writing friday

[#WritingFriday] Week 43 – Blutiger Wechsel

[#WritingFriday]

ist eine wöchentliche Schreibaktion von Elizzy.

Die Oktoberthemen:

Ich bin etwas spät – aber ich habe heute einen Kasten an einem Baum gesehen, der mich animierte diese böse Geschichte zu schreiben.

WARNUNG – es wird blutig. 


Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn ein beängstigendes Geräusch schälte sich aus dem dunklen Wald hervor. Wieso hatte er sich überhaupt überreden lassen dieses Mal die Wildtierkameras auszutauschen. „Die Speicherkarte ist voll. Und Lars hat es vergessen auszutauschen. Benny, bist du so lieb und kannst das für mich übernehmen. Mir sitzt die Erkältung noch so im Nacken. Das wäre soooo lieb von dir. Biiiiitte.“ Benny rollte mit den Augen, das war nicht das erste Mal, dass Lars den Wechsel angeblich, vergessen hatte. Und jedes Mal ließ er sich von Roxanne überreden sie auszutauschen. Sie blickte ihn dann immer mit ihren rehbraunen Augen an und da schmolz er einfach wie Eis in der Sonne.

Jetzt verfluchte er seine Schwärmerei. Es war wirklich gruselig. Eigentlich machte es ihm, als Wildhüter nichts aus, im Dunkeln durch den Wald zu streifen. Heute allerdings war er sehr empfindlich. Schon den Weg vom Auto zur Kamera hatte er ständig das Gefühl beobachtet und verfolgt zu werden. Er betrachtete sich die Spuren am Baum. Die Taschenlampe fing einen seltsamen Abrieb ein. Benny bückte sich und strich über die Rinde. Sie war nicht einfach nur abgerieben, wie es die Wildschweine sonst so machten. Sie war, wahrscheinlich von den Hauern, abgehauen. Wie wenn man mit einem stumpfen Beil auf den Baum eingeschlagen hätte. War das Blut? Er leuchtete genauer. Ja, das war eine rote Flüssigkeit und sie sammelte sich an der Wurzel.

Benny drehte sich um und betrachtete die Schleifspur. Unsicher folgte er ihr. Er wusste, dass dies ein Fehler sein würde, aber es war wie ein innerer Drang. Er musste dieser rot verschmierten Spur einfach folgen. Etwa zwei bis drei Meter entfernt stieß er auf den Verursacher dieser Spur. Ein Hirsch. Ein prächtiger, großer Hirsch. Sein Bauch war aufgerissen. Er ging in die Hocke und betrachtete die Wunde. Sie war nicht nur aufgerissen, sie wirkte wie aufgeschlitzt. Er dachte an Wilderer. Immer wieder trafen sie auf illegal getötetes Wild. Es gab immer so kranke Kerle, die meinten sie müssten hier einen auf Jäger machen. Oder diese kranken Tierquäler.

So ein prachtvolles Tier, sinnlos dahingeschlachtet. Er notierte sich den Fundort und schaute ob er einen Sender, oder eine Markierung finden konnte. Als er fertig mit seinen Notizen war, ging er zurück zum Baum. Er öffnete den Kasten in dem die Wildkamera sicher verstaut war, und wechselte die volle Speicherkarte aus.

Der Nebel kroch langsam aus dem Boden heraus auf ihn zu. Er fluchte. Jetzt würde es auch noch gleich eklig kalt werden. Er sollte Roxanne mal nach einem Date fragen, dass er sich nicht immer so bequatschen lassen würde. Jedenfalls nicht ohne dann dafür wenigstens mal eine kleine Belohnung zu bekommen. Er hielt inne. Da war wieder das Geräusch.  Wildschweine. Das war nichts Ungewöhnliches. Aber dieses Geräusch klang anders, als er es kannte. Eine Gänsehaut breitete sich aus. „Ich sollte mich wohl mal beeilen. Irgendwie ist mir das nicht so geheuer.“ Er schloss wieder alle Kabel an der Kamera an, verschloss den Kasten und verstaute alle seine Dinge.

Als er sich umdrehte stand eine Horde Wildschweine vor ihm. Der Eber, der am Anfang stand, hatte eine rot verschmierte Schnauze und seine Hauer waren ebenfalls rot. Benny leuchtete mit seiner Taschenlampe auf die Horde. Sie blinzelten nicht mal. Er machte einen Schritt auf sie zu um die zum Aufbruch zu animieren. Der Eber trat ihm entgegen. Benny stockte der Atem. In dem Strahl seiner Taschenlampe konnte er sehen, dass die Augen des Ebers hasserfüllt blickten. Konnte ein Tier überhaupt solche Gefühle entwickeln, dass sie ihm aus den Augen heraus schienen? Anscheinend schon. Langsam versuchte er sich zurück zu ziehen. Jeden Schritt, den Benny rückwärts machte, machte der Eber vorwärts. Im Hintergrund konnte er das Klicken der Kamera hören. Bei jeder Bewegung schoss sie ein Bild. Das würde eine Dokumentation werden, dachte er bei sich.

In diesem Moment schoss der Eber auf ihn zu. Benny versuchte zurück zu weichen, stolperte über ein Stück Totholz und fiel schmerzhaft. Er robbte auf dem Hintern von dem Eber weg, aber dieser stand ihm schon Gesicht an Gesicht gegenüber. Speichel tropfte aus seinen Lefzen. Der Speichel war rot eingefärbt. Benny konnte noch blutige Fleischreste in den Hauern hängen sehen. Jetzt wusste er, wer den Hirsch getötet hatte. Sein letzter Gedanke war: „Das wird mir doch nie jemand glauben.“ In diesem Moment spürte er einen unbeschreiblichen Schmerz, der ihn durch die Eingeweide fuhr. Er blickte an sich hinunter und sah wie der Eber seine Hauer in seinen Unterleib bohrte. Seine Schnauze drang direkt dahinter ein und wühlte sich durch seine Organe.

Und im Hintergrund dieser grausamen Szene konnte man immer wieder die Klickgeräusche der Kamera hören.

Ende

 

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[#WritingFriday] Week 42 – Halloween und das mit dem Kürbis

[#WritingFriday]

ist eine wöchentliche Schreibaktion von Elizzy.

Die Oktoberthemen:

 

Halloween und der Kürbis

Man sagt sich, und das soll ein Gerücht sein, zu Halloween sei der Übergang zwischen dem Reich der Toten und der Lebenden so dünn, dass die Toten ungehindert hindurchkommen können.

Eine alte Legende unter Bauern besagt, dass man an Halloween unter gar keinen Umständen in ein Kürbisfeld gehen sollte. Dieser Feiertag gehört den Kürbissen und seinen Bewohnern. Um hinter dieses Märchen zu kommen müssen wir weit, weit und noch weiter in der Zeitgeschichte zurückgehen. Vor der Zeitrechnung. Nun gut, vielleicht nicht ganz so weit. Aber weit.

Die Menschen waren Arm. Sie wurden vom Adel ausgepresst und unterdrückt. Die jungen Frauen mussten den Lords zur Verfügung stehen, vor allem diejenigen, die geheiratet hatten. Die Hochzeitsnächte gehörten immer ihnen. Damit dann aber kein Bastard von ihnen herum rannte und Forderungen stellen würde, war der frisch angetraute Ehemann immer gezwungen nach der Entehrung das Bett mit seiner frisch angetrauten Frau zu teilen.

Es war nur die Frage der Zeit, dass die hungernde und unzufriedene Bevölkerung sich auflehnen würde. Aber wie sollte man sich gegen ein Heer Söldner zur Wehr setzen?

Eine junge Frau, kurz vor ihrer Hochzeit, meldete sich zu Wort. Die Dorfbewohner ehrten sie und fürchteten sie. Eine Hexe solle sie sein. Aber seit sie in ihrem Dorf wohnte, gab es keine Totgeburten mehr und die Ernten fielen besser aus. Trotzdem waren sich die Dorfbewohner bewusst, man sollte besser nicht ihren Unmut auf sich ziehen. Denn dazu gäbe es auch noch einige Geschichten. Ob sie zutrafen? Wer weiß das schon.

Diese junge Frau – ihr Name wurde in den Schriften nicht übermittelt – hatte einen Vorschlag. Sie erwähnte das ertragreichste Gemüse der Saison, der Kürbis. Sie hatte vor die Geister der Allerheiligen Nacht um Hilfe zu bitten. Dazu waren die Kürbisse gedacht. Sie wies die Frauen an, die Kürbisse, nach der noch heute gültigen Tradition, zu schnitzen. Freundliche Kürbisgesichter sollten zu sehen sein.

In der Halloween Nacht zum ersten November, rief sie die Geister. Sie sperrte sie mit einem Zauber in die Kürbisse und diese wurden in die Burg gebracht. Als Geschenke. Die Kürbisse zur Dekoration und das Fleisch zu Leckereien verarbeitet. Die Lords waren beeindruckt. Natürlich ließen sie sich gerne beschenken, war es doch ein Zeichen der Gunst. Sie wähnten sich geliebt und verehrt.

Die Dorfbewohner verließen die Burg. Angeführt von der jungen Frau, bezogen sie Stellung vor den Toren. Sie selbst durften nicht in der Nähe des Festes sein. Um Mitternacht veränderten sich die Geräusche in der Festhalle. Aus Gelächter wurden Schreie, aus Gesang stöhnen. Um die Burgzinnen herum, waren gar grausige Gestalten – Schemen zu erkennen. Etwa eine oder zwei Stunden später, waren sämtliche Geräusche aus der Burg verstummt.

Die Dorfbewohner betraten den Festsaal. Er war leer. Keine Menschenseele war mehr anzutreffen. Lediglich Kampf- und Fluchtspuren und viel Blut waren zu erkennen. Noch etwas hatte sich verändert. Die freundlichen Kürbisgesichter waren zu hässlichen Fratzen geworden. Und wenn man genau hinschaute, konnte man bei dem ein oder anderen im Mundwinkel eine rötliche Verfärbung erkennen.

Die junge Frau hatte ein Tor geöffnet, dass sich jedes Jahr, an Halloween erneut öffnete. Jeder Kürbis war jetzt das Gefäß eines Geistes. Die meisten waren harmlos. Sie wollten nur gemütlich das Fest feiern. Aber immer wieder schafften es auch paar nicht so nette Gesellen, den Übergang zu passieren. Und Gott stehe euch bei, wenn euer Kürbis auserwählt wurde, einen solchen Geist aufzunehmen.

Ende

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Writing Friday 41 – Das letzte Blatt

[#WritingFriday]

ist eine wöchentliche Schreibaktion von Elizzy.

Die Oktoberthemen:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.
  • Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.
  • Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.
  • Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.
  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich? 

Ich hab jetzt eine zeitlang ausgesetzt, da ich einfach ein Schreibtief hatte – ich denke da knabbere ich noch bisschen dran – aber heute hatte ich Muse und das hab ich gleich ausgenutzt. Hier mein Baum, der sich beschwert.

  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich? 

 

Oh nein, was ist das denn? Ach verdammt es ist schon wieder so weit. „Hei Birki – wie ist das bei dir, geht es bei dir auch schon wieder los?“ „Was meinst du, Ahorni?“ „Na die Blätter. Verdammt. Da hab ich mir das ganze Jahr so viel Mühe gegeben, dass die Dinger schön grün und glänzend sind – trotz der extremen Hitze habe ich das halten können. Es hat mich so viel Mühe gekostet, das Wasser aus der tiefen Erde zu ziehen um mein Gewandt hübsch zu halten und dann kommt der vermaledeite Herbst und sie verabschieden sich. Fehlt nur noch dass sie sich lustig über mein Bemühen machen. Ach Baum“. „Komm, stell dich nicht so an – das ist doch nicht das erste Jahr in dem du das mitmachst. Wie alt bist du. Fünfzig?“ „Man fragt nicht nach dem Alter – vor allem keinen Baum.“ „Oh, ne – jetzt fängt er schon wieder an?“ Fragte die Trauerweide, etwas weiter. „Schau mich doch an – das ganze Jahr hängen mir die Äste voll Blätter – sie sind so schwer, dass ich die gar nicht anheben kann. Immer schleifen sie am Boden. Das ist echt eklig, sag ich dir. Ich bin froh, wenn ich paar Blätter weniger habe, das entlastet mich.“ „Ach du – deine Blätter sind ja auch so klein und unscheinbar. Aber schau dir doch meine an – sie sind so schön gezackt und einzigartig. Ich will nicht jedes Jahr dasselbe durchmachen. Warum können wir unsere Blätter nicht behalten? Ich vermisse sie jetzt schon. Das Geräusch, das sie machen, wenn der Wind durchfährt. Das Rauschen. Und die Nester der Vögel, die sich in meinen Blättern verstecken können. Sie können hier ihre Jungen aufziehen, ohne dass sie gesehen werden. Das bunte Treiben beim Füttern. Die vielen Insekten, die um mich herumschwirren. Jetzt wird es nur wieder trostlos und kalt. Der eisige Wind zerrt mir die Blätter von den Ästen. Das ist schmerzhaft. Aber er ist unerbittlich und zerrt und zerrt.  Das ist nicht nett.“ „Dafür wurde er auch nicht erschaffen, um nett zu sein. Das ist die Frühlingsbrise, die ist nett – sie weckt uns sanft aus dem Schlaf – aber der Herbststurm – der ist unerbittlich und hart.“ „Genau – er tut mir weh. Und meinen Blättern auch. Ich will sie behalten. Ich will nicht den Rest des Jahres so nackig herumstehen. Alle schauen durch mich durch. Und die Blicke sind so mitleiderregend, weil wir so armselig aussehen. Die nackten Äste erinnern die Menschen nur an die Kälte und sie packen den Schal gleich noch fester um ihr Gesicht. Wenn wir unsere Blätter behalten würden, würden wir sie noch bisschen mit unserem hübschen Anblick erfreuen können.“ „Ach Ahorni, du weißt schon, dass du die Blätter zum Überleben brauchst. Wenn uns der Wind die nicht von den Ästen reißen würde, damit sie an unseren Wurzeln landen, würden wir jämmerlich erfrieren. Da hättest du auch nichts vom hübsch aussehen, wenn du tot wärst, oder? „ Ahorni überlegte. Ja – die Natur hatte sich ja schon was dabei gedacht. Er seufzte tief. „Ja, aber wäre es nicht schön…“ „Halt jetzt die Klappe.“ Schnauzte die Tanne – „wenn du das ganze Jahr grün wärst, wärst du nichts Besonderes. Du würdest, wie ich gefällt werden um dann als Weihnachtsbaum in den stickig warmen Häusern zu landen. Dein Leben wäre dann sofort vorbei. Also sei froh, dass du in jedem Frühjahr, die Chance bekommst dein Kleid wieder hübsch aufzupolieren.“ „Ach Baum.“ Seufzte Ahorni „Ihr habt ja Recht, ich will ruhig sein und den Winter über mich ergehen lassen. Da kann ich mich wenigstens auf den Frühling freuen. Solange male ich mir aus, wie wundervoll ich in meiner vollen Pracht aussehen werde.“ Ein vereintes Stöhnen ging durch den Wald als das letzte Blatt den Ast verlies.

ENDE

 

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[#WritingFriday] Week 25 – Wünsch dir was.

[#WritingFriday]

ist eine wöchentliche Schreibaktion von Elizzy.

Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.

Irgendwas in den 1980ern (Die Goldbergs)

Marina liebte es  zu lesen. Ihre Mutter arbeitete eine Zeitlang arbeitete sie in einem Schreibwarenhandel, die auch Bücher verkauften. Da gab es immer mal Fehldrucke oder Mängelexemplare, die sie ihrer Tochter mitbringen durfte. Eines Tages befand sich ein Buch von Berte Bratt dabei. Meine Träume ziehen  nach Süden. Sie vertiefte sich sofort in die Welt von Senta und Sonja. Sie reiste mit ihnen nach Afrika und erlebte eine atemberaubende Tierwelt. Sie hörte die Löwen brüllen und die Elefanten tröten. Sie war verliebt. Verliebt in ein fernes Land, das sie irgendwann bereisen wollte. In dem sie leben wollte.

Sie wuchs heran und der Wunsch Afrika zu besuchen und dort mit Tieren zu arbeiten wuchs ebenfalls. Als sie mit ihrer Ausbildung fertig war, reiste sie viel. Aber nach Afrika hatte sie es nie geschafft. Einige Versuche dort zu arbeiten, scheiterten. Das digitale Zeitalter war noch fern und es gab nicht viele Möglichkeiten dort zu arbeiten. Zu dieser Zeit – etwa in ihren Zwanzigern, begann eine leichte Ängstlichkeit in ein so fernes und fremdes Land auszuwandern. Ein Studium der Biologie war noch mal ein Versuch etwas zu bewegen. Aber sie war nicht wirklich gut darin. Mit steigendem Alter steigerte sich auch etwas die Angst, das gewohnte Umfeld zu verlassen. Die Zeit war verstrichen.

Ein Partner trat ins Leben, ein Haus wurde gekauft und die Angst – Verlustangst übernahm die Führung. Je älter sie wurde umso weniger traute sie sich einen solchen Einschnitt ins Leben zu. Die Eltern wurden älter – sie wollte sie nicht alleine lassen. Ihre Partnerschaft wurde ernst und fest, das wollte sie auch nicht  mehr aufgeben. Aber ganz tief in ihrem Inneren wusste sie, das waren willkommene ausreden um die kleine Angst des neuen dahinter zu verstecken.

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[#WritingFriday] Week 24 – Gwenny´s Abenteuer

Hallo ihr Lieben.

Wir haben wieder #writing friday und ich hätte fast ausgesetzt. Ich habe gestern etwas angefangen zu tippen, aber es hat nicht so ganz gepasst, also dachte ich mir – gut Pause. Heute so kurz vor dem richtigen Wach werden ist mir dann doch noch was eingefallen. Ein bisschen Groschenroman zum Wochenende.

Ich habe heute morgen Max Rhode – Blutschule angefangen – was hat das hier zu suchen? Das Buch nichts, aber das kleine Interview am Start. Da wurde er gefragt, wie er so zu seinen Ideen kommt. Und er antwortete, dass es einfach aus dem Alltag geschieht. Er sieht vielleicht am Badestrand einen Mann liegen und schon fängt er an zu überlegen was passiert sein könnte.

Ist das nicht oft so. Man läuft, sitzt, fährt und auf einmal kommt einem eine Idee? Ich habe oft Einfälle im Dämmerzustand. Meist eigentlich vor dem Einschlafen, aber dieses mal vor dem Wach werden…Hier mein kleiner Mini-Groschenroman.


Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.

Sie saß in der Taverne hinter dem Tresen und beobachtete die Gäste. Es war wie jeden Abend. Ihr üppiges Dekolleté verschaffte ihr immer gutes Trinkgeld, aber auch einige unangenehme Grabscher. Sie hasste es für ihren Onkel zu arbeiten. Es blieb ihr nur nichts übrig. Ihre Eltern waren früh an einer Grippe gestorben und ihr blieb entweder die Taverne ihres Onkels oder eines dieser Furchtbaren Kinderheime. Dort war es bei weitem schlimmer. Viele Kinder kamen dort nicht mehr lebend heraus. Also wählte sie die Taverne. Es war trocken und es gab was zu Essen. Nur – sie war jetzt eine erwachsene Frau und die Übergriffe der Männer wurden ihr mittlerweile wirklich zu heftig. Und die Blicke ihres Onkels zu schmierig. Sie befürchtete, dass er, um das Geschäft anzukurbeln, irgendwann auf die Idee kommen würde sie anzubieten. Ihre Jungfräulichkeit würde er teuer versteigern. Nein, nein – die würde sie ganz bestimmt anders verlieren.

Aber was sollte sie machen, als Frau – unverheiratet. Da sprang die Tür auf. Eine Horde Männer drang laut grölend ein. Sie erkannte sofort, dass es Seemänner waren. Auf See. Frauen würden nie auf See fahren. Eine Frau an Bord brachte Unglück. Aber – musste sie eine Frau bleiben? Sie hatte schon von einigen Frauen gehört, die als Männer durch die Gegend reisten.

Ihr üppiger Busen würde ein Problem werden. Aber sie müsste sich eigentlich nur etwas fülliger auspolstern, da würden sie, wenn sie sie eng wickelte, nicht auffallen.

Endlich schloss die Taverne und Gwenny war hundemüde. Sie stank nach Bier und fühlte sich von den vielen grabschenden Händen beschmutzt. Schnell ging sie auf ihr Zimmer um sich zu säubern. Sie war so ungeduldig. Hatte sie doch mitbekommen, dass Roro – der Pirat, in den frühen Morgenstunden wieder auslaufen wollte. Sie wusch sich und wühlte in ihrer Kleidertruhe nach Leinen, den sie in Streifen riss um sich die Brust abzubinden. Uh, das war unangenehm, aber sie würde sich dran gewöhnen. Alles war besser, als hier zu bleiben. Dann polsterte sie die Lücke unter ihrem Busen etwas auf um es wie einen Bauch aussehen zu lassen. Aus der Wäschetruhe hatte sie sich Kleidung ihres Onkels besorgt. Sie schlüpfte hinein und betrachtete sich vor dem Spiegel. Oh ja. Es sah gut aus. Aber was sollte sie mit ihren langen Haaren machen? Abschneiden? Sie schniefte etwas. Ihre Haare waren mit das schönste an ihr. Egal, sie würden auch nachwachsen. Trotzdem hatte sie noch das Problem ihres Gesichtes. Es wirkte so zart und weiblich. Schmutz. Sie musste ihr Gesicht unkenntlich machen. Seeräuber waren eh immer schmutzig. Sie ging zum Kamin und schmierte sich die Asche ins Gesicht. Schon viel besser. So sah sie wie ein dicklicher Jüngling aus. Sie packte ein kleines Bündel und kletterte in eine neue Zukunft aus dem Fenster.

In der Zwischenzeit wankte die halbe Mannschaft samt Kapitän aus dem naheliegenden Bordell. „Leute.“ Grölte Roro. „Ich liebe alle Weiber. Ob dick, hässlich, alt. Alle Frauen haben was. Sie sind einfach ein Geschenk Gottes und so sollten wir sie auch behandeln. Sie lesen uns die Wünsche ab und wenn man sie gut bezahlt, machen sie auch alles was man sich wünscht. Harharhar. Nur auf dem Schiff,  da kommt mir kein Weibsbild drauf.“ Das werden wir ja mal sehen, dachte sich Gwenny und schloss sich der Gruppe an. Sie würde einfach mit auf das Schiff gehen und sich unterschmuggeln. Wenn sie erstmal auf See waren, würden sie sie schon nicht über die Planken gehen lassen, das hoffte sie wenigstens.  So geschah es. Sie hängte sich an einen betrunkenen Piraten und er zog sie mit in die Unterkunft unter Deck. Dort suchte sie sich eine Ecke und machte es sich bequem. Eine große Herausforderung wartete auf sie. Ein raues Leben auf See mit rauen Burschen, die niemals erfahren durften, dass sie eine Frau ist, sonst würde es ihr ans Leder gehen. Vielleicht würde sie irgendwann einen Hafen ansteuern und sie würde ein neues Zuhause finden. Aber solange freute sie sich auf die Abenteuer mit der Mannschaft des Kapitän Roro.

 

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[#WritingFriday] Week 23 – ein Tag offline

Freitag – oh der beliebteste Tag der Woche. Der Heimattag des writing friday. (By the Way – ich hatte mal einen wirklich witzigen Writing Prompt – Wenn der Wochentag eine Person wäre. Wer mag kann mal reinschnuppern und vielleicht sogar mal mitmachen. HIER)

Diese Woche:

 

Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.

Es ist eine leicht autobiographische Geschichte. Nur angelehnt. Manches stimmt, manches ist frei interpretiert.

Viel Spass bei einem fiktiven, oder nicht ganz so fiktiven Tag offline. Ich kann aber schon ganz gut klar kommen ohne die elektronischen Lieblinge. Wie ist das bei euch?


 

Ich kam nach einem anstrengenden Tag nach Hause. Meine Schuhe wollte ich mir nur noch von den Füssen kicken – aber meine Füße waren so geschwollen, dass ich kurz überlegte die Schuhe entweder anzulassen, oder einfach von den Füssen zu schneiden. Kurz überlegte ich – aber da mein Budget für neue Schuhe ausgeschöpft war, zog ich einfach kräftig dran und wäre dabei, nach dem Plop den sie machten, fast vom Stuhl gefallen. Da lagen sie, die Folterwerkzeuge. Harmlos vor sich hinstinkend. Ich missachtete sie und ging in die Küche. Kaffee musste her. Ich bereitete alles vor und drückte die Maschine an. Währenddessen checkte ich mein Smartphone. Kein Empfang? Hm. War die Rechnung bezahlt? Ich musste wirklich überlegen, da beim Rechnungsbingo manche nach hinten rutschten. Aber Handy und Internet achtete ich immer drauf, dass sie bezahlt waren, da dies zu den wenigen Dinge gehörte, die ich mir noch leisten konnte. Ausgehen war kaum noch drin. Und wenn, sehr schmerzhaft im Geldbeutel.

Ich gähnte herzhaft. Die Kaffeemaschine gluckerte glücklich und ich grummelte. Gut – dann mal ins Internet. Ich klappte den Laptop auf und drückte den Powerknopf. In der Zeit in der der PC hochfuhr ging ich zurück in die Küche und stand hungrig und nicht hungrig vorm Kühlschrank. Ich verhungere – aber ich habe keine Lust auf das was ich habe. Hm. Und ich griff nach einem kalten Stück Pizza. „Brauch ich nicht warm machen – schmeckt auch so.“ Einen Teller gönnte ich mir dennoch. Bisschen Etikette musste sein. Die Kaffeemaschine spuckte ihren letzten Tropfen Kaffee aus und blinkte mich glücklich an. Ich lobte sie und ich glaube sie blinkte ein bisschen schneller.

Bevor ich an den PC ging zog ich mir noch schnell was Bequemes an. Es waren mehr Löcher in der Jogginghose als Stoff – Egal – Hauptsache angezogen. Auf der Startseite meines Browsers hatte ich meine Favoriten eingerichtet. 404 – Page not found. WasS? Oh Mann. Ich sitze doch jetzt. Na gut. Ich ging an den Router – nichts leuchtete. Was war jetzt los? Das mit der Rechnung hatten wir schon. Ich zog den Stromstecker und ging nochmal in die Küche. Ich wollte meine Kaffeemaschine noch mal glücklich machen. Denn der erste Kaffee würde nicht lange in der Tasse verweilen. Sie zischte mich an – ich war zu früh. Eigentlich mochte sie es, erst etwas abzukühlen. Ich streichelte sie um sie zu beruhigen und sie gluckerte glücklich.

Zurück am Router fummelte ich den Stecker wieder in dieses winzige Loch an der Rückseite. Nicht ohne zu fluchen und ihm zu drohen ihn durchzuschneiden. Danach flutschte es. Er steckte und es tat sich nichts. „h Mann. Kein Smartphone, kein Internet. Was mach ich denn jetzt?“

Ich drehte mich um. Die Pizza lag brav auf dem Teller, mein Kaffee dampfte verführerisch in seiner hübschen Tasse. Ich würde nie eine hässliche Tasse für meinen Kaffee verwenden. Auch ein Kaffee will hübsch verpackt sein.

Ich ließ mich auf den Stuhl fallen und fuhr den PC runter und wieder hoch. Nichts. Kein Internet. Ich blickte mich wieder um. In der Küche stapelte sich ungespültes Geschirr. Das könnte ich mal erledigen. Vielleicht ging es ja danach. Gut. Ich streichelte meinen Kaffee und tröstete ihn. „Ich komm gleich wieder.“ Und biss herzhaft in die kalte Pizza. Mein Magen reagierte sofort mit leisem schnurren.  er hatte mir schon mit lautem Knurren  gedroht,  mich von innen heraus aufzufuttern, wenn ich nicht gleich was einschiebe.  Erstmal beruhigt. Geschirr war gespült. Ich ging zurück zum Router – immer noch leuchtete nichts. Ich konnte noch nicht mal die Störungsstelle anrufen. Ging ja auch kein Telefon oder Handy. Sollte ich bei den Nachbarn fragen? Aber dann würde ich wieder den Kontakt suchen. Ich war froh, dass er auf das übliche nicken und winken reduziert war. Nein. Das musste nicht sein. Ich ging unruhig durch die Wohnung. Was habe ich denn früher gemacht, vor PC und Handy? „Du bist bummeln, ohne kaufen gegangen, in die Leihbücherei, auf der Bank zum Beobachten gesessen. Und deine Wohnung war ordentlicher.“ Ja  – ein Argument. Ich könnte  mal aufräumen. Könnte ich – oder ich könnte mich schlafen legen. Der Tag war echt anstrengend. Ein Buch. „Ja – ich  könnte mein Buch beenden. Ach was, ich gehe einfach spazieren. Örg. Dann muss ich  mich wieder anziehen. Neee. Kein Bock. Ich nehme mein Buch, mein Kaffee, meine Pizza und setze mich auf dem Balkon in die Sonne. Jep.“

Ich packte einen kleinen Beutel und ging auf meinen Balkon. Ich erwischte mich dabei einen sehnsuchtsvollen Blick auf den Router zu werfen – tot. Seufzend setzte ich  mich und schlug  das Buch auf. Der Kaffee war abgekühlt – egal ich trinke ihn auch kalt. Ich knabberte an der Pizza und konnte mich einfach nicht konzentrieren. Ständig wanderte mein Blick aufs Handy  und den Router. „Nein, das wird nichts.“ Ich packte meine Sachen und ging wieder hinein. Tigerte wieder durch die Wohnung und richtete einige Dinge gerade. Schlafen? Schlafen wir es doch einfach aus. Während ich das dachte, ging ich – von mir wirklich unbewusst – an den Kleiderschrank, zog eine Jeans und ein T-Shirt heraus. Schlüpfte in die Schuhe. Dann ging ich in den Flur und schnappte meine Tasche, meinen Schlüssel und zog die Tür hinter mir zu. Irritiert stand ich vor meiner Wohnung. Ich drehte mich um und überlegte den Schlüssel wieder ins Schloss zu stecken. „Nein. Ich bin jetzt draußen und jetzt gehe ich weg.“

Ich ging. Es war befremdlich einfach so herum zu laufen. Ohne Ziel und Eile. Ich erwischte mich, in meiner Tasche nach dem Handy zu wühlen. Ich hatte es nicht mitgenommen. Leicht entblößt fühlte ich mich dabei. Etwas ungeschützt. Ich musste die Menschen anschauen. Sonst vergrub man sich in sein Display und hoffte nirgendwo dagegen zu laufen. Es war, als würde ich die Welt neu entdecken. Dieses Graffiti, das war neu. Hübsch. Oh ein Bäcker – ich hatte Lust auf ein Stückchen. „Mein Kaffee wird hoffentlich nicht sauer, wenn ich einen fremden trinke?“ Ich wühlte im Portemonnaie –ja dafür reichte mein Geld noch. Mit einem leckeren Puddingteilchen und einem Coffee-to-go zog es mich in den nahgelegenen Park. Oh war der schön hergerichtet. Soviel Pflanzen blühten und die Hunde spielten mit den Kindern. Ich setzte mich an den Rand und beobachtete. Aß mein Stückchen und trank meinen Kaffee. Ich genoss die Sonne auf meinem Gesicht. Die vorherige Unruhe, weil ich kein Netz hatte, legte sich langsam. Ich atmete tief ein und hörte den Vögeln zu. Ein wunderbarer Tag. Ich genoss ihn in vollen Zügen. Ich sog jeden Moment auf um daraus zu zehren. Denn ich wusste, wenn ich wieder online war, würde ich wieder in den alten Trott verfallen. Aber vielleicht – vielleicht würde ich paar Mal meine Rechnung nicht pünktlich zahlen um gezwungen zu sein mich offline zu setzen.

ENDE

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[#WritingFriday] Week 22 – Das sprechende Buch

Es ist Freitag – viele haben vielleicht heute einen Brückentag, oder wie ich diese Woche Urlaub? Aber egal – für uns alle ist Freitag – #Writing Friday.

Die neuen Themen sind draussen

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

Ich nehme heute das sprechende Buch. Wobei ich nicht so richtig sicher bin, das es so ist wie es erwartet wird. Zu lange sowieso. Sorry


Simone war tief in Gedanken versunken – der Tag war nicht so gut gelaufen. Es fing mit dem Wecker an. Er klingelte – das war schon ein großes Problem. Sie hasste es mit Wecker aufzustehen. Aber so war es – sie musste arbeiten um ihre Rechnungen zu bezahlen und dafür benötigte sie einen Wecker. Aber sie vermutete manchmal ihr Wecker hätte ein Eigenleben. Er bewegte sich, da war sie sich sehr, sehr sicher. Jedes Mal wenn sie auf den Snoozeknopf hauen wollte, traf sie daneben. Könnte Zufall sein – aber sie glaube nicht wirklich an Zufall und irgendwann würde sie ihn erwischen, wie er sich bewegte und sein Uhrwerk als Zunge herausstreckte. Aber damit nicht genug – sie musste mit dem Bus fahren – ihre Mitfahrgelegenheit hatte Urlaub. Natürlich hatte sie es vergessen und stand vor dem leeren Parkplatz um sich an die Stirn zu hauen. Schnell zur Bushaltestelle, bei der sie feststellen musste, dass sie natürlich den Bus verpasst hatte. Zehn Minuten warten – zu spät war sie eh schon. Nur dass sie auch noch nass werden würde, das war nicht nett. Sie hatte nie einen Schirm dabei. Das rächte sich jetzt. Begossen wie ein Pudel und bestimmt auch nicht besser riechend traf sie endlich in der Firma ein. Der Aufzug war defekt und sie durfte in den vierten Stock laufen um dann eine leere Kaffeekanne vorzufinden.  Seufzend begab sie sich auf ihren Platz in dem Großraumbüro achtete eh keiner auf den anderen – wenigstens hatte sie da ihre Ruhe. Von Wegen – sie saß kaum, da klingelte das Telefon – ihre Chefin. Waaarummm? Gerade heute.  Sie rappelte sich auf. Versuchte sich einigermaßen herzurichten – was halt möglich war. Simone schlich in das Büro ihrer Chefin, die wirklich keine nette Frau war – halt eine die über Leichen und Sklaven kletterte um nach oben zu kommen und sie war so eine Sklavin auf deren Rücken die Chefin des Öfteren Tanzte. „Simone, schön, dass du auch noch gekommen bist. Ist ja ein übles Wetter, da kann man schon mal das Bedürfnis haben zu Hause zu bleiben. Aber du hast dich ja aufraffen können, wie schön.“ Schon malte sich Simone fürchterliche Mordmethoden aus um Anja – ihre Chefin – zu töten, eine grausamer als die andere.  Sie hatte natürlich den arroganten Ergüssen von Anja nicht zugehört und nur genickt. „Na da sind wir uns ja einig. Du weißt ja wie sehr ich beschäftigt bin und du kannst doch gut formulieren – also schreibst du diese Abhandlung für mich und ich verschicke sie dann – da hast du einen freien Nachmittag gut – Deal.“ Von wegen Deal – Simone sah sich schon den Brieföffner erheben und zuzustechen. „Ja – das klingt fair, ich danke dir Anja.“ Einen sehnsüchtigen Blick auf den Brieföffner werfen verliest Anja das Büro mit der Akte um sich an diese Abhandlung zu machen.

Fassen wir die Fakten zusammen. Es war ein Arschlochtag – definitiv.

Es war spät. Alle anderen hatten das Büro schon verlassen. Nur an Simones Tisch brannte noch die Lampe. Sie blickte auf, schloss den Aktendeckel und legte ihn in Anjas Büro. Morgen würde sie sich krank melden. Sie fühlte nämlich schon wie sich der Hals anraute und die Nase den Weg nach Hause laufen wollte.  Sie zog ihren, immer noch leicht feuchten  Mantel an und ging zum Ausgang. In der Halle verabschiedete sie sich von Jerome, dem Wachmann und schlurfte mit rot geräderten Augen langsam Richtung Bushaltestelle um festzustellen, dass sie den letzten Bus verpasst hatte. Taxi oder Laufen? Taxi ist zu teuer, dachte sie sich, also laufen. Klar, was sonst. So wie sie heute aussah würde sie niemand überfallen. Sollen sie doch – sie würde ihnen eine dicke Erkältung anhängen. Pah.

Also sie so über den Bürgersteig schwankte sah sie vor sich etwas liegen. Sie konnte es nicht gleich erkennen. Ein Buch? Wer warf denn ein Buch einfach so auf die Straße? Es sah ziemlich mitgenommen aus. Er hatte wohl schon so einige Leser gehabt und der Umstand auf der Straße zu liegen bekam ihm auch nicht gut. So stand sie und betrachtete es. Im Fieberwahn meinte sie zu sehen, wie das Buch den Deckel hob. „Willst du mich nur so dumm angaffen, oder nimmst du  mich hoch und zu dir mit nach Hause.“ Simone hüpfte zurück, glaubte sie wenigstens, in Wirklichkeit war sie erstarrt, bückte sich und stopfte das Buch in ihre Tasche. Halluzinationen, dachte sie – aber ein Buch würde sie eh nie so einfach liegen lassen. „Hei, Mann – quetsch mich doch  nicht so unsanft in deine überfüllte Tasche.  Herrjeh, als hätte ich nicht schon genug mitgemacht. Wie unsanft. Pft.“ Hörte Simone die Blätter erbost rascheln? Können Blätter das?

Vor der Wohnungstür musste natürlich noch der Schlüssel in die Matschpfütze fallen. War klar. Mühsam bückte sie sich und schloss dann auf. Schleuderte die Schuhe von den Füssen, knallte die Tasche auf die Kommode. „Autsch.“ missachtete sie. Sie ließ den Mantel einfach von den Schultern gleiten, den Rock von den Hüften und der Pullover folgte. Sie schnappte sich ihren kuscheligen Bademantel, setzte die Milch für heißen Kakao auf und ging zurück zur Tasche um das sonderbare Buch zu holen.

Mit ihrer heißen Schokolade und in weichen Pantoffeln kuschelte sie sich auf die Couch. Sie schlug das Buch auf: „Oh Mann – du bist vielleicht ein Grobian. Geh doch bisschen behutsamer mit mir um. Ich bin echt alt.“ „Okay. Ich bin also jetzt zu Hause und halluziniere immer noch. Die Erkältung setzt mir jetzt schon zu. Na klasse. Oder redest du wirklich mit mir?“ „Ja natürlich rede ich mit dir. Wir Bücher reden immer mit euch. Aber die wenigsten verstehen es. Beziehungsweise, wir reden nicht immer laut – meist in euren Köpfen – wir zaubern diese tollen Bilder in euren Kopf. Dazu wärt ihr gar nicht in der Lage, wenn wir euch das nicht heimlich einflüstern würden. Nur Lesen reicht da nicht aus. Oder habt ihr schöne Bilder bei amtlichen Briefen? Also – siehst du?“ „Okay – ich glaube das jetzt alles Mal so. Warum lagst du auf der Straße?“ „Wie erkläre ich das für einen Menschen? Ich bin eine Art Tage/Ratgeberbuch. Ich werde von Menschen angezogen, die – wie hast du das betitelt – einen Arschlochtag haben. Natürlich ziehen wir Lose – es gibt zu viele davon für zu viel Menschen und du hast dieses Mal gewonnen. Also kannst du anfangen zu lesen. Egal was – die Geschichte die du in mir findest wird dir sowohl die Laune heben als auch eine Lösung für dein Problem liefern.“ „Warum erzählst du  mir das nicht einfach?“  „Was? Nein, nein – so funktioniert da s nicht. Die Geschichte in mir entwickelt sich quasi mit deinen Gedanken. Du lenkst die Geschichte und die Lösung. Da habe ich keinen Einfluss drauf.“ „Hm. Das klingt seltsam. Aber auch spannend.“ „Du wirst dich auf jeden Fall besser fühlen, wenn du mich beendet hast. Und dann kannst du mich wieder frei lassen, dass ich dem nächsten helfen kann.“

Simone war skeptisch. War sie wirklich schon bereit eine Änderung in ihrem Leben zu finden. Es war doch so viel einfacher in diesem tristen Dasein. „Einfach ist es natürlich – aber macht es dich glücklich? Glücklich sein ist doch das wichtigste im Leben. Nimm es an und lese mich. Dein Leben wird sich so viel besser gestalten.“ „Gut.“ Sie schlug die erste Seite auf und versank in eine wundervolle Geschichte, die ihr ein Leben präsentierte mit Abenteuer, Liebe, Familie, Intrigen und einem traumhaften Happy End.

Wer weiß, vielleicht, wenn du mal so einen richtigen Arschlochtag hast – schau auf den Boden, vielleicht wurde dein Name aus der Lostrommel gezogen und ein sprechendes Buch bietet dir eine wundervolle Geschichte mit Happy End.

writing friday

[#WritingFriday] Week 21 – Der unheimliche Garten

Hallo ihr Lieben – der letzte Freitag im Mai und bald gibt es neue Themen für den #writing friday.

Diese Woche habe ich mir das unheimliche Ende ausgesucht.

Allerdings finde ich es gar nicht so leicht ein Ende ohne vorigen Polt zu schreiben. Es klingt immer wie eine kleine Mini Geschichte, die kein Anfang benötigt. ;-)


Schreibe das Ende einer Geschichte, ohne zu erzählen wie das ganze begonnen hat.

 

Sie befreite sich aus dem Netz, in das sie gerade hineingelaufen war. Ihgitt. Wie eklig. Dann rannte und rannte und rannte sie um ihr Leben.

Martha sah sich um. Sie saß in ihrer Hollywoodschaukel in ihrem Garten. Eine ihrer besten Investitionen. Sie war so gemütlich und man konnte den Stress einfach wegschaukeln. Ihre Blumen, auf die sie so stolz war, blühten in ihrer vollen Pracht. Der ganze Garten summte, brummte, lebte. Ein Schmetterling setzte sich rechts neben sie. Alles war etwas milchig – wie in einem Traum. Der Schmetterling kam auf sie zu, setzte sich auf ihre Hand und schaute sie an.

Sie stutzte. Ihr Garten veränderte sich. Es wurde dunkel und feucht. Es roch nach Fäkalien und Moder. Sie blickte auf ihre Hand. Kein Schmetterling saß dort und  kitzelte sie. Das was dort saß hatte sie die gesamte Zeit schon verfolgt und nun erwischt. Das Trugbild des Gartens in das sie sich geflüchtet hatte zerplatzte. Ein letzter Schrei sollte sich aus ihrem Mund lösen. Dann verschwand der restliche Garten aus ihren Gedanken um unendlichem Schmerz Platz zu  machen.

 

writing friday

[#WritingFriday] Week 20 – Die Bestimmung lässt sich nicht immer täuschen

Hallo – es ist bisschen her – ich hatte eine kleine Schreibflaute. Mein letzter Beitrag war der mit den Grosseltern und eher uninteressant und unbesucht.

Also hab ich erstmal bisschen Pause gemacht – aber jetzt hab ich wieder mal Lust gehabt und hab mir eine der Mai-Themen geschnappt.

  • Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen.
  • Schreibe einen Aufsatz über die Erfindung des Telefons, lüg dabei und lass deine Fantasie spielen!
  • Schreibe das Ende einer Geschichte, ohne zu erzählen wie das ganze begonnen hat.
  • Dein Kühlschrank wird über dein Essverhalten interviewt. Schreibe das Interview auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren dass…“ beginnt

Hier meine Geschichte des diesigen #writing friday.


Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren, dass…ich die Büchse der Pandora geöffnet hatte und gar nicht war was alle dachten.

Nun gut – vielleicht merkt ihr ja, dass ich zu Übertreibungen neige. Oder doch nicht? Es war nicht die berühmte Büchse – es war nur eine sehr, sehr hübsche Schatulle, die ich auf dem Flohmarkt gekauft hatte. Ich liebe Flohmärkte. Und unser Flohmarkt ist so urig und geheimnisvoll. Er findet einmal im Monat auf einem antiken Marktplatz statt. Da gibt es diese festen Stände. Das wirkt, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Manche Standbetreiber kleiden sich sogar passend. Ein Mix aus Mittelaltermarkt und Hippie-Markt. Was man nicht findet sind diese billigen Stände. Da bin ich auch ganz froh, die hätten das ganze Flair zerstört. Der Markt wird von einer uralten Mauerruine eingegrenzt. Hinter der einen Seite liegt der gruselig alte Friedhof. Dort wird keiner mehr beerdigt. Er steht unter Denkmalschutz. Man gelangt durch ein Tor vom Marktplatz aus direkt hin. Bewacht, oder vielleicht auch willkommen geheißen, wird man am Tor von einer Figur – ich weiß nicht ob es eine Frau ist – sie ist in einen Umhang gewickelt, der auch ihr Gesicht verdeckt. Wie so ein übergroßer Mantel mit Kapuze. Richtig gruselig. Das Tor hängt leicht schief in den Angeln und irgendwie ist es immer neblig dort.

Als Kinder war es immer eine Mutprobe, sich auf den Friedhof zu trauen. Ich habe es nie geschafft. Aber ich mag ihn – aus der Ferne – das Ambiente könnte aus einem Gruselfilm stammen. Nachts sollen seltsame Geräusche von dort herüber schallen. Ich habe es nie ausprobiert. Aber meine beste Freundin Cassie, war mal so mutig und bestätigte die Gerüchte.

Normaler Weise gehen wir immer zusammen zu den Flohmärkten. Aber dieses Mal hat sie ein Date. Tja – sie hat mich versetzt. So wo war ich – ach ja die Schatulle. Also dieser Flohmarkt hat durch diesen mittelalterlichen Touch etwas super mystisches, ich liebe es einfach über ihn zu schlendern. Ich schlenderte und schaute und quatschte. Auf einmal meinte ich meinen Namen zu hören. „Anke, Anke, Ankou“. Hauchte es mir ans Ohr. Ich drehte mich einmal um mich herum, aber da war niemand den ich kannte. Eine kleine Gänsehaut wanderte über meine Arme. In dem Moment schaute ich auf den kommenden Tisch und mir war, als würde diese Schatulle leuchten und hüpfen? Das musste eine Sinnestäuschung durch den leichten Nebel sein. Egal – ich war schon gefangen von der Schönheit in ihrer Schlichtheit. Eine ganz einfach gearbeitete Schatulle mit einigen Schrammen, die ihr den besonderen Charme verlieh. Ich war sofort verliebt in das gute Stück. Ich zückte mein Portemonnaie und wollte bezahlen. An dem Stand war ein Mann – er betrachtete mich eindringlich. „Wie sehr wollen sie diese Schatulle?“ Was für eine Frage – ich würde töten dafür. Was war das denn für ein sonderbarer Gedanke? „Ich habe mich sofort verliebt.“ „Was würdest du dafür geben?“ „Ich weiß nicht, fünfzig Euro.“ War ich verrückt – so viel Geld – aber ich musste sie einfach haben. „Nein –kein Geld, was ist das mindeste das sie dir Wert ist. Was von dir würdest du geben um sie zu besitzen?“ Oh Mann diese Hippies, waren schon schräg, obwohl dieser hier sogar noch sehr interessant aussah. Vielleicht würde er mir seine Nummer geben. „Äh, ich weiß nicht, was gibt man denn so im Durchschnitt? Ich kenn mich mit dieser Methode der Bezahlung nicht aus.“ Er betrachtete mich wieder so seltsam, dass ich leicht erzitterte – aber nicht im positiven Sinn. Ein gruseliger Ausdruck huschte über sein Gesicht.

Verunsichert wühlte ich in meiner Handtasche um etwas Persönliches zu finden. Was hatte ich, das mir viel Wert war? Meine Finger huschten über eine kleine Jadefigur, die ich mal von meiner Großmutter bekam. Ich hatte sie immer bei mir, nein – das würde ich nicht abgeben. „Genau das ist es, das will ich für die Schatulle.“ Ich stutzte – die Figur hatte ich nicht mal herausgeholt, woher wusste er…? Ich zögerte und zog sie heraus. „Nein – ich weiß nicht, das habe ich von meiner Großmutter.“ „Genau, da weiß ich, dass dir diese Schatulle viel bedeutet, und dass du ihr würdig bist.“ „Ist das nicht bisschen überzogen, jetzt? Du machst ja gerade so, als wäre das hier kein Trödel.“ „TRÖDEL!“ Ich hatte das Gefühl er wollte über den Tisch springen und mich so zusammen falten, dass ich in die Schatulle gepasst hätte. Ich zuckte zurück. In dem Moment fing die Schatulle an zu summen. „Was ist denn da drin? Sie summt.“ Er hielt sich zurück. „Sie summt? Das macht sie nur für ausgewählte. Sie hat dich ausgewählt. Sie will dich“ „Wie, sie will mich?“ „Du sollst ihre neue Besitzerin werden. Überlege es dir. Ich gebe sie dir, für die Jadefigur.“ Ich seufzte. War das eine gute Wahl? „Ich werde mich gut um die Figur kümmern, sie wird nie verkauft werden. Das verspreche ich dir.“ Zögerlich streckte ich die Hand aus. Er nahm die Figur und drückte mir die Schatulle in die Hand.

Er drehte sich von mir weg und ich fühlte mich irgendwie verlassen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, nicht die richtige Wahl getroffen zu haben. Eher melancholisch über den Verlust, als euphorisch über den neu erworbenen Gegenstand ging ich am Friedhof vorbei. Ich blickte durch das schiefe Tor. Schemenhaft konnte ich Bewegungen erkennen. Ein Mann – in einem Mantel? Was war das nur mit diesen unförmigen Mänteln? Oder war das nur der Nebel?

Ich schlich mich nach Hause um meine Schatulle zu begutachten. Schließlich hatte sie mich einiges gekostet.

Kaum zu Hause angekommen schnappte ich mir ein Glas Rotwein und ein paar Kräcker. Mensch war ich hungrig. Die Schatulle stand vor mir auf dem Tisch. Sollte ich sie öffnen? Ich erschrak ganz fürchterlich, als das Telefon klingelte. Wie lang saß ich schon vor dieser Schatulle? Stunden. Ja –es waren tatsächlich schon Stunden vergangen. Das Display des Telefons zeigte mir Cassies Nummer. „Hey Sweetie, wie war dein Date?“ „Ach frag nicht. Ich glaube ich bleib einfach bei dir. Da hab ich definitiv mehr Spaß.“ „Ach das sagst du doch nur um dich einzuschleimen, weil du mich heute alleine gelassen hast.“ „Stimmt, du kennst mich einfach zu gut. Und was hast du gekauft?“ Ich schwieg. Sie war meine allerbeste Freundin, aber konnte ich ihr das alles erzählen, was ich erlebte? Wenn nicht ihr, wem sonst. Also erzählte ich ihr die Geschichte. “Wow – was für ein Freak. Ist die Schatulle wirklich so spektakulär, dass du diese Figur opfertest?“ „Ach wenn ich das wüsste.“ „Weißt du was, ich bin eh noch angezogen, ich komm vorbei und wir schauen und das Teil gemeinsam an.“ „Oh ja, bitte.“ Keine zehn Minuten später war sie da, und wir kuschelten uns mit dem Wein auf die Couch. Die Schatulle auf dem Tisch. „Also öffne sie.“ Meinte sie. „Ich weiß nicht – ich hab ein bisschen Angst.“ „Warum? Es ist eine einfache Schatulle. Wahrscheinlich ist sie leer – vielleicht paar Spinnenhäute oder paar Milchzähne.“ „Brrr – grausiger Gedanke. Ich hätte sie wohl doch nicht holen sollen – irgendwie finde ich sie jetzt bedrohlich.“ „Ach quatsch – ich öffne sie.“ Bevor ich sie abhalten konnte griff Cassie nach der Schatulle und versuchte sie zu öffnen. Aber sie war verschlossen. „Autsch – ich hab mich irgendwie verletzt an dem Scheissding. Verflixt. Sie geht nicht auf.“ Ich ahnte etwas. Also nahm ich sie und sie sprang sofort auf. Cassie sah mich verwirrt an. „Was, zum Teufel.“ „Sag das nicht so – vielleicht ist sie verhext.“ „Spinnst du jetzt, ich glaub dieser gruselige Kerl hat dich irgendwie kirre gemacht. Verhext.“ „Ja – warum denn nicht? Schließlich hat sie mich gerufen, geleuchtet, gehüpft und gesummt.“ „Hattest du schon vorher Wein getrunken?“ „Ha, ha!“

„Na gut Süße, ich mach mich mal ab. Ich bin müde und so bisschen hab ich mich auch gegruselt. Kann ich dich alleine lassen?“ „Pft, natürlich.“ Ich begleitete sie zur Tür und wir umarmten uns. „Schlaf gut und lass dich nicht von den Bettwanzen beißen.“ Ich lachte und schloss die Tür. Die Schatulle stand offen auf dem Tisch. Ich hatte noch gar nicht hineingeschaut, so sehr hat mich der Umstand abgelenkt, dass sie sich geöffnet hatte.

Ich schlich also wieder zum Tisch, setzte mich und nahm mir die Schatulle. Sie war leer. Ich war erleichtert, oder doch eher enttäuscht. Aber was war das? Etwas war eingeritzt in den Boden. Ich fuhr mit dem Zeigefinger über die Gravur. Ankou? Was ist Ankou? Ein Schleier schien sich zu lichten.

In diesem Moment hörte ich ein seltsames Geräusch. Ein Quietschen. Ich stand auf und blickte aus dem Fenster. Erkennen konnte ich nichts. Es war dunkel und neblig. Ein innerer Drang trieb mich nach draußen. Es war stock dunkel. Das Quietschen wurde immer lauter, fast unerträglich laut. Ein Karren hielt vor mir. Auf dem Bock saß eine vermummte Gestalt. Eine altmodische Lampe hing am Kutschbock. Die Gestalt saß regungslos und wartete. Worauf wartete sie? „Ich warte auf dich Ankou.“ Schon wieder dieses Wort. Was bedeutete das? „Es bedeutet, dass deine Zeit gekommen ist. Es ist Zeit deinen Posten anzutreten, Ankou.“ „Was denn für einen Posten? Ich verstehe gar nichts.“ „Wir haben dir ein Menschenleben gestattet, wie du es gewünscht hast. Aber dieses Leben geht jetzt zu Ende und ich hole dich ab.“ „Was, was geht zu Ende? Ich sterbe?“ „Du hast nie wirklich gelebt. Wir haben dir einen Wunsch erfüllt. Du durftest eine gewisse Zeit unter deinen geliebten Menschen wandeln, aber da dich die Schatulle endlich gefunden hat, ist deine Zeit gekommen. Es hilft nichts, du kannst dich nicht wehren.“

„Verdammt. Ich hätte es wissen sollen, dass ihr mich mit einem Trick aufspüren werdet. Ich will nicht wieder auf diesen öden Friedhof. Ich will hier bleiben mit den Menschen leben und nicht sie um ihr Leben bringen.“ „Nein – das ist nicht deine Bestimmung – also komm die anderen warten schon. Du musst deinen Posten als Wächterin einnehmen. So langsam wird es nämlich brenzlig. Die Geister des Friedhofs werden immer mutiger und versuchen immer öfter auszubüxen und in Körper zu fahren. Das gab schon so einige Missgeschicke. Also komm herauf zu mir und löse die Frau am Eingang endlich ab.“ Erinnert ihr euch an den Anfang? Ja – das war es, was vertuscht werden sollte – also von mir, ich wollte es vertuschen – ich bin ein Ankou – ein Friedhofswächter auf Urlaub – so kann man das ausdrücken. Ich hatte eine Art Burn-Out. Also wurde mir eine Art Urlaub gestattet. Aber ich hatte mich versteckt. Sie konnten mich nicht finden, da ich eine Art Verhüllungszauber hatte – Ja – ihr ahnt es schon – ich bin echt dämlich – die Jadefigur – sie war von einer Großmutter – nicht meiner – aber einer Hexe, die sie mir teuer verkaufte. Sie sollte mich verhüllen – aber das Schattenreich kann das auch – die Schatulle war eine Falle in die ich blind hineintapste. Ich seufzte und stieg auf.

Jetzt würde mein Leben in dieser kleinen Stadt vertuscht werden. Keiner würde sich mehr an mich erinnern – vielleicht in den Träumen.

Hütet euch, wenn ihr einen Karren quietschen hört, könnte ich es sein, die euch zur letzten Reise abholt. Wir sehen uns.

ENDE

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[#WritingFriday] Week 16 – eine Bombe zum 50. Jubiläum

Es ist wieder #Writing Friday – und ich habe mir ziemlich Gedanken gemacht wie ich folgendes Thema umsetze – nicht einfach – aber auf der Fahrt zur Arbeit ist mir eine Idee gekommen. Kommt folgt mir:


Hallo ihr Lieben!!

Wie war euer Wochenende? Letzte Woche hatte ich wenig Zeit zum bloggen. Dafür lohnt es sich heute umso mehr mal wieder was zu schreiben. Ihr werdet es nicht glauben. Was ich erlebt habe – Tse. Okay paar langweilige Details: Am Wochenende war ein großes Familienfest. 50 Jähriges Jubiläum meiner Großeltern. 50 Jahre – könnt ihr euch das vorstellen? Ich schaffe keine zwei. Aber egal. Vielleicht kommt mein Seelenverwandter noch. Bestimmt. Er sitzt schon irgendwo und wartet nur, dass ich an ihm vorbei schlendere. Geträumt habe ich schon von ihm. Aber Stopp. Ich weiche schon wieder einmal ab.

Meine Großeltern. Wenn  man zurückrechnet macht das ganze sogar Sinn. 1968 haben sie geheiratet.  Flower Power und freie Liebe. Könnt ihr euch schon denken was passiert ist? Neihen? Niemals hätte ich das gedacht. Und meine Muttererst – Schnappatmung ist nichts im Vergleich. Hahahaha. Sie hat dieses Flower Power Leben ihrer Eltern nie leiden können. Geschämt hat sie sich – dementsprechend spießig ist sie heute. Furchtbar. Hei – und dann meine Großeltern – ich wird nicht mehr – da lassen die ein Ding explodieren – ein Kastenteufel springt aus ihren Mündern –meine Mutter hätte nicht entsetzter sein können wenn eine Stripperin aus der Torte gesprungen wäre. Meine Großeltern praktizieren freie Liebe in einer offenen Beziehung. WAAAAASSSS. Und das schon seit JAHREN!!!

Und auch noch in einem Swinger Club. Ahahahaha. Ich lach mich schlapp. Genial. Da müsst ihr mir zustimmen –das ist mal ein Blogbeitrag. Besser als öde Buchrezis. Die Party war also gelaufen, dachte ich. Meine Mutter stürmte raus, mein Vater, dem das wohl irgendwie gefiel, hinter her. Wer weiß – vielleicht höre ich beim 50. Jubiläum meiner Eltern jetzt auch so ein Geständnis.

Für mich wäre es ja nichts – aber 50 Jahre Ehe, zeigt mir – es geht. Also in diesem Sinne

Sex, Drugs and Rock and Roll Baby