Geschichtenzauber

Das erste Wort | 2018 – Am Anfang war das Feuer…

Neues Jahr neue Worte – Projekt TXT.

Was ist das Projekt *.txt?

Schnell erklärt soll das Projekt *.txt der Inspiration dienen. Einmal pro Monat wird ein Wort verkündet, zu dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Texte schreiben. Es gibt keinen Druck, etwas zu schreiben, kein Datum, bis wann die Texte da sein müssen … es soll also in erster Linie Spaß machen!

Ich begebe mich hier auf ganz neues Terrain. Mein Beitrag enthält dieses Mal schwach erotische Elemente. Ich habe schon bisschen überlegt, ob ich es überhaupt veröffentlichen soll. Aber es ist ja hier anonym und ihr habt ja nicht gesehen, dass ich rot geworden bin beim Schreiben und auch beim Veröffentlichen. Es schreibt sich wirklich sehr komisch und fühlt sich holprig an. Aber es war schon mal interessant.


Am Anfang war das Feuer….

Sie hasste diesen Film. Einmal hatte sie ihn freiwillig gesehen und dann noch einmal in der Schule und noch einmal während des Studiums. Jetzt saß sie da und sollte eine Interpretation von diesem miesen Film schreiben. Das schlimmste war – sie müsste ihn dafür noch mal schauen. Denn sie hatte natürlich nicht gewusst, dass dies eine Aufgabe werden würde – das war die Rache der Professorin. Diese Frau war einfach furchtbar. Arrogant und so selbstverliebt. Sind Professoren in diesem Bereich so. Dabei hatte Anthropologie sie so gereizt. Nun hatte sie bisher nur alte Knochen gewaschen und einem selbstverliebten Professor zugehört, was er denn alles so gefunden und publiziert hatte. Sie seufzte tief und drückte Play auf dem DVD Player.  Schon als sie die Szene sah als die Männer auf dem Baum kauerten kam ihr die Galle hoch. Da drückte sie das erste Mal von unzähligen Malen auf den Pause Knopf. „Das halte ich nicht aus ohne ein Bier und Chips“ Schnell sprang sie auf und ging in die Küche und suchte gewünschtes heraus. Voll beladen setzte sie sich wieder auf den Boden. „Ok. Ich brauch viel Bier dann wird der Film bestimmt nicht so schlimm.“ Und so war die erste Flasche schnell geleert. „So ist das schon besser.“ Sagte sie sich, während sie dem Trupp auf dem Bildschirm folgte als die mit ihrem Feuer durch die Gegen zogen und gegen Säbelzahntiger kämpften. Sie machte sich fleißig Notizen und als dann endlich die Frau auftauchte, die gewisse Unruhe in die Truppe brachte war die zweite Flasche geleert. Und die Stimmung kippte. „Ahhhh. Ich hasse diesen Film….“ Ein Griff in die Chipstüte und eine Handvoll der leckeren gelben Suchtbomben landete in ihrem Mund. Ein weiter Griff und etwas stach ihr in den Finger. „Autsch – verdammt – was – zum Teufel“ Sie zog den Finger aus der Tüte und sah den kleinen Blutstropfen. Sie steckte den Finger in den Mund und saugte daran. Danach wurde es dunkel. Sie kippte langsam zur Seite und die dritte Flasche Bier viel aus der Hand – der Inhalt ergoss sich langsam auf dem hellen Teppich und sickerte in die Fasern wie in einem vertrocknetem Blumentopf.

Sie öffnete die Augen und setzte sich auf. Ihr Kopf dröhnte, es war dunkel und sie fror. Was war passiert? „Ah – das Bier – ich bin wohl müde geworden. Kein Wunder, das Bier und der lahme Film – da musste ich ja einschlafen.“ Sie versuchte aufzustehen. Etwas wackelig auf den Beinen stolperte sie über einen Gegenstand vor ihr und stoß sich empfindlich die Zehen. Fluchend hüpfte sie auf dem anderen Bein und stoß sich den Kopf. „Was – was hängt denn da – „ sie fuchtelte mit den Händen über sich und stieß sich die Hände – Die Decke? Sie hatte doch nicht so niedrige Decken. Sie drehte sich verwirrt um sich selbst. Ihre Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit und sie konnte schemenhaft die Einrichtung erkennen – oder eher nicht erkennen. Das waren doch nicht ihre Möbel. Das waren gar keine Möbel. Das waren Steine. Und in der Mitte erkannte sie eine runde Anhäufung von Steinen wie eine Feuerstelle. „Ich träume – ich bin gar nicht wach geworden. Das Bier hat ganz schön reingehauen. Ich laufe dann mal in meinem Traum in die Richtung in der ich die Öffnung schimmern sehe. Mal sehen was für einen Traum mir dieser Film beschert.“ Amüsierte sie sich – noch.

Geduckt verließ sie die Höhle – es war tatsächlich eine Höhle. Draußen war es hell und sie blickte an sich herunter – sie war nackt. „Uh – nackt – uh.“ Schnell verdeckte sie ihre Scham mit ihrer Hand und mit dem anderen Arm verdeckte sie ihre Brüste. Sie sprang in das Gebüsch neben ihr und blickte sich um. So langsam beschlich sie der Verdacht, dass es sich mehr als um einen Traum handeln musste. Es fühlte sich alles so real an. Die Steine, die in ihre nackten Füße piksten, der Wind, der über ihre nackte Haut strich. „ich verstehe nicht was hier passiert ist.“ Da merkte sie einen kleinen dumpfen Schmerz am Finger – sie schaute hin und konnte noch den Stich sehen und einen kleinen vertrockneten Tropfen Blut. War der Stich schuld? Und wie sollte ein Stich so etwas verursachen? Aber sie hatte keine Chance mehr sich Gedanken zu machen. Denn jemand kam zur Höhle. Ein Mann. Er war ebenfalls nackt. Nach dem was sie im Kurs gelernt hatte befand sie sich wohl in der Steinzeit. „Ich bin in der Steinzeit.“ Sie raufte sich die Haare. Der Mann entdeckte sie und runzelte die Stirn. Er winkte sie zu sich. Auf keinen Fall würde sie ihm nackt gegenüber treten. Auf keinen Fall.

Als sie sich nicht bewegte runzelte er wieder die Stirn. Er blickte sie irritier an  und dann sauer. Wieder winkte er sie zu sich aber dieses Mal entschiedener. Sie schüttelte den Kopf. Würde sie sich mit ihm unterhalten können?  Es gab noch keine hoch entwickelte Sprache. So sagte man. Die Funde würden belegen, dass die ersten Hominoidea noch  nicht in der Lagen waren richtige Worte zu formen. Gleich würde sie es wissen. Sie öffnete den Mund und antwortete. „NEIN!“ Sie konnte schon  mal sprechen. Und er? Er legte den Kopf schräg und blickte sie verwundert an. „So – er wohl nicht.“ Er stampfte auf und stampfte weiter auf sie zu. Dann zog er sie aus dem Busch – an den Haaren. „Hei spinnst du, du Neandertaler?“ Erschrocken ließ er sie los. Dann schupste er sie und sie viel auf ihren nackten Hintern. „Autsch – Mensch, das tut weh ohne Klamotten. Du Idiot.“ Sie rappelte sich auf und wollte ihm eine runter hauen – aber seine Reflexe waren super ausgebildet – ihre Hand traf nur die leere Luft. Dann schnappte er sie und zog sie an eine Feuerstelle – er zeigte auf das Holz, auf die Stelle und das was daneben lag – ein Hase. Sie blickte ihn irritier an. „Ich? Ich werde bestimmt keinen Hasen häuten und ausnehmen. Das kannst schön du machen. Pah.“ Sie drehte sich um und wollte gehen. Aber wohin. Sie konnte es nicht fassen – sie war eine Zeitreisende. Sie liebte ja diese Geschichten. Aber nur wenn sie schön eingekuschelt in ihrem Sessel saß und darüber las – selbst erleben wollte sie das bestimmt nicht – unabhängig davon, dass sie eh  nie daran geglaubt hätte.

„Ähm –ich gehe davon aus, dass du nicht sprechen kannst?“ Fragte sie den Mann – der bei näherer Betrachtung ganz annehmbar war. Schmutzig aber kein schlechter Anblick. Ihr Blick wanderte von oben nach unten und ihr wurde Bewusst, dass auch er nackt war und sofort schoss ihr die Röte in die Wangen und ihr wurde bewusst – Ich bin auch nackt. Oh – wie schlecht für mein Selbstbewusstsein. Während sie noch in Gedanken an ihren Körper versunken war und sich schämen wollte, setzte er sich an die Feuerstelle und entfachte ein Feuer. Dann nahm er einen Stein, den er wohl zu einem scharfen Schneidewerkzeug bearbeitet hatte und fing an den Hasen aufzuschneiden. Sie musste sich umdrehen sonst hätte sie sich übergeben. Es war doch ein himmelweiter Unterschied sich das eingepackte Fleisch aus der Theke zu nehmen oder zu sehen wie es dazu wurde. Sie wusste das ja schon – und wusste auch, dass sie es zwar gerne essen, aber nie erlegen würde wollen. Sie blickte wieder zu ihm und sah, wie er sie fragend beobachtete. Der Hase steckte schon an einem Stock und hing über dem Feuer. Der Geruch, ließ ihren Magen knurren.

Er blickte sie an, räusperte sich und sprach. Sie wäre fast nach hinten umgekippt. Er sprach. Und seine Stimme klang rau. Er hatte sie schon lange nicht mehr benutzt – so dachte sie. „Komm, setz dich und iss.“ Ihr Mund stand offen und sie fing mit Schnappatmung an. „Du sprichst?“ „Ja natürlich spreche ich.“ Sie ging langsam und misstrauisch zum Feuer und setzte sich. „Warum hast du nicht gleich gesprochen – das hätte einiges vereinfacht – und wo oder wann bin ich?“ „Was meinst du mit wann? Du bis jetzt hier. Und wo? Das ist meine Höhle. Da bist du.“ Ja klar – es gab weder Ort noch Zeitempfinden für die Steinzeitler. Sie lebten wie die Tiere – nicht hausten – lebten. Im Jetzt. Für sie gab es keine Vergangenheit und keine Zukunft.  „Okay.“ Er hielt ihr eine Hasenkeule hin und sie schnappte danach. Herzhaft biss sie zu und konnte gerade noch ein Schmatzen verhindern.

Sie beobachtete ihn – das Fett lief ihm am Kinn entlang, aber es störte ihn nicht – er verwischte es einfach. „Äh – gibt es hier Wasser?“ „Wasser – da ist ein Krug“ „Nein ich meine ein Fluss oder See“ „Wofür, da ist es gefährlich – da kommen die Tiere und die sind auch hungrig.“ „Ich will mich waschen.“ „Waschen? Wofür das denn?“ „Hygiene – selbst in der Steinzeit kann man wohl auf Hygiene achten, oder?“ „Hä? Versteh ich nicht – aber gut – komm ich zeige es dir.“ Sie liefen zum See und sie tauchte ein. Ach was für eine Wohltat. Das Wasser umfloss sie sanft und sie spürte wie der Schmutz von ihr abgewaschen wurde. Sie schwamm ein bisschen und schaute zum Ufer. Der Mann stand am Rand und beobachtete sie. „Komm – es ist herrlich. Das wird dir gefallen.“ Und vor allem mir – er muffelt nämlich furchtbar. Sie schwamm ans Ufer zurück und winkte ihm. Er schaute sie unsicher an und ging langsam ins Wasser. „Komm – es ist einfach herrlich.“ „Wasser ist zum trinken nicht um hinein zu gehen. Außer man will Fische fangen.“ Brummelte er. Aber es schien ihm doch zu gefallen, denn er kam immer tiefer. „Kannst du schwimmen?“ „Was?“ „Schau“ sie machte einige Schwimmbewegungen Brustschwimmen und Rückenschwimmen. „Nein.“ „Egal – du musst nicht so tief kommen.“ Und ich werde es dir beibringen. Denn ich befürchte hier gefangen zu sein. Er ließ sich ins Wasser gleiten und sie musste sich zurückhalten nicht über seinen Bauch zu fahren um dem Wasser tiefer zu folgen. Schon wieder errötete sie.  Was waren das denn für Gedanken. Das musste an dieser wilden Gegend liegen. Da wurden wohl die Instinkte intensiver. Puh – das würde ja noch interessant werden.

Sich ihrer Nacktheit wieder bewusst, verließ sie das Wasser und versuchte irgendwas zu entdecken was sie verhüllen würde. Aber es gab nichts. Sie seufzte und versuchte sich damit abzufinden. Schließlich hatte nur sie das Problem. Für ihn ist es normal. Also reiss dich zusammen und entspanne dich. Sie gingen zurück zur Höhle. Langsam wurde es dunkel und kühl.

„Wir müssen jetzt rein gehen – wenn es dunkel wird kommen die gefährlichen Tiere.“ Okay. Aber was macht man denn so ohne Fernsehen, Internet, Smartphone, Buch? Das konnte ja ein langer Abend werden, dachte sie sich.  Und ihr fiel etwas viel schlimmeres ein. Sie war eine Frau und er ein Mann und irgendwie musste sie an „Am Anfang war das Feuer“ denken und an die Szene mit der Frau. Sie zitterte. Was sollte sie tun, wenn er über sie herfiel? Sie hatte einen Selbstverteidigungskurs gemacht – aber würde ihr das helfen? Oder sollte sie so reagieren wie die Frau – ihn leiten. Wollte sie das – sie kannte ihn ja nicht – aber was zählte das hier. Es gab keine Etikette. Das hier ist Leben – da gab es keine ersten Dates und man wartet mindestens bis zum dritten Date bevor man zusammen ins Bett ging. Oh weh.

Er stand am Höhleneingang, tippte ungeduldig mit dem Stock auf dem Boden und schaute sich hektisch um. Sie verstand. Schließlich kannte sie ja aus dem verhassten Film, dass es zu dieser Zeit noch Säbelzahntiger und andere gefährliche Raubtiere herumstreunten. Pest oder Cholera, das waren doch die Worte, die ständig vielen, bei den Präsidentenwahlen. Jetzt stand sie auch vor ihrer Pest oder Cholera – was war gefährlicher? Der Mann vor ihr, oder die wilden Tiere hinter ihr. Sie entschied sich für den Mann – den denn konnte sie eventuell noch ausknocken.

„Hier – da schlafen wir.“ Vor ihr lag ein Stapel Felle. Sie rümpfte die Nase – sie rochen nicht nach Perwoll. Nun – das war halt so. Es sah aber kuschelig und vor allem warm aus. Aber „wir“ das hatte sie befürchtet. Aber so einfach wollte sie es ihm auch nicht machen. „Wir? Wieso wir. Ich nehme mir paar Felle und lege mich lieber dort hin.“ Sie zeigte in die entgegengesetzte Ecke. „Wieso? Es wird kalt heute im Dunkeln. Da schläft man nicht alleine wenn man einen Körper hat, der einen wärmt.“ Er wirkte so unbelastet und ohne Niedertracht. Nicht bedrohlich oder berechnend. Vielleicht überkompensierte sie. Es war bestimmt nicht so schlimm. Sie räusperte sich. „Das ist bei mir nicht üblich. Ich kenne dich doch nicht. Was wenn du  mir böses willst.“ „ich will gar nichts außer schlafen. Und deine Wärme, wenn du schon mal da bist. Auf komm. Es wird Zeit.“ Unbehaglich und sich ihrer Nacktheit wieder bewusst, legte sie sich auf den Fellhaufen und versuchte sofort reinzukriechen. Es sollte so viel Masse zwischen ihnen sein wie möglich. Bloß kein Körperkontakt. Sie wollte ihn auf keinen Fall animieren. Mit trockenem Mund lag sie steif wie ein Brett, als er sich neben sie legte. Sie wagte kaum zu atmen. Die Arme hatte sie steif neben sich gelegt und hoffte, dass er schnell einschlafen würde. „Was ist los? Warum bist du so angespannt? Warst du noch nie bei einem Mann?“ Hä? Was fragte er sie. „Ja – doch, aber es ist schon etwas her und es war schon eine andere Situation.“ „Was meinst du mit anderer Situation. Frau, Mann – da gibt es nur diese Situation.“ Kaum hatte er es ausgesprochen, rückte er näher. Zu nah. Ihr wurde ganz anders. Was sollte sie denn jetzt machen. Schnell drehte sie ihm den Rücken zu. Er rutschte immer näher und sie spürte seine Freude.

Oh Mann, was mache ich jetzt nur. Das war es, was ich befürchtet habe. Hier ist das nichts mit Abstand und Abstinenz. Ich kann noch froh sein, dass er nicht gleich über mich herfällt. Was mach ich nur? Sie spürte den Druck den er auf ihren Hintern ausübte und sie spürte auch ein Kribbeln in den Eingeweiden. Der weibliche Instinkt schien ihr einen Strich durch ihre anerzogene Zurückhaltung zu machen. Ihr Körper reagierte auf die Stimulation. Und er stimulierte sie weiter. Für einen Steinzeitmann war er tatsächlich sehr vorsichtig und zurückhaltend. Damit hätte sie niemals gerechnet. Er streichelte sanft ihren Rücken und rieb sich an ihrem Hintern. Dann versuchte er sie zu drehen. Er wollte sie auf dem Bauch. Das wollte sie auf keinen Fall. Sie war kein Vieh. Das musste sie verhindern. Wieder erinnerte sie sich an den Film und da ihr verräterischer Körper bereit war, warum sollte sie es denn nicht sein? Sie würde die Führung übernehmen. Also drehte sie sich um und blickte ihn an. Der Schein des Feuers, das er entfacht hatte, zauberte seltsame Schatten auf sein Gesicht. Er blickte sie verdutzt an und wollte sie wieder drehen. Aber sie wehrte sich. Langsam wurde er ungeduldig. Aber sie zeigte ihm was sie wollte.

Sie drückte ihn auf den Rücken uns setzte sich so schnell auf ihn, dass er nicht wusste wie ihm geschah. Von oben betrachtete sie ihn und fuhr sein markantes Kinn entlang. Jetzt würde sie ihm zeigen, wie es wirklich ging. Sie neigte ihren Kopf hinunter und berührte mit ihrer Zunge seine Lippen. Er zuckte mit seinem Kopf zurück, aber sagte nichts. Er ließ sie machen. Wieder näherte sie sich seinem Mund. Dieses Mal versuchte sie mit ihrer Zunge seine Lippen sanft zu öffnen. Da er nicht reagierte, ließ sie ihre Zunge fordernder zustoßen. Er öffnete seinen Mund und sie fing an ihre Zunge spielen zu lassen. Sie fuhr mit ihren Händen seinen Oberkörper entlang. Die Natur hatte ihn geformt. Die Jagd und das Leben hatten einen strammen Körperbau zur Folge. Sie fuhr seine Brustwarzen entlang. Er wand sich unter ihren Berührungen. Er schien sich nicht sicher zu sein, ob aus Unwohlsein oder Wonne. Er stöhnte zwischen ihren Lippen und sie spielte weiter mit ihm. Sie löste ihren Mund von seinem und fuhr nun zu seinen Ohrläppchen und knabberte leicht dran, bevor sie ihre Lippen weiter wandern ließ. Ihre Zungenspitze fuhr seinen Hals entlang zu seinen Brustwarzen. Diese umrundete sie, saugte dran und biss leicht hinein. Er stöhnte laut. Mittlerweile war auch sie aufs äußerste Erregt. Sie setzte sich auf seinen Schoss und übernahm die Führung. Sie genoss diese kleine Macht, die sie über ihn ausübte. Sie bewegte sich sehr langsam und er wurde fast wahnsinnig. Er ergriff ihren Hintern und zog sie noch dichter an sich heran. Er hob sie hoch und senkte sie langsam wieder hinab. Jetzt übernahm er die Führung. Schnell löste er sich von ihr und dieses Mal ließ sie es zu, dass er sich hinter sie kniete. Kräftig drang er ein und führte sie zum Höhepunkt. Erschöpft sanken sie auf die Felle und schwer atmend ließen sie den Schweiß auf ihren Körpern trocknen.

Sie kuschelte sich in die Felle, als ihr kühl wurde. Er stütze sich auf seinen Arm und betrachtete sie. „Was hast du da gemacht. Das war Zauberei. Bist du eine Hexe?“ Sie lachte. „Hexe? Nein. Das ist ein Liebesspiel gewesen. Es geht nicht nur um Vereinigung. Es geht darum auch Spaß und Gefallen daran zu haben. Du hast gesehen, was es ausmacht. Oder hat es dir nicht gefallen?“ „Ich weiß nicht. Ich konnte mich nicht wehren. Du hast mich verzaubert. Du musst eine Hexe sein. Ich konnte mich nicht bewegen. Deine Kraft ist mächtig.“ „Das ist keine Zauberei. Das ist – wie erkläre ich dir das? Fliegen. Man verschmilzt für eine kurze Zeit. Man verliert einfach mal die Kontrolle. Lässt alles einfach mal los. Ein bisschen Freiheit.“ „Ich weiß nicht ob mir das gefällt. Ich habe immer die Kontrolle über alles.“ „Nun. Du kannst mich verbannen, wenn es dir unangenehm ist, oder …“ und sie suchte mit ihren Händen sein Zentrum. Sanft ließ sie ihre Hände hoch und runter fahren. „…oder, wir genießen das hier beide.“  Er warf die Decken von sich und schnappte sie. Sie erschrak. Erst wollte sie fliehen, weil sie dachte er wär wütend, aber er hielt sie und zog sie auf seinen Schoss um zu überprüfen, ob es ihm nicht doch gefallen würde, die Kontrolle abzugeben. Ein neuer Anfang eröffnete sich für sie und er missfiel ihr nicht gerade.

ENDE

 

Ich selbst mag es in Romanen nur bedingt, dass Erotik enthalten ist. Ich habe nichts dagegen, wenn es erwähnt wird und auch beschrieben wird. Aber es sollte schon realistisch sein. Ich kann mit Begriffen wie pulsierender Lustschwengel oder sonstigen Zeug nichts anfangen, das ist für mich nicht erotisch. Aber ich wollte es einfach auch mal probieren. 🙂

 

 

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Das zwölfte Wort | 2017- Die Lebkuchenmann-Liebe

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Das neue Wort passt doch sehr gut zu Weihnachten. Bei dem vielen Dekorationszeug…

Die Lebkuchenmann-Liebe

Anton parkte seinen SUV in der Garage. Als er ausstieg bemerkte er die große Lücke an der linken Wand. Er schaute einige Sekunden hin und zuckte dann mit den Schultern. Maggie hatte wohl endlich mal ihre Kisten entrümpelt, die sie vor einigen Monaten mitgebracht hatte, als sie bei ihm einzog. Wie sie den Platz in seinem Haus nach und nach eingenommen hatte. Immer mehr von ihrem Kitsch und immer weniger von seinen Sachen fand man. Oft hatte er sich gefragt, ob es wirklich so eine gute Idee gewesen war sie zu bitten bei ihm einzuziehen. Damals erschien es ihm logisch. Keine Minute wollte er ohne sie sein.

Jetzt elf Monate später, zweifelte er immer öfter und kam auch immer öfter später nach Hause. Wieder zuckte er mit den Schultern. Bald war Weihnachten und dann das neue Jahr. Wer weiß was sein neuer Vorsatz werden würde.

Müde und mit hängenden Schultern betrat er das Haus. „Maggie? Ich bin zu Hause. Wo bist du?“ „Ich bin im Wohnzimmer. Sorry, ich hatte keine Zeit zu kochen. Ich schiebe gleich eine Pizza in den Ofen.“ Während sie sprach kam sie um die Ecke in die Küche getanzt. Anton betrachtete sie und stutzte. War das ein Weihnachtspulli? Innerlich stöhnte er auf. Nein, nein, nein, oh nein. Neben ihren komischen Deckchen, Rüschen und Kissen der nächste Kitsch. „Äh, was hast du denn da an?“ Sie blickte an sich hinunter und zog den Pulli straff um das Motiv besser sehen zu können. „Ist es nicht toll? Mein liebster Weihnachtspulli. Den ziehe ich immer an, wenn ich schmücke. Den habe ich schon ewig. Er ist magisch. Sobald ich ihn anziehe, stellt sich alles in mir auf Weihnachten ein. Hier Schatz – heiße Schokolade mit Marshmallows.“ Anton nahm verdutzt die heiße Tasse und verzog das Gesicht. „Ein Kaffee wäre mir lieber gewesen.“

Maggie runzelte leicht die Stirn und fing gleich wieder an zu plappern. „Heute habe ich alles schon weihnachtlich geschmückt. Innen und außen.“ „Ja und morgen kannst du alles wieder abmachen. Ich hasse Weihnachten.“ „Was? Was! Im Leben nicht. Kein Weihnachten? Niemals. Komm mit und lass dich doch verzaubern.“ Maggie bemerkte Antons Abneigung und das entsetzte sie. Wie konnte man Weihnachten nicht mögen? Der Duft, die Lichter, die Musik. Sie könnte immer Weihnachten feiern. Er würde es ihr doch nicht vermiesen? „Maggie, ich sagte ich will diesen Kitsch nicht im Haus haben. Das ist reine Geldmacherei und ich steh einfach nicht drauf.“ „Komm schon – schau doch erst mal.“ „NEIN! Mach den Mist ab, sonst mach ich das, und das willst du  nicht wirklich. Wenn ich morgen von der Arbeit komme, ist alles weg, verstanden?“ Sie blickte ihn trotzig mit Tränen in den Augen an, während sie auf dem Brett über der Anrichte verschiedene Lebkuchenmänner hin und her schob.

Er betrachtete sie einige Zeit. Diese Lebkuchenmänner sahen schon sehr skurril aus. Fast lebendig. Sehr gute Arbeit, musste er schon zugeben. „Aber, aber, “ stotterte sie. „Ich liebe Weihnachten.“ Maggie betrachtete Anton. Sie spürte es schon einige Zeit. Er zog sich immer weiter von ihr zurück, und jetzt das noch. Das war es dann wohl gewesen. Sie würde auf keinen Fall nachgeben. Weihnachten war ihr Leben. Dafür würde sie allesmachen. „Ich gehe schlafen. Genieße deine Arbeit. Morgen ist alles weg.“ Damit drehte es sich um und verließ die Küche. Maggie drehte sich zu ihren Lebkuchenmännern um. „Ach ihr Lieben. Ich glaube, das wird ein Problem werden. Ihr wisst ja wie das so mit mir und all dem tollen Weihnachtskitsch ist. Und was passiert, wenn man es mir verbieten will. Da kann ich sehr ungehalten werden.“

Während sie  mit ihnen sprach, streichelte sie Gedankenverloren über ihre Köpfe. Schob sie zurecht und ließ etwas Platz. Morgen früh würde sie einen neuen Lebkuchenmann dazustellen. Zärtlich drückte sie allen einen Kuss auf die vollen Lippen und löschte das Licht.

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Das zehnte Wort – Tangieren – I Will Survive

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Für das zehnte Wort hatte ich ursprünglich eine andere Geschichte aufgeschrieben, die aber mal wieder so lange wurde, dass ich sie doch separat mal veröffentliche…aber wohl doch eher im neuen Jahr.

Hier also meine Geschichte zum zehnten Wort.


Marga konnte es nicht fassen. Da lag er doch, der faule Sack. Fauler Sack? Vielleicht eher faulender Sack. Ihn tangierte es mal überhaupt nicht, dass sie um ihn herum tanzte – mit Staubsauger und Staubwedel. Er verfaulte wohl wirklich, denn von ihm ging ein wirklich übler Geruch aus.

„Willst du nicht endlich mal aufstehen und der Couch mal die Möglichkeit geben wieder ihre ursprüngliche Form einzunehmen? Bevor dein Körper eine Gussform aus den Kissen formt.

„Brah.“ Kam es nur. Und der Berg bewegte sich. Von ihm fielen lauter Popcorn und Chips Reste und er rollte mit den Augen. Es musste sich was ändern. So habe ich mir mein Leben wirklich nicht vorgestellt. Nein, nein. Ich muss mein Schicksal selbst in die Hände nehmen.

Sie hatte doch mal was über das Darknet gelesen. Dort fand man irgendwie alles was nicht so öffentlich sein sollte. Ich habe ja Zeit. So schnell wird dieser Fleischklops ja eh nicht verschwinden. Noch nicht! Aber sie würde nachhelfen. Marga konnte sehr engagiert sein. Hatte sie sich was vorgenommen, war sie wie ein fest gebissenerer  Pitbull. Also fing sie an zu recherchieren. Natürlich hätte sie ihn einfach verlassen können. Aber alles lief auf seinen Namen. So blöd und blauäugig war sie damals. Wenn sie ging, waren die Jahre verschenkt. Das durfte nicht geschehen. Er musste gehen – dauerhaft und endgültig

Erst mal versuchte sie herauszufinden wie sie ins Darknet kam und in speziellen Foren las sie erst mal ruhig mit. Selbst erledigen oder jemanden beauftragen. Pro und Kontraliste schrieb sie auf. Für selbst erledigen Pro: Nur sie war Zeuge – Kontra: Nur sie war da – keine Hilfe – Pro: spart Geld – Kontra: Nötige Dinge selbst besorgen. So vergingen Tage und Tage und Marga kam keinen Schritt weiter. Bis zu dem Tag als sie auf einen Eintrag stieß. „Suche Frau zum gemeinsamen Recyceln. Austausch von Erfahrungen und tatkräftige Unterstützung.“ War es das was sie dachte?

Der Kontakt war schnell geknüpft. Es gab eine Organisation die Hilfe für ihre geplante Tätigkeit anbot. Sie trafen sich in einem Maniküre Salon. „Hallo. Marga? Ich bin Violett. Eine gute Platzwahl. Da hier alles illegale Einwanderer sind, die kaum ein Wort verstehen, wird hier wohl nie einer etwas ausplaudern, sollten sie doch was verstehen – Tolle Tarnung. Gute Wahl, das muss ich mir merken.“ Nach den üblichen Höflichkeitsfloskeln fing Violett an. „Es gibt drei Optionen, bei denen wir Hilfe anbieten. Selbst machen, einen Profi oder Gefallen.“. „Gefallen?“ „Ja ist recht beliebt. Irgendein Fremder ohne Bezug zu ihnen erledigt das und sie dann für einen anderen. Wie gesagt sehr beliebt und sehr anonym. Es kann aber Komplikationen geben. Man soll es nicht glauben, aber jemand Fremden ohne persönlichen Bezug zu töten, fällt manchen schwer. Also beliebt, aber nicht gerade die einfachste Methode. Am einfachsten aber sehr teuer ist der Profi. Aber nicht so befriedigend. Und es kann mürbe machen, da man nicht weiß wann der Profi zuschlägt. Manche bekommen dann doch noch Skrupel. Wenn die Abneigung dem Partner gegenüber sehr stark ist, empfehle ich selbst Hand anzulegen. Dafür brauche ich Details über das Objekt. Gesundheit, Vorlieben, Stärken, Fitness und, und, und. Ich habe hier einen Katalog, den sie nochmal durchgehen sollten. Natürlich diskret. Verbrennen sie ihn schnellst möglich und kontaktieren sie  mich wie beim ersten Mal.“ Getarnt als Nähzeitschrift nahm sie den Katalog an und blätterten ihn im Auto durch. Was wäre die beste Methode?  Ich muss darüber schlafen.

Als sie nach Hause kam saß er am Küchentisch und las in einem Sportmagazin. Ha – er und Sport. „Wo warst du? Ich habe Hunger und du gehst shoppen. Du vergisst deine Pflichten. Apropos Pflichten. Da ist noch eine andere als Ehefrau, der du mal wieder nachgehen kannst.“ Dabei grinste er anzüglich und stand auf. Schon zog er sie am Arm die Treppe hinauf und forderte ihre angeblichen Pflichten ihm gegenüber ein. Stinkend und grunzend bewegte er sich auf ihr. Sie schloss die Augen und blätterte in Gedanken den Katalog durch. Als er endlich abließ und von ihr runter rollte, hatte sie sichentschieden. Sie stand auf, richtete sich und ging in die Küche um ihn schnell was zu kochen. Sie streute noch ein Schlafmittel unter die Suppe und musste nur noch auf die Wirkung warten.

Als er endlich schlief, loggte sie sich schnell ins Darknet ein und kontaktierte Violett. „Ich habe mich entschieden. Lass uns treffen.“

Danach verbrannte sie ihre Pro und Kontra Liste samt dem Katalog und trank genüsslich ihren Kaffee. Schon am nächsten Tag trafen sich die beiden Frauen im Park. Während sie die Vögel fütterten teilte Marga Violett ihre Entscheidung mit. „Eine gute Wahl. Das dachte ich  mir schon. Hör zu, da du schon fleißig warst und die Details von ihm mitgebracht hast kann ich einen Plan erarbeiten und ich schicke dir die Beste Lösung. Ok? Das Finanzielle regeln wir, wenn alles unter Dach und Fach ist und kein Verdacht mehr auf dich fällt.“ „Hast du keine Angst, dass du dein Geld nicht bekommst?“ „Ach Schätzchen, du vergisst in welcher Branche ich tätig bin. Ich habe mein Geld immer bekommen.“. Violett stand auf und drückte Marga rechts und links einen Luftkuss auf und ging. Wenige Tage später kam ein Päckchen mit einer Flüssigkeit – Nahrungsergänzungsmittel Vitame  D3 und K2. Im Darknet teilte ihr Violett mit um was es sich handelte und was es bewirkte. „Du hast hier Adrenalin. Du musst ihm das alle zwei drei Tage ins Essen mischen. Es bewirkt Bluthochdruck und Herzrassen. Wenn er dadurch öfter zum Arzt muss, wird es nicht auffallen wenn du ihm das Kissen aus Gesicht drückst. Bei seinem Lebenswandel dürfte sich keiner über den Tod im  Schlaf wundern. Sicherheitshalber schicke ich dann einen Arzt der den Herzinfarkt bestätigt. Keine Angst ich erfahre von seinem Ableben.

Ich werde jetzt diesen Verlauf löschen. Diesen Kontakt gab es nie. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand neugierig wird. Die Rechnung kommt in einem grossen Abstand. Hebe die nächsten Monate regelmäßig unterschiedliche Beträge ab – dann wird keiner stutzig. Sollte jemand Fragen – du warst Essen oder auf dem Jahrmarkt immer wo viel Leute sind und dich keiner bemerkt. Keine Rechnungen sollten auftauchen und ähnliches, dass irgendeine Beweiskraft hat. Ich wünsche dir ein schönes Leben meine Liebe  mach was draus“. Der Bildschirm ging aus und ihr PC startete im Recovery Modus. Sie setzte den Rechner neu auf, während sie anfing das Lieblingsessen ihres Mannes zu kochen. Jetzt tangierte sie es nicht mehr. Summend rührte sie die Flüssigkeit unter die Suppe und schwang die Hüften zu ihrem Ohrwurm. „I Will Survive.“

Ende

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Das elfte Wort | 2017 – Sagenumwoben – Die Nebelfrauen

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Evelyn liebte es im winterlichen Wald spazieren zu gehen. Der November war einer ihrer liebsten Monate. Alles wirkte so geheimnisvoll im Nebel. Wenn man morgens durch den Wald streifte, konnte man den Raureif bewundern, der sich bei Sonnenaufgang auf die Wiesen und abgefallenen Blätter legte. Aber am liebsten war ihr der Nebel. Manchmal stand sie im Tal und blickte von weitem auf den Wald. Der Nebel stieg aus den Bäumen hervor – gerade als würde jemand einen großen Topf Suppe kochen und der Dampf stieg nach oben. Evelyn stand am Ortsausgang und betrachtete den Wald. Er war nicht weit von ihr entfernt. Bei diesem tristen und feuchten Wetter traute sich kein Mensch oder Tier aus dem Haus. Die Schornsteine qualmten und sanfte Lichter schienen aus den Fenstern. Sie drehte sich zum Wald hin und in der Morgendämmerung konnte sie wehende Schatten erkennen. Sie bewegten sich im Nebel. Es schein als würden sie tanzen. Sie schaute genauer hin und war sich sicher, es waren Frauen mit wehenden weißen Haaren und durchscheinenden Gewändern, die sich sanft um die gläsernden Körper wandten. Sie wiegten sich im Klang einer Melodie, die Evelyn nicht hören konnte. Sie winkten ihr, dass sie herbei kommen solle um mit ihnen zu tanzen. Diese Frauen hatten Evelyn in ihren Bann gezogen. Als wäre sie eine willenlose Marionette, lies sie sich führen. Immer näher kam sie ihnen. Immer wieder tauchten sie ein in den Nebel, der über dem Moor schwebte. Dunkel blitzte eine Erinnerung auf. Sagenumwobene Nebelfrauen und Nebelgeister, die Menschen vom Weg abbringen und ins Moor lockten. Schon war diese Erinnerung wieder erloschen. Evelyn spürte die Kälte, die sie einsog. Das Moor zog sie tiefer und tiefer – es fühlte sich kalt und glitschig, aber auch behütend an. Als sie untertauchte versuchte sie entsetzt Luft zu holen Aber ihr Mund lief mit Moorwasser voll. Sie bekam kurz Angst, als alles um sie herum dunkel wurde. Aber es war nicht für lange. Etwas zerrte an ihr und zog sie mit einem  kräftig Ruck aus dem Moor heraus. Sie wollte erleichtert tief einatmen – aber sie konnte nicht. Was war nur los? Sie blickte sich um. Um sie herum hatten sich die Nebelfrauen gesammelt. Sie hörte das wispern des Windes – oder war es das Flüstern der Frauen? Sie fühlte sich seltsam – als wäre sie Teil etwas besonderen – Teil einer Gesellschaft. Sie blickte an sich hinunter und konnte durch ihre Füße den Blätterteppich erkennen. Sie verstand – sie war gestoben im Moor und wurde somit Teil der sagenumwobenen Nebelfrauen.

ENDE

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Das neunte Wort | 2017 – abgehen – in die Freiheit.

Was ist das Projekt *.txt?

Schnell erklärt soll das Projekt *.txt der Inspiration dienen. Einmal pro Monat wird ein Wort verkündet, zu dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Texte schreiben. Es gibt keinen Druck, etwas zu schreiben, kein Datum, bis wann die Texte da sein müssen … es soll also in erster Linie Spaß machen!


Sollte ich nicht irgendwo abgehen? Hatte er nicht gesagt Links-Links-Rechts-Links?  Oder? War doch mehr rechts als links dabei? Verdammt. Ich hätte es im Navi eingeben lassen sollen, wo ich doch einen so guten Orientierungssinn habe. Ich verlaufe mich schon im Supermarkt. Na toll. Dabei wollte ich nur schnell weg aus dem Mist. BlaBla, wenn du da lang gehst, dann kannst du gemütlich abgehen und bist auf dem sicheren Weg in die Freiheit. Pah – vielleicht wäre es doch besser gewesen mit meinen Freunden mit zu gehen. Es war eine Party geplant – da hätte ich auch abgehen können. PARTY. Nein, ich wollte nur weg von der Kontrolle. Seit der neuen Regierung wurde es nur schlimmer. Immer mehr Kameras. Nirgends konnte man mehr unbeobachtet sein. Ich befürchte sogar in privaten Bereichen beobachten sie uns. Dann kam die Abschaffung des Bargeldes. Dumm nur, dass ich meine grosse Klappe nicht halten kann. Seit dem sind meine Konten eingefroren und mein Führerschein gesperrt. Zur Familie kann ich nicht, denn wenn die auf einmal, denn wenn auffallen würde, dass sie auf einmal mehr verbrauchen würden. Das kann ich nicht verantworten. Getoppt wird es jetzt noch. Ein paar der Schlafschafe, die sich tatsächlich freiwillig mit RFID-Chips impfen lassen. Tut ja nicht weh und man kann damit nicht nur alle seine Türen öffnen sondern auch noch sicher zahlen. Also wirklich, WIRKLICH? Denkt ihr nur das kann man mit den Chips machen? Wenn du nicht spurst, wirst du einfach abgeschaltet. So einfach ist das.

Nein – nein ich muss weg. Ah – da ist doch der Weg, der abgehen soll. Schnell sprinte ich auf den Weg zu. Er ist zugewachsen. Wo soll ich durch schlüpfen? Da bewegt sich was – ein Mann, er stoppt mich.

„Hei, du bist hier falsch. Die Party ist am anderen Ende der Stadt.“ „Ich will nicht zur Party, ich will nur hier abgehen.“ „Ich sehe, du kennst die Parole. Bist du dir sicher?“ „Absolut. Ich will keine Marionette werden. Ich will frei sein.“

„Das ist aber kein Happening. Es wird viel Einschnitte geben.“ „Nichts kann schlimmer sein, als das was hinter mir liegt. Nicht kann schlimmer sein, als absolute Kontrolle und Beschneidungen der geistigen Freiheit. Niemals. Ich bin bereit für Leben.“ „Gut, Mädchen. Willkommen im Widerstand.“

ENDE

Geschichtenzauber

Das achte Wort | 2017 – Glücksschmied


Was ist das Projekt *.txt?

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Mir ist einfach nichts zu Glück eingefallen. Als ich auf dem Weg zur Arbeit war kam mir dann  auf einmal die Eingebung. So mitten auf der Autobahn ist mir was eingefallen. So – wie soll man das notieren? Ich habe also versucht an nichts anderes zu denken um diesen zerbrechlichen Gedanken nicht zu verlieren. Sobald ich konnte bin ich rechts ran gefahren und habe es im Handy notiert. Weiter gefahren und die Gedanken sprudelten. Ach herrjeh – wenn das so weiter gehen würde, käme ich zu spät auf die Arbeit. Auf dem Firmenparkplatz noch schnell den rest eingetippt. Puh – geschafft. Einfacher wäre es gewesen, wenn ich den Rekorder auf dem Handy gefunden hätte. Jetzt weiss ich wo der abgelegt ist – für den nächsten kreativen Schub in unmöglichen Situationen. 😉


Glücksschmied

Die Tränen liefen die Wange hinab und tropften auf die Oberlippe.  Ich zog die Nase hoch und konnte mich gerade noch zurück halten um sie nicht am Ärmel abzuwischen. Lieber nahm ich das angebotene Taschentuch.  Gekündigt.  „Sehen sie es doch als Glück an, Frau Wanderer. Diese Arbeit war doch sowie so nicht ihr Ding. Büroangestellte – man hat ihnen das schon von weitem angesehen, dass sie diese Tätigkeit verabscheuen. Jetzt werden sie quasi gezwungen sich umzuorientieren und finden vielleicht was Besseres für sich. Ihr Glück vielleicht.“ Ich sah ihn durch den Tränenschleier an und er konnte wirklich froh sein, dass ich die Kiste mit meinen persönlichen Sachen schon in der Hand hatte. Sonst hätte er, statt der Hand meine Faust bekommen.

Er sah mich unbehaglich an. Es musste in meinen verquollenen Augen erkennbar sein, was ich dachte. Ich gehörte wahrlich nicht zu den Frauen, die niedlich aussehen, wenn sie weinen. Nein – keiner kommt dann und wischt mir die Tränen von der Wange und nimmt mich tröstend in den Arm. Ich bekomme hässliche rote Flecken im Gesicht, meine Augen schwellen zu roten Ringen an und meine Nase wird zu den Niagarafällen. Ich bin wirklich nicht süß, wenn ich weine.

Das förderte meist keinen Mitleid meines Gegenüber sondern eher das Bedürfnis sich schnell umzudrehen um das Elend nicht länger betrachten zu müssen. Aber Herr Paulus war ein Profi – er war der Personaler und hatte schon einige Leute heulen sehen, nach dem er ihnen die Kiste für ihre Habseligkeiten überreichte.

Mit verachtenden Blick und der verrotzten Nase schnaubte ich wie ein Stier und verließ das Büro. Ich konnte den Kollegen ansehen, dass sie aufatmeten. Alle waren froh, dass es nicht sie getroffen hatte. Ja – ich war die Letzte die kam und die Erste die gehen musste. So war das halt. Klar hat mir der Job keinen Spaß gemacht – aber das interessiert weder meinen Vermieter noch die Kreditkartenvermittler. Alle wollten sie Geld und das bekam man halt nur wenn man arbeitet.

Ich ging zum Auto.  Natürlich regnete es.  Das Universum verhöhnte mich.  Soll ich euch noch erzählen, dass ganz klassisch der Schlüssel aus der Tasche auf den Boden fiel? Und die Kiste in der meine Sachen waren so durchweicht war, dass der Inhalt gerade auf dem Boden verteilt wurde? Als ich endlich – Tratsch nass im Auto saß – leuchtete noch die Motorkontrollleuchte auf. Ich sah gen Himmel und musste lachen. Da oben meint es wirklich jemand besonders gut mit mir.

Tropfend stand ich vor der Wohnungstür und versuchte sie aufzuschließen Ich trat in den Flur und ließ die Kiste aus dem Büro einfach fallen.  Ich hörte meine Tasse klirrend.  Das war es wohl dann auch für sie.  Ich schleuderte die unbequem Schuhe von den Füssen und zog meine nassen Klamotten im Laufen aus.  Die ließ ich gerade so liegen und schlüpfte im Bad unter die warme Dusche.  In meinen kuscheligen Bademantel gewickelt setzte ich mich in meinen Lieblingsessel.  Das Telefon blinkte.  Ich hörte es ab.  „Hi Maureen. * Räusper*.  Ich muss dir was sagen“.  Er macht Schluss. Am Telefon – Perfekt. Wenn das kein Tag für Depressionen war, welcher dann.

Ich ging an den Kühlschrank um die Eislade zu öffnen.  Da stand nur noch ein halber Eimer drin auf dem sich schon Kristalle gebildet hatten.  Egal.  Der würde jetzt den friedlichen Eistod  sterben.  Mit verheulten Augen, einer Liebesschnulze im DVD Player und dem Eisbecher saß ich finster auf der Couch.

Ich war ganz alleine. Meine Eltern waren gestorben, als ich gerade 19 war. Ich hatte keine Geschwister und auch sonst keine Angehörigen. Es war also tatsächlich Zeit  das Leben, das ich gerade führte zu überdenken.

Was jetzt.  Jetzt wurde ich das Glück am Schopfe greifen.  Eine neue Zukunft. Ich hätte die Chance endlich was zu finden das mich erfüllen könnte.  Nie wieder einen Job der mich nicht glücklich machen würde.  Für irgendwelche Idioten arbeiten. Vor allem keinen Null-Acht-Fünfzehn Typen nur um nicht alleine zu sein. .  Nein ich war mehr wert.  Das Glück sollte jetzt endlich mal bei mir anklopfen. Ich würde es auf jeden Fall mit offenen Armen empfangen.

Jetzt war ich dran – ich musste meines Glückes Schmied sein.

Entspannt löffelte ich das kristallisierte Eis und lachte über die romantische Komödie. Ein Silberstreif am Horizont hatte sich gezeigt. Ich würde ihm folgen, bis ich am Ziel ankam. Wo und was auch immer es sein würde.

ENDE

Allgemein, Geschichtenzauber

Das siebte Wort | 2017 – Wald – Der Ruf des Wolfes

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Der Ruf des Wolfes

Andrea wachte auf. Oh – ich bin ja eingeschlafen – das tat so richtig gut. Es war eine gute Entscheidung sich heute mal frei zu nehmen um einfach im Wald spazieren zu gehen. Abschalten und loslassen. Gibt es was Besseres, als das satte Grün der Blätter, das Rauschen des Windes durch die Kronen und das Geräusch der Waldbewohner? Jetzt war es aber schon recht düster geworden. Andrea fröstelte leicht. So ein Mist, ich habe keine Weste dabei. Eigentlich wollte ich ja auch  nur kurz entspannen und nicht einschlafen. Jetzt ist die Sonne weg und da ist es ja klar, dass es im Wald halt abkühlt. Ich muss jetzt gehen. Zu Hause werde ich mir ein schönes warmes Bad und ein gutes Glas Rotwein gönnen. Das hat meine Batterie wieder aufgeladen. Das sollte ich mir öfter gönnen.

Andrea stand auf, etwas steif vom langen liegen. Sie hatte einen tollen umgestürzten Baum entdeckt. Er war perfekt ausgehöhlt. Sie sammelte Tannenzweige und Blätter als Matratze. Dann hatte sie sich hineingelegt. Die Sonne hatte sie schläfrig gemacht und sie hatte sich fallen lassen.

Jetzt  musste sie aber endlich mal los – es wurde immer dunkler – solange sie noch was sah, sollte sie schon am Ausgang des Waldes sein. Sie lief los und im Augenwinkel bemerkte sie einen Schatten. Erschrocken drehte sie sich in die Richtung in der sie den Schatten wahrgenommen hatte. Da war nichts. Ach der Wald und seine Schatten, lächelte sie.

Widerwillig betrat sie erneut den Pfad um weiter zu gehen. Eigentlich wollte sie noch nicht gehen. Wäre sie wärmer angezogen, hätte sie wahrscheinlich in ihrem Naturbett übernachtet. Es war solange her, dass sie eine Nacht im Freien verbracht hatte. Eine tiefe Sehnsucht machte sich in ihrem Inneren breit. Seufzend lief sie weiter.

Tief in Gedanken versunken, achtete sie nicht so genau wo sie lang lief. Nach etwa einer halben Stunde stutzte sie. Ich bin wohl im Kreis gelaufen. Na so was, da war ich aber schwer in Gedanken.  Schmunzelte sie. Erneut lief sie los. Langsam kroch dicker Nebel aus dem Boden und verwandelte den Wald in eine gruselige Kulisse.

Andrea rieb sich über die Arme. Sie fror jetzt stark und dieser Nebel liess sie auch von innen her frösteln. Sie liebte den Wald und hatte auch schon einige Nächte in einem verbracht – aber das hier fühlte sich seltsam an. Bedrückend und beängstigend. Vorbei war das schöne wohlige Gefühl, das sie den ganzen Tag hatte. Jetzt breitete sich langsam Angst und Unsicherheit in ihr aus. Sie konnte es nicht verstehen.

Ok. Was mache ich denn jetzt? Anscheinend kann ich hier nicht raus. Verflixt.

Andrea drehte sich und erkannte – sie war schon wieder am umgefallenen Baum gelandet. Genervt setzte sie sich auf ihr gemachtes Bett aus Tannenzweigen und Blättern. Um sie herum hörte sie seltsame Geräusche. Ein Wispern. Auch hatte sie das Gefühl, ständig von irgendetwas gestreift zu werden. Sie wagte nicht sich zu bewegen. Etwas war hier im Wald und es schien ihr Angst machen zu wollen. Was ihm auch wirklich gelang.

Sie erschrak – Mist ich brauche einen Unterschlupf. Es ist schon recht düster – ich hoffe ich bekomme noch einen Shelter hin. Schnell sammelte Andrea einige Äste, die sie für den Unterschlupf brauchte. Ob ich mir ein Feuer vor dem Shelter mache? Ach ne – ich bin zu müde. Sie schlüpfte in ihre Behausung und schlief sofort ein.

Sie wurde wach, weil sie furchtbar fror. Hätte ich mir doch die Zeit für ein Feuer genommen. Nun – ich  muss mich bisschen bewegen um das Blut wieder in Gang zu bringen. Andrea robbte aus ihrem Shelter und sprang etwas auf und ab. Da! Da war es wieder. Dieser Schatten und um sie herum erhob sich ein unheimliches Geflüster. Sie drehte sich schnell um sich herum um die Quelle der Geräusche auszumachen. Aber sie konnte nichts finden. Ihre Gänsehaut würde sich hier nicht mehr legen. Sie fing an zu rennen.

Blind stolperte sie durch den dunklen Wald. Sie wurde von etwas verfolgt. Aber was? Sie konnte nichts erkennen. Lauf weiter, Andrea, lauf um dein Leben. Sie hatte keine Zweifel  daran, dass es hier wirklich um ihr Leben ging.

Sie stolperte ständig. Da – das ist der Beweis. Wenn sie in den Horrorfilmen durch den Wald rennen, stolpert keiner. Die rennen da immer wie auf einer Aschebahn. Sie versuchte sich von der Schlinge um ihren Fuss zu befreien.  Wieder hörte sie das Geflüster. Dieses mal kamen aber noch Heulgeräusche dazu. Oh nein – Wölfe – ich habe ja gelesen, dass sie wieder kommen, aber müssen sie gerade dann kommen, wenn ich im Wald strande? So ein Mist. Wie waren die Verhaltensregel? Okay, Okay – Lärm machen – langsam zurückweichen – nur nicht rennen. Gross machen, in die Hände klatschen, was werfen. Also gut  kommt nur – ihr Wölfe. Euch zeig ich´s

Und da kamen sie. Und sie waren riesig. Vor ihr baute sich ein Weibchen auf. Sie war beeindruckend. Ihre Augen wirkten so menschlich. So wissend. Andrea konnte nicht anders – sie war beeindruckt und ihre Angst schwand sofort. Dann knackte es neben ihr. Sie drehte ihren Kopf und sah noch mehr Wölfe. Da war es dann um ihre Bewunderung geschehen. Alle Verhaltensregel vergessend, rannte sie los. Und das war der Startschuss für die Leitwölfin. Sie setzte Andrea nach – der Rest des Rudels blieb im Hintergrund.  Eine Zeitlang liefen die beiden nebeneinander. Andrea hatte eine sehr gute Kondition. Da sie ein Waldkind war, joggte sie regelmässig mehrere Stunden die Woche.

Die Wölfin machte keine Anstalten sie anzugreifen. Andrea hielt an. Sie stützte ihre Arme auf die Oberschenkel um ihren Atem zu kontrollieren.

„Was willst du von mir? Jagen, fressen? Dann mach wofür du hergekommen bist. Ich kann nicht mehr lange mit dir mithalten.“

Die Wölfin legte den Kopf schräg als würde sie überlegen. Dann erhob sie sich. Und Andrea setzte sich auf ihren Hintern. Vor ihr erschien eine Frau. Eine nackte Frau. Sie war als Mensch genauso beindruckend, wie als Wolf und die Nacktheit schien ihr nichts auszumachen. „W-was – ich glaub ich spinne. Ich schlafe doch noch? Was bist du? Ein Werwolf?“

„Ja – so werden wir von euch Menschen genannt. Aber eigentlich stimmt das nicht so ganz. Wertiere sind immer so negativ behaftet – Wir sind Menschen, die ihre innere Stimme haben siegen lassen. Wir alle empfanden eine enorme Anziehung des Waldes. Die Menschenwelt engte uns ein und nahm uns die Luft zum Atmen.“ Andrea schaute sich um und sah noch mehr nackte Menschen aus dem Schatten hervortreten.

„Okay – kann ich mir nicht so vorstellen. Ich kann das nicht so erfassen. Und warum ängstigt ihr mich?“

„Entschuldige, das war nicht unsere Absicht, aber wie sollen wir so was denn umsetzen? Ich denke – egal wie – du hättest Angst bekommen.“

„Ich dachte Geister wären hinter mir her. Dieser Nebel und diese Atmosphäre.“ „Hahaha – Geister – die gibt es nicht.“ „Ja klar – das sagt mir gerade ein Werwolf. Okay, wir kommen vom Thema ab. Was wollt ihr von mir?“

„Wir haben deine Seele rufen gehört?“

„Ihr habt was?“ „Wir haben die Fähigkeiten Seelenverwandte zu erkennen. Ihre Seelen rufen nach Freiheit und Wildnis. Der Wald ruft aus ihnen heraus.“ „Man, das klingt wie aus einem mittelmässigen Roman. Was sagt denn meine Seele?“

„Du bist unglücklich. Dein innerer Wolf will frei gelassen werden. Merkst du denn nicht wie er in deinem Inneren an deiner Wand schabt?“ „Wie soll ich das merken?“ „Deine innere Unruhe, deine Unzufriedenheit. Und vielleicht seltsame Gelüste?“ „Was für Gelüste? Nach Menschenfleisch?“ „Wir sind doch keine Zombies. Ich mache dir ein Angebot. Du leugnest es – aber wir spüren es ganz genau – dein Wolf will raus. Wir können dir helfen. Dann bist du Frei. Kannst durch die Wälder streifen. Rennen und mit uns jagen und tollen. Überlege es dir. Wir führen dich zurück zu deinem Lager. Bei Sonnenaufgang kommen wir um deine Entscheidung zu hören. Du bist nicht in Gefahr. Egal wie du dich entscheidest – wir helfen dir.“

Zurück in ihrem Shelter dachte Andrea intensiv nach. Was war das? Kann es das geben? Ich habe es doch gesehen. Bin ich eine Wölfin? Ich liebe es in der Natur zu sein und vermisse es wahnsinnig. Mein Job fesselt mich und ich bin unzufrieden.  Sie überlegte, bis sie einschlief. Und sie träumte. Sie war ein Wolf und rannte mit den anderen durch den Wald. Die Äste schlugen ihr ins Gesicht und sie liebte dieses Gefühl. Als würde sie von ihnen gestreichelt werden.

Bei Sonnenaufgang wurde sie von einer feuchten Nase an gestupst. Sie erschrak und rieb sich die Augen. Sie trat gegen die Äste ihres Shelters und die gaben sie frei. Das Rudel hatte sich um sie herum versammelt. Es war ein toller Anblick. Solch edlen Geschöpfe und sie wollten sie bei sich aufnehmen. Ihre Entscheidung war gefallen. Sie würde eine Wölfin sein und mit ihrem Rudel durch die Wälder streifen. Sie brauchte nichts zu sagen. Die Leitwölfin nickte und nahm ihre Hand zwischen ihre Zähne. Andrea wurde in die Mitte geführt. Ein kleiner Biss und schon war es vollbracht.

„Wann verwandle ich mich? Bei Vollmond“ Die Leitwölfin wandelte sich wieder in eine Frau. Lachend schüttelte sie ihr Haar. „Ach diese Mythen. Nein. Warte einige Stunden, bis mein Biss, den gesamten Blutkreislauf gewandelt hat. Dann kannst du dich jeder Zeit verwandeln. Genau richtig um noch einige Sachen zu erledigen. Bring dein Leben zum Abschluss und komme zu uns. Wir werden auf dich warten“

„Ok. Viel ist es ja nicht. Keine Familie, unbedeutende Freunde – ich beeil mich – ich kann es nicht abwarten bei euch zu sein.“ Andrea rannte los. Sie war so voller Energie und Lebensfreude.  Sie blickte sich um und sah ihre Familie. Noch schneller rannte sie um ihr altes Leben zu verabschieden und ihr neues zu begrüssen.

ENDE

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