Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 01.07.19-07.07.19

Die 2. Hälfte des Jahres hat heiss begonnen. Jetzt sind die Temperaturen ja ganz angenehm und es soll wohl im Juli so bleiben. Wir werden sehen.

Ich habe beschlossen auf meinem Schreibblock eine kleine Sommerpause einzulegen. Im Moment bin ich privat einfach zu stark eingespannt um entspannt zu schreiben. Sehr schade, da mir einige schöne Themen entgehen. Aber solange ich noch so belastet bin, ist es eher eine Qual.

Ich hoffe im August auf eine grosse Entspannung und auf einen neuen Durchstart in die Kreativität.


Hier kommt jetzt noch mal ein kleiner Rückblick

Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 1 v 2

Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 2 v 2

Monatsrückblick Geschichtszauberei

Quartalsrückblick Geschichtszauberei


 

Hier noch paar kreative Aktionen


Und die  Aktion von Alice – Kreativ sein wie ihr wollt mit dem Wort Freudensprünge – bis zum 15.07.19 könnt ihr euch hier austoben.


Die Themen für Writing Friday  für den Juli

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieser Sommertag, war nicht wie jeder andere, denn…” beginnt.
  • Schreibe über eine Romanze in einer Gelateria.
  • Eine Spinne sitzt in ihrem Netz, begleite sie einen Tag lang.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Schneckenhaus, grasgrün, Baum, Gelächter, Buch
  • Fippo der Fuchs hat sich in die Stadt verirrt. Was erlebt er dort?

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt bis zum 21. Juli 2019

Füße
harmonisch
wünschen.

Danach beginnt das Etüdensommerpausenintermezzo. Diese werden bis zum 01.09.19 laufen. Schaut dafür nächsten Sonntag noch mal bei Christiane rein um die Details zu erfahren.


So, das war es erstmal – ich verabschiede mich für die nächsten Wochen und starte am 1.8 mit dem nächsten Schreibkick erneut. Frisch voll Ideen aufgeladen – hoffe ich.

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Quartalsrückblick

Quartalsrückblick Geschichtszauberei

Quartalsrückblick

Wir leiten das 3.!!! Quartal 2019 ein. Aber erstmal werfen wir noch einen schnellen Blick auf das 2. Quartal. Was habe ich da so geschrieben?

Telling Pictures – Die Maske der Freiheit


“Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?

Writing Friday – Heldin wider Willen am freien Tag


 

Writing Friday – Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich


Deine Vorratsdosen starten einen Aufstand, berichte davon.

Writing Friday – Der Aufstand der Dosen


 

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Marmelade, Fingerhut, Rosenranken, Himmelblau und Oma.

#Writing Friday – Der Sieg


Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Jasmin hatte schon immer an Magie geglaubt, doch als sie dann tatsächlich sah wie…” beginnt.[#WritingFriday] – Kleine Helferlein.


Anna betritt eine alte Villa am Ende der Stadt, sie wird sie jedoch nie wieder verlassen. Erzähle was passiert ist. [#WritingFriday] Urban Exploring – Unendlich


Etüden 19/20.2019 – Das Rädchen im Getriebe ein eher trauriger Blick in die Zukunft


Du findest auf dem Dachboden eine alte Schreibmaschine, darin stecken noch beschriebene Blätter des Besitzers. Welche Geschichte verbirgt sich darauf? Berichte davon.

Writing Friday – die Geschichte


Von meiner kleinen WG gab es wieder einen Schreibkick.

Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden


Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Luis konnte nicht aufhören und musste wieder…” beginnt

und

Schreibe das Ende einer Geschichte, dabei lautet der letzte Satz; Doch damit war es noch lange nicht beendet.

Writing Friday – Die Gefahr aus der Luft – Endzeitszenario


#Telling Pictures – Und wenn sie nicht gestorben sind, gibt es Hoffnung. Eine kleine Dystopie

Schreibkicks – Im Spiegel lauert die Gefahr Und die Lieblings WG hat einen neuen Gast

Monatsrückblick

Monatsrückblick Geschichtszauberei

Es ist mal wieder ein Monat vorüber gegangen. Bei einigen Themen habe ich mich manchmal schon schwer getan die Zeiten einzuhalten. Ständig war auf einmal die Woche rum. Ich habe es dann jedes Mal bei meinem Wochenrückblick gesehen, wenn ich die aktuellen Aktionen aktualisiert habe und nicht direkt dabei war.

Schauen wir was diesen Monat zusammen gekommen ist.

Nun ist wirklich überschaubar.

Ich denke es wird wohl auch erst ab August besser werden, da wir dann endlich mal wieder mehr Zeit haben werden. Solange wird es wohl eher stressig werden meine Geschichten zu veröffentlichen.

Schreibkicks

Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 2 v 2

Hallo ihr Lieben. Da ich zum 01.06 Aufs Dach gestiegen nicht geschafft habe, habe ich das Thema für den 01.07 Grüsse vom Glück kombiniert. HIER findet ihr den 1. Teil.

Mehr zu den Schreibkicks findet ihr HIER.

Teilgenommen am 01.07 haben:

Corly

 

Das Thema für den 01.08. lautet: Hitzefrei

 

Bisher erschienen:

  1. Schreibkicks – die vererbte Zeitkapsel
  2. Schreibkicks – Weihnachstspezial – Die Sache mit dem Rentier
  3. Mach was…mit einer Festtags-Leckerei
  4. Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze
  5. Schreibkicks – Rückkehr der Freunde
  6. Schreibkicks – Die Welt bei Nacht mit einem Hausschuh.
  7. Schreibkicks – Im Spiegel lauert die Gefahr
  8. Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden

Ich es auf zwei Tage verteilt, da es sonst zuviel zu lesen wäre.


Aufs Dach gestiegen und Grüsse vom Glück.

Amelia hatte sich verdächtig ruhig benommen. Das war so gar nicht ihre Art. Als wir endlich wieder in der Halle waren blühte sie auf.

„Wie lange wird denn der August bei uns bleiben?“

„Ich weiß nicht. Der Deal war solange er will.“

„Das kann ganz schön lange sein, oder?“

„Ja – das ist möglich. Was willst du mir denn sagen?“ So langsam nervte mich nämlich ihr gestammel.

„Ach nichts.“ Winkte sie ab.

„Amelia, sag schon, ich habe keine Nerven, das jetzt alles aus dir heraus zu kitzeln.“

„Haha. Kitzeln. Ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr gespürt habe.“ Ich rollte mit den Augen.

„Schon gut, schon gut. Ich hasse Clowns. Ich fand sie als Kind schon gruselig und heute nicht weniger. Dieses seltsame grinsen und die riesen Füße und das komisch rote Gekräusel auf dem Kopf mit dem viel zu kleinen Hut. Was soll denn diese viele Farbe im Gesicht. Nein, ich hasse Clowns.“

„Tja, meine Liebe, es tut mir wirklich leid, aber da müssen wir alle durch. Clowns sind auch nicht gerade meine Favoriten. Aber wenn er Mary erlöst, soll das gut sein. Wir werden das überstehen. Vielleicht sehen wir ihn ja nicht so oft. Hm.“

„Ja, ja, vielleicht.“ Maulte sie und verblasste.

Als wenn ich es mir aussuchen könnte, mit wem ich lebte. So einfach waren sie auch nicht. Aber das interessierte ja keinen. Tse.

Da an diesem Tag sonst nichts Besonderes war, zog ich mich in mein Zimmer zurück. Endlich konnte ich mal das neu gelegte Internet ausprobieren. Und mal wieder Serien streamen. Das hatte ich schon fast aus meinem Leben gestrichen. Aber heute nicht. Der Tag sollte mir gehören, oder wenigstens der Nachmittag. Aus meinem Versteck hinter der Wandvertäfelung neben dem Kamin, schnappte ich mir eine Tüte Chips und ein kühles Radler – Alte Häuser waren bald besser als ein Kühlschrank. Ich klappte den Laptop auf und startete mein Programm. Ich war so fern von aktuellen Serien, dass ich ewig brauchte um eine auszuwählen. Ich drückte Play und lehnte mich in dem bequemen Sessel zurück. Als es draußen rumpelte. Ich schloss die Augen, seufzte, stellte auf Pause und mein Bier auf den Tisch. Dann erhob ich mich. Widerwillig öffnete ich die Tür, zögernd. Ich war kurz davor sie einfach wieder zu schließen. Ich wollte echt nicht wissen was los war.

Ich zog die Tür auf, wie man ein Pflaster abriss. Schnell und ohne weiteres Zögern. Dann schob ich vorsichtig den Kopf raus um einen Knäul riesiger Schuhe und roter krauseliger Haare zu erblicken. Innerlich zögerte ich und dachte mir, irgendjemand wird kommen. Ja. Wer denn Lissi? Der „Irgendjemand“ bist immer du – schalt ich mich selbst.

Ich rannte los und kniete mich neben das Knäul Arme und Beine.

„August? August? Alles in Ordnung?“

„Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten, Fräulein. Aber sieht es so aus, als wäre alles in Ordnung?“ Immer höflich, der gute Kerl.

„Was ist passiert? War das Mary?“

„Oh, Himmel nein. Die Gnädigste würde so was niemals tun. Die Gütigste.“ Gütigste? Er wusste schon, wer sie war?

„Nein, ich bin über diese riesigen Schuhe gestolpert. Diese Dachbodentreppe ist nicht geeignet für solch ein Schuhformat.“

Ich nickte verständnisvoll. Mit meinen Einhornplüschschuhen hatte ich da auch schon diverse Probleme zu bewältigen. Ich sollte sie irgendwie absichern. Irgendwann mal.

„Komm, wir entknäulen dich erst mal und dann schauen wir was es leckeres zu Essen in der Küche gibt.“ Ich warf einen  sehnsüchtigen Blick in mein Zimmer in der die Flasche Bier und die offene Chipstüte neben meinem Laptop auf mich warteten. Ich seufzte und half August wieder auf die Beine.

Unten angekommen trafen wir auf die restlichen Bewohner. Amelia verkroch sich gleich ans andere Ende und beäugte August misstrauisch. Entweder ignorierte er es, oder nahm es gar nicht wahr.

Wir setzten uns an den Tisch. In der Mitte standen schon lauter kleine Häppchen und mir lief sofort das Wasser im Mund zusammen. Ich schaute mich nach der Glocke um. Keine – also kam der Pawlowsche Effekt direkt aus meinem Inneren.

Wir aßen und quatschten. August unterhielt uns mit Anekdoten aus dem Zirkus und zeigte uns auch einige seiner Nummern. Trotzdem sie schon echt alt und abgedroschen waren mussten wir alle herzlich lachen. Und mit allen, meinte ich alle. Sowohl Amelia hatte sich entspannt in die Ecke gesetzt und lachte, als auch ein bekanntes Gesicht aus dem Spiegel neben ihr. Sie lachte und lachte. Ich glaubte sogar etwas Farbe in dem Grauen Bild zu erkennen. Vielleicht hatte die Wahrsagerin Recht. Lachen heilte alle Wunden.

Wir lösten uns langsam auf. Ich begab mich wieder in mein Zimmer. Aber ich konnte nicht schlafen. Im Bad schnappte ich mir einen Handspiegel und begab mich aufs Dach. Wie so oft in alten Villen gab es eine Art Dachterrasse. Ich hatte den Aufstieg beim Besichtigen der oberen Stockwerke entdeckt. Aber den anderen nicht gesagt. Er lag hinter einem Wandteppich versteckt. Noch sollte er mir alleine gehören. Ich stieg also aufs Dach mit dem Spiegel in der Hand. Was ich erwartete wusste ich nicht. Aber ich wollte Mary irgendwie mal kennen lernen. Ich hatte keine Zeit mich mit ihr zu beschäftigen. Und wenn sie vielleicht erlöst werden würde, wäre sie weg.

Eine kleine steinerne Bank war vor Ort. Ich hatte mir schon eine Kissen zurechtgelegt, das ich jetzt aus der dazugehörigen Box holte. Es war ein herrlicher Abend. Schon bisschen warm und die Lichter der Stadt blinkten beruhigend wie Sterne am Boden.

Ich zog den Spiegel aus der Bademanteltasche und blickte hinein.

„Mary? Kannst du mich hören?“

So schnell wie sie erschien, blieb mir fast das Herz stehen.

„Ah Lissi. Wie schön, dass du dir Zeit für mich nimmst. Soll ich mich neben dich setzen und wir genießen den Ausblick gemeinsam. Für eine gewisse Zeit?“

„Netter Versuch. Nein, du kannst ruhig im Spiegel bleiben. Ich dachte wir unterhalten uns etwas.“

„Echt. Das ist doch irgendwie öde, oder?“

„Nein finde ich nicht. Erzähl mir doch ein bisschen von dir. Wie ist das alles geschehen?“

„Was meinst du? Dass ich im Spiegel gelandet bin? Dass ich töten will? Ich weiß es nicht. Es ist schon so lange her. Ich kann mich nicht erinnern. Weißt du. Es betrifft nicht mich direkt. Ich bin schon lange hier drinnen. Aber ich war nicht immer hier. Aber die Legende um Bloody Mary gibt es schon länger als mich.“

„Oh, okay. Das bedeutet, selbst wenn du frei sein könntest. Es wird immer eine Bloody Mary geben?“ „Ich weiß es nicht. Wenn dieser Fluch gebrochen wird, vielleicht nicht. Dann nur die Legende.“

„Hm.“ Ich grübelte. Würde es dann überhaupt Sinn machen sie zu befreien? Ich blickte in ihr trauriges Gesicht. Doch. Ja. Diese Bloody Mary hatte genug gelitten und anderen Leid zu gefügt. Für sie sollte es zu Ende gehen. Und wer weiß. Vielleicht würde mit ihr tatsächlich eine Legende ohne Begleiterscheinungen bestehen bleiben.

Wir unterhielten uns noch etwas und es machte richtig Spaß. Manchmal wurde sie mir zu eklig und brutal. Aber oft erzählte sie von Familien, die sie durch die Spiegel beobachtet hatte und wie sehr ihr das fehlte.

Es war sehr spät, oder fast schon wieder früh, als ich endlich ins Bett sank. Aus meiner Bademanteltasche vermeinte ich ein leichtes Schnarchen zu entnehmen. Mary schlief also auch.

Einige Wochen später hatte sich August sehr gut eingelebt und auch eingebracht. Wenn er nicht gerade Mary bespasste half er hier im Haus fleißig beim Renovieren und Restaurieren. Seine Aufenthalte in maroden Zirkussen hatten ihn einige Tricks lernen lassen.

Wir strichen gerade den oberen Flur, als ich ihn fragte:

„Wie geht es mit Mary voran? Mag sie dich?“

„Ja, ich glaube sie mag mich und meine Witze. Du solltest mal wieder vorbei kommen. Sie hat mir von eurem nächtlichen Aufenthalt erzählt. Sie war sehr einsam, bevor sie hier her kam. Ich glaube es dauert nicht mehr lange. Komm doch vorbei und guck mal zu.“

„Ja, das mache ich.“

Wir strichen schweigend weiter. Jeder in seine Gedanken versunken.

Am Abend ging ich mit nach oben. Richard hatte die Treppe etwas abgesichert mit Teppich und einem Geländer. Sehr viel besser.

Mary erwartete uns schon.

„Lissi. Wie schön, dich wieder zu sehen. Gut siehst du aus.“

„Danke.“ Erwiderte ich und war erstaunt über die Veränderung, die bei Mary vorging. Sie wirkte nicht mehr so grau. Nein, fast fleischfarben. Die Haare wirkten nicht mehr so strähnig und auch ihre Augen glänzten nicht mehr vor Wahnsinn. Sie glänzten freudig. Es war toll zu sehen wie sehr sie sich erholte. Ich glaubte August. Es war bald soweit.

Ich genoss August auftritt und kam jetzt öfter.

Dann war es soweit. Ich konnte es sehen. Mary flackerte. Sie lachte über einen von August Witzen dermaßen, dass sie anfing zu flackern. Ich stand auf und ging zum Spiegel.

Mary schaute mich an. Sie schaute mir tief in die Augen und ich bekam keine Gänsehaut. Es war soweit. Mary würde herauskommen. Der Fluch schien tatsächlich gebrochen. Ihr Fluch.  Ich hoffte, diesen Fluch würde es nie wieder geben.

Mary stieg aus dem Spiegel. Sie sah wunderhübsch aus. Wir waren alle noch etwas zurückhaltend. Als erstes ging August auf sie zu.

„Ach Mary – es ist so schön, dass du endlich frei bist. Du kannst jetzt endlich leben. Was wirst du machen?“

„Ich weiß nicht. Es ist alles so neu für mich. Ich werde wohl erst mal mein Leben genießen, oder? Zum Glück weiß ich durch die vielen verschiedenen Spiegelbesuche wie es jetzt so ist. Ich will, ich will. Ich weiß nicht…ich will frei sein.“

Sie streckte ihre Arme aus und drehte sich im Kreis. Dabei versprühte sie eine Lebensenergie und einen Lebenswillen, das es nur anstecken konnte. Wir alle lachten und tanzten bis in den späten Abend.

Ich ging zu Mary.

„Meine Liebe. Wenn du willst kannst du noch etwas bei uns bleiben, bis du weißt wo du hinwillst.“

„Ach Lissi, das ist so lieb von dir. Aber sei mir nicht böse. Ich war echt lange genug bei euch. Ich werde mit August reisen. Er hat noch bisschen gespart und damit tingeln wir um die Welt. Bis uns das Geld ausgeht und dann werden wir sehen.“ An der Tür klingelte es. Wir hatten chinesisches Essen bestellt.

Schnell trampelten wir hinunter. Frank deckte den Tisch. Richard ging mit dem Portemonnaie an die Tür und wir anderen setzten uns schon. Ein leckeres Essen und jeder hatte einen Glückskeks erhalten.

Wir lachten und knackten sie.

Als Mary dran war, hielten wir den Atem an. Sie knackte ihn und zog den kleinen Zettel heraus.

„Was steht drauf?“ Fragte ich ungeduldig.

„Komm sag schon.“

Mary hielt den Zettel hoch. Minerva schnippte mit den Fingern und er verwandelte sich in ein fliegendes Transparent. Mit glitzernder Schrift stand drauf:

Grüße vom Glück.

 

ENDE

Allgemein, Schreibkicks

Schreibkicks 2 in 1 – Auf dem Dach vom Glück gegrüsst. Part 1 v 2

Hallo ihr Lieben. Da ich zum 01.06 Aufs Dach gestiegen nicht geschafft habe, habe ich das Thema für den 01.07 Grüsse vom Glück, kombiniert.

Mehr zu den Schreibkicks findet ihr HIER.

Teilgenommen am 01.06 haben:

Teilgenommen am 01.07 haben:

Das Thema für den 01.08. lautet:

 

Bisher erschienen:

  1. Schreibkicks – die vererbte Zeitkapsel
  2. Schreibkicks – Weihnachstspezial – Die Sache mit dem Rentier
  3. Mach was…mit einer Festtags-Leckerei
  4. Schreibkicks – Märchen der guten Vorsätze
  5. Schreibkicks – Rückkehr der Freunde
  6. Schreibkicks – Die Welt bei Nacht mit einem Hausschuh.
  7. Schreibkicks – Im Spiegel lauert die Gefahr
  8. Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden

Ich es auf zwei Tage verteilt, da es sonst zuviel zu lesen wäre.


Aufs Dach gestiegen und Grüsse vom Glück.


Nach unserem Besuch bei der Freak Show standen wir alle vor dem Platz im Kreis.

Ich wusste nicht wo mir der Kopf stand. In unserer Mitte stand der dumme August und grinste uns glückselig an.

„Hallo, ich bin der August und Makayla meinte, ihr würdet mich mitnehmen. Für einige Zeit ein Dach über den Kopf anbieten. Dafür muss ich nur bisschen ein Clown sein.“

Richard blickte mich fragend an.

„Makayla?“

„Öhm – ja, wenn ich schon mal in einer Freak-Show bin, muss ich doch auch zu einer Wahrsagerin gehen, oder etwa nicht?“ Fragte ich, mich rechtfertigend.

„Natürlich musste sie dahin gehen. Es ist einfach Schicksal.“ Trällerte Amelia tanzend.

Dracula schnaufte nur und meinte:

„Ich bin gegen einen Clown. Ich mag Clowns nicht. Sie ärgern einen immer. Ich bin strikt gegen lachen.“

„Ja, Dracula, das wissen wir. Du demonstrierst es regelmäßig.“ Flachste ich.

Er drehte sich erbost zu mir und ein Funkeln lag in seinen Augen. Ich straffte meine Schultern und er zuckte mit seinen, als wäre es nicht der Mühe wert sich mit mir anzulegen. Ich atmete leise durch, denn er machte mir manchmal schon bisschen Angst.

„Gut, ähm. Ja August. Du bist uns ein Willkommener Gast. Lass uns nach Hause fahren und nach einem Zimmer für dich schauen. Kommt Leute, es wird Zeit.“

Jetzt mussten wir uns nur noch in den Transporter zwängen, aber das dürfte ja für einen Clown kein Problem sein. Weiß man doch, dass sie zu Haufen aus diesen kleinen Minis krabbeln. Ich gluckste und erntete dafür einen strengen Blick von Richard.

Ich hängte mich bei August ein und wir folgten den anderen. Clowns waren wirklich nicht mehr so gefragt. Diese Slapsticks sind einfach nicht mehr in Mode. Da kann keiner mehr lachen.

„Was ist denn vorgefallen, dass du nicht mehr auftreten darfst?“

„Haben sie das so gesagt? Dass ich nicht mehr auftreten darf? Ich will nicht mehr. Der Weiße Clown ist ein Idiot. Er denkt er könnte eine Solokarriere starten und hat mich hinausgemoppt. Er hat blöde Gerüchte über mich verbreitet und meine Showeinlagen sabotiert. Er hat sogar meine Uhren verstellt, dass ich zu spät kam und irgendwann hat die Geschäftsleitung dann gemeint, es wäre wohl besser unsere Wege würden sich trennen.

In meiner tiefen Verzweiflung bin ich zu Makayla gegangen um mir die Zukunft vorher sagen zu lassen. Und sie hat mir gesagt, dass ihr kommen würdet und meine Hilfe bräuchtet. Ich hätte eine gute Zeit bei euch, nicht ungefährlich, aber ich würde meine Bestimmung finden und auch eine Lösung für mein Problem. Und dann kamt ihr tatsächlich. Und hier bin ich.“

„Ja, hier bist du.“ Ich mochte ihn. Als Kind ging ich gerne in den Zirkus und fand die Clowns immer witzig. Aber dieser Humor verlässt einen wenn man älter wird. Einfache Gags werden dann uninteressant.  In diesem Moment vermisste ich meine Kindheit. Sie war so unbeschwert.

„Minerva wird uns aufs Dach steigen.“ Meinte Dracula.

„Sie hasst Clowns.“ Ergänzte er.

„Warum?“ blickte ich fragend zu ihm.

Frank bewegte sich unwohl hin und her.

„Nicht sagen.“ Schubste er den Vampir an. Ich wunderte mich. Eigentlich war Frank immer zurückhaltend. Ein Gott in der Küche, aber auch ungeschickt wie ein Elefant im Porzellanladen.

„Wieso, Frank? Dracula? Was ist denn vorgefallen?“

„Nein, nein, ich sag nichts. Ich bin doch nicht lebensmüde. Wenn ich was von ihr erzähle, zaubert sie mich in einen Sarg und verbuddelt mich, so dass keiner mich die nächsten hundert Jahre findet. Nein, da musst du sie schon selbst fragen!“

Ich runzelte die Stirn. Was konnte nur vorgefallen sein? Ich wurde sehr neugierig. Minerva war noch auf dem Brocken und würde erst später wieder auftauchen. Vielleicht würde das eine andere Geschichte werden. Jetzt wollten wir uns erst mal mit August beschäftigen und seiner Aufgabe.

Er sollte nämlich, laut Makayla in der Lage sein unseren Problemgast, Bloody Mary, zu helfen.

Es war schon sehr spät, als wir ankamen und ich gähnte herzhaft.

„Ich glaube, ich werde jetzt nicht mehr alt. Lasst uns alles Weitere auf morgen verschieben. Komm August, ich zeige dir dein Zimmer. Wo ist dein Koffer?“

„Ich habe keine Koffer, nur dieses Bündelchen.“ Er zeigte auf ein zusammengebundenes Tuch an einem Stock. Ich stöhnte innerlich auf. Herrjeh, ich lebte in einem Klischee.

„Was meinst du damit, du wirst heute nicht alt? Du willst doch nicht etwa sterben? Oder doch, dann hätte ich eine Geisterfreundin. Es kann schon manchmal sehr langweilig werden, wenn ihr schlaft. Wirklich. Und manche von euch haben einen echt festen Schlaf, da kann ich durch euch durch und keiner wird aus versehen wach. Sehr öde. Es wäre toll noch einen Geist um mich herum zu haben.“

„Bloß nicht, ein Geist reicht wirklich. Du bist schon aufdringlich genug. Glaubst du ich merke nicht, wie du dich immer in meinem Sarg schleichst. Ich bin vielleicht schon tot, aber nicht so tot. Ich kann dich spüren.“ Kam die Antwort von Dracula.

Man könnte meinen ein leichter Rotschimmer verfärbte Amelias Wangen. Aber das konnte täuschen. Ich dachte mir sowieso schon, dass sie so ganz heimlich für Dracula schwärmte. Was ich wirklich nicht nachvollziehen konnte. Er war wirklich ungehobelt. Und das für einen Vampir, der angeblich Gentleman sein soll. Pft. Also nicht meiner hier. Der war immer genervt und patzig. Und beängstigend. Eine leichte Gänsehaut überzog meinen Arm und ich spürte den stechenden Blick des Vampirs. Ich sollte mal lernen meine Gedanken abzuschotten. Minerva würde mir bestimmt helfen können. Es war nicht erbaulich, wenn jemand deine Gedanken lesen konnte.

Müde schleppte ich mich nach oben und verabschiedete mich winkend. August schlappte mit seinen großen Schuhen hinter mir her und trällerte ein kleines Lied. Ich schaute ihn von der Seite an – welch eine Frohnatur. Na das würde ja interessant werden.

„Hier ist dein Zimmer. Bleib solange du willst. Schlaf gut. Es gibt keine festen Frühstückszeiten. Irgendwie schaffen wir es immer gemeinsam aufzutauchen.“ Kaum hatte ich das ausgesprochen regte sich ein Verdacht in mir. Sollte Amelia dafür sorgen, dass wir immer so schön regelmäßig auftauchten? Hm, nicht abwegig.

Einige Zeit wälzte ich mich allerdings doch noch in meinen Laken. Es war zu warm in meinem Zimmer. Ich stand auf und öffnete das Fenster. Die kühle Nachtluft verursachte mir erst mal eine Gänsehaut. Das Dracula in diesem Moment vor meinem offenen Fenster, kopfüber erschien, erschreckte mich kaum.

„Ähm, Gute Nacht Lissi?“

„Fragst du  mich gerade? Bis jetzt ist sie noch nicht so gut. Ich kann nicht schlafen. Du ja wohl auch nicht.“

„Du weißt doch, die Nacht ist meine Zeit, da gehe ich – ähh. Essen.“

„Ähhhhh – so genau will ich es nicht wissen. Jetzt bekomme ich das Bild nicht mehr aus meinem Kopf.“

„Soll ich dir helfen, dabei?“

Ich riss empört die Augen auf.

„Bleib aus meinem Kopf.“ Er zuckte die Schultern und machte sich weiter zum Abstieg.

„Du weißt, dass du auch die Treppe nehmen kannst, nicht?“

Er drehte sich um und lächelte mich verschwörerisch an.

„So ist es viel traditioneller.“

Ja, wenn jemand Wert auf Traditionen legte, dann wohl Dracula.

Ich ging zurück ins Bett und kuschelte mich in meine Decke. Es dauerte keine Minute und ich war eingeschlafen.

Wie gerädert erwachte ich am nächsten Morgen. Ich hatte wirre Träume von fliegenden Hausschuhen, bluttriefenden Jungfrauen und mittendrin einem Clown, der sich ständig auf die Nase drückte die dabei hupende Geräusche von sich gab.

Ich schlurfte hinunter in die Küche. Neben mir erschienen Richard, Morphi, Minerva. Wir trafen uns vor dem Treppenabgang. Das bestätigte irgendwie meinen Verdacht, dass Amalia uns alle zusammentrieb um gemeinsam zu frühstücken. Denn sie erwartete uns fröhlich lächelnd am Fuß der Treppe.

„Hallo, ihr Lieben. Das ist schön, dass ihr schon alle auf seid. Frank hat schon leckeres Frühstück bereitet und der Kaffee dampft schon in euren Tassen. „

Kaffee war das Zauberwort. Wir schlurften in einem gemeinsamen Zombiewalk Richtung Küche.

„Oh, die Dame des Hauses ist ja auch endlich wach.“

„Guten Morgen Dracula – ich kann nicht verstehen, dass du so fit bist – du bist doch Nachtaktiv. Ist mir echt ein Rätsel. Und dann noch gute Laune?“

„Das macht die Ernährung, meine Liebe. Proteinhaltig.“ Sagte er schmunzelnd und nippte an seinem Becher mit verdächtig dickflüssig rotem Inhalt.

Ich musste fast würgen, bei dem Gedanken was der Inhalt war. Wie eklig, am frühen Morgen. Pfui.

Nach einigen Schlucken Kaffee und einem leckeren Hörnchen war ich ansprechbar. Mein Ofen war hochgefahren und ich konnte klar denken.

„Okay Leute, erst mal – sind alle spiegelnden Flächen bedeckt und versteckt?“

Mary hatte mittlerweile herausgefunden, wie sie uns noch mehr nerven konnte – sie erschien nicht mehr nur in Spiegeln, sondern auch in spiegelnden Gegenständen, wie Töpfen oder Besteck. Das war schon extrem gruselig, wenn man sich den Löffel zum Mund führt und darin ein grinsendes Gesicht erschien. Das verdarb einen gehörig den Appetit.

Nachdem wir für Frank alles in unzerstörbares Metall umgewechselt hatten, mussten wir wegen Mary auf Plastikbesteck und Geschirr übergehen. Nicht sehr ökologisch – aber das war mein geringstes Problem.

„Ja, alles sicher verstaut und abgedeckt.“ Antwortete Richard.

„Gut, heißen wir erst mal unseren neuesten Gast willkommen. Hallo August – wir freuen uns dich kennen zu lernen. Du weißt, dass du mit einer wichtigen Aufgabe betraut werden sollst?“

„Hallo Leute, ich bin August und ja, du redest nicht lange um den heißen Brei herum. Ich weiß, dass ich für den Aufenthalt hier arbeiten muss. Und dass es nicht ganz ungefährlich werden wird.“

„Jaaaa – das klingt nicht ganz so nett, aus deinem Mund, aber es entspricht der Tatsache. Dafür kannst du aber auch so lange bleiben wie es dir beliebt. Auch was, oder? Nicht jeder kann von sich behaupten mit dem berühmten Grafen Dracula unter einem Dach zu leben und es überlebt zu haben…Oder von einem der Frankenstein Geschöpfe bekocht zu werden. Also, das macht sich schon ziemlich gut im Lebenslauf für Freakshows, oder?“

„Ach ich glaube Freakshows, da bin ich weg von. Aber klar ich werde euch bei eurem Dämonproblem helfen.“

„Ah, super, das finde ich echt klasse von dir. Ein Hörnchen?“ Ich reichte, widerwillig, eines der leckeren Hörnchen an August weiter. Davor musste Frank auf jeden Fall noch paar für mich machen. Die waren verboten lecker.

„Gut, dann sind wir wohl fertig mit dem Frühstück. Wie wäre es, wenn wir mal zu Mary gehen? Noch hat sie keinen genervt heute – das ist ein bisschen zu ruhig für sie. Hoffentlich hat sie keiner gerufen.“

Im Gänsemarsch begaben wir uns alle zur Dachbodentreppe. Ich machte die Vorhut und Richard die Nachhut, für den Fall eines Rückzugs.

Aber es schien alles friedlich. Durch das einströmende Sonnenlicht konnte man den Staub glitzernd fliegen sehen. Es sah richtig magisch aus. Wir bewegten und in geschlossener Formation Richtung des verhangenen Spiegels. Frank zog das Laken weg und vor uns saß sie – Mary. Sie wirkte bedrückt. Konnte ein Dämon bedrückt sein. War sie ein Dämon? Was war sie eigentlich.

„Ich bin eine geschundene Seele, um deinen Wirrwarr im Kopf mal abzukürzen. Und ich langweile mich. Ihr lasst mich die ganze Zeit alleine und habt ohne mich Spaß. Denkt ihr ich weiß nicht, dass ihr alles worin ich mich zeigen kann, abdeckt. Das ist echt ungastlich. Das gibt in der Bewertung Punktabzug.“

„Hallo Mary. Die Frage, wie es dir heute geht, erübrigt sich dann wohl?“ meinte ich sarkastisch. Sie tat mir schon irgendwie leid, aber ich hatte gehörigen Respekt vor ihr. Schließlich war sie höchst tödlich, wenn sie frei war.

„Ja, so ist das, wenn man gefangen gehalten wird – ich hoffe, das bleibt euch erspart. Nicht einer lädt mich zu sich ein. Ich wäre wirklich ganz brav, zu Freunden.“

„Ja, ja klar.“ Murmelte Minerva. „Und die Erde ist eine Scheibe, oder auch eine Kugel. Je nach dem wem man glaubt.“

Ich blickte fragend zu Minerva, aber sie zuckte nur genervt mit den Schultern.

„Wir haben einen neuen Gast. Den würden wir dir gerne vorstellen. Hast du Lust?“

„Interessiert das überhaupt jemanden, ob ich auf etwas Lust habe? Lässt er mich raus?“

„Vielleicht, später. Wer weiß, was kommen wird. Aber erst mal solltet ihr euch kennen lernen. Ein bisschen quatschen und Spaß haben.“

„Spaß – was ist er, ein Serienkiller? Mit dem könnte ich tatsächlich Spaß haben.“

Entsetzt riss ich die Augen auf und zerrte August vor den Spiegel.

„August, Mary. Mary, August. “

„Hallo gnädigste Maid. Mein Name ist August.“

„August, wer heißt den August. Und warum siehst du so komisch aus?“

August drehte schüchtern seinen kleinen roten Hut in den Händen. Er war im ersten Moment etwas brüskiert über die unhöfliche Entgegnung seines Grußes. Aber er war Profi. Er wusste mit schwierigen Publikum umzugehen.

„Gnädigste“, er deutete eine Verbeugung an.

„Ich bin ein dummer August. Ein Meister meiner Zunft. Ich bin ein Clown. Und mein Bestreben ist es Freude und Lachen zu bringen. Ganz zu ihren Diensten. Gnädigste.“

„Lissi – was ist das denn für einer? Wo hast du den denn aufgegabelt? Und was soll ich mit ihm? Töten?“

Ich hob beschwichtigend die Hände.

„Nein, um Gottes Willen. Nicht töten. Dich mit ihm unterhalten. Er ist gerade Arbeitslos und hat viel Zeit. Also kann er sich deine Geschichten anhören und vielleicht hast du Lust auch seine zu hören?“ Mary schaute misstrauisch.

„Ist das irgendein Trick?“

„Ein Trick mit einem Clown? Vielleicht wenn er ein Endlostaschentuch aus seiner Manteltasche zieht. Dass dann ja.“ Gab ich vorsichtig zu.

Der Blick den Mary mir zuwarf, die Gänsehaut die er verursachte spürte ich noch Stunden danach. Dieses Mädchen war wirklich gruselig. Eigentlich hatte ich gehofft, wir könnten eine Freundschaft aufbauen. Das wäre schon interessant gewesen. Aber Mary war einfach zu hinterlistig und verbittert.

Ich hoffte August würde ihr helfen können.

„Ja, ähm. Wir lassen euch dann einfach mal alleine. Wenn etwas ist, kann Mary ja mal kurz durch einen Spiegel Bescheid sagen. Nicht wahr. Das machst du ja so gerne.“ Sarkasmus, das konnte ich. Eine Art Selbstverteidigung gegen dieses unangenehme Gefühl in ihrer Nähe.

Fortsetzung morgen

Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 24.06.19-30.06.19

Spät kommt er, aber er kommt. Mein Wochenrückblick. Ein kleiner Blick in meine Schreibwerkstatt und in die neuen Ideen.

Telling Pictures – Die Maske der Freiheit

Writing Friday – Heldin wider Willen am freien Tag


 

Und nun noch paar Inspirationen. 

Die Themen für Writing Friday  für den Juli werden am Dienstag bekannt gegeben. Die könnt ihr dann nächste Woche hier sehen.


Bei Christiane  werden dieses mal 5 Begriffe in einen Text mit maximal 500 Worten verpackt da es ein 5. Wochenende in diesem Monat ist – Die Extraetüden. Reguläre Worte gibt es ab dem 07.07

Abweichung, unabwendbar, verengen
Froschkönig, trüb, helfen
.


Und die  Aktion von Alice – Kreativ sein wie ihr wollt mit dem Wort Freudensprünge – bis zum 15.07.19 könnt ihr euch hier austoben.


Das Thema für die Schreibkicks zum 01.08. 19 lautet: Hitzefrei


 

Telling Pictures

Telling Pictures – Die Maske der Freiheit

 

Bei Caymons Telling Pictures gab es wieder tolle Bilder, die zum Schreiben einluden.

Lange habe ich überlegt und mir Gedanken gemacht…schaut was draus geworden ist….

Ausgewählt habe ich dieses Bild.

 

Telling Pictures – Masken

Es war dunkel und feucht. Kurz vorher hatte es geregnet, dadurch hatte sich die Luftfeuchtigkeit auf gefühlte hundert Prozent erhöht. Amanda hatte ihre schwarzen Haare zu einem Zopf zusammen gebunden. Die wenigen Haarsträhnen, die sich nicht einfangen lassen wollten hatten kleine Locken gebildet und umrahmten ihr schmales, fast hageres Gesicht.

Sie stand im Hintergrund und beobachtete die Menschen, die an ihr vorbei huschten. Sie hatten ihre Kragen gegen die Feuchtigkeit hochgestellt. Keiner achtete auf den anderen. Die Neonbeleuchtungen der Läden warfen unheimliche Schatten auf den Boden.

Amanda löste sich von dem stillen Hin- und Her der Menschen und ging weiter auf ihrem Weg. Sie kam an einer Kirche vorbei. Das Kreuz warf seinen Umriss auf den Boden. Erschrocken wich sie zurück. Das wäre schmerzhaft geworden. Sie lief um das Hindernis herum. Ein kleiner sehnsuchtsvoller Blick zurück, dann ging sie weiter. Das war eine andere Zeit. Eine verlogene Zeit. Sicherheit gab es nicht. Nicht für sie.

Sie straffte sich und trat energischer ihren Weg an. Es musste noch einiges erledigt werden. Die Uhr tickte. Ihr Gesicht zuckte. Sie griff erschrocken an ihre Stirn. Es wurde Zeit. Sie musste sich beeilen. Um Mitternacht musste es erledigt sein. Sonst würde sie ihr Gesicht verlieren. Schnell, sie hatte sich zu sehr von den Menschen ablenken lassen. Sie waren nur ein Nichts – das einzige, das sie von ihnen brauchte, war eine Emotion, gefangen in ihrem Gesicht der letzten Minuten ihres Lebens. Ja, mehr brauchte sie nicht von ihnen.

Sie fing an zu rennen. Sie musste sich beeilen. Der Zeiger der Uhr bewegte sich unermüdlich der finalen Stunde entgegen. Da war es. Ihr Jagdgebiet. Eine heruntergekommene Bar. Wenn, dann würde sie hier Emotionen finden. Sie ging hinein. Keiner beachtete sie. Ihr Gesicht war so unbedeutend, dass kein Blick hängen blieb. Im Gegenteil, sie wurde sofort vergessen. So stand Amanda und beobachtete. Die meisten Emotionen hatte sie schon. Sie brauchte eine besondere – ihre Wand war fast voll. Es fehlte nur noch eine Emotion. Die schwierigste, die zu finden kaum noch möglich war. Unschuld. Wahre Unschuld. War das hier wirklich der richtige Ort? Hier wo jeder nur sein Vergnügen und sein Vergessen suchte?

Die Tür öffnete sich. Ein Mädchen trat ein. Ihre Augen waren Unterteller groß aufgerissen. Sie hatte schreckliche Angst. Was suchte sie hier? Sie zögerte aber trat ein. Unschuld gepaart mit Mut. Amanda wurde unruhig. Das war die perfekte Emotion. Reiner konnte es nicht sein. Bevor sich die Meute auf das hübsche blonde Mädchen stürzen konnte, trat Amanda vor und versperrte den anderen den Blick auf sie. Sie würden sie mit ihren Gelüsten nur beschmutzen. Das sollte nicht passieren.

„Was willst du hier?“

„Ich suche meinen Vater. Meine Mutter hat mich geschickt. Ich soll ihn holen.“ Ihre Mutter. Sie wusste sofort, was diese Mutter vorhatte. Sie wollte ihre kleine unschuldige Seele verkaufen. Das roch sie fast. Sie nahm das Mädchen am Arm und führte sie hinaus. Weg von dem Laster, in ihre Falle.

„Ich bin Amanda, wie heißt du?“

„Viktoria.“ Ach nein. Siegesgöttin. War Viktoria ihr Schicksal? Würde sie ihre Freiheit, oder ihr Untergang bedeuten?

Die beiden Frauen liefen eine Zeit lang schweigend nebeneinander her.

„Was willst du von mir?“ Fragte Viktoria zögerlich.

„Mein Kind, du bist in einer furchtbare Welt geboren. Keiner will je was Gutes von einem. Auch ich nicht.“

Viktoria lief nickend neben ihr her. In ihr Schicksal ergeben. Sie wusste es. Wieder gingen sie an der Kirche vorbei. Der Schatten des Kreuzes hatte sich nicht bewegt. Ein Mahnmal. Amanda umrundete es. Viktoria blieb stehen und bekreuzigte sich. Machte einen Knicks und folgte Amanda weiter. Warum war sie so fügsam. Kein Zetern, kein Jammern.

Sie waren bei Amanda angekommen. Leise öffnete sich die Tür. Es war warm und wider Erwarten einladend.

„Komm mein Kind. Es wird Zeit. Leg dich auf den Tisch. Es wird nicht wehtun. Ich verspreche es dir.“ Ein Blick auf die Uhr zeigte Amanda, dass die letzten Minuten gestartet hatten. Jetzt oder sie wäre verloren.

Viktoria legte sich auf den Tisch. Sie zeigte keinerlei Angst.

„Warum hast du keine Angst?“

„Warum sollte ich? Ich weiß um meine Bestimmung. Das weiß ich schon seit dem Tag meiner Geburt. Ich weiß, dass ich geboren wurde um eine gequälte Seele zu befreien. Um jemanden zu befreien, der eine falsche Abzweigung im Leben genommen hat  und nun endlich befreit werden soll.“ Sie nahm Amandas Hand in die ihre. Ein warmes Gefühl durchströmte sie. Wann war ihr das letzte Mal warm gewesen? Ihr Leben wurde bestimmt von Kälte und Angst.

Sie schüttelte die Hand des Mädchens ab. Ging hinter den Vorhang und kam mit einer Karaffe zurück.

„Hier, trink. Dann wirst du nichts spüren.“ Viktoria führte die Karaffe an ihre Lippen und trank sie aus. Auf ihren perfekten Lippen waren noch vereinzelte Tropfen verblieben. Ein Verlangen sie von ihren Lippen zu lecken überkam Amanda. Von diesen Unschuldigen Lippen.

Viktoria schloss die Augen. Ein stilles Gebet in den Raum entlassend, schlief sie ein.

Amanda stand über ihr. Sie ließ den Daumen über die Lippen gleiten und leckte den verbliebenen Saft ab. Es war berauschend. Sie konnte die Unschuld schmecken. Die schönste der Tugenden. Dann begann sie mit ihrer blutigen Arbeit. Die Büste stand schon bereit. Kaum hatte sie die Unschuld abgetragen und auf die Büste gelegt, bildete sich eine wunderschöne Maske. Ein magisches Schillern umgab sie. Und mit dem Bilden der Maske verließ Viktoria das Leben.

Amanda meinte in der Ecke das Mädchen lächelnd stehen sehen. Sie winkte und verließ den Raum. Schnell ging sie an ihre Wand. Dort hingen schon so viel verschiedene Masken mit verschiedenen Emotionen. Aber die Königin und der Schlüssel zu ihrer Freiheit kam jetzt. Mit dem letzten Glockenschlag war die Frist abgelaufen. Die Maske hing an ihrem Platz und Amanda sank zu Boden.

Sie war frei. Sie hatte endlich Frieden gefunden. Ihre Seele, die sie damals leichtfertig für ein bisschen Wohlstand, verkauft hatte, war endlich erlöst. Ihr Schatten stand vor der Wand. Ein letzter Blick auf die Masken, die vielen Emotionen, die sie gesammelt hatte, dann sie drehte sich um. Der Geist von Amanda verließ ihre persönliche Hölle. Sie trat hinaus und spürte wie sich eine kleine Hand in die ihre schob. Viktoria hatte auf sie gewartet.

„Das ist deine Chance. Du bist frei. Jetzt kannst du Buse tun. Du wirst die Chance haben deine Verfehlungen zu berichtigen. Eine einmalige Chance. Sie wird selten vergeben. Nutze sie weise.“

„Ich danke dir. Ich danke dir von ganzem Herzen.“

Ein Blitz fuhr in den Boden. Eine Frau hatte ein kleines Mädchen mit schwarzen Haaren und einem offenen Blick geboren.

„Wie willst du sie nennen, mein Schatz?“

„Amanda, sie sieht aus wie eine Amanda.“

ENDE

writing friday

Writing Friday – Heldin wider Willen am freien Tag

Heute ist schon der letzte Tag für die Juni Aufgaben für den Writing Friday.

  • “Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?

Ich hab mich mal bisschen ausgetobt – wehe wenn Julia nicht ihren freien Tag bekommt.


Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.

Sie saß hinter einem Tisch und überlegte, wie sie überhaupt in diese Situation gelangen konnte. Sie war sich sicher – Schuld war ihr Wecker. Er hatte einfach geklingelt. Julia war fest überzeugt, dass sie ihn den Abend davor ausgestellt hatte.  Es war ihr freier Tag. Aber da sie schon mal wach war, dachte sie, könnte sie diesen Tag auch sinnvoll nutzen. Erst würde sie die nötigen Einkäufe erledigen. Sich ein schönes Frühstück gönnen und dann die liegen gebliebene Hausarbeit machen. Sie hatte nicht vor, mehr als die Hälfte des Tages zu vergeuden. Es war acht Uhr, als die das Haus verließ. Der Einkaufszettel steckte in ihrer Tasche und Geld würde sie jetzt gleich in der Filiale ihres Vertrauens holen. Trotz des unsäglichen Weckers war sie recht gut gelaunt. Die Sonne schien. Es würde ein schöner warmer Tag werden. Sie träumte schon davon sich später auf ihrem Balkon gemütlich zu machen. Einen Eiskaffee in der einen Hand und in der anderen ein gutes Buch. Ach, der freie Tag würde noch schön werden.

Sie ging durch die Tür in die Bank. Es war ungewöhnlich voll. Anscheinend waren um diese Zeit tatsächlich viele Leute unterwegs. Geduldig stellte sie sich an den EC-Automaten um Geld zu ziehen. Die Tür öffnete sich zum unzähligen Male, Julia achtete nicht drauf wer denn überhaupt rein und raus ging. Es interessierte sie nicht das Geringste. Eine ungewöhnliche Bewegung in ihrem Augenwinkel, ließ sie doch aufmerksam werden. Sie drehte den Kopf und blickte in ein Schweinsgesicht. Sie hatte noch keinen Kaffee, fiel ihr in diesem Moment ein. Das wird der Grund sein, warum ich mit einem Schwein in der Bank nichts anfangen kann.

Dann sah Julia sich um. Nicht nur ein Schwein war in der Filiale, nein auch ein überdimensionaler Hamster und ein ganz niedliches Eichhörnchen. Immer noch konnte sie mit diesen Tieren nichts anfangen. Bis die Frau hinter ihr in der Schlange, ihr ins Ohr schrie, und zwar so laut, dass sie befürchtete einen Tinnitus zu bekommen.

„Geht´s noch?“ Blaffte Julia die unbekannte Frau an.

„Ich bekomme ja einen Hörsturz. Was soll denn das?“ Um diese Zeit war Julia für solch ein Getue nicht zu gebrauchen.

„Ein Banküberfall.“ Schluchzte die Frau hinter ihr. Julia blickte sich noch mal um und da konnte sie die Waffen erkennen. Zum Teufel, musste das gerade heute an ihrem freien Tag geschehen? Wie oft kam sie an einem Arbeitstag her. Da hätte sie wenigstens eine gute Ausrede gehabt nicht auf der Arbeit zu erscheinen. So ein Mist. Sollte sie einfach mal nett fragen, ob sie gehen durfte?

„Entschuldigen sie bitte.“ Sie hatte kaum ausgedacht, da meldete sich ihr Mund schon zu Wort. Sie konnte selbst nicht fassen, dass sie tatsächlich das Schweinsgesicht ansprach.

„Entschuldigen sie bitte. Hören sie. Ich hab heute meinen freien Tag und bin nicht so scharf drauf, den mit ihnen und den anderen Kunden zu verbringen. Das verstehen sie doch sicher. Ich gehe mal davon aus, dass sie wissen, wie es als schlecht verdienender Arbeitnehmer ist? Sonst wären sie ja nicht hier, in dieser Situation. Wie wäre es, wenn sie mich nur schnell rausschlüpfen lassen und ich gehe meine Wege. Ich hab noch viel vor, bevor ich mich dann auf den Balkon setzen kann.“

Das Schweinsgesicht kam auf sie zu. Blickte sie ungläubig an und antwortete.

„Na klar Schwester. Wir wissen alle, wie beschissen es doch ist an seinem freien Tag in einem Banküberfall gefangen zu sein. Da werden wir doch mal ein Auge zudrücken und dich rauslassen. Damit du der Polizei dann sagen kannst, wie viel wir sind, wie wir bewaffnet sind und wo wir stehen. Das ist doch kein Problem.“

Julia antwortete: „Ich erkenne Sarkasmus, wirklich –aber meint ihr, die Polizei braucht mich für diese Infos.“ Dabei deutete sie auf die Kameras, die immer noch aktiv waren.

„Da hättet ihr schon früher dran denken sollen.“ Meinte sie und schüttelte ungläubig den Kopf.

Das Schweinsgesicht hob die Waffe – zielte auf die Kamera und schoss. Es war so laut, dass Julia nur noch ein Klingeln im Ohr vernahm. Verdammt – was die Frau mit ihrem Schrei nicht geschafft hatte, hatte dieses Schwein mit dem Schuss geschafft. Ihr Ohr. Erschrocken hatte sie dabei ihre Hände auf die Ohren gedrückt und war in die Hocke gegangen.

„Okay, ich sehe schon, das wird wohl nichts mehr mit meinem freien Tag, nicht wahr?“

„Du bist echt eine Schnellmerkerin, nicht war Blondie?“

„Eigentlich nicht, vor allem wenn ich keinen Kaffee hatte.“

„HALT DIE SCHNAUZE.“

Julia zuckte zusammen. Okay – er hatte wohl auch noch keinen Kaffee. Sie war richtig angesäuert. Das war ihr erster freier Tag seit drei Monaten. Nein, das konnte so nicht enden. Nein, nein, nein.

Das Schweinsgesicht drehte sich um. Julia überlegte angestrengt. Ach was soll´s, dachte sie. Sie erhob sich aus der Hocke und näherte sich ganz langsam von hinten dem bewaffneten Schwein. Die anderen hatten sich schon wieder abgewendet und gaben der Kassiererin die Tasche mit den üblichen Floskeln. Es roch nach Urin. Irgendjemand hatte wohl die Kontrolle über seine Blase verloren. Kein Wunder bei dem rum geballere.

Sie hatte genügend Shooter gespielt um zu wissen was sie zu tun hatte. Leise, leise – sie hatte die Schuhe abgestreift um keine verräterischen Geräusche zu machen. Sie stand hinter dem Kerl. Dann schlug sie mit der Handkante in die Kniekehle. Er knickte stöhnend ein. Fiel aber nicht. Das machte nichts. Er war jetzt in der Höhe, dass Julia ihn von hinten anspringen konnte. Der Griff ihrer Handtasche sollte ihr als Würgeband dienen.  Erst blieb sie mit dem Griff an den Schweinsohren und der vorstehenden Nase hängen – aber der Überraschungsmoment war auf ihrer Seite. Zum Glück waren die anderen mit dem Überfall mehr als beschäftigt, als mitzubekommen, was im Hintergrund lief. Sie saß auf seinen Rücken und der Griff der Handtasche diente als Würgeband. Sie nutzte ihr Gewicht als Hebel um ihn zu würgen. Er zappelte und versuchte sie abzuwerfen. Dabei stieß er den Tisch vor ihnen um. Jetzt bemerkte das Hamstergesicht, dass etwas vorgefallen war.

„Hei, HEI Schlampe, lass ihn los, sonst schieße ich.“

Außer Atem antwortet Julia: „Mach doch, schiess nur, du wirst nur deinen schweinischen Kumpel treffen.“ Der Hamster schwenkte seine Waffe hinter her, aber es gab kein freies Schussfeld. Endlich ging das Schwein in die Knie und fiel auf die Seite. Hinter dem Tisch fühlte Julia sich einigermaßen sicher. Sie wusste, dass er die Kugeln nicht abwehren würde, aber sie hoffte, dass die anderen Angst hatten ihren Kumpel zu treffen, der ja nicht mehr zu sehen war.

„Ich wollte nur meinen freien Tag genießen. Mehr wollte ich nicht. Ich wollte von Schweinsgesicht nur bisschen entgegenkommen. Aber nein – er war ja so überheblich. Nicht mit mir, nicht an meinem freien Tag. Ist das Klar? Lasst also die Waffen fallen, verlasst die Bank und verschwindet in der Menge, dann wird alles gut. Und beim nächsten Versuch, fragt erst mal ob jemand einen freien Tag hat – dann lasst ihn oder sie einfach gehen. Habt ihr das verstanden?“

„Hei, Lady. Sag mal spinnst du? Glaubst du, du kommst hier noch raus?“

„Oh ja – denn die Polizei wird bestimmt bald eintreffen. Es gibt bestimmt ein fixen Bankmitarbeiter, der schon längst auf den Alarmknopf gedrückt hat. Das ist in Filmen immer so. Also, ihr solltet langsam den Rückzug antreten, sonst werde ich echt sauer. Ich hatte noch keinen Kaffee. Ich wollte ein gemütliches Frühstück einnehmen – AN MEINEM FREIEN TAG!“

Die Bankräuber blickten sich fragend an.

„Na? Was gibt es denn da solange zu überlegen? Also wirklich, die hellsten scheint ihr nicht zu sein. Husch, husch. Verpisst euch. Ich hab die Waffe von eurem Kumpel und ich weiß wie sie funktioniert.“ So bisschen wird von den Shootern ja hängen geblieben sein, dachte sie.

Dann tat sich was, sie saß mit dem Rücken an den Tisch gelehnt. Sie hob leicht den Kopf über den Tisch um zu überblicken was geschah. Sie konnte es nicht glauben. Die Bankräuber zogen sich zurück.

„Hei, was ist mit eurem Kumpel. Was seid ihr denn für Kameraden, wollt ihr ihn hier zurücklassen? Also so was. Nicht zu fassen. Ich gehe jetzt um den Tisch rum, keine Mätzchen, klar. Dann nehmt ihr in mit und denkt an meine Worte. Der nächste Überfall besser planen. Auf auf jetzt, ich will endlich weg.“

Die anderen zogen ihren Kumpel hinter dem Tisch hervor und zogen sich tatsächlich zurück. Julia konnte es nicht glauben. Es funktionierte. Niemals hätte sie gedacht, dass es klappen würde. Die Tür schloss sich hinter den Männern und Julia atmete tief aus. Die Waffe steckte sie in ihre Handtasche, die neben ihr lag.

Ein Kontrollblick in den Spiegel zeigte ihr, dass sie etwas derangiert war. Sie zog ihren Zopf zurecht, strich die Hose glatt und streckte die Brust heraus.

Dann ging sie zur Tür, die sich automatisch öffnete und verließ die Bank ihres Vertrauens, die es wohl nicht mehr war. Kein Blick zurück. Sie hatte eh schon zu viel Zeit verloren. In Gedanken überarbeitete sie ihren Plan. Ein Gang zum Bäcker und dann gleich auf den Balkon, das hatte sie sich nach der Aufregung verdient. Einkaufen und Hausarbeiten waren so was von nebensächlich geworden. Nein, nein. Das war ihr freier Tag und da würde ihr nichts dazwischen funken. Nicht an ihrem freien Tag, dachte sie lächelnd.

Wochenrückblick

Wochenrückblick Geschichtszauberei 17.06.19-23.06.19

Es ist wieder Zeit für einen Wochenrückblick. Es ist langweilig immer gleich anzufangen – deswegen präsentiere ich euch heute einfach meine mickrigen Beiträge:-)


Writing Friday – Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich


Das war es schon. Kurz und knapp.

Kommen wir zum altbekannten: Schauen wir uns die derzeitigen Schreibaktionen an.

Die Themen für Writing Friday  für den Juni

  • “Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?
  • Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich.
  • Du kannst plötzlich fliegen. Würdest du jemandem davon erzählen? Was tust du mit dieser neuen Fähigkeit?
  • Deine Vorratsdosen starten einen Aufstand, berichte davon.
  • Was bedeutet Freundschaft für dich?

Bei Christiane  werden 3 Begriffe in einen Text mit maximal 300 Worten verpackt bis zum 30. Juni 2019.

Froschkönig
trüb
helfen


Und die  Aktion von Alice – Kreativ sein wie ihr wollt mit dem Wort Freudensprünge – bis zum 15.07.19 könnt ihr euch hier austoben.


Beim Gemeinschaftsprojekt von  Die Pö und Herba gibt es auch ein neues Thema Mach was…mit Deinem Lieblings-Sommersong!‘ bis zum 01.09.. – Denn es ist die Sommerpause eingeleitet:


Denkt dran – bei Caymon gibt es wieder neue Bilder für die Aktion Telling Pictures. Start ist 01.06.19 – Veröffentlichung spätestens 30.06.19 – schaut vorbei – es sind tolle Bilder dabei.


Guckt auch manchmal bei  Mia vorbei. Neben Schreibtipps, gibt es auch immer mal paar Übungen.


Das war es wieder von mir – ich wünsche euch noch einen tollen Sonntag.

writing friday

Writing Friday – Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich

Writing Friday – ich hab noch Urlaub und trotzdem nicht viel zu Stande gebracht – deswegen mal was Kurzes.

Was würde ich mir schreiben. Was sollte mein 80 jähriges Ich erfahren? Es weiss doch schon alles, oder?

Ich habe einfach nur mal Hallo gesagt.

Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich

Hi, es müsste jetzt 2051 sein? Das ist für mich im Moment unvorstellbar. 2038 klingt für mich schon utopisch fern. Da können wir in Rente gehen. Also wir können aufhören zu arbeiten und eine Einheitsrente, oder gar Essensmarken? Erhalten. Du weisst es ja schon.

Im dem Moment in dem ich dir diesen Brief schreibe, sieht es nicht so rosig aus. Du wirst dich vielleicht noch erinnern? Das Land steuert seinem Untergang entgegen.

Die Mainstream Medien berichten nichts mehr aufrichtiges – die alternativen Medien hauen eine Katastrophe nach der anderen raus. Die Mainstream Medien pumpen die Leute mit Müll voll. Brot und Spiele. Wenn die Menschen abgelenkt sind, dann rebellieren sie nicht. Ach, was soll ich dir sagen? Du weißt es ja.

Warum schreibe ich dir eigentlich? Ich hoffe, ich habe alles überlebt. Mein Schatz ist bei mir und wir können endlich glücklich und friedlich leben.

Es stehen einige Krisen und Herausforderungen vor uns. Rina, wenn du das alles überlebt hast, dann hattest du ein gutes Leben, danach. Und das wünsche ich uns. Ein gutes und friedliches Leben. Und wenn du diesen Brief gerade liest, erwarte ich ein Lächeln und einen versonnenen Blick auf deine Vergangenheit.

Es gab harte Zeiten – aber wenn du dies liest, hat es sich gelohnt, die Zähne zusammen zu beißen.

Ich wünsche, dass wir an noch paar gemütliche Abenden mit unserem Schatz, auf unserer Terrasse den Sonnenuntergang genießen können.

Alles Liebe, deine Rina aus 2019