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Das Dritte Wort – Die tödliche Dosis für das Volk Part 2 – Lichtblick

Mir ist einfach nichts eingefallen – also habe ich bei Google etwas Inspiration gesucht als ich Lichtblick eingab. Und sie kam mit diesem Bild

Und da die Geschichte so gut passt – ich habe einfach eine Fortsetzung geschrieben – HIER findet ihr den ersten Teil.

Was ist das Projekt *.txt?

Schnell erklärt soll das Projekt *.txt der Inspiration dienen. Einmal pro Monat wird ein Wort verkündet, zu dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Texte schreiben. Es gibt keinen Druck, etwas zu schreiben, kein Datum, bis wann die Texte da sein müssen … es soll also in erster Linie Spaß machen!


War es vorbei? Bastian und Petra waren schon so lange unterwegs. Nach dem Anruf von Bastian aus dem Krankenhaus hatte Petra so schnell sie konnte die Sachen, die Bastian schon seit langem vorbereitet hatte, vom Dachboden geholt. Das war ein Survivalrucksack, Schwerter, Schlagstock, Schlafsack, Plash Palatka, Gasmaske – die war extrem wichtig um überhaupt durch die versuchte Gegend kommen zu können ohne gleich der Vergiftung anheim zu fallen. Sie musste zurückdenken, an das Gespräch vor wenigen  Minuten. Lähmungen, Blut, Tot. Wie gut waren sie vorbereitet. Was machen mit den Tieren? Die Hunde waren kein Problem – aber die Katzen? Sie mussten mit. Lange hatten sie überlegt, ob sie die beiden frei lassen. Sie konnten überleben. Aber nicht mit dieser Verseuchung. Den Hunden hatte Petra die Gasmasken schon umgeschnallt. Das war nichts außergewöhnliches –nichts anderes als ein Maulkorb. Aber die Katzen – das war schon viel Training, bis die beiden endlich mal bereit waren diese Masken zu tragen. Sie hatten viel gelacht, als sie ihr Glück versuchten. Die beiden waren einfach zum Kullern. Aber jetzt waren sie bereit. Das wäre ein Foto wert gewesen. Petra, Bastian mit Hund und Katze in voller Schutzmontur. Petra hatte die Katzen im Korb, die Hunde an der Leine, die Rucksäcke lagen bereit. Schnell packte sie das Auto. Die Zeit lief. Tick-Tack, Tick-Tack. Bastian hatte ihr klar gemacht, dass es brennt. Wahrlich brennt. Die Dosis der Chemtrails wurde auf eine letale Dosis erhöht.

Sie saß im Auto und raste die Straße zum Krankenhaus. Noch schien keiner wirklich mitbekommen zu haben was los war. Sie kam recht gut durch. Mied Hauptstraßen. Keine Fünfzehn Minuten später war sie angekommen. Schnell schickte sie Bastian eine Nachricht. Aber sie sah ihn schon an der Tür stehen. Sie schnappte seine Maske, rannte zur Tür und warf sie ihm zu. Er zog sie über und bevor jemand registrierte was neben ihnen geschah waren beide im Auto. Bastian trat das Gaspedal durch und lies die Reifen durchdrehen.

„Gut gemacht Schatz. Besser hätten wir es gar nicht proben können. Ich bin stolz auf dich.“ Dann drehte er sich schnell zu den Tieren um.  „Auf euch natürlich auch.“ Die Hunde wedelten mit dem Schwanz, als hätten sie genau verstanden um was es geht und die Katzen maunzten laut.

Natürlich hatte Bastian nicht nur zu Hause vorgesorgt. Eine abgelegene Hütte im Wald sollte ihnen erstmal Schutz bieten. Fenster und Türen waren mit Folie abgesichert – soweit möglich. Vorräte waren schon vor Monaten in der Nähe vergraben worden.

Das war jetzt schon sechs Monate her. Die Vorräte wurden langsam knapp. Sie mussten jetzt reagieren. Sie waren schon öfter man vor die Tür gegangen – mussten sie ja – die Hunde und Katzen brauchten das. Aber in der Stadt waren sie seitdem nicht mehr. Sie wussten ungefähr was sie erwarten würde. Man hatte nur in YouTube Videos schauen müssen, die zeigen was bei Stromausfällen passiert – da konnte man sich hochrechen, was bei so einem Fallout mit den Überlebenden zu erleben war. Petra sträubte sich innerlich – sie wollte nicht in die Stadt. „Basti – lass uns einfach weg gehen. Wir haben doch alles geplant – ich muss nicht sehen was in der Stadt los ist. Es ist doch eh alles geplündert. Wir haben noch genug um paar Wochen zu schaffen. Für die Tiere können wir Nager fangen. Komm Schatz – ich will das nicht.“ „Was ist mit unseren Eltern? Wir müssen nach ihnen schauen.“ „Schatz – wir haben das mit ihnen kommuniziert. Sie wissen was zu tun ist. Sie sollten sich sofort auf den Weg zu unserem Haus im Ausland machen. Mein Vater hat sich bestimmt um alles gekümmert. Du kennst ihn. Er wird deine Mutter und meine Mutter geschnappt haben und sie sind schon unterwegs.“ „Ich weiß nicht. Was wenn nicht?“ „Was meinst du?“ „Vielleicht hat die Regierung sie festgenommen?“ „Und dann? Dann sind sie auch erstmal sicher. Sie werden einen RFID Chip bekommen. Das ist übel – aber nicht unmöglich zu bewältigen. Auch dafür haben wir schon trainiert. Sie werden einen Weg finden. Mach dir keine Sorgen – sie sind sicher und sie kommen.“ Er nickte. „Du hast Recht. Es wird Zeit – lass uns dieses verseuchte Land verlassen.“  Sie packten langsam und tief in Gedanken versunken ihre Sachen. Das Auto hatten sie schon vor langer Zeit abgestoßen um keine Aufmerksamkeit zu erringen. Sie hatten einen langen Weg vor sich. Er führte sie an den Stadtrand und als sie oben auf dem Berg standen und auf ihre alte Wohnstätte blickten kullerte Petra eine Träne die Wange herunter. Sie drehten sich um – ein Sonnenstrahl traf auf eine Blume die sich durch die Erde gearbeitet hatte – ein Lichtblick – es würde alles gut werden.

ENDE – denke ich :-)

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Das zweite Wort | 2018 – Unendlich

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Warum hat das so lange gedauert? Das vierte Wort steht schon bald in den Startlöchern und jetzt erst kommt mein zweites. Ich hatte eine kleine Schreibflaute und nur die Sachen mit Termin gemacht. Aber im Moment habe ich einen Lauf und habe das gleich ausgenutzt. Wer weiss wie lange das andauert, dann habe ich wieder Wochenlang nichts. Dann hatte ich eine andere Geschichte gestartet – die hat sich dann aber festgehängt. Ich würde sie gerne weiter verfolgen. Mal sehen. Aber jetzt zu meinem zweiten Wort.


Unendliche Rache

Langsam ritt er über die unendliche Prärie. Sein Pferd war müde – ebenso wie er. Die untergehende Sonne stand in seinem Rücken. Für jeden der ihm jetzt entgegenkommen würde, wäre er nur eine schwarze, bedrohliche Silhouette. Aber auch für diejenigen, die ihm näher kommen würden – sie würden ebenfalls nur eine schwarze, bedrohliche Silhouette sehen, denn mehr waren er und sein treues Pferd nicht. Sie waren nur noch dunkle Schatten, auf der ewigen Reise. Er wünschte sich eine Farm und seine Ruhe. Aber dieses Schicksal war nicht für ihn bestimmt – nicht mehr.

Er lebte, nein existierte nur noch für die Rache. Sein Deal war – die Rache gegen seine Seele. Aber wie es so ist: der Teufel ist kein ehrlicher Geschäftspartner. Andere wünschten sich Ruhm und Reichtum. Sie glaubten dem Teufel, dass sie dafür nur ihre Seele geben mussten. Höllenqualen und Verdammnis, das existierte für sie nicht. Sie alle ließen sich täuschen von dem Gehörnten. Und immer mehr verfielen ihm. Seine Macht wuchs und wuchs. Aber James wollte nur seine Rache. Rache für die Ermordung seiner Familie. Er wusste um den Preis. Er wusste, dass er leiden würde. Aber er litt seit dem Tod seiner Familie. Schlimmer könnte es nicht werden.

Seine Seele war schon vorher schwarz gewesen. Er war ein Revolverheld. Viele hatte er getötet, viele hatten ihn herausgefordert. Ein Revolverheld zu sein brachte Verantwortung mit sich. Es war wie ein Wolf zu sein – irgendwann würde ein Jungtier kommen um ihn von der Spitze zu vertreiben. Und es kamen viele, denen er vorzeitig das Leben nahm. Dafür würde er in der Hölle schmoren. Aber er war jung und ohne Perspektive. Sein Gesicht auf den Fahndungsbildern und die ständig steigende Belohnung – das verschaffte ihm einen Rausch. Bis er Rachel traf. Süße Rachel. Sie würde ihn retten. Sein Engel.

Er war so aufgeregt als er um ihre Hand anhielt. Und überglücklich, als sie ihm ein Ja gab. Die Hochzeit war wunderschön – sie war wunderschön. Nicht lange und ihr Sohn wurde geboren. Danach kam noch ein kleines hübsches Mädchen. Sie war so hübsch wie ihre  Mutter und ebenso ein Engel.

Drei Jahre hatte er das glücklichste Leben. Er liebte seine Familie und er hoffte aus den Fängen der Hölle zu entkommen. Bis zu dem schicksalshaften Tag. Er war in der Stadt um Vorräte zu kaufen. Hier kannten sie ihn alle nur als James. Keiner wusste von seinem Vorleben. Als er nach Hause kam, saßen mehrere fremde Männer auf seiner Terrasse. Sein kleiner Engel saß auf dem Schoss eines zahnlosen Säufers. Er spielte Hoppe Hoppe Reiter mit ihr und ihr Lachen klang wie ein Glockenspiel. James Jr. stand neben der Tür und sah ihn ängstlich an. Wo war Rachel? Er trug schon lange keine Waffe mehr. Noch nie hatte er sich so hilflos gefühlt. Fremde, gefährliche Männer bei seiner Familie. Langsam ging er auf die Terrasse. Nahm Marie vom Schoss des fremden Mannes und James Jr. „Geh mit deiner Schwester spielen, James.“ Der kleine war sichtlich erleichtert und zog seine Schwester hinter sich her. Sein Herz ging auf und er merkte wie verletzlich er geworden war.

Aber als Revolverheld konnte man nicht einfach abdanken. Wer würde dann den Ruhm ernten? Daran hätte er denken müssen, bevor er sich der Hoffnung hingab Glücklich zu werden. Er hatte sich von der Hölle nur eine kurze Zeit frei kaufen können. Jetzt musste er die Rechnung begleichen. Die Männer vor seinem Haus verhielten sich ruhig. Er trat auf die Tür ins Innere zu und öffnete sie. Rachel saß am Tisch. Ihr Kleid war zerrissen und sie hatte Blutergüsse im Gesicht und am Hals. Noch nie hatte er das Fehlen seiner Waffe so schmerzlich gespürt. Sie hing neben dem Küchenschrank – hoch genug, dass die Kinder nicht drankamen. Er würde nie drankommen.

„Hallo James. Da bist du ja endlich. Weißt du eigentlich wie lange ich schon nach dir gesucht habe? Wie alt sind deine Kinder zwei und drei? Ja – dann weißt du es ja. Einfach so von der Bildfläche verschwinden. Tse, tse, tse. Das geht doch nicht. Jemand muss doch deinen Platz einnehmen. Ehrenhaft. Siehst du wozu das geführt hat? Das hier ist alles deine Schuld.“ Rachel weinte leise – sie kannte seine Geschichte und hatte ihn trotzdem geliebt. Ihm vertraut. Und jetzt. James wand sich innerlich. Er sah im Blick seines Gegners was geschehen würde. Eine Träne löste sich und fand ihren Weg die Wange hinunter. „Rachel – es tut mir so leid.“

„Ach wie süß.“ Und ein Schuss löste sich. James Herz blieb in dem Moment stehen, als Rachel vom Stuhl fiel. Draußen hörte er zwei weitere Schüsse. In dem Moment starb er. Sein Körper reagierte nur noch. Er rannte los um zu seiner Waffe zu gelangen aber sein Gegner war schneller und schoss auf ihn. „Verdammt James – so wollte ich das nicht – ich wollte einen fairen Kampf Mann gegen Mann. Aber du hast dich mich entzogen. Was sollte ich denn machen? Hä? Aber du weißt ja – der Sieger schreibt die Geschichte. Leb wohl mein Freund.“ Und er schoss noch mal.

Aber der Teufel hatte andere Pläne mit ihm. Er verhinderte, dass James starb. Denn er wollte seine Seele. Durch die Heirat mit Rachel wäre sie ihm fast entschlüpft. Es war ein solches Vergnügen diesen Bengel Kirk, mit seinen Höhenflügen zu stecken, wo er James finden würde. Jetzt konnte er ihn sich wieder holen, James gehörte ihm.

James erwachte voll Schmerz. Aber schlimmer war – er fühlte nichts im Inneren. Er hatte erwartet dass ihn der Schmerz über den Verlust zerreißen würde. Aber es war nichts. Es war nur noch seine Hülle, die hier auf dem Bett mit Verbänden lag. Wenige Tage später verließ er das Lazarett. Er wusste, was von ihm erwartet wurde. Er spürte ihn schon. Den gefallenen Engel. Er klopfte schon laut an. Und James öffnete. Der Teufel bekam seine schwarze und tote Seele, dafür hatte James den Schuss überlebt um seine Rache auszuüben. Das war alles was er wollte.

Er war jetzt schon einige Jahre unterwegs auf der Suche. Kirk, so hieß der feige Mörder seiner Familie. Er reiste quer durchs Land und bot überall seine Dienste als Revolverheld an. Er war jetzt an der Spitze. Jeder glaubte ihm, dass er James in einem ehrlichen Kampf besiegt hatte. Er war jung und schnell. Warum sollte er es nötig haben zu lügen.

Jetzt war er aber ganz dicht. Er hatte die Information bekommen, dass er sich in dem nächsten Ort aufhalten sollte. Dort würde er ihn endlich stellen und damit auch endlich hinab in die Hölle fahren können. Er würde für seine Sünden büßen und dass er seine Seele verkauft hatte.

Es war dunkel, als er in die Stadt ritt. Die Leute konnten ihn nicht richtig erkennen. Nur seine dunkle Silhouette. Wenn er bei ihnen vorbeiritt wurde ihnen kalt und eine unerklärliche Wut stieg auf. Sobald er an ihnen vorbei war, hatten sie ihn auch schon wieder vergessen und alles war wieder wie sie es gewohnt waren.

Der Saloon war seine erste Anlaufstelle. Dort waren sie zu neunzig Prozent immer anzutreffen. Entweder unten in der Bar oder oben bei den Huren. Kirk war oben. Er schwebte als Schatten die Treppen hoch. Für alle nicht wirklich wahrnehmbar. Vor der besagten Tür hielt er an und klopfte laut.

„Verschwinde. Ich habe bezahlt und die Zeit ist noch nicht rum. Also verpiss dich.“ Von innen war Lachen zu hören. Wieder klopfte er an. Stärker und bedrohlicher. Kirk riss die Tür auf und erstarrte. Vor ihm stand eine dunkle und hasserfüllte Gestalt. Instinktiv wusste er um wen es sich handelte. Da er aber nackt war, hatte er keine Waffe bei sich. „Hallo Kirk. Ähnliche Situation. Du hast keine Waffe. Es wäre so einfach dich jetzt zu töten. So einfach.“ James lachte. Ein dumpfes böses Lachen, das Kirk eine Gänsehaut verschaffte. „Aber ich bin ein Ehrenmann. Zieh dich an und komm nach unten. Wir treffen uns draußen und klären das wie Männer. Das war doch dein Wunsch damals.“ „James? Du solltest Tod sein.“ „Ja? Tatsächlich. Du hast ja so mutig die Waffe auf mich gerichtet, als ich am Boden lag. Ach und nicht zu vergessen wie du Rachel erschossen hast und meine zwei kleinen Kinder. Das sind wahre Heldentaten. Der Teufel wartet schon auf dich. Soll ich dir ausrichten. Jetzt weißt du wieso ich hier vor dir stehe. Also lass uns das endlich beenden, dass ich verschwinden kann.“

Kirk wurde blass. Es war klar, dass er das nicht überleben würde. Denn James war immer noch der beste Revolverheld. Langsam ging er in das Zimmer zurück und zog sich an. Seine Waffe hing über dem Bettpfosten. Als er sie nahm, zog er sich schnell aus dem Holster und schoss auf James. Das entlockte James nur ein herzloses Lachen. „Kirk, ich bin schon tot. Das hier ist nur noch meine Hülle. Das einzige, das mich Leben lässt ist der Wunsch nach Rache. Also komm. Stell dich mir wie ein Mann.“

Sie trafen sich vor der Tür. James stand und wartete. Kirk schlich wie ein geprügelter Hund auf seine Position. James spielte mit seinem Holster. Kirk war nervös. Plötzlich wurde es gleißend hell hinter Kirk. Es schien aber keiner zu bemerken. Nur James konnte es sehen. Und was er da sah, ließ ihn fast noch mal sterben. Rachel und die Kinder standen dort. Sie kamen näher. „James, mein Liebster. Was tust du. Deine Rache hat dich hier her geführt. Aber bitte, lass davon ab. Komm mit uns.“ „Rachel? Rachel! Mein Herz, mein Engel. Schatz ich kann nicht mit euch kommen. Ich habe meine Seele verkauft. Ich gehöre dem Teufel.“ „Nein. Du hast den Vertrag noch nicht erfüllt. Erst wenn du deine Rache hast, aber wenn du von der Rache ablässt und Kirk verzeihst, dann kann ich dich mitnehmen. Wir können zusammen sein. Als Familie. Schau  nur. Marie und James Jr. Sie warten auf dich. Ich warte auf dich.“ Sie lächelte ihn gütig an. Im Inneren spürte er wie sich etwas löste. Eine Fessel um sein Herz schien zu brechen. Seine Familie stand vor ihm und wartete auf ihn. Er fühlte wärme in sich und Liebe. „Rachel, ich komme. Wartet auf mich.“

Kirk wartete und wunderte sich über das Verhalten des älteren. „James, was ist los. Bekommst du Muffensausen?“ James erwachte aus der Trance. Rachel war weg. Aber in der Ferne am Horizont, konnte er ein helles kleines Licht erkennen. Er ging auf Kirk zu. Kirk wich zurück. Was sollte das denn jetzt? James ließ seine Waffe fallen, schloss Kirk in seine Arme und flüsterte ihn ins Ohr. „Ich vergebe dir.“ Kirk stieß James von sich. Er blickte ihm in das Gesicht. James hatte wieder ein Gesicht. Und in seinen Augen standen Tränen. Kirk schritt einige Schritte zurück. „Zieh deine Waffe, alter Mann. Es wird Zeit endlich einen Schlussstrich unter deine Geschichte zu ziehen.“ James blieb stehen. Er wartete auf Rachel. Aber sie kam nicht. Der Teufel erschien. „James, was machst du, wir haben einen Vertrag. Ich habe dich am Leben gelassen für deine Rache. Ohne mich wärst du schon längst Würmerfutter. Jetzt bring es zu Ende. Ihr gehört beide mir.“ „Nein, ich breche meinen Vertrag. Ich werde diese Sache nicht für dich erledigen.“  „Waaaaas. Das kannst du nicht machen.“ „Doch, das habe ich schon. Ich vergebe Kirk, den Mord an meiner Familie. Ich befreie mich von den Fesseln des Hasses und warte auf  meine Liebe.“ „Aaaaarrrrrhhhhhg. Ich habe meine Zeit verschwendet.“ Er zog ein Stück Papier aus der Luft. James erkannte seine Unterschrift. Der Teufel wollte ihm gerade den Vertrag unter die Nase halten, als dieser sich entzündete und verbrannte. Der Teufel war sprachlos und in diesem Moment brach James leblos zusammen. Durch den vernichteten Vertrag war sein Deal hinfällig und sein Leben, das nur durch den  Vertrag bestand, war es ebenfalls.

James rannte in die Richtung in der das kleine helle Licht auf ihn wartete. Wo seine Familie auf ihn wartete. Er nahm Rachel in die Arme und küsste sie. Seine Kinder kuschelten sich an ihn. Er war endlich wieder glücklich. Jetzt konnte er unendlich viel Zeit mit seiner Familie verbringen. Sie drehten sich von den Szenen im Hintergrund weg und gingen ihren Weg zusammen. Für immer zusammen.

 

Ende

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Das erste Wort | 2018 – Am Anfang war das Feuer…

Neues Jahr neue Worte – Projekt TXT.

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Ich begebe mich hier auf ganz neues Terrain. Mein Beitrag enthält dieses Mal schwach erotische Elemente. Ich habe schon bisschen überlegt, ob ich es überhaupt veröffentlichen soll. Aber es ist ja hier anonym und ihr habt ja nicht gesehen, dass ich rot geworden bin beim Schreiben und auch beim Veröffentlichen. Es schreibt sich wirklich sehr komisch und fühlt sich holprig an. Aber es war schon mal interessant.


Am Anfang war das Feuer….

Sie hasste diesen Film. Einmal hatte sie ihn freiwillig gesehen und dann noch einmal in der Schule und noch einmal während des Studiums. Jetzt saß sie da und sollte eine Interpretation von diesem miesen Film schreiben. Das schlimmste war – sie müsste ihn dafür noch mal schauen. Denn sie hatte natürlich nicht gewusst, dass dies eine Aufgabe werden würde – das war die Rache der Professorin. Diese Frau war einfach furchtbar. Arrogant und so selbstverliebt. Sind Professoren in diesem Bereich so. Dabei hatte Anthropologie sie so gereizt. Nun hatte sie bisher nur alte Knochen gewaschen und einem selbstverliebten Professor zugehört, was er denn alles so gefunden und publiziert hatte. Sie seufzte tief und drückte Play auf dem DVD Player.  Schon als sie die Szene sah als die Männer auf dem Baum kauerten kam ihr die Galle hoch. Da drückte sie das erste Mal von unzähligen Malen auf den Pause Knopf. „Das halte ich nicht aus ohne ein Bier und Chips“ Schnell sprang sie auf und ging in die Küche und suchte gewünschtes heraus. Voll beladen setzte sie sich wieder auf den Boden. „Ok. Ich brauch viel Bier dann wird der Film bestimmt nicht so schlimm.“ Und so war die erste Flasche schnell geleert. „So ist das schon besser.“ Sagte sie sich, während sie dem Trupp auf dem Bildschirm folgte als die mit ihrem Feuer durch die Gegen zogen und gegen Säbelzahntiger kämpften. Sie machte sich fleißig Notizen und als dann endlich die Frau auftauchte, die gewisse Unruhe in die Truppe brachte war die zweite Flasche geleert. Und die Stimmung kippte. „Ahhhh. Ich hasse diesen Film….“ Ein Griff in die Chipstüte und eine Handvoll der leckeren gelben Suchtbomben landete in ihrem Mund. Ein weiter Griff und etwas stach ihr in den Finger. „Autsch – verdammt – was – zum Teufel“ Sie zog den Finger aus der Tüte und sah den kleinen Blutstropfen. Sie steckte den Finger in den Mund und saugte daran. Danach wurde es dunkel. Sie kippte langsam zur Seite und die dritte Flasche Bier viel aus der Hand – der Inhalt ergoss sich langsam auf dem hellen Teppich und sickerte in die Fasern wie in einem vertrocknetem Blumentopf.

Sie öffnete die Augen und setzte sich auf. Ihr Kopf dröhnte, es war dunkel und sie fror. Was war passiert? „Ah – das Bier – ich bin wohl müde geworden. Kein Wunder, das Bier und der lahme Film – da musste ich ja einschlafen.“ Sie versuchte aufzustehen. Etwas wackelig auf den Beinen stolperte sie über einen Gegenstand vor ihr und stoß sich empfindlich die Zehen. Fluchend hüpfte sie auf dem anderen Bein und stoß sich den Kopf. „Was – was hängt denn da – „ sie fuchtelte mit den Händen über sich und stieß sich die Hände – Die Decke? Sie hatte doch nicht so niedrige Decken. Sie drehte sich verwirrt um sich selbst. Ihre Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit und sie konnte schemenhaft die Einrichtung erkennen – oder eher nicht erkennen. Das waren doch nicht ihre Möbel. Das waren gar keine Möbel. Das waren Steine. Und in der Mitte erkannte sie eine runde Anhäufung von Steinen wie eine Feuerstelle. „Ich träume – ich bin gar nicht wach geworden. Das Bier hat ganz schön reingehauen. Ich laufe dann mal in meinem Traum in die Richtung in der ich die Öffnung schimmern sehe. Mal sehen was für einen Traum mir dieser Film beschert.“ Amüsierte sie sich – noch.

Geduckt verließ sie die Höhle – es war tatsächlich eine Höhle. Draußen war es hell und sie blickte an sich herunter – sie war nackt. „Uh – nackt – uh.“ Schnell verdeckte sie ihre Scham mit ihrer Hand und mit dem anderen Arm verdeckte sie ihre Brüste. Sie sprang in das Gebüsch neben ihr und blickte sich um. So langsam beschlich sie der Verdacht, dass es sich mehr als um einen Traum handeln musste. Es fühlte sich alles so real an. Die Steine, die in ihre nackten Füße piksten, der Wind, der über ihre nackte Haut strich. „ich verstehe nicht was hier passiert ist.“ Da merkte sie einen kleinen dumpfen Schmerz am Finger – sie schaute hin und konnte noch den Stich sehen und einen kleinen vertrockneten Tropfen Blut. War der Stich schuld? Und wie sollte ein Stich so etwas verursachen? Aber sie hatte keine Chance mehr sich Gedanken zu machen. Denn jemand kam zur Höhle. Ein Mann. Er war ebenfalls nackt. Nach dem was sie im Kurs gelernt hatte befand sie sich wohl in der Steinzeit. „Ich bin in der Steinzeit.“ Sie raufte sich die Haare. Der Mann entdeckte sie und runzelte die Stirn. Er winkte sie zu sich. Auf keinen Fall würde sie ihm nackt gegenüber treten. Auf keinen Fall.

Als sie sich nicht bewegte runzelte er wieder die Stirn. Er blickte sie irritier an  und dann sauer. Wieder winkte er sie zu sich aber dieses Mal entschiedener. Sie schüttelte den Kopf. Würde sie sich mit ihm unterhalten können?  Es gab noch keine hoch entwickelte Sprache. So sagte man. Die Funde würden belegen, dass die ersten Hominoidea noch  nicht in der Lagen waren richtige Worte zu formen. Gleich würde sie es wissen. Sie öffnete den Mund und antwortete. „NEIN!“ Sie konnte schon  mal sprechen. Und er? Er legte den Kopf schräg und blickte sie verwundert an. „So – er wohl nicht.“ Er stampfte auf und stampfte weiter auf sie zu. Dann zog er sie aus dem Busch – an den Haaren. „Hei spinnst du, du Neandertaler?“ Erschrocken ließ er sie los. Dann schupste er sie und sie viel auf ihren nackten Hintern. „Autsch – Mensch, das tut weh ohne Klamotten. Du Idiot.“ Sie rappelte sich auf und wollte ihm eine runter hauen – aber seine Reflexe waren super ausgebildet – ihre Hand traf nur die leere Luft. Dann schnappte er sie und zog sie an eine Feuerstelle – er zeigte auf das Holz, auf die Stelle und das was daneben lag – ein Hase. Sie blickte ihn irritier an. „Ich? Ich werde bestimmt keinen Hasen häuten und ausnehmen. Das kannst schön du machen. Pah.“ Sie drehte sich um und wollte gehen. Aber wohin. Sie konnte es nicht fassen – sie war eine Zeitreisende. Sie liebte ja diese Geschichten. Aber nur wenn sie schön eingekuschelt in ihrem Sessel saß und darüber las – selbst erleben wollte sie das bestimmt nicht – unabhängig davon, dass sie eh  nie daran geglaubt hätte.

„Ähm –ich gehe davon aus, dass du nicht sprechen kannst?“ Fragte sie den Mann – der bei näherer Betrachtung ganz annehmbar war. Schmutzig aber kein schlechter Anblick. Ihr Blick wanderte von oben nach unten und ihr wurde Bewusst, dass auch er nackt war und sofort schoss ihr die Röte in die Wangen und ihr wurde bewusst – Ich bin auch nackt. Oh – wie schlecht für mein Selbstbewusstsein. Während sie noch in Gedanken an ihren Körper versunken war und sich schämen wollte, setzte er sich an die Feuerstelle und entfachte ein Feuer. Dann nahm er einen Stein, den er wohl zu einem scharfen Schneidewerkzeug bearbeitet hatte und fing an den Hasen aufzuschneiden. Sie musste sich umdrehen sonst hätte sie sich übergeben. Es war doch ein himmelweiter Unterschied sich das eingepackte Fleisch aus der Theke zu nehmen oder zu sehen wie es dazu wurde. Sie wusste das ja schon – und wusste auch, dass sie es zwar gerne essen, aber nie erlegen würde wollen. Sie blickte wieder zu ihm und sah, wie er sie fragend beobachtete. Der Hase steckte schon an einem Stock und hing über dem Feuer. Der Geruch, ließ ihren Magen knurren.

Er blickte sie an, räusperte sich und sprach. Sie wäre fast nach hinten umgekippt. Er sprach. Und seine Stimme klang rau. Er hatte sie schon lange nicht mehr benutzt – so dachte sie. „Komm, setz dich und iss.“ Ihr Mund stand offen und sie fing mit Schnappatmung an. „Du sprichst?“ „Ja natürlich spreche ich.“ Sie ging langsam und misstrauisch zum Feuer und setzte sich. „Warum hast du nicht gleich gesprochen – das hätte einiges vereinfacht – und wo oder wann bin ich?“ „Was meinst du mit wann? Du bis jetzt hier. Und wo? Das ist meine Höhle. Da bist du.“ Ja klar – es gab weder Ort noch Zeitempfinden für die Steinzeitler. Sie lebten wie die Tiere – nicht hausten – lebten. Im Jetzt. Für sie gab es keine Vergangenheit und keine Zukunft.  „Okay.“ Er hielt ihr eine Hasenkeule hin und sie schnappte danach. Herzhaft biss sie zu und konnte gerade noch ein Schmatzen verhindern.

Sie beobachtete ihn – das Fett lief ihm am Kinn entlang, aber es störte ihn nicht – er verwischte es einfach. „Äh – gibt es hier Wasser?“ „Wasser – da ist ein Krug“ „Nein ich meine ein Fluss oder See“ „Wofür, da ist es gefährlich – da kommen die Tiere und die sind auch hungrig.“ „Ich will mich waschen.“ „Waschen? Wofür das denn?“ „Hygiene – selbst in der Steinzeit kann man wohl auf Hygiene achten, oder?“ „Hä? Versteh ich nicht – aber gut – komm ich zeige es dir.“ Sie liefen zum See und sie tauchte ein. Ach was für eine Wohltat. Das Wasser umfloss sie sanft und sie spürte wie der Schmutz von ihr abgewaschen wurde. Sie schwamm ein bisschen und schaute zum Ufer. Der Mann stand am Rand und beobachtete sie. „Komm – es ist herrlich. Das wird dir gefallen.“ Und vor allem mir – er muffelt nämlich furchtbar. Sie schwamm ans Ufer zurück und winkte ihm. Er schaute sie unsicher an und ging langsam ins Wasser. „Komm – es ist einfach herrlich.“ „Wasser ist zum trinken nicht um hinein zu gehen. Außer man will Fische fangen.“ Brummelte er. Aber es schien ihm doch zu gefallen, denn er kam immer tiefer. „Kannst du schwimmen?“ „Was?“ „Schau“ sie machte einige Schwimmbewegungen Brustschwimmen und Rückenschwimmen. „Nein.“ „Egal – du musst nicht so tief kommen.“ Und ich werde es dir beibringen. Denn ich befürchte hier gefangen zu sein. Er ließ sich ins Wasser gleiten und sie musste sich zurückhalten nicht über seinen Bauch zu fahren um dem Wasser tiefer zu folgen. Schon wieder errötete sie.  Was waren das denn für Gedanken. Das musste an dieser wilden Gegend liegen. Da wurden wohl die Instinkte intensiver. Puh – das würde ja noch interessant werden.

Sich ihrer Nacktheit wieder bewusst, verließ sie das Wasser und versuchte irgendwas zu entdecken was sie verhüllen würde. Aber es gab nichts. Sie seufzte und versuchte sich damit abzufinden. Schließlich hatte nur sie das Problem. Für ihn ist es normal. Also reiss dich zusammen und entspanne dich. Sie gingen zurück zur Höhle. Langsam wurde es dunkel und kühl.

„Wir müssen jetzt rein gehen – wenn es dunkel wird kommen die gefährlichen Tiere.“ Okay. Aber was macht man denn so ohne Fernsehen, Internet, Smartphone, Buch? Das konnte ja ein langer Abend werden, dachte sie sich.  Und ihr fiel etwas viel schlimmeres ein. Sie war eine Frau und er ein Mann und irgendwie musste sie an „Am Anfang war das Feuer“ denken und an die Szene mit der Frau. Sie zitterte. Was sollte sie tun, wenn er über sie herfiel? Sie hatte einen Selbstverteidigungskurs gemacht – aber würde ihr das helfen? Oder sollte sie so reagieren wie die Frau – ihn leiten. Wollte sie das – sie kannte ihn ja nicht – aber was zählte das hier. Es gab keine Etikette. Das hier ist Leben – da gab es keine ersten Dates und man wartet mindestens bis zum dritten Date bevor man zusammen ins Bett ging. Oh weh.

Er stand am Höhleneingang, tippte ungeduldig mit dem Stock auf dem Boden und schaute sich hektisch um. Sie verstand. Schließlich kannte sie ja aus dem verhassten Film, dass es zu dieser Zeit noch Säbelzahntiger und andere gefährliche Raubtiere herumstreunten. Pest oder Cholera, das waren doch die Worte, die ständig vielen, bei den Präsidentenwahlen. Jetzt stand sie auch vor ihrer Pest oder Cholera – was war gefährlicher? Der Mann vor ihr, oder die wilden Tiere hinter ihr. Sie entschied sich für den Mann – den denn konnte sie eventuell noch ausknocken.

„Hier – da schlafen wir.“ Vor ihr lag ein Stapel Felle. Sie rümpfte die Nase – sie rochen nicht nach Perwoll. Nun – das war halt so. Es sah aber kuschelig und vor allem warm aus. Aber „wir“ das hatte sie befürchtet. Aber so einfach wollte sie es ihm auch nicht machen. „Wir? Wieso wir. Ich nehme mir paar Felle und lege mich lieber dort hin.“ Sie zeigte in die entgegengesetzte Ecke. „Wieso? Es wird kalt heute im Dunkeln. Da schläft man nicht alleine wenn man einen Körper hat, der einen wärmt.“ Er wirkte so unbelastet und ohne Niedertracht. Nicht bedrohlich oder berechnend. Vielleicht überkompensierte sie. Es war bestimmt nicht so schlimm. Sie räusperte sich. „Das ist bei mir nicht üblich. Ich kenne dich doch nicht. Was wenn du  mir böses willst.“ „ich will gar nichts außer schlafen. Und deine Wärme, wenn du schon mal da bist. Auf komm. Es wird Zeit.“ Unbehaglich und sich ihrer Nacktheit wieder bewusst, legte sie sich auf den Fellhaufen und versuchte sofort reinzukriechen. Es sollte so viel Masse zwischen ihnen sein wie möglich. Bloß kein Körperkontakt. Sie wollte ihn auf keinen Fall animieren. Mit trockenem Mund lag sie steif wie ein Brett, als er sich neben sie legte. Sie wagte kaum zu atmen. Die Arme hatte sie steif neben sich gelegt und hoffte, dass er schnell einschlafen würde. „Was ist los? Warum bist du so angespannt? Warst du noch nie bei einem Mann?“ Hä? Was fragte er sie. „Ja – doch, aber es ist schon etwas her und es war schon eine andere Situation.“ „Was meinst du mit anderer Situation. Frau, Mann – da gibt es nur diese Situation.“ Kaum hatte er es ausgesprochen, rückte er näher. Zu nah. Ihr wurde ganz anders. Was sollte sie denn jetzt machen. Schnell drehte sie ihm den Rücken zu. Er rutschte immer näher und sie spürte seine Freude.

Oh Mann, was mache ich jetzt nur. Das war es, was ich befürchtet habe. Hier ist das nichts mit Abstand und Abstinenz. Ich kann noch froh sein, dass er nicht gleich über mich herfällt. Was mach ich nur? Sie spürte den Druck den er auf ihren Hintern ausübte und sie spürte auch ein Kribbeln in den Eingeweiden. Der weibliche Instinkt schien ihr einen Strich durch ihre anerzogene Zurückhaltung zu machen. Ihr Körper reagierte auf die Stimulation. Und er stimulierte sie weiter. Für einen Steinzeitmann war er tatsächlich sehr vorsichtig und zurückhaltend. Damit hätte sie niemals gerechnet. Er streichelte sanft ihren Rücken und rieb sich an ihrem Hintern. Dann versuchte er sie zu drehen. Er wollte sie auf dem Bauch. Das wollte sie auf keinen Fall. Sie war kein Vieh. Das musste sie verhindern. Wieder erinnerte sie sich an den Film und da ihr verräterischer Körper bereit war, warum sollte sie es denn nicht sein? Sie würde die Führung übernehmen. Also drehte sie sich um und blickte ihn an. Der Schein des Feuers, das er entfacht hatte, zauberte seltsame Schatten auf sein Gesicht. Er blickte sie verdutzt an und wollte sie wieder drehen. Aber sie wehrte sich. Langsam wurde er ungeduldig. Aber sie zeigte ihm was sie wollte.

Sie drückte ihn auf den Rücken uns setzte sich so schnell auf ihn, dass er nicht wusste wie ihm geschah. Von oben betrachtete sie ihn und fuhr sein markantes Kinn entlang. Jetzt würde sie ihm zeigen, wie es wirklich ging. Sie neigte ihren Kopf hinunter und berührte mit ihrer Zunge seine Lippen. Er zuckte mit seinem Kopf zurück, aber sagte nichts. Er ließ sie machen. Wieder näherte sie sich seinem Mund. Dieses Mal versuchte sie mit ihrer Zunge seine Lippen sanft zu öffnen. Da er nicht reagierte, ließ sie ihre Zunge fordernder zustoßen. Er öffnete seinen Mund und sie fing an ihre Zunge spielen zu lassen. Sie fuhr mit ihren Händen seinen Oberkörper entlang. Die Natur hatte ihn geformt. Die Jagd und das Leben hatten einen strammen Körperbau zur Folge. Sie fuhr seine Brustwarzen entlang. Er wand sich unter ihren Berührungen. Er schien sich nicht sicher zu sein, ob aus Unwohlsein oder Wonne. Er stöhnte zwischen ihren Lippen und sie spielte weiter mit ihm. Sie löste ihren Mund von seinem und fuhr nun zu seinen Ohrläppchen und knabberte leicht dran, bevor sie ihre Lippen weiter wandern ließ. Ihre Zungenspitze fuhr seinen Hals entlang zu seinen Brustwarzen. Diese umrundete sie, saugte dran und biss leicht hinein. Er stöhnte laut. Mittlerweile war auch sie aufs äußerste Erregt. Sie setzte sich auf seinen Schoss und übernahm die Führung. Sie genoss diese kleine Macht, die sie über ihn ausübte. Sie bewegte sich sehr langsam und er wurde fast wahnsinnig. Er ergriff ihren Hintern und zog sie noch dichter an sich heran. Er hob sie hoch und senkte sie langsam wieder hinab. Jetzt übernahm er die Führung. Schnell löste er sich von ihr und dieses Mal ließ sie es zu, dass er sich hinter sie kniete. Kräftig drang er ein und führte sie zum Höhepunkt. Erschöpft sanken sie auf die Felle und schwer atmend ließen sie den Schweiß auf ihren Körpern trocknen.

Sie kuschelte sich in die Felle, als ihr kühl wurde. Er stütze sich auf seinen Arm und betrachtete sie. „Was hast du da gemacht. Das war Zauberei. Bist du eine Hexe?“ Sie lachte. „Hexe? Nein. Das ist ein Liebesspiel gewesen. Es geht nicht nur um Vereinigung. Es geht darum auch Spaß und Gefallen daran zu haben. Du hast gesehen, was es ausmacht. Oder hat es dir nicht gefallen?“ „Ich weiß nicht. Ich konnte mich nicht wehren. Du hast mich verzaubert. Du musst eine Hexe sein. Ich konnte mich nicht bewegen. Deine Kraft ist mächtig.“ „Das ist keine Zauberei. Das ist – wie erkläre ich dir das? Fliegen. Man verschmilzt für eine kurze Zeit. Man verliert einfach mal die Kontrolle. Lässt alles einfach mal los. Ein bisschen Freiheit.“ „Ich weiß nicht ob mir das gefällt. Ich habe immer die Kontrolle über alles.“ „Nun. Du kannst mich verbannen, wenn es dir unangenehm ist, oder …“ und sie suchte mit ihren Händen sein Zentrum. Sanft ließ sie ihre Hände hoch und runter fahren. „…oder, wir genießen das hier beide.“  Er warf die Decken von sich und schnappte sie. Sie erschrak. Erst wollte sie fliehen, weil sie dachte er wär wütend, aber er hielt sie und zog sie auf seinen Schoss um zu überprüfen, ob es ihm nicht doch gefallen würde, die Kontrolle abzugeben. Ein neuer Anfang eröffnete sich für sie und er missfiel ihr nicht gerade.

ENDE

 

Ich selbst mag es in Romanen nur bedingt, dass Erotik enthalten ist. Ich habe nichts dagegen, wenn es erwähnt wird und auch beschrieben wird. Aber es sollte schon realistisch sein. Ich kann mit Begriffen wie pulsierender Lustschwengel oder sonstigen Zeug nichts anfangen, das ist für mich nicht erotisch. Aber ich wollte es einfach auch mal probieren. :-)

 

 

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Das zwölfte Wort | 2017- Die Lebkuchenmann-Liebe

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Das neue Wort passt doch sehr gut zu Weihnachten. Bei dem vielen Dekorationszeug…

Die Lebkuchenmann-Liebe

Anton parkte seinen SUV in der Garage. Als er ausstieg bemerkte er die große Lücke an der linken Wand. Er schaute einige Sekunden hin und zuckte dann mit den Schultern. Maggie hatte wohl endlich mal ihre Kisten entrümpelt, die sie vor einigen Monaten mitgebracht hatte, als sie bei ihm einzog. Wie sie den Platz in seinem Haus nach und nach eingenommen hatte. Immer mehr von ihrem Kitsch und immer weniger von seinen Sachen fand man. Oft hatte er sich gefragt, ob es wirklich so eine gute Idee gewesen war sie zu bitten bei ihm einzuziehen. Damals erschien es ihm logisch. Keine Minute wollte er ohne sie sein.

Jetzt elf Monate später, zweifelte er immer öfter und kam auch immer öfter später nach Hause. Wieder zuckte er mit den Schultern. Bald war Weihnachten und dann das neue Jahr. Wer weiß was sein neuer Vorsatz werden würde.

Müde und mit hängenden Schultern betrat er das Haus. „Maggie? Ich bin zu Hause. Wo bist du?“ „Ich bin im Wohnzimmer. Sorry, ich hatte keine Zeit zu kochen. Ich schiebe gleich eine Pizza in den Ofen.“ Während sie sprach kam sie um die Ecke in die Küche getanzt. Anton betrachtete sie und stutzte. War das ein Weihnachtspulli? Innerlich stöhnte er auf. Nein, nein, nein, oh nein. Neben ihren komischen Deckchen, Rüschen und Kissen der nächste Kitsch. „Äh, was hast du denn da an?“ Sie blickte an sich hinunter und zog den Pulli straff um das Motiv besser sehen zu können. „Ist es nicht toll? Mein liebster Weihnachtspulli. Den ziehe ich immer an, wenn ich schmücke. Den habe ich schon ewig. Er ist magisch. Sobald ich ihn anziehe, stellt sich alles in mir auf Weihnachten ein. Hier Schatz – heiße Schokolade mit Marshmallows.“ Anton nahm verdutzt die heiße Tasse und verzog das Gesicht. „Ein Kaffee wäre mir lieber gewesen.“

Maggie runzelte leicht die Stirn und fing gleich wieder an zu plappern. „Heute habe ich alles schon weihnachtlich geschmückt. Innen und außen.“ „Ja und morgen kannst du alles wieder abmachen. Ich hasse Weihnachten.“ „Was? Was! Im Leben nicht. Kein Weihnachten? Niemals. Komm mit und lass dich doch verzaubern.“ Maggie bemerkte Antons Abneigung und das entsetzte sie. Wie konnte man Weihnachten nicht mögen? Der Duft, die Lichter, die Musik. Sie könnte immer Weihnachten feiern. Er würde es ihr doch nicht vermiesen? „Maggie, ich sagte ich will diesen Kitsch nicht im Haus haben. Das ist reine Geldmacherei und ich steh einfach nicht drauf.“ „Komm schon – schau doch erst mal.“ „NEIN! Mach den Mist ab, sonst mach ich das, und das willst du  nicht wirklich. Wenn ich morgen von der Arbeit komme, ist alles weg, verstanden?“ Sie blickte ihn trotzig mit Tränen in den Augen an, während sie auf dem Brett über der Anrichte verschiedene Lebkuchenmänner hin und her schob.

Er betrachtete sie einige Zeit. Diese Lebkuchenmänner sahen schon sehr skurril aus. Fast lebendig. Sehr gute Arbeit, musste er schon zugeben. „Aber, aber, “ stotterte sie. „Ich liebe Weihnachten.“ Maggie betrachtete Anton. Sie spürte es schon einige Zeit. Er zog sich immer weiter von ihr zurück, und jetzt das noch. Das war es dann wohl gewesen. Sie würde auf keinen Fall nachgeben. Weihnachten war ihr Leben. Dafür würde sie allesmachen. „Ich gehe schlafen. Genieße deine Arbeit. Morgen ist alles weg.“ Damit drehte es sich um und verließ die Küche. Maggie drehte sich zu ihren Lebkuchenmännern um. „Ach ihr Lieben. Ich glaube, das wird ein Problem werden. Ihr wisst ja wie das so mit mir und all dem tollen Weihnachtskitsch ist. Und was passiert, wenn man es mir verbieten will. Da kann ich sehr ungehalten werden.“

Während sie  mit ihnen sprach, streichelte sie Gedankenverloren über ihre Köpfe. Schob sie zurecht und ließ etwas Platz. Morgen früh würde sie einen neuen Lebkuchenmann dazustellen. Zärtlich drückte sie allen einen Kuss auf die vollen Lippen und löschte das Licht.

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Das zehnte Wort – Tangieren – I Will Survive

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Für das zehnte Wort hatte ich ursprünglich eine andere Geschichte aufgeschrieben, die aber mal wieder so lange wurde, dass ich sie doch separat mal veröffentliche…aber wohl doch eher im neuen Jahr.

Hier also meine Geschichte zum zehnten Wort.


Marga konnte es nicht fassen. Da lag er doch, der faule Sack. Fauler Sack? Vielleicht eher faulender Sack. Ihn tangierte es mal überhaupt nicht, dass sie um ihn herum tanzte – mit Staubsauger und Staubwedel. Er verfaulte wohl wirklich, denn von ihm ging ein wirklich übler Geruch aus.

„Willst du nicht endlich mal aufstehen und der Couch mal die Möglichkeit geben wieder ihre ursprüngliche Form einzunehmen? Bevor dein Körper eine Gussform aus den Kissen formt.

„Brah.“ Kam es nur. Und der Berg bewegte sich. Von ihm fielen lauter Popcorn und Chips Reste und er rollte mit den Augen. Es musste sich was ändern. So habe ich mir mein Leben wirklich nicht vorgestellt. Nein, nein. Ich muss mein Schicksal selbst in die Hände nehmen.

Sie hatte doch mal was über das Darknet gelesen. Dort fand man irgendwie alles was nicht so öffentlich sein sollte. Ich habe ja Zeit. So schnell wird dieser Fleischklops ja eh nicht verschwinden. Noch nicht! Aber sie würde nachhelfen. Marga konnte sehr engagiert sein. Hatte sie sich was vorgenommen, war sie wie ein fest gebissenerer  Pitbull. Also fing sie an zu recherchieren. Natürlich hätte sie ihn einfach verlassen können. Aber alles lief auf seinen Namen. So blöd und blauäugig war sie damals. Wenn sie ging, waren die Jahre verschenkt. Das durfte nicht geschehen. Er musste gehen – dauerhaft und endgültig

Erst mal versuchte sie herauszufinden wie sie ins Darknet kam und in speziellen Foren las sie erst mal ruhig mit. Selbst erledigen oder jemanden beauftragen. Pro und Kontraliste schrieb sie auf. Für selbst erledigen Pro: Nur sie war Zeuge – Kontra: Nur sie war da – keine Hilfe – Pro: spart Geld – Kontra: Nötige Dinge selbst besorgen. So vergingen Tage und Tage und Marga kam keinen Schritt weiter. Bis zu dem Tag als sie auf einen Eintrag stieß. „Suche Frau zum gemeinsamen Recyceln. Austausch von Erfahrungen und tatkräftige Unterstützung.“ War es das was sie dachte?

Der Kontakt war schnell geknüpft. Es gab eine Organisation die Hilfe für ihre geplante Tätigkeit anbot. Sie trafen sich in einem Maniküre Salon. „Hallo. Marga? Ich bin Violett. Eine gute Platzwahl. Da hier alles illegale Einwanderer sind, die kaum ein Wort verstehen, wird hier wohl nie einer etwas ausplaudern, sollten sie doch was verstehen – Tolle Tarnung. Gute Wahl, das muss ich mir merken.“ Nach den üblichen Höflichkeitsfloskeln fing Violett an. „Es gibt drei Optionen, bei denen wir Hilfe anbieten. Selbst machen, einen Profi oder Gefallen.“. „Gefallen?“ „Ja ist recht beliebt. Irgendein Fremder ohne Bezug zu ihnen erledigt das und sie dann für einen anderen. Wie gesagt sehr beliebt und sehr anonym. Es kann aber Komplikationen geben. Man soll es nicht glauben, aber jemand Fremden ohne persönlichen Bezug zu töten, fällt manchen schwer. Also beliebt, aber nicht gerade die einfachste Methode. Am einfachsten aber sehr teuer ist der Profi. Aber nicht so befriedigend. Und es kann mürbe machen, da man nicht weiß wann der Profi zuschlägt. Manche bekommen dann doch noch Skrupel. Wenn die Abneigung dem Partner gegenüber sehr stark ist, empfehle ich selbst Hand anzulegen. Dafür brauche ich Details über das Objekt. Gesundheit, Vorlieben, Stärken, Fitness und, und, und. Ich habe hier einen Katalog, den sie nochmal durchgehen sollten. Natürlich diskret. Verbrennen sie ihn schnellst möglich und kontaktieren sie  mich wie beim ersten Mal.“ Getarnt als Nähzeitschrift nahm sie den Katalog an und blätterten ihn im Auto durch. Was wäre die beste Methode?  Ich muss darüber schlafen.

Als sie nach Hause kam saß er am Küchentisch und las in einem Sportmagazin. Ha – er und Sport. „Wo warst du? Ich habe Hunger und du gehst shoppen. Du vergisst deine Pflichten. Apropos Pflichten. Da ist noch eine andere als Ehefrau, der du mal wieder nachgehen kannst.“ Dabei grinste er anzüglich und stand auf. Schon zog er sie am Arm die Treppe hinauf und forderte ihre angeblichen Pflichten ihm gegenüber ein. Stinkend und grunzend bewegte er sich auf ihr. Sie schloss die Augen und blätterte in Gedanken den Katalog durch. Als er endlich abließ und von ihr runter rollte, hatte sie sichentschieden. Sie stand auf, richtete sich und ging in die Küche um ihn schnell was zu kochen. Sie streute noch ein Schlafmittel unter die Suppe und musste nur noch auf die Wirkung warten.

Als er endlich schlief, loggte sie sich schnell ins Darknet ein und kontaktierte Violett. „Ich habe mich entschieden. Lass uns treffen.“

Danach verbrannte sie ihre Pro und Kontra Liste samt dem Katalog und trank genüsslich ihren Kaffee. Schon am nächsten Tag trafen sich die beiden Frauen im Park. Während sie die Vögel fütterten teilte Marga Violett ihre Entscheidung mit. „Eine gute Wahl. Das dachte ich  mir schon. Hör zu, da du schon fleißig warst und die Details von ihm mitgebracht hast kann ich einen Plan erarbeiten und ich schicke dir die Beste Lösung. Ok? Das Finanzielle regeln wir, wenn alles unter Dach und Fach ist und kein Verdacht mehr auf dich fällt.“ „Hast du keine Angst, dass du dein Geld nicht bekommst?“ „Ach Schätzchen, du vergisst in welcher Branche ich tätig bin. Ich habe mein Geld immer bekommen.“. Violett stand auf und drückte Marga rechts und links einen Luftkuss auf und ging. Wenige Tage später kam ein Päckchen mit einer Flüssigkeit – Nahrungsergänzungsmittel Vitame  D3 und K2. Im Darknet teilte ihr Violett mit um was es sich handelte und was es bewirkte. „Du hast hier Adrenalin. Du musst ihm das alle zwei drei Tage ins Essen mischen. Es bewirkt Bluthochdruck und Herzrassen. Wenn er dadurch öfter zum Arzt muss, wird es nicht auffallen wenn du ihm das Kissen aus Gesicht drückst. Bei seinem Lebenswandel dürfte sich keiner über den Tod im  Schlaf wundern. Sicherheitshalber schicke ich dann einen Arzt der den Herzinfarkt bestätigt. Keine Angst ich erfahre von seinem Ableben.

Ich werde jetzt diesen Verlauf löschen. Diesen Kontakt gab es nie. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand neugierig wird. Die Rechnung kommt in einem grossen Abstand. Hebe die nächsten Monate regelmäßig unterschiedliche Beträge ab – dann wird keiner stutzig. Sollte jemand Fragen – du warst Essen oder auf dem Jahrmarkt immer wo viel Leute sind und dich keiner bemerkt. Keine Rechnungen sollten auftauchen und ähnliches, dass irgendeine Beweiskraft hat. Ich wünsche dir ein schönes Leben meine Liebe  mach was draus“. Der Bildschirm ging aus und ihr PC startete im Recovery Modus. Sie setzte den Rechner neu auf, während sie anfing das Lieblingsessen ihres Mannes zu kochen. Jetzt tangierte sie es nicht mehr. Summend rührte sie die Flüssigkeit unter die Suppe und schwang die Hüften zu ihrem Ohrwurm. „I Will Survive.“

Ende

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Das elfte Wort | 2017 – Sagenumwoben – Die Nebelfrauen

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Evelyn liebte es im winterlichen Wald spazieren zu gehen. Der November war einer ihrer liebsten Monate. Alles wirkte so geheimnisvoll im Nebel. Wenn man morgens durch den Wald streifte, konnte man den Raureif bewundern, der sich bei Sonnenaufgang auf die Wiesen und abgefallenen Blätter legte. Aber am liebsten war ihr der Nebel. Manchmal stand sie im Tal und blickte von weitem auf den Wald. Der Nebel stieg aus den Bäumen hervor – gerade als würde jemand einen großen Topf Suppe kochen und der Dampf stieg nach oben. Evelyn stand am Ortsausgang und betrachtete den Wald. Er war nicht weit von ihr entfernt. Bei diesem tristen und feuchten Wetter traute sich kein Mensch oder Tier aus dem Haus. Die Schornsteine qualmten und sanfte Lichter schienen aus den Fenstern. Sie drehte sich zum Wald hin und in der Morgendämmerung konnte sie wehende Schatten erkennen. Sie bewegten sich im Nebel. Es schein als würden sie tanzen. Sie schaute genauer hin und war sich sicher, es waren Frauen mit wehenden weißen Haaren und durchscheinenden Gewändern, die sich sanft um die gläsernden Körper wandten. Sie wiegten sich im Klang einer Melodie, die Evelyn nicht hören konnte. Sie winkten ihr, dass sie herbei kommen solle um mit ihnen zu tanzen. Diese Frauen hatten Evelyn in ihren Bann gezogen. Als wäre sie eine willenlose Marionette, lies sie sich führen. Immer näher kam sie ihnen. Immer wieder tauchten sie ein in den Nebel, der über dem Moor schwebte. Dunkel blitzte eine Erinnerung auf. Sagenumwobene Nebelfrauen und Nebelgeister, die Menschen vom Weg abbringen und ins Moor lockten. Schon war diese Erinnerung wieder erloschen. Evelyn spürte die Kälte, die sie einsog. Das Moor zog sie tiefer und tiefer – es fühlte sich kalt und glitschig, aber auch behütend an. Als sie untertauchte versuchte sie entsetzt Luft zu holen Aber ihr Mund lief mit Moorwasser voll. Sie bekam kurz Angst, als alles um sie herum dunkel wurde. Aber es war nicht für lange. Etwas zerrte an ihr und zog sie mit einem  kräftig Ruck aus dem Moor heraus. Sie wollte erleichtert tief einatmen – aber sie konnte nicht. Was war nur los? Sie blickte sich um. Um sie herum hatten sich die Nebelfrauen gesammelt. Sie hörte das wispern des Windes – oder war es das Flüstern der Frauen? Sie fühlte sich seltsam – als wäre sie Teil etwas besonderen – Teil einer Gesellschaft. Sie blickte an sich hinunter und konnte durch ihre Füße den Blätterteppich erkennen. Sie verstand – sie war gestoben im Moor und wurde somit Teil der sagenumwobenen Nebelfrauen.

ENDE

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Das neunte Wort | 2017 – abgehen – in die Freiheit.

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Sollte ich nicht irgendwo abgehen? Hatte er nicht gesagt Links-Links-Rechts-Links?  Oder? War doch mehr rechts als links dabei? Verdammt. Ich hätte es im Navi eingeben lassen sollen, wo ich doch einen so guten Orientierungssinn habe. Ich verlaufe mich schon im Supermarkt. Na toll. Dabei wollte ich nur schnell weg aus dem Mist. BlaBla, wenn du da lang gehst, dann kannst du gemütlich abgehen und bist auf dem sicheren Weg in die Freiheit. Pah – vielleicht wäre es doch besser gewesen mit meinen Freunden mit zu gehen. Es war eine Party geplant – da hätte ich auch abgehen können. PARTY. Nein, ich wollte nur weg von der Kontrolle. Seit der neuen Regierung wurde es nur schlimmer. Immer mehr Kameras. Nirgends konnte man mehr unbeobachtet sein. Ich befürchte sogar in privaten Bereichen beobachten sie uns. Dann kam die Abschaffung des Bargeldes. Dumm nur, dass ich meine grosse Klappe nicht halten kann. Seit dem sind meine Konten eingefroren und mein Führerschein gesperrt. Zur Familie kann ich nicht, denn wenn die auf einmal, denn wenn auffallen würde, dass sie auf einmal mehr verbrauchen würden. Das kann ich nicht verantworten. Getoppt wird es jetzt noch. Ein paar der Schlafschafe, die sich tatsächlich freiwillig mit RFID-Chips impfen lassen. Tut ja nicht weh und man kann damit nicht nur alle seine Türen öffnen sondern auch noch sicher zahlen. Also wirklich, WIRKLICH? Denkt ihr nur das kann man mit den Chips machen? Wenn du nicht spurst, wirst du einfach abgeschaltet. So einfach ist das.

Nein – nein ich muss weg. Ah – da ist doch der Weg, der abgehen soll. Schnell sprinte ich auf den Weg zu. Er ist zugewachsen. Wo soll ich durch schlüpfen? Da bewegt sich was – ein Mann, er stoppt mich.

„Hei, du bist hier falsch. Die Party ist am anderen Ende der Stadt.“ „Ich will nicht zur Party, ich will nur hier abgehen.“ „Ich sehe, du kennst die Parole. Bist du dir sicher?“ „Absolut. Ich will keine Marionette werden. Ich will frei sein.“

„Das ist aber kein Happening. Es wird viel Einschnitte geben.“ „Nichts kann schlimmer sein, als das was hinter mir liegt. Nicht kann schlimmer sein, als absolute Kontrolle und Beschneidungen der geistigen Freiheit. Niemals. Ich bin bereit für Leben.“ „Gut, Mädchen. Willkommen im Widerstand.“

ENDE