Allgemein, Geschichtenzauber, writing friday

Writing Friday – die Geschichte

Es ist endlich Freitag und Zeit zum Schreiben. Der Writing Friday – dieses mal habe ich mir folgendes Thema ausgewählt:

Du findest auf dem Dachboden eine alte Schreibmaschine, darin stecken noch beschriebene Blätter des Besitzers. Welche Geschichte verbirgt sich darauf? Berichte davon.

Ich hoffe, das Ende ist verständlich. Ich hatte soviel verschiedene Szenarien überlegt – und dann ist es doch bisschen anders geworden – deswegen hoffe ich, es ist verständlich.

Viel Spass mit der Geschichte in der Geschichte.


Du findest auf dem Dachboden eine alte Schreibmaschine, darin stecken noch beschriebene Blätter des Besitzers. Welche Geschichte verbirgt sich darauf? Berichte davon.

Ich stand vor meinem neuen, oder eher uralten Haus. Aber es war meins. Ich bin irgendwann mal beim Spazieren gehen vom meiner gewohnten Route abgewichen und auf einer verlassenen Seitenstraße auf dieses uralte Haus gestoßen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Die blinden Scheiben und schiefen Rollläden – sie wirkten so traurig. Ich musste es einfach wieder herrichten. Es war wirklich klein. Aber ich war alleine und wie viel Platz braucht ein Mensch denn? In wieviel Räumen halte ich mich denn auf? Genau.

Ich rief also den Makler an, und keine zwei Wochen später gehörte dieses kleine, verkannte Schmuckstück mir. Als ich den alten Schlüssel in das Schloss steckte und die Tür mit der Schulter aufstieß kam mir ein Stöhnen entgegen. Ein gequältes, oder ein aufatmendes? Das konnte ich nicht unterscheiden. Ich hatte eigentlich schon immer eine Lebhafte Fantasie. Deswegen konnte ich in diesem alten Gemäuer, das frühere Leben direkt vor mir sehen. Eine kleine, arme Familie, die sich um den Tisch versammelte um gemeinsam über ihren Tag zu sprechen und zu essen.

Das war aber schon lange Zeit her. Drinnen sah es schon ziemlich herunter gekommen aus. Aber die Bausubstanz war in Ordnung. Es waren wirklich nur Schönheitsreparaturen. Und ich würde gleich mal anfangen. Ich schnappte mir aus dem Auto den Besen und fegte erst einmal. Es gab hier nur einen Dachboden und das Erdgeschoss. Im Erdgeschoss befand sich die Küche. Eine sehr schön große Küche, die ein tolles Fenster zum Garten hatte. Die restlichen Räume waren ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin, ein kleines ausreichendes Bad und ein Schlafzimmer. Perfekt. Ich war fleißig dabei zu kehren, als sich seltsame Kratzgeräusche aus der Wand bemerkbar machten.

Urg – das würden wohl Mäuse oder Ratten sein. Die Natur holte sich natürlich so ein lang leerstehendes Haus zurück. Darum würde ich mich später kümmern. Heute war ich voll und ganz mit dem Kehren und schon entrümpeln des Erdgeschosses beschäftigt. Für morgen hatte ich mir die Sichtung des Dachbodens vorgenommen. Da wäre bestimmt auch noch so einiges an Gerümpel, der entsorgt werden könnte. Und bestimmt wimmelte es dort von Spinnweben. Eine leichte Gänsehaut überzog meine Arme. Ja – die Natur halt. Ich würde es überstehen.

Als ich fertig war, sah es schon wesentlich besser aus. Bisschen Farbe an die Wand und meine Möbel, dann wäre es ein kleines Paradies. Ich schloss die Eingangstür hinter mir und verließ das Haus.

Am nächsten Morgen war ich schon früh dort um weiter zu machen. Ich wollte ja so schnell wie möglich einziehen. Ich stand vor der Treppe zum Dachboden. Dachböden hatten irgendwie immer was Unheimliches – genau wie Keller. Das kommt von den vielen Horrorfilmen, dachte ich mir. Ich straffte die Schultern und ging nach oben. Die Tür knarrte beim Öffnen und ich hielt den Atem an um zu horchen. Was wollte ich denn hören? Ob sich ein Serienmörder dort versteckt hielt. Ich schüttelte lachend den Kopf. Konnte aber nicht anders, als laut redend einzutreten. „Dann werden wir mal sehen, ob vielleicht die Männer vom Trödeltrupp hier auftauchen können und ich hier paar Schätze besitze.“ Ein unsicheres Lachen entschlüpfte mir. Ich knipste die Lampe an – Strom und Licht. Das war doch schon mal was.

Wie erwartet, sah es hier schon sehr gruselig aus. Eine alte Schneiderpuppe stand in der einen Ecke. Ein altes Schaukelpferd und ein alter Vogelkäfig befanden sich ebenfalls dort. Haufen alte Koffer und sonstiges Gerümpel. Ich seufzte. Das wäre noch ein bisschen Arbeit. Ich ging weiter und hinter einem Kofferschrank stand ein kleines Tischchen mit einem Stuhl und einer ganz alten manuellen Schreibmaschine. Neben der Maschine lag ein Stapel beschriebener Blätter und einige waren noch eingespannt. „Uh – ein unentdecktes Werk – vielleicht eines bekannten Autors? Das wäre doch mal was. Oder es ist einfach nur eine Aufstellung der Ein – und Ausgaben. Das schau ich mir an.“

Ich ging zur Maschine und fröstelte. Irgendwo war es wohl undicht. Es zog gehörig. Deswegen schnappte ich mir die Blätter und ging schnell wieder hinunter. Dieser Dachboden war unheimlich. Zuviel Schatten und definitiv zu viel Spinnweben.

Ich hatte mir von zu Hause einen bequemen Campingstuhl, einen kleinen Tisch und eine große Kanne Kaffee mitgebracht. Nach dem Grusel, war wirklich Zeit für eine kleine Pause. Ich ignorierte die kleine Stimme im Kopf, die mich darauf hinwies, dass ich noch gar nichts gearbeitet hatte.

Gemütlich in dem breiten Campingstuhl, nahm ich mir die Blätter vor. Es gab keinen Titel. Nun gut. Ich fing an zu lesen.

07.Mai

Ich muss unbedingt aufschreiben was hier passiert. Seit ich hier wohne geschehen seltsame Dinge um mich herum. Gegenstände wurden bewegt. Türen knallen und die Bodendielen knarzen. Irgendjemand ist im Haus. Ich hab der Polizei schon bescheid gesagt. Sie haben so einen Jüngling hergeschickt. Der hat alle Räume durchsucht. Nichts. Keiner hier. Aber was sind das für Geräusche und wieso stehen die Dinge immer an anderen Stellen. Ich glaube ich werde langsam verrückt. Das ist das Haus. Ich hätte nie hier einziehen sollen.

Ich bekam eine Gänsehaut. Diese Person wirkte so verängstigt, dass ich selbst Angst bekam. Ich schaute mich um. Im Hintergrund konnte ich das Kratzen in den Wänden hören. Das war unheimlich. Gleich morgen würde ich den Kammerjäger anrufen. Ich liebe ja Tiere – aber sie müssen nicht in meinen Wänden leben. Für heute hatte ich genug. Ich brauchte eine Pause. Schnell packte ich meine Sachen und verließ mein zukünftiges Zu Hause, das gerade ein bisschen finsterer geworden war.

Ich traute mich kaum weiter zu lesen. Aber innerlich zog mich etwas an die Seiten. Ich musste wissen, was da noch stand.

  1. Mai

Mir geht es gut. Wahrscheinlich waren es nur die Nerven. Zuviel strömt auf mich ein. Das Haus, mein Ex und die Renovierungen. Das ist bisschen viel. Arbeiten muss ich ja auch noch. Aber ich liebe das Haus. Obwohl es mir schon ziemlich Angst macht hier alleine. Aber der Arzt hat mir Angstlöser verschrieben und gemeint, das wären die Nerven. Also – soll mal einer sagen, es gibt kein Kraut, oder eine Pille für jede Krankheit, oder Narretei. Was war das? Die Tür, ich hab sie doch abgeschlossen, oder? Wenn ich sie abgeschlossen habe, wie konnte jemand……

Oh Gott. Ich traute mich kaum noch in mein Haus. Verdammt. Hätte ich doch diese Seiten niemals gefunden. Aber mir blieb nichts übrig. Die Renovierungen schritten voran und mein Umzugstermin stand fest. Die letzten Dinge wollte ich machen, wenn ich eingezogen war. War das eine gute Idee. Ja, natürlich. Ich hatte schließlich das Haus wegen seines leicht gruseligen Charmes gekauft. Also dann musste ich auch damit leben, oder?

Ein paar Tage mied ich das Haus, und schob das Einpacken als Ausrede voran. Ich musste schließlich alles verpackt haben, wenn der LKW kam.

Dann war es soweit. Der fünfte Mai. Ich war aufgeregt. Die Männer packten alles in den Wagen und ich legte den Schlüssel unter die Fußmatte. Ein letzter Blick in meine alte Behausung, ein kleiner Abschied und ich zog die Tür ins Schloss. Einer neuen Zukunft entgegen.

Am Haus angekommen, hatten die Männer der Umzugsfirma, das meiste schon in die Zimmer verteilt. Viel hatte ich ja nicht – aber das reichte aus. Als alle weg waren, schloss ich die Tür, ging ins Bad und ließ Wasser in die Wanne laufen. Ein warmes Bad, danach lechzte ich. Und einen leckeren Entspannungstee. Heute würde ich nicht alt werden. Ich freute mich schon darauf, die erste Nacht in meinem Heim zu verbringen.

In der Wanne schlief ich schon fast ein, als mich ein knarzen schlagartig hellwach werden ließ. Ich setzte mich auf. „Hallo?“ Schnell stand ich auf und griff nach meinem Bademantel. Ich schaute mich im Bad um, ob ich etwas als Waffe verwenden konnte. Eine Schere. Besser als nichts. Im Bademantel, nasse Fußspuren hinterlassend ging ich vorsichtig aus dem Raum. Ich hielt den Atem an um zu lauschen. Da war nichts mehr zu hören. „Ein altes Haus, das arbeitet. Mensch Mädchen, stell dich nicht so an.“ Ich atmete aus, ging zurück um mich schnell anzuziehen. Danach ging ich schneller als normal in mein Schlafzimmer. Ich schloss die Tür und drehte den Schlüssel. Nur für den Fall.

  1. Mai

Alles ist gut. Alles wird gut. Ich bin sicher, das Haus ist sicher. Keiner ist hier. Nur ich. Nur ich. Vielleicht. Vielleicht noch, ach nein. Ich schwebe. Die Tabletten sind toll. Ich kann wieder schlafen. Nur meine Träume sind verstörend. Aber es sind ja nur Träume. Träume sind Schäume. Diese seltsamen Gestalten sind nur Produkte meiner Fantasie, sagt mein Arzt. Vielleicht, meint er, sollte ich mal eine Kur machen. Aber ich hab doch so ein hübsches Haus. Das ist doch wie eine Kur. Und die vielen Besucher nachts. Mit ihnen kann ich reden. Sie hören mir zu. Keiner hört mir zu – aber sie tun das. Ja. Sie sind wie meine Familie.

  1. Mai. 2019

Ich habe Angst. Meine neue Familie, hier im Haus – sie wollen, dass ich bleibe. Das ich mit ihnen komme. Sie zerren an mir. Sie reißen an mir. Sie ziehen mich an die Wand – in die Wand. Ich kann ihnen nicht entkommen.

Und für dich…..ist es auch zu spät. Du bleibst bei uns und wirst Teil unserer Familie. Wir lieben dich. Für immer. Ahahahahahahahahahar.

Draußen vor der Tür war ein seltsames Hämmern zu hören. Ich kratze an der Wand um einen Blick nach draußen zu haben. Der Makler. Er hämmerte ein Schild in den Rasen: „Zu Verkaufen.“

ENDE

 

Werbeanzeigen
Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 22.04.19-28.04.19

Trotz Urlaub befand und befinde ich mich noch immer in einer Schreibflaute – das ist ja eher ungewöhlich. Aber einen Text konnte ich doch noch veröffentlichen. Ein Endzeitszenario:

Writing Friday – Die Gefahr aus der Luft


Und hier die Themen für die kommende Woche


Die Themen für Writing Friday  für den Mai:

  • Du findest auf dem Dachboden eine alte Schreibmaschine, darin stecken noch beschriebene Blätter des Besitzers. Welche Geschichte verbirgt sich darauf? Berichte davon.
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Jasmin hatte schon immer an Magie geglaubt, doch als sie dann tatsächlich sah wie…” beginnt. 
  • Dein Handy berichtet über deine Macken.
  • Anna betritt eine alte Villa am Ende der Stadt, sie wird sie jedoch nie wieder verlassen. Erzähle was passiert ist.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Marmelade, Fingerhut, Rosenranken, Himmelblau und Oma.

Das Thema für die Schreibkicks zum 01.05.19 lautet Clown


Beim Gemeinschaftsprojekt von  Die Pö und Herba gibt es auch ein neues Thema Mach was…mit Glück – bis zum 19.05.19


Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt bis zum 5. Mai 2019

Kartoffel
anzüglich
bevormunden.


Ich wünsche euch einen tollen Start in den Mai. Tanzt nicht zuviel

Allgemein, writing friday

Writing Friday – Wir schaffen das….1 von 2

Und schon wieder ist eine Woche um. Ich habe doch tatsächlich fleissig für den Writing Friday geschrieben. Wirklich fleissig und es ist viel geworden. Deswegen werde ich den Text teilen. Damit ihr ihn besser lesen könnt und es euch nicht zu langatmig wird.

Eine Geschichte, die ich aus einem Bruchstück eines Traumes geschrieben habe.

Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Es war eine Nacht, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man…” beginnt


Es war eine Nacht wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man die Ausmaße des Geschehenen. Martin hatte Samantha an der Hand und blickte zum anderen Ufer, auf ihre Stadt herüber.

Sam schaute zu ihrem Vater: „Paps?“ „Hm?“ Meinst du wir finden sie?“ „Natürlich, mein Schatz, wenn sie noch lebt finden wir sie.“ Mit großen Augen in denen die Tränen schimmerten fragte sie: „Könnte sie tot sein?“ Martin überlegte kurz. Nach diesem Tag war sie kein Kind mehr. Sie konnte die Wahrheit ertragen. „Ja mein Schatz, das könnte sie.“

Martin seufzte und dachte einige Stunden zurück.

Er war mit Sam und Miriam im Auto unterwegs. Sie wollten in die Innenstadt. Ihr Haus lag ziemlich abseits. Sie liebten die Ruhe. Vor Jahren waren sie aus der Stadt aufs Land gezogen. Martin hatte eine gutgehende Web-Design Firma von der er meist zu Hause arbeiten konnte und Miriam war Grundschullehrern. Samantha war sieben. Sie liebte das Landleben. Überall Tiere, Pflanzen, Pfützen. Sie konnte ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

In der Stadt hatten sie Miriam beim Friseur raus gelassen. „Ich muss unbedingt zum Friseur. Meine Haare sehen aus wie ein Rabennest. Sie müssen mal wieder verwöhnt werden. Da gönn ich mir gleich  mal das Komplettverwöhnpaket. Maniküre, Pediküre, Kopfmassage. Oh, das werde ich genießen. Ihr zwei könnt also mindestens eine Stunde machen worauf ihr Lust habt.“ Sam und Martin schauten sich an. „Kino?“ „Kino!“ Sie eilten zum Auto. Ein kurzer Blick zurück zu Miriam. Ein Handkuss und schon drängelte Sam ihn zur Eile.

Der Himmel war grau in grau. Es sah nach Regen aus. Martin hatte es gerade zu Ende gedacht, da platschten die ersten großen Regentropfen auf die Autoscheibe. Sam blickte fasziniert dem Verlauf des Tropfens hinterher, als sich der nächste Tropfen einfand und der Spur des Vorgängers folgte. Sam ließ ihren Finger die Scheibe entlang, dem Weg des Tropfens folgen. Danach öffneten sich die Himmelsschleußen. Ein Platzregen ergoss sich über das Auto. Sam schrie erschrocken auf. Die Scheibenwischer schafften es nicht mehr, die Massen von Wasser zu verdrängen. Es lief wie ein Sturzbach an dem Auto herab.

Sam blickte zu Martin: „Papa, ich hab Angst. Das ist so viel Wasser und es ist so dunkel.“ „Ich weiß mein Schatz. Das ist nur einen Moment. Solche Regengüsse halten sich nicht lange. Ich versuche an den Straßenrand zu kommen und dann warten wir einfach. Okay.“ Sie nickte. Martin gab es schnell auf, das Auto weiter zu bewegen. Er ließ es einfach stehen und die Lichter blieben an, damit sie von anderen Autofahrern gesehen werden konnten. Er hoffte allerdings, dass die anderen auch stehen bleiben würden. Sam zitterte. „Komm Schatz. Klettre auf meinen Schoss.“ Sie ließ sich nicht lang bitten. Er holte die Decke vom Rücksitz und sie kuschelten sich aneinander.

Wenige Minuten später ruckelte das Auto. Martins Herz setzte einen Schlag aus. Das Auto bewegte sich. Es wurde von den Wassermassen mitgezogen. Er musste sehen was da draußen los war. Vorsichtig setzte er Sam auf den Beifahrersitz und drückte ihr, ihren Kuschelhasen in die Hand.

Er öffnete die Tür. Der Wind riss sie aus seiner Hand und er konnte das ganze Ausmaß der Katastrophe sehen. Ein Regenvorhang war vor ihm. Kein einziger Lichtstrahl vermag ihn zu durchdringen. Absolute Dunkelheit umgab ihn. Unter sich konnte er schwach das Wasser erkennen. Aus einem kleinen Rinnsal war ein kleiner Bach geworden. Schnell versuchte er sich gegen den Wind zu stemmen und die Tür wieder zu verschließen. Es fühlte sich an, als wolle der Wind ihm die Arme aus den Gelenken reißen. Aber er schaffte es und zog die Tür heftig zu. Er überlegte den Motor zu starten um die Heizung anzumachen. Er war nass, das Autoinnere war nass. Aber er hatte Angst, dass die Batterie zu stark belastet werden würde. Das durfte nicht passieren. Sobald es möglich war, mussten sie weiter fahren.

Er überlegte fieberhaft was zu machen wäre. Er zog sein Handy vor. Natürlich gab es keinen Empfang. Hoffentlich war Miriam in Sicherheit. Viel mehr musste er sich um sie beide Gedanken machen. Das Städtchen war umgeben von Hügeln. Es lag in einer Art Tal. Martin befürchtete, dass dieser starke Regen den Untergrund der Hügel instabil werden lassen könnte. Und dann würde hier eine Lawine von Geröll und Erde herunter kommen.

Ihm blieb jetzt erst mal nichts anderes übrig, als im Auto zu bleiben. Der Wind und die Massen von Wasser würde sie wie ein Pingpongball über den Asphalt zerren. Das Auto ruckelte und Sam quickte. „Wir sind hier sicher. Hab keine Angst, das geht vorüber.“ Sie blickte ihn voll vertrauen an. Dieser Blick versetzt ihn einen kleinen Dolchstoß ins Herz. Er hoffte ihr Vertrauen in ihn wär gerechtfertigt. Er hoffte sie würden hier heil rauskommen. Wie lange noch? Das Radio, es würde bestimmt einen Notfallsender geben. Schnell drehte er an dem Knopf. Ein statisches Rauschen drang in sein Ohr. Kein Empfang. Aber es würde bestimmt einen Notfallkanal geben. Er zwang sich den Knopf zur Sendersuche langsam zu betätigen. Ein nervzerreisendes Rauschen, war das einzige Geräusch. „….in ihren Häusern zu bleiben.“ Da. „Starke Regengüsse behindern den Verkehr. Die Bevölkerung wird gebeten, die Autos stehen zu lassen und in ihren Häusern zu bleiben. Sobald der Regen nach gelassen hat, können sie sich in den Notunterkünften einfinden, die entweder in den Schulen oder Gemeindesälen eingerichtet wurden. Bitte bleiben sie zu ihrer eigenen Sicherheit in den Gebäuden. Sollten sie in einem Auto eingeschlossen sein, verlassen sie dieses auf keinen Fall. Rettung wird geschickt, sobald die Lage es zu lässt.“

Na toll. Die Rettungsleute kamen also auch nicht durch. Kein Problem. Bis auf die Nässe, war es zum Glück nicht kalt. Zu trinken und zu Essen hatten sie auch eine Kleinigkeit. Das würde für einige Stunden reichen. Martin ließ sich im Sitz zurück sinken. Legte die Hände an die Schläfen und versuchte den beginnenden Kopfschmerz weg zu massieren.

„Papa?“ „Ja Kleines?“ „Werden wir sterben?“ „Was, ach nein. Das ist nur Regen. Irgendwann hört der schon auf. Dann fahren wir zu Mami und danach nach Hause. Da mach ich eine große Portion Pommes und wir kuscheln uns gemeinsam auf die Couch und gucken einen lustigen Film. Irgendwann wird das hier nur eine Erinnerung sein, von der wir erzählen können. Ein Abenteuer.“ „Okay. Ich bin bisschen müde. Vielleicht schlaf ich ein bisschen? Dann geht die Zeit schneller rum.“ „Mach das.“

Sanft streichelte er ihren Kopf und strich ihr das Haar aus der Stirn. Sie war sehr tapfer. Er musste auch tapfer sein. Das würde er schaffen. Sie mussten dieses Unwetter doch nur aussitzen, oder?

++

Ein heftiger Ruck ließ Martin aufschrecken. Er war wohl selbst eingeschlafen. Das Auto bewegte sich. Verdammt. Ein Blick auf Sam bestätigte, sie schlief noch.  Es war immer noch dunkel und man konnte nichts sehen. Das Licht der Scheinwerfer verpuffte einfach. Er griff nach dem Lenkrad. Ein weiterer Ruck und das Auto löste sich. Der Schweiß brach ihm aus. Seine Hände rutschten am Lenkrad entlang. Er versuchte es gerade zu halten und hoffte auf keinen anderen Wagen zuzusteuern. Soweit er sich erinnerte, war der Strassenverlauf hier recht gerade. Vielleicht hatte er die Chance irgendwie an den Bordstein zu kommen um sich dort festzukeilen.

Vorsichtig lenkte er nach rechts. Er wollte sanft andocken, sonst würde er sich die Achse ruinieren und könnte dann nicht mehr fahren, wenn die Sicht wieder frei wäre. Er schlitterte langsam. Das Auto tanzte, wie nach einem nur für es selbst hörbaren Song, nach rechts, nach links, nach rechts. Dann spürte Martin einen Widerstand. Ein Bordstein. Sie standen. Er atmete tief aus und löste die verkrampften Finger vom Lenkrad.

Vorsichtig ließ er das Fenster herunter. Der Regen schien schwächer geworden zu sein. Es würde nicht mehr lange dauern und sie könnten los fahren.

++

Wieder musste er eingenickt sein. Sein Nacken schmerzte. Der Regen schien aufgehört zu haben. Er drehte sich um und sah wie sich Sam in die Decke gekuschelt hatte. Nur ihr Haarschopf und die Ohren ihres Stoffhasen waren zu sehen.

Es war stockdunkel draußen. Die Laternen waren ausgefallen. Die ganze Stadt war dunkel. Es gab also keinen Strom mehr. Er startete den Motor. Die Straße stand unter Wasser – aber mit seinen Geländewagen war das kein Problem. Seine Reifen verdrängten das Wasser und er glitt durch die Nacht. Er würde zurückfahren um Miriam aus dem Salon abzuholen. Sie war bestimmt bei diesem Wetter dort geblieben. Im Schritttempo bewegte sich das Auto. Bloß nirgends dagegen fahren, das Auto war ihre Sicherheit. Auf der Rückbank bewegte sich Sam. „Papa? Ist es vorbei?“ „Ja Süße. Es ist vorbei. Wir fahren jetzt Mama holen und dann schnell nach Hause. Dann machen wir eine heiße Schokolade und erzählen von unserem Abenteuer. Klingt das gut?“ Sie krabbelte auf den Vordersitz und schnallte sich an. „Oh ja, ich kann ihr erzählen wie gruselig es war. Wie laut der Regen war und dass Hasi ganz viel Angst hatte.“ „Genau.“ Martin verwuschelte Ihr das Haar und kniff ihr in die Wange.

Er war etwas orientierungslos, da durch die fehlende Beleuchtung alles anders aussah. Die Fixpunkte an denen er seinen Weg immer orientierte existierten nicht im Dunkeln. Waren sie überhaupt noch da? Dieses Unwetter hätte bestimmt einiges zerstört. „Da, Papa, da ist der Friseur. Da, die Ecke.“ Martin starrte aus dem Fenster. Die Ecke existierte nicht mehr. Ein LKW hatte die Gewalt über sein Fahrzeug verloren und war in den Laden gefahren. Er hatte ihn einfach eingedrückt. Er trat erschrocken auf die Bremse. Durch das Wasser verlor er etwas die Spur und schlitterte. Gegenlenken, gegenlenken. Ganz ruhig. Dann standen sie. Er öffnete die Tür und stieg aus. Sam kam von ihrer Seite aus zu ihm. „Wo ist der Laden?“ „Hinter dem LKW“. „Und Mama?“ „In Sicherheit.“ Sam schaute zu ihm nach oben. Hoffentlich strahlte er mehr Zuversicht aus, als er fühlte. Langsam bewegte er sich Richtung Laden. „Bleib da stehen, Schatz. Es kann sein, dass noch Teile herunterfallen. Ich gucke mal nach Mami.“ Sam nickte langsam und drückte ihren Hasen noch enger an sich. So verloren sah sie auch. Am liebsten hätte er sie ebenso an sich gedrückt wie sie ihren Hasen.

Aus dem Handschuhfach hatte er eine Taschenlampe entnommen und leuchtete den Eingang ab. Es gab keinen Eingang mehr. Er lief um den LKW herum. Es gab kein hineinkommen. Er bückte sich, vielleicht konnte er von unten dran. Ja, da war eine Lücke. Er konnte unter dem LKW durch hinein. Er legte sich hin und zog sich unter die Achse. Dann drehte er sich auf den Bauch. Die Taschenlampe schob er immer ein Stück vor sich her und robbte dann nach. Überall lag Glas. Er musste aufpassen, dass er sich nicht die Hände zerschnitt. Dann war er durch. Er stand auf und betrachtete die Überreste des Friseursalons. Überall lagen Lockenwickler und Haarklemmen. „Miriam?“ rief er zaghaft. Keine Antwort. „MIRIAM?“ rief er nun lauter. Er kletterte über Geröll und umgestürzte Friseurstühle. Dort hinten, war das eine Hand? Sein Mund wurde trocken. Langsam ging er darauf zu. Die Hand war blutig und ragte unter den Steinen hervor wie ein makabres Kunstwerk.

Er wollte nicht wissen, wer darunter lag. Was wenn sie es war? Zaghaft bückte er sich und räumte die Steine weg. Legte die Hand frei, bis er das Bündchen eines Pullovers erkennen konnte. Er stoppte und atmete tief aus. Miriam hatte sein Jeanshemd gegriffen. Sie war es nicht. Erleichtert ließ er sich auf den Boden nieder. Er brauchte paar Sekunden um seinen Kreislauf wieder in den Griff zu bekommen. Sie war es nicht. Sie war es nicht.

Er musste weiter gehen. Die selbe Situation traf er noch zwei weitere mal an. Jedes Mal war es kein Jeanshemd. Er ging weiter nach hinten. Dort mussten die Lagerräume und Privaträume sein. Dort sah es noch recht gut aus. Die Zerstörung hatte sich auf den Laden beschränkt. Eine Tür war angelehnt. Ein Quietschen entwich ihr als Martin sie aufdrückte. Dort war keiner mehr. Er blickte sich genau um. Auf dem Tisch lag ein Zettel. Von Miriam: Das heutige Datum war vermerkt. Die Uhrzeit 19:25 Uhr. Ein Blick auf seine Uhr zeigte ihm, dass es schon 23:45 war. Sie hatte ihren Plan notiert. Hinterausgang, Hinterhof, Kino. Wenn nicht dort: Gemeindehaus, Kirche, Zu Hause. Gruß Miriam. Man konnte ihr nicht vorwerfen zu ausführlich zu sein. Aber das reichte ihm. Sie lebte und sie war auf der Suche nach ihnen. Schnell stopfte er den Zettel in die Tasche, als er ein Rumpeln vernahm. Er ging in den Laden und sah, dass ein großer Betonblock von einem oberen Stockwerk auf den LKW gefallen war und ihn sofort tiefergelegt hatte. Auf diesen Weg kam er nicht mehr zurück. Aber er wusste ja von dem Hinterausgang. Schnell lief er in die Richtung Flur. Dort hinten vernahm er den Schemen einer Tür. Die Taschenlampe warf beim rennen gruselige Effekte an die Wand. Die Tür öffnete sich leicht und stolpernd bewegte sich Martin hinaus. Welche Richtung? Egal. Nein – dort – links, da standen die Mülltonnen. Dort würde es bestimmt zur Straße gehen.

Fortsetzung

Allgemein, writing friday

Writing Friday –

Freitag ist Schreibtag bei Writing Friday.

Eigentlich hatte ich ein anderes Bild im Kopf als ich die Vorgabe zur folgenden Aufgabe las. Aber wie es immer so ist, die Finger verselbständigen sich und es kommt dann was anderes heraus.

  • Beschreibe so genau wie möglich ein altes verlassenes Haus, dass sich in einer Moorlandschaft befindet. Versuche dabei folgende Wörter mit in deinen Text einzubauen: Kaffeebohnen, rubinrot, Familiengeheimnis und versunken.

Tief im Wald, kaum zu sehen, stand ein altes verfallenes Haus. Einst musste es gemütlich gewesen sein. Wenn man die Augen zukniff konnte man den Schatten des Vergangenen sehen. Ein kleines Holzhäuschen mit rubinroten Fensterläden und aus dem Schornstein stieg Rauch auf. Hielt man seine Nase in die Luft, konnte man den Geruch frisch gemahlener Kaffeebohnen riechen.

Kaum einer fand seinen Weg durch die nebelige Moorlandschaft noch zu dem verwunschenen Häuschen. Eine kleine Brücke führte zum ehemaligen Garten. Aber sie war schon tief im immer näherrückenden Moor versunken. Wenige Mutige wagten den Weg auf das Grundstück.

Schaffte einer den Übergang, kam er nicht mehr zurück. Immer wieder wären Menschen, vor allem junge Männer verschwunden. Aber keiner konnte es bezeugen, da nie jemand zurückkehrte.

Man sprach von Hexen. Von hübschen Frauen, die damals mit ihrer Mutter dort lebten. Sie lehnten sämtliche Heiratsanträge ab und verärgerten die nächstgelegene Dorfgemeinschaft. Der Ruf nach Hexen wurde immer lauter.

Es kam wie es kommen musste, der Mob rückte los um zu richten. Zu richten, was sich nicht anpasste und was ihnen Angst machte. Die Frauen mussten sterben. Sie gehörten nicht zu ihnen. Mit Fackeln und Heugabeln begaben sie sich auf Hexenjagd.

Unbeschwert tanzten die Mädchen in ihrem Garten und lachten ausgelassen. Kleine Lichtfunken umgaben sie. Wenn man genauer hinschaute, konnte man kleine fliegende Feen erkennen. Plötzlich verschwanden sie alle und die Mädchen standen erschrocken, gebannt und blickten ängstlich über die Brücke. Sie drängten sich aneinander. Die Mutter war ausgegangen um Kräuter zu sammeln. Die drei hübschen Mädchen waren alleine. Kein Schutz umgab das Grundstück. Es war nie notwendig gewesen. Nie waren sie angefeindet worden. Im Gegenteil. Die eine oder andere Tinktur wechselte hier den Besitzer.

Die Männer betraten die Brücke. Blind vor Wut und Hass, dass sie alle abgelehnt wurden, stürzten sie sich auf die jungen Mädchen und nach ihren furchtbaren Taten zündeten sie das Haus an. Der ein oder andere zweifelte an seiner Tat, als die Mädchen geschändet und ängstlich zusammengekauert nach ihrer Mutter riefen. Aber sie kam zu spät.

Von weitem konnte die Mutter den Rauch aus der Richtung ihres Hauses sehen. Schnell packte sie ihre Sachen zusammen und rannte. Ein ungutes Gefühl überkam sie. Um sie herum schwirrten die Bewohner des Waldes und hielten sie an schneller zu werden. Noch schneller, schneller. Dann stand sie vor den Trümmern ihres Lebens. Sie sah das angekohlte Haus. Die Tiere hatten das Feuer gelöscht um den Wald zu schützen. Aber keiner konnte die Mädchen schützen. Sie erkannte die verbrannten Körper ihrer Töchter. Ein Schrei löste sich. Ein Schrei tiefen Schmerzes.

Im Dorf, aus dem der Mob kam, erbebten die Häuser und die Kerzen erloschen. Die Feuer im Kamin gingen aus und eine eisige Kälte erhob sich. Die Bewohner hörten den qualvollen Schrei bis in die Niederungen. In ihren Träumen wurden sie von grauenvollen Fratzen verfolgt und ein ständiger Geruch verbrannten Fleisches verfolgte sie. Ein immerwährender Jammernder Ton lag über diesem Dorf. Ähnlich denen der verbrennenden Mädchen.

Ein dunkles Familiengeheimnis wurde offengelegt. Die Mutter war eine starke Hexe. Immer für das Gute da. Sie war immer auf der Flucht vor dem bösen Magier, dessen Frau sie war. In ihrer großen Not und dem tiefen Kummer wand sie sich an ihn um ihre Rache zu bekommen. Er übermittelte ihr sein gesamtes dunkles Wissen. Und sie wendete es an. Heute noch. Kommt ein Mann in die Nähe des Hauses sollte er nicht todesmutig die versunkene Brücke überqueren. Heute noch werden sie büßen für die Taten ihrer Ahnen.

ENDE

 

Allgemein, Ich erzähl dir eine Geschichte...

Ich erzähl dir eine Geschichte – Der Gegenteil-Tag!

Weiter geht es bei Annie – Paar Minuten konnte ich mir heute nehmen um endlich mal wieder zu schreiben.

Zu Beginn haben wir ja mal die Vorsätze unter die Lupe genommen – schauen wir mal wie gut wir das bis jetzt umsetzen konnten.

Das neue Jahr ist nun schon drei fünf Wochen alt. Aber alles was du dir vorgenommen hast, ist bis jetzt total schief gelaufen und hat sich zum kompletten Gegenteil entwickelt. Wie sieht dein heutiger Tag aus?

 

Im neuen Jahr traf ich Max. Wir unterhielten uns über die guten Vorsätze. Ich bin ja immer noch ein Gegner davon – aber trotzdem hatte ich mir ein bisschen was vorgenommen. Ich wollte viel gelassener sein und den Druck von allem nehmen. Auf jeden Fall wollte ich mich viel weniger aufregen und mehr von mir abprallen lassen. Arbeit sollte noch weiter zurück gedrängt werden. Die Zeit, die so schnell an einem vorbeisaust, die wollte ich bewusster wahrnehmen.

Jetzt, etwas mehr als einen Monat später, schaue ich schon mal zurück.

Die Arbeit, na ja – ich bin wirklich nicht schneller geworden – warum auch? Ich habe meinen Obolus in dieser Firma gelassen und wurde getreten. Jetzt gibt es Dienst nach Vorschrift und so schnell ich kann. Das passt. Gelassenheit – die habe ich schon schnell mal plumpsen lassen. Ich habe mich dieses Jahr schon viel zu viel aufgeregt. Meist über verlogene Kollegen. Die Zeit – die kann ich auch immer noch nicht festhalten. Sie rinnt mir immer noch durch die Finger.

Also so richtig hat es noch nicht funktioniert: Aber ich gebe nicht auf. Denn in diesem Jahr haben wir unseren Hund einschläfern lassen und unser Auto hat nach Reparaturkosten von 1300€ zwei Wochen später einen Motorschaden ereilt. Da muss man sich sammeln und sagen – es gibt wirklich wichtigeres, als sich über irgendeinen Kollegen oder Chef aufzuregen. Man muss sich bewusst machen – hört man auf zu arbeiten, sind diese Menschen kein Teil des Lebens mehr – also warum sich über vergängliches aufregen.

Ich bin auf dem guten Weg – er erarbeitet sich schwer – aber ich versuche es bewusster aufzunehmen….Nur die Zeit – die kann ich einfach nicht verlangsamen.

 

 

Allgemein, Monatsrückblick

Monatsrückblick Geschichtszauberei

Ich hatte letztes Jahr schon mal angefangen einen Monatsrückblick für meinen Schreibblog zu machen – das versuche ich mal bei zu behalten.

 

Schreibkicks – Rückkehr der Freunde – Thema: imaginäre Freunde – mein Lieblingstrupp hat verloren gegangene Freunde wieder gefunden.

[#WritingFriday] – Der wundersame Ring Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist!

Schneewanderung mit Haustier Es ist ein ruhiger Januarmorgen. Du gehst mit deinem Haustier auf einem schneebedeckten Feld spazieren. Auf einmal nimmt dein Haustier die Fährte auf. Was wirst du finden?

Etüden 04/05 19 – Eine Entstehungsgeschichte. Salatschüssel, seidig, übernehmen – Wie ist eigentlich der Schichtsalat entstanden?

[#WritingFriday] – Post aus der Vergangenheit Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung! – Eine Weihnachtskarte kommt 60 Jahre zu spät.

Ich erzähl dir eine Geschichte…..Der gute Vorsatz Du führst eine Diskussion mit einem guten Freund über deine Neujahrsvorsätze. Wie sieht diese Unterhaltung aus?

Schreibeinladung für die Textwoche 01.19 | Extraetüden – unerklärliche Phänomene eine Nonsens Geschichte, die keinen wirklichen Sinn ergibt.

Winterbaum, nasskalt, nachtrauern
Regenbogen, 
transparent, bluten.

[#WritingFriday] Week 1 – der magische gefrorene See Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt. Ein bisschen mystisch wird es beim Writing Friday

Hoffen auf ein Weihnachtswunder Projekt TXT: Weihnachten – Meine apokalyptische Weihnachtsgeschichte über 8 Teile ist fertig geworden

Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze Meine neue Lieblingstruppe wurde auch wieder eingeladen

Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 07.01.19-13.01.19

Die erste Woche gearbeitet und schon komme ich nicht mehr zum Schreiben. Seufz. Aber ich werde da irgendeine Lösung finden. Mal sehen. Aber eine Geschichte hab ich doch noch geschafft.

Ich erzähl dir eine Geschichte…..Der gute Vorsatz


 

Gucken wir noch auf die nächsten kreativen Lockungen

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 20.01.19 können wir mit folgenden Worten spielen:

Abfallglück
Verfallsdatum
unschuldig.


Die Themen für Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Januar 2019

  • Erzähle von einem Vorsatz für 2019.
    Wieso willst du dieses Ziel erreichen?  Wie sieht dein Plan aus?
  • Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist! 
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Endlich schien es für Klara wieder Bergauf zu gehen, nachdem sie…” beginnt.
  • Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung! 
  • Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

Bei Annie startet ein neues Projekt, das auch wöchentlich stattfinden wird. Hier wird es jede Woche ein neues Thema geben.


Ich wünsche euch einen kreativen und entspannten Start in die kommende Woche.

Allgemein, Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 31.12.18-06.01.19

Das neue Jahr beginnt, wie das alte Jahr endete – viel zu rasant. Die erste Woche ist schon um.

Aber da ich bisschen frei hatte, konnte ich dieses mal sogar bisschen schreiben.

 

Eine Nonsensgeschichte, wie Christiane es so treffend beschrieb. Einfach nur heruntergetippt, ohne irgendeinen Sinn, aber sehr befreiend.

Schreibeinladung für die Textwoche 01.19 | Extraetüden – unerklärliche Phänomene

Ein bisschen mystisch wird es beim Writing Friday

[#WritingFriday] Week 1 – der magische gefrorene See

Meine apokalyptische Weihnachtsgeschichte über 8 Teile ist fertig geworden

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Meine neue Lieblingstruppe wurde auch wieder eingeladen

Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze


Und was gibt es neues an Inspirationen?

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt – bis zum 20.01.19 können wir mit folgenden Worten spielen:

Abfallglück
Verfallsdatum
unschuldig.


Die Themen für Writing Friday

Schreibthemen / Schreibaufgaben Januar 2019

  • Erzähle von einem Vorsatz für 2019.
    Wieso willst du dieses Ziel erreichen?  Wie sieht dein Plan aus?
  • Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist! 
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Endlich schien es für Klara wieder Bergauf zu gehen, nachdem sie…” beginnt.
  • Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung! 
  • Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

Das Thema für die Schreibkicks, für den 01.02.2019 lautet: Imaginäre Freunde


Bei Annie startet ein neues Projekt, das auch wöchentlich stattfinden wird. Hier wird es jede Woche ein neues Thema geben. Diese Woche ist nicht einfach. Aber interessant.

Diese Woche: Du führst eine Diskussion mit einem guten Freund über deine Neujahrsvorsätze. Wie sieht diese Unterhaltung aus?


Dann habe ich noch was interessantes gefunden. Der Betreiber ist leider verstorben, aber der Blog bleibt offen. Vielleicht findet hier der ein oder andere noch Ideen zum Schreiben. Schreibschrift


Das war es erstmal für diese Woche. Ich wünsche euch noch viel Spass.

Allgemein, Einzelaktionen

Schreib‘ mir eine Detektivgeschichte! Part 4 von 4

Und kommen wir zum Abschluss. Damit es noch in den Oktober passt habe ich heute zwei Parts veröffentlicht.

Ich bedanke mich bei allen Lesern, die diese lange Geschichte verfolgt haben.

Mehr findet ihr bei Annie. 

Part 1 findet ihr HIER

Part 2 findet ihr HIER

Part 3 findet ihr HIER

 

HIER findet ihr die gesamte Geschichte in einem Teil

 


Am Freitag nahm ich mir vor, so wenig wie möglich auf den Fall einzugehen. Ich wollte einfach nur Martas Gegenwart genießen. Wir gingen gemütlich Essen. Dann noch auf einen Kaffee in ein kleines gemütliches Lokal und unterhielten uns vorzüglich. Wir kamen uns näher, je später es wurde. Ich lud sie zu einem Absacker in meine Wohnung ein und dort verbrachten wir noch weiter genüssliche Stunden. Wir lagen im Bett, sie hatte es sich auf meiner Brust gemütlich gemacht. Sie fing an: „Was meinst du wer Marcello getötet hat?“ „Marta, ich darf dir leider zu den Ermittlungen nichts sagen, aber ich höre mir gerne deine Theorien an. Vielleicht finde ich noch einen Schlüssel zu meinen.“ Sie blickte mich an und mein Herz klopfte. Sie war perfekt.

„Lass mich überlegen.“ Sagte sie leicht verschlafen. „Vega – sie könnte es getan haben, weil sie unbedingt erben wollte. Ihr Bruder war eine Gefahr.“ Ich nickte. „Jan, er will unbedingt das Gut erben, er würde bei mir an erster Stelle stehen.“ Wieder nickte ich. „Dann Sarah. Sarah war es bestimmt nicht. Warum sollte sie? Ich weiß, dass sie Vega das Gut geben wollte und Marcello Geld. Wenn dann hätte man eher sie umgebracht, bevor sie das Testament schrieb.“ Wieder nickte ich. Sie war so weit wie ich in meinen Ermittlungen. Nur hatte ich noch einige Geheimnisse herausgeholt, die sie wohl nicht wusste, oder mir verschwieg. Aber genug davon. Ich zog sie hoch und küsste sie um den Abend perfekt enden zu lassen.

+++

Es wurde Zeit den Fall zu lösen. Dafür nahm ich Kontakt mit dem Butler auf und teilte ihm mit, dass ich am nächsten Tag vorbei kommen wollte um eine letzte Befragung durchzuführen.

+++

Ich fuhr die beeindruckende Auffahrt zum Haus hoch. Gefolgt von zwei weiteren Polizeiautos, die ich aber anwies sich bedeckt zu halten. Sie sollten die Ausgänge sichern, da ich von einem Fluchtversuch des Mörder ausgehen musste.

Im Salon traf ich tatsächlich alle Familienmitglieder an. „Guten Tag. Schön, dass sie sich alle Zeit nehmen konnten, und wir das hier klären können. Wo ist Vincenco und Marta? Die beiden sollten doch bitte auch teilnehmen an dieser illustren Runde.“ Sarah klingelte nach den beiden.

„Wo wir jetzt so zahlreich versammelt sind, werde ich ihnen die Fakten meiner Ermittlungen darlegen. Ich werde ihnen erst mal die Motive aufzeigen und dann am Ende mein Ergebnis.“ „Sie machen es aber spannend, Herr Inspektor.“ Sagte Jan. Ich blickte ihn tief an und genoss seine Unruhe.

„Ja, das ist doch der schönste Teil meiner Arbeit. Den Mörder entlarven. Vega, “ Fing ich an. Sie rutschte nervös in dem Sesseln hin und her. „Sie sind die Haupterbin des Weingutes. Ihre Mutter wird ihnen alles vermachen und hatte vor Marcello mit Geld abzuspeisen, obwohl er geeigneter gewesen wäre, von seinem Wissen und Kontakten. Ich denke er hat sie unter Druck gesetzt um ihre Mutter zu beeinflussen. Er wollte, dass sie in ihren geliebten Lehrerberuf nachgehen und mit dem Geld, das er eigentlich bekommen sollte hätten sie ausgesorgt. Aber so ganz verzichten wollten sie doch nicht. Denn Finelli ist ein guter Name und man hätte ihn zu Finelli und Scherke ausbauen können. So einen berühmten Namen kann man sehr gut einsetzen. Ihr Bruder ist ihnen zu dicht aufgerückt. Da sind sie beim Gassi gehen im Weinberg aneinander geraten und sie haben ihn geschupst. Dabei gerat er ins Stolpern und fiel unglücklich. Ein Missgeschick. Ein Unfall.“ Sie blickte mich an wie ein Reh vor einem Autolichtkegel. „Aber ich war es nicht. Ich liebte Marcello und er hätte das Gut haben können. Ich muss nicht die Leitung hier haben. Das ist mir viel zu viel Verantwortung, Mutter.“ Sagte sie und drehte sich zu Sarah um. „Aber Kind, ich will, dass das Gut in weiblicher Hand bleibt. Dein Bruder war zu unbesonnen. Vielleicht hätte er es gut leiten können, aber ohne Familie. Er wollte nicht heiraten und sesshaft werden. Das war mir einfach zu unsicher.“

„Wo wir doch gleich zu ihrem Motiv kommen, verehrte Frau Finelli. Marcello war einfach uneinsichtig. Er wollte immer mehr und mehr, er wollte das Gut noch grösser heraus bringen. Aber dafür hat er sich mit den falschen Leuten eingelassen. Er hat die Mafia mit ins Spiel gebracht und so ihr Allerliebstes in Gefahr gebracht. Sie wollten auf keinen Fall die Mafia in ihrem Unternehmen rumfuschen haben. Waren sie ihr doch in Italien davon gekommen. Ihr Sohn war eine Bedrohung. Als sie ihn auf dem Weinberg zu rede stellten, gerieten sie in einen heftigen Streit. Er stolperte und fiel auf die Rebenverankerung.“ „Was für ein Blödsinn. Ja, er hatte tatsächlich Kontakte zur Mafia geknüpft um deren Lokale mit günstigen Schwarzgebrannten zu versorgen. Ein Zweig, den er ohne mein Wissen eröffnet hatte. Weder wollte ich harten Alkohol noch den Kontakt zur Unterwelt. Das ist ein ehrliches Unternehmen. Aber ich würde doch meinen einzigen Sohn nicht töten. Ich hätte ihn vielleicht nach Italien geschickt, Mehr nicht.“ Ich nickte

„Jan, mein Favorit. Sie haben das stärkste Motiv Marcello los zu werden. Sie sind hier nicht sehr beliebt. Nicht unbedingt der Traumschwiegersohn. Sie haben sich hier in die Familie gedrängt, indem sie Vega überstürzt heirateten nur um hier das Erbe abzusahnen. Sie waren Mittellos und die Gläubiger saßen ihnen im Nacken. Das Arbeitshaus hatte schon angeklopft. Da trafen sie zufällig auf die liebevolle, leicht zu beeindruckende Vega. Nichts für ungut.“ Meinte ich zu Vega, da ich sie nicht beleidigen wollte. Sie nickte nur ermattet. „Marcello wollte sie nicht in der Familie haben und nicht bei seiner Schwester. Außerdem wusste er, dass sie Vega betrogen. Schon kurz nach der Hochzeit sind sie regelmäßig Fremd gegangen.“ Ich beobachtete Vega. Sie zuckte zusammen, wie nach einem Schlag. Mehr nicht. Sie wusste es. Sie duldete es. Sarah schnaufte. „Was? Jan? Du Hurenbock. Du betrügst meine Tochter und bringst Schande über diese Familie. Wie konntest du nur. Hast du Marcello getötet?“

„Nein. Er hat mich angezählt. Er meinte ich solle das lassen mit der Betrügerei, oder er würde dafür sorgen, dass Vega mich verlassen würde. Ich wollte auch aufhören, aber …bei Vega und mir läuft es nicht so gut – ich bin auch nur ein Mann. Ich hab Bedürfnisse.“ Vega schluchzte. „Musst du unser Schlafzimmer hier ausbreiten? Warum meinst du wohl, warum ich mich zurückgezogen habe? Denkst du ich kann dich noch ansehen, wenn ich weiß, dass du mit jeder hergelaufenen Hure ins Bett gehst?“ Das waren starke Wort, die ich von ihr nicht erwartet hätte. „Ja, das wäre mein Motiv, für sie. Sie wollten Marcello still legen. Also trafen sie sich im Weinberg. Hier haben wir Motiv, Gelegenheit und Kraft. Jan? Sie sind einer meiner Favoriten.“ „Ich war es nicht. Ich war nicht mal in der Nähe. Ich war bei Mime Violetta.“ „Das weiß ich, aber nur bis einundzwanzig Uhr. Der Mord wurde gegen Mitternacht verübt.“ Jan schwieg. „Wo waren sie danach?“ „Im Gästezimmer.“ „Ein schwaches Alibi, das müssen sie schon zugeben.“

„Vincenzo. Sie wissen ja was man im Volksmund so sagt: Der Butler war es, oder der Gärtner. Aber wieso immer der Butler? Ich denke sie haben das Motiv, da sie Marcellos Verhalten nicht guthießen. Sie wussten von der Mafia, ein Butler weiß immer alles. Sie wollten ihn Stoppen, aber das ging tödlich aus.“ „Aber nein, ich wusste, dass Marcello nicht immer legal operierte. Aber ich hätte eher der gnädigen Frau Bescheid gesagt. Nur wollte ich sie nicht belasten, also habe ich geschwiegen.“

„Marta?“ „Christian?“ „Du bist die perfekte Frau. Ich würde alles geben eine solche Frau an meiner Seite zu wissen. Du hast eine schwere Zeit hinter dir.“ Marta blickte mich misstrauisch an. Ich beobachtete jeder ihrer grazilen Bewegungen. „Du kamst mit Nichts aus Italien hier an. Irgendwo musstest du unterkommen. Aber mit der Sprachbarriere ist das nicht so einfach hier Fuß zu fassen. Gegen Ausländer ist man hier immer etwas zurückhaltend.“ Sie wurde etwas nervös. „Was willst du andeuten? Ich bin immer loyal der Familie gegenüber.“ „Das stimmt. Der Familie gegenüber, das hast du richtig ausgedrückt. Marcello war mit dabei bei der „Familie“ Aber er wollte aussteigen, da er wusste, dass seine Mutter nie zustimmen wollte. Aber die „Familie hatte schon investiert. Und den Patron betrügt man nicht. Oder sollte ich eher Patronin sagen?“ Ihr blick wurde hart. „Ich verstehe nicht was du sagen willst.“ „Marcello ist auf dich zugekommen um dich um Geld anzupumpen. Er wusste, dass du zur hiesigen Mafia gehörst, dass du sie leitest. Aber er wollte sich zurückziehen. Das konntest du nicht zulassen. Du hättest als Köchin nie die Chance gehabt hier was zu erben. Selbst wenn sie sagen, du gehörst zur Familie – es ist nie so. Du bist eine Angestellte. Vielleicht hättest du bisschen Geld bekommen, aber mehr nicht. Dafür hast du hier zu viel investiert. Marcello sollte deine Eintrittskarte sein. Irgendwann hätte dir die Hälfte gehört – aber er hat Angst bekommen. Er wollte alles seiner Mutter beichten. Das wäre nicht drin gewesen. Du wusstest dass Sarah nichts mit der Mafia zu tun haben wollte. Sie hätte dich mit Schimpf und Schande vom Gut vertrieben und deine Arbeit wäre zunichte gewesen. Also hast du den Auftrag erteilt Marcello zu entledigen. Einer deiner Schergen hat die Schmutzarbeit für dich getätigt, während du in der Küche alles für den nächsten Tag vorbereitet – dein Alibi ausgebaut hast.“ „Was für ein Blödsinn. Wie willst du das beweisen?“  „Man muss nur bisschen zuhören und die Augen öffnen. Ich hab mich bei den Arbeitern umgehört und es gab Gerüchte einer weiblichen Mafiachefin. Ich hab dann Polizeiarbeiten getätigt und dein Leben zurückrecherchiert. Er brach mir das Herz. Dass du tatsächlich eine Mafiosa bist und wie du überhaupt in den Kreis gelangt bist. Alte Polizeiberichte mit deinem Namen sind aufgetaucht. Dass du deinen Namen behalten hast, war sehr überheblich. Du warst dir einfach zu sicher. Ich hab deinen Werdegang verfolgen können. Von kleinen Diebstählen zur Prostitution und zum Betrug. Ich konnte deinen Lebenslauf anhand deiner Fall Akte verfolgen. Wirklich überheblich.“ „Es war nie geplant, dass es soweit kommen würde. Mein Name hätte eigentlich schon aus den Akten verschwunden sein sollen. Ich hatte meine Leute, die das erledigen sollten. Das war wohl nichts. Da werden wohl einige Köpfe rollen. Da hat bestimmt einer meiner Konkurrenten die Finger im Spiel. Das kannst du dir vorstellen, Ein weiblicher Pate. Meine männlichen Gefährten fanden das nicht so toll. Aber ich habe mir den Platz schwer erkämpft und so leicht gebe ich nicht auf.“ Kaum hatte sie ausgesprochen fing sie an zu laufen. Sie drehte sich Richtung Fenster und sprang. Sie sprang durch das geschlossene Fenster. Ich war im ersten Moment bewegungslos. Dann spurtete ich ihr hinter her. Die Frau war schnell. Meine Kollegen standen alle an den Türen – keiner rechnete damit, dass eine Person aus dem Fenster springen würde. Ich verfolgte sie, wurde aber  langsamer. Ich sollte an meiner Ausdauer arbeiten.  Sie war weg. Meine Kollegen waren mittlerweile aufgeschlossen und wir drehten das gesamte Weingut um. Sie war weg. Verdammt. Sie hatte mich überrumpelt. Sie war weg. Ich ließ sie zur Fahndung ausschreiben, wusste aber, dass ich sie nie fangen würde. Sie war schon zu lange an der Spitze um sich erwischen zu lassen. Sie würde untertauchen, endlich ihren Namen ändern und ihr Erscheinungsbild. Sie würde aus meinem Leben verschwinden. Ein Stich ging mir durchs Herz, die Frau hatte mich tief berührt.

Zurück im Haus, traf ich auf eine aufgelöste Gruppe der Finelli-Familie. „Herr Inspektor, haben sie sie erwischt?“ „Nein, meine Männer sind noch auf der Suche, aber sie hatte wohl schon einen Fluchtweg geplant. Jemand der so hoch in der Mafia angesiedelt ist, legt sich immer einen Fluchtweg zurecht.“ „Sie war so lange bei uns gewesen, hat meine Kinder mit aufgezogen. Ich habe in ihr eine Freundin gesehen. Jetzt so was. Es erschüttert mich bis ins Mark. Wie soll ich je wieder jemanden trauen?“ „Das weiß ich nicht verehrteste. Das wird nicht leicht, aber sie haben ihre Tochter an ihrer Seite. Mit ihr werden sie das schon schaffen.“ Sie drehte sich zu Vega um und winkte sie zu sich. Die beiden Frauen lagen sich weinend in den Armen. Das hier war zu Ende.

+++

Vega saß auf der Terrasse. Sie hatte einen Brief in der Hand. „Liebste Freundin, schade, dass wir uns so plötzlich voneinander trennen mussten. Aber ich hoffe alles ist zu deiner Zufriedenheit ausgegangen. Ein neues Leben erwartet dich. Und wenn die Umstände sich ändern, werden wir uns vielleicht mal wieder sehen. Achte gut auf dich und deine kleine wachsende Familie. Für immer in Liebe deine Tante M.

Sarah strich sich behutsam über den leicht gewölbten Bauch. Irgendwann würde sie ihre Freundin wieder treffen. Solange würde sie sich gut um ihr Erbe kümmern um es für ihre Tochter zu sichern.

+++

Ich beendete meinen Bericht über den Fall Finelli. Es ärgerte mich, dass ich zu lange gebraucht habe um Marta zu entlarven. Oder ärgerte es mich, dass ich sie entlarvte? Sicher war ich mir nicht. Ein Brief landete auf meinem Tisch. „Danke Oskar“, rief ich dem Postjungen hinter her. Er winkte nur ab. Ich öffnete ihn. Ein Flyer fiel mir entgegen. Es war ein Weingut in Italien. In der Nähe von Palermo. Eine Einladung zur Besichtigung und Verköstigung. Ein kleiner Zettel war im Inneren befestigt. „Wenn du jemals nach Italien kommst. Vergiss mich nicht.“

ENDE

 

Allgemein, Einzelaktionen

Schreib‘ mir eine Detektivgeschichte! Part 3 von 4

Es geht weiter in meiner Mordermittlung – eine Einladung von Annie

Part 1 findet ihr HIER

Part 2 findet ihr HIER

Ich betrat die Küche und beobachtete Marta etwas bei ihrer Tätigkeit. Sie hatte gerötete Wangen und ihre Haare waren schon etwas aufgelöst. Sie sah einfach toll aus. Still mein Herz….

„Christian, schön dass du noch mal vorbei kommst. Hast du Hunger? Ich hab eine leckere Kürbiscremesuppe. Eine meiner Spezialitäten.“ „Wenn du mich so nett einlädst, kann ich wohl kaum nein sagen.“ Sie führte mich zum Stuhl und drückte mich herunter. Dann landete schwungvoll ein Teller vor mir und mit einer gekonnten Bewegung schenkte sie mir die Suppe ein und sie hatte nicht übertrieben. Sie war einfach köstlich. Ich würde dick werden mit dieser Frau.

Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich bei einem Kaffee und Kerzenlicht am Esstisch. Ein massiver Tisch aus Holz – sehr gemütliche Atmosphäre. Ein bisschen romantisch. Aber leider musste ich die Stimmung etwas dämpfen. Ich musste sie fragen. „Sag mal. Ich habe mit Vincenco geredet. Er ist nicht so familiär eingestellt wie du. Er wird wohl nicht so integriert?“ „Ach, das liegt aber auch bisschen an ihm. Er ist sehr distanziert. Und ich habe ja auch bei den Kindern geholfen. Da war die Beziehung zur Familie bisschen anders.“ Hm stimmt wohl. „Erzähl mir doch bisschen was über die Familie.“ „Ich weiß nicht, ich will nicht tratschen.“ „Ich werde sowieso alles herausfinden, ich bin wirklich gut in meinem Job.“ „Und so bescheiden.“ Schmunzelte sie. Ich musste mich zurückhalten meinen Kopf nicht auf meiner Hand abzustützen und sie anzuhimmeln.

„Gut. Wo fange ich an?“ „Erzähl am besten bisschen über Marcello. Ich will ihn besser kennen lernen. Er ist der Einzige, der mich nicht mehr belügen kann.“ „Hei.“ „Na, Anwesende immer ausgenommen.“ Zwinkerte ich ihr zu. „Ich hatte dir ja schon gesagt, dass er ein toller Junge war. Er konnte einen wirklich um den Finger wickeln. Diese großen braunen Augen. Ich sag dir, man konnte nur schmelzen in seiner Nähe. Kein Wunder, dass er so viel Mädchen in seinem kleinen schwarzen Buch stehen hatte. Sie gaben sich wirklich die Klinke in die Hand. Aber binden wollte er sich nicht. Obwohl es besser gewesen wäre. Er hätte eher die Chance gehabt zu Erben. Sarah ist müde, sie will sich bald zurückziehen. Sie weiß schon dass Marcello besser geeignet wäre, aber sie will eigentlich, dass das Gut in Frauenhand bleibt. Sie will alles Vega vererben und wollte Marcello auszahlen. Aber das weißt du auf keinen Fall von mir.“ „Was ist mit Jan?“ „Jan, er ist kein guter Mensch. Er hat Vega umgarnt und unter Druck gesetzt. Er will definitiv alles Erben, deswegen haben sie so schnell geheiratet im letzten Jahr. Erst dachten wir, es wäre was Kleines Unterwegs, weil es so plötzlich kam. Aber er hat sie nur manipuliert.“ „Will Vega denn das Weingut führen?“ „Ich glaube nicht. Sie könnte es, aber eigentlich ist sie zu nett. Das wäre dann wohl Jans Part. Sie wäre gerne Lehrerin, da geht sie wirklich drin auf. Aber sie könnte das Gut führen, ich traue es ihr zu. Sie müsste nur etwas härter werden.“ Ich nickte. Es war spät. Ich erhob mich. Ich sollte jetzt gehen. Es fiel mir schwer, da ich die Gesellschaft von Marta wirklich genoss, aber ich musste noch etwas arbeiten.

+++

Im Revier angekommen sammelte ich nochmal die Fakten.

Sarah wollte das Gut abgeben, am liebsten an Vega.

Jan wollte auf jeden Fall das Gut Erben – ein Motiv um Marcello los zu werden

Marcello hatte eigentlich kaum Chance auf das Gut. Er war Sarah wohl zu unbeständig, obwohl er geeignet gewesen wäre.

Meine Motive hielten sich in Grenzen.

Morgen würde ich mich mal bisschen bei den Arbeitern umhören. Die hatten meist den besseren Überblick und die Gerüchteküche brodelte dort meist am stärksten.

+++

Am nächsten Morgen versuchte ich noch mal mein Glück Sarah Finelli abzupassen, aber ich wurde schon wieder vertröstet. Ich solle es einfach später versuchen. Das würde ich, und es würde Frau Finelli nicht gefallen.

Ich begab mich unter die Arbeiter und fragte hier und da etwas die Leute aus. Sie waren sehr redselig. Eigentlich wurde die Polizei immer etwas auf Distanz gehalten, da nicht immer jeder Gelegenheitsarbeiter unbescholten war. Ich war sehr erfreut hier einige Gerüchte aufzufangen. Da gäbe es doch einiges aufzuarbeiten. Ich hatte einiges an Geheimnissen aufschnappen können. Das Bild der Familie verdichtete sich. Ich fing an den Mörder einzukreisen, dachte ich.

Zurück im Revier dauerte es keine halbe Stunde, als mir mein Gast angekündigt wurde. Im Verhörraum saß eine ziemlich angesäuerte Frau Finelli. „Frau Finelli, schön, dass sie es endlich einrichten konnten mit mir zu sprechen.“ „War das nötig? Es sollte doch diskret von statten gehen.“ „Sie liessen mir keine andere Wahl, gnädigste. Ich hatte mehrfach versucht sie in ihrem Haus anzutreffen, aber sie haben mich immer vertröstet. Ich bin nicht ihr Hampelmann. Das ist eine ernste Sache und für ihre Familie sieht das hier nicht ganz so rosig aus. Es gibt einige Motive.“ „Motive. Wer aus meiner Familie sollte ein Interesse daran haben meinen Sohn zu töten? Ich vielleicht?“

„Dazu werde ich noch später kommen. Ich will jetzt erst mal von ihnen wissen, wo sie am besagten Tag waren?“ „Ich war zu einem Abendessen bei Freunden geladen. Den Micellis, da können sie gerne nachfragen. Ich bin so gegen zweiundzwanzig Uhr dort weg. Mein Butler kann ihnen bestätigen, dass ich etwa eine halbe Stunde später zu Hause ankam. Natürlich bin ich alleine gefahren, ich habe schon lange keine Chauffeur mehr. Also für diese halbe Stunde habe ich kein Alibi. Aber ich benötige diese Zeit um von den Micellis zu mir zu kommen. Das können sie testen. Also kann ich meinen Sohn nicht getötet haben. Ich bin gleich auf mein Zimmer gegangen und meine Zofe kann dies bestätigen. Ich habe mir von ihr ein Schlafmittel geben lassen, da ich unter Schlafstörungen leide. Das können sie alles erfragen.“ Mir ging ihre überhebliche Art ziemlich auf die Nerven. Aber ihr Alibi klang belegbar.

„Das werde ich natürlich alles gegenchecken. Was ist mit Marcello. Haben sie eine Ahnung mit wem er sich in den Weinbergen getroffen hat?“ „Nein, mein Sohn hat mir schon lange nicht mehr mitgeteilt, was er wann mit wem unternimmt. Er war ein erwachsener Mann. Nicht einfach aber sehr selbständig.“ „Gut. Sehen sie, es hat doch gar nicht wehgetan. Ich bedanke mich für ihr entgegenkommen. Mein Assistent wird sie hinausbegleiten.“ Sie schnaubte verärgert über die verschwendete Zeit. Innerlich ging mir das runter wie Öl.

+++

Als ich am nächsten Tag wieder bei den Finellis auftrat, ging ich gleich in die Küche. Die Tür war angelehnt und ich konnte einen heftigen Streit zwischen Marta und Sarah hören. Sie stritten sich auf Italienisch. Verdammt. Eine wirklich sehr emotionale Sprache, die wirklich erotisch klang, wenn gestritten wurde. Ich hörte die Tür zum Treppenhaus zu schlagen und betrat die Küche. „Christian, wieder hier?“ „Kann ich denn weg bleiben? Wo doch die Verlockung so groß ist? Aber ich bin zum Arbeiten hier. Was war denn los, bei euch beiden?“ „Hm? Ach Sarah. Sie ist manchmal sehr hitzköpfig. Sie erwartet am Samstag Gäste und hat wieder mal ausgefallene Wünsche. Aber ich bin alleine in der Küche und das ist nicht so leicht zu stemmen. Jetzt bekomme ich eine Aushilfe. So ist das wenn zwei italienische Frauen streiten.“ Lachte sie. Trotzdem war ich skeptisch, das klang nicht nach einem Haushaltsstreit für mich. Aber was wusste ich schon.  Wir plauderten noch etwas und verabredeten uns schließlich für den Freitag zum Essen und natürlich um noch über den Fall zu reden.

Ich ging noch mal zum Tatort. Die Spurensicherung hatte alles abgesperrt. Aber die meisten Spuren waren auch schon verwischt. Nach der Aufnahme war es nicht mehr wichtig ihn aufrecht zu erhalten. Ich wunderte mich schon, dass Sarah nicht drauf drängte ihn frei zu geben um die beschädigte Rebe zu beschneiden.

Ich ging zurück zum Auto und verließ erst mal ohne neue Kenntnisse den Ort. Im Revier angekommen stellte ich mich wieder an die Tafel und pikte neue Erkenntnisse daran.

Der Kreis zog sich immer enger um Jan Scherke. Er hatte Motiv, Gelegenheit und die Kraft. Ich brauchte nur noch Beweise.