Horror, writing friday

[#WritingFriday] – Lasst die Party beginnen. 2 von 2

Gestern konntet ihr den Anfang dieser Geschichte lesen. Heute sollt ihr erfahren wie sie ausgeht. Hier kommt der 2. Teil zum Writing Friday .

Part 1

Was bisher geschah.

Jenny, Bibi, Patrick, Peter folgen einem Plakat, das eine besondere Halloweenparty verspricht. Das Dorf liegt sehr abseits und die Einwohner sind sehr freundlich und offen. Bis der Gong erklingt und zur Jagd aufgerufen wird.

 

Alex setzte sie auf eine Bank und bedeutete ihr sitzen zu bleiben. Jenny nickte nur abwesend. Sie hielt Ausschau nach Patrick, Peter und Bibi, konnte sie aber nicht sehen. Sie wollte jetzt heim und erhob sich. Langsam bewegte sie sich nach draußen. Sie versuchte die Tür zu öffnen, als sie von außen aufgerissen wurde. Dadurch kam sie ins Stolpern und fiel auf die Knie. Ein starker, als Werwolf verkleideter Mann half ihr aus. Die Maske wirkte so echt, dass Jenny sogar Sabberfäden erkennen konnte. Wahnsinn, dachte sie. Er führte sie langsam hinaus. Draußen standen die anderen und noch, weitere Menschen, die ihr unbekannt waren. Sie wirkten wie in die Mitte zusammen getrieben. Um sie herum standen die ganzen maskierten Einwohner. Dann erklang ein Schuss. Dieser Schuss bewirkte, dass sich die Gruppe voneinander trennte, wie Kugeln auf einem Billardtisch, die von der weißen Kugel getroffen wurden.

Auch Jenny war so erschrocken, dass sie floh. Das Adrenalin hatte die Betäubung wie weggewischt. Kopflos rannte sie nach rechts, nach links, nach vorne, wieder zurück. Sie blieb stehen und sah sich um. Was war hier los? Sie sah, wie die anderen Menschen angegriffen und zu Boden gerungen wurden. Blutlachen bildeten sich unter den Körpern und Schreie erklangen aus allen Ecken. Sie war wie betäubt.

Ein Stoß von hinten ließ sie aus ihrer Starre erwachen. Jemand nahm sie am Ellenbogen und zerrte an ihr. Sie versuchte sich loszureißen und wehrte sich gegen ihren Angreifer. „Jenny, Jenny.“ Er blieb stehen und ergriff sie an den Schultern. Dann schüttelte er sie sanft und sie fokussierte sich auf ihr Gegenüber. Alex. „Alex, was ist hier los? Was soll das. Ihr greift die Besucher an? Was ist das hier?“ Er wand sich ergriffen und versuchte auszuweichen. Jenny blieb eisern und blickte ihn an. „Was soll das hier?“ „Es ist Halloween. Und an diesem einen Tag jagen wir.“ „Was?“ „Das hier ist keine gewöhnliche Stadt. Hier leben nur – wie soll ich das sagen? – Fabelwesen? Ja, Fabelwesen. Also das, was ihr als Vampir, Werwolf, Monster kennt.“ Sie trat paar Schritte zurück. „Du willst mich verarschen, oder? Das ist so ein Versteckte-Kamera-Ding oder?“ „Nein, leider nicht. Wir jagen, um dann wieder ein Jahr in unserer menschlichen Form dastehen zu können.“ Sie drehte sich kopfschüttelnd um. „Ich verstehe gar nichts.“ Vor ihr tauchte der Werwolf auf, der sie vorher hinausbegleitet hatte. Er fauchte und schaukelte bedrohlich vor ihr, hin und her. „Verpiss dich, ich bin echt nicht in der Stimmung auf eurer komisches Theater. Lass mich in Ruhe, sonst könnte das echt übel für dich werden.“ Der Werwolf hörte nicht auf sie. Er sprintete auf sie zu, sie rannte von ihm weg und ließ Alex verdutzt stehen. In einer dunklen Ecke kam sie zum Stehen. Sie griff in ihre Tasche und zog ein Messer. Nicht mit ihr. Diese Idioten würden sie nicht töten, oder sonst was mit ihr machen. Der Werwolf stürzte um die Ecke und konnte sie nicht sehen. Sie war in der Zwischenzeit auf eine der Mülltonnen geklettert. Als er ankam, sprang sie ihm auf den Rücken und stach zu. Direkt in die Halsschlagader. Das Messer hätte dem Werwolf nichts getan, aber der Griff, den Jenny mit in die Stichwunde versinken ließ, denn der war aus Silber.

Alex stürmte hinter ihnen her. Er sah den Werwolf auf dem Boden und die versteinerte Jenny stand daneben. Blutbesudelt.  Er handelte schnell. Ein Mensch, der einen von ihnen tötete, wurde hingerichtet.

„Gib mir mal das Messer. Jenny! Das Messer.“ Ihr Kopf zuckte. Sie blickte sich um und sah das Messer neben sich. Sie sprang beiseite und öffnete den Mund zu einem lautlosen Schrei. Hilflos blickte sie Alex an. „Bück dich einfach, nimm das Messer und gib es mir.“ Ein Nicken bestätigte ihm, dass sie ihn verstanden hatte. Sie griff nach dem Messer und reichte es ihm. Er nahm es und steckte es in seinen Hosenbund. Dann ging er auf sie zu. „Es muss sein, sonst werden sie dich töten und nicht auf die sanfte Art.“ Sie blickte ihn verständnislos an. Er kam auf sie zu. Seine Augen blitzen gelb und er verwandelte sich. Er war ein Werwolf. „Oh nein.“ Schluchzte sie. „Oh nein.“ Sie hob die Hände um ihn abzuwehren, aber nichts half. Er sprang sie an und biss ihr in die Schulter. Sie schrie. Dann verließen sie die Kräfte und sie wurde ohnmächtig. Dass etwas an ihr zerrte, spürte sie nicht mehr.

Ein Jahr später – Halloween.

„Hei, hallo willkommen. Schön, dass ihr hergefunden habt. Ich hoffe ihr habt gute Laune mitgebracht? Dort hinten ist das Buffet und da die gut gefüllte Bar. Alles aufs Haus. Das einzige, mit dem ihr später bezahlen müsst, ist euer Blut. Hahaha – ein Scherz. Ich bin Jenny. Lasst die Party beginnen.“ Sagte sie, und drehte sich um, um die Tür zu schließen. Dabei blitzten ihre Augen gelb auf.

ENDE

 

 

Allgemein, Horror, writing friday

[#WritingFriday] – Lasst die Party beginnen. 1 von 2

Horrorgeschichten sind echt einfach mein Ding. Deswegen kommt auch zum heutigen Writing Friday im Horroctober eine schöne passende Geschichte.

Schreibthemen Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.
  • Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond
  • Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?

Ich habe mich heute entschieden:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.

Da ich wieder mal kein Ende gefunden habe, werde ich es wieder auf 2 Parts aufteilen, dann könnt ihr es besser lesen, ohne mit den Augen zu rollen, da es nicht enden will. :-)


Er wischte sich das Blut von den Händen und dachte zurück. Einige Stunden früher war alles noch in wie geplant verlaufen. Jetzt blickte er auf seine blutverschmierten Hände und überlegte, wie er weiter machen sollte. Er drehte sich um und Jenny stand hinter ihm. Tränen hatten ihr aufwendiges Makeup zerstört. Sie schluchzte und versuchte wieder ihren Atem zu beruhigen. Neben ihr lag das blutige Messer. „Gib mir mal das Messer. Jenny! Das Messer.“ Ihr Kopf zuckte. Sie blickte sich um und sah das Messer neben sich. Sie sprang beiseite und öffnete den Mund zu einem lautlosen Schrei. Hilflos blickte sie Alex an. „Bück dich einfach, nimm das Messer und gib es mir.“ Ein Nicken bestätigte ihm, dass sie ihn verstanden hatte.

***

Es war stockdunkel. Nur der fast volle Mond warf ein unwirkliches Licht auf das Szenario. Es war Freitagabend. Am Freitagabend gab es in der Bowling Bar immer ein Treffen der Dorfjugend. Die Dorfjugend bewegte sich hier bis in die Anfang dreißig. Da sich die Leute sowieso alle kannten, war das hier nicht so streng getrennt. Es wurde Musik gespielt die aus den Fünfzigern bis in die Achtziger ging. Alles tolle Partymusik. Die Leute waren ausgelassen und konnten die stressige Woche, die hinter ihnen lag ausblenden.

Ganz selten verirrte sich ein Auswertiger hier her. Sie waren nicht gerne gesehen und wurden meist auch schnell vertrieben. Das war eine geschlossene Gesellschaft. Hier war man unter sich. Man konnte alles Mal fallen lassen. Jeder musste sich in seinem Alltag zusammenreißen. Die einen hatten einen Job in der nächsten Stadt, oder die nächst höheren Schulen lagen auswärts. Da war man so oder so mit den ganzen Auswärtigen in Kontakt. Es war da schon immer anstrengend genug.

Es gab nur einen Tag im Jahr, an dem Besuch erwünscht war.

Halloween. Das war ein ganz besonderer Abend in der Gemeinde. Erst wurde ausgelassen der Abend begrüßt und dann wurden die Türen geöffnet. Aber natürlich war man vorsichtig. Die Halloweenparty wurde immer in verschiedenen Orten angekündigt. Nie wurden mehrere Orte aufgesucht. Viel zu viel Aufwand und Aufmerksamkeit. Nein, nein. Alles musste ganz geheim bleiben.

***

„Das soll die Party des Jahres sein. Hast du von dem Ort schon mal gehört, Patrick?“ Fragte die hübsche blonde vom Rücksitz. Patrick kannte sie gar nicht. Er hatte sie in einer Kneipe aufgegabelt. Sie und ihre Freundin, Jenny, waren ihm und seinem Freund Peter aufgefallen. Hübsch und hoffentlich leicht herum zu kriegen. Als sie auf dem Weg zur Tankstelle waren, um Nachschub zu holen, stießen sie auf ein Plakat einer Halloween Party der besonderen Art. Warum nicht, dachten er und Peter. Je lockerer die Mädchen waren, umso besser. Also machten sie sich auf dem Weg. Die Beschreibung stand auf dem Plakat.

Sie fuhren durch einen stockdunklen Wald. Die Lichtkegel des Autos brachten nicht viel Helligkeit. Es war als würde die Dunkelheit, das Licht einfach verschlucken. Patrick fuhr langsamer. Das letzte, das er wollte war jetzt noch mit einem Baum zusammen zu stoßen. „Perfekt.“ Meinte Jenny. „Jetzt kommt auch noch Nebel auf. Wollen wir nicht lieber zurück fahren?“ Sie drehte sich um und entdeckte erschrocken, dass auch hinter ihnen eine Nebelbank erschienen war. Die Rücklichter und der Mond, verwandelten den Wald in der Heckscheibe zu einem Gruselkabinett. Sie meinte irgendwelche Schatten hin und her rennen zu sehen. Ein leichtes Zittern übermannte sie und sie drehte sich schnell wieder um. Ihr Atem ging schneller und sie griff nach Bibis Hand. Ihre beste Freundin hatte sie so bekniet heute mit ihr raus zu gehen. So langsam bereute sie ihre Entscheidung.

„Da – schaut, da ist eine Brücke und ein Wegweiser zur Party. Wir sind richtig.“ Meinte Patrick erleichtert. Der Nebel teilte sich vor ihnen und gab den Weg frei – es schien, als würde er ihnen die Richtung diktieren. Patrick betrachtete das ganze misstrauisch. Sagte aber nichts, um nicht noch mehr Panik zu verbreiten.

Endlich kamen sie bei einem Wendehammer an. Vor ihnen lag eine  Bowlingbahn. Sie war hell erleuchten und fetzige Musik drang zu ihnen. Das Auto wurde abgestellt und alle vier sprangen aus dem Auto wie ein Kastenteufel aus der Box. Bloß endlich Kontakt zu anderen.

Die Bowlingbahn schien aus den Fünfzigern zu stammen und war stark amerikanisch angehaucht. Die Menschen, die ein und ausgingen, waren in sehr kunstvoll und realistischen Kostümen gekleidet. Jenny bewunderte die Vielfalt. Es wirkte so echt. „Wahnsinn. Wer hat denn hier die Maske gemacht. Das ist ein Künstler, der eigentlich ins Filmbizz gehört.“

Alex sah die Gruppe als erstes. Mit dem Ellbogen schubste er seinen Freund an und die beiden gingen zu ihnen. „Hei, schön, dass ihr hier seid. Willkommen. Fühlt euch wie zu Hause. Die Getränke gehen aufs Haus. Da hinten ist das Buffet.“ „Geil.“ Patrick wartete nicht lange und stürzte gleich zur Bar.

Bibi hängte sich bei Peter an und folgte ihm. Jenny blieb verloren zurück. Sie schaute zu Alex und er kam zu ihr. „Hei, mein Name ist Alex. Wie kommst du zu dieser Truppe?“ „Wieso? Bibi, meine Freundin hat mich überredet.“ „Nur so, du scheinst nicht so dazu zu gehören. Irgendwie bist du anders.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Ach ist doch egal. Was willst du trinken?“ „Eine Bloody Mary.“ Grinste Jenny. „Gute Wahl. Warte hier.“

Jenny blickte sich um. Irgendwas war komisch an der Kulisse. Auf den Tischen standen kleine Snacks in Fingerform oder Augen. Also typisches Halloween-Fingerfood. Sie ging an einen der Tische und wollte sich gerade so einen Finger nehmen, als Alex wieder zurückkam. Er hielt ihren Arm fest, als sie gerade zugreifen wollte. „Ach besser nicht. Das ist schon alt und total knatschig.“ Sie blickte ihn fragend an und zuckte mit den Schultern. Er führte sie zu einer Bahn und sie bowlten. Ihre Begleitung hatte sie total vergessen.

Dann erscholl ein Gong. Sie erschrak und schaute auf Alex. Er seufzte. „Jetzt ist es leider soweit.“ „Was denn?“ Fragte Jenny. „Die Jagd.“ „Jagd, nach was?“ „Euch.“ Jenny kam sich etwas schwerfällig vor. „Uns?“ „Ja. Euch. Es wird Zeit nach draußen zu gehen.“ „Gehen.„ lallte sie und es wurde ihr schwindelig. „Was ist los mit mir? Mir ist so schwindelig.“ „Eine leichte Betäubung. Damit es nicht so weh tut.“ „Ich versteh kein Wort von dem was du erzählst.“ „Bleib hier. Ich hole dich gleich.“

Fortsetzung folgt.