „Ja, natürlich. Ich schaue nur schnell nach Janis.“

Schnell rannte sie zu Janis. Dieser war vollkommen aufgetaut und wollte gerade zu ihnen aufschliessen. „Komm schnell. Wir müssen Annet verarzten und dann endlich heim reiten.“

„Was meinst du  mit heim reiten? Willst du bei uns leben?“ „Ja natürlich du Dummerchen. Wie sollst du denn sonst um mich werben können?“ Janis lachte und schloss Kato fest in seine Arme. Dabei küsste er sie intensiv. Kato hatte das Gefühl, ihre Beine wären aus Gummi und sie hielt Janis umso fester in ihren Armen.

Sie gingen schnell zu Annet um ihr zu Helfen.  Janis trat vor und sah Mary. „Mary, mein kleiner Stern. Endlich haben wir dich wieder. Ich wollte sterben, als du verschwunden warst. Du hast mir so gefehlt.“ Er fing an zu weinen. Mary ging zu ihm und nahm ihn in die Arme. „Mein lieber Bruder. Deine Geschichten, die du mir erzählt hattest haben mich immer wieder aufgerichtet. Ich wusste, dass du mich finden würdest. Ich wusste es einfach.“

Sie sammelten sich auf dem Schlachtfeld. Alle ihre Verbündeten trafen nach und nach ein.

Arlo stellte sich auf einen Stein: „Meine lieben Verbündeten. Ich kann euch nicht genug danken für eure Unterstützung in unserem Kampf. Wir haben gesiegt und das Böse aus unserem Land vertrieben. Gemeinsam haben wir gekämpft und gewonnen. Ich werde meine Versprechen einhalten und euch immer in Ehren halten. Solltet ihr jemals Hilfe benötigen, wird meine Armee die erste sein, die euch unterstützt. Gehabt euch wohl. Wir sehen uns wieder.“

Dann trat er zu Mary. „Was war das von dir? Du bist gewachsen, hast geschwebt und deine Stimme war so mächtig. Da habe ich sogar Angst bekommen.“ „Hahaha. Mein furchtloser Retter. Ich weiss es nicht. Ich bin von etwas warmen und mächtigen durchflossen worden. Ich glaube, das war ich nicht wirklich. Irgendwas Mächtiges hat mich in Beschlag genommen . Eine Urgewalt. Ich kann es nicht erklären.“

„Du wirst auf jeden Fall eine fantastische Königin.“

ENDE


Wow – geschafft – solange sollte die Geschichte eigentlich nicht werden – aber irgendwie…naja – allen die bis hier ausgehalten haben Danke für eure Geduld.

 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #20

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Kapitel 17

Was bisher geschah:

Arlo sucht immer noch einen Weg  Mary zu befreien. Janis wurde von einem Eiszauber getroffen. Jetzt macht sich Annet auf den Weg um ihrer Schwester entgegen zu treten.


Kato hatte sich endlich frei gekämpft. Schnell rannte sie zu Janis. Sie musste ihn irgendwie vom Feld schaffen. So gefroren konnte die Königin ihn einfach zerschlagen. Das durfte nicht passieren. Auf keinen Fall. Sie sah wie Annet angeritten kam und die Aufmerksamkeit der Königin von Janis abgelenkt wurde. Schnell schnappte sie ihn und zog ihn mit sich. Er war so kalt und schwer. Sie musste ihre Hände einwickeln, damit sie sich keine Erfrierungen holte. Schnell wurde ein Stück ihres Hemdes zerrissen und um die Hände gewickelt. Dann zog sie weiter. Er war so schwer, aber sie hatte solche Angst um ihn und das verlieh ihr genügend Kraft um ihn hinter einen Mauerwall zu ziehen.

*

Arlo lief nach oben und betrachtete sich dabei die Wände und den gesamten Aufbau genau. Er war sich sicher, dass er nur genau hinschauen musste. Und da sah er es. Die Treppe musste etwa zur Höhe des letzten Drittels des Raumes sein. Und da waren irgendwelche Strebe eingelassen. Das musste irgendwie durch eine optische Täuschung versteckt sein.

Schnell ging er wieder runter und betrat den Spiegelraum. „Mary, du musst mit schauen. Irgendwo müssen Balken über uns sein, die ich erreichen könnte. Sie  müssen irgendwie durch eine optische Täuschung verborgen sein. Wenn man nur ein Teil erkennt, dann wird sich uns der Rest auch zeigen. Schau genau hin. Vielleicht findest du was.“ Sie nickte und legte ihren Kopf in den Nacken.

Arlo drängte sich wieder an die Wand und betrat den Raum. Er blickte auf etwa die Höhe, die er im Treppenhaus entdeckt hatte. Seine Augen fingen an zu tränen, so sehr konzentrierte er sich. Er schloss sie und öffnete sie. Dieses Ritual wiederholte er mehrere Male und da – da blitzte was auf. Er bewegte sich etwas weiter und da sah er es. Es war wie ein Bogen von Wand zu Wand. Wie in einer Kapelle. Sie mündeten an der Wand – etwa ein Kopf über ihm. Wenn er sich an diesem Bogen entlang hangelte, könnte er ein Seil zu Mary hinunter lassen um sie hinauf zu ziehen. Er atmete auf  und lachte erleichtert. Schnell erläuterte er Mary seinen Plan, rannte nach oben um sich nach einem Seil umzuschauen.

*

Annet hatte gesehen, dass Kato Janis in Sicherheit gezogen hatte. Jetzt konnte sie sich auf ihre Gegnerin konzentrieren. Arlo versuchte Mary zu retten. Abraham war auf dem Schlachtfeld, das durch die vielen Helfer schon ziemlich ausgedünnt war und Janis in Sicherheit. Jetzt wurde es Zeit endlich abzurechnen.

„Hallo Annet. Das ist aber schön, dass wir uns mal wieder sehen. Wie ist es dir denn so die letzten Jahre ergangen? Du siehst gut aus. Glücklich. Da hatte es ja tatsächlich was Gutes, dass du mir damals unterlegen warst. Sehe ich das richtig? Ich habe deinen Lebensweg manchmal verfolgt. Aber warum hast du keine eigenen Kinder mit Abraham bekommen? Ach – wie konnte ich das vergessen? Das war wohl  meine Schuld. Der Angriff – damals – der traf dich ja sehr ungeschickt. Das hat dich wohl verdorren lassen. Ach wie schade. So paar Neffen und Nichten wären doch schön gewesen. Aber du siehst. Ich habe mir ja doch jemand von deiner Familie zu Besuch geholt. Bisschen störrisch die Kleine, aber die Jahre haben sie sanfter werden lassen. Nun – jetzt sehen wir uns wieder. Endlich können wir unseren Zwist beiseitelegen, oder eher ausfechten. Bist du bereit endlich zu sterben?“

„Hallo liebe Schwester. Wie unangenehm, dass ich dich wieder treffen musste. Aber die Prophezeiung hat es ja vorher gesagt. Marys Rettung wird deiner Regierung ein Ende setzen. Du hast Recht – mir ist es gut ergangen. Und du brauchst nicht zu glauben, dass mir deine Stiche über die Unfruchtbarkeit irgendwie zusetzen. Ich habe eine tolle Familie – besser hätte ich es kaum treffen können. Aber wie ist das so bei dir. Ich habe mich natürlich auch auf dem Laufenden gehalten. Bei dir ist der Schoss auch flach geblieben. Da kam auch kein Erbe. Hat wohl keiner lange genug das Bett mit dir teilen wollen?“

Die böse Königin funkelte Annet wütend an. Das war wirklich ein Treffer. Sie hatte niemanden, der sie liebte. Angst ihrer Untergebenen konnte dieses Gefühl nicht ersetzten. Alle hatten Angst und waren nur deswegen immer bemüht ihr alles Recht zu machen. Sie sah, dass Annet hämisch lächelte. Und sammelte ihre Kraft um einen Energieball in ihre Richtung zu schleudern. Annet war vorbereitet und erschuf ein magisches Schild, der den Ball anprallen lies. Im Gegenzug sammelte sie ihre Kraft und schleuderte ebenfalls einen Energieball auf ihre Schwester. Diese wich ihm spielend aus.

Jede von ihnen schleuderte ihre Magie gegen die andere. Aber keine hatte die Überhand. Sie waren beide gleich mächtig. Meine Schwester wird bestimmt bald ihre finsteren Mächte herbei rufen. Ich  muss mich wappnen. Ich brauche die Lichtwesen auf meiner Seite, sonst werde ich versagen. Gegen ihre dunkle Magie bin ich alleine Machtlos.

Schnell bewegte sich Annet aus der Schusslinie hinter eine kleine Felsformation. Viel Zeit hatte sie nicht. Schleunigst versuchte sie in Trance zu gelangen damit sie die Lichtwesen um Hilfe bitten konnte. Sie war nervös – noch nie hatte sie das so schnell erledigen müssen und hoffte, dass es überhaupt klappte. „Was willst du weisse Hexe? Warum störst du unsere Ruhe?“ „Ich brauche eure Hilfe um gegen die schwarze Königin zu bestehen. Sie wird die dunklen Mächte anrufen um mich zu vernichten. Ich will sie aber soweit schwächen, dass die Prophezeiung eintreffen kann. Aber das schaffe ich nicht ohne eure Hilfe.“ „Was kümmert uns dein Krieg. Wir wolle nichts damit zu tun haben. Es betrifft nicht uns.“ „Oh doch, wenn Mary nicht gerettet wird, und das wird sie nicht wenn ich scheitere, dann versinkt das Land ins Dunkle. Und das wird auch eure Welt betreffen. Denn ohne Hoffnung seid ihr dem Untergang geweiht. Ihr speisst euch von der Hoffnung der Menschen. Diese werden dann nur noch Marionetten ohne eigenen Willen und somit ohne Hoffnung sein. Also überlegt euch das genau. Helft mir, damit ihr Leben könnt.“

Das Lichtwesen schwieg. Annet wurde ungeduldig. Siespürte, dass die böse Königin ihre Macht sammelte um noch einen Schlag auszuüben. „Nun gut, du hast Recht. Wir können uns nicht davon frei machen. Wir brauchen den Niedergang der Königin um zu überleben. Wir helfen dir und werden gegen die dunklen Mächte kämpfen.“ Annet atmete aus. Sie hatte unbewusst die Luft angehalten. „Vielen Dank. Ich werde gegen die Königin kämpfen und ihr gegen ihre dunklen Lakaien. Vielen, vielen Dank.“

Annet erwachte aus der Trance um zu sehen, dass die Königin direkt vor ihr stand um sie zu treffen. Schnell rollte sie sich aus dem Weg. Sie stand auf und rannte um die Felsformation. Da sah sie schon die Lichtgestalten. Sie materialisierten sich und um die Königin herum kamen ihre dunklen Helfer.

Annet rannte noch ein Stück weiter um die Königin abzulenken. Sie sollte nicht gleich mit bekommen, das Annet Hilfe haben würde.

*

Kato sass neben Janis und grübelte. Ihre erste Überlegung war, das Eis abzuschlagen. Sie versuchte durch den Eisblock zu schauen. Und dabei  erkannte sie, dass er nicht nur eingeschlossen war von Eis, sondern aus Eis bestand. Sie würde ihn also dann zerschlagen.  Kato sank zusammen. Wie sollte sie ihn nur retten?

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #19

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Kapitel 16

Was bisher geschah:

Arlo hat Mary gefunden. Sie wird in einem Raum mit einem Boden aus zerbrochenen Spiegeln gefangen gehalten. Er muss einen Weg finden um sie da heraus zu holen. Janis kämpft immer noch mit der Königin und kommt an seine Grenzen.


Arlo war noch etwas im Raum weiter an der Wand entlang gerutscht. Schritt für Schritt hielt er nach irgendeinem Schimmer oder Ausweg ausschau. Er wusste irgendwo musste ein Weg sein. Verdammt, meine Augen werden langsam müde, von der Anstrengung. Ob ich noch mal hinausgehe um paar Minuten Pause zu haben? Ob ich sie kurz alleine lassen kann? Vielleicht finde ich aussen einen Hinweis auf eine Lösung.

„Mary. Hör zu, ich muss kurz noch mal raus. Ich kann hier nicht denken und  brauch eine kleine Pause. Schaffst du das? Wartest du auf mich? Ich komme wieder. Ich werde dich retten. Aber ich brauche irgendwie Hilfe.“

Sie schaute ihn mit rehgrossen Augen an. Sie schluchzte Trocken und dachte kurz nach. „Ja – ich schaffe das. Ich vertraue dir und weiss, du kommst wieder. Geh und finde eine Lösung für das hier.“

Arlo rutschte an der Wand entlang zum Ausgang. Als er den Raum verliess musste er sich erst mal in die Ecke setzen. Er wollte nicht verzweifeln, aber es war verdammt schwierig hier noch positiv zu bleiben. Nein – ich finde was. Ich muss erst mal nach oben. Vielleicht finde ich was, oder ich bekomme einen Geistesblitz.

*

Die Königin sammelte ihre Magie und warf einen Feuerball in Janis Richtung. Wieder hob er den Schild, der ziemlich heiss durch das Feuer wurde. Seine Hand trug Verbrennungen davon. Mit zusammen gebissenen Zähnen hielt er stand. Wieder stürmte er vor um sein Schwert in die Königin zu stossen. Er sah, dass er nicht von vorne kommen konnte, er drehte sich und versuchte durch eine Rolle hinter sie zu kommen. Eine kleine Fee flatterte zur Ablenkung um die Königin herum. Dies nutze Janis um ihr einen weiteren Schwerthieb zu versetzen. Er traf ihren rechten Arm. Die Wunde war tief und blutete stark. Aber sie zuckte noch nicht mal.  Janis lies das Schwert sinken und stolperte geschwächt rückwärts. Er würde es nicht schaffen, sie zu besiegen. Aber er musste sie wenigstens schwächen. Nur schienen die Verletzungen ihr nicht s auszumachen.

Wieder sammelte sie ihre Kräfte und als Janis zurück taumelte liess er den Schild unten. Er war nicht schnell genug um ihn hoch zu ziehen und wurde von einem Eiszauber getroffen. Sofort wurde er zu Eis. Kato sah das und schrie auf. Schnell wollte sie zu ihm, aber sie war tief in die Kämpfe eingebunden. Sie musste sich erst frei kämpfen. Sie wurde unaufmerksam und wurde fast von einem Schwert eines Skelettes getroffen, als ein Hund kam und den Schwertarm zermalmte. Kato bedankte sich und kämpfte weiter.

Annet sah, dass ihre Zeit gekommen war. Jetzt ging es um den Krieg der Hexen. Sie seufzte tief und schüttelte die Angst ab. Sie hatten schon einmal gekämpft. Lange war es her und Annet hatte verloren. Damals war sie in die Menschenwelt geflüchtet um ihre Aufgabe bei Abraham zu suchen. Sie liebte diese Familie und würde bis zu Letzt für sie kämpfen. Abraham stand unten und kämpfte. Ein stattlicher Mann, der Selbstvertrauen und Mut ausstrahlte. Sie sass auf ihrem Pferd und führte es um das Schlachtfeld herum auf die Gegenseite hin. Abraham sah sie und versuchte zu ihr zu gelangen. Dafür musste er einen Angriff eines Gargoyles abwehren und einen Schatten vernichten. „Annet – Liebste. Was machst du? Bleib in Sicherheit.“ „Ach Abraham, wir wussten doch, dass es soweit kommen würde. Der Kampf zwischen mir und ihr steht noch offen. Es wird Zeit, dass ich dieses Mal gewinne, das unsere Familie endlich sicher ist.“

Abraham senkte den Kopf und nickte. Annet beugte sich hinunter und küsste ihn. Es fühlte sich an wie ein Abschied und sie verbarg schnell ihre Tränen und ritt weiter. Sie merkte, wie er ihr hinter her sah, aber sie zwang sich, sich nicht umzudrehen. Sonst würde sie vielleicht schwach werden, und das  dürfte sie nicht zulassen.

Fortsetzung folgt

 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #18

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Kapitel 15

Was bisher geschah:

Arlo hat den Turm betreten können. Jetzt muss er nur noch Mary finden. Janis hat sich bis zur Bösen Königin vorgekämpft. Er fordert sie heraus.


Arlo ging die Stufen hinab. Es war dunkel und er musste sich an der Wand entlang tasten um nicht abzustürzen. Sie schien endlos abwärts zu gehen. Endlich war er unten angekommen. Es gab mehrere Türen. Wie sollte er die Richtige herausfinden. Er hatte nicht die Zeit alle zu testen.

Stell dich in die Mitte des Flures und lass dein Herz dich leiten

Er tat wie gehört. Seine Augen schlossen sich und sein Atem beruhigte sich. Da hörte er etwas. Es klang wie ein klopfen. Ein sanftes Klopfen. Wie ein Herzschlag. Es war das Herz von Mary und das Geräusch kam von der Tür, die am weitesten entfernt lag.

Schnell rannte er auf die Tür zu. Sie war verschlossen. Warum war sie verschlossen? Damit hatte er nicht gerechnet. Er legte die Hand auf die Klinke und versuchte Energie hinein zu leiten. So etwas hatte er mal gehört. Diese Energie konnte wohl Wunder bewirken und da hörte er es. Die Tür klickte. Sie schwang auf.

Sein Fuss wollte gerade die Schwelle übertreten, als er sah, was er auch schon in der Vision gesehen hatte. Mary stand in der Mitte des Raumes. Der Boden bestand aus zerbrochenen Spiegeln. Er trat vorsichtig an der Wand entlang in den Raum. „Mary? Bist du okay? Ich bin da um dich nach Hause zu holen. Kannst du mich hören und verstehen. Ich bin es Arlo. Wir haben uns in einem Traum getroffen.“

Sie sah so unendlich traurig aus. Sein Herz wurde schwer. Er fing an zu zweifeln. Aber seine Liebe war stark. Sie würden das schaffen. Sie mussten es einfach schaffen. Es stand zuviel auf dem Spiel. Das Land und ihre Zukunft. Das wollte er nicht aufgeben.

„Arlo? Du hast mich gefunden. Aber wie soll ich zu dir kommen. Die Spiegel werden mich nicht tragen. Sie sind zerbrochen. Die Königin sagte mir, wenn ich versuchte sie zu betreten, würden sie einbrechen und ich würde in den Abgrund stürzen.“ Schluchzte sie.

„Wir werden eine Lösung finden. Lass mich überlegen und mir das Ganze in Ruhe betrachten. Wir haben Zeit.“

Arlo drückte sich an der Wand entlang. Da war der Weg stabil. Er wollte sich den Raum von der anderen Seite betrachten. Nun stand er gegenüber der  Tür. Er betrachtete den Raum, versuchte auf dem Boden heile Stellen zu finden.  Langsam ging er in die Hocke um sich einen anderen Winkel vorzunehmen. Es gab vereinzelte Stellen, die waren nicht gesplittert, aber er traute ihnen nicht. Wenn er diese Stellen testete um zu ihr zu gelangen, könnte der Boden weiter splittern und sie beide würden abstürzen.

Sein Blick ging nach oben. Die Balken der Decke waren zu Hoch. Er hatte auch keinen Enterhaken dabei. Ein böser Fehler, der hätte vielleicht helfen können. Aber er bezweifelte, dass er so hoch werfen könnte.

Mary fing an zu zittern. „Wir werden es nie schaffen, oder?“ „Doch, doch. Er gibt eine Prophezeiung und wofür ist die den dann gut, wenn ich es nicht schaffe dich zu befreien. Irgendwo ist eine Lösung. Eine Täuschung. Ich werde sie finden. Solange musst du noch tapfer sein.“

„Solange du bei mir bist, schaffe ich das. Ich will nie wieder alleine sein. Eher betrete ich den zersplitterten Boden. Ich bin schon so lange hier. Ich weiss nicht mehr wie es vorher war. In  meinen Träumen sehe ich sie manchmal, meine Familie. Ich war Glücklich damals. Ich will das wieder haben. Oder gar nichts mehr.“

„Rede nicht so. Das erlaube ich nicht. Ich bin nicht hier um zu versagen. Ich habe geträumt dich in den Armen zu halten, das will ich jetzt auch spüren. Hörst du. Nur nicht verzagen. Liebste.“

Glitzernde Tränen liefen ihr die Wangen herunter, aber sie lächelte vertrauensvoll.

*

Während er weiter den Raum absuchte gingen die Kämpfe ausserhalb weiter.

Janis zog sein Schwert und hob den Schild zum Schutz an. Die Königin war vom Pferd abgestiegen. Jede ihrer Bewegungen schienen fliessend zu sein. Wie Rauch wirkte es wenn sie sich bewegte.

Sie drehte sich zu ihm und hob ebenfalls ihr Schwert.

Sie traten auf einander zu. Janis schlug als erstes zu. Sie parierte den Schlag. Janis wich dem Konter geschickt aus. So leicht würde er nicht zu besiegen sein. Er hatte genug Erfahrung gesammelt. So lange sie ihre Magie nicht anwenden würde.

Der nächste Schlag erfolgte von ihr. Sie zielte auf seine Schulter. Janis hob den Schild und der Schlag erschütterte ihn. Es lag unheimliche Kraft in ihm. Janis schlitterte etwas zurück. Und führte einen Vorstoss aus. Er versuchte ihre Mitte zu treffen, aber sie wich geschickt aus in dem sie einige Schritte zurück trat. So ging das weiter. Sie waren ebenbürtig. Jeder Schlag wurde gekonnt pariert und keiner wurde verletzt.

Janis spürte allerdings langsam eine Ermüdung in seinem Schwertarm. Er musste langsam mal einen Treffer landen. Den Schild hatte er bisher kaum gezogen, da er die Magie nicht abnutzen wollte. Er wusste, er würde den Schutz noch brauchen. Sie tanzten noch etwas miteinander, als Janis endlich eine Lücke fand und zustach. Er traf sie an der Seite. Das Schwert drang tief ein und als er es herauszog, kam ein Schwall Blut mit ihm. Die Königin schrie auf. Aber weniger vor Schmerz als vor Wut. „Gut mein Liebster. Jetzt sind die Spielereien vorbei. Jetzt wird es ernst. Sei gefasst.“ Und sie schleuderte ihm ihre Magie entgegen. Janis war schnell und zog den Schild zum Schutz hoch. Sie fluchte, als sie bemerkte, dass der Schild einen magischen Schutzschild hatte. Sie blickte zu dem Hügel auf dem Annet stand. „ANNET. Wir werden uns noch näher kommen heute. Liebste Schwester.“

Annet schauderte. Der Kampf der schon lange offen stand – heute würde er ausgetragen. Aber erst musste sich Janis Schicksal erfüllen. Nur so würde er leben können.

Fortsetzung folgt

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Kapitel 14

Was bisher geschah:

Beide Lager treffen jetzt aufeinander. Auf beiden Seiten sind viele Mitkämpfer eingetroffen. Jetzt wird der Kampf losgehen. Arlo hält sich beim Kämpfen zurück – seine Aufgabe ist es den Turm zu stürmen und Mary zu retten.


Mit einem ohrenbetäubenden Schreien flogen die Raben auf sie zu. Die Katzen reagierten sofort und fingen wieder an sie im Flug zu fangen. Die Hunde beschäftigten sich  mit den Skeletten. Sie stürzten sich auf sie und ihre Kiefer zermalmten die Skelette wie Kreide. Die Schatten versuchten den Angreifern die Sicht zu versperren, aber Annet hatte die Waffen magisch gesegnet, und sie schnitten gerade durch die Schatten, die sich auflösten. Am schwierigsten waren die Geister. Sie stürmten auf die Angreifer zu und wollten in die Körper einfahren. Da halfen die kleinen Feen und ihr Feenstaub. Jeder ausgestreute Staub, der einen Geist berührte liess den Geist auffahren in die Erlösung. Das Tal erklang von gelöstem Stöhnen, der erlösten Geisterseelen, die endlich der Gefangeschaft der bösen Königin entkommen konnten.

Auch die Gargolys waren ein schwieriger Gegner, aber um die kümmerten sich hauptsächlich die Elfen und die Einhörner. Jeder abgeschossene Pfeil traf sein Ziel. Die getöteten Gargoyles vielen zu Boden und zerbrachen dort, als sie sich in Stein verwandelten. Ebensolche Auswirkungen hatte ein Stoss mit einem der Hörner auf dem Kopf der Einhörner.

Bis jetzt sah es so aus, als würde Janis und Arlos Truppe siegen. Sie hielten sich aber mit verfrühter Freude zurück. Sie wollten auf keinen Fall ihre Aufmerksamkeit verlieren und unachtsam werden.

Janis beobachtete Kato. Sie kämpfte wie eine Löwin um ihre Jungen. Er konnte kaum die Augen von ihr lassen. Seine Besorgnis war unbegründet. Sie war eine Kriegerin. Sie bewegte sich, als wäre sie dafür geboren worden. Es wäre eine Verschwendung gewesen, dieses Talent in einer fürchterlichen Ehe zu verlieren. Er würde regelmässig mit ihr trainieren. Er freute sich schon auf die Stunden, die sie miteinander verbringen würden. Aber jetzt war die Königin sein Ziel.

Während der Kampf auf dem Feld sich zuspitzte, ging endlich die Sonne auf. Arlo beobachtete ihren Lauf und als ihre Strahlen endlich den Turm berührten, konnte er den Eingang erkennen. Schnell rannte er darauf zu. Viele stellten sich ihm in den Weg, aber Annet liess ihre Magie wirken. Sie schickte Katzen und Hunde hinter ihm her um ihm die Angreifer vom Leib zu halten. Die Elfen schossen die Pfeile auf die angreifenden Gargoyles und vor dem Tor flogen die kleinen Feen um ihn noch schnell mit Feenstaub zu bestäuben. „Es wird dich schützen.“ Flüsterten sie.

In seinen Gedanken erschien Annet. „Arlo, es wird nicht einfach werden. Du musst vertrauen in dich und deine Gefühle haben. Dann schafft ihr das da heraus.“ „Danke Annet.“

Sie lächelte sanft. Arlo trat ein. Es war stockdunkel im Inneren. Seine Augen, durch das Sonnenlicht wie geblendet mussten sich erst an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen. Es war kein Ton zu hören. Die Kampfgeräusche von aussen wurden nicht hinein getragen. Es war wie in einem Vakuum. Diese Stille schien ihn zu erdrücken.

Jetzt konnte er eine Treppe vor ihm erkennen. Er versuchte sich an seine Vision zu erinnern. Aber sie zeigte ihm nicht ob nach oben oder unten. Er überlegte: Wo würde ich meine Gefangene einsperren. Im Keller wäre sie isoliert. Aber der Turm ist besser zu schützen. Hm. Da man aber davon ausgeht, dass Gefangene immer im Turm gehalten werden – ich gehe nach unten. Mein Gefühl sagt mir unten. Und Arlo nahm die Treppe nach unten.

*

Janis kämpfte sich durch die Horden von Skeletten, Schatten und wich Geistern aus. Er zog sein Schwert nach oben um einen  Gargoyle abzuwehren und eine Katze sprang auf seine Schulter um einen Raben zu reissen, der es ausnutzen wollte, dass Janis gerade abgelenkt war.

Janis verbeugte sich vor der Katze und rannte weiter. Endlich war er am Fuss des Hügels angekommen. Er blieb stehen und schaute nach oben. Die Königin war eine imposante Erscheinung. Sie strahlte eine Ruhe und Macht aus. Er fühlte Angst. Dann dachte er an Mary und wie lange sie gelitten hatte. Wie lange sie schon ohne ihre Familie eingesperrt lebte. Dieses Gefühl vertrieb die Angst. Und er stürmte den Hügel.

Die Königin hatte Janis schon während des Kampfes beobachtet und bewundert. Ein prachtvoller Bursche. Er darf nicht sterben. Denn wenn ich siege, will ich ihn an meiner Seite. Als Krieger und Geliebten. Er faszinierte sie und sie bereute erneut, dass sie ihn damals nicht gleich mitgenommen hatte. Aber er war damals nicht interessant genug. Nun, diesen Fehler würde sie nicht wiederholen.

Sie amüsierte sich über sein Engagement. Er stürmte zu ihr hoch und blieb vor ihr stehen.

„Königin. Ich bin hier um meine Rache zu fordern. Du hast meine Schwester ihrer Familie entrissen und eingesperrt. Ihre Kindheit geraubt. Ihre süsse Unschuld. Dafür musst du büssen. Steig von deinem Pferd und kämpfe ehrlich  mit mir.“

„Ach du lieber Tor. So prachtvoll in deiner Überzeugung, aber so schwach. Du wirst niemals gegen mich siegen. Ein Sterblicher. Du bist wirklich entzückend. Aber ich will dir natürlich die Chance nicht verwehren. Vielleicht schaffst du es tatsächlich. Aber du weisst, ich bin eine schwarze Hexe. Und die können nicht ehrlich kämpfen. Also musst du damit umgehen und meinen Zaubern ausweichen. Ich sehe, Annet hat dir ein Schild mitgegeben. Da am Rücken hängt es. Du solltest es nutzen.“

Janis war verunsichert. Aber entschlossen. Er musste es versuchen. Das Schild am Rücken hatte ihm Annet zum Beginn der Schlacht gegeben. „Du wirst es brauchen. Es wehrt magische Angriffe ab. Aber es verliert mit der Zeit seinen Schutz. Also musst du dich beeilen.“

Fortsetzung folgt. 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #16

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Kapitel 13

Was bisher geschah:

Ein kurzes Kapitel kündigte die Ankunft am Zielort an. Janis sammelte allen Mut zusammen und küsste Kato. Er wollte sie wenigstens einmal geküsst haben. Wer weiss, ob sie alle den Krieg überleben werden.


Am nächsten  Tag schwiegen sie. Sie wussten, es könnte für alle der letzte Tag sein. Sie packten die Taschen und legten sie den Pferden an. Löschten die Glut und reinigten die Waffen. Jeder war in seiner Gedankenwelt versunken.

Janis erhob sich. „Es wird Zeit meine Freunde. Ein Kampf – ein Krieg steht uns bevor und zu retten ist Mary. Meine Schwester.“

Arlo schaute auf. Er sprang auf. „Was sagst du? Deine Schwester? Wieso deine Schwester? Warum hast du mir das nicht gleich gesagt? Was sollte diese Heimlichtuerei? Ich dachte wir wären die besten Freunde und du erzählst mir so was Wichtiges nicht?“

Janis neigte seinen Kopf. „Ich durfte es dir nicht erzählen. Wahrscheinlich dürftest du es jetzt noch nicht mal wissen. Aber da wir vielleicht nicht lebend aus diesem Kampf heraus kommen, will ich alle Karten auf den Tisch legen. Mary ist als kleines Kind entführt worden.“ Und Janis erzählte alles. Ihr Leben in der Menschenwelt, die Prophezeiung seine Aufgabe. „War das alles nur ein Plan? Unsere Freundschaft nur deswegen?“ Fragte Arlo gekränkt. „NEIN. Ich liebe dich wie meinen Bruder. Bitte. Sei nicht sauer auf mich. Ich konnte dir nicht alles erzählen. Es war eine Voraussetzung. Vielleicht muss ich heute dafür bezahlen. Aber ich will nicht, dass das unsere Freundschaft zerstört. Wir sind Familie – Schwager.“ Janis lächelte unsicher. Arlo blickte verletzt und wütend zu seinem besten Freund. Aber das Wort Schwager tat seine Wirkung. Er lachte und zog Janis in seine Arme. „Das wird noch ein Nachspiel haben. Schwager. Aber erst mal überleben wir das hier.“

Janis atmete auf und schaute zu Kato. „Sei bitte vorsichtig. Wir haben eine Vereinbarung.“ „Ja, das werde ich. Ich will mir dein Werben nicht entgehen lassen. Also pass auch auf dich auf.“ Janis zog sie noch einmal in seine Arme und küsste sie.

Dann drehten sie sich zu dem Turm um los zu gehen. Hinter ihnen versammelten sich ihre Verbündeten. Die Katzen strömten herbei, und sie hatten die Hunde dazu gerufen. Von rechts nahm Janis einen  Reiter wahr. Nein zwei. Seine Eltern. Annet und Abraham kamen zur Unterstützung. Sie stiegen von den Pferden und eilten zu den dreien. Schnell schlossen sie sich in die Arme und gingen nun zu fünft weiter. Hinter ihnen kamen noch mehr Helfer zusammen.

Fabelwesen aus den Wäldern schlossen zu den Katzen und Hunden auf.  Elfen und Feen. Sogar Einhörner mit gefährlich blitzenden Hörnern kamen. Alle wollten die böse Königin zu Fall bringen. Es war Zeit. Der Joch und die Angst musste jetzt besiegt werden – ansonsten würde das Reich in Dunkelheit untergehen.

Im Tal angekommen, sahen sich sie einer ebenso grossen gegnerischen Armee entgegen.

Gargoyles sassen auf dem Turm. Skelette in Rüstungen, Schattenwesen, Geister, Raben. Die Königin sass auf ihrem schwarzen Pferd. Dieses scharte ungeduldig mit den Hufen.

„Wo habt ihr Mary versteckt?“ rief Janis.

„Was – versteckt? Ich habe sie nur sicher untergebracht. Ihr habt es doch gefunden. Ihr steht vor ihrem sicheren Turm.“

„Gebt sie frei und wir können gehen, ohne dass hier ein Schlachtfeld entsteht.“

„Hahahaha. Du bist reizend Janis. Ich hätte dich damals auch mitnehmen sollen. Ich hätte meinen Spass mit dir gehabt und du wärst ein hervorragender Krieger auf  meiner Seite gewesen. Das war ein Fehler, den ich damals nicht bedacht hatte. Sehr dumm von mir.“

Arlo wollte losstürmen, aber Annet hielt ihn zurück. Sie zog ihn etwas mit sich in den Hintergrund. „Hör mir zu, Arlo. Dein Kampf wird nicht hier draussen stattfinden. Du musst ins Innere kommen um Mary zu retten. Das ist so vorher bestimmt. Nur du kannst sie befreien. Wir müssen noch etwas warten. Die Mittagssonne wird uns den Eingang zeigen. Also halte dich bitte zurück. Wenn du fällst, fallen wir alle. Du musst unversehrt eindringen. Verstehst du  mich?“

Arlo wurde unruhig. Er sollte die anderen kämpfen lassen und sich zurück halten. Das konnte er nicht. Er wollte gerade etwas erwidern, als er eine Vision hatte. Er sah Mary im Turm. Sie war verängstig und stand in der Mitte eines Raumes mit einem verspiegelten Boden. Sie sah unendlich traurig und verlassen aus. Sie hob den Kopf und rief nach ihm. Sie streckte die Arme aus. Er konnte die Tränen sehen, die an ihrer Wange herabliefen.

„Gut. Es fällt mir schwer, aber ich werde es machen. Mary ist das wichtigste. Ich werde mich zurück halten. Ich kämpfe mich zum Turm vor und warte, dass mir die Sonne den Eingang zeigt.“ Er drückte Annet und ging zurück zu seinen Freunden.

Sie standen auf einem Hügel und warteten. So richtig wollte keiner beginnen. Arlo stampfte unruhig mit den Füssen auf. Er trat mit seinem Fuss gegen das herabhängende Schwert. Langsam bewegte sich der Tross hinunter und die Gegenseite reagierte ebenfalls, indem  sie sich nach unten bewegten.

Sie trafen sich im Tal und standen sich in Reihen gegenüber. Janis erinnerte sich an seine Zeit in der Welt der Menschen, als er Filme gesehen hatten, in denen sich Krieger so gegenüber standen. Oben auf dem Hügel konnte er die Königin stehen sehen. Er drehte sich um und sah Annet auf ihrer Seite des Hügels. Die weisse und die schwarze Hexe. Ein Bild wie aus einem Märchenbuch. Dachte er sich.

Dann ging es los. Wer den Start vorgab hatte keiner mitbekommen. Janis drängte Arlo etwas bei Seite. Er brauchte nicht bei dem Gespräch dabei gewesen zu sein, um zu wissen, wie wichtig Arlo für den Ausgang der Geschichte war. Er musste Mary retten.

Fortsetzung folgt. 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #15

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Kapitel 12

Was bisher geschah:

Ein Angriff von Raben überraschte die Drei. Ebenso wurden sie von ihren Rettern überrascht – Katzen stürzten sich auf die Raben und verscheuchten sie.


Soweit waren sie schon gekommen und hatten alle Angriffe der Königin abwehren können. Bald müssten sie da sein. Sie folgten dem Splitter immer weiter. Mehrere Tage ritten sie, und schliefen sie.

Die böse Königin stand wieder an ihrem Wasserbecken und raufte sich die Haare. Die Raben hatten versagt, das Labyrinth hatte versagt. Die drei kamen dem Versteck immer näher. Sollten sie es schaffen Mary zu retten, wäre sie verloren. Das dürfte nicht passieren. Sie beobachtete die drei, die schlafend vor dem Lagerfeuer lagen. Wie sollte sie sie nur aufhalten. Sie wurden magisch unterstützt. Und sie wusste auch von wem. „Annet – du kleine miese Weisse Hexe. Ich hätte dich töten sollen, als ich damals die Gelegenheit dazu hatte. Jetzt habe ich das Problem, dass du mir ständig ins Handwerk pfuschst. Verflixt noch  mal. Wenn wir uns jemals wieder sehen. Dann Gnade dir die Götter.“

Annet, währenddessen machte sich bereit zum Endkampf. Sie wusste, dass sie dabei sein musste. Es würde ein Endkampf geben. Den konnten die Drei nicht alleine bewerkstelligen. Gegen Magie musste mit Magie vorgegangen werden. Sie bereitete sich intensiv vor. Reinigte ihre Aura und ihre Seele. Betete und meditierte. Es würde schwer werden. Schwarze Magie war immer stark und hinterhältig. Aber sie war ja nicht alleine. Ihr Gemahl und die Drei Freunde mit den gesamten magischen Geschöpfen wären bereit gegen die Böse Königin zu kämpfen.

Mittlerweile waren die Drei angekommen. Der Splitter bewegte sich nicht mehr. Sie hatten ihr Ziel erreicht. „Schau Arlo – dahinten ist ein Turm. Das ist unser Ziel. Wir sollten uns heute noch ausruhen. Sobald wir dort ankommen wird es losgehen. Wir brauchen alle unsere Kraft und deswegen sollten wir Ruhen. Lasst uns hier unser Lager aufschlagen und dann tief in uns gehen. Wir müssen uns auch seelisch auf diesen Krieg vorbereiten. Es wird uns alles abverlangen.“

Arlo nickte und Kato fing an Holz für das Feuer zu sammeln. Janis folgte ihr und als sie etwas abseits waren, räusperte er sich. Kato sah hoch und in dem Moment schloss Janis sie in seine Arme und küsste sie. Erst wollte sie ihn von sich stossen, aber es fühlte sich einfach richtig an. Sie erwiderte den Kuss. Er liess sie los. „Entschuldige bitte. Aber morgen werden wir in einen fürchterlichen Kampf ziehen. Und wir wissen nicht, ob wir da lebend heraus kommen. Ich wollte nicht sterben ohne dich einmal geküsst zu haben. Ich verspreche dir, wenn ich das überlebe, werde ich ernsthaft um dich werben. Solltest du  mich ablehnen, werde ich so hartnäckig werben, bis du nachgibst. Wir sind schon so lange unterwegs. Ich weiss wofür ich das mache.“ Kato errötete. „So. Nun. Was erwartest du von mir? Das ich brav hier warte auf dich? Das kannst du vergessen. Wir werden Seite an Seite kämpfen und wenn wir beide das überleben, erlaube ich dir um mich zu werben. Aber mach dich auf was gefasst, ich bin nicht einfach einzufordern.“ Sie lächelte, drehte sich um und sammelte weiter Holz. Janis Herz wollte aus der Brust hüpfen. Er würde das überleben. Er würde mit ihr Leben und sie immer lieben. Das würde er.

Fortsetzung folgt. 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #14

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Kapitel  11

Was bisher geschah:

Das Hindernis entpuppte sich als ein Labyrinth mit tödlich schönen Blumen. Arlo und Kato hätten fast ihr Leben gelassen. Ein netter Geist hilft Janis die beiden zu retten.


Die drei Kameraden ritten nach diesem Abenteuer weiter. Sie kamen recht gut und ohne weitere Hindernisse voran. Eine leichte Hoffnung und Lockerheit machte sich breit. Sie quasselten und lachten und erzählten sich witzige Geschichten. Vor allem Janis hatte genug zu erzählen. Allerdings hielt er sich bei seinen Frauengeschichten sehr bedeckt. Arlo amüsierte sich darüber, aber er unterstützte seinen Freund natürlich darin. Er wünschte sich so sehr für Janis, dass er endlich mal die Richtige finden und sesshaft werden würde. Vielleicht könnten sie ein befreundetes Pärchen werden.

Arlo verlor sich in seine Tagträume und Janis witzelte noch weiter mit Kato. Es wurde düster, aber sie dachten sich nichts Böses dabei. Janis genoss die Nähe von Kato immer mehr. Es ging schon so weit, dass er einen winzigen Hoffnungsschimmer aufs Überleben entwickelte. War da nicht etwas in der Vorhersage, dass er nur die Richtige Entscheidung treffen müsse? Vielleicht war die Entscheidung zu Leben und Lieben die Lösung? Er setzte all seine Wünsche darauf, denn er konnte es nicht mehr vor sich selbst verleugnen. Er hatte sich in Kato verliebt. Ob sie auch etwas für ihn empfand? Er traute sich nicht einen Vorstoß bei  ihr zu wagen. Er hatte Angst sie zu verunsichern und von sich wegzutreiben. Er wollte warten. Wenn er das ganze überlebte, würde er um sie werben.

Sie ritten alle drei nun schweigend und jeder in seinen Gedanken versunken, nebeneinander her. Irgendwann stutze Arlo. „Es ist so dunkel. Zieht ein Unwetter auf?“ Und als er zum Himmel hinauf schaute, wurde er bleich. Der Himmel war fast schwarz. Aber nicht von Wolken. Raben verdunkelten die Sonne. Eine Armee Raben flog über sie hinweg und kaum, dass sie sie bemerkt hatten, stürzten sich die ersten auf die drei Reiter.

„Oh mein Gott. Raben – sie wollen uns töten, zieht eure Waffen. Schnell dort hinten sind einige Felsen, da können wir vielleicht Unterschlupf finden. Aber wenigstens einen Rückenschutz.“ Arlo zeigte rechts von ihnen auf eine Felsformation. Schnell rutschten sie von den Pferderücken herunter und rannten los. Die Pferde würden sich in Sicherheit bringen. Sie drückten sich an die Felsen und hielten ihre Schwerter hoch. Dann schlugen sie nach den angreifenden Raben.

Es schien aussichtslos. Es waren viel zu viele, als dass sie sie alle bekämpfen konnten. Die Arme wurden immer schwerer.  Janis stellte sich vor Kato um sie mit seinem Körper zusätzlich zu schützen. Auf einmal strömten aus allen Richtungen Katzen hervor. Es waren unzählige Katzen. Man konnte kaum noch den Boden sehen. Und sie fingen an gegen die Raben zu kämpfen. Sie sprangen in die Höhe und fingen sie. Sie bissen ihnen die Hälse durch oder rissen sie mit ihren Krallen auf. Der Lärm der dabei entstand war ohrenbetäubend.

Die Katzen waren ihnen schon die ganze Zeit gefolgt. Annet hatte sie mit geschickt um ein Auge auf die Reisenden zu haben. Und als es dann nötig war, haben sie alle wilden Katzen zum Kampf gerufen.

Die Angriffe der Raben wurde schwächer. Langsam wurde es auch wieder heller. Die Katzen versammelten sich und bildeten eine Schutzwand für die drei Kämpfer. Kato hatte kaum noch die Kraft ihr Schwert zu heben. Janis und Arlo hatten einige Kratzer im Gesicht und einige Haarbüschel verloren. Sie sanken alle drei zu Boden. Geschwächt und Müde. Die Raben verzogen sich. Wieder hatten sie einen Angriff der bösen Königin zerschlagen. Dank der Katzen.

Der Rudelführer kam zu ihnen und stellte sich vor Janis. Janis hörte seine Gedanken. „Edler Herr, wir sind gekommen um euch zu unterstützen. Wir wurden zu eurem Schutz gerufen. Und wir werden euch immer helfen. Unter der Voraussetzung, dass die Katzen in eurem zukünftigen Reich immer ein gutes Zuhause haben werden. Die Verhandlungen wurden bereits geführt und besiegelt. Sollte dieser Vertrag gebrochen werden – nun ihr habt uns kämpfen sehen. Ich gehe davon aus, dass ich da nicht weiter ausholen muss.“  Der Kater verneigte sich vor Janis. „Geehrter Kater – es steht ausser Frage, dass wir euch für eure Hilfe immer Dankbar sein werden und euch immer in Ehren begrüssen werden, sobald eine von euren Gefährten in unserem Land lebt. Das ist reine Ehrensache.“ „Gut, dann ist das erneut besiegelt. Wir werden im Kampf immer bei euch sein. Darauf könnt ihr euch verlassen.“ „Besten Dank, dafür.“

Der Kater verneigte sich erneut und Janis erwiderte diese Geste. Kurz klärte er Arlo über diese Verhandlung auf und Arlo bestätigte den Pakt, da er zukünftiger Thronerbe sein würde. „Sobald wir siegreich nach Hause kommen, werden die Gesetze dafür erlassen. Sollte jemals einer Katze oder sonst einem Verbündeten in diesem Krieg, Leid zugefügt, werde ich höchst Persönlich die Strafe dafür ausführen.“

„Gut, lasst uns jetzt ausruhen.“ Meinte Kato. Sie war leicht grau im Gesicht. Janis schaute sie besorgt an. Sie war so tapfer. Sie war einfach die Richtige. Er reichte ihr seinen Wasserschlauch und sie lächelte ihn aufrichtig an. Er würde alles für sie tun.

Kato nahm dankbar das Wasser und betrachtete nachdenklich Janis. Aus seinen Erzählungen während der Reise hatte sie schon heraus gehört, dass er kein Kind von Traurigkeit war. Er hatte tunlichst diese Themen umschifft, aber sie war ja nicht so naiv. Sie kannte Männer gut genug. Aber trotzdem merkte sie, dass sie ihn immer öfter beobachtete. Sie bemerkte die Veränderung ihr gegenüber. Er war nicht mehr so abweisend. Eher schüchtern. Sie mochte die Aufmerksamkeit, die er ihr jetzt entgegenbrachte. Aber sie war auch misstrauisch. Denn nur als Bettgefährtin war sie sich zu schade. Deswegen war sie eher zurückhaltend und beobachtend. Es würde sich zeigen, ob er für mehr, als nur eine flüchtige Liebelei zu haben wäre. Sie hoffte es sehr. Denn sie mochte ihn schon gerne.

Fortsetzung folgt

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #13

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Kapitel 10

Was bisher geschah:

Ihre Reise geht nun zu dritt weiter. Janis entdeckt ungewünschte Gefühle für Kato. Sie treffen auf ein erneutes Hindernis – Eine Hecke versperrt ihnen den weiteren Weg.


Das Feuer war herunter gebrannt, aber die Wand hatte noch nicht mal eine Brandspur. „Gut, also Abfackeln klappt nicht. Irgendwie müssen wir da durch. Ich versuche es mit dem Schwert.“ Meine Janis. Er stand auf und versuchte mit seinem Schwert eine Wunde in die Hecke zu schlagen. Jedes Mal wenn er eine Stelle aufgeschnitten hatte, verwuchsen die Ranken wieder mit einander. „So geht es wohl nicht.“ Meinte Arlo. „Kommt, lasst uns einfach mal versuchen drum herum zu gehen. “Sie packten ihre Sachen und fingen an die Hecke abzulaufen. Kato war sehr konzentriert. Sie vermutete, dass irgendwo eine Öffnung nach innen führen würde. Die Männer waren schon vor gegangen, aber sie liess ihre behandschuhte Hand an der Hecke entlanglaufen. Nach einigen Metern stiess ihre Hand auf eine Lücke.

„Hei ihr Zwei. Ich hab da was gefunden.“

Die Männer drehten sich fragend um und sahen, dass Kato gerade dabei war in der Hecke zu verschwinden. Schnell rannten sie zu ihr um sie wieder heraus zu ziehen. Janis zog stark und sie stolperte gegen ihn, so dass er sie halten musste. Er wurde fast wahnsinnig. Sie roch so gut und fühlte sich so gut in seinen Armen an. Schnell liess er sie los.„Hei, warum zerrst du  mich wie einen Kartoffelsack heraus? Das ist ein Durchgang.“ „Oh – ich dachte du würdest aufgefressen.“ Murmelte er. „Kommt, lasst uns rein gehen. Wir werden hier durch müssen.“ Meinte sie.

Sie nahmen ihre Pferde und traten durch die Öffnung. Als sie auf der anderen Seite standen sahen sie was sie erwartete. Ein Labyrinth. „Ach verflixt,“ meinte Arlo. „Ein Labyrinth. Ich hasse Labyrinthe.“ Vorsichtig bewegten sie sich vorwärts. Es war nicht so schwer zu lösen. Die Wände bewegten sich nicht und es gab wenige Sackgassen. Es war, als wäre es für Kinder gemacht. Sie bewegten sich immer sicherer durch die Gänge. Dann kamen sie in der Mitte an.

„Was ist das? Was riecht hier so gut. Ich habe noch nie so etwas gerochen. Es ist wie, wie ein streicheln über meine Wange. Es hüllt mich in Geborgenheit und Sicherheit. Mein Herz klopft wie verrückt. Dieser Geruch – er fordert mich heraus. Finde mich, sagt er.  Liebe mich, sagt er. Nimm mich an dich, sagt er. Wo ist die Quelle.“ Kato und Arlo waren wie hypnotisiert. Es war als würde etwas an ihrer Nase ziehen. So sahen sie aus, wie sie mit hervorgeschobener Nase durch diese Lichtung wanderten.

Janis wunderte sich. Er roch nichts. Wieso roch er nichts? Aber er sah was. Und zwar wunderschöne Blumen. Aus ihnen floss eine Art Gas. Das musste di e Quelle des Geruchs sein, den er immer noch nicht wahrnahm. Er beobachtete die anderen Beiden, die noch immer auf der Suche nach dem Geruch waren. Sie reagierten  nicht auf seine Rufe. Sie waren weg getreten. Was sollte er machen? Dann sah er was. Eine schemenhafte Gestalt. Sie näherte sich ihm. „Wer bist du?“ Fragte Janis. „Ich bin eine Gefangene. Vor langer Zeit kam ich auch hier her und fand diese Blumen. Ich griff nach ihnen und stach mir in den Finger. Du musst verhindern, dass sie zugreifen. Diese Dornen sind vergiftet. Sie verwandeln einen in einen Geist und binden einen an diesen Ort.“

Er drehte sich zu seinen Freunden um und konnte gerade noch sehen, wie sie zu den Blumen griffen. „NEIN. ARLO, KATO – nicht. Greift nicht nach den Blumen.“ Aber es war zu spät. Sie griffen und wurden gestochen. Sofort brachen sie zusammen. „Geist. Was kann ich machen? Sie werden sterben?“ „Ja das werden sie. Aber du hast noch Zeit. Die Wandlung dauert noch einige Zeit. Erst bei Mondaufgang. Danach kannst du sie nicht mehr retten.“ „Sag mir wie.“ „ Es gibt noch eine weitere Lichtung in diesem Labyrinth. Dort findest du die Blume, die das rückgängig machen kann. Aber es ist nicht leicht sie zu finden.“  „Das schaffe ich. Kannst du mir helfen?“ Das Geisterwesen zuckte zurück und überlegte. „JA, ja, das kann ich. Ich bin sowieso verloren, aber euch kann ich helfen. Folge mir.“

Zum Glück. Dieser Geist hilft mir meine Freunde zu retten. Die Böse Königin hat doch nicht alles so unter Kontrolle wie sie denkt. Wenn ich die erwische.

„Komm schneller, die Zeit läuft uns davon. Beeil dich, trödele nicht so rum.“ „Ja, ich komme ja schon. Ich kann halt nicht fliegen, so wie du. Ich muss rennen und darin bin ich nicht so der beste.“ Entgegnete Janis atemlos.

Endlich erreichten sie die Kammer. Dort war die andere Blume. „Wo ist sie?“ „Warte, sie wird gleich erscheinen. Sie zeigt sich immer, wenn die Sonne einen bestimmten Winkel eingenommen hat. Gleich ist es soweit. Da, da ist sie. Schnell. Sie ist nicht lange zu sehen.“ Janis rannte zu der Blume. Sie war wunderschön. Sie schimmerte wie Perlmut. Es tat ihm leid, dass er sie pflücken musste. „Warte. Hast du Handschuhe. Sie ist nicht ungefährlich für nicht vergiftete.“ Er zog seine Lederhandschuhe hervor und pflückte die Blume. „So, jetzt bring mich schnell wieder zurück, bitte.“ „Ja, schnell folge mir, bevor jemand aufmerksam wird. Denn wenn   deine Freunde gerettet sind, müsst ihr schnell hier raus, denn die anderen Geister, die hier gefangen sind, sind nicht so nett, wie ich. Sie sind sehr böse, weil sie hier nicht raus können. Ihr Ziel wird sein, euch hier drin zu behalten. Also schnell, schnell.“

Endlich waren sie wieder am Ursprung. Kato und Arlo lagen unverändert auf dem Boden. Schnell ging Janis zu ihnen und stach ihnen mit den Dornen in die Finger. Es dauerte nicht lange und sie erwachten. Benommen sahen sie ihn an und Kato verzog das Gesicht. „Was stinkt denn hier so?“ Der Geist antwortete:“ Das ist die Blume. Sie versucht damit die Menschen fern zu halten. Aber da euer Freund irgendwie nichts riecht, konnte er euch retten. Jetzt aber schnell, ihr müsst raus hier. Folgt mir ich bringe euch zum andern Ausgang.“

Als Arlo und Kato waren noch sehr schwach, deswegen setzten sie sich auf ihre Pferde um voran zu kommen. Der Mond war gerade aufgegangen. Janis atmete auf. Das war verdammt knapp gewesen. Mal wieder.

Der Geist geleitet sie sicher zum Ausgang und als sie hinaustraten, bedankte Janis sich noch mal. „Können wir dir irgendwie helfen hier heraus zu kommen?“ „Nein mein Lieber, der einzige Weg diesen Fluch zu brechen und alle Geister zu befreien ist, die Böse Königin zu töten. Wenn euch das gelingt, dann werden alle ihre Flüche brechen und alle sind frei. Das wäre der einzige Weg.“

„Ich werde es versuchen.“

Janis setzte sich auf sein Pferd und schloss zu seinen Freunden auf. Der Splitter zeigte ihnen den Weg. Janis blickte zurück. Aber der Geist war schon verschwunden. Ich werde es versuchen mein guter Geist. Ich werde es versuchen. Bei  meinem Leben. Ich werde die Königin töten.

Fortsetzung folgt

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #12

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Kapitel 9

Was bisher geschah:

Arlo und Janis treffen total erschöpft auf eine verfallene Hütte. Dort finden sie eine Frau, die sich vor ihrem zukünftigen Gatten versteckte. Eine grosse Überraschung und eine Verantwortung für die zwei Männer.


Eine neue Situation hatte sich ergeben. Die beiden Männer waren jetzt nicht mehr alleine unterwegs. Eine unangenehme Stille hatte sich eingestellt. Janis war über seine Gefühle Kato gegenüber, verärgert. Es passte ihn überhaupt nicht, dass er ständig nervös war, wenn sie in seine Nähe kam. Wie konnte das passieren. Er dachte er wäre immun gegen solch ein Gefühl. So ein Mist. Arlo – ja zu ihm passt das – er ist der Träumer und hat sich ja auch gleich, nur durch einen Traum,  in Mary verliebt. Das ist typisch für ihn. Aber für mich. Niemals war eine Beziehnung eine Option für mich.  Janis schnaufte schwer. Arlo schaute ihn an. „Alles klar bei dir?“ „Ja, ja.“ Antwortete Janis Missmutig.

Arlo wunderte sich über die schlechte Laune seines Freundes. Eigentlich war Janis immer ein Lebemann. Selten dass ihm etwas Quer sass, aber seit einigen Tagen, war er wirklich sehr mürrisch. Ein seltsames Verhalten.

Die drei ritten weiter. Jeder in seinen Gedanken versunken. Als es dann plötzlich nicht mehr weiter ging. Vor ihnen hatte sich eine Wand aus Büschen erhoben.

„Arlo?“ Fragte Kato. „Äh, ja. Ich weiss auch nicht. Janis? “„Ja, was glaubt ihr denn, bin ich denn allwissend? “schnaubte er. „Hei, halt dich mal mit deiner miesen Laune zurück. Was auch immer dich gebissen hat. Lass es nicht an uns aus. Vielleicht solltest du mal in den Fluss hier links springen um dich abzukühlen. Ausserdem riechst du auch etwas streng.“ Sagte Kato. Janis drehte seinen Kopf ruckartig in ihre Richtung und wollte schon einen bissigen Kommentar abgeben, über seinen Geruch und was ihn ihre Meinung interessierte. Aber der Blick in diese wütenden, bezaubernden Augen liessen ihn verstummen.

Arlo hatte diese Szene beobachtet und verstand nun, was mit seinem Freund los war. Er fing an zu lachen. „Was lachst du denn jetzt so?“ schnauzte Janis ihn an. „Nichts mein Freund, nichts. Geh Baden. Wir sollten pausieren bevor wir uns mit dieser neuen Hürde beschäftigen. Ich kann auch ein Bad brauchen. Ich rieche bestimmt nicht weniger streng als du. Auf, komm.“

Kato ging etwas weiter weg von den Männern. Wenn sie schon eine Badepause einlegten, wollte sie das natürlich auch gleich nutzen. Sie war nicht prüde. Das hatte sie schon früh abgelegt. Allerdings genierte sie sich etwas vor Janis. Er behandelte sie wie ein ungeliebtes Anhängsel. Das verunsicherte sie. Und dieses Gefühl verunsicherte sie ebenfalls. Sie wollte auf jeden Fall nicht, dass er ihr beim Baden zusah. Das war ihr einfach zu peinlich.

Arlo und Janis legten sich in den Fluss und liessen das Wasser um sich herum fliessen. Es war eine Wonne. Wenn man erst mal den ersten Schock der Kälte überstanden hatte, war es sehr belebend. Arlo zwinkerte in Richtung Janis. „Mein bester Freund – ich glaube nicht was ich da gesehen habe.“ „Was hast du denn gesehen?“ murmelte Janis. „Deine Reaktion Kato gegenüber. Du bist verliebt.“ Janis schnellte aus dem Wasser hoch und blinzelte Arlo wütend an. “Was redest du für einen Schwachsinn. Die Frau interessiert mich überhaupt nicht. Ich traue ihr nicht. Vielleicht ist sie doch ein Spitzel der bösen Königin, die uns bezirzen will. Weisst du es?“ „Nein, natürlich nicht, aber das glaube ich nicht. Ausserdem glaube ich, dass sie sich ihren Gefühlen dir gegenüber auch nicht sicher ist.“

Janis schaute zu Kato rüber. Sie hatte ihr Haar geöffnet und es fiel ihr in sanften Wellen über den Rücken. Ihr kleiner Po blitze bei ihren Bewegungen immer mal hervor. Dann liess sie sich ins Wasser gleiten. Es wirkte bezaubernd auf ihn. Ihre fliessenden Bewegungen. Es war als würde sie im Wasser schweben. Seine Fantasie bekam Flügel. Ihm wurde warm ums Herz und auch etwas tiefer.  Arlo schuppste ihn mit dem Fuss an. „Behalt deine Hose an. Sag ich dir. Sie ist keine Frau für eine Nacht und wir sind auf einer gefährlichen Mission unterwegs.“ „Mann, das weiss ich auch. Ich weiss auch, dass sie keine Frau für eine Nacht ist. Deswegen ist sie auch nichts für mich. Ich werde mich nie binden.“ Sagte er und bewegte sich zum Ufer zurück.

Kato beobachtete die beiden Männer und als Janis aus dem Wasser stieg konnte sie seine Muskeln bewundern. Er war gut gebaut. Sie konnte sich vorstellen, dass er viel mit den Waffen trainierte und deswegen wirkte er so athletisch. Kato, wende deinen Blick ab, du lüsternes Stück Weib. Lass dich nicht von irgendeinem Mann ablenken. Du willst ohne einen Mann leben können. Also pack deine Gedanken wieder ein. Er macht ja auch deutlich, dass er kein Interesse an dir hat. Also verschwende nicht deine Zeit, Gedanken und Energie an ihn. Ich reite mit ihnen und wenn es sich ergibt, werde ich sie verlassen. So einfach.

Sie tauchte ganz unter und stieg dann ihrerseits auch aus dem Fluss. Sie war sich bewusst, dass Janis Blick ihr folgte. Und sie kokettierte unauffällig, dass er sehen konnte, was er nie haben würde. Sie amüsierte sich darüber ihm eine Nase zu zeigen.

Arlo amüsierte sich über die beiden, aber der Ernst der  Lage sollte nicht unterschätzt werden. Eine riesige Wand aus Büschen und Dornen versperrte ihnen das Weiterkommen. Sie setzten sich vor diese Wand und machten ein Feuer. „Vielleicht können wir sie abfackeln?“ Meinte Kato. „Ja – vielleicht.“ Janis stand auf und machte sich eine Fackel. Er entzündete sie am Lagerfeuer und ging auf die Wand zu. Er suchte eine etwas trockene Stelle, aber er fand keine. Probeweise hielt er die Fackel an die Wand – nichts – sie entzündete sich nicht. Er gab Arlo die Fackel und sammelte noch etwas trockenes Holz, das er an der Wand stapelte, dann nahm er die Fackel und entzündete den kleinen Haufen.

Die drei sassen vor dem Lagerfeuer und betrachteten das kleine Feuerchen vor der Wand. Aber nichts geschah.

Währenddessen schaute die böse Hexe in ihr Wasserbecken und beobachtete die Drei. Ihr Rabe sass auf ihrer Schulter und schaute ebenfalls hinein. „Siehst du mein Lieber. Das ist das Ende für die Drei. Hier werden sie scheitern. Dieses Labyrinth ist unbezwingbar. Sollten sie den Eingang finden, werden sie nie den Ausgang finden. Dafür werden die Rosen sorgen.“ „Ja, geliebte Herrin.“ Antwortete der Rabe.

Fortsetzung folgt