Mach was mit...

Mach was….mit Adventskalender

Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba und . Ein Wort weckt die Kreativität in uns. Ein Wort, das uns zum Schreiben, Basteln, Kochen, Backen, Fotografieren animiert. Diesemal: Adventskalender

Quelle

Der erste Adventskalender

Emilia war aufgeregt. Es war der 30.11 und am nächsten Tag konnte sie endlich das erste Schächtelchen öffnen. Ein Adventskalender. Es war das erste mal, dass sie einen hatte. Sie erinnerte sich noch an die vergangenen düsteren Weihnachtszeiten. Sie war alleine auf der Strasse unterwegs. Ihr Kittel war zerschlissen, die Handschuhe bestanden mehr aus Löchern als aus Stoff. Sie hatte immer Hunger und fror. Es gab kein zu Hause in das sie gehen konnte. Das Waisenhaus war furchtbar. Niemals wieder würde sie dorthin gehen. Die Leiterin war ein Teufel. Sie zwang die Kinder zu betteln und zu stehlen. Aber behalten durften sie nie etwas. Zu essen gab es Brei und eine Kohle pro Kind für den Ofen. Nein, dort würde sie nie mehr hingehen. Lieber würde sie unter Brücken schlafen. Vielleicht schaffte sie es ja in den Süden zu kommen. Dort war es immer warm. Sie würde nie wieder frieren oder Hunger leiden müssen. Die Früchte wuchsen auf den Bäumen und sie konnte immer welche pflücken. Ja das sollte ihr Ziel werden. Spanien oder Italien. Der Gedanke an die Sonnenstrahlen dort, wärmte das arme Mädchen.

Emilia hatte sich einen Platz hinter einer Bäckerei sichern können. Der Bäckergeselle gab ihr oft eine Semmel vom Vortag. Aber er war jetzt einige Zeit nicht da gewesen. Ob ihm etwas zugestoßen war? Emilia hoffte es ging ihm gut. Guten Menschen durfte nichts Schlimmes zustoßen. Das durfte nicht geschehen.

Emilia stand vor dem Adventskalender und erinnerte sich an den letzten 30.11. Die Bäckerei war wieder in Betrieb. Sie konnte durch das Fenster in die Backstube schauen. Eine Frau stand dort. Eine ihr unbekannte Frau. Sie hatte vor sich kleine Schachteln, die sie mit allerlei Süßen und Nüssen füllte. Sogar kleine Spielfiguren aus Holz konnte Emilia erkennen. Was das wohl  werden würde?

Am nächsten Tag sah Emilia einige Leute vor dem Schaufenster der Bäckerei stehen. Dort war ein Häuschen aufgebaut in denen kleine Schachteln eingelassen waren. Es standen ungeordnet die Zahlen 1-24 darauf und war wunderschön mit weihnachtlichen Motiven bemalt. Drei der Schachteln waren heraus gezogen und standen offen. Sie konnte die Sachen erkennen, die die unbekannte Frau Tags zuvor eingepackt hatte. Ein Schildchen stand davor und darauf stand:

Adventskalender – versüßen sie sich und ihren Kindern die Zeit bis zum Weihnachtsfest. Jeden Tag eine kleine Überraschung steigert die Vorfreude.

Emilia war entzückt von der Idee und traurig, weil sie wohl nie einen eigenen Adventskalender haben würde. Traurig ging sie weiter.

Die nächsten Tage mied sie die Bäckerei, da sie so traurig war keine Familie zu haben mit der sie diese schöne Zeit verbringen konnte. Aber sie hatte Hunger. So ging sie zur Bäckerei, in der Hoffnung auf eine Semmel.

Der Geselle  sah sie ankommen und rief sie zu sich; „Da bist du ja endlich. Komm schon her, Kind. Wir haben ein Angebot für dich. Wir brauchen noch ein Mädchen für alles. Hättest du Interesse für uns zu arbeiten? Du bekommst essen und eine Unterkunft und auch etwas Geld.“ Emilia konnte ihr Glück kaum fassen. Arbeit? Oh und ob sie wollte.

Die fremde Frau, war die Ehefrau des Gesellen und hatte schnell einen Narren an Emilia gefressen. Eines Abends lagen sie im Bett: „Carl? Was hälst du von Emilia?“ „Sie ist ein Sonnenschein und so fleißig und wissbegierig. Sie kann schon so gut helfen und lernt so schnell. Wieso fragst du?“ „Wollen wir ihr nicht ein zu Hause geben? Eine Familie?“ „Puh – ich weiß nicht. Was ist wenn wir eigene Kinder bekommen?“ „Was soll da schon sein? Sie wird eine tolle große Schwester werden.“ Sagte sie und strich sich leicht über den Bauch. „Nun gut- Es soll so sein. Ich überlasse sie deiner Obhut. Bei mir wird sie das Bäckerhandwerk lernen und von die die Hausfrauentätigkeiten. Kein leichtes Unterfangen, aber wenn es einer schafft, dann du mein Herz.“

Die Bäckerin war so glücklich – sie konnte kaum schlafen, weil sie die Neuigkeit unbedingt Emilia sagen wollte. Am nächsten Tag erzählten sie Emilia was sie planten und warteten auf ihre Reaktion. Emilia traute ihren Ohren nicht. Familie? Sie sollte eine Familie bekommen? Mit Tränen in den Augen, stürmte sie auf das Ehepaar zu und drückte die beiden so fest sie konnte.

Emilie blickte auf die Uhr. Es war Mitternacht. Jetzt konnte sie ihr erstes Schächtelchen öffnen. Sie stand vor dem Adventskalender. Hinter ihr erschien die Bäckerin mit dem Säugling auf dem Arm. „Ich dachte mir, dass du nicht schläfst. Komm, mach die erste Schachtel auf.“ Emilia hielt die Luft an, zog sie hinaus und öffnete sie.

Ein kleiner hölzerner Engel lag darin. Sie nahm ihm heraus und betrachtete ihn lange. Ihr Schutzengel. Mit Tränen in den Augen ließ sie sich von der Bäckerin in die Arme nehmen. Sie war endlich zu Hause und ein Teil einer Familie.

ENDE

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Mach was mit...

Mach was mit – Regen – Der Schlüsselmeister

Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba

Irgendwie hatte ich den 7. im Kopf – aber gesten schaute ich  und sah – der 3. Ups – nun ich brauch  manchmal doch bisschen Zeitdruck – das war in der Schule schon so – alles auf den letzten Drücker…aber dafür eine kleine Geschichte.


Regen

Leise tropft er auf den Boden. Pfützen sammeln sich in Mulden und unebenen Flächen. Im Dunkeln streift ein Mädchen – nein – eine Frau durch den Regen. Sie ist tropfnass. Ein Beobachter würde sich fragen: „Was macht sie hier, bei diesem Wetter, ohne Schutz vor dieser Nässe und Kälte. Was macht sie hier?“

Sie wirkt verloren, ängstlich, einsam. Sie scheint auf der Suche zu sein. Ihr Schatten folgt ihr und hinterlässt nasse Abdrücke auf trockenen Stellen des Asphalts. Der Schatten? Ja tatsächlich – Ihr Schatten – ist es ein Schatten oder ein eigenständiges Wesen? Ich werde neugierig und will ihr helfen. Meine Jacke im Arm stehe ich auf und gehe zu ihr. „Hallo? Kann ich dir helfen?“ Sie schaut mich irritier an – Als würde sie gerade wach werden. Die Regentropfen laufen über ihr Gesicht. Das Farbspiel der Tropfen fasziniert mich. Es schimmert wie Perlmutt. Was ist sie? Aber ich habe keine Angst – nein ich fühle mich geborgen und hingezogen. „Ich suche dich.“ „Mich?“ „Ja.“ „Warum mich? Und was ist das mit deinem sonderbaren Schatten, der nicht da ist wo er sein sollte, sondern…“ ich drehte mich suchend um „…da – dahinten steht er. Was macht er? Schaufensterbummel? Was soll das?“ „Reg dich nicht auf – der Schatten ist mein – nennen wir es Bodyguard. Ich will dir nichts Böses. Ich brauche deine Hilfe. Ich habe mich leicht verlaufen und will jetzt nur wieder nach Hause. Du bist der Schlüsselmeister. Du kannst mir das Tor in meine Welt öffnen.“

„Was? Was redest du? Ich verstehe nichts. Bist du high? Bin ich High? Ja, das muss es sein, das Gras war schlecht.“ Sie berührte mich mit ihren, von Regen nassen, kalten Händen und ein Blitz durchzog mich. Eine Erinnerung? Ich sah Bilder einer anderen Welt, meine Eltern, irgendwelche Menschen in Roben und unser Familiensiegel. Ich verstand und erinnerte mich. Ich brach zusammen. Kniend blickte ich zu ihr auf. „Was?“ „Ich habe dich gefunden – ich bin die Überbringerin. Ich zeige den Verlorenen ihre Bestimmung und deine ist unser Reich zu beschützen. Eine Art Türsteher zum magischen Reich. Und jetzt öffne das Tor und schick mich nach Hause.“ „Was? Was? “ Ich wunderte mich gar nicht so wirklich über das Gesagte – es schien einfach wahr zu sein. Tief im Inneren spürte ich es – es war die Wahrheit. „Wie? Und du lässt mich jetzt einfach alleine? Ich brauche mehr Infos.“ „Frag deine Eltern – es wird Zeit, dass sie endlich erzählen. Das ist jetzt ihre Aufgabe – sie hätten das schon lange machen sollen – aber dafür gibt es ja mich.“ Sie lächelte. „Erschaffe in deinen Gedanken ein Portal. Das reicht aus. Aber sei vorsichtig. Nicht jeder ist Willkommen in unserer Welt. Achte darauf wen du einlässt. Aber das merkst du dann auch schon.“

Tief in meinem Inneren, in meinem Kopf tat sich was.Fast hörte ich es knacken. Mein Gehirn schien Weichen zu stellen. Ein sonderbares Gefühl. Aber es fühlte sich richtig an. Eine Öffnung tat sich auf. „Danke – vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Schlüsselmeister. Leb wohl.“ Und weg war sie.

So stand ich nun und war durch den Regen nass bis auf die Haut. Es wurde dringend nötig mit meinen Eltern zu sprechen. Sie hatten einiges zu erklären. Eine unerwartete Wendung in meinem Leben, das mich zu einer unbekannten Zukunft mit wichtigen Aufgaben führen könnte.

ENDE

Mach was mit...

Mach was mit…7 – Betriebsurlaub

mach was mit...Mach etwas mit 7

Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba und die Pö


So etwas kommt bei mir heraus, wenn ich nicht schlafen kann und zuviel mit sinnloser Werbung vollgepumpt werde ;-)


„Blablabla – Um bei dem Gewinnspiel teilzunehmen rufen sie einfach unter der angegebenen Nummer an oder schicken sie eine SMS mit der Nummer 7 an die unten angegebene Nummer. Der Rechtsweg blablabla“

Wir sassen am Tisch und assen unsere Brötchen. Im Fernsehen lief wieder alle 20 Minuten Werbung ohne Rücksicht auf sinnvolle Schnitte – wieder einmal wurde eine Sendung mitten im Satz abgeschnitten. Gelangweilt betrachteten wir die gefühlte millionste Wiederholung der Joghurt Werbung, mit der Frau, die wohl schon zu alt war, um noch Jugendpflegeprodukte zu bewerben. Und wieder kam diese Werbung mit den tollen Gewinnen. Mode oder Technik? Entscheide dich, beim Anruf.

„Die Sieben – weisst du Schatz – ist meine Lieblingszahl.“ „So“ brummte er zwischen zwei Bissen. „Ja. Ich weiss gar nicht warum. Ich glaube sie ist magisch. Ich mag ihren Klang und ausserdem ist der siebte Monat meistens schön. Die Neun mag ich auch. Sie verbinde ich immer mit dem Herbst – September und so. Vielleicht sollten wir bei dem Gewinnspiel mit machen?“

„Das ist doch Abzocke. Keine Sau kommt da durch. Rechne mal Hoch. Für 0,55€ rufst du an. Du und wieviel noch? Unzählige, weil sie unbedingt diese Schuhe oder diese PS4 haben wollen. Dich kostet es zwar nur die Gebühr, aber die nehmen eine Menge ein. Da haben sie so ein Gewinnpaket zig Mal rausgeholt. Sollte tatsächlich  mal ein realer Mensch gewinnen. Was ich echt bezweifle.

„Da kannst du auch einen toten Esel verlosen.“ „Hä?“

„Ja – du verlost einen toten Esel. Jeder bezahlt 2 € und einer gewinnt. Der, der gewinnt beschwert sich und bekommt sein Geld zurück – die anderen nicht und du hast Gewinn gemacht – bis auf das Geld zurück ist das hier doch ähnlich.“

„Ach komm, lass uns doch  mal mitmachen.“ „Oh – ne.“ „Komm schon.“ „Na gut.“

„Leider war ihre Antwort nicht richtig. Viel Erfolg beim nächsten Versuch.“ „Was zum…Teufel ist an der Sieben nicht richtig. Die wollen mich doch verarschen. Noch mal, noch  mal, noch  mal, noch mal….“

„Okay – ich glaube wir können jetzt aufhören?“

Etwa eine Stunde später. „Vielen Dank für ihre Teilnahme – sie haben die maximale Anzahl an Anrufen erreicht. Leider waren sie dieses mal nicht unter den Gewinnern. Wir wünschen ihnen beim nächsten mal mehr erfolg. Wir freuen uns über ihre grosszügige Spende. Dies ermöglicht uns, unseren Betriebsausflug auf Mallorca zu finanzieren. Rufen sie bald wieder an. Der Trostpreis – eine Tasse – und eine Postkarte wird ihnen auf dem Postweg zugesandt. Einen wunderschönen Tag wünschen wir ihnen.

Mach was mit...

Mach was…mit dem Osterhasen!

Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba. Wieder ist unsere Kreativität gefragt. Ob basteln, schreiben, zeichnen, backen, kochen. Hier sind keine Grenzen gesetzt. Einzige Bedinung – Spass haben.

Joschi sass in seinem Bau und schaute auf den Kalender. Ach verdammt! Weihnachten war schon ewig vorbei. Jetzt kam seine Zeit.

Ich muss mich ja mal sputen. Im Gegensatz zu dem  verehrten Herrn Weihnachtsmann habe ich keine kleinen Helferlein. Ausserdem bin ich eh ein missachtetes Fabelwesen. Keinen interessiert wie ich das alles schaffen soll. Ich muss auch alles an einem Tag schaffen. Ausserdem teile ich mir ja die Zeit mit einem grausamen Vorfall. Im Gegensatz zu dem verehrten Herrn Weihnachtsmann, bei dem Christi Geburt gefeiert wird, wird bei mir Christis Tod betrauert. Gut – die Auferstehung ist da ja auch ein Highlight. Aber trotzdem – wie soll denn da feierliche Stimmung aufkommen. Das einzige, was wirklich toll ist. Die Leute, die sich nach Fasching eine Fastenzeit auferlegt haben können endlich wieder ihren Lastern frönen. Dazu gehörten natürlich die ganzen Schokoladeneier und Schokoladen Hasen. Da wird nach einer langen Fastenzeit natürlich gehörig zugelangt. Dafür ist aber die Schlemmerzeit zu Weihnachten wesentlich intensiver. Zu Ostern beschwert sich keiner, er oder sie hätte zugenommen. Während ich dämlich hüpfend mit meinem Korb auf dem Rücken unterwegs bin um Eier zu verstecken, gehen die Menschen in die Kirche um zu trauern, oder wenigstens das vorzuheucheln.

Ach Hase! Jetzt muss ich das schon mal organisieren. Ich werde in der Schokoladenfabrik anrufen, wie es mit der Bestellung aussieht. Auch bei den Bauerhöfen um die Eierlieferungen zu organisieren. Dann muss ich meinem Korb checken, ob die Magie darin noch wirkt. Der Korb, den habe ich mir vom Weihnachtsmann empfehlen lassen. Er hat einen Täschner, der die gleiche Magie dort reingeflochten hat, die auch beim Weihnachtsmann-Sack verwendet wurde. Früher musste ich immer erst noch zurück zum Bau hoppeln um meinen Korb wieder zu befüllen. Aber durch diesen magischen Korb – enorme Arbeitserleichterung. Wer sagt denn, das Fortschritt nichts taugt. Für mich schon. Da ich ja KEINE kleinen Helferlein habe. Ich habe auch kein so schönes Kostüm. Ich werde immer nackig dargestellt. Manchma mit einem Hemdchen. Pft. Aber gut. Ich glaube ein Kostüm über und über mit irgendwelchen Ostereiern würde auch m ehr als dämlich aussehen.

Wieso bekommt eigentlich immer nur der verehrte Herr Weihnachtsmann die gesamte Aufmerksamkeit? Alle anderen fristen ein Schattendasein. Auch die Zahnfee – mit ihr habe ich mich auch schon unterhalten. Sie ist etwas populärer geworden. Aber trotzdem, keiner kann den Weihnachtsmann von seinem Thron schuppsen. Ach – das will ich ja auch nicht, nur so ein klein bisschen mehr Glamour – das wäre was.

Naja. Ich werde mal anfangen etwas zu trainieren. Der Korb hat schon ordentlich Gewicht. Und so lange ist es ja auch nicht mehr bis Ostern. Also sollte ich etwas die Ausdauer ausbauen. Ist ja nur ein Tag. Manchmal dehne ich es auch auf zwei Tage aus. Wenn es mir etwas zu viel wird.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein frohes Osterfest. Viele bunte Eier und wenig Magenschmerzen.

Euer Osterhase.

Mach was mit...

Mach Was …mit der Bibliothek – Der Buchspringer

 

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Ein Gemeinschaftsprojekt bei Herba. Dieses mal wurde das Thema von Poe gestellt.

Mach Was …mit der  Bibliothek –

Bernd liebte Bücher. Und sein liebster Ort war die Bücherei. Da konnte er der Realität entfliehen. Er war nicht der Hellste. Seine Mutter sagt immer „Du bist auch nicht die hellste Birne im Kronleuchter, aber dafür bist du ein netter.“ In der Schule wurde er immer gehänselt. Er hasste die Schule. Das meiste verstand er eh nicht. Die Lehrer hatten ihn anfangs noch motiviert und sich viel Mühe gegeben, aber doch irgendwann gemerkt, da steckt nicht viel dahinter. Der Junge würde nie den Nobelpreis gewinnen. Also gaben sie ihn irgendwann auf.

Seine Eltern beschäftigten sich auch nicht mehr viel mit ihm. Die komplizierteren Spiele verstand er nicht und auch bei den anderen verlor er immer. Er war ein guter Verlierer. Niemals weinte er, oder war wütend weil er verlor. Seine Mutter war schon verzweifelt, weil er oft so wenige Emotionen zeigte.  Sie hatte ihn schon zu einem Psychologen gebracht. Aber er bestätigte nur, was sowieso jeder von  ihm dachte. Er war ein sehr einfacher Charakter. Wie seine Mitschüler sagten – einfach blöd. Aber das fand er wirklich nicht. Er war nicht blöd. Er verstand nur vieles nicht, weil es ihm auch nicht wichtig war. Ihm waren nur seine Bücher wichtig. Seine Eltern hatten nicht viel Geld, deswegen hatte er nicht viel eigene Bücher, aber die brauchte er auch nicht. Seine Eltern waren auch oft nicht da. Sie arbeiten, oder waren mit Freunden unterwegs. Für sie war Bernd schon alt genug auch mal alleine zu sein. Das war ihm egal. Er war ja nie alleine. Er hatte seine Freunde immer bei sich.

Frau Brandt, die Leiterin der Bibliothek, freute sich immer auf Bernd. Die Kinder hatten immer weniger Lust zu lesen. Aber Bernd war immer da. Tag für Tag. Sie hatte schon mit seiner Mutter gesprochen, ob das für sie in Ordnung wäre. Natürlich war das für seine Mutter in Ordnung. Ein billigeres Kindermädchen hätte sie nie bekommen können. Bernd war gut aufgehoben in der Bibliothek. Manchmal dachte sie auch dran ihn abzuholen, aber meistens vergaß sie ihn einfach und er ging alleine nach Hause. Aber das war kein Problem für ihn, er hatte keine Angst, er war ja nie alleine. Seine Freunde waren immer dabei.

Es war wieder einmal ein Tag, in dem er alleine in der Bibliothek zwischen den Abenteuer Bänden sass. Heute war ein ungemütlicher Tag. Da kamen noch weniger als sonst um sich Bücher anzuschauen oder auszuleihen. Er liebte einfach diese düsteren Gänge in denen die Bücher standen, die dunkle Täfelung der Wand und die hohen Regale. Ganz toll fand er es auf der Leiter zu stehen und mit ihr die Wand entlang zu fahren. Frau Brandt mochte das nicht, sie hatte Angst ihm würde etwas passieren, aber er kletterte dabei nie ganz nach oben. So mutig war er nicht. Er sass und blätterte in einem Abenteuerbuch über Piraten und ihre erbeuteten Schätze, als auf einmal die Wände verschwanden. Sie lösten sich einfach auf. Und er befand sich auf dem Deck eines Schiffs. Der Kapitän stand am Steuer und der Wind fing sich in seinen langen schwarzen Haaren. Er brüllte seine Leute an, dass vor ihnen  die gesuchte Fock segelte. Der Angriff würde bald stattfinden. Er rief Bernd auf die Brücke und übergab ihm das Steuer.

„Hör zu mein Freund, du musst nur versuchen die Forck nicht zu verlieren. Also halt uns auf Kurs, während wie die Forck entern. Alles klar?“

„Aye Aye Kapitän“ sagte Bernd ganz stolz. Und die Piraten enterten das gegnerische Schiff.  Bernd war begeistert. Soviel Aufregung und Spannung.  Er konnte nicht fassen, dass er dabei war. Und endlich wurde er auch von jemandem wahrgenommen. Er durfte das Steuer führen. Und er machte das hervorragend.

Nach dem das Schiff geentert war, flüchteten die Piraten mit ihrem Schatz  und zündeten das andere Schiff an. Als sie am Hafen waren bildeten sich wieder die Wände der Bibliothek. Bernd war total aufgeregt. Aber er hatte niemandem dem er das erzählen konnte. Auf dem Heimweg beschloss er sich ein Tagebuch zu kaufen, das sollte seine Geheimnisse für ihn aufnehmen. Und er schrieb über sein Erlebnis. Als er fertig war schlief er selig ein und träumte von seinem  Abenteuer auf dem Schiff.

Am nächsten Tag, nach der Schule, konnte Bernd nicht schnell genug in die Bibliothek kommen. Der Unterricht war eine Qual. Er wollte wieder ein Buch lesen und ein Abenteuer erleben.

Er griff nach einem Fantasy Buch mit Drachen auf dem Cover. Als er etwa in der Mitte des Buches ankam, passierte es schon wieder. Die Wände lösten sich auf und er stand mitten im Wald, umgeben von Kriegern, die auf dem Weg waren den bösen Drachen zu töten. Er sah an sich hinunter und sah, dass auch er in Rüstung war und ein Schwert trug. Er lief mit den anderen Kriegern und würde den Drachen besiegen. Als sie auf dem Drachenberg ankamen kämpften sie tapfer. Sie befreiten die Jungfrau aus den Klauen des Drachen und töteten ihn. Danach löste sich die Szene und Bernd war wieder in der Bibliothek.

Zu Hause schrieb er wieder alles in sein Tagebuch. Das ging mehre Tage so. Bernd erlebte die wildesten Abenteuer und traf auf die verschiedensten Wesen. Er wurde richtig lebhaft. Aus dem ruhigen und immer etwas traurig wirkenden Jungen wurde ein aufgeschlossener glücklicher Junge. Er lachte und sprang durch die Gegend. Aber es fiel keinem auf. Keiner beachtete Bernd. Aber das war ihm egal. Seine Freunde achteten immer auf ihn.

Als er heute in die Bibliothek kam, war etwas anders als sonst. Eine alte, aber sehr hübsche Frau sass am Tisch und beobachtete ihn. Er schnappte sich wieder ein Fantasy Buch und verschwand zwischen den Regalen. Als er in dem Buch verschwand kam die Frau zu ihm. Zu seiner Hülle. Sie nahm das Buch, legte die Hand auf den Kopf von Bernd und flüsterte in sein Ohr.

„Mein lieber Bernd. Wir haben dich endlich gefunden. Du gehörst nicht in die Menschenwelt. Deine Welt ist zwischen den Zeilen. Du bist ein Buchspringer. Ein Geschichtenspringer. Du hast die Fähigkeiten den Lesern die Geschichten so lebendig zu vermitteln, dass sie das Gefühl haben mittendrin zu sein. Dein Leben hier ist vorüber. Ein tolles und abenteuerreiches Leben in der Welt der Bücher erwartet dich. „

Bernd verschwand. Es war wie ein Schatten, der sich im Sonnenlicht auflöste. Bernd verschwand aus der Welt der Menschen um ewig in der Welt der Bücher zu existieren. Er ist derjenige der euch an die Bücher fesselt.  Wenn ihr das Gefühl habt dieses Buch kann ich nicht mehr los lassen es zieht mich fest in seinen Band, habt ihr gerade Glück, das Bernd diesem Buch einen Besuch abstattet und es euch so gut „erzählt“ dass ihr es nie wieder vergessen werdet.

ENDE