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#Writing Friday Week 7 – Interview mit dem Cello

#Writing Friday bei Elizzy. Immer noch gibt es viele interessante Schreibaufgaben für diesen Monat.

Hier sind alle Themen

Ich habe mich diesesmal mit einem vernachlässigten Cello unterhalten. Lest das Interview.


Ein vernachlässigtes Cello erzählt.

 

R: Willkommen Freunde der Musik. Viele kennen es noch. Es war mal sehr berühmt und hat in vielen Opernhäusern gespielt. Heute ist es zu Gast bei uns und gibt uns ein Exklusiv –Interview.

Das vernachlässigte Cello – einen großen Applaus bitte.

Hallo Cello, schön dass du da bist. Ich bin schon sehr aufgeregt. Schließlich hast du schon so viel berühmte Bühnen besucht und bist dort aufgetreten. Erzähl uns bisschen was aus deinem Leben.

C:Hallo Rina. Ich freu mich endlich mal wieder an die Luft und auf eine Bühne zu kommen. Selbst im Fernsehen ist es noch besser als in meinem öden Kämmerchen. Nichts für ungut.

R: Schon in Ordnung. Du bist eine Berühmtheit – da ist Fernsehen schon ein kleiner Abstieg. Umso mehr freue ich mich, dass du dich zu uns bemüht hast.

C: Am besten legen wir los. Frag mich was du wissen willst.

R: Gut – erzähl uns doch bisschen was – fangen wir an wie du erbaut wurdest.

C: Wirklich? Das ist eigentlich schon bisschen langweilig. Ich halte es kurz. Ich wurde aus Fichtenholz erbaut. Mein Erbauer war ein Künstler seiner Zunft. Er baute uns nicht nur zusammen – in jede Leimung und in jede Schnitzung legte er etwas von seinem Herz. Man kann es etwas mit einem Quillt nähen vergleichen. Jedes Stück hat eine kleine Geschichte beigesteuert bekommen.

R: Das klingt ja richtig traumhaft. Du bestehst also aus Fichte und viel Liebe.

C: Ja – so kann man das sagen.

R: Erzähl. Wann wurdest du überhaupt erbaut. Darf man das Fragen? Oder seid ihr wie wir Menschen zu eitel was euer Alter angeht?

C: Nein – wie sind nicht eitel. Im Gegenteil. Je älter umso Stolzer sind wir. Ich bin nicht so alt wie das Amati-Cello – aber auch schon Alt. 1865 wurde ich geschaffen. In Italien

R: Nein! So alt schon. Oder wie sagt man es – So reif?

C: Man kann es gezeichnet nennen. Gezeichnet von jeder Hand, die uns geführt hat, von jedem Knie in das wir eingeklemmt waren, von jeder Temperatur, die wir ausgesetzt waren. Wir sind Kunstwerke des Lebens.

R: Wow. Ich bin fast sprachlos. Aber nicht ganz – ich will ja noch mehr wissen.

C: Frag mich

R: 1865 da hast du ganz schön was erlebt. Wer hat dich als erstes gekauft?

C: Das war ein italienischer Adliger. Er hatte eine zu junge Frau geehelicht und wollte ihr die Langeweile etwas vertreiben. Also hat er mich meinem Erbauer abgekauft und ich wurde sehr nobel untergebracht. Diese Frau war sehr hübsch und sehr traurig. Sie war unglücklich verliebt. So viele Stunden hat sie mir ihr Leid geklagt. Sie war in einen Mann verliebt, der ein Weingut hatte – aber das war ihrem Vater nicht höfisch genug. Er wollte Adel in der Familie. So viele Stunden haben ihre Tränen mein Holz berührt und kleine feine Linien hinterlassen. Sie starb sehr jung im Kindbett.

R: Oh wie tragisch.

C: Ja – wir Cellos haben oft so tragische Erlebnisse. Wir sind Musikinstrumente, die die Traurigkeit durch unsere tiefe Stimme so gut zum Ausdruck bringen. Nun – nach einigen Jahren, in denen  mich niemand spielte wurde ich in der Familie weiter gegeben. Die Nichte der Verstorbenen fand Gefallen an mir und ich wurde ihr geschenkt. Ich war übrigens nur in weiblichen Händen.

R: Hört, hört. Nun und wie erging es dir bei der Nichte?

C:Was soll ich sagen. Es war eine andere Zeit. Es gehörte zum guten Ton als junge Dame mindestens ein Instrument zu spielen. Es gab so viel Liederabende – ach das waren noch herrliche Zeiten. Ich hatte also viel Spaß – nach dem sie es denn endlich konnte – davor war es manchmal schon zum Saiten-Reißen.

R: Haha. Ja das kann ich mir vorstellen. Ich hatte mal eine Flöte und war mehr als unbegabt. Erzähl weiter.

C: Ach ich werde das bisschen abkürzen. Das Publikum will bestimmt nicht jede Station in meinen über 200 Jahren hören. Die kleine Nichte wurde grösser, heiratete und das ist dann bei den meisten jungen Damen das Aus für die Musik. Sie lernen es ja hauptsächlich um einen Mann zu finden. Zum Glück gab es damals noch Musizierzimmer. Da konnte ich am Fenster stehen und herausschauen. Manchmal hat eine vorwitzige Bedienstete beim Abstauben sanft meine Saiten zum Klingen gebracht. Ja auch dort gibt es viele Talente. Nur schade, dass sie immer unentdeckt bleiben. Ich verblieb lange in der Familie. Aber die modernen Zeiten machten mich unattraktiv.

R: Was passierte?

C: So etwa 100 Jahre später war die Familie verarmt und keine Nachkommen waren mehr da, die mich spielen wollten. Flower Power und so – wisst ihr ja bestimmt. Da wurde ich verkauft. Oder eingetauscht – das war damals nicht so eindeutig.

R: Okay. Und wo bist du gelandet?

C: In einem schnuckeligen kleinen Theater. Das war okay für mich. Ich war ja jetzt schon sehr betagt und auch nicht mehr so hübsch anzusehen. Da konnte ich das verkraften. Gut meinem Ego hat es erstmal nicht so gefallen. Schließlich war ich mal ein Star in den guten Häusern und auch auf so manch großer Bühne. Aber dieses kleine Theater war so liebenswert. Ich habe mich eigentlich das erste Mal wirklich geschätzt gefühlt. Die Dame, die mich spielte war so sanft – es war wie streicheln. Fast erotisch, wenn ich das mal so keck erwähnen darf ohne rot zu werden.

R: Haha. Das klingt ja schon romantisch.

C: Ja – es war schon ein bisschen romantisch. Ich glaube so gut wie mit ihr habe ich noch nie geklungen. Wir hatten viele schöne Auftritte zusammen und auch privat hat sie mich jeden Tag herausgenommen, gepflegt und gespielt. Ohne dramatisch zu klingen – das war die schönste Zeit in meinem Leben.

R: Das klingt nach einem traurigen ABER:

C: Ja leider. Die gute Dame war schon alt und irgendwann kam sie nicht  mehr. Ich hörte die anderen davon sprechen, dass sie in ein Altersheim gekommen sei. Sie wäre zu schwach um sich selbst zu versorgen. Mir brach fast mein Herz. Ich war im Inventarraum eingesperrt. Keiner erinnerte sich an mich. Ich gerat in Vergessenheit. Das Theater wurde irgendwann geschlossen und verfiel immer mehr.

R: Oh – das ist sehr traurig.

C: Allerdings. Das lastet immer noch auf meinen Saiten und der Bogen erst. Der Arme – ich weiß nicht ob der sich von der Vernachlässigung jemals erholen wird.

R: Was passierte dann. Schließlich bist du heute mein Gast.

C: Es gab einen Verkauf. Das Theater wurde an eine Theatergemeinde verkauft. Sie restaurierten und renovierten alles. Bauten alles zu altem Glanz wieder auf. Ach ich kann dir nicht sagen wie  mein Herz schlug, als ich endlich wieder menschliche Geräusche hörte. Und dann ging die Tür auf. Licht und frische Luft drang ein. Ich war so aufgeregt, dass meine Saiten erklangen. Sie waren stark verstimmt. Es hat sich ja keiner gekümmert und ich – tja ich war sehr deprimiert und konnte nichts dagegen unternehmen. Und dann ging das Licht an. Ach ich konnte es nicht fassen. Freiheit.

R: Du träumst.

C: Was?

R: Cello, du träumst. Leider muss ich dir sagen, dass niemand dieses Theater gekauft  hat und niemand hat dich herausgeholt. Du stehst immer noch vergessen in dieser Kammer mit dem andern Inventar.

C: Was soll das? Ist das ein Scherz. Was ist das für eine Show hier? Was für ein Interview?

R: Das sind deine Träume. Du halluzinierst. Es ist keiner gekommen um dich zu befreien. Das ist alles in deiner Fantasie.

C: WAAAAASSSS? Oh nein. Bitte warum kommt denn niemand und befreit uns?

R: Es tut mir wirklich leid.

C: *trauriges Spiel der Saiten*

Nun gut – ich bin schon alt. Ich habe viel erlebt und hatte schöne Zeiten. Vielleicht findet uns ja doch jemand und vielleicht spielt mich irgendwann auch mal wieder jemand. So lange werde ich einfach hier warten. Mit den anderen Instrumenten. Vielleicht können wir und gegenseitig bisschen aufmuntern? Was meint ihr, Kumpels? Lasst uns bisschen diese traurige Stimmung vertreiben.

Und ganz leise konnte man es hören. Aufmerksame Menschen, die an dem unscheinbaren, verbarrikadierten Theater vorbei liefen meinten leise, traurige Musik zu hören. So manch einer blieb stehen und lauschte – versuchte zu erkunden woher diese herzzerreißende Melodie wohl käme. Aber keiner kam jemals auf die Idee genauer zu hören. Und die Quelle zu suchen.

Ende

 

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Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick 08.01.18-14.01.18

Und schon die 2. Januarwoche ist rum. Ist das zu fassen? Das Jahr 2018 scheint genauso schnell zu fliegen wie das 2017. Nun – machen wir das Beste draus.

Geschrieben habe ich diese Woche nicht so viel. Irgendwie hält mich die PS4 und das Spiel Prey davon ab. 😉

The Mystery Blogger Award – mein erster für diesen Blog.

[#WritingFriday] Week 2 – Der Traum mangels eines echten Traums habe ich einen Lebenstraum beschrieben.

Etüden #2.18 – Die Bürde des Kissens was kann man mit einem Kissen alles machen?

Neue Aktionen und noch laufende. 

Bei elizzy91 läuft noch die Januar Schreibaktion mit den Themen:

  • Erzähle von einem Moment, der den weiteren Verlauf deines Lebens fundamental hätte verändern können.
  • Beschreibe den letzten Traum, an den du dich erinnerst, so detailliert wie möglich.
  • Schreibe einen Brief an dich als 15-jährige/r
  • Überrede einen Veganer, eine Currywurst mit dir zu essen.
  • Dein Begriff von Freiheit.
  • Das Thema für die Schreibkicks ist  für den 1.2.2018 ist: Nächtlicher Wolkenzauber
  • Guckt doch auch bei Jette mal wieder vorbei. Sie hat so tolle Settings – da habe ich auch noch eins, das ich weiter schreiben möchte.

So – das war es wieder von mir. Ich wünsche euch eine kreative Woche.

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[#WritingFriday] Week 2 – Der Traum

Die zweite Woche bei elizzy91 und ein zweiter #WritingFriday im Januar.

  • Beschreibe den letzten Traum, an den du dich erinnerst, so detailliert wie möglich.

Gut – ich habe die letzte Zeit immer noch nicht so geträumt, dass ich mich erinnere. Aber wer hat keinen Traum – also beschreibe ich euch meinen Traum.


Mein Traum – damals war mein Traum erfolgreich werden, meine Fussabdrücke in die Welt zu drücken – oder meine Hände in den Boden. Wall of Fame – aber für was. Keine Ahnung.  Ich bin und bleibe ein Mensch, der gerne erstmal wartet. Alles löst sich doch irgendwie. So war das auch mit meiner Lehrstelle. Puh – Glück gehabt. Nach der Ausbildung wurde ich dann von einem Patienten gefragt, ob ich nicht selbst Zahnarzt werden wollte – Bloss nicht – aber mein Fokus wurde neu gestellt – mein Traum zu Studieren wurde geweckt – also Abendgymnasium und dann Studium…Gedacht getan – da war er der Traum. Greifbar. Aber je länger ich in der Uni fest hing und beobachtete wie HiWis behandelt wurden – begann ich zu zweifeln. HiWis kochten Kaffee – trugen Sachen von oben nach unten und kehrten den Stuhl des Professors. Da kann ich auch Zahnarzthelferin bleiben. Nach einem Unfall und über drei Tage Abwesenheit, wegen Krankenhausaufenthalt – flog ich aus dem Kurs und das war mein Zeichen. Abbruch. Exmatrikulation und – nun – Scheitern auf ganzer Linie. Durch das Studium habe ich einen guten Job saussen lassen und hänge jetzt in einem bescheidenen Fest. Aber ein Traum ist ein Traum – und es entwickelte sich ein neuer.

Freiheit. Autarkes Leben. Selbstversorgung. Das wäre mein Traum. Mit meinem Mann auf und los. Alles hinter uns lassen und irgendwo neu anfangen, oder einfach weiter fahren. Das wäre mein Traum. Frei von den Konventionen, dem Konsum, dem Druck…das wäre was

Aktuelle Teilnehmer (ihr könnt jederzeit mit einsteigen!):

Allgemein, Geschichtenzauber

[#WritingFriday] Januar 2018

Wie schon angekündigt – bei elizzi91 startet eine neue Schreiaktion.  #WritingFriday. Ich zitiere hier einfach  mal die Regeln.

  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen

Schreibthemen Januar

  • Erzähle von einem Moment, der den weiteren Verlauf deines Lebens fundamental hätte verändern können.
  • Beschreibe den letzten Traum, an den du dich erinnerst, so detailliert wie möglich.
  • Schreibe einen Brief an dich als 15-jährige/r
  • Überrede einen Veganer, eine Currywurst mit dir zu essen.
  • Dein Begriff von Freiheit.

Der Erste #WritingFriday findet am 5. Januar 2018 statt, bis dahin habt ihr Zeit euch für eines der Themen zu entscheiden und eure Worte dafür zu finden. Egal ob frei erfunden oder die pure Wahrheit, schreibt einfach drauf los!

 

Ich konnte mich lange nicht entscheiden und wählte dann die Freiheit. Während dem Schreiben ist mir dann eingefallen, dass sich dieses Thema hervorragend mit dem Brief an mich als 15-jährige kombinieren lässt – also habe ich mir die schriftstellerische Freiheit genommen 😉

Hier ist mein erster Beitrag.

 

Mein Begriff von Freiheit und den Brief an  mein 15 jähriges ICH.

Freiheit – ein schönes Wort. Was verbinde ich mit Freiheit? Wahrscheinlich, das was jeder erst mal verbindet, wenn er/sie das Wort hört. Machen was man will. Aber können wir das wirklich – können wir wirklich machen was wir wollen? Wir werden von klein auf in ein Schema gepresst, das uns den Weg leitet. Wenige schaffen es wirklich auszubrechen und sich den Konsum und dem Druck der Gesellschaft und der Erwartungen zu entziehen. Die Glücklichen . Glück ist Freiheit. Bedingungsloses Grundeinkommen ist Freiheit. Die Freiheit selbst entscheiden zu können – ich will arbeiten und nicht ich muss arbeiten.  Arbeiten in einem Beruf, den man sich wünscht und nicht einer, der viel Geld bringt – das ist Freiheit. Kreativität ist Freiheit – aus eigenen Erfahrungen weiss ich, dass Studium, Beruf, Druck einem die Kreativität klaut – sie wird eingesperrt. Es hat zwei Jahre gedauert, bis mein Geist sie wieder frei gelassen hat. Das Gefühl war fast körperlich spürbar – als wäre eine Kette gesprengt worden.

Freiheit – fliegen wie ein Vogel wäre Freiheit. Eine schönes Zu Hause in einer tollen Gemeinschaft wäre Freiheit.  Kinder sich entwickeln lassen wie sie wollen – klar Erziehung muss schon sein – aber nicht brechen. Das wäre Freiheit. Was würde ich meinem 15 jährigem Ich dazu schreiben?

Hallo Marina.

Nun – dreissig Jahre später und ein Blick zurück auf unser Leben kann ich dir berichten, oder raten? Du bist gerade 15. Für dich sind andere Dinge im Moment wichtig. Du bist aus dem  Schatten deiner Freundin hervorgetreten, da ihr verschieden Schulen besucht – du hast deinen ersten Freund und was sonst noch so dazugehört. Du bist immer noch schüchtern, das wirst du immer sein,  aber du wirst irgendwann damit umgehen können. Du bist schon geprägt von den Eltern, Schule, Medien – da kannst du nicht heraus – im Moment. Die Schule ist bald vorüber und du musst einen Job wählen – ich weiss nicht, ob ich dir raten soll was du am besten wählst?. Schwer zu sagen – dein gewählter Weg hat dich zu dem gemacht, was ich jetzt bin. Ich bin mit mir schon zufrieden – Eigentlich möchte ich mich nicht ändern. Meine Umstände – ja – aber nicht mich – wenn Du also einen anderen Weg wählst, wie werde ich dann? Aber vielleicht erfüllt dich dieser Weg?  Darf ich dir überhaupt so viel sagen ohne ein Paradoxon zu verursachen? Details verrate ich dir nicht – ich will dich nicht verunsichern und auf den falschen Weg schicken. Keinen meiner eingeschlagenen Wege bereue ich. Nur einen – Binde dich nicht an einen Ort – binde dich an den Mann. Der Mann macht dich glücklich und akzeptiert absolut.  Der Ort macht euch beide unglücklich.  Öffne deinen Geist, dann wirst Du den richtigen Weg wählen.

Deine zukünftige Marina

 

Mit dabei sind:

 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #21

Den Start der Geschichte findet ihr HIER

Hier kommt ihr zu den anderen Teilen

Kapitel 18

Was bisher geschah:

Janis ist ausser Gefecht. Arlo hat endlich eine Möglichkeit gefunden Mary heraus zu holen. Annet und die böse Königin haben angefangen zu kämpfen.


Arlo hatte gefunden was er suchte. Ein Seil. Damit rannte er schnell wieder zurück zu Mary. Sie lächelte ihn hoffnungsvoll an. Würde sie jetzt endlich – nach so vielen Jahren – gerettet werden? Endlich wieder bei ihrer Familie sein. Davon träumte sie seit Ewigkeiten. Jetzt sollte es endlich wahr werden! Sie würde endlich wieder frei sein.

Arlo kletterte den Bogen hinauf und als er in der Mitte ankam, direkt über Mary, liess er das Seil hinab, das er fest an dem Bogen angebunden hatte. „Siehst du die Schlaufe? Steig mit deinem Fuss hinein und halte dich gut fest. Ich ziehe dich hinauf. Pass auf, es wird nicht so einfach.“ Mary nickte ihm zu und stieg in die Schlaufe. Sie hob den Daumen, als Zeichen, dass sie so weit sei.

Arlo zog vorsichtig. Er musste unbedingt vermeiden, dass es zu Schwingungen kam. Er wollte nicht riskieren, dass sie abstürzte. Dann wäre es vorbei. Das durfte nicht passieren. Das würde nicht passieren. Etwas skeptisch beobachtete er das alte Seil, das über die scharfe Kante des Bogens gezogen wurde. Er hoffte es wäre nicht zu porös um diese Belastung zu überstehen. Nur noch wenige Züge trennten ihn von seiner grossen Liebe. Endlich würde er sie in seine Arme schliessen können.

Arlo war so konzentriert, dass er nicht mitbekam, dass auf einmal eine Horde Fledermäuse sich von der Decke lösten. Es schien ihre Zeit zu sein um zu ihren Beuteflug los zu ziehen. Allerdings schienen sie sich bedroht zu fühlen und bevor sie die Kammer durch unsichtbare Öffnungen verliessen, machten sie eine Schleife um Arlo und Mary. Arlo erschrak so stark, dass er fast die Kontrolle über das Seil verlor. Mary rutschte ab. Dieses plötzliche Absinken liess sie straucheln. Ihr Fuss rutschte durch die Schlaufe. Ihr Bein war in der Schlaufe gefangen und sie verbrannte sich die Hände am Seil. Sie musste ihre gesamte Willenskraft zusammen nehmen nicht los zu lassen und abzustürzen. Sie Biss sich auf die Lippen, bis sie bluteten und hielt sich krampfhaft am dem Seil fest.

„Arlo! Arlo! Ich glaube ich stürze gleich ab. Hilf mir. Ich weiss nicht ob ich  mich noch lange festhalten kann.“

„Halt durch. Ich versuche das Seil wieder zu stabilisieren, damit es ruhig bleibt. Warte solange bis du irgendwas machst. Das schaffen wir schon. Sobald es ruhig ist, kannst du versuchen dein Bein aus dem Seil zu ziehen. Wenn es aber zu schwierig ist, lass es einfach so. Du bist bald hier oben bei mir, dann befreie ich dich von dem Seil.“ Mary atmete tief durch und versuchte sich ruhig zu halten.

Endlich – sie hatte es geschafft. Ihre Finger erreichten die Kante des Bogens und sie versuchte sich herauf zu ziehen. Arlo half ihr und endlich konnte er sie in die Arme schliessen. Endlich. Mary fing an zu schluchzen. Sie konnte es kaum fassen. Sie würde endlich frei sein und ein  normales Leben führen können. Allerdings waren sie noch nicht in Sicherheit.

„Ich gehe vor und du folgst mir vorsichtig. Schau nicht nach unten. Schau  mir einfach auf meinen gut gebauten Hintern.“ Lachte Arlo und Mary wurde rot als sie mit ihm lachte.

Langsam schoben sie sich rückwärts den Bogen entlang. Es dürfte kein Problem mehr geben. Sie müssten in Sicherheit sein. Bald würden sie diesen unsäglichen Raum verlassen. Sobald sie diesen Turm verlassen hatten, könnte er auch einbrechen. Das war Arlo egal. Hauptsache sie waren in Sicherheit.

Arlos Fuss kam endlich auf dem Boden an. Vorsichtig stellte er beide Füsse nebeneinander, damit sie nur auf dem Rand des Raumes zum Stehen kamen. Er wollte nicht noch riskieren, durch einen unachtsamen Schritt, den Raum zum Zusammenbrechen zu bringen.  Mary war dicht hinter ihm und er machte ihr Platz, damit auch sie auftreten konnte.

*

Annet spürte die Anwesenheit der Lichtwesen und dies gab ihr die Sicherheit die sie benötigte um erneut ihre Kraft gegen die  Königin zu sammeln. Sie hoffte, das Arlo bald mit Mary auftauchen würde. Solange müsste sie die Königin beschäftigen und schwächen. Sie bat das Universum um Hilfe, damit sie genügend Kraft hätte um gegen ihre Schwester zu bestehen. Sie hatte bisher immer unterlegen. Auch als Kind schon. Aber dieses mal war sie im Kampf nicht alleine. Abraham führte die Armee gegen die Gegner. Sie warf einen Blick in seine Richtung und war beruhigt. Er hatte immer noch die Oberhand. Da sah es schon mal gut aus. Sie konnte Kato sehen, wie sie sich verzweifelt über Janis beugte. Sie wird schon herausfinden, wie sie ihn auftaut. Ihr Herz wird ihr den Weg weisen.

Sie blickte auch auf das Tor des Turmes, aber das blieb verschlossen. Ich hoffe, die Kinder schaffen es da heraus. Mary ist der Schlüssel für den Sieg.

„Hallo Schwester – ich spüre neue Kraft in dir. Und auch hinter dir. Hast du etwa die Lichtwesen um Hilfe gebeten. Das war aber sehr mutig. Sie müssen mich ja wirklich fürchten, wenn sie eingreifen. Sie halten sich doch sonst überall heraus. Das war ein kluger Schachzug. Also sollen unsere Verbündeten gegeneinander kämpfen. So bleiben doch wieder nur wir beide übrig. Wie früher. Und du weisst wie es früher immer ausging.“

„Wie könnte ich das vergessen? Du hast es mir ja immer unter die Nase gerieben. Aber dieses mal wird es anders werden. Sollen wir nicht wie sterbliche kämpfen. Mit Fäusten und Waffen. Das wäre mal eine Herausforderung. Was meinst du, traust du dich ohne Magie gegen mich zu bestehen? Ich glaube ich bin stärker als du.“

„Ja – warum nicht – ein Spass wird das. Du und stärker als ich. Du bist immer noch so amüsant, wie ich dich in Erinnerung habe. Lass uns los legen. Ich will fertig sein, bevor es dunkel wird.“

Annet stürmte auf ihre Schwester los und riss sie zu Boden. Mit ihren Fäusten schlug sie auf die Königin ein. Diese war von dem Überraschungsangriff überrumpelt worden und konnte im ersten Moment nicht reagieren. Erst einige Augenblicke später hob sie die Arme zur Deckung.  Sie stiess Annet von sich um sich ihrerseits auf sie zu stürzen. Aber Annet rollte sich geschickt weg und die Königin landete im Staub.

Schnell stand Annet auf und ging in Kampfposition. Die Königin folgte ihrem Beispiel und beide standen sich kampfbereit gegenüber. Sie umrundeten sich – keine wollte den ersten Schritt tun. Wieder kam der erste Angriff von Annet. Sie stürmte vor und verpasste ihrer Schwester einen heftigen Schlag in den Magen.

Sie krümmte sich um dann in dieser Lage Annet ihren Kopf in den Magen zu stossen. Annet stolperte zurück und konnte sich gerade so vor einem Sturz, auffangen. Sie sammelte sich und griff wieder an.

Dieses mal hatte sie es auf das Gesicht abgesehen. Aber die Königin ging in Deckung und Annets Schlag ging in die Luft. Dafür traf aber die Königin Annet im Gesicht. Ihre zarte Wange platze auf und eine Blutspur wanderte ihre Wange hinunter. Annet ignorierte den Schmerz und startete einen erneuten Versuch. Sie traf tatsächlich das Auge der Königin. Ihr platze die Augenbraue und das Blut lief ihr störend ins Auge.

Wutentbrannt blitze sie Annet an. „Das wird wohl eine unschöne Narbe werden. Nun – Narben zieren einen auch – selbst als Frau kann man interessant aussehen. Solltest du das überleben, wirst du es selbst feststellen können.“ Daraufhin stürzte die Königin sich wieder auf Annet.  In ihrer Hand hatte sie ein Schwert. Annet setzte zur Flucht an. Sie brauchte eine ebenbürtige Waffe.

Da! Am Rand des Schlachtfeldes lag ein Schwert. Sie schlitterte hin und nahm es auf. Sofort zog sie es hoch um einen Schlag der Gegnerin ab zu wehren. Sie rollte sich weg um schnell aufzustehen. In der knienden Position war sie unterlegen. Das musste sie schleunigst ändern.

Die beiden droschen mit den Schwertern auf einander ein. Annet schlug kräftig und zwang die Königin in die Knie. Ein Schlag mit dem Schwertgriff auf die Schläfe der Königin sollte sie erst mal ausschalten. Weit gefehlt. Die Königin ging zwar zu Boden, aber sie konnte ihr Schwert noch hochziehen und traf Annet in die linke untere Körperhälfte. Annet zog stark die Luft ein. Ein unbarmherziger Schmerz zog durch ihren Körper. Sie ging ebenfalls in die Knie und brach zusammen. In diesem Moment erhob sich die Königin.

„Siehst du, geliebte Schwester. Wieder einmal habe ich dich besiegt. Aber dieses mal werde ich nicht den Fehler machen dich leben zu lassen. Wir werden wohl abschied voneinander nehmen müssen. Deine Zeit ist gekommen ins Reich der Geister über zu wechseln. Ich wünsche dir ein ruhiges und entspanntes Dasein.“

Sie erhob ihr Schwert zum finalen Schlag, als Annet mit letzter Kraft ihr Schwert hob. Sie konnte es nicht mehr ganz hoch ziehen, aber es reichte aus um es der Königin in den Oberschenkel zu rammen.

Sie schrie auf und lies das Schwert fallen, das beim Sturz noch Annets Oberarm streifte.

„Schwester, Schwester. Du hast eins vergessen. Dieses mal geht es nicht um mich. Es geht um meine Familie. Und da wächst man über sich hinaus. Man wird regelrecht beflügelt. Und entwickelt Energie und Kräfte, die man nicht für möglich gehalten hätte. So einfach wirst du mich nicht ins Geisterreich verbannen.“

Annet drehte sich um und betrachtete den Kampf hinter ihnen. Sie konnte sehen, wie die Lichtwesen, die Dunkelheit immer weiter zurück drängte. Ein Lächeln breitete sich auf ihre Lippen aus „Es sieht nicht gut aus für deine Streitmacht.   Ihr unterliegt. Wir drängen euch alle zurück in die Hölle aus der du sie geholt hast. Du verlierst, meine Liebe.“

„Das werden wir noch sehen.“ Die  Königin zog ihre gesamte Macht um sich zusammen. Annet bekam keine Luft mehr. Es fühlte sich an, als würde auch die gesamte Luft zum Atmen heraus gezogen werden. Sie stand kurz davor ihr Bewusstsein zu verlieren.

„Sag Lebewohl zu deinen Liebsten.“ Die Königin schwebte über Annet. In ihrer Hand ein Feuerball, den sie auf sie richtete.

Annet versuchte ein Schild zu bilden, aber ihr fehlte die Kraft. Es kam nur ein flackern aus ihren Händen. Mit Grossen Augen betrachtete sie wie der Ball in der Hand der Königin immer grösser wurde.

Fortsetzung folgt

Allgemein, Geschichtenzauber

Adventsetüden mit Anton

Es gibt noch genügend Worte für die Adventsetüden von Christiane und da ich heute bei wortgeflumselkritzelkram und Anton vorbei geschaut habe…. Ganz toll wieder dieses mal geschrieben. Hatte ich  darauf hin auch mal wieder Lust ihn bei mir mal vorbeischauen zu lassen. Leider ist es nicht ganz so bildgewaltig geworden….

Wenn ihr mehr von Anton lesen wollt….seine Erschafferin hat HIER eine spezielle Seite für ihn angelegt.


Anton liebte seine Herrin – er musste sie ja jetzt so nennen.

Aber er vermisste doch die schöne Zeit mit Kerzenschein.

Das einzige, das jetzt noch leuchtete waren ihre roten Augen.

Er fragt sich, ob es wirklich die beste Entscheidung war nach Hause zu kommen um auf Erlösung zu hoffen.

Statt toller Zuckerorgien an den Adventssonntagen, durfte er jetzt Mäuse und andere kleine Nager für sie anschleppen.

Erst wenn sie gesättigt war, durfte er sich was fangen und ihr Hunger wurde immer grösser – bald würde eine Maus nicht mehr reichen.

Da konnte er sich noch glücklich schätzen, dass er selbst ja nicht mehr so richtig lebendig war.

Sonst würde sie ihn bestimmt irgendwann fressen.

Aufschneiden wie ein Stollen.

Misstrauisch beobachtete er seine Herrin in der Finsternis – was würde sie wohl noch erwarten.

Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick 27.11.17-03.12.17

Ich hoffe ihr habt einen entspannten 1. Advent?

Diese Woche war ich recht fleissig – es sind einige Texte online gegangen. Allerdings musste ich feststellen – ich brauch bisschen Zeitdruck – dann schreibe ich. Also auf den letzten Drücker – so habe ich schon früher in der Schule gelernt. Immer auf den letzten Drücker und gerade so, dass es eine zufriedenstellende Note gab.


Schauen wir auf die neuen Themen.

Eine kleine Ankündigung: Elizzy91 wird im neuen Jahr eine Schreibaktion starten. Ziel wird sein, unser Schreiben zu verbessern

Ab dem 5. Januar 2018 wird es wöchentlich den Writing Friday geben. Zu diesem werdet ihr monatlich Themen erhalten die es kreativ zu erfüllen gilt.


Schauen wir weiter:

Schreibkicks – das neue Wort für 1.2018 ist: Neues Jahr, Jahreslauf ….

Denkt daran: Es wird ein Weihnachtsspezial geben. Das Thema für den 24.12.2017 lautet: Unter dem Weihnachtsbaum 


In der Vorweihnachtszeit wird es ein Adventspezial bei Christianes Etüden geben. Adventetüden: Aus 24 Worten erwählen wir die 3 die unsere Muse für die Wochen 49/50/51.2017 sind.

Adventskranz, Angst, Backblech, Blues, Christstollen, Dominosteine, Einsamkeit, Feuerzangenbowle, Finsternis, Frostbeule, Geschenklotterie, Glühwein, Hoffnung, Kater, Kerzenschein, Kuschelsocken, Lichterketten, Schnee, Spendenaufruf, Stern, Stress, Weihnachtsmarkt, Zauber, Zuckerorgie.