Romantik, writing friday

Writing Friday – Der Traum vom Pinguin

Der letzte Tag im Januar, da wollte ich noch eine Geschichte für den #writing friday veröffentlichen. Ein ungewohntes Genre für mich – Romantik.

  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart

Der Traum vom Pinguin

 

Tapeesa (Arktische Blume) saß auf ihrem Schlitten. Ihr Blick wanderte über die Eisfläche. Ruhig wirkte diese weiße Landschaft. Keine Erhebung störte dieses Bild. Ihre Hunde lagen friedlich im Schnee und warteten auf ihre Befehle.

Sie genoss diese Freiheit. Keiner, der ihr sagte was sie zu tun und zu lassen hatte.

Der Wind zog an und sie fröstelte. Sie musste weiter. Hier konnte sie nicht bleiben. Sie hatte ein Geschenk für ihre Schwester dabei. Diese war gerade Mutter geworden. Und wie es die Tradition verlangte, kamen die Familienmitglieder und beschenkten das Kind. Tapeesa seufzte schwer. Sie wusste, dass ihre Eltern von ihr verlangten, ebenfalls zu heiraten und eine Familie zu gründen. Aber sie hatte keinen Sinn für dieses Leben. Haus, Herd, Kinder. Das war es nicht, was sie wollte.

Sie wollte mit den Hunden in der Wildnis fahren. Vielleicht ein Transportgeschäft aufziehen. Außerdem hatte sie noch keinen passenden Mann gefunden, der sie reizen würde.

Sie kannte die Männer in ihrem Dorf alle schon seit Kindertagen. Es wäre, als würde sie einen ihrer Brüder ehelichen. Niemals. Lieber würde sie eine Einsiedlerin werden. Tief in sich spürte sie zart ein ziehen. Ein Gefühl des Verlustes.

Sie schüttelte sich und schob dieses Gefühl beiseite. Dafür war kein Platz. Ihre Hunde waren ihre Familie.

Wieder seufzte sie schwer. Sie erhob sich. Die Hunde reagierten sofort auf ihre Bewegung und standen ebenfalls auf. Sie hatten sich genug ausgeruht und wurden unruhig. Sie stellte sich auf ihren Schlitten und gab den Befehl an Iluq, der Leithund. Sofort zog er an und sein Rudel folgte ihm.

Der Wind blies ihr in das vermummte Gesicht. Die Geschwindigkeit versetzte sie in einen Rausch. Wie sollte sie das aufgeben können für einen Mann und Kinder?

Die Landschaft veränderte sich langsam. An den Seiten erschienen einzelne tiefgefrorene Büsche, die den Weg in das Dorf säumten. Sie zügelte die Geschwindigkeit. Eilig hatte sie es nicht.

Als sie einfuhr in ihr Dorf, konnte sie schon die Hunde der anderen hören. Immer dazwischen das Lachen der Kinder, die zusammen spielten.

Tapeesa fuhr zum Zwinger. Dort spannte sie die Hunde ab und versorgte sie. Heute hätten sie nichts mehr zu tun. Sie konnten sich mit den anderen Hunden vergnügen.

Schweren Schrittes ging sie zu dem beleuchteten Eingang des Hauses ihrer Schwester.

Sie schlüpfte aus ihren schweren, warmen Fellschuhen und trat ein. Im inneren klangen das Lachen der Frauen und die Stimmen der Männer, die über Politik redeten. Sie schindete Zeit, indem sie sich langsam ihres Fellmantels entledigte.

Sehnsüchtig blickte sie zurück. Am liebsten würde sie umkehren und fliehen. Aber die Tradition galt es zu wahren. Sie straffte die Schultern, biss sich auf die Lippe und trat ins Wohnzimmer.

Rechts war der Eingang zur Küche, da standen die Männer, tranken Bier und rauchten Zigarren auf den stolzen Vater.

Als sie in den Raum trat, bemerkte ihre Schwester sie sofort.

„Tapeesa, Schwester. Da bist du ja. Du bist spät. Aber immerhin hast du es noch rechtzeitig geschafft. Ich befürchtete schon du würdest nicht kommen. Die Zeit in der Wildnis vergessen zu haben, wäre nicht das erste Mal bei dir.“ Kam es sarkastisch von ihrer älteren Schwester. Tapeesa schluckte einen bissigen Kommentar herunter und kam näher.

„Hallo Schwester. Ich sehe, dir geht es gut nach der Geburt. Wo ist mein Neffe?“

„Komm hier. Dort in der Wiege ist er und schläft wie ein Engel. Er ist einfach perfekt.“

Tapeesa ging zur Wiege. Darin befand sich ein kleiner Junge. Er war so zerbrechlich und klein. Aber auch so perfekt. Am liebsten hätte sie ihn hochgenommen. Vielleicht würde das die Leere in ihr füllen.

Eine stattliche Frau betrat den Raum.

„Ach, die verlorene Tochter. Tapeesa, du warst schon so lange nicht mehr bei uns. Wie willst du so denn einen Mann kennenlernen? Vielleicht triffst du auf einen Yeti?“

Die Frauen lachten und Tapeesa verzog ihre Lippen zu einem verkrampften Lächeln.

„Hallo Mutter, ich sehe, dir geht es gut. Dann ist mein Besuch ja doppelt von Erfolg gekrönt. Ich sehe meinen hübschen Neffen und meiner Familie geht es bestens. Da kann ich beruhigt wieder abtauchen.“ Erwiderte sie süffisant und drehte sich wieder zu dem schlafenden Jungen.

„So kennen wir dich. Nicht um eine Antwort verlegen. Geh in die Küche und begrüße deinen Vater.“

Tapeesa befolgte den Befehl ihrer Mutter und begab sich in die Küche. Sie hatte sowieso Hunger und gegen ein Bier hätte sie auch nichts einzuwenden.

In der Küche grölten die Männer, als sie eintrat.

„Ah, die verschollene Tochter gibt sich die Ehre. Schaut Freunde. Sie war Monate verschwunden. Kein Lebenszeichen. Irgendwann wird sie im Eis versinken und wir werden einfach denken, sie hat uns vergessen. Hallo Tochter. Was macht dein Ehemann?“ Donnerndes Gelächter erscholl von den Männern. Tapeesa biss sich auf die Zunge. Nein, sie würde es schlucken. Nur wenige Stunden und sie konnten wieder in die ruhige Landschaft verschwinden und ihre Hunde würden sie weit wegbringen.

Sie ging zum Herd und nahm sich einen Teller der Fischsuppe und eine Scheibe von dem Brot. Suchend blickte sie sich nach dem Bier um und ihr Blick wurde gefangen genommen von einem unbekannten Gesicht. Sie stutze. Wer war der Mann?

Er hielt ihrem Blick stand und nickte ihr zu. Sie nickte zurück. Ihr Vater, der sehr aufmerksam war, wenn es um die Männer um seine Töchter herum ging, bemerkte den Blickwechseln und mischte sich ein.

„Tapeesa, du hast unseren Gast schon erblickt. Gibt es vielleicht Hoffnung, dass du nicht so kalt bist, wie das Eis, das du so liebst? Das ist unser neuester Gast, Silla. Er ist vor einigen Monaten mit seinem Hundeschlitten hier gestrandet. Ein Eisbär hatte ihn angegriffen und wir pflegten ihn. Aber ich befürchte, dass auch er zu unruhig ist. Er wird uns bestimmt bald verlassen. Also fang ihn jetzt, sonst ist er weg.“ Lachte er und drehte sich zu seinen Freunden um

Tapeesas Wangen waren tief rot. Silla kam auf sie zu.

„Hallo. Eltern sind peinlich, oder?“ Sie nickte schüchtern.

„Du hast auch einen Hundeschlitten? Was machst du damit?“

„Lenken, was denkst du denn?“

„Entschuldige, es ist so ungewöhnlich eine Frau als Musher zu sehen. Das ist noch sehr selten.“

„Ja, wir können das auch. Es ist keine Männerdomäne, nicht mehr.“ Antwortete sie schnippisch.

„Wohw. Ich wollte dich nicht beleidigen. Darf ich dein Rudel sehen?“

Sie beruhigte sich. Ihre Hunde waren ihr ganzer Stolz. Sie betrachtete das alte Tintenfass, das ihre Eltern manchmal immer noch nutzten und nickte.

Sie gingen zum Ausgang und zogen sich ihre dicken Sachen an. Der Wind zerrte an ihnen, als würde er sie davon tragen wollen.

Sie gingen zum Hundezwinger. Tapeesa spürte die Wärme die von Silla ausging. Sie wurde unruhig, spürte aber auch eine ungewohnte Ruhe in sich. Sie fühlte sich wohl in seiner Gegenwart.

Als sie am Zwinger angekommen waren, schnalzte sie mit der Zunge. Iluq und sein Rudel erhoben die Köpfe und kamen zu ihr.

„Das ist Iluq. Mein Held. Er hat alles bestens im Griff. Wo ist dein Rudel?“

Er zeigte auf eine Gruppe Hunde, die sich zusammen gerollt hatten.

„Sie sind faul geworden. Ich bin schon seit Monaten hier und konnte sie nicht anschirren. Aber nur noch wenige Tage dann werde ich aufbrechen. Ich spüre diese Unruhe in mir. Ich muss wieder los.“

Sie betrachtete ihn genau. Er sah nicht schlecht aus. Ihr Herz schlug etwas schneller. Er drehte sich zu ihr. Sie blickten sich in die Augen. Die Zeit blieb stehen, die Umgebung verschwamm und löste sich auf. Es war, als wären die beiden in einer Blase, die sie von allen äußeren Einflüssen abschottete. Er beugte sich nach unten. Tapeesa befeuchtete nervös ihre Lippen und hob leicht ihren Kopf. Dann küsste er sie. Sie hatten sich gefunden. Es war als hätten sich ihre Seelen erkannt.

Sie lösten sich voneinander. Tapeesa ließ ihren Blick in die Ferne schweifen. Silla nahm ihre Hand. Und sie beobachteten einen einsamen Pinguin, der stehen blieb und sie anblickte. Es schien, als würde er ein bestätigendes Nicken in ihre Richtung schickten.

„Weißt du, dass man sagt, träumt man von Pinguinen wird es familiären Zuwachs geben.“ Fragte Silla Tapeesa.

Sie blickte ihn an und lachte. Ja, das wäre es, was sie sich wünschte.

ENDE

writing friday

[#WritingFriday] – Liebste Geschichte

 

Zum Abschluss des Writing Friday Jahres schaue ich mal meine Geschichten und versuche eine Lieblingsgeschichte zu wählen – das ist aber echt sehr sehr schwer. Ich kann mich leider nicht ganz an die Vorlage halten


[#WritingFriday] Urban Exploring – Unendlich Du wirst nicht entkommen.

Mich fasziniert es Lost Places. Ich hab noch keinen besucht – aber ich finde sie faszinierend – und warum soll es da nicht spuken? Das ist mein Favorit.


Da ich mich nicht entscheiden kann, habe ich noch paar Favoriten aufgelistet


[#WritingFriday] Week 1 – der magische gefrorene See

Ein ganz besonderer Tag, an dem man seine Liebsten wieder sehen kann


Writing Friday – Wir werden immer da sein

Meine Dachboden Geschichte – schon bisschen gruselig


Writing Friday – Die Gefahr aus der Luft

Nicht ganz abwegig – Wie kann man am besten töten? Was schafft es überall hin?


Writing Friday – Wir schaffen das….1 und  Ein Zweiteiler

Eine kleine Umweltkatastrophe – Vater und Tochter auf der Suche nach der Mutter.


Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch und wir lesen uns im neuen Jahr wieder, bei Elizzys toller Schreibaktion

Weihnachten, writing friday

Die Wahl der Schneekugel Part 1 von 2

Der Writing Friday steht voll im Zeichen von Weihnachten

Meine heutige Geschichte teile ich wieder in zwei Parts, damit ihr nicht auf einmal soviel lesen müsst.

Du wachst auf in einer Schneekugel – wie sieht deine Welt darin aus?


Heute war ich in einem kleinen Dorf angekommen. Ein wunderhübsches Dorf. Es war schon dunkel und ich konnte die hübsche Weihnachtsbeleuchtung in den Fenstern und auf dem Dorfplatz bewundern. Da ich unangemeldet ankam, hoffte ich ein Zimmer zu bekommen. Ich fragte eine nette ältere Dame und sie antwortete mir, dass in dem großen Haus auf dem Hügel ein Bed and Breakfast angeboten würde.

Ich startete den Wagen und fuhr langsam die verschneite Straße nach oben. Leider war es zu dunkel um die Gegend zu erkennen. Eine wunderschöne, mit Lichterketten geschmückte Einfahrt hieß mich Willkommen. Ich stellte den Wagen ab und klopfte an die Tür.

Von Innen hörte ich ein Schlurfen. Es war schon spät und ich war mir bewusst, dass es schon unhöflich war, um diese Zeit an jemandes Tür zu klopfen. Ich hoffte, dass die alte Dame Recht hatte und es hier ein Zimmer für mich gab. Das würde mein schlechtes Gewissen wenigstens etwas mildern.

Die Tür öffnete sich und ein älterer Mann im karierten Bademantel und Schlafmütze öffnete mir die Tür. Ich riss erschrocken meine Augen auf. „Oh, es tut mir so leid, dass ich sie aus dem Bett geholt habe. Mir wurde gesagt, hier wäre ein Bed and Breakfast.“ Der alte Mann betrachtete mich von oben herab. Ich dachte, er würde mir jetzt die Tür vor der Nase zuschlagen, als ich im Hintergrund eine Stimme vernahm. „Edgar? Wer ist denn da?“ „Ein Gast.“ Brummte er. „Eine junge Frau.“ Hinter Edgar vernahm ich erneut ein Schlurfen und eine schmale Hand legte sich auf seine Schulter, um ihn unsanft beiseite zu ziehen. „Hallo meine Liebe, kommen sie doch rein, es ist ja so kalt hier draußen. Haben sie Gepäck?“ „Äh, ja im Kofferraum. Ich hole es schnell.“ „Nein, nein. Edgar, sei so lieb und hol doch das Gepäck.“ Er blickte sie verdattert an und fügte sich. Grummelnd ging er zu meinem Auto und holte meinen kleinen Reisekoffer. „Oh, viel haben sie ja nicht, sie bleiben wohl nicht lange?“ Fragte die Frau. „Nein ich bin nur auf der Durchreise.“ „Ach wie schade. Nun kommen sie schon. Ich mach ihnen schnell ein Sandwich und eine heiße Schokolade. Dann zeige ich ihnen das Zimmer. Formalitäten erledigen wir dann morgen. Okay?“ Ich nickte nur überwältigt von ihrem Elan. „Okay. Ach ich heiße Miriam.“ „Oh ein hübscher Name. Ich bin Eleonore und das ist Edgar. Hier setzen sie sich, ich bin gleich wieder da. Edgar, bring doch ihren Koffer schon hoch und geh zurück ins Bett.“ Er grummelte immer noch und ging langsam, mit meinem Koffer nach oben. Das Haus war zauberhaft. Ein geräumiger Flur führte zu einer hübschen breiten Treppe, in der Mitte des Raumes. Sanft geschwungen lud sie einen ein, nach oben zu gehen. Das Geländer war mit Girlanden und hübschen roten Schleifen geschmückt. Ein kleiner Weihnachtsbaum stand in der linken Ecke. An den Wänden hingen weihnachtliche Bilder und überall glitzerten Sterne und Girlanden. „Das ist so schön geschmückt bei ihnen.“ „Oh ja – wir lieben Weihnachten einfach. So ist es immer bei uns.“ Ich überhörte das Immer. Immer an Weihnachten halt.

„Was machen sie denn hier zu dieser Jahreszeit?“ Fragte Eleonore mich. „Arbeit. Mein Chef hat mich zu einem Hotel geschickt, dass von uns getestet werden soll. Ich arbeite in einem Reisebüro. Und da ich alleinstehend, ohne sonstige Familie bin, musste ich fahren.“ „Ach wie schön, äh schade, dass sie so alleine sind. Weihnachten ist das Fest der Familie und Freunde. Setzen sie sich, ich komme sofort wieder.“ Ich befand mich in einem kleinen gemütlichen Zimmer mit einem Kamin und vielen Bücherregalen. Ach, das war auch so schön geschmückt. Eher nostalgisch mit viel Holzfiguren und Schleifchen. Sehr gemütlich. Im Kamin glommen noch die letzten Holzscheite und es war noch gemütlich warm. Ich schaute mich um und setzte mich in einen bequemen Ohrensessel. Schon kam Eleonore zurück und drückte mir einen Teller mit einem Sandwich in die Hand und stellte eine Tasse dampfender Schokolade auf den Beistelltisch.

„So, hier essen sie was und trinken sie die leckere Schokolade. Mit einem ganz besonderem Gewürz. Das gibt es nur hier bei uns und ist sehr geheim. Aber es schmeckt so hervorragend – sie werden nie wieder hier wegkönnen – ähm wollen.“ Ich stutzte. Eleonore verhielt sich wirklich etwas seltsam. So aufgedreht. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich sie aus dem Bett geholt habe. „Wie lange bleiben sie, hatten sie gesagt?“ „Eigentlich nur heute Nacht.“ Aber in Gedanken sah ich mich hier schon ein paar Tage länger aushalten. Vielleicht konnten wir dieses gemütliche Bed and Breakfast in unseren Katalog aufnehmen. Ich nahm mir vor, morgen das Dörfchen zu erkunden. Ich würde ein paar Fotos machen und meinem Chef vorlegen. Warum nicht mal Weihnachten in einem traditionellen Dorf?

Das Sandwich und die heiße Schokolade taten ihre Wirkung. Ich wurde schläfrig. Eleonore verließ das Zimmer und kam mit einer Decke wieder. Dieser Sessel war so groß und bequem, dass ich sofort einschlief. Im Dämmerzustand hörte ich Eleonore mit ihrem Mann flüstern: „Willst du sie hier liegen lassen?“ „Ja, ja. Die Schokolade hat ihren Dienst erfüllt. Sie soll schön schlafen und morgen werden wir weiter sehen. Es wird ihr schon hier gefallen. Ich spüre es. Sie hat das gewisse Etwas. Sie gehört hier her. Warte bis morgen noch Noah kommt.“ „Noah? Wer ist denn Noah?“ „Ach, hörst du mir denn überhaupt mal zu. Das ist der andere Neuankömmling. Er wird morgen erwartet.“ Edgar rollte mit den Augen. „Zu viel neue Bewohner.“ Murmelte er. „Schnick-Schnack. Es wird Zeit. Es ist jetzt schon Jahrhunderte her, dass wir neue Bewohner bekommen haben. Es wird Zeit.“

Miriam fiel in einen tiefen Schlaf. Tief und traumlos. Sie erwachte ausgeruht und so entspannt wie schon lange nicht mehr. Im ersten Moment war sie etwas orientierungslos. Sie war in diesem super bequemen Sessel eingekuschelt. Ein kleines Feuer prasselte in dem Kamin mit dem hübschen Kaminsims. An dem Sims waren mehrere Socken angebracht. Sie entfaltete sich aus dem Sessel und wickelte die Decke um sich. Kleine unsichere Schritte führten sie zu diesem Kamin. Auf den Socken standen Namen. Eleonore, Edgar und zwei weitere waren noch unbestickt. Dieses Zimmer wirkte wie aus einem Bilderbuch auf Miriam. Es strahlte eine Wärme aus. Sie fühlte sich so geborgen. Wehmütig dachte sie an die Tage, die vor ihr liegen sollten. Ein unpersönliches Hotelzimmer und Weihnachten im Hotelrestaurant. Sehr romantisch.

Ein dumpfes Klopfen hallte durch das Haus. Miriam erschrak aus ihren düsteren Gedanken. Sie ging zur Tür dieses Zimmers und öffnete sie lautlos. Wieder hatte Edgar die Eingangstür geöffnet. Eine Männerstimme war zu vernehmen. Sie klang angenehm. „Guten Tag. Ich bin auf der Suche nach einem Zimmer. Ist bei ihnen was frei?“ Edgar brummelte schon wieder. Miriam musste lächeln. Das war also nicht nur, weil sie ihn aus dem Bett geklingelt hatte. Schnell schloss sie die Zimmertür und trat ans Fenster. Ein atemberaubender Blick eröffnete sich ihr. Das Dörfchen schien in einer Art Kessel zu liegen. Um das Dorf befanden sich verschneite Hügel, die mit dichten Tannenwäldern bewachsen waren. Die Tannen waren weiß bestäubt, als hätte Gott sein Sieb mit Puderzucker ausgepackt und darüber gestreut.

Aus den benachbarten Häusern konnte man aus den Schornsteinen die Rauchwolken erkennen. Alle Häuser waren hübsch geschmückt. Einige mit Lichterketten. Andere im klassischen Stil mit Tannenzweigen, Holzfiguren und Schleifen. Es war einfach traumhaft. Miriam drehte sich um und ging zurück zum Sessel. Er nahm sie auf wie einen alten Freund. Sie kuschelte sich wieder ein und zog die Decke bis unter das Kinn. Hier stimmte alles. Ein zaghaftes Klopfen ließ sie aufschrecken. „Ja bitte?“ „Guten Morgen meine Liebe. Haben sie gut geschlafen?“ „Herrlich. Ich fühle mich so entspannt und ausgeruht, wie schon lange nicht mehr.“ „Ich sagte doch, das geheime Gewürz in der Schokolade.“ Schmunzelte Eleonore. „Wir haben sie hier schlafen lassen. Ich hoffe, das war okay so?“ „Oh ja – der Sessel ist so bequem, da braucht man gar kein Bett.“ Lachte Miriam. „Was haben sie heute geplant, meine Liebe?“ „Eigentlich müsste ich ja weiter fahren. Aber ich will unbedingt dieses hübsche Dorf betrachten.“ „Oh, das ist toll. Wir haben einen neuen Gast. Vielleicht könnten wir sie auf unseren Weihnachtsmarkt begleiten. Heute Abend. Ein so schöner traditioneller Weihnachtsmarkt. Den müssen sie einfach sehen.“ „Oh ja. Das klingt toll. Ob ich einen Tag früher oder später in diesem neuen Hotel ankomme – wen interessiert das schon?“ „Ach, das freut mich. Kommen sie. Das Frühstück steht bereit.“

Miriam folgte Eleonore in die Küche. Es roch nach Weihnachten. „Ohh – hier riecht es aber toll.“ „Ja, ich habe schon mit der Weihnachtbäckerei angefangen. Dort hinten stehen die Lebkuchen.“ Ich drehte meinen Kopf und konnte so viel verschiedene Ausführungen des leckeren Gebäcks sehen. Ich konnte nicht verhindern, dass mir das Wasser im Mund zusammen lief. Eleonore lachte. „Bedienen sie sich nur.“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Schnell stand ich auf und nahm mir von jeder Sorte einen.

Es klopfte am Türrahmen. Ein junger Mann stand in der Tür und blickte uns unsicher an. „Äh, guten Morgen. Der Mann am Eingang hat mich hier hergeschickt. Ich soll mir hier ein Frühstück abholen? Das wäre toll, mir knurrt schon der Magen, so doll, dass ich Angst habe eine Schneelawine auszulösen.“ Ich lächelte schüchtern. Der Mann vor mir war etwa in meinem Alter. Er war nun wirklich keine Augenweide. Seine Haare waren braun und standen in alle Richtungen ab. Der Grund war wohl die Mütze, die er in der Hand hielt und unsicher knetete. Er trug ein Holzfäller Hemd eine Latzhose und hohe gefütterte Stiefel. Seine Augen waren grün und leuchteten. Sie waren das, was mich sofort gefangen nahm. Diese leuchtend grünen Augen. So musste ein Mensch aussehen, der zufrieden mit seinem Leben war. „Ja, natürlich, kommen sie doch herein und setzen sie sich. Wir vertilgen gerade meine Lebkuchen. Möchten sie auch einige oder lieber was Herzhaftes?“ „Ich sage nicht nein zu beiden.“ Meinte er. „Ah, schön. Ein junger Mensch mit gesundem Appetit. Kommen Sie, setzen sie sich. Das ist Miriam, unserer anderer Gast.“ Ich blickte ertappt auf, hatte ich mir doch gerade einen kompletten Lebkuchen in den Mund gestopft. Mit vollen Backen und Schokolade verschmierten Lippen, versuchte ich zu lächeln. Ich hoffte innigst, dass ich nicht zu schräg aussah. „Hallo, ich bin Noah. Sind sie länger hier?“ Immer noch nicht in der Lage zu sprechen, schüttelte ich den Kopf. Ich versuchte diesen Lebkuchen zu schlucken. Er weigerte sich standhaft. Vor mir stand eine Tasse Schokolade. Ich griff zu und nahm einige herzhafte Schlucke. Und er war frisch aufgekocht. Ich riss die Augen auf und öffnete erschrocken meinen Mund. „Uhhh – heiß, heiß, heiß. Uff.“ Noah blickte mich befremdlich an. Ich hatte einen perfekten ersten Eindruck hinterlassen. „Ähm, Entschuldigung. Ich bin eigentlich nicht so verfressen, aber diese Lebkuchen sind so genial. Ich bin Miriam und nur auf der Durchreise. Ich bleibe nicht lange.“ Er nickte und setzte sich neben mich. Dabei blickte er auf meinen Teller, auf dem ein Schlachtfeld hinterlassen wurde. Angebissene Lebkuchen und Krümel.

Eleonore rettet mich in dem sie ihm sein Frühstück präsentierte. Gebackene Eier mit Speck. „Wir wollten heute auf den Weihnachtsmarkt gehen. Sie kommen doch mit uns? Den dürfen sie nicht verpassen.“ Noah stopfte sich gerade eine Gabel mit Eiern in den Mund und hielt inne. Mit vollem Mund antwortete er: „Ja, aber natürlich.“ Es gab Menschen, die konnten mit vollem Mund reden, ohne dass ihnen etwas herausfiel. Ich gehörte nicht dazu. „Oh, das ist ja toll, dann treffen wir uns bei der Dämmerung hier. Toll, toll, toll. Ich überlasse sie dann mal ihrem Schicksal. Bis später.“

Eleonore verließ die Küche und wir beide blieben unbequem berührt zurück. „Äh, ja ich will mich dann auch mal aufmachen und mich bisschen umgucken. Wir sehen uns ja dann später?“ fragte ich. „Ja, klar, bis später.“

Schnell verließ ich die Küche. Ich war erleichtert. Mit Fremden auf persönlicher Ebene kam ich nicht so klar. Ich schnappte mir meine Tasche, in der meine Kamera war und trat nach draußen. Wieder konnte ich das atemberaubende Bild aus dem Fenster von vorher sehen. Die sanften Hügel schlossen dieses Dorf ein, wie eine gewölbte Hand, die etwas sanft aufhob. Ich hüpfte die Stufen hinab und begab mich nach rechts Richtung Dorf.

Weihnachten, writing friday

Writing Friday – Das Interview.

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Karussell, Zimtschnecken, bitterkalt, große Augen, Liebe

Der Writing Friday steht voll im Zeichen von Weihnachten


„Marc, bist du so weit? Stehen die Zimtschnecken bereit? Das Licht, stell doch einer mal das Licht richtig ein. Ich will hier gemütliches Schimmern. Wir leuchten kein Fußballstadion aus. Ja, Michael, so ist es besser. Schön. Frederike? Kannst du noch den Weihnachtsbaum noch bisschen in Szene setzen? Und der Kamin im Hintergrund, mit den Socken am Kaminsims, der muss noch bisschen mehr glitzern. Bringt noch paar hübsche Girlanden. Petra, Petra? Stell den Sessel noch etwas schräger. Sodass man die ganze Familie gut sehen kann. Habt ihr einen Kinderstuhl? Ich weiß nicht ob Mary ihren Sohn auf dem Schoss sitzen lässt. Ach am schönsten wäre wir hätten ein Karussell in der Ecke – so ein schön nostalgisches, in dem der Junge sitzen könnte. Das wäre herrlich. Ja, ich weiß, das Budget. Dann muss es halt so gehen. Okay, jetzt können sie kommen. Sind sie denn schon da?“

Kaum hatte Tina die Frage gestellt, hörte sie auch schon Glocken klingen. Es rumpelte auf dem Dach des Studios. Ein Scharren, wie von Hufen, war zu vernehmen. Ein lautes „Hoooo“ war zu hören. „Ja, ich denke, sie sind da.“ Meinte Michael. „Schnell, lasst uns hochgehen und sie willkommen heißen“.

Jeder zog schnell eine Jacke über. Keiner wollte die Ankunft der Weihnachtsfamilie verpassen. Das war das Ereignis des Jahres. Ein Interview mit dem Weihnachtsmann und seiner Frau. Noch nie hatte jemand das geschafft. Tina war so stolz auf sich. Sie hatte Mary Christmas angeschrieben. Einen Wunschzettel an die Frau des Weihnachtsmannes geschickt. Darin bat sie um ein Interview, um den Menschen Weihnachten wieder näherzubringen. Der Glaube an den Weihnachtsmann wurde immer weniger. Tina hatte das Gefühl, dass damit auch der Glanz der Weihnacht verschwand. Keine Kinder mehr, die mit großen Augen vor den hübsch geschmückten Schaufenstern standen und sich die Nasen platt drückten. Weihnachtslieder hörte man kaum noch. Die Weihnachtsbeleuchtung war eher schlampig angebracht. Lämpchen waren kaputt und wurden nicht ersetzt. Die Weihnachtsbäume, die die Innenstädte schmückten, wurden immer mickriger oder verschwanden ganz. Es war traurig. Weihnachten verschwand. Die Menschen wurden immer abgestumpfter und wütender. Kleinigkeiten versetzten sie schon in Wut. Deswegen hatte Tina diese kleine Bitte an die Frau des Weihnachtsmanns geschickt. Und sie hatte zugesagt. Sie hatten beide zugesagt. Tina war so aufgeregt. Oben auf dem Dach angekommen, stieg die Familie Weihnacht gerade aus dem Schlitten. Mary hob gerade den kleinen Nick aus dem Schlitten und hielt ihn seinem Vater hin. Da schaute sie zu Tina und kam mit schnellen Schritten auf sie zu. „Hallo, sie müssen Tina sein. Das ist schön, dass wir uns mal kennenlernen. Nach ihrer Anfrage habe ich ihre Show verfolgt. Das Format gefällt mir, uns. Aber lassen sie uns doch hereingehen. Es ist wirklich bitterkalt heute.“

Tina war sprachlos. Mary war so hübsch und so offen. Ihr blondes Haar hatte sie zu einem Bauernzopf geflochten. Der rote Mantel mit dem weißen Kragen stand ihr hervorragend. Ein Strahlen ging von ihr aus. „Chris, komm und sag Tina hallo. Und gib mir Nick.“ „Nein, lass nur, ich trage ihn. Hallo Tina. Ich bin Chris.“ Tina stand sprachlos vor dem Weihnachtsmann. Er war groß. Bestimmt einen Kopf größer als sie und das war groß. Tina selbst war schon nicht gerade klein, für eine Frau. Er war gar nicht dick. Stattlich. Gut gebaut und muskulös. Seine Gesichtszüge waren Markant aber sehr offen und freundlich. „Äh, ja. Lassen Sie uns doch hereingehen. Es ist wirklich kalt.“

Als sie im Studio ankamen, ließen sich die Familie Weihnachtsmann die Mäntel abnehmen. Darunter waren sie in den Farben Grün und Rot gekleidet.

„Bitte setzen Sie sich doch. Chris, vielleicht setzen sie sich hier hin, damit ihre Frau auch noch gut zu sehen ist. Bleibt Nick bei ihnen? Wir haben auch einen Kinderstuhl.“ „Oh nein, er bleibt am besten auf meinem Schoss. Er ist im Moment bisschen launisch. Er bekommt Zähne.“ Tina nickte und gab dementsprechende Anweisungen den Stuhl zu entfernen. Auf dem Tisch stand ein Adventsgesteck. Es brannten schon drei Kerzen.

„Gut, sind sie so weit? Das wird ein live Interview. Ich stelle ihnen ein paar Fragen und sie können ganz entspannt antworten. Nur kein Druck. Haben sie noch irgendwelche Fragen?“ „Kann ich eine Zimtschnecke essen?“ „Chris! Du hast doch erst eine Ladung Lebkuchen verdrückt.“ Er blickte sie an und man konnte die tiefe Liebe sehen, die er für sie empfand. Tina wurde ganz warm ums Herz. Was für ein Paar. Sie strahlen. Man hätte fast keine Studiobeleuchtung gebraucht. Sie räusperte sich. „Natürlich können sie. Greifen sie zu.“ Chris ließ sich nicht lange bitten. Mary lächelte und schüttelte den Kopf.

„So, wir wären so weit. Es geht los, in drei, zwei, eins. Hallo liebe Zuschauer. Wie wir ihnen ja schon diese Woche angekündigt haben, habe ich heute ein ganz besonderes Paar als Interviewgäste. Die Familie Weihnachten mit ihrem Sohn Nick.“

Die Kamera schwenkte auf die Familie und wieder zurück zu Tina. „Hallo Chris, Hallo Mary und Hallo Nick. Es ist schön, dass sie es einrichten konnten, für ein kurzes Interview in meine Show zu kommen. Gerade so kurz vor Weihnachten muss das schwierig gewesen sein einzurichten?“

„Hallo Tina, danke für die Einladung.“ Entgegnete Mary. „Ja, es war etwas schwierig. Aber wir konnten das dann doch noch gut einrichten. Unsere Elfen sind ein tolles Team und bekommen das auch gut mal ohne uns hin. Hallo Elfen. Danke für eure tolle Arbeit.“ Winkte Mary in die Kamera.

„Chris, wie ist das so als Weihnachtsmann? Wird man dazu geboren oder erwählt. Wie sind sie Weihnachtsmann geworden?“

„Hallo Tina. Ja wie wird man Weihnachtsmann. Es gibt keine Anzeige in der Zeitung oder ähnliches. Es gibt die Möglichkeit, als künftiger Weihnachtsmann geboren zu werden. Wenn es aber keine direkte Erben gibt, kann es auch mal sein, dass ein Mensch dazu erkoren wird, diesen Posten zu übernehmen.“

„Und wie war das bei ihnen?“

„Mein Vorgänger war leider Kinderlos. Ich wurde tatsächlich ausgewählt.“

„Was hat sie so besonders gemacht? Wer hat sie ausgewählt?“

„Es gibt ein magisches Komitee. Das schaltet sich ein, wenn es um Erwählung von Fabelwesen, wie auch der Zahnfee oder dem Sandmännchen geht.“

„Ach ja, die Zahnfee gibt es wirklich?“

„Ja natürlich.“

„Das ist echt spannend. Aber sagen sie, wie wurden sie erwählt?“

„Eher zufällig. Der Schlitten des vorhergehenden Weihnachtsmanns hat mich überfahren.“

Tina riss erschrocken die Augen auf. „Was? Überfahren. Wie konnten sie das überleben?“

„Eigentlich ist das ein Geheimnis, aber ich sage es ihnen. Es steckte Magie in mir. Ja. Ich wusste nichts davon. Diese Magie hat mich gerettet und zum nächsten Weihnachtsmann auserkoren. Nachdem der Rat zugestimmt hat, wurde ich Weihnachtsmann. Mein Vorgänger konnte nach dem Unfall nicht mehr. Hallo Fritz. Ich hoffe, dir geht es gut? Lass mal was von dir hören. Entschuldigen sie.“

„Nein ist schon gut. Und Nick, er wird dann ihr Nachfolger?“

„Ja so ist es geplant. Ich hoffe, er ist bereit dazu. Wir haben nicht vor ihn zu zwingen. Wir hoffen, dass Weihnachten in ihm steckt.“

„Okay. Wie haben sie ihre Frau, Mary, kennengelernt? Wenn ich so indiskret sein darf.“

Mary errötete leicht. „Ja natürlich dürfen sie. Ich habe ihn überrascht. Als Kind habe ich ihn erwischt, wie er gerade die Geschenke unter den Baum legen wollte. Er war gerade dabei durch den Kamin zu verschwinden, als ich herunterkam. Ich hatte ein Geräusch gehört. Ich kam also herunter und sah gerade noch seinen schwarzen Stiefel im Kamin hervorlugen. Aber meine Kekse hatte er nicht gegessen. Also hielt ich ihn fest. Ich zog so kräftig ich konnte und er plumpste wieder in den Raum. Dann schimpfte ich mit ihm. Ich hätte mir so viel Mühe beim Backen gegeben und ganz frische Milch beim Bauern geholt. Und er hatte noch nicht mal probiert. Er lächelte mich an und griff nach den Plätzchen. Denn hob er mich hoch und drückte mir einen Kuss auf die Wange. Da wusste ich, ich würde seine Frau werden, wenn ich erwachsen wäre.“

„Hahahaha.“ Ein tiefes Lachen erklang aus der Ecke des Weihnachtsmanns. „Sie glauben ja nicht, wie böse sie mich angeschaut hatte. Sie war so mutig und trotzig. Ich hab sie in mein Herz geschlossen. Jedes Jahr hat sie mich erwartet. Bis sie dann erwachsen war. Da machte sie mir einen Heiratsantrag. Ist das zu fassen? Aber wer kann diesen Augen widerstehen?“ Er blickte seine Frau zärtlich an. Tina kniff die Augen zusammen um die Tränen weg zublinzeln. Wie romantisch.

„Hmh. Das ist ja so romantisch. Meine Damen. Sie sehen. Hartnäckigkeit zahlt sich aus.“ Sagte Tina zu ihrem Publikum am Fernsehen. „Wie lange ist das denn her?“ „Uh – Schatz?“ Mary antwortete. „175 Jahre.“

„175 Jahre! Ach du meine Güte. Das ist ja grandios.“ Tina war ganz aus dem Häuschen. Ihre Beziehungen hielten meistens nicht mal ein Jahr. Wie beneidenswert.

„Kommen wir doch zur Frage aller Fragen. Wie oft wurden sie das wohl schon gefragt? Wie schaffen sie es, alle Geschenke rechtzeitig abzuliefern? Das ist doch nicht möglich, oder?“

Chris rollte gespielt mit den Augen. „Ich glaube diese Frage wurde unzählige Male erörtert. Natürlich ist das nur mithilfe von Magie möglich. Die Zeitzonen unterstützen das Ganze.“ Er drehte sich zur Kamera. „Leute, es ist doch ganz klar, dass ich das nicht in der normalen Geschwindigkeit schaffen könnte. Das würde ich in 365 Tagen nicht schaffen. Es ist alles eine Frage der Magie. Oder glaubt ihr es wäre ein Fake, dass die Rentiere meinen Schlitten am Himmel entlang ziehen und ich durch die Schornsteine einsteige?“

„Das wäre meine nächste Frage gewesen. Wie passen sie durch den Schornstein und was ist, wenn ein Haus keinen hat?“

„Genau die gleiche Antwort wie eben. Magie. Ein bisschen magischer Staub und schon ist alles so, wie ich es mir wünsche.“

„Könnte man dann nicht durch Magie die Geschenke verteilen? Ist es dann noch notwendig, dass sie alles persönlich verteilen?“

Mary meldete sich zu Wort. „Tina – was für eine Frage. Natürlich ist es notwendig, dass Chris das alles persönlich erledigt. Kein Fest ist persönlicher als Weihnachten. Die Wünsche der Kinder sind uns wichtig. Und deswegen hat auch jedes Kind es verdient persönlich vom Weihnachtsmann besucht zu werden. Etwas anderes würde gar nicht infrage kommen. Dann könnte man auch alles von den Versandhäusern ausliefern lassen und eine bedruckte Karte beifügen lassen mit dem Wortlaut: alles Liebe zu Weihnachten. Dein Weihnachtsmann Hohoho. Nein, nein. Das wird immer ein persönliches Handwerk sein.“

„Das ist toll. Ich finde auch, Weihnachten sollte wirklich traditionell bleiben. Weihnachtsbaum, Lichter, Glitzer, Weihnachtslieder, Plätzchen und ganz viel Liebe. Es war so schön, dass sie uns ein bisschen ihrer wertvollen Zeit geopfert haben. Vielen Dank für ihren Besuch. Ich bin so gerührt.“ Tina drehte sich zur Kamera. „Liebe Menschen da draußen vor den Fernsehgeräten. Vergesst nicht die Magie, die Weihnachten ausmacht. Aus so vielen Haushalten ist Weihnachten mittlerweile verschwunden. Viele Kinder glauben nicht mehr an den Weihnachtsmann. Aber seht, hier steht er. Er ist echt. Und wenn ihr Menschen da draußen ihm einen kleinen Gedanken opfert und ihn wieder in euer Herz lasst, verspreche ich euch, ihr werdet wieder lachen können und euch auf diese wundervolle Zeit freuen. Das war ein Interview mit der Weihnachtsfamilie von Tina. Wir wünschen euch allen frohe Weihnachten.“ Tina wartete und lächelte in die Kamera, bis das erlösende „Cut“ erscholl.

Tina wand sich zu Weihnachtsfamilie um. Nick war mittlerweile eingeschlafen und sah einfach zum knuddeln aus, mit seinem Schnuffeltuch und dem Weihnachtsmannschnuller. „Es war wirklich so toll, dass ihr mir die Ehre erwiesen habt. Ich hoffe, dass dies die Magie von Weihnachten wieder aufleben lässt. Es ist so lange schon her, dass in den Städten schöne Weihnachtsbeleuchtungen hingen oder Weihnachtsbäume standen. Und wenn nur ein Kind sich den Glauben bewahrt, dann war diese Sendung erfolgreich. Vielen, vielen Dank.“

Mary erhob sich und drückte Tina ganz herzlich. Sie drückte ihr ein kleines Präsent in die Hand. „Hier, das ist für sie. Für ihren unermüdlichen Glauben an uns. Es wird sie immer erfreuen.“ Tina betrachtete das Geschenk. Es war eine Schneeflocke. Eine sehr große Schneeflocke. „Ist die echt?“ „Ja – sie ist echt. Eine magische Schneeflocke. Sie wird über sie wachen und sie in traurigen Tagen durch ihren Schimmer trösten.“ Tina musste schon wieder mit den Tränen kämpfen. Was für eine Familie. Chris drückte sie auch schnell und trieb seine Frau dann zur Eile an. „Der Nordpol wartet. Entschuldigen sie.“

„Oh ja, natürlich.“ Sie gingen alle wieder aufs Dach. Die Familie stieg in den Schlitten. Chris stand am Zügel und winkte zum Abschied. Er strahlte so viel Autorität und Macht aus. Man konnte sich dem Anblick nicht erwehren. Es war majestätisch. Er ließ die Zügel schnalzen und die Rentiere erhoben sich ohne Probleme. Das Klingen ihrer Geschirre war himmlisch. „Hohoho – Frohe Weihnachten.“, rief Chris zum Abschied.

Ende

Weihnachten, writing friday

Writing Friday – Weihnachten in Gefahr Part 2 v. 2

Hier ist der 2. Part zum Writing Friday, über die Entführung des Weihnachtsmanns.

Wer noch mal nachlesen will. HIER findet ihr Part 1.


Part 2

Was bisher geschah: Der Weihnachtsmann wurde entführt. Mitten in der Vorweihnachtszeit. Ein Videobeweiß bestätigte Frau Weihnachtsmann, dass hier irgendetwas faul war.

Frau Weihnachtsmann bestellte eine heiße Schokolade und paar Vanillekipferl. Es gab nichts, was Vanillekipferl nicht wieder hinbekommen würden (Zitat aus Silber von Lottie).

Glitzer saß mit Sparkle in der Cafeteria und sie genossen die leckeren Lebkuchen der Köchin, mit einem kleinen Weihnachtspunsch. Es war schließlich schon nach achtzehn Uhr, da durfte man auch mal einen Schuss Alkohol trinken. Vor allem bei dem Chaos, das herrschte. „Meinst du das Weihnachtsfest ist in Gefahr?“ Sparkle knabberte an seinem Lebkuchen und blickte verdrossen in die Runde. Keiner wusste Bescheid und es herrschte reges Treiben. Ein kommen und gehen. Ein beruhigendes Gemurmel, der kleinen Helferlein. Sie waren so unbedarft. Sparkle wünschte sich in ihre Situation. Es war ein Desaster. Was wenn der Weihnachtsmann nicht gefunden wurde? Frau Weihnachtsmann würde das schon regeln. Ja, da war er sich sicher.

„Meinst du es war vielleicht der Grinch oder vielleicht Jack Frost? Ach je, das ist echt aufregend.“ Er schaute sie an und bemerkte wie ihre Wangen leicht erröteten. Sie genoss dieses Abenteuer. „Das wird schon gut ausgehen. Das ist nicht die erste Krise, die wir zu bewältigen haben. Und der Weihnachtsmann ist auch nicht das erste Mal verschwunden. Gut dieser hier schon. Aber es gab andere vor ihm, die sind auch schon mal nicht aufzufinden gewesen. Einmal musste der Bruder des Weihnachtsmanns ausfliegen. Oh Mann, das war was. Der hat die Hälfte der Geschenke vertauscht. Was ein Chaos sag ich dir.“ Er lächelte vor sich hin. Damals war er noch ein Jung-Wichtel. „Komm, wir sollten ihn suchen gehen. Vielleicht ist er nur irgendwo eingeschlafen. Du weißt wie gerne er ein Nickerchen macht.“ Die beiden erhoben sich und verließen die Cafeteria. Draußen war es kalt und Glitzer zitterte. Sparkle legte ihr seinen Schal um und zog sie leicht an sich. Sie war schon ein süßes Wichtelmädchen. Er würde sie nach dem ganzen Chaos mal zu einem Glühwein einladen. Er brauchte einfach mal mehr Kontakt zu anderen.

Frau Weihnachtsmann wartete am Waffelstand auf Stampy. Sie hatte herausgefunden, was sie an dem Video störte, wollte aber erst mal den Bericht der Spitzel. „Hallo Stampy. Hier ein Kakao und eine Waffel. Lass uns dahinten in die Ecke gehen. Da hört uns keiner.“ Als sie sich setzten, bereitete Stampy einige Berichte aus. „Also, ich hab den Eisbären, die Pinguine, Robben und die Weihnachtshäschen gefragt. Sie haben den Weihnachtsmann gesehen. Er ist mit einem vermummten Mann unterwegs gewesen. Freiwillig, wie es aussah.“ „Das habe ich mir gedacht. Der Schuft. Ich sage dir was ich auf dem Video entdeckt habe.“ Sie verfiel ins Flüstern. Stampy stand erstaunt auf und stemmte die Hände in die Hüfte. „Nein!“ „Doch, da bin ich mir sicher. Ich sage dir, wir gehen jetzt mit dem gesamten GSG Weihnacht Team zu dem Entführer. Der wird erstaunt sein, dass wir ihn so schnell entdeckt haben. Und dann werden wir sehen, wie es weiter geht.“ „Alles klar, ich lasse die Schlitten anspannen.“

„Glitzer, Sparkle kommt mit, wir wissen, wo der Weihnachtsmann zu finden ist.“ Die beiden taten wie ihnen befohlen. Sie setzten sich in den Schlitten und deckten sich zu. Glitzer genoss die Nähe zu Sparkle und legte ihre kleine Hand direkt neben seine. Er ließ es zu und sie strahlte ihn an. Frau Weihnachtsmann hatte ihren roten Mantel mit dem weißen Pelzkragen an und eine weiße Pelzmütze. Sie selbst führte einen der Wagen. Sie machte eine stattliche und einschüchternde Figur, wie sie so mit den Zügeln in der Hand im ersten Wagen stand. „Hiha – auf ihr Rentiere. Wir holen jetzt den Weihnachtsmann nach Hause.“ Die GSG Weihnacht Wichtel waren alle hell angezogen, sodass sie nicht im Schnee auffallen würden. Vermummt und schwer bewaffnet, standen sie diszipliniert in den Schlitten und fuhren los. Die Rentiere zogen die Schlitten ohne Problem nach oben. Ihre Hufe machten keinerlei Geräusche. Sie traten in der Luft und bewegten sich sicher vorwärts.

Etwa eine Stunde später rief Frau Weihnachtsmann: „Stopp, hier müssen wir landen, damit wir unauffällig stürmen können. Dort hinten müsste der Weihnachtsmann gefangen gehalten werden. Ein diabolisches Grinsen huschte über ihre Lippen. Die würden sich umgucken, wenn sie gleich stürmten. Sie gab den leisen Befehl sich anzuschleichen. Natürlich ließ sie es sich nicht nehmen, voran zu schleichen. Als sie vor dem Eingang standen, blickte sie durch das Fenster. Das hatte sie sich gedacht. Dort konnte sie den Weihnachtsmann sehen. Und den Entführer. Der Schuft. Der würde sich gleich umgucken.

Mit der Hand gab sie den Befehl zu stürmen. Mit einer Türrame öffneten die Spezialisten die Tür. Geduckt enterten sie das Wohnzimmer. „Hände hoch. Keine Tricks. Wir schießen ohne Vorwarnung.“ Der Weihnachtsmann und der Entführer schossen aus den Sesseln und ließen ihre Arme nach oben zucken. Dabei fielen die Tassen und Pfeifen auf den Boden. Hoheitsvoll betrat Frau Weihnachtsmann den Raum. Sie blickte sich kalt um und ignorierte die beiden Männer. Dann schaute sie mit eisigem Blick zu ihrem Mann. „So, so, so.“ Sagte sie langgezogen. Bei jedem Ton zuckte der Weihnachtsmann zusammen. „Äh – es ist nicht so wie es aussieht. Ich stehe unter dem Stockholmsyndrom, glaube mir Liebste. Ich hatte wahnsinnige Angst das hier nicht zu überleben. Und so.“

„Ahm, ahm, ahm…Ja mein Schatz, das kann ich sehen. Wie umsichtig von deinem Entführer, dass du deine gepackte Tasche mitnehmen konntest. Ja, ich habe auf dem Video gesehen, wie du sie am Rand des Bildes hervorgeholt hast. Ihr habt nicht aufgepasst in dem Moment. Die Kamera hat es aufgenommen. Hast du denn immer eine gepackte Tasche für den Fall einer Entführung in deinem Büro stehen, hm?“ Der Weihnachtsmann errötete und wand sich. „Ach nein mein Hase, das ist doch für den Notfall, wenn ich mal ins Krankenhaus muss.“ „So, so. Weil der Weihnachtsmann ja auch krank wird. Du bist ein magisches Wesen – du wirst nicht krank. Also, was ist los. Und seit wann bist du so dick befreundet mit dem Grinch?“ Sie drehte sich fragend zu dem grünen Kerl um, der unter ihrem Blick zusammensackte. „Wir haben uns halt angefreundet im Laufe der vielen Jahre.“ „Mit dem Grinch? Ist Jack Frost vielleicht auch hier irgendwo?“ Die beiden Schuldigen blickten sich unsicher an. „Ach kommt schon. Echt jetzt? Jack? Wo bist du? Ihr seid aufgeflogen. Komm schon und gesell dich zu uns. Es könnte gemütlich werden.“ Die Tür zur Linken öffnete sich und ein schuldbewusster Jack Frost erschien. „Hallo Frau Weihnachtsmann. Gut sehen sie aus. Das Rot steht ihnen.“ „Ich trage immer Rot. Natürlich steht mir das. Das soll ja auch so sein. Also erzähl mir doch bitte, geliebter Gatte, was das Theater sollte.“

Er räusperte sich. „Ähm. Ja ich habe Burn Out.“ „Burn Out!?“ Sie drehte sich zu ihrem Gefolge um. “Burn out. Nein so was.“ sagte sie sarkastisch. “wie wäre es denn mit einem Gespräch gewesen? Wir hätten doch gemeinsam mit den Ratsmitgliedern eine Lösung fingen können. Und was soll das heißen, Burn out. Du hast vielleicht mal vier richtig stressige Wochen. Den Rest der Zeit kannst du dich ausruhen und machen was du willst. Nicht zu fassen. Warum macht das keine Frau? Warum ein Mann. Die sind einfach nicht belastbar. Ich kann das nicht verstehen. Gut, jetzt pack dein Zeug, schlüpfe in deinen Anzug und komm mit nach Hause.“ Kleinlaut verabschiedete sich der Weihnachtsmann von seinen neuen Freunden und stieg zu seiner Frau in den Schlitten. Die Fahrt verlief ruhig. Schmutzige Wäsche wusch man nicht vor dem Personal.

Zu Hause angekommen, ging das GSG Weihnacht zurück zur Basis. Glitzer ließ sich von Sparkle zu einem Glühwein einladen und Ehepaar Weihnacht zogen sich in ihre privaten Gemächer zurück.

„So, mein Lieber. Wie lange sind wir jetzt verheiratet? Hä? Genau. 425 Jahre. Genauso lange wie du Weihnachtsmann bist. Warum sagst du mir denn nicht, dass du nicht mehr willst? Hä?“

„Ähm.“ Er scharrte mit seinen Füßen und druckste herum.“ Ich wollte nicht schwächlich vor dir wirken. Du bist immer so stark. Du liebst Weihnachten und alles was damit zusammen hängt.“ „Du doch auch.“ „Ja schon, aber ich will nicht mehr Weihnachtsmann sein. Ich will einfach ein normaler Mann sein, der immer mal wieder in die Fabrik kommt und mitmacht. Ich will nicht mehr.“ Sie griff sich ans Kinn. „Gut. Gut. Dann wird es wohl Zeit.“ Sie ging ans Telefon. Ein kurzes Gespräch brachte Klarheit. Ein Ersatz war da. „Nicky kommt nach Hause.“ „Ist er denn schon so weit?“ „Bitte, er ist kein Kind mehr. Er ist jetzt schon 250 Jahre alt. Es wird Zeit, dass er in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Er wird der neue Weihnachtsmann. Und eine Frau scheint auch schon vorhanden zu sein. Er bringt ein Mädchen mit.“ Eine Träne kullert dem Weihnachtsmann die Wange hinunter. Er trat auf seine Frau zu und nahm sie zärtlich in die Arme. Ihr Gesichtsausdruck wurde sanfter und sie drückte ihm einen zimtigen Kuss auf die Lippen. „Ja, ich denke es wird Zeit, dass wir in den Ruhestand gehen. Ab sofort werden unser Sohn und seine zukünftige Frau sich um den Nordpol, mit dem gesamten Weihnachtsgeschäft kümmern. Die nächste Generation ist jetzt dran.“ „Ja, Weihnachten wird es immer geben. Einen Weihnachtsmann wird es immer geben. Hohoho. Frohe Weihnachten euch allen.“

Ende

Weihnachten, writing friday

Writing Friday – Weihnachten in Gefahr Part 1 v. 2

Der Writing Friday steht voll im Zeichen von Weihnachten und was wäre, wenn der Weihnachtsmann verschwinden würde? Hier ein Szenario, wie es hätte passieren können.

Die Geschichte werde ich auf zwei Parts aufteilen, damit ihr nicht soviel auf einmal zu lesen habt.


Der Weihnachtsmann war verschwunden, wer würde Weihnachten jetzt… die Geschenke verteilen? Hier eine Lösung für den Ernstfall

Sparkle ging, mit Ordnern bewaffnet in Richtung Weihnachtsmanns Büro. Dafür musste er durch den Kontrollraum, in dem die Wunschstatistiken geführt wurden. Von dort aus kam man in den Auftragsraum. Dort wurden die Wunschzettel abgearbeitet. Eine der abgehenden Türen, führte in den wohl wichtigsten Raum der ganzen Stadt. In den Artig/Unartig Raum, dort kam man auch nur mit einem besonderen Ausweis hinein. Hier wurde mit äußerster Konzentration gearbeitet. Jeder Elf saß nur eine halbe Stunde an den Listen und wurde dann ausgetauscht. Es durften keine Fehler passieren. Auch wurden die Listen immer gegengeprüft. Vor vielen, vielen ungezählten Jahren war ein Fehler passiert und ein artiges Kind bekam kein Geschenk. Dieses Kind verlor seine Magie. Es wurde zum Grinch. Deswegen war dies, neben dem Postamt, die wichtigste und heikelste Abteilung.

Sparkle wollte eigentlich nur die neuesten Auswertungen zum Weihnachtsmann bringen. Für ihn war es Tradition, einen letzten Blick über die Listen der artigen und unartigen Kinder zu werfen.

Natürlich war auch der Nordpol mit der Technik mitgegangen. Bei den vielen Menschenkindern war das gar nicht anders mehr umsetzbar. Deswegen hantierte der Weihnachtsmann nicht mehr mit einem dicken Buch herum, in dem die Namen der Kinder standen, sondern hatte sich von der IT-Abteilung eine App programmieren lassen. Dort wurden von allen Kindern auf der Welt die Taten eingespeist. Das war heute überhaupt kein Problem mehr. Da sowieso alle in Social Medias unterwegs waren, immer alles posten und man auch die Kameras anzapfen konnte – alles für Weihnachten, versteht sich – nichts wurde ausspioniert, hatte man alle Taten sofort bereit. Es gab eine Sondergenehmigung für dieses „Überwachen“. Ich will hier nichts von Lauschangriff oder Überwachungsstaat hören. Oder wollt ihr vielleicht keine passenden Geschenke? Wunschzettel waren eigentlich nur noch eine sentimentale Angelegenheit. Wichtig für die Moral.

Glitzer kam ihm entgegen. „Hallo Sparkle, bist du unterwegs zum Weihnachtsmann? Ich sehe, du hast das Tablett dabei. Wie weit seit ihr schon?“

„Hallo Glitzer. Wie geht es dir? Ja, ich muss zum Chef. Du weißt ja, er will noch einen letzten Blick auf die Liste werfen, bevor wir mit den abarbeiten der Wünschen anfangen. Aber so läuft es ganz gut. Danke der Nachfrage. Wo bist du hin unterwegs?“

„Ich gehe schnell in die Küche. Es wird Zeit für die Wichtel, Lebkuchen und Milch Nachschub zu besorgen. Sie werden langsam unkonzentriert. Vorhin hat Otis einen Elefantenkopf auf ein Nilpferd genäht. So ein bisschen Zucker tut da schon mal gut. Eine kleine leckere Pause.“

„Stimmt. Bist du so lieb und bringst mir und dem Weihnachtsmann auch was?“

„Ja natürlich.“ Lächelte Glitzer und wurde Rot. Jeder, außer Sparkle, wusste, dass Glitzer für Sparkle schwärmte. Aber er war immer nur im Arbeitsmodus. „Vielen Dank. Ich muss jetzt weiter. Bis später.“ Winkte er ihr zu und drehte sich schon weg. Glitzer schaute ihm verträumt nach, bevor sie sich ebenfalls wieder auf ihren Weg in die Küche machte.

Sparkle war am Büro vom Weihnachtsmann angekommen. Er atmete tief durch, straffte sich und klopfte an. Der Weihnachtsmann war ein gütiger Mann, aber wenn er zu viel Stress hatte, konnte er auch wirklich böse werden. Er klopfte noch mal. „Weihnachtsmann? Bist du da?“ Keine Antwort. Vorsichtig öffnete er die Tür, um ihn nicht zu wecken, sollte er eingeschlafen sein. Er trat ein und blickte sich im Raum um. Es war sehr schön dekoriert. Das übernahm immer Frau Weihnachtsmann. Sie war verrückt nach Weihnachtsdeko. Überall waren Tannengirlanden verteilt. Sie hatte sie über die Tür gehängt, das Fenster damit eingerahmt und den Tischrand damit verziert. In ihnen glitzerten kleine Sterne und hübsch bemalte Kugeln. Schleifchen und Glöckchen hingen ebenfalls in den Girlanden. Gläser mit Zuckerstangen waren überall verteilt und eine moderne Maschine, die Kakao kochte, stand in der hinteren Ecke. Beim Weihnachtsmann im Büro roch es immer nach Schokolade und Plätzchen mit Zimt. Sehr lecker.

Aber der Raum war leer. Der Weihnachtsmann war nicht, wo er sein sollte. Das war jetzt nicht so ungewöhnlich. Oft ging er in die Werkstatt, um nach den Produktionen zu schauen. Er langte auch gerne mal selbst an. Das ließ ihn nostalgisch werden und er erinnerte sich an seine Anfänge, als er für die Kinder in den Dörfern Figuren geschnitzt hatte. Ach, da seufzte er immer so theatralisch und erzählte immer wieder dieselben Geschichten. Da Wichtel von Natur aus höflich waren, hörten sie ihm immer zu und rollten dann doch hinter seinem Rücken mit den Augen. Aber sie liebten ihren Weihnachtsmann. Er war einfach der Beste. Und wie er es immer wieder schaffte, die Geschenke rechtzeitig auszuliefern. Das war einfach genial.

Sparkle setzte sich in den Sessel des Weihnachtsmanns und versank bis zur Nase hinter dem wuchtigen Schreibtisch, der den ganzen Raum dominierte. Dunkles Holz mit weihnachtlichen Schnitzereien. Ein Unikat.

Es klopfte und Glitzer kam herein. Auf dem Tablett heiße Schokolade und Plätzchen. Für ihn und den Weihnachtsmann.

„Sparkle – hier sind die gewünschten Plätzchen“. Lächelte sie liebevoll. „Ist alles OK. Du siehst so verwirrt aus.“ Er blickte hoch, dafür musste er sich richtig in die Länge strecken, sodass Glitzer sein gesamtes Gesicht sehen konnte. „Ach, hallo Glitzer, danke für die leckeren Sachen. Ich kann den Weihnachtsmann nicht finden. Er sollte eigentlich hier sein.“ „Vielleicht ist er in der Werkstatt?“ „Hm, ja vielleicht. Aber das ist gar nicht seine Art. Er wusste doch, dass ich komme. Ich komme immer zur selben Zeit.“ Antwortete er in Gedanken. „Geh doch einfach in die Werkstatt. Oder geh in die IT-Abteilung – die sollen die Überwachungskameras mal überprüfen.“ Jetzt dürft ihr natürlich nicht glauben, dass der Weihnachtsmann seinen Wichteln nicht trauen würde und deswegen die Kameras installiert hatte. Nein, nein. Das hatte mit den Neidern zu tun. Immer wieder wurden sie boykottiert oder auch mal angegriffen. Der Grinch hatte es einige male versucht. Auch Jack Frost wollte sich hier am Nordpol alles unter den Nagel reißen.

Sparkle nickte und die beiden gingen zur IT – Abteilung. „Hey. Jingels, wie geht es“ „Hallo Sparkle, Glitzer. Gut, danke und euch?“ „Geht so, wir vermissen den Weihnachtsmann. Hast du ihn auf deinen Monitoren irgendwo gesehen?“ Jingels ließ seine kleinen Fingerchen über die Tastatur schweben. Sie konnten die Bilder im Monitor hin und her hüpfen sehen. Einzelne Abteilungen wurden abgesucht. Der Stall der Rentiere und die Garage in der der Schlitten steht. Auch auf dem kleinen Weihnachtsmarkt schauten sie sich um. Nichts. Der Weihnachtsmann war nicht zu sehen.

„Kannst du mal zurückgehen und uns sehen lassen, wann er das letzte Mal hier war und was danach passierte?“ „Klar Mann, warte kurz.“ Jingels drehte an einigen Knöpfen und sie konnten die Wichtel beim hektischen Rückwärts gehen und demontieren der Geschenke beobachten. „Da, stopp. Da ist er.“ Der Weihnachtsmann saß in seinem Büro. Der Zeitstempel zeigte etwa vor einer Stunde an. Dann öffnete sich die Tür und jemand betrat den Raum. Dunkel gekleidet, schien der Besucher über die Kameras Bescheid zu wissen. Er drehte der Kamera immer den Rücken zu oder stand direkt darunter, sodass man nie sein Gesicht sehen konnte.

Der Weihnachtsmann stand auf und ging in auf den Besucher zu. Sie gaben sich die Hand und alles sah recht entspannt aus. Der Weihnachtsmann lachte und hielt sich seinen Bauch. Das war so eine Macke von ihm. Das hatte er sich vom Fernsehen abgeguckt. Er war der Meinung, dass die Menschen das so wollten und er imitierte den Fernseh-Weihnachtsmann. Ziemlich albern, wie Sparkles meinte. Sie blickten weiter auf den Monitor, als sich die Situation änderte. Die dunkle Gestalt richtete eine Waffe auf den Weihnachtmann. Dieser blickte erst böse und dann erschrocken. Es war eine Weihnachtskanone. Eine verbotene Waffe im Weihnachtsdorf für Privatwichtel. Wie konnte sie hineingebracht werden? Sparkle wurde nervös. Diese Waffe war wirklich gefährlich. Man konnte verschiedene Stufen einstellen. Harmlos war mit Lametta gefesselt zu werden. Die nächste Stufe waren Girlanden, die sich beim Wehren ins Fleisch schneiden konnten. Am schlimmsten waren die Lichterketten. Diese standen unter Strom und wirkten wie ein Teaser. Glitzer schlug sich die Hand vor den Mund und griff nach Sparkles Arm. „Oh nein. Was passiert denn da?“ „Ich glaube der Weihnachtsmann wird entführt.“ Meint Jingles.

Sparkle blickte sich hilflos um. Was sollte er tun? Frau Weihnachtsmann musste gerufen werden. „Schnell, ruf Frau Weihnachtsmann an. Sie muss herkommen.“ „Ja, ja natürlich.“ Glitzer rannte an das Telefon. Ein rotes Telefon. Wenn das benutzt wurde, wusste die Familie Weihnachtsmann, es war ernst. Glitzer sprach schnell und erklärte Frau Weihnachtsmann alles. Es dauerte keine fünf Minuten, da war sie durch die Geheimgänge in der Sicherheits-Abteilung. „Was ist hier los?“, donnerte sie. Jingles ließ den Film erneut abspielen. Sie stand mit in die Hüften gestemmten Armen da und beobachtete das Schauspiel. „Verdammt. Wer ist das?“ Die Wichtel zuckten alle mit den Schultern. In diesem Moment piepste das Fax Gerät. Erschrocken drehten sich alle in dessen Richtung. Frau Weihnachtsmann ging zu dem Gerät und zog das bedruckte Papier heraus.

„Wir haben den Weihnachtsmann. Wir fordern das sofortige Einstellen von Weihnachten. Die Menschen wissen das ganze Fest nicht mehr zu schätzen und haben es nicht verdient. Das Weihnachtsfest soll abgeschafft werden. Alle Lichter und glitzernden Gegenstände gehören verboten und Weihnachtslieder auf den Index. Vor allem „Last Christmas“. Dem Weihnachtsmann wird nichts passieren, wenn unsere Forderungen erfüllt werden. Sobald Weihnachten abgeschafft ist, werden wir ihn frei lassen. Die Weihnachtshasser.“

Ein dumpfes Stöhnen kam aus Frau Weihnachtsmanns Kehle. „Die Weihnachtshasser. Diese Blödmänner. Weihnachten wird auf keinen Fall ausfallen. Sparkle, geh zur GSG Weihnacht. Sie sollen sich bereit machen. Der weihnachtliche Geheimdienst soll ermitteln. Wir werden ihn finden und nach Hause bringen. Solange wird hier nichts in die Öffentlichkeit dringen. Ist das klar?“

Alle nickten. „Aber wer soll denn dann die Weihnachtsgeschenke verteilen, wenn der Weihnachtsmann nicht rechtzeitig gefunden wird?“, fragte Glitzer eingeschüchtert.

Frau Weihnachtsmann strich dem kleinen Wichtelmädchen über den Kopf. „Keine Angst Glitzer. Das wichtigste ist, die anderen Wichtel dürfen nichts erfahren. Sie sind so fürsorglich. Sie werden sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren können. Das darf nicht passieren, ist das klar?“ Die letzten Worte kamen scharf aus ihrem Mund. Die Wichtel waren beeindruckt. Es gab schon immer Gerüchte, dass hinter dem Weihnachtsmann, Frau Weihnachtsmann die gesamte Organisation übernahm. Dies schien sich hiermit zu bestätigen. Hinter jedem erfolgreichem Mann steht eine starke Frau.

„Operation, rettet Weihnachten, startet jetzt.“ Sagte Frau Weihnachtsmann. Sie drehte sich schwungvoll um und verließ den Raum durch den Geheimgang. Die ersten Minuten standen die Wichtel verloren im Raum. Dann schubste Glitzer Sparkle. „Auf, geh zur GSG Weihnacht und starte die Operation.“ Sparkle schüttelte den Kopf, als müsste er wach werden. Er straffte die Schultern und ging los. Er hoffte, dass ihn niemand aufhalten würde. Denn er war kein guter Schauspieler. Und wenn ihn jemand etwas fragen würde, über den Weihnachtsmann, könnte er eventuell die Nerven verlieren. Aber wenn es die Situation nötig machte, würde er das schaffen. Das wichtigste war Weihnachten zu retten.

In der Zwischenzeit setzte sich Frau Weihnachtsmann mit dem Chef der Weihnachts-Geheim-Polizei in Verbindung und berichtete ihm was vorgefallen war. „Stampy, ich sage dir, ich habe einen Verdacht. Aber das muss ich dir direkt sagen, ich weiß nicht, ob hier jemand mithört, es ist keine sichere Leitung.“ „Meinst du es war der Grinch?“ „Hmmm – vielleicht, aber nicht so wie wir denken. Da ist irgendwas faul auf dem Video. Ich kann es noch nicht erklären, aber ich werde es herausfinden. In der Zwischenzeit musst du deine Spione mal ausquetschen. Vielleicht ist einer dabei, der mehr weiß und gegen eine kleine Belohnung was erzählt.“ „Alles klar Weihnachtsfrau. Ich setze gleich alle meine besten Spitzel dran. Ich melde mich.“ „Alles klar. Ich werde meinerseits Erkundungen anstellen.“ Die beiden legten auf. Vorher hatten sie noch ein Treffen ausgemacht. Sie wollten sich in einer Stunde vor dem Waffelladen auf dem Weihnachtsmarkt treffen. Bis dahin hofften beide, dass sie schon etwas herausgefunden hatten.

 

Fortsetzung folgt

writing friday

Writing Friday – Weihnachtsschmücken.

Der erste Advent steht vor der Tür, und ich denke bei vielen ist es mittlerweile so, wie bei Jonathan in meiner Geschichte…Es ist Zeit zu schmücken. Und dann um seine Arbeit zu geniessen. Das schönste an Weihnachten, ist die Vorbereitung. Aber bitte kein Stress. Alles in Ruhe und Gelassenheit.

Natürlich darf eine gute Portion Weihnachtsmusik dabei nicht fehlen.

Heute zum Writing Friday

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Jonathan war noch nie in seinem Leben so glücklich wie gerade in diesem Moment. Endlich … ” beginnt.


Jonathan war noch nie in seinem Leben so glücklich wie gerade in diesem Moment. Endlich, Weihnachten stand vor der Tür. Na gut. Nicht direkt vor der Tür, aber man konnte es schon erahnen. Es lag ein Kribbeln in der Luft, das einen an Weihnachten erinnert. Er schaute aus dem Fenster. Schnee war noch keiner angekündigt, aber er bat innig um weiße Weihnachten. Gab es denn etwas Schöneres, als die Welt unter Schnee? Alles wirkte dann so friedlich und sauber. Die Welt war gereinigt.

Er ging aufgeregt in den Keller, um die Kisten mit der Weihnachtsdekoration hervorzuholen. Jedes Jahr kam neue Dekoration hinzu. Am liebsten würde er das Geglitzer das ganze Jahr hängen lassen. Das hatte er einmal versucht. Bis Mai hatte er es ausgehalten, dann wurde ihm bewusst, wenn er diese hübschen Figuren und zig Lichter jeden Tag sehen würde, hätte er nichts mehr auf das er sich freuen könne, wenn denn dann der Startschuss zu Weihnachtszeit getätigt wurde.

Er musste zugeben, er kaufte tatsächlich die ersten Lebkuchen, die schon direkt nach den Sommerferien in der Auslage der einzelnen Läden zu finden war. Dieser Vorgeschmack auf diese tolle Zeit. Der erste Biss – eine Wonne. Es fühlte sich an wie Zuhause. Ein anders Zuhause, als seins. Eher warm, friedlich, hübsch anzusehen, mit Lachen erfüllt und schöner Musik.

Er packte seinen Weihnachtspullover aus und zog ihn über. Er roch etwas muffig, aber das war egal. Dann schnappte er sich soviel Kisten, wie er tragen konnte. Dies wiederholte er fünfmal. Dann waren alle Dekoartikel im Wohnzimmer. Er setzte sich auf den Boden und fing an alles nach und nach auszupacken. Wichte, Weihnachtsmänner, Engel, Girlanden, Lichterketten, Schneekugeln, Räuchermännchen ach noch soviel mehr. Als alles auf dem Boden verteilt war, legte er sich dazwischen und genoss das glitzern der vielen Gegenstände. Er fühlte sich lebendig. Die einzige Zeit im Jahr, an dem die Menschen freundlicher zueinander waren.

Er stellte den künstlichen Baum auf und fing an die Lichterkette zu befestigen. Danach kamen die Kugeln und die Girlanden dran. Die Spitze, ein filigraner Engel, durfte nicht fehlen. Einige Schritte zurückgehend, bewunderte er sein Werk. Sein Herz flatterte. Es war so schön.

Schnell schaffte er Platz für alle anderen Sachen. Ein Wichtel dort, ein Weihnachtskaktus da und die ganzen beleuchteten Kugeln an der Decke befestigt. Nach einigen Stunden war er fertig. Er ließ sich auf die Couch fallen, holte tief Luft und bewunderte sein kleines Weihnachtsland. So sollte es sein. Jetzt noch ein Weihnachtspunsch. Weihnachtsmusik und Weihnachtsfilme und die schönste Zeit im Jahr konnte beginnen.

Die Vorweihnachtszeit war für ihn einfach die schönste Zeit.

WG

#Writing Friday – Minervas Besen

 

Heute am Writing Friday hab ich mir mal den Besen vorgenommen:

  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.

Manche kennen meine WG – hier ein kleines Spin-off.


Hallo,

mein Name ist Funkelflieger, oder auch FF. Hahaha, jetzt wisst ihr wo die Bezeichnung „aus dem FF“ her kommt. Ja – ich habe sie vor langer Zeit geprägt. Als ich noch ein junger Feger war, konnte ich so einige Kunststückchen vorführen und war immer einer der Besten. Alles viel mir leicht und nichts konnte mich stoppen. Aber irgendwann kommt für jeden Feger der Tag, an dem er einer Hexe, oder einem Hexer zugeordnet wird. Und dann werden einen die Borsten gestutzt. Wir sollen ja unserem Reiter oder Reiterin ein gutes Transportmittel sein. Pft. Wenn ich das schon höre, Transportmittel. Wir sind Hexenbesen und kein Transportmittel.

Nun – ich wurde einer jungen Hexe zugeordnet. Manche kennen sie vielleicht. Minerva. Sie lebt mit einigen anderen Fabelwesen in einer WG. Letztes Jahr haben sie einen neue Hüterin bekommen – Lissi. Sie ist witzig und nett. Aber kommen wir zurück zu Minerva und dadurch auch zu mir: Ich dachte mein Leben wäre vorbei, aber Minerva war eine ganz wilde. Man sagte, sie wäre eine dunkle Hexe – aber sagt das bloß nicht in ihrer Gegenwart. Man munkelt es hinter ihrem Rücken. Das ist wohl eine Zeit, an die sie nicht gerne erinnert wird. Aber egal – es geht ja um mich. Wir flogen quer über den Erdball. Nahmen an Wettbewerben teil und verliebten uns. Also sie. Ich hatte immer nur Spaß mit den Besen, der geraden angesagten Hexen-Lover. Als wir eine Zeitlang in Frankreich lebten, wurde es kritisch. In Frankreich leben die verrücktesten Hexen und die bösesten.

Irgendwas ist dort gehörig schief gegangen. Minerva hat es mir nie erzählt. Aber es hatte schwerwiegende Konsequenzen. Ich sage ja, ich weiß nicht was es war – aber der Hexenrat hat eine schwere Strafe ausgesprochen. Minerva wurde verurteilt. Sie hat ihre Hexenkraft für hundert Jahre verloren und wurde davon auch noch dreißig Jahre eingesperrt. Also ihr versteht – es war was ganz schlimmes. Und was war mit mir in der Zeit? Ich hatte ja nichts verbrochen und doch wurde ich mit bestraft. Wie heißt das bei den Menschen? Äh – Mittäterschaft, oder so was. Ich hab nichts gemacht – ja und das wurde mir zum Verhängnis. Ich würde ja meine Hexe kennen und hätte immer präsent sein sollen, blablabla. Nun ich wurde für diese Zeit, in der Minerva verurteilt war – weggesperrt. Hundert Jahre war ich in einem Besenschrank. Einem Besenschrank – eingesperrt mit Verbrechern. Ihr glaubt nicht, dass es unter uns Hexenbesen Verbrecher gibt? OH JA und ob. Das sind dann die, die ihre Reiter abwerfen. Durch Fensterscheiben fliegen, oder gar ihre Reiter betrunken fliegen lassen. Menschen verhauen und all so Dinge. Ja, also ich wurde wirklich hart bestraft.

Aber nach hundert Jahren, da wurde endlich der muffige Schrank geöffnet und vor ihm stand sie. Minerva. Sie war nicht gealtert, zum Glück. Wunderschön und eine wundervolle Aura. Sie holte mich ab. Zuerst brachte sie mich zum Besenwellness. So was gibt es. Da wird dir die Borsten hübsch gemacht, dein Stiel geschliffen und gewachst und mit duftenden Ölen eingerieben. Eine Wohltat.

Ja, seitdem ist Minerva ruhig und gezähmt. Sie lebt mit diesen Wesen in der WG und hat ihren Spaß. Minerva hat wirklich Spaß. Fröhlichen Spaß, nicht den boshaften, den sie früher hatte. Minerva war jetzt eine gute Hexe und ich bin wirklich stolz auf sie. Sie behandelt mich sehr gut. Regelmäßig fliegt sie mit mir aus und wenn es dunkel ist, darf ich sogar mal alleine unterwegs sein. Das Leben jetzt ist wirklich toll. Ich habe es gut getroffen.

ENDE

 

 

Horror, writing friday

[#WritingFriday] – Lasst die Party beginnen. 2 von 2

Gestern konntet ihr den Anfang dieser Geschichte lesen. Heute sollt ihr erfahren wie sie ausgeht. Hier kommt der 2. Teil zum Writing Friday .

Part 1

Was bisher geschah.

Jenny, Bibi, Patrick, Peter folgen einem Plakat, das eine besondere Halloweenparty verspricht. Das Dorf liegt sehr abseits und die Einwohner sind sehr freundlich und offen. Bis der Gong erklingt und zur Jagd aufgerufen wird.

 

Alex setzte sie auf eine Bank und bedeutete ihr sitzen zu bleiben. Jenny nickte nur abwesend. Sie hielt Ausschau nach Patrick, Peter und Bibi, konnte sie aber nicht sehen. Sie wollte jetzt heim und erhob sich. Langsam bewegte sie sich nach draußen. Sie versuchte die Tür zu öffnen, als sie von außen aufgerissen wurde. Dadurch kam sie ins Stolpern und fiel auf die Knie. Ein starker, als Werwolf verkleideter Mann half ihr aus. Die Maske wirkte so echt, dass Jenny sogar Sabberfäden erkennen konnte. Wahnsinn, dachte sie. Er führte sie langsam hinaus. Draußen standen die anderen und noch, weitere Menschen, die ihr unbekannt waren. Sie wirkten wie in die Mitte zusammen getrieben. Um sie herum standen die ganzen maskierten Einwohner. Dann erklang ein Schuss. Dieser Schuss bewirkte, dass sich die Gruppe voneinander trennte, wie Kugeln auf einem Billardtisch, die von der weißen Kugel getroffen wurden.

Auch Jenny war so erschrocken, dass sie floh. Das Adrenalin hatte die Betäubung wie weggewischt. Kopflos rannte sie nach rechts, nach links, nach vorne, wieder zurück. Sie blieb stehen und sah sich um. Was war hier los? Sie sah, wie die anderen Menschen angegriffen und zu Boden gerungen wurden. Blutlachen bildeten sich unter den Körpern und Schreie erklangen aus allen Ecken. Sie war wie betäubt.

Ein Stoß von hinten ließ sie aus ihrer Starre erwachen. Jemand nahm sie am Ellenbogen und zerrte an ihr. Sie versuchte sich loszureißen und wehrte sich gegen ihren Angreifer. „Jenny, Jenny.“ Er blieb stehen und ergriff sie an den Schultern. Dann schüttelte er sie sanft und sie fokussierte sich auf ihr Gegenüber. Alex. „Alex, was ist hier los? Was soll das. Ihr greift die Besucher an? Was ist das hier?“ Er wand sich ergriffen und versuchte auszuweichen. Jenny blieb eisern und blickte ihn an. „Was soll das hier?“ „Es ist Halloween. Und an diesem einen Tag jagen wir.“ „Was?“ „Das hier ist keine gewöhnliche Stadt. Hier leben nur – wie soll ich das sagen? – Fabelwesen? Ja, Fabelwesen. Also das, was ihr als Vampir, Werwolf, Monster kennt.“ Sie trat paar Schritte zurück. „Du willst mich verarschen, oder? Das ist so ein Versteckte-Kamera-Ding oder?“ „Nein, leider nicht. Wir jagen, um dann wieder ein Jahr in unserer menschlichen Form dastehen zu können.“ Sie drehte sich kopfschüttelnd um. „Ich verstehe gar nichts.“ Vor ihr tauchte der Werwolf auf, der sie vorher hinausbegleitet hatte. Er fauchte und schaukelte bedrohlich vor ihr, hin und her. „Verpiss dich, ich bin echt nicht in der Stimmung auf eurer komisches Theater. Lass mich in Ruhe, sonst könnte das echt übel für dich werden.“ Der Werwolf hörte nicht auf sie. Er sprintete auf sie zu, sie rannte von ihm weg und ließ Alex verdutzt stehen. In einer dunklen Ecke kam sie zum Stehen. Sie griff in ihre Tasche und zog ein Messer. Nicht mit ihr. Diese Idioten würden sie nicht töten, oder sonst was mit ihr machen. Der Werwolf stürzte um die Ecke und konnte sie nicht sehen. Sie war in der Zwischenzeit auf eine der Mülltonnen geklettert. Als er ankam, sprang sie ihm auf den Rücken und stach zu. Direkt in die Halsschlagader. Das Messer hätte dem Werwolf nichts getan, aber der Griff, den Jenny mit in die Stichwunde versinken ließ, denn der war aus Silber.

Alex stürmte hinter ihnen her. Er sah den Werwolf auf dem Boden und die versteinerte Jenny stand daneben. Blutbesudelt.  Er handelte schnell. Ein Mensch, der einen von ihnen tötete, wurde hingerichtet.

„Gib mir mal das Messer. Jenny! Das Messer.“ Ihr Kopf zuckte. Sie blickte sich um und sah das Messer neben sich. Sie sprang beiseite und öffnete den Mund zu einem lautlosen Schrei. Hilflos blickte sie Alex an. „Bück dich einfach, nimm das Messer und gib es mir.“ Ein Nicken bestätigte ihm, dass sie ihn verstanden hatte. Sie griff nach dem Messer und reichte es ihm. Er nahm es und steckte es in seinen Hosenbund. Dann ging er auf sie zu. „Es muss sein, sonst werden sie dich töten und nicht auf die sanfte Art.“ Sie blickte ihn verständnislos an. Er kam auf sie zu. Seine Augen blitzen gelb und er verwandelte sich. Er war ein Werwolf. „Oh nein.“ Schluchzte sie. „Oh nein.“ Sie hob die Hände um ihn abzuwehren, aber nichts half. Er sprang sie an und biss ihr in die Schulter. Sie schrie. Dann verließen sie die Kräfte und sie wurde ohnmächtig. Dass etwas an ihr zerrte, spürte sie nicht mehr.

Ein Jahr später – Halloween.

„Hei, hallo willkommen. Schön, dass ihr hergefunden habt. Ich hoffe ihr habt gute Laune mitgebracht? Dort hinten ist das Buffet und da die gut gefüllte Bar. Alles aufs Haus. Das einzige, mit dem ihr später bezahlen müsst, ist euer Blut. Hahaha – ein Scherz. Ich bin Jenny. Lasst die Party beginnen.“ Sagte sie, und drehte sich um, um die Tür zu schließen. Dabei blitzten ihre Augen gelb auf.

ENDE

 

 

Allgemein, Horror, writing friday

[#WritingFriday] – Lasst die Party beginnen. 1 von 2

Horrorgeschichten sind echt einfach mein Ding. Deswegen kommt auch zum heutigen Writing Friday im Horroctober eine schöne passende Geschichte.

Schreibthemen Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.
  • Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond
  • Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?

Ich habe mich heute entschieden:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.

Da ich wieder mal kein Ende gefunden habe, werde ich es wieder auf 2 Parts aufteilen, dann könnt ihr es besser lesen, ohne mit den Augen zu rollen, da es nicht enden will. :-)


Er wischte sich das Blut von den Händen und dachte zurück. Einige Stunden früher war alles noch in wie geplant verlaufen. Jetzt blickte er auf seine blutverschmierten Hände und überlegte, wie er weiter machen sollte. Er drehte sich um und Jenny stand hinter ihm. Tränen hatten ihr aufwendiges Makeup zerstört. Sie schluchzte und versuchte wieder ihren Atem zu beruhigen. Neben ihr lag das blutige Messer. „Gib mir mal das Messer. Jenny! Das Messer.“ Ihr Kopf zuckte. Sie blickte sich um und sah das Messer neben sich. Sie sprang beiseite und öffnete den Mund zu einem lautlosen Schrei. Hilflos blickte sie Alex an. „Bück dich einfach, nimm das Messer und gib es mir.“ Ein Nicken bestätigte ihm, dass sie ihn verstanden hatte.

***

Es war stockdunkel. Nur der fast volle Mond warf ein unwirkliches Licht auf das Szenario. Es war Freitagabend. Am Freitagabend gab es in der Bowling Bar immer ein Treffen der Dorfjugend. Die Dorfjugend bewegte sich hier bis in die Anfang dreißig. Da sich die Leute sowieso alle kannten, war das hier nicht so streng getrennt. Es wurde Musik gespielt die aus den Fünfzigern bis in die Achtziger ging. Alles tolle Partymusik. Die Leute waren ausgelassen und konnten die stressige Woche, die hinter ihnen lag ausblenden.

Ganz selten verirrte sich ein Auswertiger hier her. Sie waren nicht gerne gesehen und wurden meist auch schnell vertrieben. Das war eine geschlossene Gesellschaft. Hier war man unter sich. Man konnte alles Mal fallen lassen. Jeder musste sich in seinem Alltag zusammenreißen. Die einen hatten einen Job in der nächsten Stadt, oder die nächst höheren Schulen lagen auswärts. Da war man so oder so mit den ganzen Auswärtigen in Kontakt. Es war da schon immer anstrengend genug.

Es gab nur einen Tag im Jahr, an dem Besuch erwünscht war.

Halloween. Das war ein ganz besonderer Abend in der Gemeinde. Erst wurde ausgelassen der Abend begrüßt und dann wurden die Türen geöffnet. Aber natürlich war man vorsichtig. Die Halloweenparty wurde immer in verschiedenen Orten angekündigt. Nie wurden mehrere Orte aufgesucht. Viel zu viel Aufwand und Aufmerksamkeit. Nein, nein. Alles musste ganz geheim bleiben.

***

„Das soll die Party des Jahres sein. Hast du von dem Ort schon mal gehört, Patrick?“ Fragte die hübsche blonde vom Rücksitz. Patrick kannte sie gar nicht. Er hatte sie in einer Kneipe aufgegabelt. Sie und ihre Freundin, Jenny, waren ihm und seinem Freund Peter aufgefallen. Hübsch und hoffentlich leicht herum zu kriegen. Als sie auf dem Weg zur Tankstelle waren, um Nachschub zu holen, stießen sie auf ein Plakat einer Halloween Party der besonderen Art. Warum nicht, dachten er und Peter. Je lockerer die Mädchen waren, umso besser. Also machten sie sich auf dem Weg. Die Beschreibung stand auf dem Plakat.

Sie fuhren durch einen stockdunklen Wald. Die Lichtkegel des Autos brachten nicht viel Helligkeit. Es war als würde die Dunkelheit, das Licht einfach verschlucken. Patrick fuhr langsamer. Das letzte, das er wollte war jetzt noch mit einem Baum zusammen zu stoßen. „Perfekt.“ Meinte Jenny. „Jetzt kommt auch noch Nebel auf. Wollen wir nicht lieber zurück fahren?“ Sie drehte sich um und entdeckte erschrocken, dass auch hinter ihnen eine Nebelbank erschienen war. Die Rücklichter und der Mond, verwandelten den Wald in der Heckscheibe zu einem Gruselkabinett. Sie meinte irgendwelche Schatten hin und her rennen zu sehen. Ein leichtes Zittern übermannte sie und sie drehte sich schnell wieder um. Ihr Atem ging schneller und sie griff nach Bibis Hand. Ihre beste Freundin hatte sie so bekniet heute mit ihr raus zu gehen. So langsam bereute sie ihre Entscheidung.

„Da – schaut, da ist eine Brücke und ein Wegweiser zur Party. Wir sind richtig.“ Meinte Patrick erleichtert. Der Nebel teilte sich vor ihnen und gab den Weg frei – es schien, als würde er ihnen die Richtung diktieren. Patrick betrachtete das ganze misstrauisch. Sagte aber nichts, um nicht noch mehr Panik zu verbreiten.

Endlich kamen sie bei einem Wendehammer an. Vor ihnen lag eine  Bowlingbahn. Sie war hell erleuchten und fetzige Musik drang zu ihnen. Das Auto wurde abgestellt und alle vier sprangen aus dem Auto wie ein Kastenteufel aus der Box. Bloß endlich Kontakt zu anderen.

Die Bowlingbahn schien aus den Fünfzigern zu stammen und war stark amerikanisch angehaucht. Die Menschen, die ein und ausgingen, waren in sehr kunstvoll und realistischen Kostümen gekleidet. Jenny bewunderte die Vielfalt. Es wirkte so echt. „Wahnsinn. Wer hat denn hier die Maske gemacht. Das ist ein Künstler, der eigentlich ins Filmbizz gehört.“

Alex sah die Gruppe als erstes. Mit dem Ellbogen schubste er seinen Freund an und die beiden gingen zu ihnen. „Hei, schön, dass ihr hier seid. Willkommen. Fühlt euch wie zu Hause. Die Getränke gehen aufs Haus. Da hinten ist das Buffet.“ „Geil.“ Patrick wartete nicht lange und stürzte gleich zur Bar.

Bibi hängte sich bei Peter an und folgte ihm. Jenny blieb verloren zurück. Sie schaute zu Alex und er kam zu ihr. „Hei, mein Name ist Alex. Wie kommst du zu dieser Truppe?“ „Wieso? Bibi, meine Freundin hat mich überredet.“ „Nur so, du scheinst nicht so dazu zu gehören. Irgendwie bist du anders.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Ach ist doch egal. Was willst du trinken?“ „Eine Bloody Mary.“ Grinste Jenny. „Gute Wahl. Warte hier.“

Jenny blickte sich um. Irgendwas war komisch an der Kulisse. Auf den Tischen standen kleine Snacks in Fingerform oder Augen. Also typisches Halloween-Fingerfood. Sie ging an einen der Tische und wollte sich gerade so einen Finger nehmen, als Alex wieder zurückkam. Er hielt ihren Arm fest, als sie gerade zugreifen wollte. „Ach besser nicht. Das ist schon alt und total knatschig.“ Sie blickte ihn fragend an und zuckte mit den Schultern. Er führte sie zu einer Bahn und sie bowlten. Ihre Begleitung hatte sie total vergessen.

Dann erscholl ein Gong. Sie erschrak und schaute auf Alex. Er seufzte. „Jetzt ist es leider soweit.“ „Was denn?“ Fragte Jenny. „Die Jagd.“ „Jagd, nach was?“ „Euch.“ Jenny kam sich etwas schwerfällig vor. „Uns?“ „Ja. Euch. Es wird Zeit nach draußen zu gehen.“ „Gehen.„ lallte sie und es wurde ihr schwindelig. „Was ist los mit mir? Mir ist so schwindelig.“ „Eine leichte Betäubung. Damit es nicht so weh tut.“ „Ich versteh kein Wort von dem was du erzählst.“ „Bleib hier. Ich hole dich gleich.“

Fortsetzung folgt.