Action, writing friday

Writing Friday – Wir schaffen das….2 von 2

So, hier kommt die Fortsetzung zum gestrigen Writing Friday.

Gestern habt ihr gelesen, dass Sam und Martin in ein ziemliches Unwetter geraten sind und jetzt auf der Suche nach Miriam sind. Die Frau und Mutter. Heute begeben sie sich weiter auf die Suche.

Dort stand sie. So verloren und klein. Als sie ihn um die Ecke kommen sah rannte sie auf ihn zu und ließ sich auffangen. „Da bist du ja. Ich dachte du bist tot.“ „Was und lass dich hier alleine. Das wirst du nicht erleben. Ich sterbe nicht bevor du verheiratet bist und ich wenigstens Uropa bin.“ Sie giggelte und kuschelte sich an ihn. „Komm ich weiß wo Mami hin wollte. Sie wollte uns suchen.“ Auf dem Weg zum Auto klärte er seine Tochter auf. Das nächste Ziel: Kino.

Als sie am Kino ankamen erwartete sie ein ähnlich zerstörerisches Bild wie beim Salon. Der wunderschöne, riesige Weihnachtsbaum war entwurzelt worden und genau auf den Eingang des Kinos gefallen. Dort war Miriam gewiss nicht hinein gegangen. Hineingelangt. Sie hatte bestimmt den Parkplatz nach ihrem Auto abgesucht. Nein, hier hätte sie keine Zeit verschwendet. Schnell stiegen sie wieder ins Auto uns fuhren vorsichtig weiter. Die Kirche stand noch. Martin atmete auf. Sie war auf einem kleinen Hügel errichtet worden und somit nicht ganz so den Witterungen ausgesetzt, da das Wasser abfließen konnte und keine hohen Bäume vor Ort waren.

„Bleib im Wagen, ich gehe schnell zu Pater Ernest und frag nach Mami.“ Sam wollte widersprechen, aber Martin erhob den Zeigefinger und sie blieb still sitzen. Nicht ohne zu schmollen. Er stieg aus und begab sich zur Eingangstür. „Martin, schön, ihr habt es geschafft.“ „Hallo Pater. Nur ich und Sam. Wir suchen Miriam. Ist sie hier gewesen?“ „Miriam? Ich glaube nicht. Warte ich frage Wanda. Sie hat die Leute aufgelistet. Wanda?“ Eine ältere Frau drehte sich zu ihnen um. „Pater? Hallo Martin.“ „War Miriam hier?“ „Ja, ja sie war hier. Aber weil sie euch nicht gefunden hat, ist sie weiter gegangen. Sie sucht euch.“ Martin ließ die Schulter hängen. Aber immerhin lebte sie noch. „Danke ihr beiden. Ich werde dann mal weiter suchen.“ Am Auto angekommen, ließ er sich auf den Beifahrersitz plumpsen und schüttelte nur den Kopf. „Auf zum Gemeindesaal.“ Lächelte er ihr zuversichtlich zu.

Der Gemeindesaal lag in Richtung ihres zu Hauses. Martin wendete und fuhr wieder vorsichtig an. Im Rückspiegel konnte er den Pater und Wanda erkennen. Hätte er Sam vielleicht bei ihnen lassen sollen? Da wäre sie bestimmt sicherer gewesen. Ein Blick neben sich, versicherte ihm, dass sie mitzunehmen die richtige Entscheidung war. Sie wäre sowieso nicht dort geblieben.

Am Gemeindesaal angekommen, wurden sie von einem unüberblickbaren Chaos begrüßt. Wie sollten sie hier Miriam finden? Nein, ziellos herum irren hätte keinen Sinn. Wieder verwies er Sam auf ihren Platz und ging zum Eingang. Zum Glück gab es dort schon Helfer, die die Namen der Leute im Inneren notiert hatten. „Martin, hallo.“ „Marv. Toll ihr habt es geschafft. Hast du Miriam gesehen?“ „Ja, sie war hier. Hier, das hat sie mir gegeben, als sie euch nicht gefunden hatte. Sie wusste, dass ihr hier herkommen würdet. Wohin auch sonst?“ „Nach Hause.“ „Ich weiß nicht, die Brücke hat einiges abbekommen. Es könnte sein, dass sie einstürzt, wenn ihr drauf fahrt. Bleibt doch besser hier.“ Martin drehte sich zur Brücke um. Der einzige Weg zu ihrem Haus. Er schaute aufs Auto. Sollte er Sam jetzt hier lassen? Nein. Nein. Sie würden das schaffen. Vielleicht war er egoistisch. Sie wäre hier sicher, aber nicht in seiner Obhut. Was wenn es wieder los gehen würde. Nein, sie würde ihm helfen, Miriam zu finden. „Danke Marv. Ich denke wir versuchen es. Ich werde es mir genau anschauen.“ Er klopfte Marv dankend auf die Schulter und ging zum Auto zurück. Als er sass schaltete er die Innenbeleuchtung an und lass den Zettel. Martin, Sam. Ich hab euch überall gesucht. Ich weiß, ihr lebt noch. Ich würde es spüren, wenn nicht. Ich gehe jetzt nach Hause. Dort werde ich auf euch warten.

Miriam. Sie war immer so nüchtern. Sie mochte keine große Gefühlsduselei. Das mochte er so an ihr. Er wusste dann immer, wenn sie Gefühle zeigte, dann waren sie auch echt. „Was meinst du? Fahren wir heim?“ Sam rückte sich zurecht. „Auf jeden Fall. Hasi will in seinem Bett schlafen. Er bekommt Rückenschmerzen im Auto.“ Ich musste lächeln. „Dann mal los.“

Martin startete den Wagen und fuhr zur Brücke. Dort stieg er aus und betrachtete sich die Substanz. Die Taschenlampe beleuchtete alles nur notdürftig. Aber er konnte schon einige bedenkliche Risse auf der Oberfläche sehen. Er blickte über das Brückengeländer und sah, dass sich dort einige große Bäume am Pfeiler gesammelt hatten. Es kamen immer mehr und die drückten gegen ihn. Sie würden ihn vielleicht zum einstürzen bringen. Es war riskant. „Was ist los, Papa?“ „Die Brücke ist nicht sicher. Sie könnte einstürzen.“ „Sie wird halten. Steig ein. Ich bekomme Hunger.“ „Du hast Recht, sie wird halten.“

Noch einmal startete er das Auto. Langsam bewegten sie sich auf die Brücke zu. Martin wagte kaum zu atmen. „Schatz, nimm die Taschenlampe und schau dir die Seiten an, dort wo die Scheinwerfer nicht hinkommen. Wenn etwas bröckelt sag Bescheid.“ Sie schnappte sich die Taschenlampe und ließ das Fenster hinunter. „Alles klar. Kannst fahren. Langsam, langsam. Laaangsam.“ Ein knirschen ließ ihn aufs Bremspedal treten. Sie hätten das Auto stehen lassen sollen. Aber der Weg nach Haus mit Wagen betrug schon eine Stunde. Und im Dunkeln, wollte er das auf keinen Fall riskieren. „Fahr weiter, fahr weiter, es bröckelt. Schnell, Papi, schneller. Da vorne bröckeln die Steine aus dem Geländer. Ich glaube der Riss verbreitert sich. Fahr schneller, schneller, schneller.“ Schrie Sam. Er drückte aufs Gas. Ein Riss vor ihnen hatte sich gefährlich verbreitert. Wenn er zu langsam darüber fuhr, könnten die Reifen hängen bleiben. Er musste Gas geben und hoffen, dass die Brücke hielt. Er drückte das Gaspedal durch und ließ die Reifen quietschen. Ein kleiner Hopser und das Auto fuhr. „Der Spalt wird breiter, Papi, schneller, schneller. Fahr schneller.“ Martin versuchte die Angst in ihrer Stimme auszublenden und bretterte über diesen Spalt. Einen kleinen Moment hielt er die Luft an, als es sich anfühlte, als würden sie stecken bleiben. Aber die breiten Reifen stolperten nur kurz darüber. Samantha drehte sich um. Und jauchzte. „Jeah..oh nein. Schneller, die Brücke stürzt ein. Sie bricht zusammen. Fahr, fahr, fahr.“ Bei jedem Wort schlug sie auf die Rückseite seines Sitzes. Im Rücklicht konnte er sehen, wie der Spalt sich verbreiterte und hinter ihnen die Brücke einstürzte. Die Reifen drehten durch und das Auto schlingerte. Dann fing sich der Wagen wieder und sie fuhren dem Riss davon. Auf der anderen Seite angekommen, hielt Martin das Auto an. Seine Hände zitterten und er musste den Kopf auf das Lenkrad legen. Tief durchatmen, tief durchatmen. Bloß nicht ohnmächtig werden. Kleine Arme schlangen sich um seinen Hals. „Wir haben es geschafft. Die blöde Brücke kann uns nichts anhaben. Wir sind schneller.“ Sie stiegen aus.

Sam schaute zu ihrem Vater: „Paps?“ „Hm?“ Meinst du wir finden sie?“ „Natürlich, mein Schatz, wenn sie noch lebt finden wir sie.“ Mit großen Augen in denen die Tränen schimmerten fragte sie: „Könnte sie tot sein?“ Martin überlegte kurz. Nach diesem Tag war sie kein Kind mehr. Sie konnte die Wahrheit ertragen. „Ja mein Schatz, das könnte sie.“

Ende