Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #11

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Kapitel 8

Was bisher geschah:

Beinahe wären Arlo und Janis erfroren. Die Böse Königin hatte einen Eiszauber ausgesprochen, die die beiden Reisenden im Schlaf erwischten. Das hätte böse ausgehen können.


Nachdem sie zwei Tage ausgeruht hatten, reisten sie weiter. Ihre Stimmung war gedrückt. Die Reise wurde immer beschwerlicher und das Ziel noch nicht in Sicht. „Janis, ich bin wirklich total fertig. Ich hoffe, dass das hier bald zum Ende kommt. Ich weiss nicht ob ich das alles aushalte.“  „Ach Arlo. Denk doch an das hübsche Mädchen aus deinem Traum. Sie ist der Preis für diese Mühen.“

Arlo seufzte. „Du hast Recht. Dafür lohnt es sich zu sterben.“ „Was – du Trottel, wenn du stirbst hast du ja wohl nichts davon. Idiot. Natürlich musst du überleben um sie zu retten. Ich glaube wirklich du hast Recht. Du bist total am Ende. Sonst würdest du nicht so ein Blödsinn reden.“ Janis knuffte Arlo in die Seite und lachte. Endlich wieder lachen, das hatte ihm gefehlt. Die Unbeschwertheit, die ihn immer verfolgt hatte, war verschwunden. Seine Sterblichkeit wurde ihm vor Augen geführt.  Er war sich immer noch sicher nicht Lebend aus diesem Abenteuer heraus zu kommen, aber es viel ihm nicht mehr so leicht sich damit abzufinden. Er hatte gemerkt, dass er am Leben hing.

Sie ritten schweigend weiter.  Stunden später, es wurde langsam dunkel, trafen sie auf eine verlassene, leicht verfallene Hütte. „Lass uns hier übernachten Janis, ich kann nicht mehr.“ „Ja, gut – das ist mir Recht. Ich bin auch ziemlich alle und mein Hintern schmerzt auch. Ich könnte gerade vom Pferd direkt ins Heu fallen und mal vierundzwanzig Stunden schlafen.“

Sie gingen um die Hütte herum und fanden etwas wo sie die Pferde versorgen konnten. Sie zweifelten daran, dass sie im Inneren schlafen konnten. Die Hütte wirkte sehr unstabil. Aber da es sehr trüb war, und sie keine Lust hatten nass zu werden, wollten sie wenigstens einen Blick riskieren.

Als sie in den Raum traten, konnten sie nichts erkennen. Das Gegenlicht von Aussen liess den Raum schwarz wirken. Nach einiger Zeit hatten sich die Augen an das düstere gewöhnt und sie konnten einige Schemen erkennen. Rechts neben der Tür hing eine Fackel. Arlo wühlte in seiner Tasche nach einem Feuerstein und erzündete die Fackel. Das Licht erfüllte den Rest des Raumes. Links ging noch eine Tür ab. Dort wollten sie nachschauen. Janis betrat den kleinen, fensterlosen Raum. Er wollte gerade wieder hinausgehen, als er eine Bewegung in der Ecke wahrnahm.

Vorsichtig näherte er sich dieser Ecke. Dort lag anscheinend ein Haufen mit Decken. Er zog sein Schwert und fing an in dem Haufen zu stochern. Er traf auf Wiederstand und dieser Wiederstand quiekte. „Autsch“. „Zeig dich. Komm aus diesem Haufen raus, bevor ich dich absteche.“ Der Haufen bewegte sich und nach und nach rutschten die Decken hinunter. Ein Jüngling schälte sich aus den Decken heraus. Dürr, blass und verängstig schaute er mit riesigen Augen Janis an.

„Komm und zeig dich im Licht. Hast du Waffen?“ Der Junge schüttelte den Kopf, den er gesenkt hielt. Janis schnappte sich das dünne Ärmchen und zog ihn in den grossen Raum zu Arlo. „Schau, hier haben wir ein dürres Bürschen gefunden. Lag unter dem Deckenhaufen und wimmerte vor sich hin. Der stirbt jetzt schon fast vor Angst.“ „Ich habe nicht gewimmert.“ Kam die leise Antwort. „Aber diese stinkenden Decken haben mich in der Nase gekribbelt. Sonst hättet ihr mich gar nicht bemerkt.“ Janis schmunzelte und schaute zu Arlo. „Was meinst du? Ein kleiner Bauernbursche? An ihm ist nichts dran. Nur Haut und Knochen.  Wie ist dein Name, Knabe?“

„Lass ihn doch los Janis. Du brichst ihm ja fast das Ärmchen. Komm lasst uns raus gehen. Ich denke das Wetter wird halten und ich fühle mich gefangen in dieser Hütte. Wir machen ein Feuer und dann werden wir uns kennen lernen. Auf. Kommt“ Widerspenstig kam der Kleine mit. Nicht ohne zu versuchen sich aus dem festen Griff Janis´ zu befreien. Zwecklos. Der Griff war zu fest.

Arlo kümmerte sich um das Feuer und holte aus den Taschen noch etwas zu essen. In der Zwischenzeit betrachtete Janis den Jungen. Irgendwas stimmte mit ihm nicht. Er traute ihm nicht. Das würden sie jetzt klären. „Komm setz dich und iss was. Du bist so dürr, dass man Angst haben muss, dass deine Beine deinen Körper nicht tragen können. Wann hast du das letzte Mal was gegessen?“ Fragte Arlo. „Ich weiss nicht. Vor vier Tagen vielleicht.“ „Wo kommst du her?“ Keine Antwort. „Na, du bist sehr misstrauisch. Das ist gut. Eine böse Welt hier. Aber wir gehören zu den Guten. Lasst uns erst mal essen, dann sehen wir weiter.“

Sie aßen schweigend. Janis beobachtete den Jungen weiterhin. Er hatte ein schmutziges Gesicht, aber sehr feine und junge Züge und einen Hut auf dem Kopf, der das Gesicht auch verdeckte. Er war bestimmt kein Bauernjunge. Die harte Arbeit würde er gar nicht bewältigen. Dann wohl eher ein Knappe oder Hausangestellte einer wohlhabenden Familie. Aber was machte er hier draussen im Nirgendwo? Eindeutig war er auf der Flucht. Wahrscheinlich hatte er gestohlen. Er würde ganz besonders auf ihre Satteltaschen achten. Aber er hatte kein Pferd gesehen. War er zu Fuss hier her gekommen? Das war ein weiter Weg.

„So – jetzt sind wir gesättigt. Jetzt wird geredet. Ich bin Arlo und das ist Janis. Wie ist dein Name?“ „Ich heisse Kato.“ „Kato – ein seltsamer Name. Gut. Was machst du hier? Wo kommst du her?“ Janis meldete sich zu Wort. „Und wie kommst du hier her? Ich habe kein Pferd gesehen.“ „Eigentlich möchte ich nicht über mich reden. Ich bin dankbar, dass ihr euer Essen mit mir geteilt habt. Aber lasst mich morgen einfach hier und reitet weiter.“ Janis strich sich über sein Kinn. Er müsste sich mal wieder rasieren. „Äh – nein. Tut mir leid. Ich traue dir nicht. Irgendwas stimmt nicht mit dir. Hast du gestohlen? Oder bist du ein entflohener Sklave? Ein Mörder? Warum hast du dich hier versteckt? Es gibt einfach zuviel Fragen, die durch dich entstehen. Also klär uns auf.“

Kato erhob sich und wollte sich von den beiden Männern entfernen. Arlo und Janis schauten sich sprachlos an. Stand er wirklich einfach auf und liess sie so einfach stehen? Unfassbar. Janis erhob sich ebenfalls und folgte Kato. „Sag mal. Wir reden mit dir. Du bist ziemlich unhöflich. Beantworte unsere Fragen.“ „Guter Mann. Ich sagte schon, ich bin dankbar für euer Essen, aber ich bin euch keinerlei Rechenschaft schuldig. Ich gehe jetzt zurück in diese Hütte. Morgen früh werdet ihr weiter geritten sein und ich werde meines Weges gehen.“

Janis war perplex. Dieser kleine ungehobelte Bursche. Für was hält er sich. Er folgte Kato in die Hütte und griff nach dem Arm. Zog ihn zu sich her und wollte ihm den Hut vom Kopf ziehen um das Gesicht genauer zu betrachten. Kato zuckte zurück um zu verhindern, das Janis seinen Hut abzog und wandte sich in dem Griff. Janis hatte wirklich Angst Kato den Arm zu brechen. Er war so dünn und wirkte so zerbrechlich. Dann erwischte er den Hut. Zog an ihm und blickte ziemlich dämlich in die Dunkelheit, als sich ein Schwall langer Haare über seine Hand ergoss.

„Du bist ein Mädchen?“

„JA – so nennt man uns meistens.“

„Warum hast du dich wie ein Mann gekleidet. Nein – warum ist mir schon klar. Als Frau wärst du zu gefährdet alleine zu reisen. Aber warum ist diese Verkleidung überhaupt notwendig. Du bist deinem Mann abgehauen.“ „Das geht dich gerade mal gar nichts an. Ich bin einfach eine Frau in Männerkleidung, die eine Reise tätigt.“ Janis zog sie aus der Hütte zum Lagerfeuer. „Arlo – vergiss alles was du dir gedacht hast über unseren lieben Kato. Du wirst gleich deinen Mund nicht mehr zubekommen.“ Dann zerrte er Kato nach vorne und Arlo blickte nach oben. Wenn er nicht schon gesessen hätte, hätte es ihn gerade umgehauen. Ein Mädchen. Das erklärte die zarte Erscheinung.

Arlo stand auf und ging um Kato herum. Sie hatte lange braune Haare. Sie war etwas kleiner als die beiden Männer. Ihr Kinn hatte sie aufmüpfig nach oben gereckt. In ihren Augen blitze die Wut. Sie war keine Schönheit. Aber sie war bezaubernd. Ihre Nase war ganz leicht schief und die Augen standen etwas zu nah bei einander. Aber sie hatten die Größe von Reh Augen. Faszinierend war ihr Mund. Ein Mund der zum Küssen einlud. Arlo blickte zu Janis und er konnte sehen, dass auch Janis an diesem sinnlichen Mund hängen geblieben war.

Arlo nahm Janis beiseite. „Was sollen wir mit ihr machen?“  „Ich weiss es nicht. Wir sollten sie einfach hier lassen.“ „Das können wir nicht machen. Wenn jemand anderes kommt und mitbekommt, dass sie eine Frau ist, dann ist es um sie geschehen.“ Janis nickte. Er war immer noch leicht betäubt. Wie sie so wütend vor ihnen stand und sie beobachtete merkte er, dass sich etwas in seinem Herzen regte. Nicht in seiner Hose – das war er nicht gewohnt. Irgendwas ging von ihr aus, dass er sich verunsichert fühlte. Das war ihm auch noch nie geschehen. Selbst bei seiner ersten Liebeserfahrung war er mutiger, als jetzt. Was war es, was sie so faszinierend machte? Der Mund – er würde sie am liebsten schnappen und seine Lippen auf ihre Drücken und sie schmecken. Er hörte Annet in seinem Kopf. „Das ist Liebe auf den ersten Blick.“  „Schnick Schnack. So was gibt es nicht.“ „Hä? Was meinst du?“ Fragte Arlo verwirrt. „Ach nichts. Lasst uns setzen und erneut reden. Aber dieses mal ehrlich.“

Kato überlegte. Sie sah ein, dass sie hier wohl keine Chance hatte zu entkommen. Sie hatte wahnsinnige Angst. Eine Frau alleine in der Wildnis war verloren, wenn sie auf Männer traf. Es schien, dass Arlo und Janis tatsächlich ehrlich waren. Vielleicht brauchte sie bei ihnen keine Angst zu haben. Heimlich griff sie in den Hosenbund um nach dem Messer zu tasten. Sie würde nicht wehrlos sein.

„Ok. Kato. Ist das wirklich dein Name?“

„Ja – das ist tatsächlich mein Name. Eigentlich Katora.“

„Gut,“ meinte Janis. „Dann weiter. Meine Fragen von vorhin gelten noch. Ich denke du solltest reden. Du weisst, dass du grossen Glück hattest, dass wir dich getroffen haben. Es gibt sehr unangenehmere Begegnungen.“ „Ja – ich denke, das kann ich einschätzen. Ok. Ich will ehrlich sein. Denn ich werde wohl eure Hilfe brauchen. Mein Name ist Katora. Ich komme aus Ontaro. Mein Vater ist der Geistliche. Ich habe noch zwei Brüder und zwei Schwestern. Ihr wisst, dass Mädchen ja nicht viel wert sind. Deswegen sollte ich endlich verheiratet werden, dass ich meinen Eltern nicht mehr auf der Tasche liege. Allerdings ist mein zukünftiger Gatte ein übler Genosse. Er war schon einmal verheiratet. Seine Frau ist durch seltsame Umstände ums Leben gekommen. Man hat sie oft mit blauen Flecken gesehen. Angeblich ist sie gestolpert und sei tolpatschig.“ Kato hatte die beiden Behauptungen in Gänsefüsse gesetzt. Jeder wusste, was es zu bedeuten hatte, wenn Frauen solche Dinge über ihre Verletzungen behaupteten. Ihr Mann hatte sie geschlagen.

„Ich bin geflohen, da mein Vater absolut uneinsichtig ist. Er hätte mich aus dem Haus geworfen. Was hätte ich dann für eine Wahl gehabt? Ihn heiraten? Niemals. Kloster? Auf keinen Fall. Oder Prostitution. Nein, nein. Das kommt überhaupt nicht in Frage. Also dachte ich, ich fliehe und versuche mein Glück in einem anderen Dorf.“

Je länger Janis ihr zuhörte umso ruhiger wurde er. Sie hatte eine so angenehme Stimme. Es fühlte sich an, als würde er nach Hause kommen. Es war ein Gefühl der Geborgenheit und Freiheit. Annet hatte Recht. Er hatte sich verliebt. Wie konnte das passieren. Er. Der Herzensbrecher und Frauenschwarm sollte sich verliebt haben. Nach so kurzer Zeit. Niemals. Ausserdem war sich Janis sicher – er würde nicht überleben. Also bitte, warum trat jetzt dieses himmlische Geschöpf in sein Leben. Und warum dachte er jetzt so geschwollen. Aarg.

Arlo dachte nach. „Also gut. Was sollen wir machen? Was hast du dir gedacht?“ „Ich weiss nicht. Das ist eine Situation mit der ich nicht gerechnet habe. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mich mitnehmen würdet. Egal wohin. Hauptsache weit weg.“ Janis schüttelte den Kopf. „Das wird nicht möglich sein. Wir sind auf einer Mission unterwegs.“ „Was für eine Mission?“ Arlo meldete sich zu Wort. „Eine Rettungsmission. Eine junge Frau ist in Gefahr und auch das Schicksal dieses Landes hängt von ihrer Rettung ab.“ „Das klingt doch gut. Ich bin dabei. Wenn ihr mich mitnehmt?“

Arlo und Janis zogen sich zur Beratung zurück. „Was meinst du, Arlo?“ „Ich weiss nicht. Es ist gefährlich. Wir müssen ihr vertrauen. Können wir ihr vertrauen?“ „Ich denke schon. Sie wirkt ehrlich. Und wir könnten noch jemand zur Unterstützung brauchen.“ „Ja, aber kann sie kämpfen? Oder müsse wir sie ständig beschützen?“ „Ich kann kämpfen.“ Kato hatte sich leise genähert. Wenn sie schon über sie redeten, wollte sie auch mithören um sich zu verteidigen.

Die beiden drehten sich erschrocken um.

Janis wollte eigentlich nicht, dass sie mitkam. Aber er konnte sie nicht alleine zurück lassen. Damit würde er nicht ruhig leben können. „Also gut. Komm mit uns. Aber es wird kein Picknick. Es wird gefährlich werden.“ „Umso besser. Dann wird die Reise wenigstens nicht langweilig.“ Sie drehte sich um und ging zum Feuer zurück. Dort richtete sie sich ihr Lager, und legte sich hin. Nicht lange und sie war eingeschlafen. „Nun – einen guten Schlaf hat sie schon mal.“ Meinte Arlo und lachte. Janis war sich sehr unsicher. Er hoffte, dass er nicht zu sehr von ihr abgelenkt werden würde. Sein Ziel sollte Marys Rettung sein. Das durfte er nicht aus den Augen verlieren.

Fortseztung folgt

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #10

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Kapitel 7

 

Was bisher geschah:

Arlo und Janis haben es geschafft. Das Dorf ist von dem Fluch befreit. Das hat sie ganz schön Kraft gekostet. Aber sie fühlen sich gut – sie haben erfolgreich geholfen.

 


Nach einigen Tagen stiessen sie auf ein neues Problem.

Die böse Königin hatte mittlerweile mitbekommen, was Arlo und Janis im Schilde führten. Natürlich hatte sie auch mitbekommen, dass ihr Fluch über das Dorf mittlerweile gebrochen war. Als sie das erfuhr, ging sie zu ihrem Becken und schaute in das magische Wasser. Dort sah sie die beiden, wie sie vergnügt ritten und sich unterhielten. Sie war ausser sich vor Wut. Am liebsten hätte sie mit ihrer Hand durch das Becken gegriffen und die beiden in der Mitte durchgebrochen. Aber so mächtig war sie nicht. Sie würde es werden, wenn ihr Plan aufginge. Aber solange musste sie mit ihren, schon starken Kräften zurechtkommen. Ein Hinderniss musste her.

Arlo und Janis ritten weiter in die Richtung die der Splitter anzeigte. Als sie ihr Nachtlager aufschlugen und sich schlafen legten, wirkte die böse Hexe ihren hinterhältigen Zauber. Sie verwandelte die Gegend in der die beiden schliefen in eine Eiswüste. Da sie schliefen bemerkten sie nichts. Sie froren im Schlaf, aber wachten nicht mehr auf. Sie waren dabei zu erfrieren, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen konnten. Die böse Königin schaute in ihr Wasser und sah, wie die beiden langsam blaue Lippen bekamen und zitterten. Sie lachte und wandte sich ab.

Annet wurde wach. Ihr war kalt. Wieso war ihr nur so kalt? Es waren sommerliche Temperaturen in ihrem Land. Janis – es muss ihn und Arlo betreffen. Ich muss schnell in mein Zimmer. Schnell stand sie auf und huschte aus dem gemeinsamen Schlafzimmer. Sie hatte ein kleines Nähzimmer. Und genau dort hatte sie einen kleinen Wandspiegel. Dieser Spiegel war mehr als nur ein Spiegel. Mit ihm konnte sie Dinge sehen. Schnell stellte sie sich davor und rief den Spiegel an. „Mein guter Freund, der Spiegel, zeig mir doch wo Janis sich aufhält und ob es ihm und Arlo gut geht.“ Das Bild des Spiegels verschwand und er zeigte ihr, wie Arlo und Janis in einer eisigen Kälte lagen und dabei waren zu erfrieren. Ach du Güte, ich muss in Janis Traum, ich muss ihn wecken.  Schnell versetzte sich Annet in Trance und liess ihren Geist wandern. Sie drang in Janis Traum ein und versuchte ihn zu wecken. Sie war fast zu spät, die Lebensgeister waren schon nur noch schwach zu spüren. „Janis, Janis, du musst erwachen. Wach auf, mein Schatz. Wach auf, du wirst erfrieren. Wach doch auf. Meine Liebe soll dich wärmen. Du willst Mary finden. Ihre Liebe soll dich wärmen. Unsere Liebe wird dich wärmen.“ Sie flüsterte noch einige Zeit und hoffte innständig er würde endlich wach werden.

Da – Janis stöhnte. Er bemerkte seinen Traum. „Annet – wo bist du? Ich höre dich, aber ich sehe dich nicht. Was ist hier los. Warum ist mir so kalt. Ich muss aufwachen. Wach auf Janis, wach verdammt noch mal auf.“ Janis schlug die Augen auf. Er versuchte es. Eis hatte sich auf seinen Lidern niedergelassen, die Augen waren zugefroren. Er versuchte es weiter und schaffte es. Die Augen waren offen und er konnte sich umschauen. Oh Gott, wir erfrieren. Ich muss mich bewegen. „Arlo, Arlo, wach auf. Verdammt Freund wach doch auf.“ Er rief und rief, aber Arlo rührte sich  nicht. In der Zwischenzeit gelang es ihm sich von der Starre zu befreien. In seinem Inneren spürte er die Wärme, die von Annet ausging. Als er endlich einigermassen aufgetaut war, zog er sich zu Arlo und legte sich auf ihn um ihn zu wärmen.

„Arlo, mein Freund, komm werde wach. Auf werde endlich wach.“

Arlo regte sich und Janis atmete auf. Sie mussten schnell aus der Kälte heraus. Er hielt Ausschau nach den Pferden. Er konnte sie nicht sehen. Sie waren gewiss vor der Kälte geflüchtet. Also versuchte er Arlo halb tragend, halb ziehend aus dieser Eislichtung herauszuholen.

Am Ende seiner Kraft angelangt, konnte er den Eisrand entdecken. Aber er hatte keine Kraft mehr. Nur ganz kurz ausruhen. Vielleicht wird Arlo dann auch noch wach, dann können wir den Rest gemeinsam laufen. Sagte sich Janis. Er lehnte sich und Arlo an einen Felsen und schloss kurz die Augen. Sofort war er eingeschlafen. Es begann sich eine leichte Eisschicht über die beiden Männer zu legen.

Wieder hörte Janis Annet in seinem Traum. „Verdammt noch mal Janis, bist du schon wieder eingeschlafen? Jetzt wach endlich auf. Es wird Zeit. Reiss dich zusammen. Du hast eine Aufgabe und eine Verantwortung, vor der du dich nicht drücken kannst. Also – öffne die Augen und schnapp dir Arlo, dann bewege deinen Hintern aus dieser Eiswüste hinaus. Mary verlässt sich auf dich. Dein Vater und ich verlassen uns auf dich. Du wirst hier lebend wieder heraus kommen. Ist das klar? Hast du das verstanden? WACH AUF!“

„Ich will heute nicht zu Schule – ich fühle mich nicht gut. Lass mich schlafen. Ich bin so müde. Es soll jemand anderes machen. Arlo ist schuld. Er wollte unbedingt. Ich will nicht mehr.“ Murmelte Janis im Halbschlaf. In dem Moment war es, als würde er einen Blitz in seinem Hintern spüren. „Denkst du wirklich du kannst mich einfach ignorieren? Dir zeig ich es. Den Hintern versohle ich dir wenn du nicht augenblicklich aufstehst. Steh jetzt auf!“

Janis öffnete die Augen – eine leichte Eisschicht hatte sich auf seinen Lidern gebildet, die abbröckelte. Er schüttelte den Kopf und blickte sich um. Dann nahm er sein Umfeld wahr und fluchte. „So ein Mist. Ich bin eingeschlafen. Ich muss uns hier herausholen. Arlo? Arlo?“ Er tätschelte Arlos Wange – eine kleine Reaktion. Dann schlug er kräftig zu. „Au. Was zum Teufel – was machst du und warum ist es so kalt? Warum kann ich mich nicht bewegen? Was ..?“ „Du musst dich zusammenreissen. Versuch aufzustehen. Wir müssen uns aus dieser Eislichtung kämpfen. Es ist nicht mehr weit, aber ich habe nicht mehr die Kraft uns beide zu retten. Deswegen musst du dich zusammenreissen und aufstehen. Oder auch kriechen. Das ist mir egal.“

Arlo blickte seinen Freund an. Dann an sich herunter und versuchte aufzustehen. Die leichte Eisschicht knarrte, als sie brach. Dann zog er sich am Felsen hoch. Seine Beine hatten kaum noch Gefühl und er stützte sich auf Janis ab. Gemeinsam schleppten sie sich aus dieser Eislichtung Richtung Sonnenstrahlen am Rande. Es wirkte als wären sie betrunken und würden sich gegenseitig halten.

Endlich machten sie einen Schritt in den Sonnenstrahl. Sie brachen zusammen und lagen in der Mittagssonne und genossen diese Wärme, die ihren Körper auftaute und mit Lebensenergie erfüllte. „Was war denn das?“ Fragte Arlo. „Ich weiss es nicht genau, aber es wird wohl jemand verhindern wollen, dass wir ans Ziel kommen. Da fällt mir natürlich nur eine ein. Sie hat wohl herausgefunden was wir vorhaben. Das bedeutet, dass es wohl noch mehr Hindernisse geben wird.“ Seufzte Janis.

Währenddessen schaute die böse Königin in ihr Wasserbecken und erkannte, dass sie diese Schlacht verloren hatte. „Aber nicht den Krieg, aber nicht den Krieg.“

 

Fortsetzung folgt

 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #9

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Kapitel 6

Was bisher geschah:

Arlo und Janis haben ein verfluchtes Dorf entdeckt. Sie können es erst verlassen wenn sie helfen den Fluch zu brechen. Werden sie es schaffen, die Bewohner zu befreien?


Die beiden gingen zurück in das Gasthaus. Sie bedienten sich selbst und redeten über die Situation, in der sie sich befanden. „Wo ist denn hier ein Vulkan?“ fragte Arlo. „Ich weiss es nicht. Aber ich denke, das werden wir wohl heute Nacht erfahren.“ „Wie soll er gebannt werden?“ „Ich denke, da wird es wohl ein Ritual geben. Ich habe sowas schon mal gehört. Eine Art Bannzauber. Aber der muss sehr stark sein. Denn der Fluch ist es auf jeden Fall.“

„Was meinst du, sollten wir noch weiter buddeln? Dann könnten wir heute noch alles zu Ende bringen. Es dauert noch Stunden, bis es wieder dunkel wird.“ „Ja. Ja ich denke du hast Recht Arlo. Lass uns noch etwas weiter buddeln und dann ruhen wir uns aus, bevor es dunkel wird.“ Die beiden beendeten ihr Mahl und gingen wieder zurück zu dem Altar. Es schien, als würde der schwarze Rauch stärker werden. „Meinst du er wird stärker um den Fluch aufrecht zu erhalten, oder weil wir ihn bedrängen?“ Janis grübelte. “Das ist gut möglich. Ich denke, dass der Fluch einen eigenen Schutzzauber hat. Wollen wir hoffen, dass und das nicht behindert, oder schlimmeres.“

„Gut, lass uns voran gehen. Graben wir dieses Monstrum aus.“

Die beiden gruben und hackten und der Rauch wurde immer stärker. Bald sahen sie nichts mehr und konnten auch nicht mehr richtig Atmen. Arlo wurde Ohnmächtig und Janis konnte sich auch kaum noch auf den Beinen halten. Aber er nahm seine ganze Kraft um Arlo aus dem Dunstkreis zu ziehen. Als sie etwas entfernt von dem Altar lagen, wurde auch Janis ohnmächtig.

Es war dunkel, als die beiden erwachten und die Dorfbewohner hatten sich um sie gesammelt. „Ihr wart leichtsinnig. Ich hatte wohl vergessen, dass der Stein nicht zu bergen sein wird bei Tageslicht, da er zu dieser Zeit wirkt. Er verliert seine Kraft in der Dunkelheit.“ Janis stöhnte und hielt sich den Kopf. „Ja, diese Information wäre wirklich hilfreich gewesen. Nun – wir haben es trotzdem geschafft noch etwas voran zu kommen. Jetzt machen wir den Rest. Wie läuft das mit dem Bann?“

„Es wird euch nicht erstaunen – wie haben Kontakt zu einer weissen Hexe mittels einem Vogel her bestellt. Sie wird den Bann aufbauen, der uns vor dem schwarzen Rauch schützen soll.. Er wird so lange halten, bis der Stein in den Vulkan geworfen wurde.“

„Das wäre unsere nächste Frage.“ Meldete sich Arlo. „Wo ist denn dieser Vulkan? Wir haben keinen gesehen auf unserem Weg.“ „Gut – ein Vullkan ist vielleicht übertrieben. Es ist mittlerweile nur noch eine Art Feuersee. Es war früher mal ein Vulkan, ist dann aber durch Erosionen abgetragen worden. Aber er ist immer noch aktiv und auch gefährlich. Seine Temperatur ist heiss genug, den Fluch zu zerstören.“ „Alles klar. Die letzte Frage wäre dann, wo bekommen wir einen neuen Stein her?“ „Aus genau diesem Feuersee. Die weisse Hexe wird paar ihrer Formeln auf sagen und der alte Stein, wird in den geheiligten Flammen erneuert. Der Fluch ist aufgehoben, der Stein repariert und wir können endlich wieder Leben.“

„Das klingt wie in einem Märchen. Also gut, lasst uns fertig werden.“ Arlo und Janis fingen an den Stein fertig auszubuddeln. Dann legten sie Seile um ihn und die Männer des Dorfes zogen ihn auf einen Wagen. Sie konnten sich dem Stein immer noch nicht nähern, aber das ziehen, aus der Entfernung ging ohne Hindernisse. In der Zwischenzeit war auch die Hexe eingetroffen. Für sie schien es keine Probleme zu geben, das Dorf zu betreten. Sie wob einige Zaubersprüche zu einem Bann und die Truppe bewegte sich vorwärts in Richtung des Vulkansees.

Dort angekommen wurde es schwierig. Die Männer konnten sich dem Stein nicht nähern. Arlo und Janis aber konnten den Stein nicht alleine bewegen. „Wir müssen leider den Wagen opfern. Der Stein muss samt den Wagen versenkt werden. Ich hoffe das ist kein Problem?“ „Nein, nein absolut nicht, was ist schon ein Wagen für die Freiheit? Schieben sie ihn schnell mit hinein.“

Gesagt, getan. Janis und Arlo schoben. Dabei kamen sie ziemlich ins Schwitzen. Der Wagen war, durch den Stein, sehr unbequem zu bewegen. Dann kam noch die Hitze des Sees dazu. Es forderte ihre gesamten Kraftreserven. Im Hintergrund hörten sie die Hexe murmeln. Dann war es geschafft. Der Wagen rollte mit dem Stein in den feurigen Vulkansee und ging unter. Jetzt hiess es warten. Die beiden jungen Männer sanken zu Boden und atmeten schwer. Es war nur noch eine Frage der Zeit, die hoffentlich nicht zu lange dauern würde, dass sie endlich weiter ziehen konnten.

Es dauerte lange, bis endlich was passierte. Janis befürchtete schon, dass die Morgendämmerung vorher einsetzen würde. Da sahen sie etwas. Aus den Flammen erhob sich der weisse Stein. Er strahlte und glühte. Er erhob sich auf einem Bett aus Luft. Dann schwebte er auf den Ersatzwagen, den die Männer des Dorfes vorrausschauend besorgt hatten. Alle atmeten auf. Jetzt mussten sie sich beeilen. Es würde bald hell werden, und der Stein müsste bis dahin auf seinem alten Platz eingesetzt sein.

Schnell zogen die Männer mit den Pferden das Gefährt zu der Ausgrabungsstelle. Das Einsetzen gestaltete sich etwas schwieriger. Aber mit vereinten Kräften schafften sie es, den Stein auf seinen angestammten Platz einzusetzen. In dem Moment, als der Stein sass ging die Sonne auf. Und je höher sie stieg umso schillernder leuchtete der Stein. Er schimmerte wie Perlmutt  und die Bevölkerung des Dorfes war geblendet von der Schönheit. So sehr, dass sie noch nicht mal merkten, dass sie sich nicht auflösten. Erst nach einigen Minuten fingen die Kinder an zu lachen und zu tanzen. Da bemerkten sie, dass sie noch da waren. Sie schauten an sich hinunter und alle fingen an sich gegenseitig zu umarmen und sie tanzten um den Stein.

Der Fluch war gebrochen. Um den Stein erwachte die Natur. Die schönsten Blumen eroberten die schwarzen Stellen. Arlo und Janis waren gebannt von dem Schauspiel. Der Dorfrat kam auf sie zu und der Älteste umarmte sie. „Ihr habt es geschafft. Wir können endlich ein normales Leben führen. Wie sollen wir euch das jemals vergüten.“ „Das ist nicht nötig. Ich sagte euch schon, versorgt uns nur soweit, dass wir weiter ziehen können. Etwas Geld und Nahrungsmittel. Eure Freiheit ist unser Lohn.“ Sagte Janis und beobachtete das Grinsen seines Freundes.

Sie gingen zurück zum Gasthaus, richteten sich her und sattelten die Pferde. Sie wollten schnell weiter, bevor doch noch etwas unvorhergesehenes passierte. Sie wurden, trotz Protest, fürstlich entlohnt. Als sie das Dorf verliessen rannten ihnen die Kinder lachend und winkend hinter her. Janis schaute nach dem Splitter und führte sein Pferd in die Richtung in die er zeigte.

„Eure Freiheit ist unser Lohn – meine Güte, da hast du aber schwer aufgetischt, mein Freund.“ Lachte Arlo. „Das klang schon gut, oder? Aber es ist ja auch wahr. Etwas geschwollen ausgedrückt, aber gibt es ein besseres Gefühl, als ein ganzes Dorf befreit zu haben?“ Sie lachten befreit und zogen ihres Weges. In Richtung eines neuen Abenteuers.

Fortsetzung folgt. 

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Kapitel 4

Was bisher geschah:

Die friedliche Zeit ist vorbei. Arlo wäre fast der Sklave einer Hexe geworden. Jetzt wird es immer schwieriger voran zu  kommen.


Eine Woche irren sie umher. Sie fanden noch nicht mal ein Dorf in dem sie unterkommen können. Dem Wind und Wetter ausgesetzt wurde es trotz der Jahreszeit seltsamerweise richtig kalt. Es kam sogar ein Schneesturm auf. In dem die beiden gezwungen waren sich einen provisorischen Unterschlupf zu bauen. Mit den Pferden und dicht bei einander sitzend, überstanden sie es. Sie waren schon am Ende ihrer Kräfte und Nerven, als endlich der Splitter wieder erschien. Janis konnte endlich wieder eine Richtung einschlagen, die erfolgsversprechend war. Hungrig, verdreckt, nass und übermüdet erreichten sie ein Dorf.

Sie schauten sich an und sendeten ein stilles Dankesgebet gen Himmel. Endlich ein Dorf. Sie ritten auf der Hauptstrasse und sahen niemanden. Das Dorf war ausgestorben. Aber es wirkte bewohnt. „Das ist seltsam. Was ist das für ein Ort? Es wirkt so bewohnt, aber es ist kein Mensch oder Tier zu sehen. Wo sind sie denn alle?“ Janis hatte ein seltsames Gefühl. Er war immer sehr sensibel bei übernatürlichen und er spürte hier etwas, das ein Zauber sein könnte. „Ich bin mir nicht sicher, Arlo. Aber ich denke hier ist Magie im Spiel. Lass uns nach dem Gasthaus suchen. Ich brauch was zu trinken und zu essen und ein Bad – vor allem ein Bad.“ „Ja – gut, lass uns das machen.“

Sie fanden schnell das Gasthaus und traten ein. Die Pferde hatten sie im angrenzenden Stall einquartiert und schnell selbst versorgt, da auch dort niemand war, der das erledigen würde. Sie sahen sich im Schankraum um. Kein Mensch, kein Tier – aber das Feuer brannte und auf dem Feuer stand eine Suppe. Sie sahen sich fragend an und bedienten sich hungrig. Auch ein Fass Bier fanden sie. Sie setzten sich und aßen in Ruhe. „Was meinst du ist hier los, Janis?“ „Ich weiss es nicht, aber es ist bestimmt ein Zauber. Ich spüre es, als würde meine Haut kribbeln. Aber lass uns erst mal abwarten. Ich brauch auf jeden Fall  ein Bad. Ich stinke wie ein alter Hammel.“ „Allerdings.“ Lachte Arlo. Janis schubste ihn. „Du glaubst nicht, dass du besser riechst, oder. Komm lass uns nach einem Badehaus suchen. Das Geld lege ich auf den Tresen neben die gebrauchte Schüssel. Ehrlich bleiben wir.“

Sie suchten ein Badehaus und fanden es. Auch dies war in Betrieb. Das Feuer heizte das Wasser auf und  ein Wasserrad lies das warme Wasser in das Bassin laufen. Sehr modern. So etwas hatten sie selten gesehen. „Ahhhh – es gibt echt wenig, das besser ist, als ein warmes Bad nach solch Torturen. Vielleicht noch eine hübsche Frau, die einen einseift.“ Zwinkerte Janis. „Ja klar – natürlich. Wie so ein Pascha mit einem Harem.“ „Genau mein Freund, genau.“

Nach dem entspannenden Bad gingen sie wieder zurück zum Gasthaus. Es dämmerte und Janis stoppte. Er hatte was gesehen. Einen Schimmer. Er hielt Arlo zurück und zeigte in die Richtung in der er das Schimmern gesehen hatte. „Was ist das?“ „Ich glaube das sind die Bewohner.“ „Was?“ meinte Arlo. „Es ist wie ich mir dachte – Ein Fluch? Ich weiss es nicht – aber ich denke wir werden es erfahren, denn das Dorf werden wir nicht verlassen können.“ „Wieso? Was meinst du?“ „Schau – der Eingang zum Dorf ist weg. Da wo wir reingeritten sind ist nur noch eine weisse Nebelwand. Da werden wir ganz gewiss nicht mehr hinaus kommen.“ Arlo stöhnte. „Meinst du wir werden jemals unser Ziel erreichen?“ „Ja, ja – das schaffen wir, aber wir wussten auch, dass es nicht leicht werden würde.“ Arlo liess die Schultern sinken und sie gingen zum Gasthaus zurück. Das Zentrum eines Dorfes war immer das Gasthaus. Janis war sich sicher, dass sie dort ihre Informationen bekommen würden. Vorher würden sie wohl kaum weiterreisen können.

Kapitel 5

Als sie an dem Gasthaus ankamen war es dunkel. Und je dunkler es wurde, umso mehr Menschen erschienen. Es war als würden sie aus einer parallelen Welt in diese eintreten. Sie waren erst nur Schemen und wurden dann feste Körper. Das Leben hatte Einzug erhalten in diesem kleinen verwunschenen Dorf.

Arlo und Janis betraten die Gaststube. Dort war es wie ausserhalb des Gebäudes. Menschen, die tranken und aßen. Sie waren fröhlich und feierten. Janis ging an den Tresen um mit dem Gastwirt zu sprechen. „Hallo guter Mann. Mein Freund und ich haben uns bedient, aber das Geld hier liegen lassen. Ich hoffe es war kein Langfinger vorher da?“ „Nein, nein – hier sind alles ehrliche Menschen. Das Geld lag noch hier.  Unser Leben hat andere Probleme als sich gegenseitig zu bestehlen. Wir kümmern uns umeinander. Wie ihr ja wohl schon gemerkt habt, ist hier nicht alles wie es in anderen Orten ist.“ „Allerdings. Ein Zauber oder Fluch liegt auf eurem Dorf?“ „Genau. Unser Dorfrat wartet auch schon auf euch. Kommt in die hintere Stube. Da kann man sich ruhig unterhalten.“

Arlo und Janis folgten dem Wirt. Als sie den Raum betraten sassen dort vier ältere Männer. „Seid Willkommen, ihr edlen Herren.“ Sagte ein ziemlich beleibter Geselle. „Setzt euch, und hört uns zu. Denn eure Anwesenheit spricht dafür, dass ihr die Auserwählten seid, die uns endlich von diesem Fluch befreien können.“ „Gut, dann klärt uns auf.“

„Wir sind der Dorfrat. Vor mehreren hundert Jahren waren wir ein Dorf wie jedes andere. Dann, eines Tages kam eine junge hübsche Frau in unser Dorf. Sie bezauberte sämtliche Männer und die Frauen waren natürlich nicht sehr erbaut darüber. Also wollten sie das junge Ding loswerden. Sie sprachen mit ihr und baten sie höflich, doch ihr Dorf zu verlassen. Aber sie lachte die Frauen des Dorfes nur aus. Also schmiedeten die Frauen einen Plan, sie anderweitig los zu werden. Am Rand des Dorfes gibt es einen Altar. Da wurde damals schon den Göttern gehuldigt. Mit Blut und Menschenopfern. Das Christentum, hatte noch nicht überall Einzug erlangt und man glaubte noch an die alten Riten.

Sie überwältigten die junge Frau und brachten sie zu diesem Altar. Sie bereiteten alles für eine Opfergabe vor. Nur – keiner wusste es – aber man hätte es sich denken können. Diese junge Frau – das war kein gewöhnliches junges Mädchen, sondern damals schon eine mächtige Hexe. Sie verfolgte jeden einzelnen Schritt und als es dann zur Opferungszeremonie kam, kehrte sie einfach alles um. Die Kraft, die daraus resultierte befähigte sie einen bösen Fluch über unser Dorf auszusprechen. Nun ich glaube kaum, dass ich ihn erklären muss?“

„Doch bitte – ich denke wir werden es genau wissen müssen. Da ich davon ausgehe, dass wir da wohl was zu machen haben?“ „Ja, darauf wird es hinaus laufen. Also gut. Sie verfluchte uns zu ewigen Leben bei Nacht und zu einem Schattendasein bei Tag. Man sollte meinen, das wäre nicht so schlimm, aber glaubt  mir, nach mehreren hunderten von Jahren würden wir gerne mal wieder die Sonne sehen, die Ernte eintragen, und die Blumen blühen sehen. Vögel hören wir sind des ewigen Lebens müde. Wir wollen einfach ein normales Leben mit normalen Alltagsproblemen.“

Arlo schauderte:“ Das stell ich mir furchtbar vor. Wie soll dieser Fluch denn zu brechen sein?“ „Eigentlich ist es  nicht so schwer, denn der Hauptteil der Erlösung, ist dass jemand überhaupt den Weg hier her findet. Denn dieses Dorf ist eigentlich nicht sichtbar. Nur einmal im Jahr zur Wintersonnenwende erscheint es. Aber wieviel Glück muss man haben, dass genau da jemand hier vorbei  kommt. Da ihr beide aber dieses Dorf auch so erreicht habt – ja – seid ihr die Erlöser, auf die wir schon so lange warten. Es wird euer Schaden nicht sein. Das Dorf ist reich. Wir können euch fürstlich entlohnen.“

„Des Geldes wegen machen wir es nicht. Wir sind auf einer Rettungsmission. Eine junge Frau wird gefangen gehalten und wir müssen sie befreien. Aber unser Weg ist mit Aufgaben gepflastert. Also machen wir es um einen weiteren Wegweisser zu unserem Ziel zu bekommen.  Das einzige, dass wir dann benötigen ist alles um weiter zu kommen.“ „So sei es.“

Janis und Arlo zogen sich kurz zurück um sich zu beraten. „Ja, mein Freund, wie du schon richtig erkannt hast. Wir kommen eh nicht mehr hier raus. Also was bleibt uns übrig? Lass uns beginnen.“ Sagte Arlo. „Ihr guten Herren, sagt uns, was müssen wir machen um den Fluch zu brechen?“

„Der Altar – er ist der Kern des Fluches. Er muss vernichtet und ersetzt werden.“ „Nun, dann zeigt uns den Altar.“

Sie brachen auf zur Dorfgrenze. Als sie am Altar ankamen, war es schon zu erkennen. Rund um den Altar wuchs nichts – die Erde war verdorrt – fast schwarz. Normal holte sich die Natur alles wieder zurück, wenn sie nicht gebändigt wurde. Aber hier streikte sie. Der Altar war weiss wie Alabaster, aber in der Mitte gesprungen. Es waberte ein dunkler Rauch aus dem Riss. „Was ist das?“ „Das ist die Quelle des Nebels, der das Dorf verschwinden lässt. Und es ist auch der Grund, warum wir bei Sonnenaufgang verschwinden.“ „Sollen wir ihn reparieren?“ „Nein – er muss ausgetausch werden. Dafür muss er gebannt und in einen Vulkan geworfen werden.“

Arlo und Janis schauten sich an, dann die Männer. „Wie bitte? Wir sollen ihn in einen Vulkan werfen? Ihr könnt schon sehen, dass er sehr gross und schwer ist?“ „Ja, ja, natürlich. Unsere Männer werden beim Transport helfen. Wir können uns nur nicht nähern und ihn selbst herausholen. Da ist eine unsichtbare Barriere.“

Janis stöhnte. „Gut – habt ihr Werkzeug um dieses Monstrum zu bergen? Ah da. Na dann Arlo – lass und loslegen und einen Stein ausbuddeln.“

Arlo zeigte wahre Begeisterung. Sie näherten sich dem Stein. Er war stark. Sie spürten das Böse, das um ihn herum war und aus ihm heraus kam, aber da sie nicht von dem Fluch betroffen waren, konnten sie sich nähern. Sie fingen an ihn heraus zu graben. Keine leichte Tätigkeit, aber nach mehreren Stunden schafften sie es. Dann dämmerte es und die Menschen lösten sich langsam auf.

„Ihr lieben. Wir werden uns auflösen. Ruht euch in dem Gasthaus aus. Esst und Trinkt so viel ihr wollt. Wir werden und bei der Abenddämmerung wieder sehen und dann weiter vorgehen.

Fortsetzung folgt.

Fantasy, Wochenrückblick

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #7

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Kapitel 3

Was bisher geschah:

Noch sind die beiden Freund unbedarft auf der Reise. Janis hatte noch ein Stell-dich-ein mit der Frau eines Wirten, das sie zur Flucht bewegte. Wann werden die ersten Hindernisse auftauchen?

Sie ritten einen Tag und eine Nacht, als sie an einer Waldhütte ankamen. Dort wollten sie nach einer Unterkunft fragen. Sie stiegen von den Pferden und liessen sie trinken und fressen. Sie hatten Ruhe mehr als verdient.

Arlo trat an die Tür und klopfte – aber niemand öffnete. Sie gingen um das Haus und im Garten stand eine wunderhübsche junge Frau und jätete Unkraut. Sie bemerkte sie anscheinend nicht.

Was die beiden aber nicht wussten. Das Haus gehörte einer Hexe und die junge Frau in dem Garten, war die Besitzerin dieses Hauses.

Arlo räusperte sich. “Entschuldigen sie junge Dame. Wir bräuchten ein Quartier um uns schlafen zu legen. Vielleicht noch eine Suppe und ein Bier. Wäre es in eurer Möglichkeit uns zu bewirten gegen gute Bezahlung?“

Sie stand auf und drehte sich zu den jungen Männern um. Sie war bezaubernd. Arlo vergass sofort warum sie überhaupt unterwegs waren und trat in den Garten um ihr den Korb abzunehmen. Aber Janis sah etwas hinter ihrem Gesicht – was war das? Er schob es auf die Übermüdung. Sie waren einfach zu lange ohne Pause unterwegs gewesen. Es passte ihm aber nicht, dass Arlo hier seinen klaren Verstand zu verlieren schien. Da musste er ein Auge drauf haben. Er sollte nicht die Mission aus den Augen verlieren. Mary war wichtig. Sehr wichtig. Nicht nur weil er sie wieder haben wollte – sondern auch für die Zukunft des Landes.

„Hallo ihr zwei. Natürlich könnt ihr bei mir nächtigen. Ich bekomme so selten Besuch hier in der Abgeschiedenheit, dass ich immer froh bin. Kommt nur rein, ich koche euch schnell eine Suppe und ihr könnt aus dem Fass Bier entnehmen. Dann erzählt mir doch wohin ihr unterwegs seid und was ihr schon erlebt habt. Ich bin immer begierig auf Geschichten und Abenteuer.

Sie traten in die dunkle Hütte. Sie war stark verräuchert durch glimmende Kräuter. Janis fühlte sich gleich entspannter. War aber auch skeptisch. Er vertraute der Frau nicht. Da war Vorsicht geboten.

Sie stellte ihnen die Suppe hin, und hörte ihren Erzählungen zu. Janis wurde auf einmal müde. Sehr müde. Der Becher mit dem Bier rutschte ihm aus der Hand und er kippte vom Hocker. Er konnte gerade noch sehen, wie die junge Frau Arlo zu ihrer Schlafstätte führte, dann war er ohnmächtig.

Als er wach wurde, sah er verschwommen, dass die Frau auf Arlo sass und sich mit ihm vergnügte. Sie war – was war das – sie war alt und hutzelig. Die Haut warf Falten wie ein alter Lederlappen. Das war die richtige Beschreibung. Sie musste uralt sein. Was war das für ein Zauber. Sie sass nackt auf Arlo und nun sah er auch, das Arlo mit Blut beschmiert war. Hatte sie ihn getötet, verletzt – oder einfach nur mit Blut verschmiert. Er musste unbedingt wach werden. Da stimmte was nicht mit dieser Frau. Mit dieser Szene. Er zog sich am Hocker hoch – versuchte kein Laut von sich zu geben. Dann suchte er nach seiner Waffe – verdammt, die hatten sie bei den Pferden gelassen. Wie unvernünftig.

Er sah sich um und entdeckte eine Keule – die musste ausreichen. Er hoffte, dass er genügend Kraft hätte um sie bewusstlos zu schlagen. Er schlich sich an das Paar heran und holte aus um zuzuschlagen. Aber in dem Moment drehte sich die Hexe um und versetzte ihm einen Stoß mit der Handfläche. Da er noch geschwächt war, stolperte er nach hinten und fiel fast. Er rappelte sich zusammen und griff wieder an. Arlo schien bewusstlos zu sein. Er hoffte es wenigstens. Janis kämpfte mit der alten Frau. Mit der nackten alten Frau. Das würde ihm noch einige Alpträume bescheren. Irgendwann schaffte er es sich rittlings auf sie zu setzen.

„Ah junger Hengst. Willst du auch von mir kosten. Deinem Freund hat es gefallen. Nicht mehr viel und er ist mein, für immer. Aber ich habe auch nichts gegen einen zweiten Geliebten einzuwenden. Komm lass mich dir zeigen, was ich so alles mit dir machen kann. Ich kann dich in den Himmel schicken.  Lass mich dir zeigen, was dein Freund schon erfüllendes erlebt hat.“ Lachte sie grässlich.

Janis musste sich schütteln. Eine Gänsehaut war ihm über den Rücken gelaufen. Er zog die Keule wieder an sich und schlug zu. Es knirschte eklig. Janis schaute zu der alten Frau – er hatte sie direkt ins Gesicht getroffen. Ihm wurde schlecht. Schnell stand er auf um sich draussen zu übergeben. Er holte tief Luft und ging wieder hinein. Er wusste nicht ob sie noch lebte. Aber sie bewegte sich nicht. Schnell ging er zu Arlo. Es war nicht zu fassen. Er lag da, mit einem dämlich, befriedigtem Grinsen. Janis schaute sich um und holte den Eimer Wasser. Diesen schüttete er dem Freund ins Gesicht. Arlo prustete und schnaufte.

„Was, was ist los Mann. Ich hab geschlafen und ungehörig geträumt. Aber so was von ungehörig. Jetzt weiss ich, warum du so gerne unter Frauen bist.“ „Du Idiot, das war kein Traum. Das war die Alte da am Boden. Sie muss eine Hexe sein und sie wollte dich zu ihrem Liebessklaven machen. Ich bin zum Glück rechtzeitig wach geworden.“  „Wo ist die junge hübsche – bei ihr wäre ich gerne Liebessklave geworden.“ Grinste Arlo dämlich. Janik rollte mit den Augen und schlug Arlo ins Gesicht. Arlo schaute ihn erschrocken an, dann auf die schrumpelige Hexe und auf seinen Körper. Dann dämmerte es ihm. Er stand schnell auf und suchte seine Hose. „Was machen wir mit ihr? Ist sie Tod?“ „Das weiss ich nicht. Ich habe ihr kräftig eins übergebraten. Aber ich weiss nicht ob sie tot ist. Wir müssen sie verbrennen. Sie ist eine böse Hexe. Sie wird und verfluchen. Fast hätte sie dich und vielleicht auch  mich verhext. Wir hätten unsere Mission vergessen und hätten hier als Sklaven gelebt. Und ich bezweifle, dass es immer ein schönes Leben gewesen wäre.“ „Oh Mann Janis. Wir können sie doch nicht einfach verbrennen.“ „Doch wir müssen. Schau ihr Ofen brennt. Wir schmeissen sie einfach dort hinein und dann hauen wir ab.“ „Oh – damit werden wir leben müssen.“ „Besser damit, als hier als Sklave, glaub mir.“

Sie fesselten die Hexe, öffneten die Ofentür und schoben die Hexe in den Ofen.  Beide standen verstört davor und ihnen flossen die Tränen über die Wange. Eine solche Tat ging nicht einfach so spurlos an ihnen vorbei. Sie wussten, dass dies Narben auf ihren Seelen hinterlassen würde.

Sie verliessen die Hütte, gingen an den Fluss um sich zu waschen. Sie schwiegen. Keiner wollte etwas sagen. Düstere Gedanken hingen ihnen nach.

Janis schaute nach dem Splitter – er war weg. Und er erinnerte sich, dass ihm sein Vater gesagt hatte, dass schlechte Entscheidungen ihnen auch Steine in den Weg legen würden. Das war wohl damit gemeint. Der Mord an der Hexe, würde sie zurück werfen. Der Splitter war erst mal verschwunden.

Fortsetzung folgt

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #5

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Kapitel 3

Was bisher geschah:

Abraham begab sich noch einmal zum Orakel. Dort erfuhr er, dass die beiden Freunde alleine ihre Aufgaben meistern müssen. Keine Armee darf sie zum Schutz begleiten.


Abraham betrat seine Stallungen und gab Anweisungen, die Pferde vorzubereiten zu lassen. Dann ging er rasch in sein Haus, in dem Annet und Janis schon ungeduldig warteten.

„Abraham, da bist du ja endlich. Ich war schon in Sorge. Los, erzähl uns was das Orakel erzählt hat.“

„Lass mich erst mal zu Atem kommen und setzen. Es wird eine schwierige Herausforderung für Janis und Arlo werden. Sie dürfen keine unserer Armeen mitnehmen und sind auf Hilfe von Unterwegs angewiesen. Das wichtigste aber ist – und hör genau zu, Janis – ihr müsst die Herausforderungen auch korrekt bewältigen. Wenn ihr sie richtig bewältigt, kommt ihr voran, wenn ihr irgendwo scheitert, oder etwas falsch löst, werdet ihr behindert.“

„Das ist absolut kein Problem für uns Vater. Wir werden das schon schaffen. Ich glaube fest daran. Es gilt Mary zu befreien. Und ob es mir gefällt oder nicht, Arlo zur Frau zu geben. Damit  unser Königreich endlich wieder friedlich und frei ist.“

„Das sind tolle Worte mein Sohn. Aber unterschätze nicht die böse Königin. Sie wird es euch nicht leicht machen. Und noch etwas. Das nur dich betrifft. Das Orakel konnte keine Einzelheiten nennen. Aber irgendwas wird direkt dein Leben betreffen. Eine Entscheidung, oder ein Vorfall, der entscheidet, ob du diese Mission überleben wirst. Ich weiss nicht was es sein könnte, und ich weiss auch nicht wie leicht du es erkennen wirst. Versprich mir nur, dass du für alles offen sein wirst. Für Hilfe, oder wenn du jemanden helfen musst. Egal was, versprich mir, dass du alles daran setzen wirst lebend wieder heim zu kommen.“

„Aber Vater – seit jeher denke ich, ich werde nicht lebend daraus hervor kommen. Meine oberste Priorität gilt Mary. Alles andere ist sekundär. Bitte, bitte nimm mir dieses Versprechen nicht ab. Ich werde mich immer als erstes für Mary entscheiden.“

Annet schluchzte und hielt sich die Hand vor den Mund. Dann kam sie und nahm Janis in den Arm. „Mein Lieber – versuch einfach auf dein Herzen zu hören. Du bist ein guter junger Mann. Du wirst das ganze schon meistern. Ich vertraue auf dich und deine Entscheidungen. Du und Arlo, ihr werdet Mary retten. Ich weiss das ganz sicher.“

Er nahm Annet und seinen Vater fest in die Arme. Einige Minuten blieben sie so stehen, jeder in seinen Gedanken versunken. Janis löste sich und lies seine Eltern stehen. Es tat ihm im Herzen leid. Er würde sie vielleicht nie wieder sehen. Was das Orakel ihm weissagte, nahm er nicht für voll. Er hatte einzig und allein Marys Schicksal vor Augen. Und das Vernichten der bösen Königin, die sie so lange gefangen gehalten hatte. Fern von ihrer Familie.

Tief in seinem Inneren hörte er eine Stimme: „Verliere dich nicht in deinem Hass, folge deiner Bestimmung  – alles andere wird sich aus deinen Taten ergeben.“ Es war für ihn nichts ungewöhnliches, solche Stimmen zu hören – in der Vergangenheit hatte er immer wieder solche Eingebungen. Er war sogar der Meinung, dass sie der Grund waren, warum er überhaupt noch lebte. Er war kein Kind von Traurigkeit. Er war nie einem Zwist oder Kampf aus dem Weg gegangen. Er wusste, irgendwann wird er diese Fähigkeiten brauchen. Er hatte immer das Gefühl, als würde eine Macht ihre Hand über ihn halten um ihn zu beschützen. Darauf hoffte er auch auf ihrer Mission.

Kapitel 4

In der Zwischenzeit hatte Arlo seinen Traum. Er war plötzlich so müde geworden, dass er es gerade so auf sein Lager schaffte. Er fiel um und schlief sofort ein.

Er träumte er wäre unterwegs und ein Lied hätte ihn gelockt.

Er kam an einen Fluss. Dort sass ein Mädchen.

Sie war schlank und durchschnittlich gross. Ihr langes Haar war aschblond.

Ihre Augenfarbe konnte er noch nicht sehen. Er ging näher und verlor sich in ihren grossen braunen Augen, die ihn neugierig aber auch verschreckt ansahen.

„Hallo, bitte erschrecke nicht – ich bin Arlo, wie ist dein Name? Wo kommst du her? Oder, ich sollte besser fragen – Wo bin ich?“

„Hallo Arlo, ich bin Mary. Du träumst. Du bist in deinem Traum. Aber ich weiss nicht warum ich in deinem Traum bin.“

Die Szene veränderte sich. Es wurde dunkel. Wolken zogen auf. Es wurde windig. Marys dünnes Kleid wurde hin und hergerissen. Arlo wollte ihr seine Jacke umlegen, aber sie wurde ihm aus der Hand gerissen. Das Wasser des Flusses wurde hart – silbrig und dunkle Schatten traten hervor. Sie zogen Mary an den Armen von ihm fort. Er wollte folgen, aber eine unsichtbare Wand verhinderte dies.

Arlo schrak auf aus seinem Traum. Er war Schweiß gebadet und orientierungslos. Das einzige was er wahrnahm, war der Gedanke an Mary. Er musste sie retten. Er wusste sie existierte und war in Gefahr. Er musste sie einfach finden, denn sein Herz hatte er bei ihr gelassen.

Fortsetzung folgt

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #4

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Kapitel 2

Was bisher geschah:

Janis und sein bester Freund Arlo geniessen noch ihr Leben – es sind zehn Jahre seit der Entführung vergangen. Jetzt endlich ist das Zeichen zum Start der Rettung erschienen. Wie werden die Freunde das meistern?


Abraham und Annet waren gerade dabei sich für das Bett zu bereiten, als es stürmisch an ihrer Tür klopfte. Abraham schaute verwirrt und achtsam zu Annet. Er ging zu Tür, als sich Janis auch schon ungeduldig meldete.

„Vater – schnell öffne die Tür. Ich habe Neuigkeiten.“

„Janis – um Himmelswillen. Was ist denn los, beruhige dich erst mal. Setzt dich und erzähl in Ruhe.“

„Ja – natürlich – ich wollte euch nicht erschrecken. Aber der Splitter ist aufgetaucht.“ Und er erzählte ihnen alles, was vorgefallen war – Details über ihre Zeche ließ er aus. Sie mussten ja nicht alles wissen.

„Es ist also endlich soweit – wir werden endlich Mary befreien. Meine Gebete wurden endlich erhört. Endlich. Ich muss sehen, wie wir vorgehen. Ich muss noch  mal zum Orakel. Und ach ja das auch noch…“ Er verließ den Raum und sie hörten ihn immer noch vor sich hinmurmeln.

„Annet – ich kann es nicht glauben, endlich ist es soweit. Nach zehn Jahren. Mein kleiner Stern. Ich will sie finden und nie wieder los lassen. Sie fehlt mir so unendlich. Es ist wie ein Teil, der mir heraus geschnitten wurde.“

„Ach Janis. Wenn sie nur schon wieder hier wäre. Wer weiss was sie alles aushalten musste. Ich hoffe ihr geht es gut.“

Die Tür ging wieder auf und der Vater kam immer noch murmelnd rein. „Ich muss mich erst mal anziehen, dann werde ich gleich das Orakel aufsuchen. Ich bin total neben mir.“

**

„Abraham, das ist aber schön, dass du mich besuchen kommst. Was kann ich für dich tun?“

„Der Splitter,  er ist endlich aufgetaucht. Janis und Arlo können los um Mary zu retten. Du musst mir sagen wie viel Männer ich ihnen mit geben kann und was sonst noch so zu erledigen ist.“

„Ach Abraham, erst mal muss der junge Arlo einen Traum von Mary haben. Er wird sich in sie verlieben und einen unwiderstehlichen Drang verspüren sie zu suchen. Dann müssen sie die Königin täuschen. Das wird nicht so schwer, die beiden sind ja eh ständig unterwegs. Allerding würde das schwieriger werden, wenn du ihnen eine Armee mitgibst. Lass mich die Knochen befragen. Setz dich,  trink ein Bier.“

Das Orakel war ein Mann unbestimmten Alters. Manche sagten, er wäre unsterblich. Er habe schon ewig sein Zelt hier aufgebaut. Sein Gesicht hatte etwas Vogelartiges. Aber seine Augen waren schauten einen immer freundlich an. Man konnte seine Kinder nicht mit ihm Angst machen, er liebte Kinder und spielte immer wenn er konnte mit ihnen. Sie liebten seine Geschichten, die er ihnen immer erzählte.

Als er wieder kam, hatte er einen kleinen Lederbeutel  in der Hand, den er hoch warf und wieder auffing. Er setzte sich wieder zu Abraham und zündete eine Kerze an. Dann sang er leise vor sich hin und warf den Inhalt des Beutels auf den Tisch. Es waren Vogelknochen und welche von kleinen Säugern, soviel konnte Abraham erkennen. Er hielt die Luft an und wartete auf die Weissagung.

„Nun höre, was die Knochen zu sagen haben. Mary ist in Gefangenschaft. Um sie herum dunkle Schatten, die sie bewachen. Sie ist in einem seltsamen Raum. Das kann ich nicht richtig erkennen. Irgendwas reflektiert dort. Janis und Arlo sind bestimmt sie zu retten. Aber ohne weiter Hilfe einer Armee. Unterwegs werden sie auf Hilfe treffen. Aber gerade Janis muss genau achten auf die Zeichen. Er muss die Zeichen für sein Leben erkennen. Wenn er die Missachtet, wird diese Mission für ihn nicht mit dem Leben ausgehen. Mir ist es aber nicht gestattet Hinweise zu geben. Das muss Janis selbst erkennen. Ob die Mission erfolgreich sein wird hängt von mehreren Faktoren ab. Die beiden haben paar kleine Schwierigkeiten zu bewältigen und je nachdem wie sie, die Probleme lösen kommen sie voran, oder werden zurückfallen. Das Schicksal spielt mit ihnen.“

„Orakel – ich habe mir besseres erhofft. Aber so ist das Schicksal. Aber ich vertraue fest darauf, dass die zwei das bewältigen. Es ist ihre Bestimmung und die Schicksalsgöttin wird sie mögen.“

„Das vielleicht – aber es gibt da die böse Königin, es wird ihr nicht lange verborgen bleiben, dass ES beginnt. Also ich hoffe,  die zwei sind gut ausgebildet. Wenn sie es nicht schaffen, wird das Königreich in ewiger Verdammnis und Dunkelheit leben. Das ist die einzige Chance. Sie dürfen es nicht vermasseln. Mach ihnen das klar.“

„Nun – wenn ich ihnen diesen Druck ausrichte – da werden sie stark motiviert sein. Nichts desto trotz. Ich danke dir, Orakel. Bete zu den Göttern, dass unsere zwei Helden das schaffen.

Fortsetzung folgt

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #3

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Was bisher geschah

Abraham – Marys Vater – erzählt etwas aus der Familiengeschichte und der Prophezeiung. Wir erfuhren die Gründe der Entführung und die Bedingungen der Befreiung. Ein Ortswechsel steht an.


Part 2

Kapitel 1

Die Pferde galoppierten über die Felder. Es schien fast als würden sie fliegen. Zwei junge Männer sassen auf je einem stattlichen Ross und sie waren fast gleich schnell.

„Auf Rowan – schneller, schneller – wir müssen Janis schlagen.“

„Hahaha – deine alte Schindmähre soll meinen Aramis schlagen. Niemals. Vergiss es Arlo. Vergiss es.“

Abraham und Annet standen am Feldrand und beobachteten die jungen Männer.

„Was meinst du, Abe – wann werden sie aufbrechen müssen um nach Mary zu suchen?“

„Ich weiss nicht, es kann nicht mehr so lange dauern. Das Orakel hat etwas von einem Splitter erzählt, der auftauchen wird um ihnen den Weg zu zeigen. Allerdings darf Arlo nichts davon wissen. Er muss selbst dahinter kommen, dass er eine Mission hat. Janis hat sich gut gemacht. Er ist ein kräftiger und toller Mann geworden. Er wird es schaffen endlich – nach zehn Jahren – seine kleine Schwester zu retten. Mir bricht es das Herz zu wissen, dass diese böse Frau, die dieses Land regiert unseren kleinen Stern irgendwo gefangen hält. Diese Frau – jedesmal wenn ich sie sehe könnte ich mich auf sie stürzen und schütteln.“

„Apropos, mein lieber Gemahl. Wir sind auch geladen worden zu dem Jubiläum der Königin. Heute vor zehn Jahren hat sie den Thron bestiegen. Ihr Mann, der arme König, ist nur noch ein Schatten seiner. Er ist ein sabbernder, Tattergreis – warum lässt sie ihn so leiden und erledigt ihn nicht?“

„Das geht nicht. Unser Gesetzt sagt, dass wenn der König stirbt, sein Sohn den Thron besteigt. Aber da der König nur „schwächlich“ ist, wie sie behauptet, ist sie die Regentin. Deswegen hält sie ihn am Leben, aber mehr auch nicht.“

„Diese Frau ist eine Plage. Ich hoffe sie wird für ihre Taten bezahlen.“

„Das wird sie, mein Herz, das wird sie.“

Abraham ist es gelungen wieder in das Märchenreich einzuwandern. Er hat bei dem König vorgesprochen und sich entschuldigt für sein Verhalten. Da seine Frau verstorben war und er mit einer neuen Frau ankam, konnte der König seinen Groll nicht aufrechterhalten. Schliesslich waren sie damals fast wie Brüder gewesen. Sie waren Waffenbrüder.

In den vergangenen zehn Jahren hatte seine Familie alles darauf angelegt, die Legende – oder auch Prophezeiung zu erfüllen. Janis ist mit dem jungen Prinzen unterrichtet worden. Sie wurden tatsächlich Freunde. Wahre Freunde. Janis liebte Arlo wie einen Bruder. Aber er vergaß auch nie seinen kleinen Stern. Seine Schwester Mary.

Aber Janis war auch kein Kind von Traurigkeit. Kein Rock war vor ihm sicher – er war ein Frauenheld. Ein Herzensbrecher. Aber das war schon in Ordnung. Denn Janis ging fest davon aus, dass er diese Mission nicht überleben würde. Seine Bestimmung war es Arlo und Mary zusammen zu bringen, damit sie das Land befreien konnten. Und da dies bestimmt keine leichte Aufgabe wäre, nutzte er jeden Tag in vollen Zügen aus. Er würde alles tun um Arlo, und vor allem Mary zu retten,

Sein Vater schüttelte immer den Kopf darüber und Annet tadelte ihn immer. Aber das meinten sie nicht böse. Sie sorgten sich nur. Er liebte sie beide. Er wusste, dass Annet immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben hatte, dass er ein nettes Mädchen finden würde, zu der er nach der Mission zurückkommen würde. Aber Janis war da nicht so romantisch veranlagt. Er liebte sein Leben und genoss es in vollen Zügen. Sehr zum Verdruss seines Freundes.

Da er königlichen Blutes war, konnte er nicht so wild leben wie sein bester Freund. Aber manchmal schaffte es Janis Arlo aus seinem eisigen Zimmer zu schmuggeln um miteinander zu feiern und zu tanzen. Aber er achtete immer darauf, das Arlo nicht zu weit ging. Denn er würde ja mal der Mann seiner kleinen Schwester werden. Da musste er einfach sauber bleiben. Er würde auf keinen Fall einen Schürzenjäger als Schwager akzeptieren.

Heute war wieder ein solcher Tag, an dem Janis Arlo aus seinem Zimmer schmuggeln konnte. Es war Zeit und sie wankten nach Hause. Auf einmal schaute Arlo nach oben und lallte etwas von einem Symbol. Janis schaute ebenfalls nach oben. Aber er konnte nichts sehen. Aber dafür hörte er etwas. Es klang wie ein zerbrechen einer Scheibe, oder eines Spiegels. Er kannte die Aussage des Splitters. Und er hielt Ausschau. Denn dieses Geräusch konnte nur eins bedeuten. Es war so weit. Endlich würden sie sich auf die Suche nach Mary machen.

Schnell schnappte er sich den betrunkenen Arlo und zog ihn in den Palast. Die Wachen schauten nicht mehr so genau hin wenn die beiden kamen. Die böse Königin war zu dieser Zeit schon in ihren Gemächern und machte sonst was Gruseliges. Alle hatten Angst nur in die Nähe ihres Zimmers zu kommen. Gerüchte besagten, dass man schon durch die Tür verhext wurde. Jeder versuchte es zu vermeiden ihr oder ihren Gemächern zu nahe zu kommen. Es war, als würde man in eine eisige, dunkle Höhle treten. Es fühlte sich an, als gäbe es dort kein  Leben und es fühlte sich an, als würde jegliche Lebensenergie entzogen.  Die Mägde brauchten immer mehrere Tage um sich von einem Besuch in den Gemächern zu erholen. Sie erzählten immer, dass sie nach der Reinigung immer das dringende Bedürfnis hätten sich das Leben zu nehmen. Deswegen waren sie auch immer zu Zweit. Eine achtete immer auf die Zeit. Länger als eine Sanduhr konnte man es da nicht aushalten, ohne schwere Depressionen zu bekommen. Sie hatten das Dreifache an Mägde als nötig wäre.

Janis schupste Arlo in sein Bett und zog ihm die Decke über den Kopf. Er wollte schnell zu seinem Vater. Er musste ihm berichten, dass das Zeichen erschienen ist.

Fortsetzung folgt

Fantasy, Wochenrückblick

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #2

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Kapitel 3

Was bisher geschah.

Mary wurde aus ihrem Zimmer entführt. Schatten sind eingedrungen und haben sie durch die Decke gezogen. Wo ist sie hin? Janis und Annet suchen vergeblich im Haus – was passiert jetzt?


Am nächsten Morgen traf der Vater ein.

„Wo ist sie? Annet, Janis? Wo ist mein kleiner Schatz? Wer hat sie geholt, waren sie es?“

„Abraham – sie ist noch nicht wieder da. Die Polizei wird heute eine Suchstaffel losschicken. Es gab auch kein Anruf.“

„Es wird kein Anruf kommen.“ Er setzte sich auf die Couch. Er wirkte plötzlich um Jahre gealtert.

„Wie meinst du das?“ fragte Janis.

„Lass uns in ihr Zimmer gehen. Ich will es sehen.“

Janis und Annet folgten ihm nach oben. Langsam öffnete er die Tür und trat ein.

Er stellte sich in die Mitte des Zimmers und schloss die Augen. Janis und Annet standen an der Tür und schauten sich verwundert an. Was war hier los?

Auf einmal spürte Janis etwas. Es war wie ein Ziehen. Etwas zog an seinem Inneren. Er versteifte sich und bekam Angst. Mit aufgerissenen Augen sah er zu seinem Vater.  Was war das, was da so flimmerte? Er rieb sich die Augen – es war immer noch da. Sein Vater flimmerte. Es war wie wenn man eine Seifenblase im Sonnenlicht sah. Dieses Farbspektrum erinnerte Janis daran.

„Vater – was…“ „Pscht“

Janis stutzte – Pscht? Nun gut – er schluckte seinen Ärger herunter – er hatte ziemlichen Respekt vor seinem Vater. Er war nie brutal gewesen, aber streng. Eine liebevolle Strenge – aber er hatte sich niemals getraut dagegen zu rebellieren.

Zehn Minuten später öffnete sein Vater die Augen. Drehte sich zu ihnen um und sagte: “Es gibt schlechte Neuigkeiten. Sie waren hier und habe sie geholt.“

Janis hob die Augenbrauen und schaute seinen Vater fragend an. „Wer war hier und wer hat sie geholt? Was erzählst du da? Was war das eben für ein – ja was – ein Ritual?“

„Etwa so in der Art, mein Sohn. Lasst uns ins Wohnzimmer gehen. Ich brauche einen Drink. Dann erkläre ich euch alles.“

Sie fanden sich im Wohnzimmer ein und setzten sich.  Abraham  goss sich ein Drink ein. Ebenso füllte er Annet ein Glas und auch Janis. In dem Moment war es egal, dass Janis noch Minderjährig – erst sechzehn – war. Das waren besondere Umstände und er wusste, nach den Erzählungen würden alle einen kräftigen Schluck brauchen.

Es seufzte tief, liess sich in die Kissen sinken und fing an zu erzählen.

„Es war einmal – „

„Stopp – was wird das – eine Märchenstunde, willst du uns verarschen?“

Janis zuckte zusammen, er hatte sich im Ton vergriffen. Das wusste er sofort und die Reaktion seines Vaters folgte postwendend.

Es war als würde der Raum sich verdunkeln, der Schatten, den sein Vater warf, verdoppelte sich und die Stimme wurde tiefer. „Janis – ich verbiete mir diesen Ton. Du weisst genau, dass ich solch ein Verhalten nicht dulde. Wir sind alle in Sorge, aber bedenke dein Verhalten.“

Und schon war die Ausstrahlung wieder normal, als hätte Janis sich das eingebildet. Aber er wusste, dass dem nicht so war. Er hatte das schön öfter gesehen, aber noch nie so bewusst.

„Jetzt ist es also soweit. Ich muss doch unsere Familiengeschichte erzählen. Annet – Schatz. Du darfst mir nicht böse sein. Oder eigentlich kannst du dich fast entspannen. Du bist eine Auswärtige – dich betrifft das Ganze nicht.“

„Spinnst du? Natürlich betrifft mich das. Ich bin deine Frau und ihre Stiefmutter. Ich liebe sie beide wie meine eigenen Kinder. Also hör auf mit dem Mist und erzähl endlich was du zu erzählen hast.“

Janis zog die Augenbrauen hoch – so hatte er Annet noch nie erlebt. Sie war immer so nett und ausgeglichen. Er musste schmunzeln.

„Gut – Es war einmal in einer fernen Zeit in einem fernen Land. Dort gab es ein Königreich und wie in jedem gutem Märchen einen König und eine Königin. Aber die Königin war schwer krank. Sie lag dar nieder und ward schwanger mit ihrem ersten Kind. Aber die Geburt gestaltete sich schwierig. Sie sollte sie nicht überleben. Aber, und das wusste der König nicht, sie war eine gute Hexe. Bevor sie starb sprach sie noch einen Segen über ihren Sohn. Er sollte glücklich und behütet aufwachsen, dann die grosse Liebe treffen und gemeinsam sollten sie glücklich leben bis ans Ende ihrer Tage. Aber was sie übersah, war ein dunkler Schatten der sich bei dem Segen auf den neugeborenen Prinz legte. Er war zwar nur am Scheitel zu erkennen, aber es reichte aus um den Segen der Mutter ab zu schwächen. Dieser Schatten war die böse Schwester der Königin, die damals von dem König verschmäht wurde. Sie legte in den Segen einen Fluch mit hinein. Der junge Prinz sollte seine wahre Liebe niemals alleine finden. Er würde einen Freund brauchen.

Aber dieser Freund lebte nicht in der Märchenwelt. Denn seine Familie hatte sich schon lange abgewandt von dieser Welt. Dieser Freund – dessen Vater, war Krieger in der königlichen Armee gewesen. Er unterstand dem damaligen König direkt und verliebte sich in die Schwester des gegnerischen Königs. Aber diese war schon versprochen. Sie sollte zum Frieden der verfeindeten Königreiche beitragen, indem sie den Bruder des Königs heiratete.  Das konnte der Verliebte aber nicht ertragen. Also raubte er seine Geliebte. Er wusste von einem Portal durch das Zwergenreich, das direkt in die Welt der Menschen führte.

Dort verbarg er sich mit seiner Frau, die ihm einen Sohn und eine kleine Tochter gebar. Allerdings starb sie im Kindbett des Mädchens.“

„Wa – Was? Was erzählst du denn da?“

„Unterbrich mich nicht. Der Fluch und der Segen bewirkten also einen ganz besonderen Bann. Der junge Prinz sollte seine wahre Liebe nur dann finden, wenn sein bester Freund ihm dabei helfen würde. Und eine Legende besagt, dass die wahre Liebe des Prinzen, die Schwester des besten Freundes sein soll.“

„Hä? Also Mary?“

„Ja mein Sohn. Mary. Du hast es also verstanden, es ist auch unsere Geschichte. Mary wurde von der bösen Königin entführt. Nachdem ihre Schwester verstarb, hat sie ihre Stelle bei dem König eingenommen und unterdrückt seit dem das Volk. Irgendwie muss sie von uns erfahren haben.“

Annet räusperte sich. „Kann es sein, dass Mary es selbst war, die die Verbindung herstellte? Sie hat so oft von diesen Schatten erzählt, die sie in ihren Träumen gesehen hat. Vielleicht haben sie uns so gefunden?“

„Ja, das ist nicht von der Hand zu weisen. Das könnte schon so sein. Unsere Aufgabe wird jetzt sein, den jungen Prinz zu finden, euch zu Freunden zu machen und dann Mary zu finden.“

„Ja klar – das ist total Easy. Ich mach mich einfach mal auf den Weg zum Zwergenreich um den Eingang zu finden, dann freunde ich mich mit dem Prinzensöhnchen an, versuche der bösen Königin aus dem Weg zu gehen und gemeinsam retten wir Mary, damit die beiden dann glücklich bis an ihr Lebensende werden können. Blablabla.“

„Ja so in etwa wird das laufen. Ich muss einige Freunde kontakten. Wir werden uns beratschlagen und dann weiter sehen. Erst mal muss die Polizei aus der Gleichung heraus genommen werden. Annet – ruf sie bitte an und sag, dass Mary wieder da ist.“

„Ok.“

Kapitel 4

Janis ging in sein Zimmer zurück. An Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken. Oder schlief er vielleicht noch und träumte so was Verrücktes? Das  könnte natürlich die Erklärung sein. Während er, vermeintlich schlafend, in seinem Zimmer umher wanderte, und sich die Geschichte noch einmal zu Gemüte führte, stiess er sich sehr schmerzhaft den kleinen Zeh am Bett.

„Verdammte Scheisse – das ist wohl dann der Beweis, dass ich nicht schlafe.“ Fluchte er hüpfend durch sein Zimmer.

„So ein verdammter Mist. Was soll ich denn jetzt machen? Mary – mein kleiner Stern, wo bist du nur. Ich kann dich nicht mal mehr spüren.“ Er setzte sich auf sein Bett und lies den Tränen freien Lauf. Er war zu  jung um so stark sein zu müssen. Was würde jetzt auf ihn zukommen. Wie sollte er denn diesen Fluch/Segen/Legenden-Kram hinbekommen? Er verzweifelte immer mehr.

Es klopfte sanft an seine Tür. Annet trat ein und sah ihn so hilflos sitzen. Sie setzte sich neben ihn und nahm ihn in den Arm. Dann wiegte sie ihn etwas um ihn zu beruhigen. „Du  musst dir keine Gedanken machen. Wir sind da und wir werden dir helfen. Wir werden Mary zurückholen. Verlass dich auf deinen Vater. Der kennt sich da aus und weiss was zu tun ist. Wir sind eine Familie. Wir werden das durchstehen.“

Janis drückte sich an Annet und fing an heftig zu schluchzen. Die Tränen durchnässten ihren Pullover, aber sie hielt ihn fest, bis keine Tränen mehr kamen. Er legte sich hin und schlief sofort ein. Er war so müde.

Annet betrachtete ihren Stiefsohn und sah seine Stärke, die schon immer in ihm steckte. Sie wusste natürlich schon lange von der Bestimmung der Familie. Die sterbende Königin, hatte sie hinter Abraham und Aria geschickt um die Familie zu beschützen. Damit ihr Sohn und Mary irgendwann glücklich werden konnten. Lange konnte sie den Schutzzauber aufrechterhalten, aber Marys Aura war einfach zu stark gewesen. Sie würde an der Seite ihres geliebten Ehemannes und ihres Stiefsohnes kämpfen. Aber sie wusste auch, dass die böse Königin genug dagegen aufwarten würde.  Es würde eine schwierige und dunkle Zeit über ihre Familie kommen. Aber sie würden gewinnen. Da war sie sich sicher.

Fortsetzung folgt

Fantasy, Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #1

Jette hat auf ihrem Blog Offen Schreiben eine ganz tolle Aktion. Mit Hilfe einiger Eckpunkte können wir Geschichten schreiben. Sie stellt uns die Szenarien und wir schreiben dazu eine Geschichte.

Diese hier hat mich sofort in den Bann gezogen. Und ich habe mich richtig ausgelassen. Es ist also wesentlich länger geworden, als ich geplant hatte. Auch habe ich hier das erste Mal geplottet. Sonst habe ich immer einfach los geschrieben. Ich erkenne nun den grossen Vorteil. Selbst wenn man es sich fest vornimmt, kommt man nicht immer zum schreiben – oder ein anderer Text kommt dazwischen – sich dann aber schon seine Ideen notiert zu haben war extrem hilfreich um entspannt weiter schreiben zu können. Ausserdem habe ich meinen allerersten Klappentext geschrieben :-o


Meine Geschichte umspannt 19 Kapitel. Ich würde mich freuen wenn mir meiner kleinen Fantasygeschichte folgen wollt.

Jetzt kommen erstmal die Vorgaben von Jette.

Setting:

Dein/e Protagonist/in steht in einem Raum, an einer Wand. Der Boden besteht aus zerbrochenen Spiegeln. In der Mitte des Raumes steht eine blonde Frau. Sie schaut auf den Boden und sieht unglaublich traurig aus.

Was tut dein/e Protagonist/in? Was ist mit der Frau? Was hat es mit dem Boden auf sich?

Gegenstände:

Eine Handtasche, ein Rock, ein Splitter

Charaktere:

Das Mädchen in der Mitte des Raumes

Name: Mary

Haarfarbe: aschblond, langes Haar

Augenfarbe: große, braune Augen

Größe: durchschnittlich groß

Körperbau: schlank


Klappentext.

Eine dunkle Bedrohung zieht auf als die kleine Mary aus ihrem Zimmer entführt wurde. Wird es Janis und Arlo gelingen sie und dadurch ihre Welt vor der bösen Königin zu retten. Gemeinsam  mit ihren Verbündeten ziehen sie auf in den Krieg gegen Gut und Böse. Auf dem Weg der Rettung begegnen sie auch ihrem eigenen Schicksal – und der Liebe.


Part 1

Kapitel 1

„Es war einmal in einer fernen Zeit in einem fernen Land, dort lebte eine Prinzessin in einem verzauberten Turm. Sie wurde von ihrer bösen Stiefmutter gefangen gehalten, da sie so schön war und die Stiefmutter war sehr eifersüchtig. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass sie Konkurrenz bekam. Die ganzen Mittelchen die sie teuer kaufte und Pülverchen halfen nicht mehr.  Sie wurde alt – jede neue Falte wurde argwöhnisch betrachtet. Umso mehr hasste sie ihre Stieftochter. Jede Falte die ihr erschien lies Mary umso hübscher erscheinen. Als würde Mary ihrer Stiefmutter die Energie entziehen. Dann gab es noch diese Prophezeiung, die vorher sagte: wenn Mary mal heiratete, würde sie das Land von der bösen Königin befreien„

„Janis?“

„Was denn Mary?“

„Warum heisst denn die arme Prinzessin wie ich?“

„Weil du meine kleine Prinzessin bist und ich die Geschichte für dich geschrieben habe.“

„Aber die Stiefmutter ist so böse – unsere ist doch gar nicht böse.“

„Das  nennt man dichterische Freiheit, mein kleiner Stern. Natürlich ist unsere Stiefmutter nicht böse, aber es ist ein Märchen und da sind die Stiefmütter immer böse.“

„Das macht gar keinen Sinn.“ Janis seufzte leicht. Seine kleine Schwester war nicht einfach – sie liebte Märchen, aber sie mussten schon bisschen logisch sein. Und bei Märchen gab es das nicht immer so wirklich. Deswegen nahm er sich immer sehr viel Zeit, wenn er ihr ein Märchen vorlas. Denn was normaler Weise vielleicht dreissig Minuten dauern würde, dauert bei ihnen mindestens das Doppelte an Zeit.

„Janis? Komm zum Ende – Mary muss schlafen.“

„Ja Annet – sag das mal dem kleinen Stern hier.“

Die Tür öffnete sich und Annet stand darin. Sie war die zweite Frau ihres Vaters. Ihre Mutter war bei Marys Geburt gestorben. Er hoffte immer, dass Mary das sich nicht irgendwie zur Schuld machen würde – so Dinge hatte er schon zu genüge gelesen.

„Mary, mein Schatz. Es wird Zeit zu schlafen. Dein Vater wird morgen zurück sein und da er frei hat, brauchst  du nicht in den Kindergarten – er will dann unbedingt wissen was du gemacht hast und du sollst ihm alle deine Geheimverstecke zeigen.“

„Oh Ja. Auch  mein heimliches Zimmer?“

„Natürlich – vor allem das. Komm – ein gute Nachtkuss und Janis wird dir das Märchen morgen weiter vor lesen. Die Prinzessin wird auf dich warten.“

„Naaaa gut. Gute Nacht Prinzessin Mary, Gute Nacht Janis, Gute Nacht Annet.“

Sie verließen das Zimmer, die Tür blieb immer einen kleinen Spalt offen. Mary hatte so eine starke Fantasie, dass sie oft von dunklen Schatten träumte, die sie holen würden.

Mary schlief unruhig. Sie wurde wieder von dunklen Schatten verfolgt. Janis sagte immer, sie habe zuviel Fantasie und deswegen träume sie so intensiv. Aber diese Schatten machten ihr immer Angst – das waren keine schönen Fantasie Gestalten. Sie liebte die Feen und Elfen und wie sie jauchzten und lachten. Aber Janis hatte ihr erklärt, dass es immer irgendwas Dunkles gäbe, damit die Guten dagegen kämpfen konnten um dann auch zu gewinnen. Denn das Gute gewinnt immer.

Aber heute war ihr Traum viel intensiver. Es fühlte sich an, als wären diese Schatten an ihrem Bett. Erschrocken wachte sie auf. Es war stockdunkel in ihrem Zimmer. Die Stiefmutter musste wohl vergessen haben die Tür aufzulassen. Sie zitterte. Sie hatte Angst und sie erinnerte sich, dass Janis ihr auch mal erzählte, dass Angst die dunklen Schatten wachsen lassen würde. Also versuchte sie an was Schönes zu denken.  An Einhörner, die am Wasserloch tranken und ihr Horn funkelte so schön.

Fast hätte es funktioniert. Aber dann berührte sie etwas an der Schulter. Mary erschrak so heftig, dass sie anfing zu schreien. Sie dachte jedenfalls sie würde schreien, aber kein Ton kam aus ihrem Mund. Dann wurde alles dunkel. Sie spürte einen Sog, der sie vom Bett in Richtung Decke zog. Danach war es wieder still im Zimmer – und leer.

Kapitel 2

Janis wurde wach. Etwas hatte ihn geweckt. Ein Gefühl. Er fühlte Angst. Aber vor was? Dann spürte er es. Es war nicht sein Gefühl. Es war Marys Angst. Er war tief mit ihr verbunden. Es war nicht das erste Mal, dass er ihre Gefühle spürte. Als sie sich den Arm brach, hatte er den starken Schmerz gespürt, als wäre es sein Arm gewesen. Aber meistens fühlte er nur Freude und Sonnenschein. Sie war so eine herzliche Person. In allem sah sie was Schönes und Gutes. Das erfüllte ihn immer mit guten Gefühlen. Deswegen wusste er, irgendwas stimmte nicht. Sie war erst 6 Jahre und noch so unbedarft. Er wollte diese Art solange wie es möglich war bewahren. Er sprang aus dem Bett und rannte in Marys Zimmer.

Die Tür war verschlossen. Er wusste, dass Annet sie offen gelassen hatte. Er war ja dabei gewesen. Schnell öffnete er sie und machte das Licht an. Er trat ein und blieb wie angewurzelt stehen. Das Bett war leer. Schnell ging er zum Bett und schaute drunter – vielleicht hatte sie sich vor Angst nur versteckt.

„Mary? Süsse, wo hast du dich versteckt? Komm ich bin es Janis. Alles ist wieder gut, die Schatten sind weg. Komm raus. Du machst mir Angst.“

Er ging zum Kleiderschrank und öffnete die Tür, aber da war sie auch nicht. Wo konnte sie sein. Im Bad? Er eilte zum Bad, aber da war sie auch nicht. Vielleicht ist sie zu Annet ins Bett gehuscht. In letzter Zeit suchte sie öfter mal ihre Nähe auf.

Er klopfte an Annets Zimmertür. „Annet? Ist Mary bei dir? Sie ist nicht in ihrem Zimmer.“

Die Tür öffnete sich und eine verschlafene und zerzauste Annet stand vor ihm. Er hatte sie wohl gerade aus ihrem Schlaf gerissen.  „Wie meinst du das, sie ist nicht in ihrem Zimmer? Hast du schon unten nachgeschaut?“

„Nein. Ich habe gehofft, sie hätte sich zu dir gelegt, weil sie wieder schlecht geträumt hatte.“

„Nein, nein. Sie war nicht bei mir. Gut, lass uns das Haus durchsuchen. Vielleicht hat sie sich irgendwo versteckt und ist dann eingeschlafen.“

Nachdem sie das ganze Haus abgesucht hatten, trafen sie sich im Wohnzimmer.

„Sie ist fort.“ Meinte Annet hektisch. Sie wühlte in ihrer Handtasche um sich ein Taschentuch zu greifen. „Was jetzt?“ Sie stand wie neben sich. Jannis drückte sie auf die Couch und meinte:“ Ich rufe die Polizei. Wir brauchen eine Vermisstenmeldung. Und ruf meinen Vater an. Er muss Bescheid wissen, wenn er morgen hier eintrifft.“ Ja, ja – du hast Recht.“

Nach etwa zwanzig Minuten war die Polizei da und nahm ihre Aussagen auf. Sie durchsuchten das Haus erneut und suchten auch nach Spuren ausserhalb des Hauses. Nichts – sie fanden nichts.

„Wir haben alle Daten aufgenommen. Noch können wir den Fall nicht offiziell machen, da noch keine vierundzwanzig Stunden rum sind. Aber für morgen werden wir eine Suchstaffel bestellen. Bleiben sie solange im Haus und am Telefon. Für den Fall, dass sich jemand meldet.“

Annet schluchzte bei dieser Bemerkung. Sie wusste genauso gut wie Janis, was das hiess. Sie hatten genügend Krimiserien gesehen.

Fortsetzung folgt.