Drama

Drabble-Dienstag – Ein Leben in Balance finden

Leute, war nicht gerade erst Dienstag? Heute hätte ich es fast verpennt, wenn ich nicht eure Beiträge gesehen hätte. Dafür auch mal was melancholisches.

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Balance – Augen – Wohnung


Leben in Balance finden

Miriam blickte zurück. Ihre Wohnung. Solange ein Zuflucht und jetzt ein Ort der Flucht.

Ihre Augen brannten vor ungeweinten Tränen. Vielleicht wenn alles vorbei ist, könnte sie sich erlauben sie laufen zu lassen. Sie wollten ihr Land nicht verlassen. Aber die Umstände ließen ihnen keine Wahl. So konnten und wollten sie nicht mehr leben. Warum auch? Sie packte ihren Rucksack, zog die Tür ins Schloss und verließ diesen Ort.

Fred saß im Auto. Hund und Katz sicher verstaut. Es wurde Zeit. Sie mussten in einem anderen Land ihre Balance wieder finden. Ihrem Leben neue Wichtigkeit geben. Heraus aus dem Trott

Humor

Drabble Dienstag – Wehe wenn, dann bricht er.

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Baum – Springbrunnen – Krug


Mit geschlossenen Augen lehnt er am Baum. Sie liegt in ihrer Hängematte.

Plötzlich hebt seinen Arm und murmelt: „Der Krug geht solange zum Springbrunnen bis er bricht.“

Er lässt den Arm sinken, lehnt sich zurück an den Baum und schliesst die Augen.

Sie verdreht die Augen und überlegt ob es sich lohnt eine Diskussion wegen des Fehlers zu starten. Leicht schafft sie es, sich in der Hängematte hin und her zu wiegen und denkt über das Sprichwort nach. Er hat Recht, wenn er noch ein einziges Mal ein Sprichwort falsch zitiert, wird der Krug brechen – und zwar auf seinem Kopf

Fantasy, Humor, [abc.etüden]

Schreibeinladung für die Textwochen 25.26.22

Die Schreibeinladung zu den Etüden kommen von Christiane

Kurz vor der Sommerpause haben wir noch eine Etüde

Die Wortspende für die Textwochen 25/26 des Jahres 2022 stammt von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang. Sie lautet:

Wiedergeburt
blümerant
antanzen.

Kurz zur Idee: Ich habe mich auf einigen Buchlädenseiten getummelt und bin über ein – absolut dem Klischee entsprechenden – Buch über Hexen gestolpert. Ich weiss nicht wie oft ich schon gelesen habe…blablabla „an ihrem sechzehnten Geburtstag erwachten ihre Hexenkräfte…“ blablabla

Das hat mich so gelangweilt, dass ich mich fragte – warum immer 16 – warum nicht mal später. Also so entstand mein Text


Späte Reife

„Ich werde noch verrückt.“ Murmelte ich.

„Ach wenn man erstmal fünfzig ist, dann geht man echt auseinander wie ein Hefeteig. Wenn meine echten Hefeteige mal so gehen würden.“ Wütend warf ich das Kleid auf den Spendenhaufen.

So langsam könnte auch mein Taxi mal antanzen. Ich war zu einer schamanischen Hochzeit geladen. Mein Patenkind, beziehungsweise, seine Zukünftige war in irgendeinem Indianischen Reservat gewesen und hat ihren inneren Was-auch-immer gefunden. Ich seufzte tief und griff zum nächsten Kleid. Sah gar nicht so schlecht aus. Also Taubenblau steht mir dann in meinem jetzigen Alter. Es ist echt nicht immer schön alt zu werden.

Es klingelte – mein Taxi. Am Austragungsort. Konnte man das so nennen? Am gewünschten Ort angekommen, suchte ich nach meinem Patensohn. Er sah so lächerlich aus in seiner Kostümierung. In seiner Kindheit an Fasching ist er als Indianer verkleidet durch die Halle gerannt. Ach ja – und jetzt. Er würde heiraten und eine Familie gründen.

Ah – da war die Braut. Es war ein – wie sagt man – Hochzeitszelt? Die engsten Vertrauten des Paares wurden hereingebeten. Mir war ein wenig blümerant.

Wir sassen alle im Kreis um das Brautpaar. Dieses Zelt war mit seltsamen rauch gefüllt und mir wurde extrem schwindelig. Alles drehte sich um mich und ich wurde unelegant ohnmächtig.

Ein unsanfter Schlag auf die Wangen weckte mich unsaft.

„Das ist ihre Wiedergeburt.“ Hörte ich jemanden flüstern.

„Willkommen im Kreis. Ist es geschehen? Deine Kräfte sind erwacht? Willkommen im Hexenzirkel.“

Was Hexenzirkel – ich alte Krähe? Warte – Krähe – haben Hexen nicht Krähen, bin ich eine Krähe? Ich schaute an mir herab. Nein. Ich hatte noch meine Füsse.

„Ja – die Hexenkraft erwacht wenn man so weit ist. Und du bist wohl eine Spät-Erwachende.“

Na klar. Als hätte ich in meinem Alter nicht andere Probleme – eine Hexe. Klar – warum auch nicht? Könnte hilfreich sein im Leben.

Humor

Drabble Dienstag – Die verschobene Aufklärung

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Strick(en) – Tick(en) – Fick(en)


Ruhig saßen Bianca und ihr vierjähriger Sohn Florian am Tisch.

„Mama?“

„Hm?“ Antwortete Bianca, während sie über ein Muster zum Stricken grübelte.

„Was bedeutet Ficken?“

Erst meinte sie sich verhört zu haben. Sie schwieg.

Florian löffelte weiter seinen Joghurt und erst dachte Bianca sie hätte halluziniert. Sie ignorierte die Frage. Im Hintergrund hörte sie die Uhr Ticken.

„Maamaa? Was denn jetzt?“

Sie seufzte.

„Erst mal ist das kein schönes Wort. Ähm. Öhem. Tja ähm. Das bedeutet, puh ist das warm hier. Das bedeutet Mann und Frau ähäm. Haben sich sehr gern und – Schau der Papa – frag ihn doch einfach mal“.

Dystopie

1Bild2 Geschichten – Die Träume bleiben

Quelle

Bei Susanne habe ich vor einigen Monaten eine interessante Schreibaktion entdeckt. Ich schreibe sehr gern nach Bildern. Fällt mir oft leichter als mit Wortvorgaben. Und jetzt im Urlaub hatte ich bisschen Muse und hab mir ein Bild ausgesucht.

Die Aktion 1Bild2Geschichten war dazu gedacht Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Dazu haben sich immer 2 Autor:innen zusammen getan und zu dem selben Bild eine eigene Geschichte geschrieben. Diese wurden in einem Buch gesammelt und verkauft.

… geschrieben für Erwachsene,

… von Herzen verfasst für herzkranke Kinder.

Meine erste Geschichte ist jetzt frei geschaltet. Wer möchte kann sie gerne hier lesen und noch schöner wenn ihr mitmachen würdet

Allgemein, Mystery

Drabble Dienstag – Die andere Seite

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Die Woche dieser Woche: Mond – Würfel – Taschenlampe


Ich fror. Schwer öffnete ich die Augen. Alles kam mir fremd vor. Ich setzte mich auf. Ein mir unbekanntes Zimmer umschloss mich dunkel. Ich blickte mich um – keine Taschenlampe. Durch den schweren Vorhang versuchte der Mond, mit seinen silbernem Licht, seinen Weg in dieses erdrückende Zimmer. Mir blieb nichts übrig als aufzustehen. Auf dem Tisch vor mir stand ein seltsamer Würfel. Er leuchtete schwach. Durch das Leuchten angezogen begab ich mich zu ihm. Ich blickte in das seltsame Licht. Verschwommen konnte ich mein Zimmer erkennen. Meine Eltern und mich – wie tot auf meinem Bett liegend. Ich schrie ihnen zu – ungehört.

Allgemein, Humor

Drabble Dienstag – Die geklaute Sprechblase

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Tintenfass – Seiltanz – Sprechblase


„Die Waffe weg“ raunte der Gangster und fuchtelte mit seiner eigenen vor meinem Gesicht. Die Nacht war so dunkel als wäre ein Tintenfass umgekippt und die Farbe hätte den Mond verschluckt.

Wir drehten uns umeinander – wie bei einem Seiltanz bewegten wir unsere Füsse langsam vor und zurück. Ein bisschen schwankten wir, da keiner den anderen aus den Augen liess.

„Niemals!“ spukte ich ihm entgegen.

„Du hast meine Sprechblase geklaut. Gib sie mir wieder und du kannst einfach gehen. Niemanden muss etwas geschehen“

Was? Was für einen Mist schrieb ich denn da? Ach, immer diese blöde Schreibblockade. Sowas kam dabei heraus.


 

Mystery, [abc.etüden]

Schreibeinladung für die Textwochen 23.24.22

Die Schreibeinladung zu den Etüden kommen von Christiane

Ist schon wieder bisschen her. Aber da ich gerade in den Urlaub schlittere, hoffe ich auf mehr Schreiblust

Die Wortspende für die Textwochen 23/24 des Jahres 2022 stammt von Anja mit ihrem Blog Annuschkas Northern Star. Sie lautet:

Yachtclub
besenrein
abspecken.


Das alte Schiff

Andrea hatte ihre Wohnung verloren und sollte diese auch noch besenrein verlassen. Eigentlich hätte sie rebellischer sein sollen. Hätte sie doch die Wohnung einfach so gelassen. Was soll´s. Sie war halt doch einfach zu gut erzogen.

Ein gutes hatte es. Da sie pleite, arbeitslos und wohnungslos war, würde sie jetzt gehörig abspecken. Somit würde es nur Tütensuppen und trocken Brot geben.

Sie sollte zum Yachtclub  gehen. Vielleicht könnte sie bei jemandem anheuern. Hier hielt sie nichts mehr. Was blieb ihr übrig? Andrea grübelte während sie mit ihren sieben Sachen langsam Richtung Hafen lief.

Als Andrea durch ihr Adressbuch im Smartphone ging,  scrollte sie auf die Nummer ihrer Eltern und ihr Daumen schwebte darüber. Ein „Pft“ entfleuchte ihr.

„Ich gehe erstmal zum Hafen. Ich schau mal was es da gibt.“

Andrea schlurfte perspektivlos Richtung Hafen. Dort angekommen war es neblig und schon diesig. Eine Gänsehaut kroch ihr über den Rücken. „Wie gruselig“. Ein altes Schiff erschien aus dem Nebel vor ihr. Es war ziemlich heruntergekommen und die Segel waren zerfetzt. Aber am grausigsten war der Anblick der Galionsfigur. Eine Meerjungfrau. Ihr Schwanz war abgebrochen, ihre Arme nur noch Stummel. Und ihr Gesicht – es war bestimmt mal hübsch – war jetzt entstellt.

Traurig streckte Andrea ihre Hand in Richtung der Meerjungfrau.

„Du Arme – was ist dir den wiederfahren?“

„Der Fluch.“ Raunte es. Andrea zog erschrocken ihre Hand zurück. Drehte sich um und wollte rennen. Aber sie wurde von irgendetwas zurück gehalten. In ihren Ohren rauschte es. „Der Fluch – bis zu dem Zeitpunkt, bis ich jemanden treffe, der Mitleid hat – dann bin ich frei. Es tut mir leid.“ Das war das letzte was Andrea hörte. Seit dem wurde sie nicht mehr gesehen. Dieses alte Schiff erscheint manchmal verirrten Seefahrern und alle bewunderten diese hübsche, aber traurig aussehende Galionsfigur.

Horror, Mystery

Drabble-Dienstag

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Die heutigen Worte sind:

AUGE-FRAGE-MAGNET


100 Worte sind eine extreme Herausforderung.


Der Magnet hing schon immer am Kühlschrank. Eine Frage drängte sich in Majas Köpfchen. Sie petzte ein Auge zu, öffnete es wieder und dann das andere. Sie leckte an ihrem Eis. Ihre Zunge war schon blutrot und es lief ihr wie Blut die Hand herab. Sie bewegte ihren Kopf hin und her

„Mami?“

„Was denn?“

„Was ist das für ein Motiv da?“ Sie deutete auf den Magneten.

„Da haben Mami und Papi sich kennen gelernt.“

„Und was ist das, was da dran hängt?“

„Das? Deine Geburtsurkunde.“

„Warum steht da Helltown?“ Fragte sie ihre Mutter, deren Antwort ein dämonisches Grinsen war.

Allgemein, Humor

Drabble Dienstag

 

Was ist ein Drabble? Ein Text der exakt aus 100 Worten besteht. Nicht mehr nicht weniger. Eine ziemliche Herausforderung. In den Text werden drei vorgegebene Worte eingebaut.

Mehr dazu findet ihr bei Klapperhorn.  #drabbledienstag

Die heutigen Worte sind:

Spinne – Medusa – Helm

„Hi Anna, bist du mit dem Motorrad unterwegs?“ Grüsste sie Peter.

„Öhm, nein.“

„Warum trägst du dann den Helm?“

Anna wurde rot. Zum Glück vor Blicken durch das Visier geschützt.

Es war das einzige, das sie heute Morgen zu greifen bekam. Ihre Tücher waren alle in der Wäsche und somit blieb ihr nur diese Lösung.

Die Spinne mit den Blinzelaugen, auf dem Helm, guckte Peter keck an.

„Tja – es klingt schon bisschen blöd, aber meine Haare sahen heute Morgen aus wie die von Medusa. Also total unbändig wie ihre Schlangen. Fast wäre ich zu Stein erstarrt.“ Antwortete sie ihm lachend.